DE19543445C1 - Automatische Dekompressionsvorrichtung für ventilgesteuerte Brennkraftmaschinen - Google Patents
Automatische Dekompressionsvorrichtung für ventilgesteuerte BrennkraftmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine automatische Dekompressionsvorrichtung für
ventilgesteuerte Brennkraftmaschinen nach der Gattung des Hauptanspruches.
Eine derartige automatische Dekompressionsvorrichtung ist beispielsweise aus der
US-A 4,453,507 bekannt. An der Nockenwelle zur Betätigung eines Gaswechselventils
der Brennkraftmaschine ist ein im wesentlichen U-förmig ausgebildeter
Dekompressionshebel schwenkbar gelagert, dessen Schwenkachse senkrecht zur
Drehachse der Nockenwelle angeordnet ist. Die Schwenkachse liegt dabei im mittleren
Bereich der beiden parallelen Schenkel des Dekompressionshebels, so daß zwei
Hebelarme ausgebildet sind. Diese Hebelarme sind in ihrer Größe und
Massenverteilung so gestaltet, daß der Hebel unterhalb einer bestimmten Drehzahl in
eine erste mit dem Gaswechselventil zusammenwirkende Schaltstellung bewegt wird.
In dieser Schaltstellung wird eine automatische Dekompression durch entsprechende
Betätigung des Gaswechselventils ausgelöst. Wird eine vorgegebene Drehzahl der
Nockenwelle überschritten, wird der Dekompressionshebel aufgrund der einwirkenden
Fliehkräfte so in seine zweite Schaltstellung verschwenkt, daß keine Wirkverbindung
mehr zwischen diesem und dem Gaswechselventil besteht, und letzteres nur noch
durch die Einwirkung des Nockens der Nockenwelle betätigt wird. In die erste
(Dekompressions-)Schaltstellung wird der Dekompressionshebel aufgrund der Wirkung
der Schwerkraft verschwenkt. Der Gesamtschwerpunkt des Dekompressionshebels
liegt dazu relativ weit vom Drehpunkt bzw. von der Drehachse entfernt. Dies führt im
Betrieb der Brennkraftmaschine jedoch dazu, daß eine genau definierte Schaltdrehzahl
bzw. ein definierter Schaltzustand nicht ohne weiteres einzustellen ist. Die
Schwerkrafteinflüsse auf den Dekompressionshebel sind abhängig von der Drehlage
der Nockenwelle. Befindet sich der Gesamtschwerpunkt des Dekompressionshebels
oberhalb der Drehachse, verursacht die Schwerkraft eine Schwenkbewegung in die
Kompressions-Schaltrichtung. Befindet sich der Gesamtschwerpunkt des
Dekompressionshebels jedoch unterhalb der Drehachse, verursacht die Schwerkraft
eine Schwenkbewegung in die entgegengesetzte Richtung. Dies führt dazu, daß der
Dekompressionshebel bei Drehzahlen im Bereich der Schaltdrehzahl
Pendelbewegungen ausführt, so daß ein definiertes Schalten erst weit unterhalb bzw.
weit oberhalb der vorgegebenen Schaltdrehzahl erfolgt.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine automatische
Dekompressionsvorrichtung für ventilgesteuerte Brennkraftmaschinen dahingehend zu
verbessern, daß der Schaltvorgang definiert innerhalb eines sehr engen
Drehzahlbereiches ausgeführt wird und Pendelbewegungen des
Dekompressionshebels und damit die Bandbreite der Drehzahlen mit undefinierten
Schaltzuständen verringert werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Hauptanspruches gelöst. Durch Anordnung des Gesamtschwerpunktes des
Dekompressionshebels nahe der Drehachse bzw. auf ihr wird der Einfluß
der Schwerkraft auf die Schaltbewegung verringert bzw. ausgeschlossen. Eine
drehlagenabhängige Bewegung des Dekompressionshebels wird verhindert, so daß
daraus resultierende Pendelbewegungen ausgeschlossen sind.
Die Kraft zur Verstellung des Dekompressionshebels gegen die Wirkung der Fliehkraft
kann dabei auf vorteilhafte Weise durch ein Federelement aufgebracht werden. Wird
dieses Federelement so angeordnet, daß sein Schwerpunkt zumindest annähernd auf
der Nockenwellenachse liegt, wird der Einfluß der Fliehkraft und der Gewichtskräfte auf
die Federkennung oder die Reibung der Feder in ihrer Führung minimiert bzw.
ausgeschlossen.
