DE19524600C2 - Verfahren zur Lagerung des Innen- oder Außenlagerringes eines Wälzlagers und Lagerring zur Durchführung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Lagerung des Innen- oder Außenlagerringes eines Wälzlagers und Lagerring zur Durchführung dieses VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum paß- und formgenauen
Aufbringen des Innen- oder Außenlagerringes eines Wälzlagers
auf eine in ein Grundmaterial eingearbeitete zylindrische Auf
nahmefläche, die mit einem festen leichter als Grundmaterial
abschabbaren Überzugsmaterial versehen ist.
Für eine einwandfreie formstabile Lagerung des Lagerringes ei
nes Wälzlagers in einem Aufnahmeteil muß die gattungsgemäße
Lagerfläche des Aufnahmeteiles eine exakte zylindrische Form
aufweisen, um den Lagerring formgenau fixieren zu können. Ent
sprechend genaue Bearbeitungen der Lagerfläche des Aufnahme
teiles sind aufwendig und kostenintensiv. So wird bei der Be
arbeitung einer mit einem Überzug versehenen Lagerfläche die
Bearbeitung bisher jeweils bis in das Grundmaterial hinein
vorgenommen.
Hiervon ausgehend beschäftigt sich die Erfindung mit dem Pro
blem, eine paß- und formgenaue Fixierung des Lagerringes eines
Wälzlagers in einer mit Überzugsmaterial bedeckten Aufnahme
fläche kostengünstig und mit hoher Formgenauigkeit für den La
gerring erzielen zu können.
Eine Lösung für dieses Problem zeigt ein Fügeverfahren nach
den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 auf.
Bei der patentbegründenden Verwendungsangabe "zur Durchführung
des Verfahrens nach Anspruch 1" im Oberbegriff der Nebenan
sprüche 2 und 3 handelt es sich um eine merkmalsbildende Ver
fahrensangabe.
Diese Lösung beruht auf dem Gedanken, bei Überzügen mit Tole
ranzabweichungen von eng tolerierten Schichtdicken eine Über
tragung vorhandener "Unrundheiten" auf den Lagerring zu ver
meiden. Solche Übertragungen können nämlich dazu führen, daß
sich der Lagerring verformt, da er meist mit Überdeckung ein
gepresst wird. Derartige Verformungen führen zu einer Verfor
mung der Laufbahn des Lagerringes für die Wälzkörper. Dadurch
kann es im Betrieb der Wälzlager bei Dauerbetrieb zu Lagerstö
rungen kommen. Zu einer lagerbeschädigenden Verformung eines
Lagerringes beim Aufsetzen auf eine unrunde Aufnahmefläche
kommt es insbesondere bei dünn ausgeführten Lagerringen. Bei
den erwähnten Unrundheiten handelt es sich in der Regel ledig
lich um solche von wenigen Mikrometern und allein bedingt
durch Maßungenauigkeiten bei dem Überzugsmaterial.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform besitzt der Lagerring an
der zylindrischen in einer Aufnahme einzubringen Lagerfläche
eine Ring-Nut mit einer an der Außenflanke dieser Ring-Nut an
geformten umlaufenden Schneide. Diese Ring-Nut mit einer sol
chen Schneide muß sich an derjenigen Stirnseite des Lagerrin
ges befinden, mit der der Lagerring auf der Aufnahmefläche
aufgezogen bzw. in dieser eingeführt wird. Bei an der zylin
drischen Lagerfläche anzubringenden Schneiden, die von in die
Lagerfläche eingebrachten Nuten ausgehen, kann der Nutenver
lauf auch axial oder axial geneigt sein. In diesem Fall sind
über den Umfang der Lagerfläche eine Vielzahl solcher Nuten
vorzusehen. Das Abschaben des Überzugmaterials beim Einfügen
des Lagerringes erfolgt dann durch ein kombiniertes Eindrehen
und Schieben des Lagerringes in bzw. auf die Aufnahmefläche
des den Lagerring aufnehmenden Trägerkörpers.
Die im erfindungsgemäßen Sinne wirkenden Schneiden an einem
Lagerring können sich auch an einem mit dem Lagerring verbun
denen Zusatzteil befinden. Bei dem Einsatz eines solchen Zu
satzteiles kann dieses Zusatzteil dann auch eine das Lager
stirnseitig verschließende Dichtung aufnehmen.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die zur Durchführung dieses
Verfahrens beschriebenen Lagerringausführungen sind dann be
sonders zweckmäßig, wenn auf den den Lagerring eines Wälzla
gers aufnehmenden Aufnahmekörper ohnehin ein korrosionsschüt
zender Überzug aufgebracht werden muß. In diesem Fall kann der
Korrosionsschutz anders als bisher in Fällen üblich, in denen
keine Nachbearbeitung nach dem Aufbringen des Überzugmaterials
erfolgen sollte, gleichzeitig auch mit auf die Lageraufnahme
fläche aufgebracht werden, um beim Einfügen des Lagers die er
forderliche exakte Rundheit allein durch Abschaben von außer
halb einer vorgegebenen Toleranz liegenden Überzugsmaterials
erreichen zu können.
