DE19619647A1 - Hydrophilisierte Triglyceride - Google Patents
Hydrophilisierte TriglycerideInfo
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-
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Description
Die Erfindung betrifft spezielle hydrophilisierte Triglyceride, ein Verfahren zu ihrer
Herstellung sowie ihre Verwendung zur fettenden Ausrüstung von Leder. Die erfin
dungsgemäßen hydrophilisierten Triglyceride sind erhältlich durch Umsetzung von
Triglyceriden mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - in
Gegenwart basischer Verbindungen und anschließender Alkoxylierung, vorzugswei
se Ethoxylierung.
Aus DE-A-41 41 532 ist ein Verfahren zur Herstellung hydrophylisierter Triglyce
ride bekannt, bei dem gesättigte, ungesättigte und/oder geblasene Triglyceride zu
nächst in Gegenwart von Glycerin und alkalischen Katalysatoren mit Ethylenoxid
umsetzt, die resultierenden ethoxylierten Triglyceride mit gasförmigen Schwefeltri
oxid sulfiert und die daraus resultierenden sauren Sulfierprodukte anschließend mit
wäßrigen Basen neutralisiert. Nach der Lehre der DE-A-41 41 532 eignen sich die
so hergestellten Produkte zur Fettung von Leder.
Ein für die Praxis sehr wichtiges Bedürfnis besteht darin, fettende Substanzen bzw.
Ausrüstungsmittel zur Verfügung zu stellen, die in der gegerbten Hautsubstanz zu
verlässig gebunden werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, Substanzen bereitzustellen, die sich zur
fettenden Ausrüstung von Leder eignen. Unter dem Begriff der "fettenden Ausrü
stung" ist dabei einerseits die Lederfettung im engeren Wortsinne zu verstehen, als
auch die Hydrophobierung von Leder.
Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß diese Substanzen dem damit behandel
ten, das heißt gelickerten Leder gute Eigenschaften hinsichtlich Narbenfestigkeit,
Fülle, Schmalzigkeit verleihen und daß anschließend gefärbte Leder sich durch ei
nen nicht aufgehellten, egalen Farbton auszeichnen.
Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß diese Substanzen gut von Leder aufge
nommen werden und sich insbesondere durch eine hohe Lickerflottenauszehrung
auszeichnen. Der letztgenannte Punkt ist neben der rein technischen Relevanz auch
unter ökologischen Gesichtspunkten von Nutzen.
Eine weitere Aufgabenstellung war es, daß diese Substanzen sich durch eine gute
Lagerstabilität auszeichnen.
Eine weitere Zielsetzung der vorliegenden Erfindung ist es, die angestrebten Sub
stanzen in einem einfachen, leicht durchführbaren Verfahren zugänglich zu machen.
Dieser Punkt ist insbesondere im Hinblick auf die obengenannte große Gruppe von
anionischen Lederfettungsmittel von Bedeutung.
Die genannte Aufgabenstellung wird gelöst durch hydrophilisierte Triglyceride, die
erhältlich sind durch
- a) Umsetzung von Triglyceriden der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxylsubstitu
ierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5 Doppelbin
dungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen nebst - b) anschließender Alkoxylierung der in Stufe a) erhaltenen Produkte.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher zunächst hydrophilisierte
Triglyceride, die erhältlich sind durch
- a) Umsetzung von Triglyceriden der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxylsubstitu
ierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5 Doppelbin
dungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen nebst - b) anschließender Alkoxylierung der in Stufe a) erhaltenen Produkte.
Die Auswahl der in Stufe a) als Katalysator eingesetzten alkalischen Verbindungen
ist an sich nicht kritisch, im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden jedoch
vorzugsweise übliche Umesterungskatalysatoren und/oder Metalloxide eingesetzt.
Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Natriummethanolat.