Der Dekompressionshebel kann auf vorteilhafte Weise etwa bügelförmig ausgebildet
werden, wobei die beiden freien Bügelenden den einen und der diese verbindende
Bügelsteg den anderen Hebelarm bilden. Damit läßt sich eine raumsparende und in
bzw. an die Nockenwelle integrierbare Hebeleinrichtung erstellen, die ohne
zusätzlichen Mehraufwand innerhalb des Zylinderkopfes eingebaut werden kann.
Ein definiertes Schalten bzw. ein definiertes Verstellen des Dekompressionshebels bei
einer Schaltdrehzahl der Nockenwelle ergibt sich, wenn die Winkelhalbierende des von
der Verbindungslinie der Einzelschwerpunkte der Hebelarme überstrichenen
Schwenkbereiches einerseits und die Nockenwellenachse andererseits einen Winkel von
höchstens 45° einschließen. Bei einer derartigen Anordnung ist sichergestellt, daß
die bei der Schwenkbewegung sich ändernden Hebelarme bzw. Drehradien so
zueinander im Verhältnis stehen, daß bei gleicher Drehzahl das von der Fliehkraft
erzeugte Drehmoment im ausgerückten Zustand des Dekompressionshebels größer
ist als im eingerückten Zustand. Damit wird ein sicheres Verschwenken des
Dekompressionshebels bei Erreichen bzw. Überschreiten der Schaltdrehzahl
sichergestellt. Ein undefiniertes Pendeln wird verhindert.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen und der Beschreibung.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der nachfolgenden Beschreibung und
Zeichnung näher erläutert. Letztere zeigt in
Fig. 1 eine Explosionsdarstellung der Nockenwelle und des Dekompressionshebels,
Fig. 2 eine Ansicht der Dekompressionsvorrichtung, teilweise im Schnitt und
Fig. 3 einen Längsschnitt durch die Nockenwelle und den Dekompressionshebel.
Im Zylinderkopf 1 einer nicht näher dargestellten Brennkraftmaschine ist ein
Gaswechselventil 2 angeordnet, das in diesem Ausführungsbeispiel über einen als
Zwischenmittel 3 dienenden Tassenstößel vom Nocken 4 einer Nockenwelle 5 in an
sich bekannter Weise betätigt wird. An der Nockenwelle 5 ist ein
Dekompressionshebel 6 schwenkbar gelagert, der in der in Fig. 2 dargestellten ersten
Endstellung seiner Schwenkbewegung mit dem Tassenstößel 3 bzw. dem
Gaswechselventil 2 zusammenwirkt.
Zur Aufnahme des Dekompressionshebels 6 weist die Nockenwelle 5 in diesem
Ausführungsbeispiel drei nebeneinander angeordnete Vertiefungen 7 bis 9 und zwei
abgeflachte Bereiche 10, 11 auf. Die erste Vertiefung 7 liegt im Grundkreisbereich 12
des Nockens 4. Diese schließt sich an die Vertiefung 8 an, die von der dritten
Vertiefung 9 ausgeht. Die abgeflachten Bereiche 10, 11 liegen parallel zueinander auf
beiden Seiten der Nockenwellenachse 13 und gehen jeweils vom Grund der
Vertiefungen 8, 9 aus und verlaufen etwa senkrecht dazu. Im Bereich der mittleren
Vertiefung 8 verläuft mit Abstand zum Grund der Vertiefung durch die Nockenwelle
eine Bohrung 14, deren Bohrungsachse 15 die Nockenwellenachse 13 rechtwinklig
schneidet. Im Bereich der dritten Vertiefung 9 ist in die Nockenwelle 5 eine weitere
Bohrung 16 eingebracht, die vom Grund der Vertiefung 9 ausgeht und deren
Bohrungsachse 17 die Nockenwellenachse 13 senkrecht schneidet.
Der Dekompressionshebel 6 ist bügelförmig ausgebildet, wobei seine zwei freien
Bügelenden 18,19 durch zwei beabstandete Querstege 20, 21 miteinander
verbunden sind. Der endseitige Quersteg 21 weist darüber hinaus einen nockenartigen
Fortsatz 22 auf, der im zusammengebauten Zustand mit dem Tassenstößel 3
zusammenwirkt. Die beiden freien Bügelenden weisen fluchtende Bohrungen 23, 24
auf, die im zusammengebauten Zustand mit der Bohrung 14 fluchten.
