DE19527645A1 - Axialkolbenmaschine in Taumelscheibenbauweise - Google Patents
Axialkolbenmaschine in TaumelscheibenbauweiseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Axialkolbenmaschine in Taumelscheibenbauweise, mit einer
ersten Gruppe von konzentrisch angeordneten Zylinderbohrungen und axial dazu be
abstandet einer zweiten Gruppe von Zylinderbohrungen, zwischen denen eine schräg
zur Drehachse der Axialkolbenmaschine positionierte oder positionierbare, mit einer
Maschinenwelle verbundene Hubscheibe angeordnet ist, gegen die in den Zylinder
bohrungen längsbeweglich geführte Kolben abgestützt sind, wobei jeder Kolben zur
Verdrängung von Druckmittel oder zur Beaufschlagung mit Druckmittel an beiden
Enden des Kolbens vorgesehen ist und aus zwei axial beabstandeten Kolbenabschnit
ten besteht, die in gegenüberliegend angeordneten Zylinderbohrungen eintauchen und
durch einen Brückenabschnitt miteinander verbunden sind, der in Wirkverbindung mit
der Hubscheibe steht, und wobei die Kolben gegen Verdrehung um die Kolbenmittel
achse gesichert sind.
Eine gattungsgemäße Axialkolbenmaschine ist in der DE-PS 4 15 432 beschrieben. Zur
Sicherung der Kolben gegen Verdrehung um die Kolbenmittelachsen ist jeder Kolben
an einer gehäusefesten Stange längsbeweglich geführt und im Maschinengehäuse
gegen Verdrehung abgestützt. Zu diesem Zweck ist jeder Kolben mit zwei voneinander
beabstandeten, bezogen auf die Drehachse der Axialkolbenmaschine sich radial nach
außen erstreckenden Lappen versehen, zwischen denen die an beiden Seiten abge
flachte Stange angeordnet ist. Die bei der oszillierenden Bewegung der Kolben auftre
tende Geschwindigkeit wirkt auch auf die Verdrehsicherung ein.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Axialkolbenmaschine in
Taumelscheibenbauweise der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, die
eine vereinfachte und verbesserte Sicherung der Kolben gegen Verdrehung um die
Kolbenmittelachsen aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Brückenabschnitte mit in
Umfangsrichtung wirksamen Führungsflächen versehen sind, die zur Anlage an korres
pondierende Führungsflächen der Brückenabschnitte der benachbarten Kolben ausge
bildet sind.
Die Kolben stützen sich daher jeweils am benachbarten Kolben ab. Dabei ergibt sich
für die auf der einen Seite der Hubscheibe angeordneten, unter Hochdruck stehenden
Kolbenabschnitte eine Verdrehrichtung, die der Verdrehrichtung der auf der gegenüber
liegenden Seite der Hubscheibe um 180 Grad versetzt angeordneten, ebenfalls unter
Hochdruck stehenden Kolbenabschnitte entgegengesetzt ist. Die Verdrehkräfte wirken
daher gegeneinander und heben sich folglich auf, so daß keine Abstützung gegenüber
dem Maschinengehäuse erforderlich ist.
Zwischen den Brückenabschnitten der zueinander benachbarten Kolben ergibt sich
darüber hinaus lediglich eine geringe Relativgeschwindigkeit, die durch die Bewe
gungsvoreilung bzw. Bewegungsnacheilung der zueinander benachbarten Kolben
bedingt ist, so daß die erfindungsgemäße Verdrehsicherung eine große Verschleiß
festigkeit aufweist. Hingegen wirkt in der Axialkolbenmaschine des Standes der
Technik auf die Verdrehsicherung stets die volle Kolbengeschwindigkeit ein, was mit
Energieverlusten einhergeht und sehr rasch Verschleiß nach sich zieht.
Fertigungstechnisch ist es günstig, wenn die in Umfangsrichtung wirksamen Füh
rungsflächen der Brückenabschnitte - in Axialrichtung der Axialkolbenmaschine
gesehen - als Seitenbegrenzungen eines Kreissektors geformt sind.
