DE19540913C1 - Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem Triebwagen - Google Patents
Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem TriebwagenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Stromabnehmer für die Ener
gieübertragung zwischen einem Fahrdraht und einem Tragarm nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Insbesondere betrifft die
Erfindung einen solchen Stromabnehmer, der bei schnellen
Schienenfahrzeugen zur Anwendung kommt.
Ein Stromabnehmer nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus
der DE 36 41 084 A1 bekannt. Dabei ist das elastische Element
eine Feder. Gegen die elastische Kraft der Feder kann die
Oberschere, zu der der zweite Tragarm gehört, Relativbewegungen
gegenüber der Unterschere, zu der der erste Tragarm gehört,
ausführen. Mit diesen Relativbewegungen folgt das Schleifstück
dem sich durch die Anpresskraft des Schleifstücks unterschied
lich stark anhebenden Fahrdraht vergleichsweise schnell, weil
nur die träge Masse der Oberschere und des Schleifstücks und
nicht des gesamten Stromabnehmers entgegenwirkt.
Ein Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem
Fahrdraht und einem Triebwagen, mit einem an dem Triebwagen
gelagerten und um eine erste horizontale Achse aufrichtbaren
ersten Tragarm, mit einem an dem freien Ende des ersten Tragarms
um eine zweite horizontale Achse schwenkbar gelagerten Paar von
zweiten Tragarmen, wobei das Paar der Tragarme einen über die
zweite horizontale Achse hinausstehenden Fortsatz aufweist, mit
einer an dem Triebwagen und dem Fortsatz schwenkbar gelagerten
Führungsstange und mit mindestens einem Schleifstück, daß sich
an dem freien Ende des Paares der zweiten Tragarme abstützt, ist
aus dem
Artikel "406,9 km/h" - Weltrekord auf der Schiene - Energie
übertragung bei der Rekordfahrt des ICE der DB, elektrische
Bahnen eb, 86. Jahrgang, Heft 9/1988, Seiten 268 bis 289
bekannt. Der erste Tragarm, der Fortsatz der zweiten Tragarme
und die Führungsstange bilden zusammen mit dem Triebwagen eine
Viergelenkanordnung aus. Beim Aufrichten des ersten Tragarms um
die erste horizontale Achse wird mit Hilfe dieser Viergelenk
anordnung auch das Paar der zweiten Tragarme um die zweite
horizontale Achse aufgerichtet. Diese zweite Aufrichtbewegung
beruht auf den Angriff der Führungsstange an dem über die zweite
horizontale Achse vorstehenden Fortsatz des Paares der zweiten
Tragarme. Das Paar der zweiten Tragarme ist bei dem als SSS 87
bezeichneten Stromabnehmer Bestandteil einer zweiten
Viergelenkanordnung, zu der noch eine zweite ebenfalls
schwenkbar an dem ersten Tragarm gelagerte Führungsstange und
ein an den freien Enden des zweiten Tragarms und der zweiten
Führungsstange gelagertes Lagerstück gehören. Das Lagerstück ist
für eine Wippe vorgesehen, die zwei Schleifstücke trägt. Die
beiden Schleifstücke werden beim Aufrichten des ersten und des
zweiten Tragarms mit einer Hubeinrichtung für den ersten Tragarm
in parallelen Richtungen nach oben an den Fahrdraht herangeführt
und an den Fahrdraht angepreßt, bis eine vorgegebene Kontakt
kraft von ca. 120 Newton erreicht ist. Beim Anpressen der
Schleifstücke an den Fahrdraht hebt sich dieser in Abhängigkeit
von der Härte seiner Abstützung nach oben an. Die Abstützung des
Fahrdrahts wird von einem sogenannten Kettenwerk gebildet.
Maximal ist die Härte des Kettenwerks in dessen Stützstellen,
minimal mittig zwischen den Stützstellen. Dies führt bei
konstanter Aufrichtung des ersten Tragarms um die erste
horizontale Achse zu unterschiedlichen Kontaktkräften der
Schleifstücke über die Längserstreckung des Fahrdrahts. Dort wo
sich der Fahrdraht stärker anhebt, sinkt die Kontaktkraft ab.
