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DE19530398A1 - Neue Starterzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacrylaten - Google Patents

Neue Starterzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacrylaten

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DE19530398A1
DE19530398A1 DE19530398A DE19530398A DE19530398A1 DE 19530398 A1 DE19530398 A1 DE 19530398A1 DE 19530398 A DE19530398 A DE 19530398A DE 19530398 A DE19530398 A DE 19530398A DE 19530398 A1 DE19530398 A1 DE 19530398A1
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DE
Germany
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methacrylate
starter
pyridine
alkyl
composition according
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Withdrawn
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DE19530398A
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English (en)
Inventor
Philippe Teyssie
Bruno Vuillemin
Jinshan Wang
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Arkema France SA
Original Assignee
Elf Atochem SA
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Filing date
Publication date
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    • C08F20/02Monocarboxylic acids having less than ten carbon atoms, Derivatives thereof
    • C08F20/10Esters
    • C08F20/12Esters of monohydric alcohols or phenols
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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  • Polymers & Plastics (AREA)
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  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)
  • Polymerisation Methods In General (AREA)

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft eine neue Starterzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacrylaten, die die Durchführung der Polymerisation bei höheren Temperaturen als gewöhnlich ermöglicht. Die Erfindung betrifft auch die Verwendung dieser Starterzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacrylaten.
Die Herstellung von Polyalkylmethacrylaten, und vor allem von Poly­ methacrylat, durch anionische Polymerisation in Gegenwart einer Starterzusammensetzung, die einen Starter und zusätzlich eine weitere Verbindung (Ligand) enthält, ist bekannt. Die Gegenwart einer weite­ ren Verbindung ist im allgemeinen erforderlich, um Sekundär­ reaktionen infolge des Angriffs auf die Estergruppe des Alkylmethacry­ latmonomeren durch die Anionen zu vermeiden. Die Polymerisation des Alkylmethacrylats ist dann besser steuerbar, und man erhält so eine höhere Wirksamkeit des Starters, eine engere Verteilung der Molekülmassen und eine quantitative Umsetzung.
Die in der Literatur beschriebenen Starterzusammensetzungen erfor­ dern es jedoch, daß die Polymerisation bei sehr niedrigen Tempera­ turen stattfindet. So beschreibt die EP-A-185 641 eine Starterzusam­ mensetzung, die eine organische Alkalimetallverbindung als Starter und ein Alkalimetallmineralsalz (Lithiumchlorid) als weitere Verbin­ dung enthält; die Polymerisation des Methylmethacrylats findet im all­ gemeinen bei -78°C statt.
Auch die Verwendung organischer Aluminiumverbindungen als zusätzliche Verbindungen wie z. B. Trialkylaluminium mit tert.-Butyl­ lithium als Starter wurde bereits beschrieben. Die Polymerisation wird in Toluol bei -78°C durchgeführt (HATADA et al., Makromol. Chem. Suppl. 1989, 15,167).
ANDREWS et al. beschreiben in "Macromol´cules 1981, 14, 1599" die anionische Polymerisation von Methylmethacrylat bei höheren Tempe­ raturen, nämlich bei -45°C, in Gegenwart eines Organolithiumstarters wie sek.-Butyllithium, wobei Pyridin als Solvens oder Cosolvens (Pyridin/Toluol) verwendet wird. Der sich zwischen dem sek.-Butyl­ lithium und Pyridin bildende Komplex ist eine sehr wichtige, aktive Spezies zur Bildung von lebenden Polymeren. Dieser Komplex ist aber nicht stabil und geht Zersetzungsreaktionen ein, die entweder durch Temperaturanstieg oder durch Abnahme der Pyridinmenge in der Lösemittelmischung bedingt sind. Daraus resultiert eine Abnahme der Wirksamkeit des Starters und folglich eine schlecht steuerbare Polymerisation des Methylmethacrylats.