Der Dekompressionshebel 6 ist im zusammengebauten Zustand so in die Nockenwelle
5 eingesetzt, daß - wie zuvor beschrieben - die Bohrungen 23, 24 mit der Bohrung 14
in der Nockenwelle fluchten. Die beiden freien Bügelenden 18, 19 liegen dann parallel
zu den abgeflachten Bereichen 10, 11. Der Dekompressionshebel 6 wird durch einen
Lagerstift 32, der durch die Bohrungen 23, 14 und 24 eingeschoben ist, schwenkbar
an der Nockenwelle gehalten. In die Bohrung 16 ist weiterhin eine Spiralfeder 33
eingesetzt, die sich einerseits am Grund der Bohrung 16 und andererseits am
Quersteg 20 abstützt.
In seiner ersten Schaltstellung (Fig. 2) ist der Dekompressionshebel 6 durch die
Wirkung der Feder 33 so verschwenkt, daß zwei an den freien Bügelenden 18 bzw. 19
ausgebildete Anschlagflächen 25, 26 am Grund der Vertiefung 7 anliegen. Der
nockenförmige Fortsatz 22 wirkt in dieser Schaltstellung mit dem Tassenstößel
zusammen. Die Abmessungen des Quersteges 21 bzw. des nockenförmigen
Fortsatzes 22 sind dabei so bemessen, daß letzterer über den Grundkreis 12 des
Nockens 4 hinausragt, so daß beim Drehen der Nockenwelle 5 der nockenförmige
Fortsatz 22 das Gaswechselventil 2 über den Tassenstößel 3 vom Ventilsitz 31
abhebt.
In der zweiten Schaltstellung des Dekompressionshebels 6 (Fig. 3) liegt der Quersteg
20 am Grund der Vertiefung 9 an. Der nockenförmige Fortsatz 22 des Quersteges 21
ist dabei so verschwenkt, daß der Tassenstößel 3 mit dem Grundkreis 12 und den
übrigen Abschnitten des Nockens 4 zusammenwirkt, ohne in Kontakt mit dem
Dekompressionshebel 6 zu geraten.
Der Dekompressionshebel 6 stellt bezogen auf seine Drehachse, die mit der
Bohrungsachse 15 übereinstimmt, einen zweiarmigen Hebel dar, der durch den
Quersteg 20 und Teile der freien Bügelenden 18, 19 einerseits und durch den
Quersteg 21 und die entsprechenden Abschnitte der freien Bügelenden 18, 19
andererseits gebildet ist. Die Einzelschwerpunkte E1 und E2 der beiden Hebelarme
27, 28 liegen auf einer Verbindungslinie 29, die durch den Drehpunkt bzw. die
Drehachse 15 des Dekompressionshebels 6 verläuft. Die gesamten Massen der
beiden Hebelarme 27, 28 sind so ausgelegt, daß der Gesamtschwerpunkt G des
Dekompressionshebels im Drehpunkt bzw. auf der Drehachse 15 liegt.
Im Betrieb der Brennkraftmaschine wirken auf den Dekompressionshebel 6 aufgrund
der Drehung der Nockenwelle 5 Fliehkräfte, die ein um die Drehachse 15 gerichtetes
Drehmoment auf den Dekompressionshebel wirken lassen, dem ein durch die Kraft
aufgrund der Wirkung der Feder 33 erzeugter Drehmoment entgegengerichtet ist. Das
durch die Wirkung der Feder 33 verursachte Moment ist bei geringen Drehzahlen
größer als das von den Fliehkräften verursachte Moment, so daß der
Dekompressionshebel in seine in Fig. 2 dargestellte erste Schaltstellung gedrückt
wird. In dieser Schaltstellung wirkt der nockenförmige Fortsatz 22 - wie bereits
angeführt - mit dem Tassenstößel 3 zusammen. Mit steigender Drehzahl der
Nockenwelle steigt das durch die Fliehkräfte auf den Dekompressionshebel 6
einwirkende Drehmoment bis dieses das aufgrund der Wirkung der Feder 33
verursachte Drehmoment übersteigt. Der Dekompressionshebel 6 wird gegen die
Wirkung der Feder verschwenkt. Bei dieser Schwenkbewegung wird einerseits der
wirksame Hebelarm geringer, andererseits steigt der für die Fliehkraft maßgebliche
wirksame Radius. Dies führt bei geeigneter Auslegung dazu, daß der
Dekompressionshebel unmittelbar in seine zweite Schaltstellung (Fig. 3) verschwenkt
wird. Die Verbindungslinie 29 der Einzelschwerpunkte E1 und E2 überstreicht dabei
einen Schwenkbereich, der durch die Endstellungen des Dekompressionshebels
begrenzt ist.