Die Reaktionstemperatur der Stufe a) wird vorzugsweise im Bereich von 80 bis 300°C
eingestellt. Besonders bevorzugt ist der Bereich von 100 bis 160°C, insbesonde
re 130 bis 150°C. Die Reaktionszeit beträgt vorzugsweise etwa eine Stunde.
Der basische Katalysator wird in Stufe a) vorzugsweise in einer Menge von 0,1 bis
5 Gew.-% - bezogen auf das eingesetzte Triglycerid - eingesetzt. Besonders bevor
zugt ist eine Menge von 0,5 bis 1,0 Gew.-%.
Die Alkoxylierung in Stufe b) wird unter üblichen Bedingungen durchgeführt, die
dem Fachmann bekannt sind. Vorzugsweise wird eine Ethoxylierung bei Tempera
turen von etwa 160°C durchgeführt, wobei die Reaktionszeiten üblicherweise etwa
2 Stunden betragen. Die Menge des angelagerten Ethylenoxids (EO) liegt dabei vor
zugsweise im Bereich von 2 bis 10 Mol EO pro Mol des in Stufe a) eingesetzten
Triglycerids, vorzugsweise im Bereich von 2,5 bis 3,5 Mol EO.
Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist die Verwendung von hydrophilisierten
Triglyceride, die erhältlich sind durch
- a) Umsetzung von Triglyceriden der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxylsubstitu
ierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5 Doppelbin
dungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen nebst - b) anschließender Alkoxylierung der in Stufe a) erhaltenen Produkte zur fettenden Ausrüstung von Leder.
Unter dem Begriff der "fettenden Ausrüstung" ist dabei einerseits die Lederfettung
im engeren Wortsinne zu verstehen, als auch die Hydrophobierung von Leder.
Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist ein Verfahren zur Herstellung von hydrophi
lisierten Triglyceriden, wobei man
- a) Triglyceride der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxylsubstitu
ierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5 Doppelbin
dungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen umsetzt und - b) die in Stufe a) erhaltenen Produkte anschließend alkoxyliert.
Die nachfolgenden Beispiele dienen der Erläuterung der Erfindung und sind nicht
einschränkend zu verstehen.
Eine Mischung von 100 Gewichtsteilen Sojaöl, 1 Gewichtsteil Glycerin und 0,5
Gewichtsteilen Natriummethanolat wurden 2 Stunden bei 130°C unter Stickstoff
gerührt. Anschließend wurde zu der so vorbehandelten Mischung Ethylenoxid zu
dosiert. Dabei kam Ethylenoxid (EO) in einer Menge zum Einsatz, die 3 Mol EO
pro 1 Mol ursprünglich eingesetztem Sojaöl entspricht. Die Ethoxylierung wurde
unter Standardbedingungen (160°C und 3 bar) durchgeführt. Die Reaktionszeitbe
trug dabei 2 Stunden.
Analog zu Beispiel B1, jedoch wurden anstelle von 100 Gewichtsteilen Sojaöl eine
Mischung von 30 Gewichtsteilen Sojaöl und 70 Gewichtsteilen Rindertalg einge
setzt.
Analog zum obengenannten Beispiel B1, jedoch in Abwesenheit von Glycerin.
Analog zu Vergleichsbeispiel V1, jedoch in Abwesenheit von Glycerin.
Die hydrophilisierten Triglyceride gemäß den erfindungsgemäßen Beispielen B1
und B2 und den Vergleichsbeispielen V1 und V2 wurden gemäß dem nachfolgend
beschriebenen Arbeitsgang eingesetzt. Die in der Tabelle 1 angegebenen Prozent-
Werte bedeuten dabei Gew.-% Aktivsubstanz. Die Prozent-Angaben sind bezogen
auf das Falz-Gewicht des eingesetzten Rindleder wetblue zu verstehen.