Weitere Einflüsse auf die Kontaktkraft ergeben sich durch die
Anströmung des Stromabnehmers durch den Fahrtwind. Hier ist es
zwar möglich, Windleitbleche einzusetzen, um derartige
aerodynamische Effekte auszugleichen. Die Auswirkungen der
Windleitbleche sind jedoch im Tunnel und auf freier Strecke
unterschiedlich. Darüberhinaus kommt es aufgrund der Windleit
bleche gerade bei der Tunnelein- und -ausfahrt zu starken
Schwankungen der Kontaktkraft. Zu den bisherigen Effekten treten
dynamische Effekte hinzu. Das heißt, die anfängliche Schwankung der
Kontaktkraft führt zu einer dynamischen Anregung des Kettenwerks
und des Stromabnehmers, die eine Rückkopplung auf die Kontakt
kraft aufweisen.
Aus der DE-Z: Elektrische Bahnen, 1993, H. 12, Seiten 382-388
"Aktive Stromabnehmer bei Hochgeschwindigkeitszügen" ist die
Schwingungsdämpfung bei Stromabnehmern mit Weg-, Beschleuni
gungs- oder Kraftsensoren, mit Hilfe geregelter Stellglieder
grundsätzlich bekannt.
Aus der DE 42 30 799 C1 sind aktive Dämpfungsglieder mit
Piezoaktuatoren bekannt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Stromabnehmer
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 aufzuzeigen, bei dem die
Kontaktkraft des Schleifstücks an den Fahrdraht konstant
gehalten werden kann.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den
Unteransprüchen beschrieben.
Bei dem neuen Stromabnehmer ist ein Torsionsaktuator vorgesehen,
der zwischen dem Fortsatz und jedem der zweiten Tragarme gezielt
die Aufbringung einer Torsionskraft, d. h. eines Drehmoments auf
den jeweiligen zweiten Tragarm um die zweite horizontale Achse,
ermöglicht. Angesteuert werden die Torsionsaktuatoren in Abhän
gigkeit von dem Signal mindestens eines an den Stromabnehmer
angeordneten Weg-, Beschleunigungs- oder Kraftsensors. Das von
der Steuerung berücksichtigte Signal sollte in einem möglichst
engen Zusammenhang mit der Kontaktkraft des Schleifstücks an den
Fahrdraht stehen. Es ist aber auch möglich, daß der Sensor eine
Größe ermittelt, deren Veränderung irgendeinen Effekt auf die
Kontaktkraft hat. Bei dieser Größe kann es sich beispielsweise
um die Anströmgeschwindigkeit des Fahrtwinds an
dem Stromabnehmer oder an ein an dem Stromabnehmer angeordnetes
Windleitblech handeln. Die Steuerung verarbeitet das Signal, um
die Kontaktkraft der Schleifstücke an den Fahrdraht konstant zu
halten. Sie arbeitet dabei vorzugsweise als Regler, wenn als
Eingangssignal ein direktes Maß für die Kontaktkraft des
Schleifstücks an dem Fahrdraht vorliegt.
Für den neuen Stromabnehmer werden Torsionsaktuatoren benötigt,
mit denen sehr schnell Torsionskräfte aufgebracht werden können,
da die Störungen der Kontaktkraft bei schnellen Schienenfahr
zeugen relativ hohe Frequenzen aufweisen. In einer möglichen
Ausführungsform weisen die Torsionsaktuatoren jeweils einen
koaxial zu der zweiten horizontalen Achse angeordneten Rohr
abschnitt aus anisotropen Faserverbundwerkstoff auf, wobei ein
linealer Aktuator den Rohrabschnitt in Richtung der zweiten
horizontalen Achse beaufschlagt. Durch die Beaufschlagung des
anisotropen Faserverbundwerkstoffs treten Torsionskräfte
zwischen den freien Enden des Rohrabschnitts auf. Dieser Effekt
kann beispielsweise auch bei Spiralfedern beobachtet werden.
Unter einem Faserverbundwerkstoff ist hier eine Matrix mit
eingebetteten Fasern zu verstehen. Dabei bedeutet anisotroper
Faserverbundwerkstoff, daß die Fasern eine Vorzugsorientierung
in der Matrix aufweisen. Diese Vorzugsorientierung verläuft
spiralförmig um die Achse des Rohrabschnitts.
Torsionskräfte zwischen den freien Enden des Rohrabschnitts
werden bei derartigen Faserverbundwerkstoffen sowohl bei
Beaufschlagung des Rohrabschnitts auf Druck als auch auf Zug
beobachtet. Bei dem neuen Stromabnehmer ist es jedoch wichtig,
daß die Verbindung des Fortsatz es des Paares der zweiten
Tragarme und des jeweiligen zweiten Tragarms eine vergleichs
weise hohe Grundsteifigkeit aufweist. Gleichzeitig sind die
bekannten linearen Aktuatoren, wie piezo-elektrische und
magneto-striktive Aktuatoren zwar auf hohe Druckkräfte aber nur
auf geringe Zugkräfte belastbar. Darüberhinaus sollte der
Torsionsaktuator einen möglichst einfachen Aufbau aufweisen.
