DE19542447A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Dampfsterilisieren eines gespülten Behälters, insbesondere eines KEG-Fasses für Bier oder dergleichen, vor einer Getränkebefüllung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Dampfsterilisieren eines gespülten Behälters, insbesondere eines KEG-Fasses für Bier oder dergleichen, vor einer GetränkebefüllungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Dampfsterilisieren
eines gespülten Behälters, insbesondere eines KEG-Fasses
für Bier oder dergleichen, vor einer Getränkebefüllung,
wobei der Behälter eine behälterbodenseitige Armatur mit
einem in ein Spundloch des Behälterbodens eingesetzten
Armaturengehäuse, einem Steigrohr, einem Dampfventil an der
Unterseite des Steigrohres und einem Flüssigkeitsventil in
einem von dem Steigrohr und dem Gehäuse begrenzten
Spaltraum aufweist, wobei durch das Steigrohr Wasserdampf
in den Behälter eingeleitet wird und wobei nach Ablauf
einer vorgegebenen Behandlungszeit der Dampf ausgetrieben
und Kondensat aus dem Behälter abgelassen wird.
Bei der Getränkebefüllung von Containern, Fässern und ande
ren Gebinden werden die zu befüllenden Behälter zunächst
gereinigt, wobei die Reinigung abschließend eine Heißwas
serspülung umfaßt. Durch sterile Druckluft oder Dampf wird
das Wasser anschließend aus dem Behälter herausgedrückt. Es
folgt eine Sterilisation des Behälterinnenraums mit Dampf.
Nach Ablauf einer vorgegebenen Behandlungszeit wird der
Dampf ausgetrieben und in dem Behälter angefallenes
Kondensat abgelassen. Bei Abfüllung von Bier wird der
Behälter mit CO₂ vorgespannt und anschließend befüllt. Die
Befüllung des Behälters erfolgt über Kopf, wie in DE-C 36 00 301
beschrieben. Auch während der vorausgehenden
Behandlungen befindet sich der Behälter in einer
Überkopfstellung.
Treten Betriebsstörungen während der Reinigung und Heißwas
serspülung auf, so besteht die Gefahr, daß Chemikalienreste
in dem zu befüllenden Behälter verbleiben und in das darin
abgefüllte Getränk gelangen. Abgesehen von einer gesund
heitlichen Gefährdung durch Chemikalienreste können bei
spielsweise alkalische Rückstände bei Bier eine Ausflockung
bewirken.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs
beschriebene Verfahren so weiter auszubilden, daß eine
Verunreinigung des in dem Behälter abgefüllten Getränkes
durch Chemikalienreste aus vorausgehenden Behandlungen aus
geschlossen ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß während
der Dampfsterilisation sich bildendes Kondensat durch das
geöffnete Flüssigkeitsventil in die Kondensatsammelkammer
eines an die Armatur angeschlossenen Behandlungskopfes
geleitet und gesammelt wird und daß die Reinheit des in der
Kondensatsammelkammer anfallenden Kondensats gemessen sowie
ein Störsignal abgegeben wird, wenn der Meßwert außerhalb
eines vorgegebenen Toleranzbereiches liegt. Die Erfindung
beruht auf der Erkenntnis, daß etwaige Chemikalienreste im
Kondensat, welches bei der Dampfsterilisation anfällt,
leicht und sicher nachgewiesen werden können. Das hat meh
rere Gründe. Der in den Behälter eingeleitete Dampf beauf
schlagt die gesamte innenseitige Behälteroberfläche und
kondensiert an den kühlen Wandflächen. Das Kondensat be
netzt die Innenfläche des Behälters und läuft an den
Behälterwandungen ab, wobei etwaige anhaftende Chemika
lienreste abgeschwemmt werden. Chemikalienreste finden sich
dadurch weitgehend vollständig im Kondensat wieder, wobei
bei der anfallenden Kondensatmenge die Verdünnung verhält
nismäßig klein ist. Aufgrund der geringen Verdünnung sind
störende Chemikalienreste betriebssicher nachweisbar. Es
versteht sich, daß das Störsignal in einer automatisch
arbeitenden Befüllanlage auch dazu benutzt werden kann, um
den betreffenden Behälter auszuschleusen und/oder die
Abfüllanlage zu stoppen.
Die Messung des Kondensats kann während der Dampfsteri
lisation bereits durchgeführt werden, so daß mit der Kon
densatmessung keine Verzögerung der Getränkeabfüllung
verbunden ist. Als Meßverfahren für die Kondensatmessung
sind bekannte Verfahren einsetzbar. Bevorzugt ist die
Durchführung einer pH-Messung in der Kondensatsammelkammer.
Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur
Durchführung des beschriebenen Verfahrens mit einer behäl
terbodenseitigen Armatur und einem an die Armatur an
schließbaren Behandlungskopf, wobei
die Armatur ein in ein Spundloch des Behälterbodens
eingesetztes Armaturengehäuse, ein in den Behälter
hineinragendes Steigrohr, ein Dampfventil an der
Unterseite des Steigrohrs und ein Flüssigkeitsventil
in einem von dem Steigrohr und dem Armaturengehäuse
begrenzten Spaltraum aufweist,
das Armaturengehäuse eine Kondensatabflußöffnung un mittelbar am Behälterboden aufweist und
der Behandlungskopf eine an den Spaltraum der Armatur anschließende Kondensatsammelkammer und eine in der Kondensatsammelkammer installierte Meßeinrichtung für die Überprüfung der Reinheit des anfallenden Konden sats, vorzugsweise eine pH-Meßeinrichtung, aufweist.
das Armaturengehäuse eine Kondensatabflußöffnung un mittelbar am Behälterboden aufweist und
der Behandlungskopf eine an den Spaltraum der Armatur anschließende Kondensatsammelkammer und eine in der Kondensatsammelkammer installierte Meßeinrichtung für die Überprüfung der Reinheit des anfallenden Konden sats, vorzugsweise eine pH-Meßeinrichtung, aufweist.
In weiterer Ausgestaltung lehrt die Erfindung, daß der
Behandlungskopf ein an die Armatur angeflanschtes Gehäuse
aufweist, in dem ein mit dem Steigrohr verbundenes sowie
mit einem Strömungskanal für die Dampfzuführung ausge
bildeter Stößel verschiebbar geführt ist, daß das Gehäuse
einen Topf für Flüssigkeitsaufnahme und eine an den Topf
anschließende Ablaßbohrung enthält und daß an die Ablaßboh
rung ein Verlängerungsrohr mit ausgangsseitigem Absperr
ventil angeschlossen ist, wobei die Meßeinrichtung in das
Verlängerungsrohr eingesetzt ist. Die Meßeinrichtung ist
dabei nicht den hohen Temperaturen ausgesetzt, die am und
im Gehäuse des Behandlungskopfes herrschen und ist leicht
zugänglich. In dem freiliegenden Verlängerungsrohr kühlt
das Kondensat etwas ab, was vorteilhaft für eine
Leitfähigkeits- und/oder PH-Messung ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlich
erläutert. Die einzige Figur zeigt einen Längsschnitt durch
eine erfindungsgemäße Vorrichtung.
Die dargestellte Vorrichtung dient zum Dampfsterilisieren
eines gespülten KEG-Fasses vor einer Bierbefüllung. Das Faß
1 ist über Kopf zwischen Spannbacken 2 gehalten. Zum
grundsätzlichen Aufbau der Vorrichtung gehören eine
behälterbodenseitige Armatur 3 und ein an die Armatur 3
anschließbarer Behandlungskopf 4. Die Armatur 3 umfaßt ein
in das Spundloch 5 des Behälterbodens eingesetztes
Armaturengehäuse 6, ein in das Faß 1 hineinragendes
Steigrohr 7, ein Dampfventil 8 an der Unterseite des
Steigrohrs 7 und ein Flüssigkeitsventil 9 in einem von dem
Steigrohr 7 und dem Armaturengehäuse 6 begrenzten
Spaltraum. Der Behandlungskopf 4 weist ein an die Armatur 3
angeflanschtes Gehäuse 10 sowie einen mit dem Steigrohr 7
verbundenen Stößel 11, der in dem Gehäuse 10 verschiebbar
geführt ist und einen Strömungskanal 12 für die Dampfzu
führung enthält. Der an das Steigrohr 7 angeschlossene
Stößel 11 öffnet das Dampfventil 8 und ermöglicht durch
eine Hubbewegung ein Öffnen und Schließen des
Flüssigkeitsventils 9.
Das Gehäuse 10 des Behandlungskopfes 4 enthält einen Topf
13 für Flüssigkeitsaufnahme und eine an den Topf 13
anschließende Ablaßbohrung 14, an die ein Verlängerungsrohr
15 mit ausgangsseitigem Absperrventil 16 angeschlossen ist.
In das Verlängerungsrohr 15 ist mit kurzem Abstand vor dem
Absperrventil 16 eine pH-Meßeinrichtung 17 eingesetzt.
