DE19601732C1 - Meßstab und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Meßstab und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Meßstab, insbesondere Ölmeßstab,
mit einem stabförmigen Element, an dessen einem Ende ein
Griffstück und an dessen anderem Ende eine Meßzunge angeordnet
ist, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen
Meßstabes
Meßstäbe werden in unterschiedlichen Ausgestaltungen und aus
unterschiedlichen Materialien, die sich insbesondere nach dem
Einsatzbereich richten, zur Messung des Standes von Flüssig
keiten in Behältnissen verwendet. Ölmeßstäbe dienen bei
Motoren insbesondere zur Prüfung des Ölstandes im Motorgehäuse
und Getriebe. Hierzu müssen sie insbesondere korrosions-, öl-,
benzin- und temperaturbeständig sein.
Die bekannten Meßstäbe bestehen üblicherweise aus einem Flach-
bzw. Rundstahl. Die Griffstücke und die Meßzonen bestehen
heutzutage üblicherweise aus Kunststoff. Um diesen jedoch auf
dem Stahl aufbringen zu können, d. h. dem Kunststoff eine
ausreichende Haftung auf Stahl zu verleihen, müssen in dem
Metallstab zuvor Aussparungen angebracht werden. Dies ist
nicht nur aufwendig und damit kostenintensiv, sondern birgt
die Gefahr, daß bei unsachgemäßer Verarbeitung keine sichere
Haftung des Kunststoffs an dem Metallstab gewährleistet werden
kann. Als Minimal- und Maximalmarkierungen für den Ölstand
werden üblicherweise Kerben oder Aufträge an dem Drahtstab
angebracht, was dessen Kosten weiter erhöht und im Fall der
Kerben außerdem zu Bruchstellen führen kann. Der Flach- bzw.
Rundstahl hat darüber hinaus auch noch die Nachteile, daß er
rosten und in dem Motor ggf. auch klappern kann.
Aus dem DE-U 82 10 424 ist ein Pegelstab mit einem Griffstück
und einer Meßzunge bekannt, wobei das stabförmige Element des
Meßstabes aus glasfaserverstärktem Nylon besteht. Zur
Verstärkung des Nylons werden der flüssigen Masse vor der
Ausformung des stabförmigen Elements Glasfasern beigemengt,
die die Festigkeit des Stabelements erhöhen sollen. Die
Verwendung von Thermoplasten, wie Nylon, bereitet aber beim
Einsatz in Motoren Probleme, da es aufgrund der hohen
Temperaturen in Teilbereichen zu Anschmelzungen kommen kann.
Die DE 35 17 185 A1 beschreibt einen Meßstab zur Ölstandskon
trolle, der aus einem Führungsrohr mit darin aufgenommenem
Schwimmer besteht. Das Führungsrohr verbleibt in Einführ
stutzen der Ölwanne, während ein über einen Glasfaserstrang
fest mit dem Schwimmer verbundener Positionsgeber in einem
transparenten Skalenzylinder am oberen Ende des Führungsrohrs
gleitet. Diese Anordnung will das Herausziehen des Meßstabes
gerade vermeiden und unterscheidet sich daher grundlegend von
dem gattungsgemäßen Meßstab.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Meßstab der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, daß er leichter herstell
bar und insbesondere gegenüber hohen Temperaturen und
Biegebeanspruchungen widerstandsfähiger ist.
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Der durchgehende Strang aus
Glasfaser verleiht dem Meßstab eine erheblich höhere Festig
keit als die Anordnung einzelner Glasfasern in der Kunststoff
masse. Gleichzeitig ist eine hohe Biegsamkeit gewährleistet,
die dem Konstrukteur mehr Positioniermöglichkeiten gibt.
Gegenüber den herkömmlichen Drahtstäben ist das Gewicht des
Ölmeßstabes deutlich reduziert.