Die mit den Prüfsubstanzen behandelten Leder wurden auf Weichheit, Fülle,
Schmalzigkeit, Farbton, Egalität und Narbenfestigkeit geprüft. Die Beurteilungs-
Skala reicht dabei von 1 (schlecht) bis 10 (sehr gut). Einzelheiten sind in der unten
stehenden Tabelle 2 zusammengestellt. Es zeigte sich, daß die erfindungsgemäß
hergestellten Substanzen (gemäß den Beispielen B1 und B2) den damit behandelten
Ledern durchweg bessere Eigenschaften verliehen, als die Vergleichssubstanzen
(gemäß den Vergleichsbeispielen V1 und V2).
Claims (11)
1. Hydrophilisierte Triglyceride, die erhältlich sind durch
- a) Umsetzung von Triglyceriden der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxyl
substituierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5
Doppelbindungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen nebst - b) anschließender Alkoxylierung der in Stufe a) erhaltenen Produkte.
2. Produkte nach Anspruch 1, wobei man die basische Verbindung (Katalysator) in
Stufe a) vorzugsweise in einer Menge von 0,5 bis 1,0 Gew.-% - bezogen auf das
eingesetzte Triglycerid - einsetzt.
3. Produkte nach Anspruch 1 oder 2, wobei man als basische Verbindung
(Katalysator) in Stufe a) Natriummethanolat einsetzt.
4. Produkte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei man in Stufe a) eine Reakti
onstemperatur im Bereich von 130 bis 150°C einstellt.
5. Produkte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei in Stufe b) eine Ethoxylie
rung durchführt und dabei Ethylenoxid in einer Menge einsetzt, die 2,5 bis 3,5
Mol EO pro Mol des in Stufe a) eingesetzten Triglycerids entspricht.
6. Verwendung von hydrophilisierten Triglyceriden, die erhältlich sind durch
- a) Umsetzung von Triglyceriden der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxyl
substituierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5
Doppelbindungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen nebst - b) anschließender Alkoxylierung der in Stufe a) erhaltenen Produkte zur fettenden Ausrüstung von Leder.
7. Verwendung nach Anspruch 6, wobei man die basische Verbindung
(Katalysator) in Stufe a) vorzugsweise in einer Menge von 0,5 bis 1,0 Gew.-% -
bezogen auf das eingesetzte Triglycerid - einsetzt.
8. Verwendung nach Anspruch 6 oder 7, wobei man als basische Verbindung
(Katalysator) in Stufe a) Natriummethanolat einsetzt.
9. Verwendung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, wobei man in Stufe a) eine Re
aktionstemperatur im Bereich von 130 bis 150°C einstellt.
10. Verwendung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei in Stufe b) eine Ethoxy
lierung durchführt und dabei Ethylenoxid in einer Menge einsetzt, die 2,5 bis
3,5 Mol EO pro Mol des in Stufe a) eingesetzten Triglycerids entspricht.
11. Verfahren zur Herstellung von hydrophilisierten Triglyceriden, dadurch ge
kennzeichnet, daß man
- a) Triglyceride der allgemeinen Formel (I)
worin A, B und C unabhängig voneinander für gegebenenfalls hydroxyl
substituierte Acylreste mit 6 bis 24 Kohlenstoffatomen und 0 oder 1 bis 5
Doppelbindungen stehen,
mit 0,5 bis 3 Gew.-% Glycerin - bezogen auf die Triglyceride - bei erhöhter Temperatur in Gegenwart basischer Verbindungen umsetzt und - b) die in Stufe a) erhaltenen Produkte anschließend alkoxyliert.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996119647 DE19619647A1 (de) | 1996-05-15 | 1996-05-15 | Hydrophilisierte Triglyceride |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996119647 DE19619647A1 (de) | 1996-05-15 | 1996-05-15 | Hydrophilisierte Triglyceride |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19619647A1 true DE19619647A1 (de) | 1997-11-20 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996119647 Withdrawn DE19619647A1 (de) | 1996-05-15 | 1996-05-15 | Hydrophilisierte Triglyceride |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19619647A1 (de) |
-
1996
- 1996-05-15 DE DE1996119647 patent/DE19619647A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
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