Für die industrielle Nutzung ist es erforderlich, daß die anionische Polymerisation bei höheren Temperaturen, mindestens bei 0°C, durchgeführt werden kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer Star­ terzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkylmeth­ acrylaten, insbesondere von Methylmethacrylat, die die Durchführung der Polymerisation unter industriellen Bedingungen gestattet, d. h. bei Temperaturen von mindestens 0°C, ohne die zuvor erwähnten Nach­ teile mit sich zu bringen, also eine Starterzusammensetzung, die eine bessere Steuerung der Polymerisation gestattet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Starterzusammen­ setzung gelöst, die einen Organolithiumstarter, Pyridin und zusätzlich eine organische Aluminiumverbindung der Formel
enthält, in der R¹ bis R³, identisch oder verschieden, jeweils eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine substituierte oder unsubstitu­ ierte Phenoxygruppe darstellen. R¹ bis R³ können als Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen z. B. jeweils Methyl-, Ethyl- oder Isopropyl­ gruppen darstellen. Als mögliche Substituenten der Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen sind beispielsweise Arylgruppen zu nennen. Als mögliche Substituenten der Phenoxygruppe sind C₁-C₄-Alkyl­ gruppen und Arylgruppen zu nennen. Diese Starterzusammensetzung wird insbesondere zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacry­ laten verwendet. Beispiele für die in der vorliegenden Erfindung ver­ wendbaren Aluminiumverbindungen sind Triethylaluminium, Di-(2,6- di-tert.-butylphenoxy)ethylaluminium, Di-(2,6-di-tert.-butylphenoxy)­ methylaluminium, Di-(2,6-di-tert.-butylphenoxy)isobutylaluminium oder Tri-(2,6-di-tert.-butylphenoxy)aluminium.
Ein für die erfindungsgemäße Starterzusammensetzung verwendbarer Organolithiumstarter hat die Formel R-Li, in der der Rest R
  • - einen linearen oder verzweigten, gegebenenfalls mit minde­ stens einer Aryl- oder Alkylgruppe substituierten Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder
  • - einen mono- oder polycyclischen, gegebenenfalls substitu­ ierten Arylrest oder
  • - einen mit einer Aryl-, Alkyl- oder Alkylarylgruppe substitu­ ierten C₂-C₆-Alkenylrest
bezeichnet.
Jeder andere für die anionische Polymerisation von Methacrylaten bekannte Organolithiumstarter kann ebenfalls verwendet werden.
Als Beispiele für Organolithiumstarter lassen sich sek.-Butyllithium, n- Butyllithium, tert.-Butyllithium, Fluorenyllithium, α-Methylstyryllithium, 1,1-Diphenylhexyllithium, Diphenylmethyllithium, 1,1-Diphenyl-3- methylpentyllithium nennen. Man kann auch Lithiumdiisopropylamid oder α-Lithiumisobutyrat verwenden.
Unter einem Alkylmethacrylat versteht man in der vorliegenden Erfin­ dung Methacrylate, in denen die Alkylgruppe, die gegebenenfalls z. B. mit mindestens einem Halogenatom substituiert ist, 1 bis 18 Kohlen­ stoffatome enthält, wie z. B. Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, 2,2,2- Trifluorethylmethacrylat, n-Propylmethacrylat, Isopropylmethacrylat, n-Butylmethacrylat, sek.-Butylmethacrylat, tert.-Butylmethacrylat, n-Amylmethacrylat, iso-Amylmethacrylat, Hexylmethacrylat, 2-Ethyl­ hexylmethacrylat, Cyclohexylmethacrylat, Octylmethacrylat, iso-Octyl­ methacrylat, Decylmethacrylat. Besonders bevorzugt wird Methylmeth­ acrylat.
Das Aluminiumverbindung/Organolithiumstarter-Molverhältnis in der Starterzusammensetzung kann in sehr großen Grenzen variieren. Die Menge an Aluminiumverbindung kann z. B. in einem großen Über­ schuß, bezogen auf die Menge des Organolithiumstarters, vorliegen. Diese Menge kann aber auch gleich oder kleiner als die des Organo­ lithiumstarters sein. Vorzugsweise verwendet man ein Aluminium­ verbindung/Organolithiumstarter-Molverhältnis zwischen 1 und 50, insbesondere zwischen 1 und 10.
