DE19518491A1 - Profilzylinder mit mindestens zwei Schließnasen - Google Patents
Profilzylinder mit mindestens zwei SchließnasenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Profilzylinder für
abzusichernde Zugangsbereiche, insbesondere Zugangstüren gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außer
dem ein Verfahren zum Steuern einer elektrischen oder elektro
nischen Alarmanlage oder Teilen davon gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 10.
Profilzylinder für abzusichernde Zugangsbereiche sind in einer
Vielzahl von Ausführungsformen bekannt. Derartige Profilzylin
der werden dabei regelmäßig beispielsweise an Zugangstüren an
Gebäuden, Wohnungen und dergleichen eingesetzt. Sie dienen der
Absicherung gegen unbefugtes Betreten des Zugangsbereiches und
weisen hierzu eine Vielzahl von Sicherungseinrichtungen wie
Stiftzuhaltungen und - gegen die Zerstörung bzw. das Entfernen
des gesamten Profilzylinders - Abzugsschutzvorrichtungen bzw.
verschiedenartige als Aufbohrschutz dienende Einrichtungen
auf.
Darüber hinaus besitzen diese Profilzylinder regelmäßig einen
einzigen Schließbart, eine Schließnase oder eine Schließnocke,
die zur Betätigung des Schloßriegels vorgesehen ist.
Neben dieser mechanisch wirkenden Sicherungsvorrichtung sind
zur Absicherung von Zugangsbereichen auch eine Vielzahl von
elektrischen oder elektronischen Alarmsicherungssystemen bzw.
Alarmanlagen bekannt.
Beim Einschalten oder Scharfschalten derartiger Alarmanlagen
wird zwischen der Schärfung "intern" und "extern" unterschie
den. Die interne oder auch Anwesenheitssicherung wird dann
vorgenommen, wenn sich im Zugangs- oder Sicherungsbereich Per
sonen befinden. Hierdurch kann die Auswerteelektronik der Zen
trale der Alarmanlage Teile des Sicherungsbereiches passiv
schalten und etwaige dort vorhandene Bewegungsmelder oder auch
Fensteröffnungskontakte werden von der Auswerteelektronik aus
geblendet, d. h. diese Vorrichtungen lösen dann keinen Alarm
aus.
Die angesprochene "externe" oder Abwesenheitssicherung wird
dann vorgenommen, wenn sich im abzusichernden Bereich oder Zu
gangsbereich keine Personen befinden, wobei das Scharfschalten
der Alarmanlage regelmäßig über ein sog. Blockschloß an der
letzten Zugangstüre des Sicherungsbereiches vorgenommen wird.
Die Funktion dieses Blockschlosses ist dabei derart, daß das
Scharfschalten der Alarmanlage über das Blockschloß ausgeführt
wird, das einen dem Schloßriegel des Schlosses der Türe ver
gleichbaren Schloßriegel aufweist. Es ist dies deshalb erfor
derlich, da damit Fehlalarme der Alarmanlage vermieden werden
können, da sich die abzusichernde Türe bei eingeschalteter
Alarmanlage vom legitim in den Sicherungsbereich eintretenden
Benutzer nicht öffnen läßt und mit dem Öffnen des Schloßrie
gels des Blockschlosses gleichzeitig die scharfgeschaltete
Alarmanlage ausgeschaltet wird.
Wie leicht ersichtlich, ist es dabei erforderlich, auch bei
der Verwendung dieses Blockschlosses zwischen der Anwesen
heitssicherung und der Abwesenheitssicherung zu unterscheiden.
Ohne eine derartige Unterscheidung würde nämlich beim Herbei
führen der Anwesenheitssicherung von innerhalb des Sicherungs
bereiches der gesamte Sicherungsbereich von der Alarmanlage
ausgewertet werden, was Fehlalarme zur Folge hätte.
Hierbei kann die Anwesenheitssicherung durch einen Schalter,
Taster, Schlüsselschalter oder eine Kodierung, ein abgesetztes
Bedienteil oder dergleichen an der Zentrale der Alarmanlage
oder auch an sonstiger beliebiger, innerhalb des Sicherungsbe
reiches angeordneter Stelle, die mit der Alarmanlage funktio
nell in Verbindung steht, erfolgen. Nach der Herbeiführung der
Anwesenheitssicherung ist es möglich, zum Ausschalten der An
wesenheitssicherung einen entsprechenden umgekehrten Vorgang
an den vorerwähnten Schaltelementen durchzuführen oder die An
wesenheitssicherung durch ein kurzes Scharf-/Unscharfschalten
am Blockschloß zu beenden.
