DE19540927A1 - Schwingungstilger für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Schwingungstilger für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Schwingungstilger für ein Kraftfahrzeug gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der JP-OS 57-151450 ist bereits ein gattungsgemäßer Schwingungstilger für
ein Kraftfahrzeug bekannt, bei dem ein Fahrzeugbauteil, z. B. die Batterie, auf
einer Halterungsplatte befestigt ist, die sich in vertikaler Richtung über elastische
Lagerelemente abstützt. Ferner ist die Halterungsplatte über ein Gelenk an einer
Karosseriewand eines Kraftfahrzeuges in vertikaler Richtung schwenkbar gelagert.
Nachteilig bei diesem Schwingungstilger ist, daß die Wirkungslinien der Lagerele
mente nicht durch den Schwerpunkt der Tilgermasse gehen, so daß bei den auftre
tenden Vibrationen ein zusätzliches Kippmoment auf die Tilgermasse wirkt. Ferner
ist die Tilgermasse nur an ihrer Unterseite mit der Halterungsplatte verbunden, so
daß die Befestigung der Tilgerplatte mit der Halterungsplatte relativ aufwendig sein
muß, um auch die hohen Kippmomente aufnehmen zu können, die bei den Quer-
und Längsbeschleunigungen des Fahrzeuges auftreten.
Aus der DE-PS 38 20 676 ist ein weiterer Schwingungstilger bekannt, bei dem die
Wirkungslinien der beiden elastischen Lager durch den Gesamtschwerpunkt der
Tilgermasse gehen. Bei diesem bekannten Schwingungstilger sind die Lagerele
mente jedoch in horizontaler Ebene angeordnet, so daß diese Lagerelemente einer
hohen Beanspruchung ausgesetzt sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schwingungstilger für ein Kraftfahrzeug zu
schaffen, der bei einem hohen Dämpfungsvermögen einen relativ geringen Bau
raum erfordert.
Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Schwingungstilger durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Durch die Ausbildung mindestens eines Schwenklagers, dessen Wirkungslinien in
Quer- und Längsrichtung der Tilgermasse und mindestens in Höhe des Schwer
punktes der Tilgermasse verlaufen, wird erreicht, daß unerwünschte Dreh- und
Kippschwingungen der Tilgermasse vermieden sind.
Vorteilhafterweise besteht das Schwenklager mindestens aus zwei Streben oder
Stützen, die jeweils über ein Gelenk zum einen mit der Tilgermasse und zum ande
ren mit der Karosserie des Kraftfahrzeuges verbunden sind.
Die Anordnung des Schwenklagers in Höhe der Schwerpunktlage der Tilgermasse
hat den Vorteil, daß keine Reaktionsmomente auftreten.
Wird das Schwenklager oberhalb des Schwerpunktes der Tilgermasse vorgese
hen, dann können horizontale Reaktionskräfte auch von den Lagerelementen
übernommen werden.
Der erfindungsgemäße Schwingungstilger unterdrückt über das Schwenklager
Quer- und Längsbewegungen der Tilgermasse in der Ebene des Schwenklagers.
Darüber hinaus besitzen die unter der Tilgermasse oder Halterungsplatte befindli
chen elastischen Lagerelemente eine hohe Steifigkeit in Quer- und Längsrichtung,
so daß sich eine steife Lagerung der Tilgermasse in bezug auf unerwünschte Be
wegungen der Tilgermasse ergibt.
Eine Ausführungsform der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen
beispielshalber beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht von der Seite in Längsrichtung der als Tilgermasse ver
wendeten Batterie und
Fig. 2 eine Ansicht von oben des in der Fig. 1 gezeigten Schwingungstilgers.
Die Fig. 1 zeigt einen Schwingungstilger 1, der im wesentlichen aus einer Tilger
masse 2, einer Halterungs- oder Trägerplatte 3, aus elastischen Lagerelementen 4
und 5 und aus einem Schwenklager 6 besteht. Der Schwingungstilger 1 ist in verti
kaler Richtung über die Lagerelemente 4, 5 und in horizontaler Richtung über das
Schwenklager 6 mit den Wänden 7, 8 eines Fahrzeuges verbunden, dessen
Schwingungen getilgt werden sollen. Das Schwenklager 6 ist oberhalb eines Til
gerschwerpunktes S angeordnet. Die Tilgermasse 2 ist vorzugsweise ein Fahr
zeugbauteil. In der gezeigten Ausführungsform wird als Tilgermasse 2 eine Fahr
zeugbatterie 9 verwendet.
Die Tilgermasse 2 wird in der horizontalen Ebene durch die seitlichen Umrandun
gen 10 und 11 der Trägerplatte 3 gehaltert. In senkrechter Richtung erfolgt die
Befestigung der Tilgermasse 2 durch einen Bügel 12, der auf der Oberseite 13 der
Tilgermasse 2 aufliegt. Der über die beiden Längsseitenwände 14, 15 der Tilger
masse 2 überstehende Bügel 12 ist über eine Spannvorrichtung 16, 17 mit der
Trägerplatte 3 verbunden. Die Spannvorrichtung 16, 17 kann beispielsweise aus
jeweils einer Gewindestange 18 bestehen, deren unteres Ende 19 an der Träger
platte 3 befestigt ist und deren oberes Ende 20 mit dem Bügel 12 beispielsweise
über eine Mutter 21 verschraubt ist.
Die Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform des Schwenklagers 6, das dreiteilig aus
zwei Quer-Lagerstellen 22, 23 und aus einer Längs-Lagerstelle 24 besteht. Durch
einen Pfeil 26 ist die Fahrzeuglängsrichtung angegeben.