Das Pyridin kann mit einem anderen Lösemittel vermischt werden, das vorzugsweise apolar ist, wie z. B. Benzol, Ethylbenzol oder Toluol. Vorzugsweise enthält die Lösemittelmischung mindestens 10 Vol-% Pyridin. In der Lösemittelmischung Pyridin/apolares Solvens kann das Pyridin vorzugsweise mit dem apolaren Lösemittel assoziiert sein.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Starterzusammensetzung zur anionischen Polyme­ risation von Alkylmethacrylaten. Die Verwendung der erfindungsge­ mäßen Starterzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacrylaten erfolgt bei einer Temperatur von mindestens 0°C.
Die erfindungsgemäße Starterzusammensetzung, die in assoziierter Form mit Pyridin als Lösemittel einen Organolithiumstarter und eine organische Aluminiumverbindung enthält, erlaubt, gegebenenfalls in Mischung mit einem anderen Lösemittel, die gut steuerbare Polymeri­ sation von Alkylmethacrylaten bei höheren Temperaturen als gewöhn­ lich. Die Temperatur kann mindestens 0°C, aber auch ohne beson­ dere Probleme 20°C oder mehr betragen.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung stellt man die Starter­ zusammensetzung her, indem man zu dem Pyridin die Aluminium­ verbindung hinzugibt und anschließend die gewünschte Menge an Organolithiumstarter hinzufügt (Methode A). Nach einer anderen Aus­ führungsform wird die Aluminiumverbindung zunächst mit dem Orga­ nolithiumstarter vermischt und anschließend das Pyridin zu der Mischung hinzugegeben (Methode B). Nach einer weiteren erfin­ dungsgemäßen Ausführungsform wird der Organolithiumstarter mit dem Pyridin vermischt, und anschließend wird die Aluminiumverbin­ dung hinzugegeben (Methode C). Methode A wird bevorzugt, um eine Wirksamkeit des Organolithiumstarters von etwa 1 und eine relativ enge Verteilung der Molekularmassen zu erhalten.
Die Dauer der Polymerisation hängt insbesondere von der Konzentra­ tion an Monomerem und Organolithiumstarter sowie von der Polyme­ risationstemperatur ab. Man führt die Polymerisation in Abwesenheit von Feuchtigkeit und Sauerstoff durch.
Durch die erfindungsgemäße Verwendung erhält man insbesondere Polymethylmethacrylate mit einer zahlenmittleren Molmasse Mn im allgemeinen zwischen 5.000 und 500.000 und einer Polymolekularität, die zwischen 1,05 und 1,6 variieren kann. Da die Wirksamkeit des Organolithiumstarters oberhalb von 0,90 liegt, kann sie als sehr hoch bezeichnet werden.
Um Polymethylmethacrylat, ausgehend von lebendem Polymethyl­ methacrylat, zu erhalten, desaktiviert man letzteres durch Reaktion mit einem Protonendonator, der insbesondere aus einem Alkohol oder einer Säure besteht. Das durch die erfindungsgemäße Verwendung lebende Polymethylmethacrylat kann durch Blockcopolymerisation ebenfalls über den anionischen Weg zu Blockcopolymeren führen, die mindestens einen unter Verwendung der erfindungsgemäßen Starter­ zusammensetzung hergestellten Block auf Basis eines Polymethyl­ methacrylats und einen oder mehrere Blöcke, identisch oder verschie­ den, jeweils auf Basis eines von Polymethylmethacrylat verschiedenen Polymeren enthalten. Die Monomeren für diesen zusätzlichen Block oder diese zusätzlichen Blöcke können insbesondere ausgewählt sein aus Acrylmonomeren, Methacrylmonomeren, vinylaromatischen Monomeren, Dienmonomeren und Maleinimiden.
Die folgenden Beispiele, die nicht einschränkend sind, verdeutlichen die vorliegende Erfindung.
