DE19605635A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Schleifen von Garnituren - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Schleifen von GarniturenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schleifen
einer auf einem Träger aufgezogenen Garnitur mit einem
Schleifelement und einem zum Andrücken des Schleifelementes
gegen die Garnitur dienenden Zustellelement sowie ein damit
ausführbares Verfahren.
Schleifvorrichtungen der eingangs angegebenen Art wer
den beispielsweise zum Schleifen von Ganzstahlgarnituren auf
Karden und Krempeln nach der Neugarnierung sowie zum Nach
schärfen abgenützter Garnituren benutzt. Bei bekannten
Schleifvorrichtungen wird dazu beispielsweise ein Schleifele
ment in Form eines Schleifringes eingesetzt, der auf einer
sich quer zur Andruckrichtung erstreckenden geschliffenen
Hohlwelle montiert ist. Zur Ausführung des Schleifvorgangs
wird der Schleifring mit der Hohlwelle in Rotation versetzt.
Gleichzeitig wird der Schleifring mittels einer in der Hohl
welle eingebauten Traversierspindel längs der Hohlwelle, d. h.
quer zur Andruckrichtung verfahren. Der Antrieb kann dabei
über eine Seilscheibe unter Verwendung eines ansonsten für den
Kardenantrieb verwendeten Motors oder mit einem separaten Mo
tor erfolgen. Daneben ist auch eine Schleifvorrichtung be
kannt, bei der der Schleifring zusammen mit einem zum Drehen
des Schleifringes dienenden Motor über Zahnriemenketten oder
einen Spindelantrieb quer zur Andruckrichtung verfahren wird.
Bei den bekannten Schleifvorrichtungen erfolgt die
Schleifelementzustellung und der Andruck des Schleifelementes
gegen die Garnitur mit Spindeln, die an der Schleifvorrichtung
oder einem Rahmen der Karde oder Krempel angebracht sind. Eine
Steigerung des Zustellmaßes hat dabei eine entsprechende Erhö
hung des Abtrages an den Garniturspitzen zur Folge. Zur Si
cherstellung eines zuverlässigen Schleifvorganges wird dabei
die erforderliche kontinuierliche Änderung des Zustellmaßes
durch Betätigung der Spindeln unter visueller Kontrolle der
Funkenwurflänge bestimmt. Bei legierten Garnituren, die beim
Schleifen kein Funkenbild zeigen, kann die erforderliche Ände
rung des Zustellmaßes über eine Kontrolle des Schleifge
räusches bestimmt werden. Demnach hängt die Schleifqualität
beim Betrieb bekannter Schleifvorrichtungen der eingangs ge
nannten Art stark vom Können und der Erfahrung des Bedienungs
personals sowie vom Zustand des Schleifringes ab. Ferner er
fordern die bekannten Schleifvorrichtungen die Anwesenheit des
Bedienungspersonals während des gesamten Schleifvorganges.
Angesichts dieser Probleme im Stand der Technik liegt
der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine unter
Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Schleifqualität ein
fach bedienbare Schleifvorrichtung der eingangs angegebenen
Art sowie ein damit ausführbares Schleifverfahren bereit
zustellen.
In vorrichtungsmäßiger Hinsicht wird diese Aufgabe
durch den Einsatz eines Zustellelements gelöst, welches eine
während des Schleifvorganges zur selbsttätigen Nachführung des
Schleifelementes in der Andruckrichtung dienende, vorzugsweise
elastisch verformbare Vorspanneinrichtung aufweist.
Mit einem derartigen Zustellelement kann während des
gesamten Schleifvorganges unter Sicherstellung der gewünschten
Schleifqualität die erforderliche Andruckkraft des Schleifele
mentes ohne jede manuelle, akustische oder visuelle Kontrolle
während der Ausführung des Schleifvorgangs selbst erreicht
werden. Dazu ist lediglich eine entsprechende Einstellung der
zur selbsttätigen Nachführung dienenden Vorspannkraft, bei
spielsweise der der elastischen Verformung der Vor
spanneinrichtung entgegenwirkenden Rückstellkraft, notwendig.