Es macht dies deutlich, daß das bekannte Blockschloß funktio
nell mit einer zusätzlichen Auswerteelektronik - beispiels
weise in der Alarmzentrale - für die Unterscheidung Anwesen
heitssicherung-Abwesenheitssicherung zusammenwirken muß und
aufgrund der oben geschilderten Zwangsläufigkeit, das heißt
also der Vermeidung von Fehlalarmen einen zum in der Türe oh
nehin vorhandenen Schloßriegel zusätzlichen Schloßriegel auf
weisen muß.
Auch ist die Anordnung des bekannten Blockschlosses an der Zu
gangstüre des Zugangs- oder Sicherungsbereiches aufwendig, da
bei nachträglichem Einbau des Blockschlosses in die Türe eine
Aufnahmeöffnung in die Türe eingebracht werden muß und auch
eine entsprechende Öffnung in dem Türrahmen angebracht werden
muß, in welche der Schloßriegel des Blockschlosses eingreift.
Es macht dies deutlich, daß einerseits das bekannte Block
schloß aufwendig und damit teuer ist und darüber hinaus der
Einbau des Blockschlosses mit der Anbringung einer Öffnung im
Türrahmen oder einem entsprechenden Schließblech mit großem
Aufwand verbunden ist.
Ausgehend hiervon liegt der vorliegenden Erfindung daher zur
Beseitigung der geschilderten Nachteile die Aufgabe zugrunde,
einen Profilzylinder zu schaffen, der neben der Funktion der
Betätigung des Schloßriegels Schalt- und Steuerungsaufgaben
für eine elektrische oder eine elektronische Alarmanlage oder
Teile davon ausführen kann. Außerdem soll ein verbessertes
Verfahren zum Steuern einer elektrischen oder elektronischen
Alarmanlage oder Teilen davon geschaffen werden.
Die Erfindung weist zur Lösung dieser Aufgabe hinsichtlich des
Profilzylinders die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale auf.
Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren An
sprüchen beschrieben. Die Erfindung weist außerdem zur Lösung
dieser Aufgabe hinsichtlich des Verfahrens die im Anspruch 10
angegebenen Merkmale auf. Vorteilhafte Verfahrensausgestaltun
gen sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
Der Erfindung liegt der wesentliche Gedanke zugrunde, die bei
der Absicherung des Zugangs- oder Sicherungsbereiches eines
Gebäudes notwendigen Betätigungsvorgänge dadurch sowohl hin
sichtlich des Betätigungsaufwandes als auch hinsichtlich des
Installationsaufwandes der Einrichtung deutlich zu verringern,
indem ein in die ohnehin an jeder Türe zur Aufnahme des Pro
filzylinders passender Profilzylinder eingesetzt wird, der
sowohl die erforderlichen mechanischen als auch elektrischen
oder elektronischen Betätigungsvorgänge ausführt.
Erfindungsgemäß ist daher ein Profilzylinder für abzusichernde
Zugangsbereiche, insbesondere Zugangstüren, an Gebäuden vorge
sehen mit einem Gehäuse, einem Zylinderkern und mindestens ei
ner Sicherungseinrichtung gegen unbefugtes Betätigen eines
Schließbartes, wobei der Profilzylinder gemäß der Erfindung
mindestens zwei Schließbarte besitzt.
Die Schließbarte oder auch Schließnasen bzw. Schließnocken
führen daher über den in den Zylinderkern einzuführenden
Schlüssel sowohl die mechanische Betätigung des Schloßriegels
als auch Steueraufgaben der elektrischen oder elektronischen
Alarmanlage aus.
Hierdurch ist der wesentliche Vorteil erzielt, daß das be
kannte Blockschloß nicht mehr eingesetzt werden muß und somit
einerseits der Betätigungsaufwand verringert wird, da nicht
nacheinander der regelmäßig vorhandene bekannte Profilzylinder
zum eigentlichen Versperren der Türe betätigt werden muß und
dann zusätzlich noch das Blockschloß zum Scharf- oder Un
scharfschalten der Alarmanlage. Auch wird hierdurch eine deut
liche Verringerung des bei der Absicherung des Zugangsberei
ches zu betreibenden Investitionsaufwandes erzielt, da das be
kannte Blockschloß und das damit verbundene Nachbearbeiten der
Türe entfällt. Darüber hinaus wird auch der optische Eindruck
der Zugangstüre nicht durch den Einbau des zusätzlichen Block
schlosses beeinflußt.