Unter diesen Randbedingungen erweist es sich als vorteilhaft,
wenn der Rohrabschnitt des anisotropen Faserverbundwerkstoffs
unter Druckvorspannung steht, wobei der jeweilige lineare
Aktuator den Rohrabschnitt zwischen dessen beiden freien Enden
auf Zug beaufschlagt. Mit der Druckvorspannung des Rohrab
schnitts ist sichergestellt, daß der lineare Aktuator keiner
Zugbelastung ausgesetzt wird, sondern seinerseits unter Druck
vorspannung steht. Gleichzeitig wirkt der unter Druckvorspannung
stehende Aktuator einer weitergehenden Druckverformung des
Rohrabschnitts entgegen, so daß eine ausreichende Grundsteifig
keit des Torsionsaktuators gegeben ist.
Ein besonders kompakter Aufbau ergibt sich, wenn der lineare
Aktuator im Inneren des jeweiligen Rohrabschnitts angeordnet
ist.
In einer anderen Ausführungsform weisen die Torsionsaktuatoren
jeweils einen koaxial zu der zweiten horizontalen Achse ange
ordneten und längs der Achse aufgeschnittenen Rohrabschnitt aus
federelastischem Werkstoff auf, wobei mindestens ein linearer
Aktuator mindestens einen in axialer und tangentialer Richtung
endseitigen Bereich des Rohrabschnitts in paralleler Richtung zu
der zweiten horizontalen Achse beaufschlagt. Bei derartigen
Torsionsaktuatoren wirkt das Phänomen der Wölbverformung umge
kehrt. Das heißt, es wird eine Wölbverformung eingeleitet, um eine
Torsion des Rohrabschnitts zu erhalten. Die Angriffspunkte für
das Aufbringen der Wölbverformung müssen nicht die in axialer
und tangentialer Richtung jeweils äußersten endseitigen Bereiche
sein. Vielmehr kann es sich im Einzelfall gerade als vorteilhaft
erweisen, wenn die Angriffspunkte in axialer und/oder
tangentialer Richtung etwas von den endseitigen Bereichen
zurückgenommen werden, weil sich hierdurch die Übersetzung der
eingeleiteten Wölbverformung in die gewünschte Torsion des
Rohrabschnitts vergrößert. Es versteht sich, daß auch bei dem
aufgeschnittenen Rohrabschnitt der nach dem Prinzip der Wölbver
formung arbeitenden Torsionsaktuatoren auf eine ausreichende
Grundsteifigkeit zu achten ist. Dies ist bei der Auswahl des
federelastischen Werkstoffs für den Rohrabschnitt zu beachten.
Grundsätzlich wäre es hier auch möglich, einen anisotropen
Faserverbundwerkstoff einzusetzen. Ein solcher Rohrabschnitt
könnte sowohl in Richtung der zweiten horizontalen Achse beauf
schlagt als auch einer Wölbverformung unterworfen werden, um die
gewünschten Torsionskräfte aufzubringen. Bei Torsionsaktuatoren,
die nur nach dem Prinzip der Wölbverformung arbeiten, ist
insbesondere Federstahl für die Ausbildung der aufgeschnittenen
Rohrabschnitte geeignet. Dabei kann den Rohrabschnitten jeweils
ein durchgehendes, zylindermantelförmiges Stützelement
zugeordnet sein, damit sich die Verformung des aufgeschnittenen
Rohrabschnitts auf die eingeleitete Wölbverformung und die damit
einhergehende Torsion beschränkt, während darüberhinausgehend
eine weitgehend starre Verbindung des Fortsatzes des Paares der
zweiten Tragarme und des jeweiligen zweiten Tragarms gegeben
ist.
Bei den nach dem Prinzip der Wölbverformung arbeitenden
Torsionsaktuatoren können jeweils zwei sich in axialer und
tangentialer Richtung gegenüberliegende endseitige Bereiche des
aufgeschnittenen Rohrschnitts in entgegengesetzten Richtungen
beaufschlagt werden. Hierfür können zwei oder nur ein einziger
Aktuator vorgesehen sein. Bei einem einzigen Aktuator ist darauf
zu achten, daß er nur in seiner linearen Arbeitsrichtung
belastet wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform der nach dem Prinzip der
Wölbverformung arbeitenden Torsionsaktuatoren ist der
aufgeschnittene Rohrabschnitt jeweils von einem weiteren längs
der zweiten horizontalen Achse aufgeschnittenen Rohrabschnitt
umgeben, dessen Schnittlinie derjenigen des ersten Rohrab
schnitts bezogen auf die zweite horizontale Achse radial
gegenüberliegt. Hierdurch wird die Rotationssymmetrie des
Torsionsaktuators um die zweite horizontale Achse verbessert.
