DE19540914C2 - Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem Triebwagen - Google Patents
Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem TriebwagenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Stromabnehmer für die
Energieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem Triebwagen
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem Fahr
draht und einem Triebwagen, mit mindestens einem Schleifstück
und mit einem Tragarm zum Anheben des Schleifstücks und zum
Aufbringen einer Kontaktkraft, mit der das Schleifstück bei der
Energieübertragung von unten an dem Fahrdraht anliegt, wobei der
Tragarm um eine horizontale Achse schenkbar an dem Triebwagen
gelagert und mit einer Hubeinrichtung um die Achse aufrichtbar
ist, finden bei Schienenfahrzeugen Verwendung. Die Erfindung
betrifft insbesondere Stromabnehmer für sehr schnelle Schienen
fahrzeuge.
Ein Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem
Fahrdraht und einem Triebwagen, mit mindestens einem Schleif
stück und mit einem Tragarm zum Anheben des Schleif stücks und
zum Aufbringen einer Kontaktkraft, mit der das Schleifstück bei
der Energieübertragung von unten an dem Fahrdraht anliegt, wobei
der Tragarm um eine horizontale Achse schenkbar an dem Trieb
wagen gelagert und mit einer Hubeinrichtung um die Achse
aufrichtbar ist, ist aus dem Artikel "406,9 km/h" - Weltrekord
auf der Schiene - Energieübertragung bei der Rekordfahrt des ICE
der DB", in DE-Z: Elektrische Bahnen, 1988, H. 9, S. 268-289,
bekannt. Der dort beschriebene Stromabnehmer SSS 87 weist eine
Wippe auf, an der sich zwei Schleifstücke über jeweils zwei
endseitige Federbeine abstützen. Die Wippe ist um eine horizon
tale Achse verkippbar an einer Oberschere gelagert, bei der es
sich um eine Viergelenkanordnung handelt. Diese Viergelenk
anordnung ist mit einer weiteren Viergelenkanordnung, der
Unterschere, derart gekoppelt, daß sich beim Aufrichten eines
Tragarms, der um eine horizontale Achse schwenkbar an dem
Triebwagen gelagert ist und einen Bestandteil der Unterschere
bildet, der gesamte Stromabnehmer aufrichtet und die Wippe mit
den Schleifstücken parallel nach oben führt, bis die Schleif
stücke mit einer vorgegebenen Kontaktkraft an den Fahrdraht
angepreßt werden. Die Hubeinrichtung des bekannten Strom
abnehmers weist ein pneumatisches Betätigungselement auf, das
über ein Zugseil an dem Tragarm angreift. Durch die von dem
Betätigungselement aufgebrachte Kontaktkraft hebt sich der
Fahrdraht in Abhängigkeit von seiner Abstützung nach oben an.
Die Abstützung des Fahrdrahts erfolgt durch ein sogenanntes
Kettenwerk. Dabei variiert die Härte der Abstützung des
Fahrdrahts über seine Längserstreckung. In den Stützstellen des
Kettenwerks ist die Härte der Abstützung maximal, zwischen den
Stützstellen minimal. Entsprechend wird der Fahrdraht in den
Stützstellen durch die Schleifstücke minimal und zwischen den
Stützstellen maximal angehoben. Dies bedeutet bei fester Höhe
der Wippe über dem Triebwagen, daß sich die Federbeine zwischen
den Stützstellen teilweise entspannen, wodurch die Kontaktkraft
der Schleifstücke an den Fahrdraht über die Längserstreckung des
Fahrdrahts variiert. Durch die Variation der Kontaktkraft
erfolgen dynamische Anregungen des Fahrdrahts sowie des dem
Fahrdraht nachgeschalteten Kettenwerks und der Schleifstücke
sowie des den Schleifstücken nachgeschalteten Stromabnehmers.
Diese dynamischen Anregungen führen zu einer Vergrößerung der
Variation der Kontaktkraft der Schleifstücke an den Fahrdraht.
Darüberhinaus wird die Kontaktkraft der Schleifstücke an den
Fahrdraht durch dynamische Einflüsse des den Stromabnehmer
anströmenden Fahrtwinds variiert. Es ist zwar möglich, die
aerodynamischen Einflüsse durch Windleitbleche auszugleichen.