Hierbei ist es möglich, daß die von dem zweiten Schließbart
betätigten elektrischen oder elektronischen Teile einer Alarm
anlage entweder von vorne herein innerhalb des Türblattes vor
gesehen werden oder aber an der Türinnenseite, beispielsweise
über ein kleines Gehäuse abgedeckt angeordnet werden können,
so daß sich der zweite Schließbart in dieses Gehäuse hinein
erstreckt und dort seine Schalt- und Steueraufgaben ausführt.
Hierzu ist es gemäß der Erfindung vorgesehen, daß die Schließ
barte des Profilzylinders entlang der Längsachse des Profilzy
linders axial beabstandet sind. Es bedeutet dies mit anderen
Worten, daß einer der mindestens zwei Schließbarte nach wie
vor den Schloßriegel betätigt und der andere Schließbart -
axial beabstandet zum ersten Schließbart angeordnet - die
Schalt- und Steuerungsfunktionen ausführt.
Hierbei kann es von Vorteil sein, wenn die Schließbarte bezo
gen auf die Längsachse des Profilzylinders zueinander winkelig
versetzt angeordnet sein können. Es ist dies beispielsweise
dann von Vorteil, wenn der die Schalt- und/oder Steuerungs
funktion ausübende Schließbart auf ein Schaltteil, eine
Schaltscheibe, ein Schaltgestänge oder ein anderes Funktions
teil wirkt, das beispielsweise innerhalb des Türblattes, das
heißt also an einer Stelle vom Türrahmen entfernt angeordnet
ist.
In Weiterbildung der Erfindung ist dabei möglich, daß minde
stens einer der mindestens zwei Schließbarte etwa im Bereich
seiner Mittelebene, das heißt also quer zur Längsachse des
Profilzylinders, zur Bildung mindestens zwei unabhängig von
einander betätigbarer Schließbartteile geteilt ausgebildet
ist.
Durch diese vorteilhafte Ausbildung ist es beispielsweise mög
lich, den ungeteilten der zwei Schließbarte zur Betätigung des
Schloßriegels einzusetzen, während der geteilte Schließbart
einerseits zum Schalten und/oder Steuern der Alarmanlage oder
Teilen davon eingesetzt wird und andererseits - aufgrund sei
ner Teilung - Sonderfunktionen ausführen kann.
Diese Sonderfunktionen sind dabei beispielsweise das Schalten
und/oder Steuern der Alarmanlage zur Herbeiführung der Anwe
senheitssicherung, da in diesem Fall in den Zylinderkern des
Profilzylinders der Schlüssel von der Innenseite der Türe, das
heißt also von innerhalb des Sicherungsbereiches eingeführt
wird und damit ein Schließbartteil des geteilten Schließbartes
die Internschärfung bewirkt, während bei der Betätigung des
Profilzylinders durch einen Schlüssel im Zylinderkern von
außerhalb des Sicherungsbereiches, das heißt also der Zu
gangstüre von außen, eine Betätigung des einen Schließbarttei
les des geteilten Schließbartes nicht durchführbar ist und so
mit eine Abwesenheitssicherung herbeiführbar ist.
Die Betätigung geschieht dabei ganz allgemein derart, daß un
abhängig, ob der Zylinderkern von innen her oder von außen her
betätigt wird, derjenige Schließbart, welcher dem Schloßriegel
funktionell zugeordnet ist, betätigt wird und dann eine Betä
tigung der Schließbartteile des geteilten Schließbartes in Ab
hängigkeit von der Seite des Einführens des Schlüssels in den
Zylinderkern stattfindet. Hierdurch ist es in vorteilhafter
Weise möglich, die Anwesenheitssicherung durch Einstecken des
Schlüssels in den Zylinderkern von innerhalb des Zugangsberei
ches her und durch eine einmalige Drehung des Schlüssels den
Schloßriegel durch den dem Schloßriegel zugeordneten Schließ
bart zu betätigen, wobei gleichzeitig über eine im Bereich des
zweiten Schließbartes oder des geteilten zweiten Schließbartes
vorgesehene Schalteinrichtung die Betätigung abtasten kann, so
daß erfaßt wird, daß der Schloßriegel betätigt wurde. Der
durch den von innen eingesteckten Schlüssel betätigte Schließ
bart kann damit eine Steuer- oder Schaltfunktion an die Alarm
anlage abgeben derart, daß der Zugangsbereich von innen abge
sperrt wurde, also eine Anwesenheitssicherung herbeigeführt
werden soll.