Darüberhinaus ergeben sich vorteilhafte Anordnungsmöglichkeiten
für die linearen Aktuatoren, bei denen ein linearer Aktuator
jeweils beide aufgeschnittenen Rohrabschnitte beaufschlagt. So
kann jeweils ein linearer Aktuator beide Rohrabschnitte in
jeweils mindestens einem in axialer und tangentialer Richtung
endseitigen Bereich beaufschlagen, wobei sich diese Bereiche an
gegenüberliegenden Enden des Torsionsaktuators befinden. Hierbei
ist es relativ leicht, sicher zu stellen, daß der jeweilige
Aktuator nur in seiner linearen Arbeitsrichtung belastet wird.
Vorzugsweise sind die beide aufgeschnittene Rohrabschnitte
beaufschlagenden linearen Aktuatoren in einem Ringraum zwischen
den beiden Rohrabschnitten angeordnet. Hierdurch wird ein sehr
kompakter Aufbau der Torsionsaktuatoren erreicht.
Die Anordnung der Torsionsaktuatoren jeweils zwischen dem Fort
satzs des Paares der beiden zweiten Tragarme und einem Tragarm
ermöglicht es, daß die Steuerung die beiden Torsionsaktuatoren
getrennt voneinander ansteuert, wenn dies zur Einhaltung einer
konstanten Kontaktkraft und insbesondere zur aktiven Dämpfung
von dynamischen Anregungen des Stromabnehmers sinnvoll ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert und beschrieben. Dabei zeigt
Fig. 1 den Stromabnehmer in schematisierter
Seitenansicht,
Fig. 2 ein Detail des Stromabnehmers in perspek
tivischer Darstellung,
Fig. 3 eine erste Ausführungsform des Torsions
aktuators,
Fig. 4 ein Detail des Torsionsaktuators gemäß Fig.
3,
Fig. 5 eine zweite Ausführungsform des Torsions
aktuators,
Fig. 6 und 7 ein Detail des Torsionsaktuators gemäß Fig.
5 im Querschnitt und in der Draufsicht und
Fig. 8 bis 10 ein Detail eines gegenüber Fig. 5 abge
wandelten Torsionsaktuators in zwei Quer
schnitten und einer Draufsicht.
Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Stromabnehmer 15 dient
zum Anheben und Anpressen von zwei Schleifstücken 1 an einem
Fahrdraht 2. Die Schleifstücke 1 stützen sich über endseitige
Federbeine 4 an einer Wippe 5 ab. Insgesamt sind je Schleifstück
1 zwei Federbeine 4 vorgesehen. In Fig. 1 ist jedoch nur ein
Federbein 4 je Schleifstück 1 ersichtlich. Die Wippe 5 ist um
eine horizontale Achse 6 verkippbar an einem Lagerstück 7
gelagert. Das Lagerstück 7 ist verschwenkbar an dem oberen Ende
eines Paares von Tragarmen 8 und 18 verschwenkbar gelagert.
Darüberhinaus ist eine Führungsstange 9 verschwenkbar an dem
Lagerstück 7 angelenkt. Sowohl das Paar von Tragarmen 8 und 18
als auch die Führungsstange 9 sind verschwenkbar an einem
Tragarm 11 angelenkt. So ist insgesamt eine als Oberschere 10
bezeichnete Viergelenkanordnung gegeben. Der Tragarm 11 ist
Bestandteil einer weiteren Viergelenkanordnung. Der Tragarm 11
ist selbst um eine horizontale Achse 30 verschwenkbar an einem
Triebwagen 24 gelagert. An dem Triebwagen 24 ist weiterhin eine
Führungsstange 13 verschwenkbar gelagert. Die Führungsstange 13
ist gelenkig mit einem Fortsatz 14 des Paares der Tragarme 8 und
18 verbunden. Dieser Fortsatz 14 ist mit den Tragarmen 8 und 18
um die horizontale Achse 28 verschwenkbar. Die untere Vier
gelenkanordnung wird auch als Unterschere 12 bezeichnet. Zum
Aufrichten des unteren ersten Tragarms 11 in Richtung des Pfeils
23 um die erste horizontale Achse 30 ist eine Hubeinrichtung 3
vorgesehen. Beim Aufrichten des ersten Tragarms 11 wird durch
die Kopplung der Unterschere 12 und der Oberschere 10 auch das
Paar der zweiten Tragarme 8 und 18 um die zweite horizontale
Achse 28 aufgerichtet. Dabei sind der Fortsatz 14 des Paares der
zweiten Tragarme 8 und 18 und die zweiten Tragarme 8 und 18
nicht starr miteinander verbunden, wie aus dem Detail gemäß
Fig. 2 hervorgeht. Vielmehr stehen die Tragarme 8 und 18 mit
dem Fortsatz 14 über Torsionsaktuatoren 16 und 17 in Verbindung.
