DE19607060C1 - Kraftfahrzeugsitz - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Kraftfahrzeugsitz, insbesondere einen Rücksitz oder
eine Rücksitzbank, welcher die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruches 1
aufweist.
Bei einem bekannten Kraftfahrzeugsitz dieser Art (DE 195 14 380 A1), der dank
seiner Schwingen in Längsrichtung verstellbar ist, werden zwar dann, wenn die
Rückenlehne nach vorne bis zur Anlage ihres Polsters am Polster des Sitzteils
geklappt und der Sitz nach Lösen der Verbindung zwischen den hinteren Füßen
und der Bodenstruktur des Fahrzeuges um eine Querachse im Bereich der
vorderen Füße ebenfalls nach vorne geklappt wird, die hinteren Schwingen
vom Längsholm gegen die tragende Struktur des Sitzteils geschwenkt, wodurch
der Raumbedarf des zusammengefalteten Sitzes verringert wird. Ein noch
geringerer Raumbedarf für den zusammen gefalteten Sitz ist jedoch wünschens
wert, um bei nach vorne geklapptem Sitz den Laderaum des Fahrzeugs noch
mehr vergrößern zu können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Kraftfahrzeugsitz der
eingangs genannten Art zu schaffen, der im zusammen gefalteten Zustand einen
noch geringeren Platzbedarf als der bekannte Sitz hat. Diese Aufgabe löst ein
Kraftfahrzeugsitz mit den Merkmalen des Anspruches 1.
Dank der Zugkoppel, deren Steuerkulisse und des am Längsholm vorgesehenen
Steuerbolzens wird nämlich jede vorhandene vordere Schwinge dann, wenn
der Sitz nach vorne geklappt wird, in diejenige Lage geschwenkt, in welcher
der Platzbedarf des zusammengefalteten Sitzes ein Minimum hat, unabhängig
davon, in welcher Schwenklage sich die vorderen Schwingen aufgrund der
Sitzlängseinstellung zuvor befunden haben. Wenn die den minimalen Platz
bedarf ergebende Stellung der Schwingen diejenige am hinteren Ende ihres
Schwenkbereiches ist, wie dies vorzugsweise der Fall ist, werden also die
Schwingen dann, wenn der Sitz nach vorne geklappt wird, mittels der Zugkop
pel in die Schwenklage am hinteren Ende ihres Schwenkbereiches geschwenkt.
Bei einer wegen ihrer Einfachheit bevorzugten Ausführungsform ist die Steuer
kulisse durch ein Langloch in der Zugkoppel gebildet, in welches der zur
Gelenkachse der Zugkoppel parallele Steuerbolzen eingreift.
Da die Zugkoppel nur benötigt wird, um jede der vorgesehenen vorderen
Schwingen in die den kleinsten Raumbedarf des zusammengefalteten Sitzes
ergebende Position zu ziehen, wenn der Sitz nach vorne geklappt wird, kann
die Länge des Langloches und seine Position in der Zugkoppel so gewählt sein,
daß die Zugkoppel nur dann wirksam ist, wenn der Sitz schon ein Stück weit
nach vorne geklappt ist.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist wenigstens eine Gasfeder vorgese
hen, die einerseits am vorderen Fuß und andererseits am hinteren Fuß oder des
Längsholmes angeordnet ist und auf den Längsholm ein Drehmoment im Sinne
einer Klappbewegung des Sitzes nach vorne ausübt. Durch eine solche Gasfe
der kann die Kraft, welche eine Person auf den Sitz ausüben muß, um ihn nach
vorne zu klappen, weitgehend reduziert werden.
Im folgenden ist die Erfindung an Hand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiel im einzelnen erläutert. Es zeigen jeweils ohne Polsterung
in schematischer Darstellung
Fig. 1 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels in der Gebrauchs
lage der Rückenlehne und der hintersten Stellung des Sitzes,
Fig. 2 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels in der Gebrauchs
lage der Rückenlehne und der vordersten Stellung des Sitzes,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Sitzes mit nach vorne geklappter
Rückenlehne und einer Längseinstellung des Sitzes zwischen
den beiden Endstellungen,
Fig. 4 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels mit nach vorne
geklappter Rückenlehne nach einem ersten Abschnitt der
Klappbewegung des Sitzes nach vorne,
Fig. 5 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels mit nach vorne
geklappter Rückenlehne nach einem zweiten Abschnitt der
Klappbewegung des Sitzes nach vorne,
Fig. 6 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels mit nach vorne
geklappter Rückenlehne am Ende der Klappbewegung des
Sitzes nach vorne.