Diese kann ohne weiteres während der Herstellung bzw. vor In
betriebnahme der Schleifvorrichtung erfolgen, so daß vor Ort
eine einfache und dennoch eine hohe Schleifqualität sicher
stellende Handhabung der Schleifvorrichtung ohne kontinuierli
che Kontrolle durch entsprechendes Bedienungspersonal ermög
licht wird.
Zur weiteren Vereinfachung der Bedienung der erfin
dungsgemäßen Schleifvorrichtung ist es besonders zweckmäßig,
wenn das Schleifelement in einer Ruhestellung mit einem dessen
Bewegung in Vorspannrichtung begrenzenden Anschlagelement fi
xiert wird. Durch eine derart vorgegebene Positionierung kann
das Schleifelement zum Bearbeiten der Garnitur problemlos
daran angelegt werden.
Besonders zweckmäßig ist es dabei, wenn das Schleif
element mit einem entsprechenden Betätigungselement von der
Garnitur abgezogen werden kann. Mit einer derartigen Anordnung
kann das Schleifen mit einem nicht rotierenden Schleifelement
besonders einfach ausgeführt werden, indem das Schleifelement
in einem vorbereitenden Schritt zunächst an die Garnitur an
gelegt wird, dann gegen die Vorspannkraft der Vorspanneinrich
tung von der Garnitur abgezogen, der Träger in eine Umlaufbe
wegung versetzt, die Schleifvorrichtung dann in Richtung auf
die zu bearbeitende Garnitur zugestellt und das Schleifelement
schließlich zur Ausführung des eigentlichen Schleifvorganges
freigegeben und von der Vorspanneinrichtung gegen die mit dem
Träger umlaufende Garnitur angedrückt wird.
Der Abtrag der Garnitur kann dabei über die Bearbei
tungsdauer gesteuert werden.
Bei einigen Garnituren, beispielsweise bei einer auf
dem Tambour einer Karde aufgezogenen Garnitur, kann sich das
zu schleifende Gebiet über eine Strecke von mehr als einem Me
ter erstrecken. Derartige Garnituren können unter Vermeidung
des Einsatzes eines übermäßig großen Schleifelementes ge
schliffen werden, wenn das Schleifelement während des Schleif
vorganges längs eines quer zur Andruckrichtung verlaufenden
Verfahrweges verfahrbar ist. Zur Sicherstellung einer gleich
bleibenden Andruckkraft des Schleifelementes ist es besonders
zweckmäßig, wenn die Vorspanneinrichtung zusammen mit dem
Schleifelement längs des Verfahrweges verfahrbar ist.
Zum Ausgleich längs des Verfahrweges auftretender Un
ebenheiten oder zur Vereinfachung der Zustellung eines fest
stehenden Schleifelementes ist daran gedacht, das Schleifele
ment gelenkig, vorzugsweise über ein Kugelgelenk, an die
Vorspanneinrichtung zu koppeln.
Zur Gewährleistung eines gleichmäßigen Schliffs der
Garnitur über ihre gesamte Länge ist es besonders vorteilhaft,
wenn das Schleifelement während des Schleifvorganges mehrfach
längs des Verfahrweges verfahren wird. Dazu ist die Verfahr
richtung während des Schleifvorganges zweckmäßigerweise an
Endpunkten des Verfahrweges umkehrbar. Zu diesem Zweck können
beispielsweise an den Endpunkten des Verfahrweges angebrachte
elektronische Endschalter eingesetzt werden.
Der durch das Schleifen zu erzielende Abtrag der Gar
nitur kann dabei über die Anzahl der Traversierungen des zu
schleifenden Gebiets bestimmt werden.
Dabei ist es im Hinblick auf längs der Garnitur auf
tretende Unebenheiten besonders zweckmäßig, wenn jedem dieser
Schleifelemente eine eigene Vorspanneinrichtung zugeordnet
ist, an die es vorzugsweise gelenkig gekoppelt ist.
Zur Herstellung einer transportablen Baueinheit sind
das Schleifelement und die Vorspanneinrichtung sowie wahlweise
auch noch das Anschlagelement und/oder das Betätigungselement
zweckmäßigerweise auf einem Schlitten angeordnet, der an einem
Trägerelement festgelegt und längs einer den Verfahrweg
bestimmenden Führung des Trägerelementes verfahrbar ist. Eine
derartige aus dem Schlitten und dem Trägerelement bestehende
Baueinheit kann mittels entsprechender Halterungen problemlos
an verschiedenartige Karden und Krempel montiert werden.