Sofern die Führungsflächen im radial äußeren Bereich des Kreissektors wirksam sind
und ein keilförmiger Freiraum, dessen lichte Weite mit abnehmendem Radius größer
wird, zwischen den Brückenabschnitten gebildet ist, ergeben sich einerseits genau
definierte Krafteingriffstellen, andererseits greift jeweils die der Verdrehbewegung des
Kolbens um seine Mittelachse entgegengerichtet wirksame Kraft am größtmöglichen
Hebelarm an.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schema
tischen Figuren dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Axialkolbenmaschine
und
Fig. 2 einen Querschnitt durch die Axialkolbenmaschine.
Die erfindungsgemäße Axialkolbenmaschine in Taumelscheibenbauweise weist ein
Maschinengehäuse 1 und eine drehbar darin gelagerte Maschinenwelle 2 auf, mit der
eine Hubscheibe 3 verbunden ist. Der Neigungswinkel der Hubscheibe 3 ist im vor
liegenden Ausführungsbeispiel gegenüber einer zur Drehachse D der Maschinenwelle
2 senkrechten Ebene unveränderlich.
In dem Maschinengehäuse 1 ist eine erste Gruppe von konzentrischen Zylinderboh
rungen 4 angeordnet und parallel dazu beabstandet eine zweite Gruppe von konzen
trischen Zylinderbohrungen 5.
Die Hubscheibe 3 steht in Wirkverbindung mit mehreren Kolben 6, von denen jeder
einen ersten Kolbenabschnitt 6a und einen axial dazu beabstandeten zweiten Kolben
abschnitt 6b aufweist. Die beiden Kolbenabschnitte 6a und 6b sind im Ausführungs
beispiel koaxial zueinander und weisen denselben Durchmesser auf. Ein Brückenab
schnitt 7 verbindet die beiden Kolbenabschnitte 6a und 6b miteinander. Die beiden
Kolbenabschnitte 6a und 6b sind in gegenüberliegenden Zylinderbohrungen 4 und 5
der ersten und der zweiten Gruppe von Zylinderbohrungen längsbeweglich.
Die Kolbenenden sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel je nach Einsatz der
Maschine mit Druckmittel beaufschlagbar (Betrieb als hydraulischer Motor) oder
verdrängen Druckmittel (Betrieb als Pumpe).
Im Betrieb entsteht in bekannter Weise eine eine zur Mittelachse des Kolbens 6
senkrechte und zur Hubscheibe 3 tangentiale Relativgeschwindigkeit.
In dem Brückenabschnitt 7 des Kolbens 6 sind zwei als Kugelsegmente mit zueinander
koaxialen Mittelsenkrechten 51, 52 ausgebildete Stützkörper 8 und 9 angeordnet, zwi
schen denen sich die Hubscheibe 3 befindet und die in diesem Ausführungsbeispiel
eine gemeinsame umhüllende Kugel aufweisen. Der Mittelpunkt M der Kugel liegt be
vorzugt auf der Mittelebene E der zwischen den Stützkörpern 8, 9 befindlichen Hub
scheibe 3. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist der Mittelpunkt M der umhüllenden
Kugel auf der Mittelachse A des Kolbens 6 angeordnet.
Durch die beschriebene Ausbildung der Axialkolbenmaschine ist im Vergleich mit den
bisher bekannten Anordnungen ein sehr großer Neigungswinkel der Hubscheibe 3
möglich, was eine beträchtliche Leistungssteigerung ermöglicht.
Um eine Rotation des Kolben 6 um seine Mittelachse A zu verhindern, ist eine Siche
rung gegen Verdrehung um die Mittelachse A vorgesehen. Zu diesem Zweck sind
erfindungsgemäß die Brückenabschnitte 7 mit in Umfangsrichtung wirksamen Füh
rungsflächen 10 versehen, die zur Anlage an korrespondierende Führungsflächen 10
der Brückenabschnitte 7 der benachbarten Kolben 6 ausgebildet sind (siehe Fig. 2).
