DE19523294A1 - Anlage zum Fügen der Chassis-Aggregate mit der Karosserie eines Kraftfahrzeuges - Google Patents
Anlage zum Fügen der Chassis-Aggregate mit der Karosserie eines KraftfahrzeugesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anlage zum Fügen der Chassis-
Aggregate mit der Karosserie eines Kraftfahrzeuges nach
dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Eine derartige Anlage ist mit EP 0 629 469 A1 beschrie
ben.
Bei dieser bekannten Anlage zentrieren sich die in einer
Ebene frei beweglichen Aufbauplatten durch jeweils einen
Mitnahmebolzen direkt an der Karosserie, die mittels ei
nes Karosseriegehänges an einem Hängeförderer gehalten
und geführt ist. Die Lage einer so geführten Karosserie
ist jedoch sehr ungenau und weiten Toleranzen unterwor
fen, so daß die notwendige feine Zentrierung für eine au
tomatische Montage der Chassis-Aggregate zu den notwendi
gen Werkzeugen auf einem ebenfalls über einen Mitnahme
bolzen getriebenen Werkzeugbock problematisch ist. Unver
meidliche Zentrierungsabweichungen zwischen den Aufbau
böcken und den Werkzeugböcken erschweren so die ange
strebte automatische Montage. Ein weiterer Mangel dieser
bekannten Anlage ergibt sich dadurch, daß sich die Werk
zeugböcke zwar parallel zur Montagelinie innerhalb der
Montagestrecke verschieben lassen, so daß im automati
schen Montagebetrieb die erforderlichen Werkzeugeingriffe
realisierbar sind. Aber bei einer Störung an einem der
Werkzeugböcke oder einem der Aufbauböcke muß die gesamte
Anlage zur Beseitigung dieser Störung angehalten werden.
Ein Überbrücken solcher Störungen durch manuelle Handha
bung der Werkzeuge ist dabei nicht möglich, da die Werk
zeugböcke die Zugänglichkeit zur Karosserie und den mit
ihr zu verbindenden Aggregaten im Bereich der Montagezone
verstellen. Ein Beiseiteräumen der Werkzeugböcke ist auf
wendig und kann zu Beschädigungen der Vorrichtungsteile
führen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anlage der eingangs
genannten Art so zu verbessern, daß eine Zentrierung der
auf den Aufbauplatten aufliegenden Aggregate auch bei ex
tremen Lageabweichungen der Karosserie von der Sollage
ohne Probleme und im automatischen Betrieb möglich ist
und daß bei Störungen, insbesondere an den Werkzeugböc
ken, eine schnelle Umstellung auf manuelle Handhabung der
Werkzeuge möglich ist, die Werkzeugböcke ohne Gefahr ei
ner Beschädigung aus der Montagezone entfernbar sind und
ohne Beeinträchtigung der weiterlaufenden Fügeoperationen
instand gesetzt werden können.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gemäß den kennzeich
nenden Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
Durch die direkte Verbindung der Werkzeugböcke mit den
Aufbauplatten der Aufbauböcke mittels der Ausrichtelemen
te an den Werkzeugböcken werden die Werkzeugböcke auch
bei einer vorab nur ungenauen Positionierung über den
Mitnahmebolzen und das Karosseriegehänge sehr genau über
die von den Aufbauplatten zur Karosserie führenden Zen
trierzylinder in Position gebracht. Die Zentrierzylinder
wiederum werden vor ihrem Eingriff in die Karosserie
durch den Mitnahmebolzen an den Werkzeugböcken vororien
tiert, so daß grobe Stellungsabweichungen der Karosserie
zu den Aufbauplatten ausgeglichen werden.
Durch die freie Ausweichmöglichkeit der Werkzeugböcke
entgegen der Montagerichtung kann bei laufender Anlage,
also ohne Unterbrechung der Produktion, von automatisier
ter Handhabe der Montagewerkzeuge auf manuelle Handhabung
umgestellt werden, wobei die Werkzeugböcke dann außerhalb
des Produktionsprozesses plaziert sind und ohne Probleme
gewartet und repariert werden können. Die Aufbauböcke
können trotzdem weiterhin genutzt werden, so daß auch bei
manueller Werkzeughandhabung eine mechanisierte kontinu
ierliche Fertigung möglich bleibt. Weiterhin vorteilhaft
ist, daß die Einführung der Werkzeugböcke in die Produk
tion bei laufender Arbeit (manuelle Handhabung) erfolgen
kann.