In gestrichelten Linien ist eine zweiteilige Ausführungsform eines Schwenklagers 6′
gezeigt, die aus einer in Fahrzeug-Querrichtung und in Höhe des Schwerpunktes S
der Tilgermasse 2 angreifenden Lagerstelle 25 sowie einer Lagerstelle 24′ besteht,
deren Wirkungslinie eine durch den Schwerpunkt S gehende Linie einer Tilgungs
bewegung T schneidet.
Die Lagerstellen 22 bis 25 bestehen im wesentlichen aus jeweils einer Gelenk
stütze 27 bis 30, jeweils einem tilgerseitigen Gelenk 31 bis 34 und jeweils einem
fahrzeugseitigen Gelenk 35 bis 38. Die Gelenkstützen 27 bis 30 sind um die fahr
zeugseitigen Gelenke 35 bis 38 schwenkbar. Die Tilgermasse 2 bewegt sich dabei
tangential zu dem tilgerseitigen Ende der Gelenkstützen 27 bis 30, so daß die
Tilgermasse 2 im wesentlichen eine vertikale Tilgungsbewegung "T" durchführt. Die
Gelenkstützen 27 bis 30 bewirken eine Unterdrückung der beim Fahrbetrieb auftre
tenden Quer- und Längsbewegungen der Tilgermasse 2 in der Ebene, in der die
Gelenkstützen 27 bis 30 angeordnet sind.
Das Schwenklager 6 bzw. 6′ nimmt sämtliche Quer- und Längskräfte auf, wenn das
Schwenklager 6, 6′ in der Höhe des Gesamtschwerpunktes S der Tilgermasse 2
angeordnet ist. Neben dieser optimalen Lage des Schwenklagers 6 ist es aus
Festigkeitsgründen vorteilhaft, die Schwenklager 6, 6′ oberhalb des Gesamt
schwerpunktes S anzuordnen, da dann ein Teil der auftretenden Quer- und Längs
kräfte auch durch die elastischen Lagerelemente 4, 5 aufgenommen werden kann.
In diesem Fall sind die elastischen Lagerelemente 4, 5 in Quer- und Längsrichtung
relativ steif.
Die Länge der Gelenkstützen 27 bis 30 ist so bemessen, daß die horizontalen Zu
satzbewegungen bei den Bewegungen der Tilgermasse 2 minimal sind. Aus Ver
suchen hat es sich ergeben, daß die Länge der Gelenkstützen 27 bis 30 minde
stens fünf- bis zehnmal so lang sein sollten, wie die Bewegung der Tilgermasse 2
in der Tilgungsrichtung "T". Die Minimallänge der Gelenkstützen 27 bis 30 beträgt
beispielsweise ca. 50 bis 60 mm bei einer Bewegung der Tilgermasse 2 von ± 8
mm in Tilgungsrichtung "T".
Die Lage der Gelenkstützen 27 bis 30 innerhalb der horizontalen Ebene ist flexibel,
so lange die Anforderung einer Fixierung der Tilgermasse 2 in der horizontalen
Richtung gegeben ist.
Für die Fixierung in horizontaler Richtung ist es ausreichend, wenn jeweils eine
Gelenkstütze in Quer- und Längsrichtung die durch den Schwerpunkt S gehende
Wirkungslinie der Tilgungsbewegung "T" schneidet. Die Funktion der beiden Ge
lenkstützen kann dabei durch ein einteiliges Bauteil realisiert sein. Das einteilige
Bauteil ist ein nachgiebiges Element, beispielsweise eine Blattfederkonstruktion.
Eine platzsparende Bauweise eines Schwenklagers 6 ergibt sich dann, wenn das
fahrzeugseitige Gelenk unmittelbar neben der Tilgermasse 2 an der Karosserie
wand liegt und das tilgerseitige Gelenk entsprechend in Richtung des Tilger
schwerpunktes S rückt.
Die Anzahl der elastischen Lagerelemente 4, 5 ist für die Tilgerfunktion ohne Be
deutung. Die Anordnung der elastischen Lagerelemente 4, 5 muß lediglich symme
trisch zum Schwerpunkt S der Tilgermasse 2 sein. Bei einer Minimallösung ist ein
einziges Lagerelement in Tilgungsrichtung "T" unter dem Schwerpunkt S der Til
germasse 2 angeordnet.
Claims (3)
1. Schwingungstilger für ein Fahrzeug, mit einem Fahrzeugbauteil als Tilger
masse, wobei die Tilgermasse um mindestens ein erstes Lager in Tilgungs
richtung schwenkbar am Fahrzeug angeordnet ist, wobei sich die Tilger
masse über mindestens ein elastisches Lagerelement in Tilgungsrichtung am
Fahrzeug abstützt, dadurch gekennzeichnet, daß die Tilgermasse (2) zusätz
lich um mindestens ein zweites Lager (22, 23, 24, 24′, 25) schwenkbar am
Fahrzeug gelagert ist, wobei die Wirkungslinien der beiden Lager in einem
Winkel zueinander stehen und daß die Lager (22, 23, 24, 24′, 25) mindestens
in Höhe des Schwerpunktes (S) der Tilgermasse (2) angeordnet sind.
2. Schwingungstilger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die
Wirkungslinien der beiden Lager (24′, 25) in der durch den Schwerpunkt (S)
gehenden Linie der Tilgungsbewegung (T) schneiden.
3. Schwingungstilger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwingungstilger (1) zwei Lager (24′, 25) aufweist, deren Wirkungslinien
um 90° voneinander beabstandet sind.
Priority Applications (1)
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| DE1995140927 DE19540927C2 (de) | 1995-11-03 | 1995-11-03 | Schwingungstilger für ein Kraftfahrzeug |
Publications (2)
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