Derartige Windleitbleche haben aber unterschiedliche Aus
wirkungen im Tunnel und auf freier Strecke. Darüberhinaus können
bei der Tunneleinfahrt und der Tunnelausfahrt erhebliche
Kraftspitzen bei der Kontaktkraft aufgrund der Leitbleche
auftreten. Die unterschiedliche Anhebung des Fahrdrahts durch
die Schleifstücke ist zwar dadurch reduzierbar, daß die Härte
der Abstützung des Fahrdrahts durch das Kettenwerk erhöht wird.
Hierdurch werden der Fahrdraht und das Kettenwerk jedoch stark
beansprucht, da nennenswerte Einflüsse auf die Härte der
Abstützung nur durch erhebliche Spannkräfte erreichbar sind.
Stromabnehmer für die Energieübertragung bei schnellen Schienen
fahrzeugen zwischen einem Fahrdraht und einem Triebwagen, mit
mindestens einem Schleifstück und mit einem Tragarm zum Anheben
des Schleifstücks und zum Aufbringen einer Kontaktkraft, mit der
das Schleifstück bei der Energieübertragung von unten an dem
Fahrdraht anliegt, wobei der Tragarm um eine horizontale Achse
schenkbar an dem Triebwagen gelagert und mit einer Hubein
richtung um die Achse aufrichtbar ist, sind auch aus Bartels,
Seifert: "Hochgeschwindigkeits-Stromabnehmer für den ICE", in
DE-Z: Elektrische Bahnen, 1991, H. 11, S. 436-441, bekannt.
Eine Weiterentwicklung dieser Stromabnehmer in Form eines
Stromabnehmers mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1 ist in Huber, Jörns, Tessun: "Aktive Stromabnehmer bei Hoch
geschwindigkeitszügen", in DE-Z: Elektrische Bahnen, 1993, H.
11, S. 382-388 beschrieben. Dabei wird der pneumatische
Hubzylinder des Stromabnehmers als Stellglied bzw. Aktuator
verwendet, um die Kontaktkraft der Schleifstücke an den
Fahrdraht konstant zu halten. Da der pneumatische Hubzylinder
nicht nur relativ träge ist, sondern bei schneller Betätigung
auch in Schwingungen versetzt werden kann, was nur durch eine
Dämpfung des Hubzylinders, welche wiederum dessen Trägheit bei
der Ansteuerung erhöht, verhindert werden kann, wird mit der
vorbeschriebenen Anordnung das angestrebte Ziel jedoch nicht in
dem gewünschten Umfang erreicht, insbesondere nicht bei
schnellen Änderungen der Betriebsbedingungen des Stromabnehmers.
Aus Steger: "Anwendung von Piezotranslatoren", in DE-Z: VDI-Z,
1988, H. 6, S. 90-96, ist es bekannt, daß Piezotranslatoren, d.
h. Piezoaktuatoren, in der Lage sind, völlig schwingungsfrei
Bewegungen sehr schnell auszuführen und damit sehr große Kräfte
sehr schnell aufzubringen. Für Piezotranslatoren ohne Über
setzung sind Stellwege von 200 µm erwähnt.
In Laner: "Power + Präzision", in DE-Z: Elektrotechnik, 1992, H.
9, S. 36-45, sind für piezo-keramische Biegeelemente Auslenkun
gen von plus/minus einem Millimeter erwähnt.
Piezoelektrische Aktuatoren aus als schnelle Stellglieder sind
auch aus "Piezoelektrische Aktuatoren" in DE-Z: Mikroelektronik,
1990, H. 6, Fachbeilage Mikroperipherik, S. 88-91, bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Stromabnehmer
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 aufzuzeigen,
mit dem die Einhaltung einer weitgehend konstanten Kontaktkraft
des Schleifstücks an den Fahrdraht auch unter schnell veränder
lichen Betriebsbedingungen des Stromabnehmers möglich ist.
Erfindungsgemäß wird dies durch einen Stromabnehmer mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht.