Die Ansprüche 2 bis 6 geben Hinweise für eine vorteilhaf
te Ausgestaltung der Erfindung.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend an
hand von Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 die schematisierte Seitenansicht einer erfin
dungsgemäßen Anlage;
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Anlage nach Fig. 1;
Fig. 3 die Position der Anlage, bei welcher die am
Hängeförderer befindliche Karosserie den auf
einem Aufbaubock aufgelegten Chassis-Aggregaten
angenähert wird;
Fig. 4 die Position der Anlage, bei welcher eine Vor
positionierung zwischen Karosserie und Chassis-
Aggregaten erfolgt;
Fig. 5 die Position der Anlage, bei welcher sich die
Chassis-Aggregate zur Karosserie zentrieren;
Fig. 6 die Position der Anlage, bei welcher sich die
Karosserie und die Chassis-Aggregate miteinan
der verbinden;
Fig. 7 die Position der Anlage, bei welcher ein Werk
zeugbock vom Hängeförderer entkoppelt ist,
Fig. 8 die Position der Anlage, bei welcher die Monta
ge der Chassis-Aggregate abgeschlossen und auch
der Aufbaubock entkoppelt ist.
Ein Hängeförderer 1 fördert kontinuierlich an Karosserie
gehänge 2 zentriert aufliegende Karosserien 3 von zu mon
tierenden Kraftfahrzeugen an einer Montagestrecke 4 der
Montagelinie entlang, wobei die Förderbahn des Hängeför
derers 1 vor der Montagestrecke 4 die Karosserie 3 auf
einem hohen Niveau 5 führt und am Anfang der Montage
strecke 4 auf ein niedrigeres Niveau 6 absinkt. Über die
Länge der Montagestrecke 4 sind innerhalb der am Hänge
förderer 1 befindlichen Karosserien 3 Aufbauböcke 7 auf
einem Ovalband 8 in Flurhöhe geführt. Die Aufbauböcke 7
bewegen sich auf dem unterhalb des Hängeförderers 1 be
findlichen Teil des Ovalbandes 8 in gleicher Geschwindig
keit wie die Fördergeschwindigkeit des Hängeförderers 1.
Am Ende der Montagestrecke 4 gelangen die Aufbauböcke 7
auf eine Rückführschleife 9 des Ovalbandes 8, welche die
Aufbauböcke 7 neben der Montagestrecke 4 wieder an dessen
Anfang zurückführt.
Am Anfang der Montagestrecke 4 und in diese einbezogen
ist eine Fügezone 10, in welcher beidseits der Montage
strecke 4 Führungsbahnen 11 angeordnet sind. Auf den Füh
rungsbahnen 11 befindet sich verschiebbar jeweils ein
Werkzeugbock 12. Die Führungsbahnen 11 erstrecken sich
entgegen der Förderrichtung des Hängeförderers 1 aus dem
Bereich der Montagestrecke 4 so weit hinaus, daß die
Werkzeugböcke 12 auf diese Verlängerung 13 der Führungs
bahnen 11 aus der Fügezone 10 entgegen der Förderrichtung
des Hängeförderers 1 ohne Schwierigkeiten entfernt und
wieder eingefügt werden können.
In den Fig. 3 bis 7 ist das Zusammenspiel zwischen dem
Hängeförderer 1, den Aufbauböcken 7 und den Werkzeugböc
ken 12 beispielhaft dargestellt.
In Fig. 3 ist dargestellt, wie an dem Hängeförderer 1
mittels eines Karosseriegehänges 2 die Karosserie 3 kon
tinuierlich in Richtung des Pfeiles 14 bewegt wird. In
gleicher Richtung bewegen sich auf dem Ovalband 8 die
Aufbauböcke 7 unterhalb der Karosseriegehänge 2. Auf den
Aufbauböcken 7 sind in an sich bekannter Weise auf in
Längs- und Querrichtung positionierbare Aufbauplatten 15
Chassis-Aggregate wie Motor-Getriebeaggregat 16, Vorder
achse 17, Hinterachse 18, Abgasanlage 19 usw. aufgelegt.
Das Auflegen erfolgt im Bereich der Rückführschleife 9
des Ovalbandes 8. Die Chassis-Aggregate sind auf den Auf
bauplatten 15 in einer definierten Einbaulage gehalten.
