DE19706822A1 - Schließvorrichtung mit einem Schließzylinder - Google Patents
Schließvorrichtung mit einem SchließzylinderInfo
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Description
Die Erfindung richtet sich auf eine einen Schließzylinder aufweisende
Schließvorrichtung der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Art.
Eine wichtige Aufgabe ist es, den Schließzylinder möglichst aufbruchsicher
zu machen. Dazu gibt es eine Fülle unterschiedlicher Verbesserungsvorschlä
ge, die aber letztlich nicht ausreichend sicher sind.
Eine Methode zum Aufbrechen von Schließzylindern durch Unbefugte ist
das sogenannte "Picking-Verfahren". Dieses Verfahren wird insbesondere
bei Schließzylindern mit als einreihige Stifte ausgebildeten Zuhaltungen
erfolgreich angewendet. Um dem entgegenzuwirken, wurden sogenannte
mechanische "Anti-Picking-Systeme" entwickelt, die aber in der Praxis
bei geschicktem Vorgehen von Unbefugten ebenfalls überwunden werden
konnten. Deswegen hat man elektronische Zylinder verwendet, die zwar
gegenüber dem Picking-Verfahren verhältnismäßig sicher sind, aber den
großen Nachteil haben, teuer zu sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine preiswerte Schließvorrichtung
Schließzylinder zu entwickeln, die Manipulationen am Schließzylinder durch
Einbruchswerkzeuge zuverlässig standhält, insbesondere, wenn diese nach
dem Picking-Verfahren arbeiten. Dies wird erfindungsgemäß durch die
im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen Maßnahmen erreicht, denen
folgende besondere Bedeutung zukommt.
Bei der erfindungsgemäßen Schließvorrichtung ist der Zylinderkern normaler
weise durch ein Sperrglied blockiert, dessen Übergang in eine Freigabelage
durch einen mit einer Steuerelektronik zusammenwirkenden Sensor überwacht
wird. Dieser Sensor spricht auf eine Bewegung wenigstens einer Zuhaltung
des Schließzylinders an. Werden die Zuhaltungsstifte länger als eine definier
te Zeitspanne bewegt, so interpretiert die Steuereinrichtung dies als eine
Manipulation und beläßt dann das Sperrglied in der Blockadelage. Darüber
hinaus gibt es eine weitere Sicherheit, weil normalerweise die Steuerelektro
nik ausgeschaltet ist und nur durch einen zusätzlichen Schalter zu aktivieren
ist. Das Betätigungsglied des Schalters wird so plaziert, daß der Schalter
nur vom ordnungsgemäßen Schlüssel betätigt werden kann. Im Betätigungsfall
setzt der Schalter die Steuerelektronik wirksam, die dann die Cooperation
mit dem Sensor ausführt. In einer vereinfachten Ausführung könnte man
auf den Schalter verzichten.
Diese Maßnahmen lassen sich bei gängigen mechanischen Schließzylindern
anwenden. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, bereits bestehende Schließsyste
me nachträglich mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen auszurüsten und
damit die Einbruchssicherheit bereits bestehender Anlagen zu verbessern.
Weitere Maßnahmen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unter
ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung und den Zeichnungen. In den
Zeichnungen ist die Erfindung in zwei Ausführungsbeispielen dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1, schematisch, einen Längsschnitt durch einen Schließzylinder
der Schließvorrichtung nach der Erfindung, zusammen mit allen
elektrischen und mechanischen Steuer- und Arbeitsgliedern,
Fig. 2, in Vergrößerung und im Querschnitt längs der mit II-II in Fig.
1 verdeutlichten Stelle ein Detail, wenn sich die Vorrichtung
in ihrer Ausgangslage befindet und eine Sperrlage des Zylinderkerns
vorliegt,
Fig. 3 den in Fig. 2 gezeigten Querschnitt, wenn eine Umsteuerung
der Vorrichtung in die Freigabelage erfolgt,
Fig. 4 in einer der Fig. 2 entsprechenden Darstellung eine alternative
Ausführung der Vorrichtung und
Fig. 5, die bereits in Fig. 3 gezeigte Situation, wenn die Alternative
von Fig. 4 gegeben ist.
Die erfindungsgemäße Schließvorrichtung umfaßt einen Schließzylinder
10, dessen in einem Zylindergehäuse 12 drehbarer Zylinderkern 11 durch
zahlreiche federbelastete Zuhaltungen 13, 14 normalerweise gesperrt ist.
Im vorliegenden Fall handelt es sich um Stiftzuhaltungen 13, 14, nämlich
einen Kernstift 13 und einen Gehäusestift 14. Diese befinden sich in fluch
tenden Bohrungen 15, 16 des Zylinderkerns 11 und dem Zylindergehäuse
12 und stehen unter der Wirkung einer Schraubenfeder 17, die bestrebt
ist, den Kernstift 13 möglichst weit in den Schlüsselkanal 18 vom Zylinder
kern 11 radial einzudrücken.