Mit der zweiten Umdrehung des von innen her eingeführten
Schlüssels wird dann die zweite Stufe des Schloßriegels ausge
fahren und im Bereich des zweiten Schließbartes die "Intern-
Schärfung", also die Anwesenheitssicherung herbeigeführt.
Hierdurch ist es ermöglicht, durch die erste Umdrehung des von
innen her eingesteckten Schlüssels die Türe zu versperren und
mit der zweiten Drehung die Anlage "intern" scharfzuschalten.
Im Falle einer Störung, das heißt also beispielsweise eines im
Absicherungsbereich liegenden geöffneten Fensters, ist es mög
lich, einen Hubmagneten oder eine Warneinrichtung vorzusehen,
der das Drehen des Schlüssels verhindert oder eine Warnein
richtung vorzusehen, die das Drehen des Schlüssels verhindert
oder einen Warnton abgibt. Eine - ansonsten üblicherweise vor
handene - Alarmverzögerung für die Meldelinie, in der die Zu
gangstüre eingeschleift ist, ist damit nicht mehr erforder
lich, ein bei Anwesenheit ausgeführter Einbruchsversuch wird
sofort von der Alarmanlage gemeldet.
Wenn die "intern" geschärfte Alarmanlage von außen her aufge
sperrt wird, wird bereits durch die erste Schlüsselumdrehung
die Scharfstellung der Alarmanlage aufgehoben, so daß ein
Fehlalarm nicht mehr möglich ist.
Dies führt außerdem zu dem Vorteil, daß bei "Intern"-Schärfung
der Alarmanlage in bekannter Weise, das heißt also an einer
von der Zugangstüre entfernten Stelle, ein Fehlalarm bei der
Verwendung des erfindungsgemäßen Profilzylinders nicht mehr
möglich ist, da durch das Aufsperren der Türe die Alarmanlage
automatisch unscharf geschaltet wird.
Die angesprochene Abwesenheitssicherung wird in ähnlicher
Weise herbeigeführt, allerdings mit einem in den Profilzylin
der von außen her eingeführten Schlüssel, so daß mit der er
sten Umdrehung des Schlüssels der dem Schloßriegel zugeordnete
Schließbart den Schloßriegel in die erste verriegelnde Stel
lung überführt und der zweite Schließbart eine Schalteinrich
tung betätigen kann, die erkennt, daß der Schloßriegel betä
tigt wurde. Mit der zweiten Umdrehung des von außen her
eingeführten Schlüssels wird der Schloßriegel in seine weiter
ausgefahrene Verriegelungsstellung gebracht und der zweite
Schließbart kann eine Schalteinrichtung betätigen, mittels der
festgestellt wird, daß die Abwesenheitssicherung herbeigeführt
werden soll.
Im Falle eines geteilten zweiten Schließbartes bleibt der bei
einer "Intern"-Schärfung betätigte Schließbartteil passiv, da
der Schlüssel in den Zylinderkern von außerhalb des Zugangsbe
reiches her eingeführt wurde, d. h. nur ein Teil des geteilten
Schließbartes wird betätigt, nicht aber der für das "Intern"-
Scharfschalten heranzuziehende Schließbartteil.
Das Unscharf-Schalten der Alarmanlage bei aktivierter Abwesen
heitssicherung erfolgt durch das einfache Aufschließen des
Profilzylinders. Mit der ersten Umdrehung der Schließbarte des
Profilzylinders wird der Schloßriegel um eine Stufe zurückge
fahren - die Türe ist immer noch versperrt -, die Alarmanlage
ist aber bereits unscharf geschalten. Durch die zweite Umdre
hung der Schließbarte wird der Schloßriegel in seine Ruhestel
lung bewegt, die Türe kann geöffnet werden, ein unbeabsichtig
tes und einen Fehlalarm auslösendes Öffnen der Zugangstür zum
Zugangsbereich ist nicht möglich.