Wie Fig. 3 zeigt, befindet sich unterhalb der Karosserie
3, die von einem hohen Transport-Niveau 5 auf das niedri
gere Montage-Niveau 6 gesenkt wird, ein Aufbaubock 7 mit
aufgelegten Chassis-Aggregaten.
Dem der Karosserie 3 bereits zugeordnete Aufbaubock 7 ist
an beiden Seiten der Montagelinie im Bereich der Fügezone
10 ein Werkzeugbock 12 zugeordnet. (In den Fig. 3 bis
7 ist jeweils nur auf der dem Betrachter zugewandten Sei
te der Werkzeugbock 12 dargestellt.) An jedem Werkzeug
bock 12 befindet sich ein in Richtung zum Karosseriege
hänge 2 hin ausfahrbarer Mitnahmebolzen 20, welcher in
der Bewegung des Karosseriegehänges 2 in Richtung des
Pfeiles 14 mit dem Karosseriegehänge 2 in Eingriff gerät
und damit den Werkzeugbock 12 zwangsweise mitnimmt und
gegenüber der Karosserie 3 grob ausrichtet.
Vom Werkzeugbock 12 aus werden über Ausrichtelemente 21,
welche hydraulisch, elektrisch oder auch pneumatisch be
aufschlagt sein können, die Aufbauplatten 15 der Aufbau
böcke 7 gemäß der Position der Karosserie 3 ausgerichtet
(Fig. 4). Gleichzeitig senkt sich die Karosserie 3 wei
ter in Richtung auf den Aufbaubock 7 hin ab. An jeder
Aufbauplatte 15 des Aufbaubockes 7 befinden sich zwei in
Richtung zur Karosserie 3 ausfahrbare Zentrierzylinder
22, welche in dieser Phase der Montage ausfahren und in
folge der Vorzentrierung über den Mitnahmebolzen 20, den
Werkzeugbock 12 und dessen Ausrichtelemente 21 sicher in
Zentrieraufnahmen der Karosserie 3 eingreifen (Fig. 5).
Die Karosserie 3 hat sich dabei auch dem Montage-Niveau 6
genähert und bewegt sich nun auf diesem Niveau 6 weiter.
Gleichzeitig werden immer der Aufbaubock 7 und die Werk
zeugböcke 12 gleichsinnig mitgeführt.
Wie Fig. 5 auch erkennen läßt, werden Teile von Aggrega
ten, wie z. B. die Federbeine 23 der Vorderachse 17 sowie
die Stoßdämpfer 24 der Hinterachse 18, von Haltewerkzeu
gen 25 in eine für das Einfügen in die Karosserie 3 opti
male Position gestellt. Dazu sind an den Werkzeugböcken
12 jeweils Haltewerkzeuge 25 angeordnet, die mit mechani
schen Greifmitteln ausgerüstet sind und die ihnen zuge
ordneten Teile greifen und positionieren können.
Die Aufbauböcke 7 sowie die Werkzeugböcke 12 sind jeweils
mit hydraulisch oder mechanisch ausfahrbaren Grundgestel
len 26 ausgerüstet. Mittels dieser Grundgestelle 26 wer
den die auf den Aufbauböcken 7 aufliegenden, gegenüber
der Karosserie 3 zentrierten und von den auf den Werk
zeugböcken 12 befindlichen Haltewerkzeugen 25 gehaltenen
Chassis-Aggregaten an die Karosserie 3 herangehoben und
in ihre an der Karosserie 3 befindlichen Montageöffnungen
eingeführt.
Nach der exakten Positionierung der Chassis-Aggregate an
der Karosserie kann das Grundgestell 26 des Werkzeugbocks
12 abgesenkt werden. Die Aggregate werden von dem Aufbau
bock 7 in ihrer Position gehalten, wobei sich der Werk
zeugbock 12 bereits auf der Führungsbahn 11 zurückbewegen
kann (Pfeil 27 - Fig. 7).
Mit Hilfe von Schrauben werden die Aggregate innerhalb
der Montagestrecke 4 an der Karosserie 3 befestigt. In
der Folge werden die Mitnahmebolzen 20 eingefahren. Nach
ausreichender Befestigung der Chassis-Aggregate an der
Karosserie 3 durch selbsttätige oder manuell geführte
Schrauber im Verlaufe der weiteren Montagestrecke 4 senkt
sich auch der Aufbaubock 7 durch Einfahren seiner Grund
gestelle 26 (Fig. 8). Der Aufbaubock 7 kann aus der Mon
tagestrecke 4 heraus auf die Rückführschleife 9 schwen
ken. Er wird dort neu für einen nächsten Montageprozeß
mit Chassis-Aggregaten bestückt.
