DE19524235A1 - Verfahren zur Herstellung eines Formteils - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines FormteilsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Ein gattungsgemäßes Verfahren ist bekannt geworden aus der DE-41 04 256-A1 (B23K
26/08). Dort wird insbesondere am Beispiel von Karosserieteilen für Personen- und Last
kraftwagen erläutert, wie hoch belastete lokale Bereiche (Scharnieraufnahmen, Schloßver
stärkungen, Ansatzbereiche für Holme oder sonstige tragende Elemente) wirkungsvoll ver
stärkt werden können. Im Ergebnis werden bei dem gattungsgemäßen Verfahren Formteile
erstellt, die auch als so genannte tailored blanks bekannt geworden sind (siehe hierzu VDI-
Berichte Nr. 1002, 1993, Seite 45 bis 51). In der letztgenannten Schrift wird insbesondere
am Beispiel eines Türinnenbleches gezeigt, wie durch größere Blech dicken im Bereich der
Scharnier- und Schloßbefestigung eine ausreichende Steifigkeit erzeugt wird. Die Ge
wichtsersparnis erbringt da bei ein zwischen dickeren Blechen eingebrachtes Dünnblech.
Nachteilig an diesen Blechen ist die Tatsache, daß sie im Grunde genommen nur für
Formteile verwendet werden können, die am fertigen Produkt nicht sichtbar sind. Beide vor
genannten Schriften stellen explizit auf Formkörper ab, die entweder selbst Innenteil eines
Teileverbundes sind oder durch gesonderte Formteile auf einer inneren Teilfläche mit
Störung der äußeren Oberfläche verstärkt sind.
Die EP-0 486 093-B1 beschreibt ein Verfahren, bei dem die Verstärkung von Teilbereichen
eines Formteils mittels eines verstärkenden Strukturgliedes erfolgt, das von dem zu be
deckenden Plattenkörper getrennt verformt wird und erst anschließend mit dem ebenfalls
fertiggeformten Plattenkörper verbunden wird. Damit ist der Formgebungsprozeß kompli
zierter und aufwendiger als bei den oben beschriebenen tailored blanks.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für Formteile mit unterschiedlichen Material
stärken ein Verfahren bereitzustellen, durch das die oben genannten Nachteile vermieden
werden können.
Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Verfahren gemäß dem Patentanspruch 1. Die Unter
ansprüche betreffen besonders vorteilhafte Ausgestaltungen dieses Verfahrens sowie ver
fahrensgemäß erzeugte Formteile.
Erfindungsgemäß wird also auf einem lokal zu verstärkenden Bereich einer Basisplatine
wenigstens ein plattenförmiges Verstärkungselement befestigt, und zwar vorzugsweise mit
einer bewährten Fügetechnik wie Kleben, Löten, Schweißen, Clinchen oder Kombinationen
dieser Fügeverfahren. Der auf diese Weise hergestellte und ggf. auch mehrlagig (beispiels
weise nach Art eines Sandwich) ausgebildete Schichtkörper wird anschließend einem
Formgebungsprozeß unterzogen, beispielsweise in einer Tiefziehpresse, Abkantbank oder
in einer Falzvorrichtung. Sämtliche der oben genannten Fügetechniken können so ausge
führt werden, daß die Anbringung von Verstärkungselementen auf der gegenüberliegenden
Seite der Basisplatine nicht sichtbar ist. Damit können besonders vorteilhaft auch Außen
bleche für Türen, Motorhauben, Kofferraumdeckel und Heckklappen mit dem erfindungs
gemäßen Verfahren hergestellt werden. Das bei der Herstellung von tailored blanks er
worbene Know-how bezüglich der Formgebung von Platinen mit unterschiedlichen Material
stärken kann in vorteilhafter Weise für das erfindungsgemäße Verfahren in weiten Teilen
genutzt werden.
Besondere Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sind darin zu sehen, daß die
raumliche Ausdehnung der Verstärkungselemente auf ein Minimum begrenzt werden kann.