In diesen Beispielen werden folgende Abkürzungen verwendet:
- DPHLi:
1,1-Diphenylhexyllithium
- MMA: Methylmethacrylat
- Et₃Al: Triethylaluminium
- PSt⁻Li⁺: Polystyryllithium
- n-BuLi: n-Butyllithium
- sek.-BuLi: sek.-Butyllithium
- tert.-BuLi: tert.-Butyllithium
MMA wird unter Rückfluß über CaH₂ getrocknet, unter vermindertem Druck destilliert und bei -20°C unter Inertatmosphäre aufbewahrt. Pyridin wird unter Rückfluß über KOH gekocht, dann über oligomeres PSt⁻Li⁺ destilliert. Der Organolithiumstarter DPHLi wird bei 30°C her­ gestellt, indem man Diphenylethylen mit n-BuLi in Toluol 48 Stunden lang reagieren läßt.
Die Beispiele 1 bis 7 betreffen die Polymerisation von MMA in Gegenwart der (Et₃Al + Pyridin)/DPHLi-Starterzusammensetzung, die nach der zuvor beschriebenen Methode A hergestellt wird.
Die Beispiele 8 und 9 sind Vergleichsbeispiele; im Beispiel 8 enthält die Starterzusammensetzung kein Et₃Al; im Beispiel 9 enthält die Star­ terzusammensetzung kein Pyridin.
Tabelle I zeigt die Umsatzrate, die berechnete zahlenmittlere Moleku­ larmasse (Mn ber.), die durch sterische Ausschlußchromatographie (SEC) erhaltene zahlenmittlere Molekularmasse (Mn SEC), die Polymo­ lekularität (Mw/Mn), wobei Mw die gewichtsmittlere Molekularmasse darstellt, und die Wirksamkeit (f) des Organolithiumstarters.
Die sterische Ausschlußchromatographie (SEC) wurde in Tetrahydrofu­ ran unter Verwendung eines Hewlett-Packard 1037A-Chromatographs, der mit einem Detektor zur Bestimmung des Brechungsindex ausge­ stattet ist, durchgeführt.
Beispiele 1 bis 4
In diesen Beispielen verwendet man eine erfindungsgemäße Starter­ zusammensetzung, die nach der Methode A hergestellt wird, d. h. in der die Aluminiumverbindung (Et₃Al) zu dem trockenen Pyridin hin­ zugefügt wird. Nach 10 Minuten gibt man zu der Mischung die gewünschte Menge des Organolithiumstarters (DPHLi) hinzu. Die Aluminium/Organolithiumstarter-Molverhältnisse sind in Tabelle I wiedergegeben. Die Mischung wird bei 0°C durchgeführt. Es muß an dieser Stelle bemerkt werden, daß in den Beispielen, in denen als Starterzusammensetzung eine Zusammensetzung, ausgehend von Pyridin als einzigem Lösemittel, angegeben ist, die Lösung der Starter­ zusammensetzung immer noch etwa 2 Vol-% Toluol enthält, denn DPHLi und Et₃Al werden als Lösungen in Toluol verwendet.
Die Polymerisation des MMA wird in einem Glaskolben durchgeführt, der zuvor ausgeheizt wurde. Man gibt mit Hilfe einer Spritze 4·10-3 mol/l der Starterzusammensetzung in den Kolben. Bei 0°C gibt man dann das MMA dazu. Das MMA wurde zuvor mit einer 10%igen Lösung des Et₃Al in Toluol bei 0°C bis zu einer dauerhaften gelb­ grünen Farbe behandelt, und dann wurde unter reduziertem Druck destilliert. Die Dauer der Polymerisation des MMA ist in Tabelle I für jedes Beispiel wiedergegeben.
Die Produkte werden durch Fällung der Polymerisationslösung in Heptan und Trocknen bei 60°C für 48 Stunden im Vakuum erhalten.
Beispiele 5 und 6
Man verfährt wie in den Beispielen 1 bis 4. Man verwendet jedoch eine Mischung aus Pyridin und Toluol. Die Mengen der verschiedenen Bestandteile, die Polymerisationsbedingungen und die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle I angegeben.