Die Torsionsaktuatoren 16 und 17 weisen zwar eine relativ hohe
Torsionssteifigkeit auf. Gleichzeitig ist es mit den Torsions
aktuatoren 16 und 17 aber auch möglich, Drehmomente zwischen dem
Fortsatz 14 und den zweiten Tragarmen 8 und 18 gezielt aufzu
bringen. Hierzu werden die Torsionsaktuatoren 16 und 17 von
einer Steuerung 25 angesteuert. Die Steuerung 25 arbeitet in
Abhängigkeit von einem Kraftsignal 21 eines Kraftsensors 19, der
unterhalb eines Schleifstücks 1 die Kontaktkraft des Schleif
stücks an dem Fahrdraht 2 mißt, und eines Beschleunigungssignals
22 eines Beschleunigungssensors 20 am oberen Ende des Tragarms
8. Darüberhinaus können weitere Weg-, Kraft- und/oder Beschleu
nigungssensoren an dem Stromabnehmer angeordnet sein, deren
Signale von der Steuerung berücksichtigt werden. Die Steuerung
25 steuert die Torsionsaktuatoren 16 und 17 so an, daß die
Kontaktkraft der Schleifstücke 1 an dem Fahrdraht 2 weitest
gehend konstant gehalten wird. Hierzu sind die über die
Längserstreckung des Fahrdrahts 2 unterschiedlichen Härten
dessen Abstützung durch ein Kettenwerk auszugleichen. Weiterhin
sind dynamische Anregungen des Stromabnehmers zu dämpfen und
aerodynamische Einflüsse des dem Stromabnehmer 15 anströmenden
Fahrtwinds zu kompensieren.
Aus dem Detail gemäß Fig. 2 sind auch Spanndrähte 26 und 27
ersichtlich, mit denen das Paar der zweiten Tragarme 8 und 18
verspannt ist, um seine Steifigkeit zu erhöhen. Dennoch können
die Torsionsaktuatoren 16 und 17 auch separat voneinander
angesteuert werden, um bezüglich der Symmetrieebene des
Stromabnehmers unsymmetrische Einflüsse auf den Stromabnehmer
auszugleichen. Um die in Fig. 2 eingezeichnete Achse 29 ist die
Führungsstange 9 an dem Tragarm 11 verschwenkbar gelagert.
Einen möglichen Aufbau eines der Torsionsaktuatoren 17 zwischen
dem Fortsatz 14 und dem zweiten Tragarm 18 zeigt Fig. 3 im
Längsschnitt entlang der zweiten horizontalen Achse 28. Der
Torsionsaktuator 17 weist einen Rohrabschnitt 31 aus einem
anisotropen Faserverbundwerkstoff auf. Der Rohrabschnitt 31 ist
koaxial zu der zweiten horizontalen Achse 28 angeordnet. Die
Enden des Rohrabschnitts 31 sind drehfest mit dem Fortsatz 14
einerseits und dem zweiten Tragarm 18 andererseits verbunden.