Zur Ausrichtung einer derartigen Vorrichtung bezüglich
der zu schleifenden Garnitur ist es dabei besonders vorteil
haft, wenn das Trägerelement zusammen mit dem Schlitten in der
Andruckrichtung verstellbar ist.
Die Vorspanneinrichtung der erfindungsgemäßen Schleif
vorrichtung kann besonders einfach in Form einer Schrau
benfeder gebildet werden. Dabei wird ein besonders kompakter
Aufbau erreicht, wenn sich die Schraubenfeder einerseits am
Schleifelement und andererseits am Anschlagelement abstützt.
Eine besonders zuverlässige Nachführung des Schleif
elementes kann erreicht werden, wenn auf dem Schlitten ein der
Führung des Schleifelementes in Andruckrichtung dienendes Füh
rungselement vorgesehen ist.
Zur Verminderung langer Traversierwege ist auch daran
gedacht, längs des zu schleifenden Gebietes mehrere Schleif
elemente anzubringen, die jeweils längs eines Teils des zu
schleifenden Gebietes traversiert werden. Dabei kann jedem
Schleifelement eine eigene Vorspanneinrichtung zugeordnet wer
den, an die es, vorzugsweise gelenkig, gekoppelt ist.
Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf
die Zeichnung, auf die hinsichtlich aller in der Beschreibung
nicht näher herausgestellten Einzelheiten ausdrücklich ver
wiesen wird, erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer
ersten Ausführungsform der Schleifvorrichtung,
Fig. 2 eine teilweise geschnittene Draufsicht auf die
Schleifvorrichtung nach Fig. 1,
Fig. 3 eine längs der Schnittebene III-III in Fig. 1
genommene Schnittansicht der Schleifvorrichtung nach Fig. 1,
Fig. 4 eine Anordnung zum Anbringen der erfindungs
gemäßen Schleifvorrichtung an den Rahmen eines Tambours einer
Karde.
Fig. 5 einen Ausschnitt einer der Fig. 1 entsprechen
den Schnittansicht einer zweiten Ausführungsform einer erfin
dungsgemäßen Schleifvorrichtung,
Fig. 6 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer
dritten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schleifvor
richtung und
Fig. 7 eine längs der Schnittebene IV-IV in Fig. 6 ge
nommene Schnittansicht der dritten Ausführungsform der Erfin
dung.
Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Schleifvor
richtung weist einen zum Schleifen einer Garnitur dienenden
Schleifkopf 10 auf. Der Schleifkopf 10 ist auf einem Schlitten
20 montiert, der an einem Trägerelement 50 festgelegt und
längs einer in dem Trägerelement 50 vorgesehenen Führung 52 in
Richtung des Doppelpfeils 2 verfahrbar ist. Dazu ist der
Schlitten 20 über einem Zahnriemen 56 an einen Schnecken
getriebemotor 54 gekoppelt. Die Bewegungsrichtung des Schlit
tens 20 kann mittels an Endpunkten der Führung 52 angeordneten
elektronischen Endschaltern (nicht dargestellt) umgekehrt wer
den. Auf diese Weise kann der Schleifkopf 10 hin- und herge
hend längs einer Garnitur traversiert werden.
Der Schleifkopf 10 weist ein mit Schrauben 18 am
Schlitten 20 festgelegtes Bodenelement 12 sowie zwei sich etwa
senkrecht zum Bodenelement 12 erstreckende und mit Schrauben
13 bzw. 15 daran festgelegte Wandelemente 14 und 16 auf. Zwi
schen den Wandelementen 14 und 16 ist ein aus einem Halter 24
und einem darauf angebrachten quaderförmigen Schleifstein 26
bestehendes Schleifelement 22 angeordnet. Wie besonders deut
lich der Fig. 2 zu entnehmen ist, erstrecken sich die Wandele
mente 14 und 16 im wesentlichen längs der Führung 52 des Trä
gerelementes 50 und übergreifen die senkrecht zur Führung 52
verlaufenden Seitenflächen des Schleifelementes 22. Auf diese
Weise bilden die Wandelemente 14 und 16 eine Führung für das
dazwischen angeordnete Schleifelement 22.