Ein Kraftfahrzeugsitz, bei dem es sich im Ausführungsbeispiel um einen Rück
sitz oder eine Rücksitzbank handelt, weist auf jeder Seite einen vorderen Fuß 1
auf, der lösbar mit der Bodenstruktur des Fahrzeugsitzes verbindbar ist. Für
diese Verbindung ist jeder vordere Fuß 1 mit einem schwenkbaren Haken 2
versehen, der im wirksamen Zustand einen in Sitzquerrichtung verlaufenden
Bolzen 3 der Bodenstruktur untergreift. Wie Fig. 1 zeigt, erstreckt sich ein
plattenförmiger Teil des vorderen Fußes 1 nach oben über einen Verbindungs
bolzen 4 hinaus, welcher den Haken 2 mit dem vorderen Fuß 1 schwenkbar
verbindet. Der Sitz weist ferner auf jeder Seite einen hinteren Fuß 5 auf,
welcher wie der vordere Fuß 1 lösbar mit der Bodenstruktur des Fahrzeuges
verbindbar ist. Für diese Verbindung ist wie beim vorderen Fuß 1 ein schwenk
barer Haken 6 vorgesehen, welcher im wirksamen Zustand einen Bolzen 7 der
Bodenstruktur untergreift. Zumindest mit dem einen hinteren Fuß 5 ist das
hintere Ende eines Längsholmes 8 fest verbunden. Dieser Längsholm 8 könnte
aber auch einstückig mit dem hinteren Fuß 5 ausgebildet sein. Der vordere
Endabschnitt des Längsholmes 8 ist im Ausführungsbeispiels, wie die Figuren
zeigen, nach oben abgewinkelt und hier mit dem oberen Ende des vorderen
Fußes 1 um einen in Sitzquerrichtung verlaufenden Zapfen 9 schwenkbar
verbunden. Der Längsholm 8 steigt deshalb von seinem hinteren Ende zum
vorderen Endabschnitt nur wenig an.
An jeden der vorderen Füße 1 ist der untere Endabschnitt einer vorderen
Schwinge 10 mittels in Sitzquerrichtung verlaufender Achse angelenkt. Im
Ausführungsbeispiel bildet der Verbindungsbolzen 4 diese Achse. Der obere
Endabschnitt jeder vorderen Schwinge 10 ist mittels eines zum Verbindungs
bolzen 4 parallelen Gelenkzapfens 11 schwenkbar mit dem vorderen Endbe
reich einer tragenden Struktur 12 des Sitzteils verbunden, welcher das nicht
dargestellte Sitzteilpolster trägt und in seinem hinteren Bereich nach oben
abgewinkelt ist. Hier ist mittels eines nicht dargestellten Gelenkbeschlages die
tragende Struktur einer Rückenlehne 14 verbunden, welche nicht nur in unter
schiedlich geneigte Gebrauchslagen einstellbar ist, sondern nach Lösen einer
Sperre auch so weit nach vorne geklappt werden kann, daß ihr nicht dargestell
tes Polster in Anlage an das Polster des Sitzteils kommt.
Mit jedem der hinteren Füße 5 ist das untere Ende einer hinteren Schwinge 15
schwenkbar verbunden. Im Ausführungsbeispiel dient hierzu der in Sitzquer
richtung verlaufende Bolzen 16, auf dem der schwenkbare Haken 6 gelagert ist.
Auf diesem Bolzen 16 ist außerdem im Ausführungsbeispiel eine Lasche 17 für
einen Sicherheitsgurt angeordnet. Der obere Endabschnitt jeder hinteren
Schwinge 15 ist mittels eines zum Bolzen 16 parallel verlaufenden Zapfens 18
schwenkbar mit der tragenden Struktur 12 verbunden. Letztere sowie die
Schwingen 10 und 15 bilden also ein Gelenkviereck.
Um dieses Gelenkviereck in den wählbaren Schwenkstellungen der Schwingen
10 und 15 sichern zu können, ist ein Einstellelement 19 vorgesehen, dessen
vorderes Ende mit dem vorderen Fuß 1 um eine in Sitzquerrichtung verlaufen
de Achse schwenkbar verbunden ist und dessen hinteres Ende auf dem Zapfen
18 schwenkbar gelagert ist. Im Ausführungsbeispiel weist das Einstellelement
ein Klemmelement auf, das eine stufenlose Längeneinstellung zuläßt. Es kom
men aber auch andere Einstellelemente in Frage, die eine veränderbare Länge
haben und in wählbaren Längeneinstellungen so feststellbar sind, daß ihre
Länge sich nicht verändern läßt.