Dabei werden der Fortsatz 14 und der Tragarm 18 sowie der
zwischengeordnete Aktuator 17 gemeinsam von einer Lagerstange 32
durchsetzt. Auf die Lagerstange 32 ist eine Mutter 33 aufge
schraubt, die über Tellerfedern 34 den zweiten Tragarm 18 an den
Fortsatz 14 andrückt. Hierdurch steht der zwischengeordnete
Rohrabschnitt 31 unter Druckvorspannung. In dem Ringraum
zwischen dem Rohrabschnitt 31 und der Lagerstange 32 ist ein
ringförmig ausgebildeter linearer Aktuator 35 angeordnet. Der
lineare Aktuator 35 stützt sich einerseits an dem Fortsatz 14
und andererseits über einen Gleitring 36 an dem zweiten Tragarm
18 ab. Beim Betätigen des linearen Aktuators 35 wird so der
Rohrabschnitt 31 in dem Sinne auf Zug beaufschlagt, daß die über
die Tellerfedern 34 aufgebrachte Druckvorspannkraft teilweise
weggenommen wird. Die mit unterschiedlichen Druckspannungen des
Rohrabschnitts 31 verbundenen Torsionskräfte gehen aus Fig. 4
hervor. Fig. 4 zeigt den Rohrabschnitt 31 in einer schema
tisierten Seitenansicht. Der Rohrabschnitt 31 besteht aus
Faserverbundwerkstoff mit einer Matrix 37 und mit in die Matrix
37 eingebetteten Faser 38. Die Fasern 38 sind parallel
zueinander angeordnet und bezogen auf die Achse des Rohrab
schnitts 31 spiralförmig orientiert. Bei Veränderung einer
Druckvorspannung auf den Rohrabschnitt 31 in Richtung der Pfeile
39 tritt eine Längsverformung des Rohrabschnitts 31 auf. Diese
Längsverformung geht aufgrund des anisotropen Aufbaus des
Faserverbundwerkstoffs mit einer relativen Verdrehung der beiden
Enden des Rohrabschnitts 31 einher, die durch Symbole 40 und 41
andeutet ist. Auf diese Weise können mit dem linearen Aktuator
35 gemäß Fig. 3 Torsionskräfte zwischen dem Fortsatz 14 und dem
zweiten Tragarm 18 aufgebracht werden. Ein derartiger Zusammen
hang zwischen einer axialen Krafteinwirkung bzw. Verformung und
einer Torsion wird beispielsweise auch beim Zusammendrücken von
Spiralfedern beobachtet.
Auf einem anderen Wirkungsprinzip beruht die Ausführungsform des
Aktuators 17, die in Fig. 5 im Längsschnitt entlang der zweiten
horizontalen Achse 28 dargestellt ist. Hier sind zwischen dem
Fortsatz 14 und dem zweiten Tragarm 18 zwei ineinander und
koaxial zu der zweiten horizontalen Achse 28 angeordnete aufge
schnittene Rohrabschnitte 42 und 43 vorgesehen. Die Schlitze 44
und 45 der beiden Rohrabschnitte 42 und 43 erstrecken sich
parallel zu der Achse 28 und liegen einander bezogen auf die
Achse 28 gegenüber. Jeder Rohrabschnitt 42 und 43 ist in dem
Bereich gegenüber seines Schlitzes 44 bzw. 45 an einem Ende an
dem Fortsatz 14 und an dem gegenüberliegenden Ende an dem
Tragarm 18 drehfest befestigt. Dabei liegt der innere aufge
schnittene Rohrabschnitt 43 mit einer nach innen gerichteten
radialen Spannung an einer teilweise von dem Fortsatz 14 und
teilweise von dem Tragarm 18 ausgebildeten Führungsbuchse 46 an,
während der äußere aufgeschnittene Rohrabschnitt mit radial nach
außen gerichteter Spannung an einer Führungshülse 47 anliegt.
Durch diese Abstützungen wird die koaxiale Orientierung der
beiden aufgeschnittenen Rohrabschnitte 42 und 43 stabilisiert.
Gleichzeitig ist es aber möglich, mit Hilfe der aufgeschnittenen
Rohrabschnitte 42 und 43 ein Drehmoment zwischen dem Fortsatz 14
und dem Tragarm 18 um die Achse 28 hervorzurufen. Für eine
entsprechende Relativbewegung ist ein Gleitring 48 zwischen den
beiden Teilen der Führungsbuchse 46 vorgesehen.
Wie die Torsion zwischen den beiden Enden des Aktuators 17
hervorgerufen wird, geht aus den Fig. 6 und 7 hervor. Dort
sind die beiden aufgeschnittenen Rohrabschnitte im Längsschnitt
und einer Draufsicht wiedergegeben. An den Rohrabschnitten 42
und 43 greifen zwei lineare Aktuatoren 49 und 50 an. Die
Angriffspunkte liegen in axialen und tangentialen Randbereichen
des jeweiligen Rohrabschnitts. Mit Hilfe der Aktuatoren 49 und
50 ist eine in Fig. 7 durch die Symbole 40 und 41 angedeutete
Wölbverformung der Rohrabschnitte 42 und 43 einleitbar, die zu
einer relativen Verdrehung der beiden Endbereiche der
Torsionsabschnitte in Richtung der Pfeile 51 bzw. 52 führt.