Das Schleifelement 22 ist mit einem eine Bohrung 11
des Bodenelementes 12 durchdringenden und im Halter 24 auf
genommenen Schraubbolzen 28 in der durch den Pfeil 31 bezeich
neten Richtung verschiebbar am Bodenelement 12 festgelegt. Die
dem Schleifelement 22 abgewandte Begrenzungsfläche des Boden
elementes 12 bildet einen Anschlag für den Schraubbolzenkopf
29 des Schraubbolzens 28 und begrenzt so die Verschiebung des
Schleifelements 22 in der durch den Pfeil 31 bezeichneten
Richtung. Dadurch kann das Schleifelement in seiner Ruhestel
lung fixiert werden. Zwischen dem Bodenelement 12 und dem Hal
ter 24 des Schleifelementes 22 ist eine einerseits an der dem
Schleifelement 22 zugewandten Begrenzungsfläche des Bodenele
mentes 12 und andererseits an der dem Bodenelement 12 zuge
wandten Begrenzungsfläche des Halters 24 anliegende Vorspann
einrichtung in Form einer Schraubenfeder 30 angeordnet. Mit
dieser Vorspanneinrichtung wird das Schleifelement 22 in der
durch den Pfeil 31 bezeichneten Richtung vorgespannt. Auf
diese Weise kann der Schleifstein 26 während einer traversie
renden Bewegung des Schleifkopfes 10 gleichmäßig gegen eine
Garnitur (nicht dargestellt) angedrückt und während des
Schleifvorgangs in der durch den Pfeil 31 bezeichneten Rich
tung nachgeführt werden. Die Nachführung des Schleifelementes
und damit der Abtrag an den Garniturspitzen wird durch die An
zahl der Traversierungen des Schleifelementes über die Garni
tur bestimmt.
Vor Beginn des Schleifvorgangs kann das Schleifelement
22 mit einem aus einem ersten Hebel 34, einem zweiten Hebel 36
und einem den zweiten Hebel 36 mit dem Schraubbolzen 28 ver
bindenden Übertragungselement 33 bestehenden Betätigungs
element 32 gegen die Vorspannkraft der Schraubenfeder 30 von
der Garnitur abgezogen werden. Die maximale Abziehstrecke wird
dabei von einem ein Langloch 37 im zweiten Hebel 36 durchdrin
genden und im Wandelement 16 aufgenommenen Schraubbolzen 38
begrenzt. Dieser Schraubbolzen 38 kann auch, gegebenenfalls
zusammenwirkend mit dem Bodenelement 12, als Anschlag für die
Fixierung des Schleifelementes 22 in der Ruhestellung verwen
det werden.
In Fig. 4 ist eine Anordnung zum Festlegen der in den
Fig. 1 bis 3 dargestellten Schleifvorrichtung am Rahmen 60 des
Tambours einer Karde dargestellt. Die Anordnung weist eine mit
Schrauben 72 am Rahmen 60 festgelegte Halterung 70 auf. An der
Halterung 70 sind Winkelprofile 74 befestigt, an denen Schlit
tenbetten 76 festgelegt sind. In den Schlittenbetten 76 sind
mit Flügelmuttern 80 am Träger 50 befestigte Trägerschlitten
78 aufgenommen. Mit den Schlittenbetten 76 und den Träger
schlitten 78 zugeordneten Verstellmechanismen 82 kann der Trä
ger 50 und damit auch das Schleifelement 22 in Richtung auf
die Garnitur 84 des Tambours zugestellt werden.