Darüber hinaus wird der Vorteil erreicht, daß auch ein gewalt
sames Zurückschieben des Schloßriegels die scharfgeschaltene
Alarmanlage nicht unscharf schaltet, denn erst durch die legi
time Betätigung des die Schaltfunktion ausübenden Schließbar
tes, das heißt durch die Betätigung des Zylinderkernes und da
mit des Schließbartes durch den Schlüssel, ist ein Unscharf
schalten der Alarmanlage möglich.
Eine Hälfte des geteilten zweiten Schließbartes kann dabei in
beiden Fällen, d. h. der Anwesenheitssicherung und der Abwesen
heitssicherung zur Betätigung eines Schloßriegelstellungsde
tektors eingesetzt werden, der erkennt, ob und daß der Schloß
riegel betätigt wird.
Erfindungsgemäß kann auch ein Profilzylinder für abzusichernde
Zugangsbereiche, insbesondere Zugangstüren, an Gebäuden vorge
sehen sein, der zwei Profilzylinder, beispielsweise Profil
halbzylinder, mit jeweils einem Gehäuse, einem Zylinderkern
und mindestens einer Sicherungseinrichtung gegen unbefugtes
Betätigen eines Schließbartes, aufweist, wobei die zwei Pro
filzylinder zur gleichzeitigen Betätigung der Zylinderkerne
durch nur eine Schließeinrichtung funktionell gekoppelt und
beabstandet zueinander angeordnet sind.
Als Schließeinrichtung dient hierzu ein zum legitimen Öffnen
dienender Schlüssel, der ein handelsüblicher Schlüssel oder
beispielsweise ein elektronischer Schlüssel oder dergleichen
sein kann. Hierbei ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß jeder
der beiden Profilzylinder mindestens einen Schließbart auf
weist und die Schließbarte der beiden Profilzylinder bezogen
auf die Längsachse des so gebildeten Profilzylinders zueinan
der winkelig versetzt angeordnet werden können.
Zur funktionellen Koppelung der beiden Profilzylinder ist eine
die beiden Zylinderkerne verbindende Kratübertragungseinrich
tung vorgesehen, die hinsichtlich ihrer Länge, das heißt also
hinsichtlich des axialen Abstandes zwischen den beiden Profil
halbzylindern einstellbar, beispielsweise ablängbar ist.
Es kann aber auch eine andere beliebige Einrichtung zur Über
tragung des auf auf den Zylinderkern des einen Profilzylinders
durch den Schlüssel ausgeübten Moments zum anderen Profilzy
linder vorgesehen werden. Dies kann beispielsweise eine
biegsame oder eine Doppelgelenkwelle sein aber auch eine Zahn
radanordnung oder ein Zahnriemen, eine Zahnstange, eine Kette
oder dergleichen.
Hierbei kann einer der beiden Schließbarte des so gebildeten
Profilzylinders den Schloßriegel betätigen, während der andere
der mindestens zwei Schließbarte eine Schalt- oder Steuerungs
funktion für eine elektrische oder elektronische Alarmanlage
oder Bauteile davon ausführen kann.
Auch hier ist es wiederum möglich, daß mindestens einer der
mindestens zwei Schließbarte entlang seiner Mittelebene ge
teilt ausgebildet ist, um eine Unterscheidung bei der Absiche
rung des Zugangsbereiches des Gebäudes in Anwesenheitssiche
rung und Abwesenheitssicherung zu ermöglichen.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist zum Steuern einer
elektrischen oder elektronischen Alarmanlage oder Teilen davon
zur Sicherung des Zugangs zu einem Gebäude ein Profilzylinder
einer Zugangstüre zum Gebäude vorgesehen, wobei der Profilzy
linder mindestens zwei Schließbarte aufweist, von denen minde
stens einer einen Schloßriegel der Zugangstüre betätigt und
von denen mindestens ein anderer der mindestens zwei Schließ
barte eine Schalt- oder Steuerungsfunktion für die Alarmanlage
oder Bauteile davon ausführt.
Hierbei ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Alarmanlage
oder Teile davon über einen der mindestens zwei Schließbarte
passiv schaltbar ist, so daß eine Anwesenheitssicherung her
beiführbar ist.
Hierzu kann mindestens einer der mindestens zwei Schließbarte
im Bereich seiner Mittelebene geteilt ausgebildet sein derart,
daß über ihn die Alarmanlage oder Teile davon passiv schaltbar
ist.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher er
läutert. Diese zeigt in:
Fig. 1 einen Profilzylinder gemäß der Erfindung in ei
ner zweigeteilten Ausführungsform in perspekti
vischer Ansicht;
Fig. 2 den Profilzylinder in einem Teilschnitt in einer
Türe eingebaut; und
Fig. 3 in einer schematischen Darstellung ähnlich der
jenigen nach Fig. 2.