Die Hubeinrichtungen bekannter Stromabnehmer weisen in der Regel
einen hydraulisch oder pneumatisch betätigten Hubzylinder als
Betätigungselement auf. Diesem Betätigungselement ist bei dem
neuen Stromabnehmer ein piezoelektrischer oder magnetostriktiver
Aktuator, d. h. ein schneller Aktuator, in Reihe geschaltet.
Dabei bedeutet schnell, daß der Aktuator im Vergleich zu einer
hydraulischen oder pneumatischen Betätigungseinrichtung sehr
schnell in der Lage ist, unterschiedliche Kräfte auf den Tragarm
auszuüben. Die jeweils von dem Aktuator auf den Tragarm ausge
übten Kräfte werden von der Steuerung in Abhängigkeit von dem
Signal des an dem Stromabnehmer angeordneten Weg-, Kraft- oder
Beschleunigungssensors festgelegt. Dabei kann die Steuerung
adaptiv ausgebildet sein, so daß sie sich auch selbst an den
aktuellen Betriebszustand des Stromabnehmers anpaßt. Derartige
adaptive Steuerungen sind beispielsweise aus der DLR-veröffent
lichung Adaptive Structures - Concepts and Prospects bekannt.
Dort werden sie als Mittel zur Schwingungsreduktion in elasti
schen dynamischen Systemen beschrieben. Bei der vorliegenden
konkreten Anwendung der Steuerung geht es darum, die Kontakt
kraft des Schleifstücks in dem Fahrdraht konstant zu halten.
Hierzu wird als Eingangssignal für die adaptive Steuerung ein
Signal benötigt, das in Beziehung zu den oben erläuterten Stör
einflüssen auf die Kontaktkraft steht. Ein solches Signal ist an
dem Stromabnehmer selbst abzunehmen. Der hierfür erforderliche
Sensor beeinflußt das dynamische Verhalten des Stromabnehmers
nicht nennenswert. Dies gilt auch für den Aktuator, der im
Bereich der Hubeinrichtung angeordnet ist. Durch diese Art der
Anordnung wirkt der Tragarm wie ein übersetzender Hebelarm
bezüglich der Einflüsse des Aktuators, damit nimmt der Aktuator
gleichzeitig nur untersetzt an dem dynamischen Verhalten des
Stromabnehmers teil. Insbesondere geht er in die trägen bzw.
Schwingungsmassen des Stromabnehmers nicht nennenswert ein. Im
Betrieb des neuen Stromabnehmers können bei geeigneter Abstim
mung der Steuerung alle oben genannten Einflüsse auf die
Kontaktkraft des Schleifstücks soweit sie separat erfaßbar sind
einzeln und insbesondere in ihrer Summe kompensiert werden. D.
h., der Tragarm wird mittels des Aktuators unterschiedlich weit
aufgerichtet, um die unterschiedliche Anhebung des Fahrdrahts zu
kompensieren, um dynamische Einflüsse auf den Fahrdraht auszu
gleichen und um aerodynamische Kräfte bezüglich ihrer Auswirkung
auf die Kontaktkraft zu neutralisieren.
Geeignete schnelle Aktuatoren für den neuen Stromabnehmer sind
piezo-elektrische und magneto-striktive Aktuatoren. Insbesondere
piezo-elektrische Aktuatoren sind in Ausführungsformen frei
verfügbar, wie sie auch bei dem neuen Stromabnehmer vorteilhaft
zur Anwendung kommen.
Die bekannten piezo-elektrischen und magneto-striktiven Aktuato
ren sind vergleichsweise zugempfindlich. Sie können aber gleich
zeitig auf sehr hohe Drücke belastet werden. Entsprechend ist
der Aktuator so angeordnet, daß er durch die Zugpannung in dem
Zugseil auf Druck belastet wird. Dies bedeutet, daß ein Einfluß
des Aktuators auf die Zugspannung erst dann eintritt, wenn der
Aktuator die Vorspannung durch die Zugspannung überwunden hat.
Der Aktuator kann in Richtung des Zugseils, d. h. parallel zu
dem Zugseil angeordnet sein. So wirkt sich die durch den
Aktuator aufgebrachte Kraft unmittelbar wie eine Erhöhung der
Spannkraft des Zugseils aus.