Gemäß Fig. 6 greifen die linearen Aktuatoren 49 und 50 jeweils
an in axialer Richtung gegenüberliegenden Punkten an den
aufgeschnittenen Rohrabschnitten 42 und 43 an. Dabei liegen
diese Punkte nicht im absoluten tangentialen Endbereich des
jeweiligen Rohrabschnitts. Anders verhält es sich bei der
Ausführungsform gemäß den Fig. 8 bis 10. Dort ist ein
einziger ringförmig ausgebildeter linearer Aktuator 53
vorgesehen. Dieser wirkt über Gleitringe 54 und 55 auf die
beiden aufgeschnittenen Rohrabschnitte 42 und 43 ein. Die
Angriffspunkte befinden sich in den absoluten axialen und
tangentialen Randbereichen der Rohrabschnitte, d. h. an ihren
Enden in der Nähe der Schlitze 44 bzw. 45. Die Gleitringe 54 und
55 stellen sicher, daß der lineare Aktuator 53 nur in seiner
Arbeitsrichtung belastet wird. Dies ist bei der Ausführungsform
gemäß der Fig. 6 und 7 durch eine gelenkige Befestigung der
linearen Aktuatoren 49 und 50 an den beiden Rohrabschnitten zu
bewerkstelligen. Die Auswirkungen der durch den ringförmigen
linearen Aktuator 53 auf die Rohrabschnitte 42 und 43 ausgeübten
Wölbverformung ergibt sich aus Fig. 10, in der die Pfeile 51
die Drehrichtung des oberen Endes des Aktuators 17 bei der
eingeleiteten Torsion andeuten.
Bezugszeichenliste
1 Schleifstück
2 Fahrdraht
3 Hubeinrichtung
4 Federbein
5 Wippe
6 Achse
7 Lagerstück
8 zweiter Tragarm
9 Führungsstange
10 Oberschere
11 erster Tragarm
12 Unterschere
13 Führungsstange
14 Fortsatz
15 Stromabnehmer
16 Torsionsaktuator
17 Torsionsaktuator
18 zweiter Tragarm
19 Kraftsensor
20 Beschleunigungssensor
21 Kraftsignal
22 Beschleunigungssignal
23 Pfeil
24 Triebwagen
25 Steuerung
26 Spanndraht
27 Spanndraht
28 zweite horizontale Achse
29 Achse
30 erste, horizontale Achse
31 Rohrabschnitt
32 Lagerstange
33 Mutter
34 Tellerfeder
35 linearer Aktuator
36 Gleitring
37 Matrix
38 Faser
39 Pfeil
40 Symbol
41 Symbol
42 Rohrabschnitt
43 Rohrabschnitt
44 Schlitz
45 Schlitz
46 Führungsbuchse
47 Führungshülse
48 Gleitring
49 linearer Aktuator
50 linearer Aktuator
51 Pfeil
52 Pfeil
53 linearer Aktuator
54 Gleitring
55 Gleitring
56 -
57 -
58 -
59 -
60 -
2 Fahrdraht
3 Hubeinrichtung
4 Federbein
5 Wippe
6 Achse
7 Lagerstück
8 zweiter Tragarm
9 Führungsstange
10 Oberschere
11 erster Tragarm
12 Unterschere
13 Führungsstange
14 Fortsatz
15 Stromabnehmer
16 Torsionsaktuator
17 Torsionsaktuator
18 zweiter Tragarm
19 Kraftsensor
20 Beschleunigungssensor
21 Kraftsignal
22 Beschleunigungssignal
23 Pfeil
24 Triebwagen
25 Steuerung
26 Spanndraht
27 Spanndraht
28 zweite horizontale Achse
29 Achse
30 erste, horizontale Achse
31 Rohrabschnitt
32 Lagerstange
33 Mutter
34 Tellerfeder
35 linearer Aktuator
36 Gleitring
37 Matrix
38 Faser
39 Pfeil
40 Symbol
41 Symbol
42 Rohrabschnitt
43 Rohrabschnitt
44 Schlitz
45 Schlitz
46 Führungsbuchse
47 Führungshülse
48 Gleitring
49 linearer Aktuator
50 linearer Aktuator
51 Pfeil
52 Pfeil
53 linearer Aktuator
54 Gleitring
55 Gleitring
56 -
57 -
58 -
59 -
60 -
Claims (13)
1. Stromabnehmer für die Energieübertragung zwischen einem
Fahrdraht und einem Triebwagen, mit einem an dem Triebwagen
gelagerten und um eine erste horizontale Achse aufrichtbaren
ersten Tragarm, mit einem an dem freien Ende des ersten Tragarms
um eine zweite horizontale Achse schwenkbar gelagerten zweiten
Tragarm, wobei der zweite Tragarm mit einem über die zweite
horizontale Achse hinausstehenden Fortsatz über ein elastisches
Element verbunden ist, mit einer an dem Triebwagen und dem
Fortsatz schwenkbar gelagerten Führungsstange und mit mindestens
einem Schleifstück, das sich an dem freien Ende des zweiten
Tragarms abstützt, dadurch gekennzeichnet, daß das elastische
Element einen koaxial zu der zweiten horizontalen Achse (28)
angeordneten Rohrabschnitt (31, 42, 43) aufweist, daß ein
linearer Aktuator (35, 49, 50, 53) den Rohrabschnitt (31) mit
einer Kraft beaufschlagt, daß der Rohrabschnitt (31, 42, 43)
derart ausgebildet ist, daß sich bei einer Verformung des
Rohrabschnitts (31, 42, 43) durch den linearen Aktuator die
beiden Enden des Rohrabschnitts um die zweite horizontale Achse
(28) gegeneinander verdrehen, und daß eine aktive Steuerung (25)
für das Ansteuern des linearen Aktuators (35, 49, 50, 53)
vorgesehen ist.
2. Stromabnehmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerung (25) den linearen Aktuator (35, 49, 50, 53) in
Abhängigkeit von dem Signal (21, 22) mindestens eines an dem
Stromabnehmer angeordneten Weg-, Beschleunigungs- oder Kraft
sensors (19, 20) ansteuert.
3. Stromabnehmer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß an dem freien Ende des ersten Tragarms (11) ein
Paar von zweiten Tragarmen (8 und 18) gelagert ist.
4. Stromabnehmer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Rohrabschnitt (31) aus anisotropem
Faserverbundwerkstoff besteht, wobei der lineare Aktuator (35)
den Rohrabschnitt (31) in Richtung der zweiten horizontalen
Achse (28) beaufschlagt.
5. Stromabnehmer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Faserverbundwerkstoff eine Matrix mit eingebetteten Fasern
aufweist, wobei die Fasern spiralförmig um die zweite horizon
tale Achse (28) angeordnet sind.
6. Stromabnehmer nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeich
net, daß der Rohrabschnitt (31) unter Druckvorspannung steht und
daß der jeweilige lineare Aktuator (35) den Rohrabschnitt (31)
auf Zug beaufschlagt.
7. Stromabnehmer nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der lineare Aktuator (35) im Inneren des
jeweiligen Rohrabschnitts (31) angeordnet ist.
8. Stromabnehmer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rohrabschnitt (42, 43) längs der zweiten
Achse (28) aufgeschnitten ist und aus federelastischem
Werkstoff besteht, wobei mindestens ein linearer Aktuator (49,
50 und/oder 53) mindestens einen in axialer und tangentialer
Richtung endseitigen Bereich des Rohrabschnitts (42, 43) in
paralleler Richtung zu der zweiten horizontalen Achse (28)
beaufschlagt.
9. Stromabnehmer nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß
bei dem Rohrabschnitt (42, 43) zwei sich in axialer und
tangentialer Richtung gegenüberliegende endseitige Bereiche in
entgegengesetzten Richtungen beaufschlagt werden.
10. Stromabnehmer nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der aufgeschnittene Rohrabschnitt (43) von einem
weiteren längs der zweiten horizontalen Achse (28) aufge
schnittenen Rohrabschnitt (42) umgeben ist, dessen Schlitz (44)
dem Schlitz (45) des inneren Rohrabschnitts (43) bezogen auf die
zweite horizontale Achse (28) radial gegenüberliegt.
11. Stromabnehmer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
jeweils ein linearer Aktuator (49, 50 bzw. 53) beide Rohrab
schnitte (42 und 43) in jeweils mindestens einem in axialer
und tangentialer Richtung endseitigen Bereich beaufschlagt,
wobei sich diese Bereiche an gegenüberliegenden Enden der
Rohrabschnitte (42, 43) befinden.
12. Stromabnehmer nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß die linearen Aktuatoren (49, 50 und 53) in einem
Ringraum zwischen den beiden Rohrabschnitten (42 und 43)
angeordnet sind.
13. Stromabnehmer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerung (25) die den beiden zweiten Tragarmen (8 und 18)
zugeordneten linearen Aktuatoren (35, 49, 50, 53) getrennt
voneinander ansteuert.
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