Aus DE 39 31 447 A1 ist es bekannt, ein Wälzlager durch Ma
terialbeeinflussung in einem Aufnahmebereich eines das Wälzla
ger aufnehmenden Teiles zu fixieren. Konkret geschieht dies
bei jenem bekannten Stand der Technik dadurch, daß mit Schnei
den versehene Rillen an dem Außenumfang eines Lagerringes in
dessen tragenden Bereich eingebracht sind. Beim Einbringen ei
nes solchen Lagerringes in eine Aufnahmebohrung mit einem wei
cheren Material wird bei der Erzeugung eines Pressitzes, das
heißt bei einem Einbringen mit Überdeckung, das weichere Mate
rial in die Umfangsrille des Lagerringes eingedrückt. Dadurch
wird eine Sicherung gegen axiale Verschiebung erreicht. In der
Aufnahmebohrung wird kein Material derart abgetragen, daß für
den gesamten Tragbereich des jeweiligen Lagerringes eine abso
lut runde Aufnahmebohrung geschaffen wird.
Auch bei dem aus DE 38 40 869 A1 bekannten Wälzlager erfolgt
beim Einsetzen des Lagerringes eine Materialabtragung in der
Aufnahmefläche für den Lagerring des Wälzlagers allein zu dem
Zweck, um durch eine Materialverklammerung eine axiale
und/oder radiale Fixierung des Lagerringes an der Aufnahmeflä
che zu erreichen.
Die beiden vorgenannten Druckschriften betreffen damit eine
technische Problematik, die nicht mit derjenigen vergleichbar
ist, mit der sich die Erfindung beschäftigt.
Im Gegensatz zu jenem vorbekannten Stand der Technik geht es
bei der Erfindung darum, einen Lagerring auf eine zylindrische
mit einem Überzugsmaterial versehene Aufnahmefläche aufzuset
zen, ohne die mit dem Überzugsmaterial versehene Aufnahmeflä
che zuvor mit Bezug auf das Überzugsmaterial bearbeitet zu ha
ben.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt.
Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein in einem Aufnahmekörper
fixiertes Wälzlager,
Fig. 2 einen Ausschnitt aus einem Schnitt durch den Innen-
und Außenlagerring des Wälzlagers nach Fig. 1,
Fig. 3 einen Ausschnitt durch den Längsschnitt eines in
einem Aufnahmekörper gelagerten Wälzlagers,
Fig. 4 einen Ausschnitt wie in Fig. 3 mit einem Wälzla
ger in einer anderen Ausführungsform,
Fig. 5 einen Ausschnitt auf die Ansicht des Außenlager
ringes des Wälzlagers nach Fig. 4,
Fig. 6 einen Ausschnitt durch eine Wälzlager-Aufnahme in
einer Darstellungsart nach Fig. 3 mit einem an den
Außenlagerring des Wälzlagers angebundenen Zusatz
teil mit einer Lagerdichtung.
Bei der Darstellung in Fig. 1 ist ein Wälzlager mit einem In
nen- und einem Außenlagerring 1 bzw. 2 über die zylindrische
Außenfläche des Außenlagerringes 2 in einem Aufnahmekörper 3
verdreh- und schiebefest sowie insbesondere formstabil fi
xiert. Der Aufnahmekörper ist auf seiner gesamten Außenfläche
mit einem korrosionsschützenden Überzug versehen, der in dem
Bereich zwischen der Außenfläche des Lagerringes 2 und der
Aufnahmefläche des Aufnahmekörpers 3 zur Anschaulichkeit über
trieben dick als Überzug 4 dargestellt ist.
In der gleichen übertriebenen Darstellung ist dieser Überzug 4
auch jeweils an den betreffenden Lagerstellen in den anderen
Figuren eingezeichnet.
Der Überzug 4 ist auf der Aufnahmefläche für das Wälzlager je
weils mit Plus-Toleranz zum Abtragen beim Einfügen des Wälz
lagers aufgetragen.
Bei der Ausführung nach Fig. 1 und 2 erfolgt das Abtragen des
mit Plus-Toleranz aufgetragenen Überzugsmaterials 4 mit in die
Außenfläche des Außenlagerringes 2 eingeformten umlaufenden
Schneiden 5. Diese Schneiden 5 befinden sich in einer an der
zylindrischen Außenfläche im Bereich der beiden Stirnseiten
des äußeren Lagerringes 2 jeweils eingearbeiteten Nut 6 an de
ren jeweils zur axialen Lagerringmitte gerichteten Nutflanken
außenkante. Beim Einschieben des Wälzlagers mit dem äußeren
Lagerring 2 in den Aufnahmekörper 3 schaben die Schneiden 5
das Überzugsmaterial 4 in dem Aufnahmekörper paßgenau für ei
nen dauerfesten Sitz des Lagers ab.