Demgegenüber ergibt sich eine erhebliche Kraftverstärkung, wenn
der Aktuator mit Abstand zu den Lagerpunkten des Zugseils
senkrecht zu dem Zugseil angeordnet ist. Allerdings ist der
Aktuator bei dieser Form der Untersetzung nicht geeignet,
größere Wege zu kompensieren. Er ist vielmehr im wesentlichen
auf die Kompensation von Kräften beschränkt.
In der Regel ist an dem Tragarm eine Führungskurve für das Zug
seil ausgebildet, deren wirksamer Radius zwischen der Tangente
des Zugseils und der Achse, um welche der Tragarm aufgerichtet
wird, den Wirkhebel der Hubeinrichtung beim Aufrichten des Trag
arms bestimmt. Insbesondere ist der Wirkhebel der Hubeinrichtung
so abgestimmt, daß er beim anfänglichen Aufrichten des Tragarms
vergleichsweise klein und beim Aufbringen der Kontaktkraft der
Schleifstücke an dem Fahrdraht vergleichsweise groß ist. Der
Aktuator des neuen Stromabnehmers kann dabei indirekt an dem
Zugseil angreifen, indem er den wirksamen Radius der Führungs
kurve verändert. Damit verändert er den Wirkhebel der Hubein
richtung und damit wiederum das Übersetzungsverhältnis zwischen
der Spannung des Zugseils und der Kontaktkraft der Schleifstücke
an den Fahrdraht. Es versteht sich, daß der Aktuator den wirk
samen Radius der Führungskurve in dem Bereich der Führungskurve
beeinflussen muß, der dem Aufbringen der Kontaktkraft der
Schleifstücke an dem Fahrdraht entspricht.
Das Signal des Kraft- oder Beschleunigungssensors an dem Strom
abnehmer ist vorzugsweise direkt ein Maß für die Kontaktkraft
zwischen dem Schleifstück und dem Fahrdraht. Zu diesem Zweck
kann ein Kraft- oder Beschleunigungssensor direkt unterhalb des
Schleifstücks angeordnet sein. Bei der Weiterentwicklung des
bekannten Stromabnehmers mit den beiden Viergelenkanordnungen
kann ein Weg-, Kraft- oder Beschleunigungssensor aber auch im
Bereich der Kopplung der beiden viergelenkanordnungen angeordnet
sein. Auch hier ist es möglich, ein Maß für die Kontaktkraft des
Schleifstücks an dem Fahrdraht zu gewinnen. Gleichzeitig sind
hier aber auch dynamische Anregungen des Stromabnehmers, die
sich nicht unmittelbar auf die Kontaktkraft auswirken, meßbar.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert und beschrieben. Dabei zeigt
Fig. 1 den Stromabnehmer in Seitenansicht,
Fig. 2 den triebwagenseitigen Endbereich des Tragarms des
Stromabnehmers gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine erste Anordnungsmöglichkeit eines Aktuators bei
dem Stromabnehmer gemäß Fig. 1 und 2,
Fig. 4 eine zweite Anordnungsmöglichkeit eines Aktuators bei
dem Stromabnehmer gemäß Fig. 1 und 2 sowie
Fig. 5 eine dritte Anordnungsmöglichkeit eines Aktuators bei
dem Stromabnehmer gemäß Fig. 1 und 2.
Der in Fig. 1 dargestellte Stromabnehmer 15 weist zwei Schleif
stücke 1 auf. Beim Betrieb des Stromabnehmers 15 werden die
Schleifstücke 1 soweit angehoben, bis sie mit einer vorgegebenen
Kontaktkraft von unten an einem Fahrdraht 2 anliegen. Die
Schleifstücke 1 stützen sich über Federbeine 4 an einer Wippe 5
ab, die um eine horizontale Achse 6 an einem Lagerstück 7
verkippbar gelagert ist. Das Lagerstück 7 ist Bestandteil einer
Viergelenkanordnung, die als Oberschere 10 bezeichnet wird. Zu
der Oberschere 10 gehören neben dem Lagerstück 7 ein Tragarm 8,
eine Führungsstange 9 sowie das obere Ende eines weiteren
Tragarms 11. Der Tragarm 11 ist auch Bestandteil einer weiteren
Viergelenkanordnung, die als Unterschere 12 bezeichnet wird. Zu
der Unterschere 12 gehören neben dem Tragarm 11 eine
Führungsstange 13, ein drehfest mit dem Tragarm 8 verbundener
Fortsatz 14 und der hier nicht zeichnerisch dargestellte
Triebwagen, auf dem der Stromabnehmer 15 angeordnet ist.