Wird, wie bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
vorgesehen, als Kunststoff zur Ummantelung des Glasfaser
stranges ein Duroplast verwendet, so ist auch von einer
wesentlich höheren Temperaturbeständigkeit des Meßstabes
auszugehen. Der Meßstab weist zudem nicht nur eine besonders
hohe mechanische Festigkeit bei geringem Gewicht auf, sondern
er ist auch weit über das übliche Maß öl-, chemikalien- und
korrosionsbeständig.
Ein ganz erheblicher Vorteil des durch eine Glasfaserseele
verstärkten Kunststoffmeßstabes liegt darin, daß sich das
Griffstück und die Meßzunge, die erfindungsgemäß aus einem
Thermoplast, insbesondere Polyamid, bestehen, problemlos auf
den Kunststoffstab aufspritzen lassen, wobei sich der Thermo
plast mit dem Kunststoffstab, insbesondere aus Duroplast,
zumindest teilweise verbindet. Hierfür braucht der Kunststoff
stab nicht gesondert vorbehandelt zu werden. Auch lassen sich
das Griffstück und die Meßzunge mittels eines Spritzgußauto
maten gleichzeitig auf dem stabförmigen Element des Meßstabes
aufbringen, womit die Herstellung noch effizienter und kosten
günstiger erfolgen kann.
Durch die Verwendung von Kunststoff sowohl für den eigentli
chen Meßstab als auch für das Griffstück lassen sich in
einfacher Weise Gummidichtungen oder Elastomere als Dicht
elemente auf dem Meßstab oder an dem Griffstück aufbringen.
Dies kann durch Vulkanisieren oder durch Montieren erfolgen.
Die Dichtelemente dienen dazu, die den Meßstab aufnehmende
Meßöffnung nach außen abzudichten, was insbesondere bei
Ölmeßstäben notwendig ist.
Die Meßstäbe lassen sich erfindungsgemäß besonders einfach und
kostengünstig herstellen, wenn sie einen im wesentlichen
runden Querschnitt aufweisen. Derartige Rundprofile lassen
sich in großen Längen herstellen, und die eigentlichen
Meßstäbe brauchen nur noch in der gewünschten Länge abgelängt
zu werden.
Durch die Temperaturbeständigkeit des für den Meßstab
verwendeten mit einer Glasfaserseele verstärkten Kunststoffes
erfährt auch die aus einem Thermoplast bestehende Meßzunge
keine Längenausdehnung infolge von Temperaturschwankungen, so
daß die Minimum- und Maximummarkierungen auf der Meßzunge
keine Veränderungen erfahren.
Die Herstellung des Meßstabes erfolgt erfindungsgemäß, indem
zunächst ein Glasfaserstrang hergestellt wird, der anschlie
ßend mit einem Kunststoff, insbesondere einem Duroplast oder
Thermoplast, ummantelt wird, bevor ein Griffteil und/oder eine
Meßzunge aufgebracht, bspw. aufgespritzt werden.
Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der
Erfindung ergeben sich auch aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen und der Zeichnung. Dabei bilden alle
beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für
sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der
Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung zu den
Ansprüchen oder mehreren deren Rückbeziehung.
Es zeigen:
Fig. 1 einen im Längsschnitt dargestellten Ölmeßstab gemäß
der vorliegenden Erfindung,
Fig. 1A eine vergrößerte geschnittene Darstellung des
Details A in Fig. 1 und
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung der Spitze eines
Meßstabs gemäß einer zweiten Ausführungsform der
Erfindung.
Der in Fig. 1 dargestellte Ölmeßstab 1 besteht aus einem
federelastischen stabförmigen Element 2, an dessen einem Ende
ein Griffstück 3 und an dessen anderem Ende eine Meßzunge 4
angeordnet ist. Das stabförmige Element 2 ist als Rundprofil
ausgebildet und besteht, wie insbesondere aus Fig. 1A
ersichtlich, aus einem Glasfaserstrang 5, der mit einer Umman
telung 6 aus Kunststoff, insbesondere einem Duroplast, verse
hen ist. Es ist jedoch auch möglich, statt des Duroplasts ein
geeignetes thermoplastisches Material zu verwenden, soweit die
Anforderungen an die Temperaturbeständigkeit gewährleistet
sind.