Bei der Ausführung nach Fig. 3 befindet sich die Schneidekante
zum Abschaben des Überzugsmaterials 4 jeweils an den Stirnsei
ten des äußeren Lagerringes 2 an den dortigen Stirnaußenkan
ten.
Auch bei der Ausführung nach Fig. 6 befindet sich die Schneid
kante an der Stirnseitenaußenkante des äußeren Lagerringes 2.
Dort ist die Schneidkante 5 jedoch nicht direkt in das Materi
al des Lagerringes 2 eingearbeitet, sondern Bestandteil eines
mit dem äußeren Lagerring 2 verbundenen Zusatzteiles 7. Dieses
Zusatzteil 7 kann gleichzeitig auch noch eine stirnseitige
Dichtung 8 für das Wälzlager aufnehmen.
Bei der Ausführung des Lageraußenringes 2 nach den Fig. 4 und
5 befinden sich Schneidkanten 10 an axial geneigten von den
Stirnkanten des Lageraußenringes 2 ausgehenden Nuten 9, von
denen sich eine Vielzahl über den Außenumfang dieses Lagerrin
ges 2 erstreckt. Das Abtragen des Überzugmaterials 4 erfolgt
dort durch Drehen des äußeren Lagerringes 2 beim Einschieben
in den Aufnahmekörper 4. Die betreffenden Schiebe- und Drehbe
wegungen sind in Fig. 1 mit den Pfeilen A und B angegeben. Das
erfindungsgemäße Lager-Fügeverfahren sowie die hierfür angege
benen Lagerringausführungen sind insbesondere geeignet für
Aufnahmekörper mit einem korrosionsschützenden Überzug. Anwen
dungsfälle sind beispielsweise die Radlagerung an Achsen sowie
Lenkerlagerung von Achsschwingern bei jeweils Kraftfahrzeugen.
Claims (4)
1. Verfahren zum paß- und formgenauen Aufbringen des Innen-
oder Außenringes eines Wälzlagers auf eine in ein Grundmateri
al eingearbeitete zylindrische Aufnahmefläche, die mit einem
festen leichter als das Grundmaterial abschabbaren Überzugsma
terial (4) versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Aufsetzen des Innen- oder Außen-Lagerringes (1) bzw.
(2) über dessen gesamten Tragbereich von der Aufnahmefläche
Überzugsmaterial (4) abgetragen wird, wobei die Abtragung auf
mechanischem Wege durch ein an den Lagerring (1) bzw. (2) an
geformtes oder mit diesem verbundenes und beim Aufsetzen des
Lagerringes (1) bzw. (2) über den gesamten Umfang des Über
zugsmaterials (4) der zylindrischen Aufnahmefläche wirkendes
scharfkantiges Schneidewerkzeug (5) bzw. (10) erfolgt.
2. Lagerring eines Wälzlagers zur Durchführung des Verfah
rens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Lagerring (1) bzw. (2) auf der der Aufnahmefläche mit
dem Überzug (4) zugekehrten zylindrischen Außenfläche mit ei
ner eine Schneide (5) besitzenden Ring-Nut (6) versehen ist,
die in Axialrichtung gesehen vor dem Tragbereich des Lagerrin
ges sowie im Bereich derjenigen Lagerstirnseite angebracht
ist, über die der Lagerring (1) bzw. (2) auf die Aufnahmeflä
che des Aufnahmekörpers (3) aufgeschoben wird und deren
Schneide (5) dem Inneren der Nut (6) derart zugekehrt ist, daß
sie den Überzug (4) der Aufnahmefläche in das Innere der Nut
(6) abträgt.
3. Lagerring eines Wälzlagers zur Durchführung des Verfah
rens nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieser Lagerring (1) bzw. (2) unmittelbar an zumindest
derjenigen Stirnkante beginnend, mit der er auf die Aufnahme
fläche des Aufnahmekörpers (3) aufgeschoben wird, auf seiner
der Aufnahmefläche zugekehrten zylindrischen Außenfläche mit
von axial oder axial geneigten Nuten (9) ausgehenden Schneiden
(10) versehen ist, die den Überzug (4) beim Aufbringen des be
treffenden Lagerringes (1) bzw. (2) durch Dreh- und Schiebebe
wegungen abtragen.
4. Lagerring nach Anspruch 2 oder 3, bei dem sich die
Schneiden in einem an einem Lagerring angebundenen Zusatzteil
befinden,
dadurch gekennzeichnet,
daß dieses Zusatzteil (7) an mindestens einer der Stirnkanten
des Lagerringes (1) bzw. (2) angebunden ist und gleichzeitig
eine stirnseitige Lager-Dichtung (8) aufnimmt.
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| Date | Code | Title | Description |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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Owner name: DAIMLER-BENZ AKTIENGESELLSCHAFT, 70567 STUTTGART, |
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Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70567 STUTTGART, DE |
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