Die Kolben stützen sich daher jeweils am benachbarten Kolben ab. Dabei ergibt sich
für die auf der einen Seite der Hubscheibe angeordneten, mit Hochdruck beaufschlag
ten Kolbenabschnitte eine Verdrehrichtung V1, die der Verdrehrichtung V2 der auf der
gegenüberliegenden Seite der Hubscheibe um 180 Grad versetzt angeordneten, eben
falls mit Hochdruck beaufschlagten Kolbenabschnitte entgegengesetzt ist. Die Verdreh
kräfte wirken daher gegeneinander und heben sich folglich auf.
Die erfindungsgemäße Verdrehsicherung hat darüber hinaus den Vorteil, daß sich
zwischen den Brückenabschnitten der zueinander benachbarten Kolben lediglich eine
geringe Relativgeschwindigkeit ergibt, so daß die Verdrehsicherung eine große Ver
schleißfestigkeit aufweist. Hingegen wirkt in der Axialkolbenmaschine des Standes der
Technik auf die Verdrehsicherung stets die volle Kolbengeschwindigkeit ein, was sehr
rasch zu Verschleiß führt.
Die Führungsflächen 10 der Brückenabschnitte 7 sind - in Axialrichtung der Axial
kolbenmaschine gesehen - als Seitenbegrenzungen eines Kreissektors geformt. Um
genau definierte Krafteingriffstellen zu erhalten, sind die Führungsflächen 10 lediglich
im radial äußeren Bereich des Kreissektors wirksam. Im inneren Bereich des Kreis
sektors ist ein keilförmiger Freiraum 11 zwischen den Brückenabschnitten 7 gebildet,
dessen lichte Weite mit abnehmendem Radius kleiner wird. Diese Anordnung bewirkt
zudem, daß jeweils die der Verdrehbewegung des Kolbens 6 um seine Mittelachse A
entgegengerichtet wirksame Kraft am größtmöglichen Hebelarm angreift.
Senkrecht zur Drehachse D der Maschinenwelle 2 ist eine erste gehäusefeste Mün
dungsfläche 12 angeordnet ist, in der an die Zylinderbohrungen 4 der ersten Gruppe
angeschlossene Versorgungskanäle 13 enden. Parallel beabstandet zur ersten Mün
dungsfläche 12 ist eine zweite gehäusefeste Mündungsfläche 14, in der an die Zylin
derbohrungen 5 der zweiten Gruppe angeschlossene Versorgungskanäle 15 enden. Zu
jeder Mündungsfläche 12, 14 ist eine an der Maschinenwelle 2 angeordnete, rotierende
Steuerfläche 16, 17 vorgesehen. In der Steuerfläche 16 sind Steuernieren 16a, 16b zur
periodischen Versorgung der Zylinderbohrungen 4 mit Druckmittel angeordnet. Analog
dazu sind in der Steuerfläche 17 Steuernieren 17a, 17b zur periodischen Versorgung
der Zylinderbohrungen 5 mit Druckmittel angeordnet. Die Steuernieren 16a, 16b, 17a
und 17b sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel direkt in die Maschinenwelle 2
eingearbeitet.
Zwischen der Mündungsfläche 12 und der Steuerfläche 16 ist zur besseren Kräftever
teilung und Erhöhung der Verschleißfestigkeit ein gehäusefester Verteilerring 18 ange
ordnet, der mit Bohrungen 18a versehen ist, die zu den Versorgungskanälen 13 koaxial
sind. Analog dazu ist zwischen der Mündungsfläche 14 und der Steuerfläche 17 ein ge
häusefester Verteilerring 19 angeordnet, der mit Bohrungen 19a versehen ist, die zu
den Versorgungskanälen 15 koaxial sind.