Sowohl das Griffstück 3 als auch die Meßzunge 4 bestehen aus
einem Thermoplast und sind mittels eines nicht dargestellten
Spritzgußautomaten auf die beiden Enden des stabförmigen
Elementes 2 aufgespritzt.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht das Griff
stück 3 aus dem eigentlichen Griff 7 und einer glockenförmigen
Aufnahme 8, deren innere Stirnfläche 9 an der oberen Kante der
nicht dargestellten Einlaßöffnung für den Ölmeßstab 1 im Motor
zur Anlage kommt. Im Bereich der Aufnahme 8 ist auf einem
Schaftabschnitt 10 des Griffstücks 4 eine längliche Gummidich
tung 11 aufgesteckt oder durch Vulkanisieren aufgebracht. Die
Gummidichtung 11 weist zwei ringförmige Dichtlippen 12 auf,
die verhindern, daß Flüssigkeit aus dem den Ölmeßstab 1
aufnehmenden nicht dargestellten Steigrohr im Motor nach oben
herausgedrückt wird. Anstatt der Dichtlippen 12 können auch
O-Ringe verwendet werden, die in nicht dargestellten Nuten im
Griffstück angeordnet sind. Nach vorne läuft das Griffstück
3 in einem kegelförmigen Abschnitt 13 aus, der das Einführen
des Ölmeßstabes 1 in das Steigrohr des Motors erleichtert.
Die auf dem vorderen Ende des Ölmeßstabes 1 aufgespritzte
Meßzunge 4 weist zwei umlaufende Vertiefungen 14 und 15 auf,
die als Minimum- und Maximummarkierungen dienen. Um das
Einführen des Ölmeßstabes 1 zu erleichtern und gleichzeitig
zu verhindern, daß die Ölstandsanzeige beim Herausziehen des
Ölmeßstabes aus dem Motor verfälscht wird, weist die Meß
zunge 4 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel zwei kugel
förmige Abschlußkörper 16 auf. Es kann aber auch nur ein
kugel- oder flügelförmiges Distanzelement vorgesehen sein.
Bei der in Fig. 2 dargestellten zweiten Ausführungsform der
Erfindung ist auf das stabförmige Element 2 keine gesonderte
Meßzunge aufgespritzt, sondern die Minimum- und Maximummarkie
rungen zur Messung des Ölstandes werden durch direkt in die
Duroplast-Ummantelung 6 des Meßstabes 1 eingebrachte Vertie
fungen 17, 18 gebildet. In sonstiger Hinsicht entspricht das
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 dem gemäß Fig. 1.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen Meßstabes 1 erfolgt,
indem zunächst ein Glasfaserstrang in der gewünschten Länge
oder als Endlosstrang hergestellt und anschließend mit dem
entsprechenden Kunststoff, insbesondere Duroplast oder
Thermoplast, ummantelt wird. Auf das ggf. durch entsprechend
Ablängung des Endlosstranges gebildete stabförmige Element 2
wird nun in einem Spritzgußautomaten das Griffstück 3 und ggf.
die Meßzunge 4 aufgespritzt.
Der aus einem durch eine Glasfaserseele verstärkten Kunststoff
bestehende Meßstab ist gegenüber den herkömmlichen, aus einem
Flach- bzw. Rundstahl bestehenden Meßstäben nicht nur
wesentlich leichter, sondern auch elastischer und gegen
Korrosion und Chemikalien widerstandsfähiger. Das duroplasti
sche Material ist zudem ausgesprochen temperaturresistent und
kann daher auch bei Motoren von Verbrennungskraftmaschinen
eingesetzt werden. Der federelastische Meßstab 1 läßt sich
einfach in einer Öffnung im Motorraum einbringen, ohne daß er
verkantet. Da der aus dem stabförmigen Element 2, dem
Griffstück 3 und der Meßzunge 4 bestehende Ölmeßstab 1
vollständig aus Kunststoff besteht, klappert dieser auch
nicht. Die insbesondere durch Aufvulkanisieren aufgebrachten
Gummidichtungen 11 sorgen darüber hinaus für einen dichten
Sitz in der Motoröffnung.