Zum Schleifen der Garnitur 84 wird die Halterung 70
zusammen mit dem Trägerelement 50 und dem Schleifkopf 10 bei
stillstehendem Tambour an den Rahmen 60 montiert. Danach wird
das Trägerelement 50 durch Betätigung der Verstellmechanismen
82 mit den in den Schlittenbetten 76 aufgenommenen Schlitten
78 beidseits des Rahmens 60 zugestellt bis der Schleifstein 76
die Garnitur 84 berührt. Dann wird der Schleifstein 26 mit dem
Betätigungselement 32 von der Garnitur abgezogen. Anschließend
kann der Tambour auf seine Produktionsdrehzahl gebracht werden
und das Trägerelement bzw. der Schleifkopf je nach gewünschter
Schleifintensität um weitere 0,5 bis 1 mm in Richtung auf die
Garnitur 84 zugestellt werden. Nach Auslösung des Schlit
tengetriebemotors 54, d. h. nach Beginn der Traversierung des
Schleifkopfs 10 in den durch den Doppelpfeil 2 bezeichneten
Richtungen kann dann der Schleifvorgang durch Lösen des Betä
tigungsmechanismus 32 begonnen werden.
Unter der Wirkung der Vorspannkraft der Feder 30 wird
der Schleifstein 26 während des Schleifvorganges gleichmäßig
in Richtung des Pfeils 31 gegen die Garnitur 84 gedrückt, bis
die gewünschte Schleifintensität erreicht ist. Zum Erhalt des
gewünschten Garniturabtrags traversiert der Schleifkopf 2 bis
10mal über die Garnitur 84. Zum Anpassen der Schleifintensität
können je nach Garniturtyp Vorspanneinrichtungen mit unter
schiedlichen Vorspannkräften eingesetzt werden. Dazu kann bei
spielsweise ein Austausch der Schraubenfeder 30 vorgenommen
werden.
Die in Fig. 5 dargestellte zweite Ausführungsform der
Erfindung ähnelt der anhand der Fig. 1 bis 4 erläuterten er
sten Ausführungsform. Daher werden in Fig. 5 für die Teile,
die den in den Fig. 1 bis 4 angegebenen Teilen entsprechen,
dieselben Bezugszeichen verwendet. Bei der in Fig. 5 darge
stellten Ausführungsform der Erfindung ist das Schleifelement
22, anders als bei der ersten Ausführungsform, mit einem Ku
gelgelenkbolzen 28a am Bodenelement 12 des Schleifkopfs 10
festgelegt. Dazu durchdringt der Kugelgelenkbolzen 28a die
Bohrung 11 des Bodenelements 12, wobei die dem Schleifelement
22 abgewandte Begrenzungsfläche des Bodenelementes 12 einen
Anschlag für den Kugelgelenkbolzenkopf 29a des Kugelgelenkbol
zens 28a bildet, und so die Verschiebung des Schleifelementes
22 in der durch den Pfeil 31 bezeichneten Richtung begrenzt.
An dem dem Kugelgelenkbolzenkopf 29a entgegengesetzten
Ende des Kugelgelenkbolzens 28a ist eine Kugel 128 vorgesehen,
die in einer komplementär dazu ausgebildeten Ausnehmung 124
des Halters 24 aufgenommen ist. Als Vorspanneinrichtung wird
auch bei dieser Ausführungsform eine einerseits an der dem
Schleifelement 22 zugewandten Begrenzungsfläche des Bodenele
ments 12 und andererseits an der dem Bodenelement 12 zugewand
ten Begrenzungsfläche des Halters 24 anliegende Schraubenfeder
30 benutzt. Durch die mit der Kugel 128 und der dazu komple
mentären Ausnehmung 124 hergestellte Festlegung des Schleif
elementes 22 am Kugelgelenkbolzen 28a wird dem Schleifelement
22 eine durch die Doppelpfeile 31 angedeutete Drehbewegung er
möglicht. Mit dieser Drehbewegung können längs des Traver
sierweges des Schleifkopfs 10 auftretende Garniturunebenheiten
ausgeglichen werden.
Die in den Fig. 6 und 7 dargestellte vierte
Ausführungsform der Erfindung weist drei längs der Drehachse
250 eines Tambours einer Karde nebeneinander angeordnete
Schleifelemente 222 auf. Jedes der Schleifelemente 222 ist mit
einem den Boden 212 eines Trägerelementes 210 durchdringenden
Kugelgelenkbolzen 228 gelenkig an das Trägerelement 210 gekop
pelt. Jedem der Schleifelemente 222 ist eine zur Vorspannung
des entsprechenden Schleifelementes 222 in der durch den Pfeil
231 bezeichneten Richtung dienende Schraubenfeder 230 zugeord
net. Die Schraubenfedern liegen einerseits an der dem
entsprechenden Schleifelement 222 zugewandten Begrenzungsflä
che des Bodens 212 und andererseits an der dem Boden 212 zuge
wandten Begrenzungsfläche des entsprechenden Schleifelementes
222 an.