Beispiel 7
Man verwendet dieselbe Verfahrensmethode wie in den Beispielen 1 bis 4, aber die Polymerisationstemperatur des MMA beträgt 20°C.
Es ist festzustellen, daß bei dieser Temperatur der Umsatz quantitativ ist und die Wirksamkeit des Organolithiumstarters noch bei etwa 1 liegt. Die Polymolekularität beträgt nur 1,30.
Beispiel 8 (Vergleichsbeispiel)
Man verfährt wie in den Beispielen 1 bis 4, aber die Starterzusammen­ setzung enthält kein Et₃Al.
Beispiel 9 (Vergleichsbeispiel)
Man verfährt wie in den Beispielen 1 bis 4, aber man verwendet kein Pyridin.
Anhand von Tabelle I läßt sich feststellen, daß die Gegenwart der zusätzlichen Verbindung Et₃Al entscheidend für eine Steuerung des lebenden Charakters des Polymeren ist. In Abwesenheit der Alumini­ umverbindung (Beispiel 8) ist die Polymerisation nicht gut steuerbar, wie man es aus der geringen Wirksamkeit des Organolithiumstarters (f = 0,22) und der bimodalen Verteilung der Molekularmassen (Mw/Mn = 1,75) erkennen kann, die auf die Koexistenz von minde­ stens zwei Typen aktiver Spezies hinweist.
Man kann ebenfalls feststellen, daß in Abwesenheit von Pyridin (Beispiel 9) die Wirksamkeit des Organolithiumstarters gering und die Polymolekularität groß ist.
Tabelle I zeigt, daß eine oberhalb von 0°C gut gesteuerte Polymeri­ sation von MMA aus einem Zusammenwirken von Organolithium­ starter, Aluminiumverbindung und Pyridin resultiert.
Beispiel 10
Man verfährt gemäß Beispiel 3, jedoch mit dem Unterschied, daß die Aluminiumverbindung Et₃Al zunächst mit dem Organolithiumstarter DPHLi für etwa 10 Minuten vermischt und anschließend Pyridin zu der Mischung hinzugegeben wird (Methode B). Die Ergebnisse sind in Tabelle II angegeben.
Beispiel 11
Man verfährt gemäß Beispiel 3, aber in diesem Fall wird der DPHLi- Organolithiumstarter zunächst 30 Minuten lang mit Pyridin vermischt, und dann wird die Aluminiumverbindung Et₃Al hinzugegeben (Methode C).
Die Ergebnisse sind in Tabelle II angegeben.
Aus Tabelle II läßt sich feststellen, daß die anionische Polymerisation auch vom Herstellungsverfahren der erfindungsgemäßen Starter­ zusammensetzung Organolithiumstarter/Aluminiumverbindung/Pyridin abhängt, wobei jedoch die Wirksamkeit des Organolithiumstarters groß bleibt.
Beispiel 12
Man verfährt wie im Beispiel 3, aber man ersetzt den DPHLi-Organo­ lithiumstarter durch tert.-BuLi. Der Umsatz beträgt 100%. Mn ber. ist 25.000. Die Polymolekularität Mw/Mn beträgt 1,12. Die Wirksamkeit des Organolithiumstarters ist 0,65.
Beispiele 13 und 14
Man verfährt wie im Beispiel 3, aber man ersetzt tert.-BuLi durch sek.- BuLi bzw. n-BuLi. Man erhält ein Polymer mit Mn ber. von 15.000. Die Polymolekularität liegt in der Größenordnung von 1,30. Die Wirksam­ keit des Organolithiumstarters ist kleiner als 0,60.

Claims (17)

1. Starterzusammensetzung zur anionischen Polymerisation von Alkyl­ methacrylat, enthaltend einen Organolithiumstarter und Pyridin zusätz­ lich eine organische Aluminiumverbindung der Formel in der R¹ bis R³, identisch oder verschieden, jeweils eine lineare oder verzweigte, substituierte oder unsubstituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine substituierte oder unsubstituierte Phenoxygruppe darstellen.