Beim Dampfsterilisieren wird Heißdampf über eine Leitung 18
dem Behandlungskopf zugeführt und gelangt durch den
Strömungskanal 12 des Stößels 11 sowie das Steigrohr 7 in das
Faßinnere. Das Absperrventil 16 ist geschlossen. Während
der Dampfsterilisation bildet sich an der Faßinnenwand
Kondensat, welches über die Wandflächen abläuft und sich am
Faßboden sammelt. Das Kondensat wird durch eine unmittelbar
am Behälterboden angeordnete Kondensatabflußöffnung 19 des
Armaturengehäuses 6 durch das geöffnete Flüssigkeitsventil
9 in eine Kondensatsammelkammer geleitet, die im
Ausführungsbeispiel aus dem im Gehäuse 10 angeordneten Topf
13, der Ablaßbohrung 14 sowie dem angeschlossenen Ver
längerungsrohr 15 besteht. Eine etwaige Verunreinigung des
Kondensats wird durch die pH-Meßeinrichtung 17 festge
stellt. Liegt der pH-Meßwert außerhalb eines vorgegebenen
Toleranzbereiches, so wird ein Störsignal abgegeben, wobei
das Störsignal auch dazu verwendet werden kann, um das
betreffende Faß auszuschleusen und/oder die gesamte
Abfüllanlage zu stoppen.
Claims (4)
1. Verfahren zum Dampfsterilisieren eines gespülten Behäl
ters, insbesondere eines KEG-Fasses für Bier oder derglei
chen, vor einer Getränkebefüllung, wobei der Behälter eine
behälterbodenseitige Armatur mit einem in ein Spundloch des
Behälterbodens eingesetzten Armaturengehäuse, einem
Steigrohr, einem Dampfventil an der Unterseite des Steig
rohres und einem Flüssigkeitsventil in einem von dem
Steigrohr und dem Armaturengehäuse begrenzten Spaltraum
aufweist, wobei durch das Steigrohr Wasserdampf in den
Behälter eingeleitet wird und wobei nach Ablauf einer
vorgegebenen Behandlungszeit der Dampf ausgetrieben und
Kondensat aus dem Behälter abgelassen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß während der Dampfsterili
sation an der Behälterwandung sich bildendes Kondensat
durch das geöffnete Flüssigkeitsventil in die Kondensat
sammelkammer eines an die Armatur angeschlossenen Behand
lungskopfes abgeleitet und gesammelt wird und daß die
Reinheit des in der Kondensatsammelkammer anfallenden
Kondensats gemessen sowie ein Störsignal abgegeben wird,
wenn der Meßwert außerhalb eines vorgegebenen Toleranzbe
reiches liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
in der Kondensatsammelkammer eine pH-Messung durchgeführt
wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach An
spruch 1 oder 2, mit einer behälterbodenseitigen Armatur
und einem an die Armatur anschließbaren Behandlungskopf,
wobei die Armatur ein in ein Spundloch des Behälterbodens
eingesetztes Armaturengehäuse, ein in den Behälter
hineinragendes Steigrohr, ein Dampfventil an der Unterseite
des Steigrohrs und ein Flüssigkeitsventil in einem von dem
Steigrohr und dem Armaturengehäuse begrenzten Spaltraum
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
das Armaturengehäuse (6) eine Kondensatabflußöffnung (19)
unmittelbar am Behälterboden aufweist und daß der Be
handlungskopf (4) eine an den Spaltraum der Armatur
anschließende Kondensatsammelkammer (13, 14, 15) sowie eine
in der Kondensatsammelkammer (13, 14, 15) installierte
Meßeinrichtung (17) für die Überprüfung der Reinheit des
anfallenden Kondensats, vorzugsweise eine pH-Meßein
richtung, aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Behandlungskopf (4) ein an die Armatur (3) ange
flanschtes Gehäuse (10) aufweist, in dem ein mit dem
Steigrohr (7) verbundener sowie mit einem Strömungskanal
(12) für die Dampfzuführung ausgebildeter Stößel (11)
verschiebbar geführt ist, daß das Gehäuse (10) einen Topf
(13) für Flüssigkeitsaufnahme und eine an den Topf (13)
anschließende Ablaßbohrung (14) enthält und daß an die
Ablaßbohrung (14) ein Verlängerungsrohr (15) mit aus
gangsseitigem Absperrventil (16) angeschlossen ist, wobei
die Meßeinrichtung (17) in das Verlängerungsrohr (15)
eingesetzt ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19542447A DE19542447C2 (de) | 1995-11-14 | 1995-11-14 | Vorrichtung zum Dampfsterilisieren eines gespülten Behälters, insbesondere eines KEG-Fasses für Bier |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE19542447A DE19542447C2 (de) | 1995-11-14 | 1995-11-14 | Vorrichtung zum Dampfsterilisieren eines gespülten Behälters, insbesondere eines KEG-Fasses für Bier |
Publications (2)
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| DE19542447A1 true DE19542447A1 (de) | 1997-05-15 |
| DE19542447C2 DE19542447C2 (de) | 1998-09-17 |
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ID=7777439
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
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