Die Verbindungslinie 29 überstreicht zwischen ihren beiden in Fig. 2 und Fig. 3
dargestellten Endstellungen einen Schwenkbereich mit definiertem Schwenkwinkel,
dessen Winkelhalbierende mit 30 bezeichnet ist. Der Schwenkbereich ist durch
entsprechende Anordnung der Endstellungen so ausgelegt, daß die Winkelhalbierende
45° gegenüber der Nockenwellenachse 13 geneigt ist. Dadurch ist sichergestellt, daß
bei Erreichen der Schaltdrehzahl in der ersten Schaltstellung des
Dekompressionshebels der für die Höhe der Fliehkraft maßgebliche Radius nach dem
Einleiten der Schwenkbewegung stärker zunimmt als sich der wirksame Hebelarm
verringert. Damit ist bei Erreichen bzw. Überschreiten dieser Drehzahl ein durch die
Veränderung von Radius und Hebelarm unterstütztes, sicheres Verschwenken in die
zweite Endstellung sichergestellt. Befindet sich der Dekompressionshebel in seiner
zweiten Schaltstellung (Fig. 3) und wird die Schaltdrehzahl erreicht bzw. unterschritten,
ändert sich die Relation zwischen Radius und Hebelarm in umgekehrter Weise, so daß
die Schwenkbewegung in Richtung erster Schaltstellung unterstützt wird.
Es ist ebenfalls möglich, die Lage der Winkelhalbierenden so zu wählen, daß der
Winkel zwischen dieser und der Nockenwellenachse kleiner als 45° ist. Damit ist
gewährleistet, daß bei Einleiten der Schwenkbewegung aus der ersten Schaltstellung
der für die Fliehkraft maßgebliche Radius stärker zunimmt, als der wirksame Hebelarm
abnimmt. Ein sicheres Verschwenken bei einer definierten Drehzahl ist damit
sichergestellt.
Claims (5)
1. Automatische Dekompressionsvorrichtung für ventilgesteuerte
Brennkraftmaschinen mit mindestens einer Nockenwelle (5) zur Betätigung von
Gaswechselventilen (2) und einem mit mindestens einem Gaswechselventil
zusammenwirkenden Dekompressionshebel (6) mit mindestens zwei Hebelarmen
(27, 28), der auf einer Drehachse (15) an der Nockenwelle gelagert ist und durch die
aufgrund der Drehbewegung der Nockenwelle auftretenden Fliehkräfte aus einer
ersten Schaltstellung in eine zweite Schaltstellung verdrehbar ist, wobei die
Nockenwellenachse (13) und die Drehachse (15) etwa senkrecht aufeinander stehen,
dadurch gekennzeichnet, daß der Gesamtschwerpunkt (G) des Dekompressionshebels
auf der Drehachse liegt bzw. ihr unmittelbar benachbart ist.
2. Automatische Dekompressionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Dekompressionshebel (6) etwa bügelförmig ausgebildet ist.
3. Automatische Dekompressionsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Dekompressionshebel (6) gegen die Wirkung der Fliehkräfte
von einem Federelement (33) beaufschlagt wird, dessen Schwerpunkt zumindest
annähernd auf der Nockenwellenachse (13) liegt.
4. Automatische Dekompressionsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Federelement (33) eine radial in der Nockenwelle (5) geführte
Spiralfeder ist.
5. Automatische Dekompressionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Winkelhalbierende (30) des von der Verbindungslinie (29) der
Einzelschwerpunkte (E1, E2) der Hebelarme (27, 28) überstrichenen
Schwenkbereiches und die Nockenwellenachse (13) einen Winkel von höchstens 45°
einschließen.
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| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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