Das gesamte Formteil ist damit nur genau dort verstärkt, wo dies auch unbedingt notwendig
ist. Darüberhinaus bietet das erfindungsgemäße Verfahren ausgezeichnete Möglichkeiten
für eine Massenfertigung, weil die plattenartig ausgeführten und damit weitgehend ebenen
Verstärkungselemente auf eine ebenfalls weitgehend ebene Basisplatine mit einfachen
Klemm- oder Spannelementen festgelegt werden können. So kann beispielsweise direkt
nach der Ablängung von einem Blechcoil eine Heft- und/oder Fügestation vorgesehen
werden, um so ein aus Basisplatine und Verstärkungselementen gebildetes Verbundteil für
den Formgebungsprozeß konfektionieren zu können.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist grundsätzlich auf Stahl- und Leichtmetallwerkstoffe
anwendbar. Hervorzuheben ist aber auch, daß unterschiedliche Werkstoffe oder unter
schiedliche Werkstoffqualitäten miteinander kombiniert werden können, um so im Hinblick
auf Festigkeit, Optik und Kosten jeweils zu einem optimalen Ergebnis gelangen zu können.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
werden die Verstärkungselemente aus Schnittabfällen erzeugt, und zwar vorzugsweise aus
solchen, die beim Ausstanzen von Ausnehmungen des herzustellenden Formteils oder
anderer Formteile entstehen.
Die Zeichnung veranschaulicht die einzelnen Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Es zeigen
Fig. 1 ein fertiges Formteil
Fig. 2 bis 6 den Zustand des Formteils gemäß Fig. 1 in einzelnen
Verfahrensstufen.
Man erkennt in Fig. 1 am Beispiel eines Türinnenbleches die Anwendung des erfindungs
gemäßen Verfahrens. Auf eine gestrichelt angedeutete Platine 1, die im Ausgangszustand
(siehe Fig. 2) weitgehend eben ist, werden zunächst Scharnierverstärkungselemente 2
und 3 sowie ein Schloßverstärkungselement 4 aufgebracht (siehe Fig. 3). Im vorliegenden
Falle erfolgt die Befestigung der Verstärkungselemente 2 bis 4 über diese zumindest teil
weise umrandende Kehlschweißnähte. Als bevorzugtes Fügeverfahren zur Befestigung der
Verstärkungselemente 2 bis 4 wird das Schweißen mit einem hochenergetischen Strahl,
also beispielsweise Laserschweißen oder Elektronenstrahlschweißen, eingesetzt. Diese
Schweißverfahren eignen sich besonders zur Festlegung von Freiformkonturen. Auch die
Verschweißung unterschiedlicher Werkstoffarten kann mit diesen Verfahren gut beherrscht
werden. Die Breite und Tiefe der Schweißnaht kann dabei so eingestellt werden, daß auf
der den Verstärkungselementen 2 bis 4 gegenüberliegenden Seite auch bei relativ dünnen
Blechen (0,8 bis 1,5 mm) keine Beeinträchtigung der Oberfläche erfolgt. Insbesondere für
Außenhautteile wird eine Verklebung, ggf. kombiniert mit Laserschweißung, verwendet.
Nach der Befestigung der ggf. auch mehrlagig aufgebauten Verstärkungselemente 2 bis 4
werden beispielsweise durch Ausstanzung eine Fensterausnehmung 5, eine einem Fen
sterschacht gegenüberliegende Ausnehmung 6 und eine Lautsprecherausnehmung 7
hergestellt (siehe Fig. 5). Darüber hinaus kann an dieser Stelle auch ein erster Beschnitt
oberhalb einer Türschrägen erfolgen. Die bei der Herstellung der Ausnehmungen 5 bis 7
erzeugten Abfallplatinen können in Stanz- oder thermischen Schneidanlagen für die Neuan
fertigung von weiteren Verstärkungselementen 2 bis 4 genutzt werden. Damit ergibt sich
bezogen auf den Ausgangszustand der Platine 1 eine große Materialausbeute. Das gemäß
Fig. 5 hergerichtete Verbundteil wird anschließend einer Tiefziehpresse zugeführt und in
dieser zu dem in Fig. 1 dargestellten Türinnenblech um geformt und ggf. auch noch weiter
beschnitten. Es wird an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen, daß das erfindungs
gemäße Verfahren aber auch auf Türaußenbleche angewendet werden kann. Zur Einbrin
gung lokaler Verstärkungen eröffnen sich damit dem Konstrukteur von Karosserieteilen
größere Gestaltungsmöglichkeiten. Dies kann insbesondere auch dann wichtig werden,
wenn beispielsweise für in Fahrzeugen verwendete Formteile Akustikprobleme zu beheben
sind. Durch die gezielte Anbringung von Verstärkungselementen kann beispielsweise mit
nur geringem Aufwand eine Entdröhnung vorgenommen werden. Verstärkungselemente
können auch als Tragteile für dem jeweiligen Formteil zugeordnete Bedienelemente genutzt
werden. Dabei können die jeweiligen Verstärkungselemente auch schon durch gezielte
Lochungen oder Konturgestaltungen, die vor der Befestigung auf der Platine 1 vorgenom
men worden sind, auf ihre Tragfunktion vorbereitet werden.