Wie leicht aus Fig. 1 der Zeichnung ersichtlich, weist der
Profilzylinder 1 in der dargestellten Ausführungsform zwei
Profilhalbzylinder 2, 3 auf, die über eine Welle 4 funktionell
gekoppelt sind.
Diese funktionelle Koppelung bedeutet in diesem Fall, daß die
10 jeweiligen Zylinderkerne 5, 6 durch die Welle 4 miteinander
verbunden sind, so daß bei einer Betätigung eines der Zylin
derkerne 5, 6 auch der jeweils andere Zylinderkern 5, 6 betä
tigt, das heißt gedreht, wird.
Mit der schlüsselbetätigten Drehung der jeweiligen Zylinder
kerne 5, 6 werden die durch die Welle 4 und die Zylinderkerne
5, 6 gekoppelten Schließbarte 7, 8 betätigt.
In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform des Profilzy
linders weist der aus den Profilhalbzylindern 2, 3 gebildete
Profilzylinder 1 zwei Schließbarte 7, 8 auf.
Wie leicht aus Fig. 2 der Zeichnung ersichtlich, welche nur
einen Profilhalbzylinder zeigt, kann gemäß einer weiteren Aus
führungsform des Profilzylinders 1 der Schließbart 7 oder 8 -
in dargestelltem Ausführungsbeispiel der Schließbart 7 - an
seiner Mittelebene 9, das heißt quer zur Längsachse des Pro
filhalbzylinders zur Bildung zweier Schließbarthälften 10, 11
geteilt ausgebildet sein.
Die Schließbarthälften 10, 11 stehen dabei in Wirkverbindung
mit den nur schematisch dargestellten Schaltgestängen 12, 13,
die eine Schaltfunktion an der nicht dargestellten elektri
schen oder elektronischen Alarmeinrichtung ausführen.
Der in Fig. 2 dargestellte Profilhalbzylinder 2 ist dabei an
der Innenseite eines Zugangsbereiches angeordnet, was durch
einen nur schematisch dargestellten Türausschnitt 14 gezeigt
ist.
Wird nun ein nicht dargestellter Schlüssel in den Profil
halbzylinder 2 von der Türinnenseite her eingeführt, so wird
durch seine Drehung der in Fig. 1 dargestellte Schließbart 8
zur Betätigung des Schloßriegels betätigt. Mit dieser Drehbe
wegung wird gleichzeitig die Schließbarthälfte 10 und die
Schließbarthälfte 11 bewegt, so daß diese die Schaltgestänge
12, 13 betätigen. Die durch das Einstecken des Schlüssels in
den im Sicherungsbereich liegenden Profilhalbzylinder 2 frei
gegebene Schließbarthälfte 11 kann über das Schaltgestänge 12
einen in Fig. 3 ersichtlichen Schalter 15 betätigen, so daß
eine von diesem wiederum gesteuerte Alarmanlage erkennen kann,
daß der Profilzylinder 1 von innerhalb des Sicherungsbereiches
aus betätigt wurde und nunmehr eine Anwesenheitssicherung
durchgeführt werden soll.
Mit der Drehung des Schlüssels von innerhalb des Sicherungsbe
reiches aus wird auch die zweite Schließbarthälfte 10 betä
tigt, welche über das Schaltgestänge 13 einen in Fig. 3 darge
stellten Mikroschalter 16 oder dergleichen schalten kann, da
mit erkannt werden kann, daß und ob der Schloßriegel betätigt
wurde.
Mit der zweiten Umdrehung des in den Profilhalbzylinder 2 ein
gesteckten Schlüssels wird der in Fig. 1 dargestellte Schließ
bart 8 zur weiteren Betätigung des Schloßriegels betätigt, das
heißt, der Schloßriegel wird weiter ausgefahren und gleichzei
tig wird durch die Drehung der Schließbarthälfte 11 die nicht
dargestellte Alarmanlage scharfgeschaltet, wodurch die Abwe
senheitssicherung realisiert ist.