Der Schwenkbereich der Schwingen 10 und 15 ist durch einen Stift 20 be
grenzt, der parallel zum Verbindungsbolzen 4 vom vorderen Fuß 1 absteht und
in einen konzentrisch zum Verbindungsbolzen 4 verlaufenden Schlitz 21 der
vorderen Schwinge 10 eingreift. Der Verstellbereich des Einstellelementes ist
aber größer als der für die Fixierung der Schwingen 10 und 15 innerhalb von
deren Schwenkbereich erforderliche Wert.
Wie die Figuren zeigen, ist der Zapfen 9 etwa in der Mitte zwischen dem
Verbindungsbolzen 4 und dem Gelenkzapfen 11 angeordnet. In der Mitte
zwischen dem Zapfen 9 und dem Verbindungsbolzen 4 ist mittels eines zu den
Gelenkachsen der Schwingen parallelen Zapfens 22 das vordere Ende einer
Zugkoppel 23 angelenkt, welche durch eine Flachschiene gebildet ist und
neben dem Längsholm 8 liegend sich gegen den hinteren Fuß 5 erstreckt. In
ihrem hinteren Endabschnitt ist die Zugkoppel 23 mit einem in ihrer Längsrich
tung verlaufenden Langloch 24 versehen, in welches ein vom Längsholm 8
abstehender Stift 25 eingreift.
Für die Längseinstellung des Sitzes müssen die Schwingen 10 und 15 nach
vorne oder nach hinten geschwenkt werden. Dies ist möglich, wenn das Ein
stellelement 19 entriegelt ist, wozu sein Auslöseglied 19′ betätigt werden muß.
Den Schwenkbereich der Schwingen 10 und 15 begrenzen der Stift 20 des
vorderen Fußes 1 und der Schlitz 21 der vorderen Schwinge 10.
In jeder wählbaren Längseinstellung des Sitzes kann die Rückenlehne 14 nach
vorne geklappt werden bis zur Anlage ihres Polsters am Polster des Sitzteils.
Diese Klappstellung der Rückenlehne 14 zeigen die Fig. 3 bis 6. Durch eine
nicht dargestellte Sperrvorrichtung ist sichergestellt, daß diese Klappbewegung
der Rückenlehne 14 zurück in die Gebrauchslage nur dann möglich ist, wenn
der am hinteren Fuß 5 angelenkte Haken 6 den Bolzen 7 untergreift, der Sitz
also ordnungsgemäß mit der Bodenstruktur des Fahrzeuges verbunden ist.
Nachdem die Rückenlehne 14 nach vorne geklappt worden ist, können der
Haken 6 in seine Freigabestellung und der gesamte Sitz nach vorne geklappt
werden, wie dies die Fig. 4 bis 6 zeigen. Voraussetzung für diese Klappbewe
gung des Sitzes ist, daß das Einstellelement 19 entriegelt ist. Eine Gasfeder 26,
die einerseits am vorderen Fuß 1 oder am Einstellelement 19 und andererseits
am hinteren Ende des Längsholmes 8 angelenkt ist, unterstützt die Klappbe
wegung des Sitzes, so daß hierfür von einer Person nur eine relativ geringe
Kraft aufgebracht zu werden braucht.
Wie die Fig. 3 bis 5 zeigen, bewegt sich der in das Langloch 24 der Zugkoppel
23 eingreifende Stift 25 bei dieser Klappbewegung des Sitzes zunächst gegen
das hintere Ende des Langloches 24, das er in der in Fig. 5 dargestellten
Schwenklage des Sitzes erreicht. Erst bei der weiteren Klappbewegung nach
vorne wird die Zugkoppel 23 wirksam, und zwar dahingehend, daß der Stift 25
sie mitnimmt und dadurch die Zugkoppel 23 die vordere Schwinge 10 gegen
ihre hintere Endstellung schwenkt, welche sie, wie Fig. 6 zeigt, erreicht, wenn
der Sitz vollständig nach vorne geklappt ist. Auch in dieser Endlage wie in
allen anderen Lagen kann der Sitz mittels des Einstellelementes 19 festgestellt
werden. Wie Fig. 6 zeigt, nehmen in dieser Endlage das Einstellelement 19 und
die Gasfeder 23 eine vertikale Lage ein. Aber auch sowohl die vordere Schwin
ge 10 als auch die hintere Schwinge 15 und die tragende Struktur 12 des Sitzes
erstrecken sich nahezu in vertikaler Richtung und sind außerdem äußerst raum
sparend nebeneinander angeordnet. Die Gasfeder 26 wirkt mit einem Restdruck
gegen das Einstellelement 19 und verspannt dadurch den gesamten Sitz klap
perfrei.