Zur Bearbeitung der auf den Tambour aufgezogenen Gar
nitur sind die Schleifelemente 222 zusammen mit dem Trägerele
ment 210 längs der Drehachse 250 des Tambours hin und her ge
hend traversierbar, wie durch den Doppelpfeil 202 angedeutet.
Dazu ist an einem Ende des Trägerelementes 210 ein sich im we
sentlichen senkrecht zur Drehachse 250 des Tambours er
streckendes Langloch 214 gebildet, in dem eine Exzenterscheibe
256 aufgenommen ist. Die Exzenterscheibe 256 ist exzentrisch
an einer Abtriebswelle 258 eines Getriebemotors 254 befestigt.
Auf diese Weise kann durch Drehen der Exzenterscheibe 256 mit
dem Getriebemotor 254 die durch den Doppelpfeil 202 angedeu
tete Traversierbewegung des Trägerelementes 210 und damit auch
der Schleifelemente 222 bewirkt werden.
Das Trägerelement 210 ist zusammen mit den Schleifele
menten 222 an beidseits des Tambours angeordneten und am Kar
denrahmen montierten Zustellschlitten 278 festgelegt. Durch
Betätigung von den Zustellschlitten 278 zugeordneten Rändel
schrauben 279 kann das Trägerelement 210 und damit auch die
Schleifelemente 222 in Richtung auf die Garnitur des Tambours
zugestellt und davon abgezogen werden, wie durch die Doppel
pfeile 280 angedeutet.
Das Trägerelement 210 ist bezüglich der Zustellschlit
ten 278 in den durch den Doppelpfeil 280 angedeuteten Richtun
gen verschiebbar, so daß es unabhängig von einer Betätigung
der Rändelschrauben 279 von der zu schleifenden Garnitur abge
hoben werden kann. Dazu sind am Boden 212 des Trägerelementes
210 beidseits des Tambours mit Einbuchtungen 282 versehene Ab
ziehblöcke 284 vorgesehen. In den Abziehblöcken sind sich etwa
senkrecht zur Drehachse 250 und etwa senkrecht zur Längsachse
des Langlochs 214 erstreckende Einbuchtungen 282 ausgebildet,
in denen exzentrisch an einer sich parallel zur Drehachse 250
erstreckenden Exzenterwelle 288 befestigte Exzenterscheiben
286 aufgenommen sind. Ein Hebel 290 ist drehfest an einem Ende
der Exzenterwelle 288 montiert. Wenn die Exzenterscheiben 286
mit der Exzenterwelle 288 in der durch den Pfeil 292 angedeu
teten Richtung aus der in den Fig. 6 und 7 dargestellten Stel
lung gedreht werden, wird das Trägerelement 212 und damit auch
die Schleifelemente 222 in der durch den Pfeil 294 angedeute
ten Richtung von der Garnitur des Tambours abgehoben. Auf
diese Weise können sämtliche Schleifelemente 222 durch einfa
che Drehung der Exzenterwelle 288 gleichzeitig von der
Tambourgarnitur abgezogen werden. Damit wird ein in dem be
reits für die erste Ausführungsform der Erfindung erläuterten
Schleifverfahren ähnliches Schleifverfahren ermöglicht, bei
dem die Schleifelemente 222 zunächst durch Betätigung der Rän
delschrauben 279 zugestellt werden, bis sie die Garnitur des
Tambours berühren, dann durch Drehen der Exzenterwelle 288 mit
dem Hebel 290 von der Garnitur abgezogen werden, wonach der
Tambour auf seine Produktionsdrehzahl gebracht wird und das
Trägerelement bzw. der Schleifkopf je nach gewünschter
Schleifintensität um weitere 0,5 bis 1 mm in Richtung auf die
Garnitur zugestellt werden, worauf schließlich der Schleifbe
trieb durch Auslösen des Getriebemotors 254 und Lösen des He
bels 250 aufgenommen wird.