Aus Vorstehendem ergibt sich, daß die nach Art eines Patchwork-Musters mit den Verstär
kungselementen 2 bis 4 vorbereitete Basisplatine 1 sehr kostengünstig leichtbauend ist und
darüber hinaus auch hohen Anforderungen an Optik und Akustik gerecht wird. Hervorzu
heben ist auch, daß mit den erfindungsgemäß hergestellten Formteilen Oberflächenbe
schichtungsverfahren wie Lackieren und Verzinken in konventionellen Anlagen durchgeführt
werden können. Damit ist das erfindungsgemäße Verfahren auch ohne großen Aufwand in
bereits bestehende Produktionskonzepte einbindbar.
Claims (16)
1. Verfahren zur Herstellung eines unterschiedliche Materialstärken aufweisenden Form
teils für einen Blechkörper oder ein Segment desselben, gekennzeichnet durch die
Verfahrensschritte:
- a) Zuschneiden einer Basisplatine (1) auf ein Zwischen- oder Fertigmaß,
- b) Befestigung wenigstens eines plattenartigen Verstärkungselementes (2 bis 4) auf der Basisplatine (1) mittels einer Fügetechnik,
- c) ein- oder mehrstufige Formgebung des Verbundes aus Basisplatine (1) und Verstärkungselement (2 bis 4) mittels wenigstens eines Form- und/oder Schnittwerkzeuges.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Fügetechnik ein Klebe
verfahren gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Fügetechnik ein
Schweißverfahren gewählt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß mit einem eng gebündelten
Strahl hoher Energiedichte geschweißt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß eine Befestigung oder Hef
tung der Verstärkungselemente (2 bis 4) mittels Punkt- oder Buckelschweißen erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Fügetechnik ein Lötver
fahren gewählt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Fügetechnik ein
Clinchverfahren gewählt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Ver
stärkungselemente aus Schnittabfall hergestellt wird.
9. Gemäß Anspruch 1 hergestelltes Formteil, gekennzeichnet durch eine zur Bildung
eines Karosserieelementes hergerichtete Kontur und Verstärkungselemente auf einer
Oberfläche der Basisplatine (1), die einem Innenraum einer Karosserie zugewandt ist.
10. Formteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Karosserieelement ein
Außen- und/oder Innenblech einer Fahrzeugtür ist.
11. Formteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Karosserieelement ein
Außen- und/oder Innenblech einer Motorhaube ist.
12. Formteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Karosserieelement ein
Außen- und/oder Innenblech einer Heckklappe ist.
13. Formteil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Karosserieelement ein
Außen- und/oder Innenblech eines Kofferraumdeckels ist.
14. Formteil nach wenigstens einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß die Verstärkungselemente (2 bis 4) im Bereich von Scharnier- oder Schloßbefesti
gungen angeordnet sind.
15. Formteil nach wenigstens einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Verstärkungselement auf einer Freifläche der Basisplatine (1) nach
Art einer das Schwingungsverhalten des Formteils beeinflussenden Zusatzmasse
angeordnet ist.
16. Formteil nach wenigsten einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verstärkungselemente (2 bis 4) auf der Blechplatine (1) im Bereich von an dem
Karosserieelement anzuordnenden Bedienelementen befestigt sind.
Priority Applications (1)
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