Gegenüber dem Triebwagen ist der Tragarm 11 mit einer
Hubeinrichtung 3 in Richtung des Pfeils 16 um die Achse 17
aufrichtbar. Dabei wird die Wippe 5 parallel angehoben, und nach
Anlage der Schleifstücke 1 an den Fahrdraht 2 die Kontaktkraft
zwischen den Schleifstücken 1 und den Fahrdraht 2 aufgebracht.
Hierauf hebt sich der Fahrdraht 2 in Abhängigkeit von der Härte
seiner Abstützung an. Dabei wird die Kontaktkraft durch einen
Kraftsensor 18 und/oder einen Beschleunigungssensor 19 im
Bereich der Abstützung der Schleifstücke 1 bzw. der Kopplung der
Unterschere 12 und der Oberschere 10 überwacht. Das Signal 20
bzw. 21 dieser Kraft- bzw. Beschleunigungssensoren 18 und 19
wird einer Steuerung 22 zugeführt. Die Steuerung 22 steuert
einen Aktuator 23 an. Der Aktuator 23 bildet einen Bestandteil
der Hubeinrichtung 3. Er ist jedoch nicht zum eigentlichen
Aufrichten des Tragarms 11 um die Achse 17 vorgesehen. Hierfür
sind andere Betätigungselemente vorhanden. Der Aktuator 23 dient
vielmehr dazu, den Tragarm 11 zusätzlich zu diesen
Betätigungselementen in Richtung des Pfeils 16 mit einer Kraft
zu beaufschlagen, um die Einflüsse auf die Kontaktkraft der
Schleifstücke 1 an den Fahrdraht 2 schnell auszugleichen, und
zwar schneller, als es mit den eigentlichen Betätigungselementen
der Hubeinrichtung 3 möglich wäre. Die Steuerung 22 ist zu
diesem Zweck adaptiv ausgebildet, um sich auch selbst an den
jeweiligen Betriebszustand des Stromabnehmers 15 anzupassen. Sie
ist vor allem auch geeignet, höherfrequente Signale 20 und 21 zu
verarbeiten und den Aktuator 23 entsprechend anzusteuern. Der
Aktuator ist in der Regel ein piezoelektrischer Aktuator, wie er
handelsüblich verfügbar ist. Es können aber auch magneto
striktive Aktuatoren als schnelle Aktuatoren Verwendung finden.
Fig. 2 zeigt das triebwagenseitige untere Ende des Tragarms 11.
Hier weist der Tragarm 11 zwei kurvenscheibenförmige Fortsätze
24 und 25 auf, an denen Führungsbahnen 26 und 27 für ein in den
Fig. 2 und 3 nicht dargestelltes schlaufenförmiges Zugseil
ausgebildet sind. Zwischen den Führungsbahnen 26 und 27 befindet
sich ein Haken 28 zum Umgreifen des Führungsseils. Der Haken 28
dient zur Befestigung des schlaufenförmigen Führungsseils an dem
Tragarm 11, wobei eine Ausnehmung 29 zur Aufnahme eines auf das
schlaufenförmige Zugseil aufgesetzten Führungskörpers vorgesehen
ist.