Die Steuernieren 16a und 17b sind über Kreuz an einen Verbindungskanal 20 und die
Steuernieren 16b und 17a über Kreuz an einen Verbindungskanal 21 angeschlossen.
Die Verbindungskanäle 20, 21 münden gegenüberliegend einer gehäusefesten, senk
recht zur Drehachse D der Maschinenwelle 2 angeordneten Anschlußfläche 22. In der
Anschlußfläche 22 sind ein erster Anschlußkanal 23 und radial dazu beabstandet ein
zweiter Anschlußkanal 24 jeweils einem der Verbindungskanäle 20, 21 gegenüber
liegend angeordnet.
Um trotz der fertigungstechnisch bedingten Toleranzen die Leckverluste gering zu
halten und darüber hinaus eine Selbstnachstellung der Steuerung zu bewirken, die eine
verschleißbedingte Erhöhung der Leckverluste verhindert, ist in den Mündungen der
Versorgungskanäle 13 und 15 jeweils eine axial bewegliche, napfförmige Buchse 25
vorgesehen, die in Richtung zur Steuerfläche durch Federkraft und dem Druck des
Druckmittels beaufschlagt ist. Die Buchse 25 liegt daher stets am Verteilerring 18 bzw.
19 an und erzielt somit eine Dichtwirkung mit Selbstnachstellung.
Darüber hinaus ist in der Mündung des zentrisch angeordneten, zweiten Anschlußka
nals 24 in der Anschlußfläche 22 eine axial bewegliche Buchse 26 angeordnet, die in
Richtung zur Maschinenwelle 2 durch Federkraft und den Druck des Druckmittels be
aufschlagt ist. Da der erste Anschlußkanal 23 sowie der Verbindungskanal 21 exzen
trisch angeordnet sind, ist der erste Anschlußkanal 23 im Mündungsbereich in der An
schlußfläche 22 mit einer Ringnut 27 versehen. Zur Abdichtung ist in der Ringnut 27
eine Ringbuchse 28 angeordnet, die in Richtung zur Maschinenwelle 2 durch Federkraft
und den Druck des Druckmittels beaufschlagt ist.
Claims (3)
1. Axialkolbenmaschine in Taumelscheibenbauweise, mit einer ersten Gruppe von
konzentrisch angeordneten Zylinderbohrungen und axial dazu beabstandet einer
zweiten Gruppe von Zylinderbohrungen, zwischen denen eine schräg zur Dreh
achse der Axialkolbenmaschine positionierte oder positionierbare, mit einer
Maschinenwelle verbundene Hubscheibe angeordnet ist, gegen die in den
Zylinderbohrungen längsbeweglich geführte Kolben abgestützt sind, wobei jeder
Kolben zur Verdrängung von Druckmittel oder zur Beaufschlagung mit Druckmittel
an beiden Enden des Kolbens vorgesehen ist und aus zwei axial beabstandeten
Kolbenabschnitten besteht, die in gegenüberliegend angeordneten Zylinderboh
rungen eintauchen und durch einen Brückenabschnitt miteinander verbunden sind,
der in Wirkverbindung mit der Hubscheibe steht, und wobei die Kolben gegen
Verdrehung um die Kolbenmittelachse gesichert sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Brückenabschnitte (7) mit in Umfangsrichtung wirksamen Führungsflächen
(10) versehen sind, die zur Anlage an korrespondierende Führungsflächen (10) der
Brückenabschnitte (7) der benachbarten Kolben (6) ausgebildet sind.
2. Axialkolbenmaschinen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in
Umfangsrichtung wirksamen Führungsflächen (10) der Brückenabschnitte (7) - in
Axialrichtung der Axialkolbenmaschine gesehen - als Seitenbegrenzungen eines
Kreissektors geformt sind.
3. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führungsflächen (10) im radial äußeren Bereich des Kreissektors wirksam sind
und mit abnehmendem Radius ein keilförmiger Freiraum (11) zwischen den
Brückenabschnitten (7) gebildet ist.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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