Claims (5)
1. Anlage zum Fügen von Chassis-Aggregaten mit der Ka
rosserie eines Kraftfahrzeuges, bei der die Karosse
rie entlang einer Montagelinie an einem Hängeförde
rer mit gleichbleibender Geschwindigkeit geführt ist
und unterhalb der Karosserie auf einem mit einer
Längsseite über eine Montagestrecke in die Montage
linie eingreifenden Ovalband mit gleicher Geschwin
digkeit wie die Karosserie Aufbauböcke geführt sind,
die Aufbauböcke mit in Längs- und Querrichtung posi
tionierbaren Aufbauplatten versehen sind, welche die
mit der Karosserie zu fügenden Aggregate tragen, die
Aufbauböcke mit den aufgelegten Aggregaten von min
destens einem ausgefahrenen Mitnahmebolzen vom vor
beifahrenden Karosseriegehänge des Hängeförderers
mitgenommen werden und im Verlauf einer Montage
strecke die Aufbauplatten zusammen mit den Aggrega
ten nach der darüber befindlichen Karosserie ausge
richtet, mittels Zentrierzylindern zur Karosserie
zentriert und die Karosserie entlang der Zentrierzy
linder zu den Aggregaten hin abgesenkt wird und in
der Folge die Aggregate mit der Karosserie ver
schraubt, die Mitnahmebolzen am Karosseriegehänge
gelöst und die Aufbauböcke aus der Montagelinie in
eine Rückführschleife des Ovalbandes verbracht wer
den, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu den
Aufbauböcken (7) in einer im Anfangsbereich der Mon
tagestrecke (4) verlaufenden Fügezone (10) ein- oder
beidseitig der Aufbauböcke (7) Werkzeugböcke 12 ge
führt sind, die Werkzeugböcke (12) mit den Mitnahme
bolzen (20) sowie mit an den Aufbauplatten (15) der
Aufbauböcke (7) angreifenden Ausrichtelementen (21)
in Wirkverbindung treten und die Aufbauplatten (15)
nach der vom Mitnahmebolzen (20) erkannten Lage der
Karosserie (3) ausrichten, an den Aufbauplatten (15)
in Richtung der Karosserie (3) ausfahrbare Zentrier
zylinder (22) vorgesehen sind, welche im ausgefahre
nen Zustand eine Feinzentrierung zwischen der Auf
bauplatte (15) und der Karosserie (3) herstellen,
die Werkzeugböcke (12) mit Haltewerkzeugen (25) zum
Positionieren der auf den Aufnahmeplatten (15) auf
liegenden Aggregate gegenüber der Karosserie (3)
ausgerichtet sind und Aufnahmeplatten (15) sowie die
Haltewerkzeuge (25) gemeinsam mit den aufliegenden
Aggregaten in ausgerichtetem Zustand durch aus fahr
bare Grundgestelle (26) des Aufbaubockes (7) sowie
der Werkzeugböcke (12) an die Karosserie (3) anheb
bar sind.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
jeweils rechts und links der Fügezone (10) jeweils
nur ein Werkzeugbock (12) vorgesehen ist, der zu je
dem erneuten Montageprozeß auf einer Führungsbahn
(11) in einer Ausgangslage am Beginn der Montage
strecke (4) zurückführbar ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeich
net, daß durch den Hängeförderer (1) in an sich be
kannter Weise die an ihm geführten Karosserien (3)
von einem oberen Niveau (5) auf ein niedrigeres Ni
veau (6) im Bereich der Montagestrecke (4) absenkbar
ist.
4. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsbahn (11)
für die Werkzeugböcke (12) über die Montagestrecke
(4) hinaus entgegen der Förderrichtung des Hängeför
derers (1) zumindest bis in einen Bereich verlängert
ist, in welchem sich die Karosserien (3) am Hänge
förderer (1) in einem oberen Niveau (5) befinden.
5. Anlage nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausrichtelemente
(21) hydraulisch, elektrisch, pneumatisch oder me
chanisch betätigt sind.
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