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch den Tragarm 11 im Bereich
der Führungsbahn 27. Die Führungsbahn 27 bestimmt den Wirkhebel,
mit dem eine Zugspannung des Zugseils auf den Tragarm 11
einwirkt. D. h. die Kurvenbahn 27 legt den Radius fest, der das
Drehmoment um die Achse 17 aufgrund der Spannkraft des Zugseils
bestimmt. Dieser Radius ist der Abstand zwischen der Tangente
der Führungskurve bzw. des auf die Führungskurve auflaufenden
Zugseils und der Achse 17. Dieser wirksame Radius ist in einem
Bereich 30 maximal. Der Bereich 30 entspricht der in Fig. 1
gezeigten aufgerichteten Stellung des Tragarms 11, bei dem die
Kontaktkraft für die Schleifstücke 1 einen Fahrdraht 2
aufgebracht wird. In dem Bereich 30 der Führungsbahn 27 ist der
Verlauf der Führungsbahn, d. h. ihr wirksamer Radius mittels des
Aktuators 23 veränderbar. Dabei vergrößert der Aktuator 23 den
Abstand eines Teils 31 der Kurvenbahn 27 zu der Achse 17.
Hierdurch wird unmittelbar das von der Spannkraft des Zugseils
auf den Tragarm 11 ausgeübte Drehmoment verändert.
Fig. 4 zeigt das schlaufenförmige Zugseil 32, das von den
Führungsbahnen 26 und 27 an dem Tragarm 11 geführt und von dem
Haken 28 gehalten wird. Dabei greift das Führungsstück 33 in die
Ausnehmung 29 in dem Haken 28 ein. Bei dem Zugseil 32 handelt es
sich um ein hochbelastbares Drahtseil. Die freien Enden des
Zugseils 32 sind an einer Halteplatte 34 über verschraubte
Befestigungshülsen 35 befestigt. Die Halteplatte 34 wird von
einem Betätigungselement 36 der Hubeinrichtung mit einer durch
einen Pfeil 37 dargestellten Kraft beaufschlagt. Diese Kraft 37
bewirkt eine Spannkraft in dem Zugseil 32, woraus sich das
Drehmoment zum Aufrichten des Tragarms 11 um die Achse 17 ergibt
(Fig. 3). Der Aktuator 23 greift senkrecht an dem Zugseil 32
an und ist dabei mit Abstand zu den Lagerpunkten des Zugseils 32
angeordnet. Auf diese Weise ist eine Untersetzung für den
Aktuator 23 ausgebildet. D. h. der Aktuator 23 ist zum
Aufbringen großer zusätzlicher Spannkräfte auf das Zugseil 32
vorgesehen. Dabei ist es jedoch nicht möglich, größere Wege des
Zugseils 32 bzw. größere Aufrichtwinkelunterschiede des Tragarms
11 mit dem Aktuator 23 abzudecken.
Eine alternative Anordnung des Aktuators 23 zeigt Fig. 5. Dort
ist die Halteplatte 34 zweiteilig aufgebaut. An einem, ersten
Teil 38 sind die freien Enden des Zugseils 32 befestigt. An
einem zweiten Teil 39 greift die Kraft 37 des Betätigungs
elements 36 an. Zwischen den Teilen 38 und 39 ist der Aktuator
23 vorgesehen, der hier seinerseits aus zwei parallel
geschalteten Teilaktuatoren besteht. Die von dem Aktuator 23
aufgebrachte Kraft ist so direkt die Spannkraft des Zugseils 32.
Eine Übersetzung findet nicht statt. Allerdings muß der Aktuator
23, bevor er überhaupt wirksam wird, die Gegenkraft zu der Kraft
37 aufbringen.
Bei sämtlichen Ausführungsformen der Fig. 3 bis 5 ist der
Aktuator 23 unter Vorspannung gehalten, da piezo-elektrische
Aktuatoren bekannterweise empfindlich gegenüber Zugbelastungen
sind, Druckbelastungen hingegen gut verkraften. Bei den
Auführungsformen gemäß der Fig. 3 und 5 ergibt sich die
Druckbelastung des Aktuators 23 automatisch. Bei der Aus
führungsform gemäß Fig. 4 kann der Aktuator 23 zu diesem Zweck
seine beiden Angriffspunkte an dem Zugseil 32 etwas auseinander
drücken. Vorteilhafterweise weist der Aktuator 23 eine inherente
Vorspannung des ihm zugrundeliegenden piezo-elektrischen oder
magneto-striktiven Kristalls auf.