Durch Verwendung mehrerer längs der Drehachse 250 des
Tambours nebeneinander angeordneter Schleifelemente 222 kann
die Garnitur des Tambours mit einem Traversierweg von nur etwa
10 mm vollständig geschliffen werden. Dazu können anstelle der
in Fig. 6 dargestellten drei Schleifelemente 222 etwa 20
Schleifelemente längs der Drehachse 250 des Tambours vorgese
hen sein.
Claims (19)
1. Vorrichtung zum Schleifen einer auf einem Träger auf
gezogenen Garnitur (84) mit einem Schleifelement (22; 222) und
einem zum Andrücken des Schleifelements (22; 222) gegen die
Garnitur (84) dienenden Zustellelement (76, 78, 82; 278, 279),
dadurch gekennzeichnet, daß das Zustellelement (76, 78, 82;
278, 279) eine während des Schleifvorganges zur selbsttätigen
Nachführung des Schleifelementes (22; 222) in Andruckrichtung
dienende, vorzugsweise elastisch verformbare, Vorspanneinrich
tung (30; 230) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein
zur Fixierung des Schleifenelements (22) in einer Ruhestellung
dienendes Anschlagelement (12, 38).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet
durch ein zum Abziehen des Schleifelementes (22) von der Gar
nitur (84) dienendes Betätigungselement (32; 288, 290).
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schleifelement (22; 222) wäh
rend des Schleifvorgangs längs eines quer zur Andruckrichtung
verlaufenden Verfahrweges verfahrbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorspanneinrichtung (30; 230) zusammen mit dem
Schleifelement (22; 222) längs des Verfahrweges verfahrbar
ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Schleifelement (22; 222) ge
lenkig, vorzugsweise über ein Kugelgelenk (124, 128) an die
Vorspanneinrichtung (30) gekoppelt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verfahrrichtung während des Schleifvorganges
an Endpunkten des Verfahrweges umkehrbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schleifelement (22) die Vorspann
einrichtung (30) das Anschlagelement (12, 38) und das Betäti
gungselement (32) auf einem Schlitten (20) angeordnet sind,
der an einem Trägerelement (50) festgelegt und längs einer den
Verfahrweg bestimmenden Führung (52) des Trägerelements (50)
verfahrbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Trägerelement (50) zusammen mit dem Schlitten (20) in
der Andruckrichtung (31) verstellbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspanneinrichtung eine
Schraubenfeder (30) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schraubenfeder (30) sich einerseits am
Schleifelement (22) und andererseits am Anschlagelement (12)
abstützt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß auf dem Schlitten ein der Führung des
Schleifelementes (22) in Andruckrichtung dienendes Führungs
element (14, 16) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß längs des zu schleifenden Gebietes
mehrere Schleifelemente (222) angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Schleifelement (222) eine Vorspanneinrichtung (230)
zugeordnet ist, an die es, vorzugsweise gelenkig, angekoppelt
ist.
15. Verfahren zum Schleifen einer auf einem Träger auf
gezogenen Garnitur, bei dem ein Schleifelement gegen die Gar
nitur angedrückt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Schlei
felement während des Schleifvorganges mit einer vorzugsweise
elastisch verformbaren Vorspanneinrichtung selbsttätig in An
druckrichtung nachgeführt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bewegung des Schleifelementes in Vorspannrichtung von
einem Anschlagelement begrenzt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schleifelement in einem vorbereitenden Schritt an die
Garnitur angelegt, dann gegen die Vorspannkraft der Vorspann
einrichtung von der Garnitur abgezogen, der Träger in eine Um
laufbewegung versetzt und das Schleifelement dann zur Ausfüh
rung des Schleifvorgangs freigegeben und von der Vorspannein
richtung gegen die mit dem Träger umlaufende Garnitur ange
drückt wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schleifelement während des Schleif
vorganges längs eines quer zur Andruckrichtung verlaufenden
Verfahrweges verfahren wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verfahrrichtung an Endpunkten des Verfahrweges um
gekehrt wird.
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