2. Starterzusammensetzung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß R¹ bis R³, identisch oder verschieden, jeweils eine lineare oder ver­ zweigte, gegebenenfalls mit einer Arylgruppe substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine gegebenenfalls mit einer C₁-C₄- Alkylgruppe oder einer Arylgruppe substituierte Phenoxygruppe darstel­ len.
3. Starterzusammensetzung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Aluminiumverbindung ausgewählt ist aus Triethyl­ aluminium, Di-(2,6-di-tert.-butylphenoxy)ethylaluminium, Di-(2,6-di­ tert.-butylphenoxy)methylaluminium, Di-(2,6-di-tert.-butylphenoxy)iso­ butylaluminium und Tri-(2,6-di-tert.-butylphenoxy)aluminium.
4. Starterzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Organolithiumstarter eine Verbindung der Formel R-Li ist, in der R
  • - einen linearen oder verzweigten, gegebenenfalls mit mindestens einer Aryl- oder Alkylgruppe substituierten Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder
  • - einen mono- oder polycyclischen, gegebenenfalls substituierten Aryl­ rest oder
  • - einen mit einer Aryl-, Alkyl- oder Alkylarylgruppe substituierten C₂- C₆-Alkenylrest darstellt.
5. Starterzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Organolithiumstarter ausgewählt ist aus der Gruppe von sek.-Butyllithium, n-Butyllithium, tert.-Butyllithium, Fluorenyllithium, α-Methylstyryllithium, 1,1-Diphenylhexyllithium, Diphenylmethyllithium, 1,1-Diphenyl-3-methylpentyllithium.
6. Starterzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Organolithiumstarter ausgewählt ist auf Lithiumdiisopropylamid und α-Lithiumisobutyrat.
7. Starterzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Pyridin mit einem apolaren Lösemittel assoziiert ist.
8. Starterzusammensetzung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das apolare Lösemittel ausgewählt ist aus Benzol, Ethylbenzol und Toluol.
9. Starterzusammensetzung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Mischung aus Pyridin und apolarem Lösemittel min­ destens 10 Vol.-% Pyridin enthält.
10. Starterzusammensetzung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Aluminiumverbindung/Organo­ lithiumstarter-Molverhältnis zwischen 1 und 50, insbesondere zwischen 1 und 10, liegt.
11. Verwendung einer Starterzusammensetzung nach einem der vorherge­ henden Ansprüche zur anionischen Polymerisation von Alkylmethacry­ lat in Gegenwart dieser Starterzusammensetzung.
12. Verwendung nach Anspruch 11 bei einer Temperatur von mindestens 0°C.
13. Verwendung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Starterzusammensetzung durch Reaktion der Aluminiumverbindung mit Pyridin und anschließender Zugabe des Organolithiumstarters her­ gestellt ist.
14. Verwendung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Starterzusammensetzung durch Reaktion der Aluminiumverbindung mit dem Organolithiumstarter- und anschließender Zugabe von Pyridin hergestellt ist.
15. Verwendung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Starterzusammensetzung durch Reaktion des Organolithiumstarters mit dem Pyridin und anschließender Zugabe der Aluminiumverbindung hergestellt ist.
16. Verwendung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Alkylmethacrylat ein C₁-C₁₈-Alkylmethacrylat ist, bei dem die Alkylgruppe gegebenenfalls mit mindestens einem Halogen­ atom substituiert ist, wie z. B. Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, 2,2,2- Trifluorethylmethacrylat, n-Propylmethacrylat, Isopropylmethacrylat, n- Butylmethacrylat, sek.-Butylmethacrylat, tert.-Butylmethacrylat, n-Amyl­ methacrylat, iso-Amylmethacrylat, Hexylmethacrylat, 2-Ethylhexylmeth­ acrylat, Cyclohexylmethacrylat, Octylmethacrylat, iso-Octylmethacrylat oder Decylmethacrylat.
17. Verwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das C₁- C₁₈-Alkylmethacrylat Methylmethacrylat ist.
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