Die konkrete Ausbildung der hier adaptiven Steuerung 22 ist an
sich bekannt. Im einfachsten Fall steuert die Steuerung 22 den
Aktuator im Sinne eines Differenzreglers für die Kontaktkraft
der Schleifstücke 1 an den Fahrdraht 2 an. Adaptivität ist
gegeben, wenn die Regelungsfaktoren von der Steuerung 22
selbsttätig auf den jeweiligen Betriebszustand des
Stromabnehmers 15 abgestimmt werden.
1
Schleifstück
2
Fahrdraht
3
Hubeinrichtung
4
Federbein
5
Wippe
6
Achse
7
Lagerstück
8
Tragarm
9
Führungsstange
10
Oberschere
11
Tragarm
12
Unterschere
13
Führungsstange
14
Fortsatz
15
Stromabnehmer
16
Pfeil
17
Achse
18
Kraftsensor
19
Beschleunigungssensor
20
Signal
21
Signal
22
Steuerung
23
Aktuator
24
Fortsatz
25
Fortsatz
26
Kurvenbahn
27
Kurvenbahn
28
Haken
29
Ausnehmung
30
Bereich
31
Teil
32
Zugseil
33
Führungsstück
34
Halteplatte
35
Befestigungshülsen
36
Betätigungselement
37
Kraft
38
Teil der Halteplatte
39
Teil der Halteplatte
Claims (7)
1. Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem
Fahrdraht und einem Triebwagen, mit mindestens einem Schleif
stück und mit einem Tragarm zum Anheben des Schleifstücks und
zum Aufbringen einer Kontaktkraft, mit der das Schleifstück bei
der Energieübertragung von unten an dem Fahrdraht anliegt, wobei
der Tragarm um eine horizontale Achse schwenkbar an dem
Triebwagen gelagert und mit einer Hubeinrichtung um die Achse
aufrichtbar ist, wobei die Hubeinrichtung ein hydraulisches oder
pneumatisches Betätigungselement aufweist, das über ein Zugseil
an dem Tragarm angreift, und wobei der Hubeinrichtung ein
Aktuator zugeordnet ist, den eine Steuerung in Abhängigkeit von
dem Signal mindestens eines an dem Stromabnehmer angeordneten
Weg-, Kraft- oder Beschleunigungssensors ansteuert, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aktuator (23) ein piezoelektrischer oder
ein magnetostriktiver Aktuator ist, der mit dem Betätigungs
element (36) in Reihe geschaltet ist, an dem Zugseil (32)
angreift und durch die Zugspannung in dem Zugseil (32) auf Druck
belastet wird.
2. Stromabnehmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Aktuator (23) parallel (32) zu dem Zugseil angeordnet ist.
3. Stromabnehmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Aktuator (23) mit Abstand zu den Lagerpunkten des Zugseils
(32) senkrecht zu dem Zugseil (32) angeordnet ist.
4. Stromabnehmer nach Anspruch 1, wobei an dem Tragarm eine
Führungskurve für das Zugseil vorgesehen ist, deren wirksamer
Radius zwischen der Tangente des Zugseils und der Achse den
Wirkhebel der Hubeinrichtung beim Aufrichten des Tragarms
bestimmt, dadurch gekennzeichnet, daß der Aktuator (23) den
wirksamen Radius der Führungskurve (26, 27) verändert.
5. Stromabnehmer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Signal (18 oder 19) des Kraft- oder
Beschleunigungssensors (20 bzw. 21) ein Maß für die Kontaktkraft
zwischen dem Schleifstück (1) und dem Fahrdraht (2) ist.
6. Stromabnehmer nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kraft- oder Beschleunigungssensor (18) direkt unterhalb des
Schleifstücks (1) angeordnet ist.
7. Stromabnehmer nach Anspruch 5, wobei der Tragarm Bestand
teil einer ersten, unteren Viergelenkanordnung ist, wobei sich
das Schleifstück auf einer zweiten, oberen Viergelenkanordnung
abstützt und wobei die beiden Viergelenkanordnungen zum
gemeinsamen Aufrichten miteinander gekoppelt sind, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kraft- oder Beschleunigungssensor (19)
im Bereich der Kopplung der beiden Viergelenkanordnungen (10 und
12) angeordnet ist.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19540914A DE19540914C2 (de) | 1995-11-03 | 1995-11-03 | Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem Triebwagen |
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