Bezugszeichenliste
1 Meßstab
2 stabförmiges Element
3 Griffstück
4 Meßzunge
5 Glasfaserstrang
6 Ummantelung
7 Griff
8 Aufnahme
9 Stirnfläche
10 Schaftabschnitt
11 Gummidichtung
12 Dichtlippen
13 kegelförmiger Abschnitt
14 Vertiefung
15 Vertiefung
16 Abschlußkörper
17 Vertiefung
18 Vertiefung.
2 stabförmiges Element
3 Griffstück
4 Meßzunge
5 Glasfaserstrang
6 Ummantelung
7 Griff
8 Aufnahme
9 Stirnfläche
10 Schaftabschnitt
11 Gummidichtung
12 Dichtlippen
13 kegelförmiger Abschnitt
14 Vertiefung
15 Vertiefung
16 Abschlußkörper
17 Vertiefung
18 Vertiefung.
Claims (10)
1. Meßstab, insbesondere Ölmeßstab, mit einem stabförmigen
Element (2), an dessen einem Ende ein Griffstück (3) und an
dessen anderem Ende eine Meßzunge (4) angeordnet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß das stabförmige Element (2) einen Strang
(5) aus Glasfaser aufweist, der mit einem Kunststoff ummantelt
ist.
2. Meßstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kunststoff ein Duroplast oder Thermoplast ist.
3. Meßstab nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Griffstück (3) und/oder die Meßzunge (4) aus Kunst
stoff bestehen, welcher auf das stabförmige Element (2)
aufgespritzt ist.
4. Meßstab nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Griffstück (3) und/oder die Meßzunge (4) aus einem Thermo
plast, insbesondere Polyamid, bestehen.
5. Meßstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß wenigstens ein Dichtelement im Bereich des
Griffstücks (3) angeordnet ist, und daß das Dichtelement aus
einer auf dem stabförmigen Element (2) und/oder dem Griffstück
(3) aufgebrachten Gummi- oder Elastomerdichtung (11) besteht.
6. Meßstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das stabförmige Element (2) einen im
wesentlichen runden Querschnitt aufweist.
7. Meßstab nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Meßzunge (4) umlaufende Vertiefun
gen (14, 15; 17, 18) als Markierungen, insbesondere Minimum-
und Maximummarkierungen, ausgebildet sind.
8. Verfahren zur Herstellung eines Meßstabes nach einem der
Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst ein
Glasfaserstrang (5) hergestellt wird, der anschließend mit
einem Kunststoff ummantelt wird, bevor ein Griffteil (3)
und/oder eine Meßzunge (4) aufgebracht werden.
9. Verfahren zur Herstellung eines Meßstabes nach Anspruch
8, dadurch gekennzeichnet, daß als Ummantelungskunststoff ein
Duroplast oder ein Thermoplast verwendet wird.
10. Verfahren zur Herstellung eines Meßstabes nach Anspruch
8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Griffteil (3)
und/oder die Meßzunge (4) auf den ummantelten Glasfaserstrang
(5) aufgespritzt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996101732 DE19601732C1 (de) | 1996-01-19 | 1996-01-19 | Meßstab und Verfahren zu seiner Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996101732 DE19601732C1 (de) | 1996-01-19 | 1996-01-19 | Meßstab und Verfahren zu seiner Herstellung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19601732C1 true DE19601732C1 (de) | 1997-05-28 |
Family
ID=7783103
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|---|---|---|---|
| DE1996101732 Expired - Lifetime DE19601732C1 (de) | 1996-01-19 | 1996-01-19 | Meßstab und Verfahren zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19601732C1 (de) |
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- 1996-01-19 DE DE1996101732 patent/DE19601732C1/de not_active Expired - Lifetime
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| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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