Der in Fig. 3 dargestellte Hubmagnet 17 dient als Sicherung
derart, daß ein Scharfschalten der Alarmanlage nicht möglich
ist, wenn eine Störung in der Meldeschleife vorliegt, das
heißt also beispielsweise ein abzusicherndes Fenster geöffnet
ist. In diesem Fall blockiert der Sperrstift 18 das zugeord
nete Schaltgestänge, so daß die Schließbarthälfte 11 nicht ge
dreht werden kann und somit ein Scharfschalten der Alarmanlage
nicht möglich ist.
Die beschriebene Anwesenheitssicherung wird aufgehoben, indem
entweder der Profilzylinder 2 von innerhalb des Sicherungsbe
reiches her schlüsselbetätigt wird und damit die Alarmanlage
in einem Vorgang umgekehrt zum soeben beschriebenen Vorgang
unscharf geschalten wird oder aber der in Fig. 1 dargestellte
Profilzylinder 3 schlüsselbetätigt über die Welle 4 den Pro
filhalbzylinder 2 bzw. die dort - siehe Fig. 2 - angeordneten
Schließbarthälften 10, 11 betätigt, so daß ein erstes Umdrehen
des in den Profilhalbzylinder 3 eingesteckten Schlüssels für
ein Unscharfschalten sorgt und die zweite Umdrehung des
Schlüssels den nicht dargestellten Schloßriegel öffnet, so daß
die Türe ohne Alarm auszulösen, geöffnet werden kann.
Wenn die Sicherungsstufe Abwesenheitssicherung gewünscht ist,
wird ein nicht dargestellter Schlüssel in den Profilhalbzylin
der 3 eingeführt und gedreht. Diese Drehung sorgt einerseits
dafür, daß der Schließbart 8 den nicht dargestellten Schloß
riegel betätigt und gleichzeitig die in Fig. 2 dargestellte
Schließbarthälfte 10 betätigt, so daß diese über das Schaltge
stänge 13 einen Mikroschalter betätigen kann, damit feststell
bar ist, ob und daß der Schloßriegel betätigt wird. Mit der
zweiten Umdrehung des in den Profilhalbzylinder 3 eingeführten
Schlüssels wird einerseits der Schloßriegel weiter ausgefahren
und andererseits durch die zweite Betätigung der Schließ
barthälfte 10 das Schaltgestänge 13 zum "Extern"-Scharfschal
ten der Alarmanlage betätigt.
Hierbei ist es möglich, daß die beiden Schließbarthälften
10, 11 des Profilzylinders 2 entweder beim Einstecken des nicht
dargestellten Schlüssels in den Profilzylinder 2 gekoppelt
werden, das heißt also gemeinsam gedreht werden oder aber beim
Einstecken des Schlüssels in den Profilzylinder 3 entkoppelt
werden, das heißt also, die Schließbarthälfte 11 sich bei der
Betätigung des in den Profilhalbzylinder 3 eingeführten
Schlüssels nicht mitdreht. Hierzu kann zur Entkoppelung in der
Welle 4 eine federbetätigte Kerneinrichtung vorgesehen sein.
Ganz allgemein kann die in Fig. 2 oder Fig. 3 dargestellte
Schalteinrichtung also der Profilzylinder 1 und die weiteren
Bauteile - an Zugangstüren sowohl mit linkem Anschlag als auch
an solchen mit rechtem Anschlag angeordnet werden. Hierbei
findet lediglich eine Drehrichtungsumkehr des schlüsselbetä
tigten Zylinderkerns 5, 6 des Profilzylinders 1 zum Versper
ren/Aufsperren des Schloßriegels statt, so daß die Schaltge
stänge 12, 13 zum Sperren entweder nach unten (bei Linksan
schlag) oder nach oben (bei Rechtsanschlag) betätigt werden
und in entsprechend umgekehrter Weise beim Aufsperren.
Hinsichtlich vorstehend im einzelnen nicht näher erläuterter
Merkmale der Erfindung wird im übrigen ausdrücklich auf die
Ansprüche und die Zeichnung verwiesen.
Claims (12)
1. Profilzylinder für abzusichernde Zugangsbereiche, insbe
sondere Zugangstüren an Gebäuden mit einem Gehäuse, einem
Zylinderkern (5, 6) und mindestens einer Sicherungsein
richtung gegen unbefugtes Betätigen eines Schließbartes,
gekennzeichnet durch
mindestens zwei Schließbarte (7, 8).
2. Profilzylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schließbarte (7, 8) entlang der Längsachse des
Profilzylinders (1) axial beabstandet sind.
3. Profilzylinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schließbarte (7, 8) bezogen auf die Längsachse des
Profilzylinders (1) zueinander winkelig versetzt angeord
net sind.
4. Profilzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einer der mindestens zwei Schließbarte
(7, 8) etwa im Bereich seiner Mittelebene (9) zur Bildung
mindestens zweier unabhängig voneinander betätigbarer
Schließbarthälften (10, 11) geteilt ausgebildet ist.
5. Profilzylinder für abzusichernde Zugangsbereiche, insbe
sondere Zugangstüren an Gebäuden,
gekennzeichnet durch
zwei Profilzylinder (2, 3) mit jeweils einem Gehäuse, ei
nem Zylinderkern (5, 6) und mindestens einer Sicherungs
einrichtung gegen unbefugtes Betätigen eines Schließbar
tes (7, 8), wobei die zwei Profilzylinder (2, 3) zur
gleichzeitigen Betätigung der Zylinderkerne (5, 6) durch
eine Schließeinrichtung funktional gekoppelt und beab
standet zueinander angeordnet sind.
6. Profilzylinder nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeder der beiden Profilzylinder (2, 3) mindestens
einen Schließbart (7, 8) aufweist und die Schließbarte
(7, 8) der beiden Profilzylinder (2, 3) bezogen auf die
Längsachse des so gebildeten Profilzylinders (1) zueinan
der winkelig versetzt anordbar sind.
7. Profilzylinder nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur funktionellen Koppelung der beiden Profilzylinder
(2, 3) eine die beiden Zylinderkerne (5, 6) verbindende
Kraftübertragungseinrichtung (4) vorgesehen ist.
8. Profilzylinder nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der axiale Abstand zwischen den beiden Profilzylin
dern (2, 3) einstellbar ist.
9. Profilzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Schließbart (7, 8) zur Betätigung eines
Schloßriegels vorgesehen ist, während mindestens ein
anderer der mindestens zwei Schließbarte (7, 8) eine
Schalt- oder Steuerungsfunktion für eine elektrische oder
elektronische Alarmanlage oder Teile davon ausführt.
10. Verfahren zum Steuern einer elektrischen oder elektroni
schen Alarmanlage oder Teile davon zur Sicherung des Zu
gangs zu einem Gebäude,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Steuern der Alarmanlage ein Profilzylinder (1)
einer Zugangstüre zum Gebäude verwendet wird, wobei der
Profilzylinder (1) mindestens zwei Schließbarte (7, 8)
aufweist, von denen mindestens einer einen Schloßriegel
der Zugangstüre betätigt und von denen mindestens ein an
derer der mindestens zwei Schließbarte (7, 8) eine Schalt-
oder Steuerungsfunktion für die Alarmanlage oder Teile
davon ausführt.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Alarmanlage oder Teile davon über einen der min
destens zwei Schließbarte (7, 8) passiv schaltbar ist.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einer der mindestens zwei Schließbarte
(7, 8) im Bereich seiner Mittelebene (9) geteilt ist und
über ihn die Alarmanlage oder Teile davon passiv schalt
bar ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995118491 DE19518491C2 (de) | 1995-05-19 | 1995-05-19 | Anordnung aus zwei Schließzylindern für abzusichernde Zugangsbereiche |
| DE1996147854 DE19647854A1 (de) | 1995-05-19 | 1996-11-19 | Profilzylinder mit mindestens zwei Schließnasen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995118491 DE19518491C2 (de) | 1995-05-19 | 1995-05-19 | Anordnung aus zwei Schließzylindern für abzusichernde Zugangsbereiche |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19518491A1 true DE19518491A1 (de) | 1996-11-21 |
| DE19518491C2 DE19518491C2 (de) | 2002-10-24 |
Family
ID=7762402
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995118491 Expired - Fee Related DE19518491C2 (de) | 1995-05-19 | 1995-05-19 | Anordnung aus zwei Schließzylindern für abzusichernde Zugangsbereiche |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19518491C2 (de) |
Cited By (3)
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- 1995-05-19 DE DE1995118491 patent/DE19518491C2/de not_active Expired - Fee Related
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| EP4571018A1 (de) | 2023-12-11 | 2025-06-18 | Roto Frank Fenster- und Türtechnologie GmbH | Schliessvorrichtung mit einer kurbel, welche von schliesszylindern mit mitnehmerplättchen angesteuert wird |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19518491C2 (de) | 2002-10-24 |
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