Nach dem Lösen des am vorderen Fuß 1 angelenkten Hakens 2 kann der Sitz
vollständig von der Bodenstruktur des Fahrzeuges gelöst werden. Nach einem
erneuten Verbinden der vorderen Füße 1 mit der Bodenstruktur und dem
Zurückklappen des Sitzes in diejenige Position, in welcher die hinteren Füße 5
mit der Bodenstruktur verbunden werden können, ist das Zurückklappen der
Rückenlehne 14 in eine Gebrauchslage erst möglich, nachdem der Haken 6
den Bolzen 7 wieder untergriffen hat. Eine dies gewährleistende Sicherungsein
richtung ist in der DE 195 14 380 A1 beschrieben.
Claims (7)
1. Kraftfahrzeugsitz, insbesondere Rücksitz oder Rücksitzbank, mit
- a) einem Sitzgestell, das vordere und hintere Füße aufweist, von denen zumindest letztere mittels einer manuell lösbaren Verriegelungsvor richtung mit der Bodenstruktur des Fahrzeuges verbindbar sind,
- b) vorderen und hinteren Schwingen, die einerseits mit den vorderen bzw. hinteren Füßen und andererseits mit einer tragenden Struktur des Sitzteils schwenkbar verbunden sind, und somit ein Gelenkviereck bilden,
- c) wenigstens einem Längsholm, der einerseits mit dem hinteren Fuß fest verbunden und andererseits am vorderen Fuß mit zur Gelenkachse der vorderen Schwinge paralleler Achse im Abstand von dieser Gelenkachse angelenkt ist, und
- d) einem längenveränderbaren Einstellelement, das einerseits mit dem vorderen Fuß und andererseits im Bereich des hinteren oberen Gelenkes des die beiden Schwingen und die tragende Struktur des Sitzteils aufweisenden Gelenkviereckes mit diesem gelenkig verbun den ist,
gekennzeichnet durch wenigstens eine Zugkoppel (23), die an der vorde
ren Schwinge (10) im Abstand von deren beiden Gelenkachsen (4, 11) mit
zu diesen paralleler Achse (22) angelenkt und mit einer Steuerkulisse (24)
für einen Steuerbolzen (25) versehen ist, welcher am Längsholm (8) im
Abstand von dessen beiden Enden angeordnet ist.
2. Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerkulisse durch ein Langloch (24) der Zugkoppel (23) gebildet ist, in
das der zur Gelenkachse (22) der Zugkoppel (23) parallele Steuerbolzen
(25) eingreift.
3. Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerkulisse (24) so ausgebildet und in der Zugkoppel (23) angeord
net ist, daß bei einer Klappbewegung des Sitzes nach vorne der Steuerbol
zen (25) nach einem Teilbereich der gesamten Klappbewegung die Zug
koppel (23) und zusammen mit ihr die vordere Schwinge (10) in eine im
Abstand vom vorderen Ende von deren Schwenkbereich liegende
Schwenklage zieht.
4. Kraftfahrzeugsitz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
vordere Schwinge (10) am Ende der Klappbewegung des Sitzes sich am
hinteren Ende ihres Schwenkbereiches befindet.
5. Kraftfahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Gasfeder (26) vorgesehen ist, welche einerseits am
vorderen Fuß (1) oder am Einstellelement (19) und andererseits am hinte
ren Ende eines mit dem hinteren Fuß (5) verbundenen Längsholmes (8)
angelenkt ist.
6. Fahrzeugsitz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß seine Rückenlehne (14) aus einer Gebrauchsstellung nach vorne in
eine Stellung klappbar ist, in welcher ihr Polster wenigstens nahezu am
Polster des Sitzteils anliegt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1996107060 DE19607060C1 (de) | 1996-02-24 | 1996-02-24 | Kraftfahrzeugsitz |
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