Durch Einstecken eines ordnungsgemäßen Schlüssels 30, der das für diesen
Schließzylinder 10 spezifische Einschnittprofil 31 aufweist, werden die
Zuhaltungen 13, 14 in definierter Weise radial positioniert. Während die
axiale Länge der Gehäusestifte 14 in den verschiedenen Bohrungen gleich
sein kann, besitzen die Kernstifte 13 unterschiedliche Stiftlängen. Das
hat zur Folge, daß die zwischen zusammengehörigen Stift-Paaren 13, 14
liegenden Trennebenen 32 vom ordnungsgemäßen Schlüssel 30 an die Über
gangsstelle zwischen den Zylinderkern 11 und dem Zylindergehäuse 12 über
führt werden, weshalb dann eine Schlüsseldrehung 33 möglich ist. Dann
befinden sich die Kernstifte 13 nur in den Bohrungen 15 des Zylinderkerns
11 und die Gehäusestifte 14 in den entsprechenden Bohrungen 16 des Zylin
dergehäuses 12.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der Zylinderkern 11 zusätzlich
aber noch durch ein Sperrglied 21 gegenüber einer Drehung 33 im Zylinder
gehäuse 12 blockiert. Das Sperrglied 21 ist im vorliegenden Fall längsbeweg
lich ausgebildet und von einem elektromechanischen Stellwerk 20 zwischen
zwei Arbeitspositionen verstellbar. Fig. 1 und 2 zeigt die eine Arbeitslage
des Sperrglieds 21, wo es in eine Radialaussparung 22 des Zylinderkerns
11 eingreift und daher diesen blockiert. Diese erste Lage des Sperrglieds
21 erweist sich daher als Sperrlage. Steuert das Stellwerk 20 das Sperrglied
21 in seine andere, aus Fig. 3 ersichtliche Lage, so fährt das Sperrglied
21 aus der Radialaussparung 22 heraus und gibt den Zylinderkern 11 zur
Drehung frei. Dann kann der Zylinderkern 11 durch einen im Schlüsselkanal
18 steckenden ordnungsgemäßen Schlüssel 30 gedreht werden; es liegt
die Freigabelage vom Sperrglied 21 vor.
Die Umsteuerung des Sperrglieds 21 zwischen den beiden Arbeitslagen
führt das Stellwerk 20 aufgrund von elektrischen Steuerimpulsen aus, die
über eine elektrische Steuerleitung 23 von einer Steuerelektronik 25 ausge
hen. Die Steuerelektronik 25 ist außerdem über eine elektrische Leitung
24 mit einem Schalter 26 verbunden, dessen Betätigungsglied 27 am Innenen
de 19 des Schlüsselkanals 18 vom Zylinderkern 11 angeordnet ist. Vor
dem Betätigungsglied 27 kann ein Stößel 28 im Schlüsselkanal 18 vorgesehen
sein, mit dem die Schlüsselspitze 34 zusammenwirkt. Es versteht sich,
daß auch andere Bereiche des Schlüssels 30 vom Betätigungsglied 27 zur
Steuerung des Schalters 26 herangezogen werden können.
Die Steuerelektronik 25 ist schließlich durch eine weitere elektrische Leitung
29 mit einem Sensor 35 verbunden, der auf eine mechanische Bewegung
einer bestimmten Zuhaltung 13', 14' vom Schließzylinder 10 anspricht.
Dazu besitzt der Sensor 35 im vorliegenden Fall einen Fühlstift 36, der
an der radial äußeren Stirnfläche des dortigen Gehäusestifts 14' sich ab
stützt. Der Fühlstift 36 greift also in die entsprechende, den Gehäusestift
14' aufnehmende Kammer 16' ein. Die Wirkungsweise der Verschlußvorrich
tung läuft wie folgt ab.
Wird der Schlüssel 30 bis zum Anschlag eingeführt, so gibt der Schalter
26 ein Signal an die Steuerelektronik 25 ab. Der Sensor 35, der digital
oder analog arbeitet, registriert, ob der abgefragte Zuhaltungsstift 14'
sich nach einer bestimmten Zeit nach dem Einstecken des Schlüssels noch
bewegt. Die Zeitgrenze mag bei 0,2 Sekunden liegen. Bewegt sich der
Zuhaltungsstift 14' über diese Zeitgrenze hinaus, was vom Sensor 35 eindeu
tig festgestellt wird, so wird dies von der Steuerelektronik 25 als Manipula
tionsversuch interpretiert. Das Sperrglied 21 bleibt daher in einer Sperrlage.
Die Steuerelektronik 25 kann in diesem Fall für eine bestimmte Zeitdauer,
von z. B. 5,1 Sekunden, in eine Wartestellung gelangen, in welcher das
Sperrglied 21 selbst dann blockiert bleibt, wenn der Sensor 35 während
der weiteren Zeitspanne keine Bewegung der Zuhaltung 14' feststellen
sollte.
Um die Schließvorrichtung zu betätigen muß ein erneuter Öffnungsversuch
durch den Schlüssel 30 vorgenommen werden. Führt dieser weitere Öffnungs
versuch zu dem gleichen negativen Ergebnis, so kann die Sperrzeit der
Steuerelektronik 25 verlängert werden. Die Sperrzeit kann bei weiteren
negativen Verlängerungen beträchtlich verlängert werden.
Ein Öffnen der Schließvorrichtung ist nur dann möglich, wenn der Sensor
35 nach der erwähnten definierten Zeit von z. B. 0,2 Sekunden keine Bewe
gung der Stiftzuhaltung 14' feststellt. Vorausgehend hat der Schalter 26
aber, wie bereits erwähnt wurde, die ordnungsgemäße Einführung des Schlüs
sels 30 im Schlüsselkanal 18 der Steuerelektronik 25 gemeldet. Dann gibt
die Steuerelektronik 25 über die Steuerleitung 23 den Umsteuerungsimpuls
an das Stellwerk 20 weiter, der dann das Sperrglied 21 in die bereits er
wähnte Freigabelage von Fig. 3 überführt. Dann läßt sich der Zylinderkern
11 über den Schlüssel 30 drehen und das nicht näher gezeigte Schloß in
der Vorrichtung in seine Offenlage überführen.
Im Ausführungsbeispiel von Fig. 1 bis 3 besteht das Sperrglied 21 aus ei
nem Bolzen. Das Stellwerk 20 kann in das Gehäuse 12 des Schließzylinders
10 integriert sein. Der Schließzylinder 10 kann als Doppelzylinder, Einfach
zylinder oder in sonstiger an sich bekannter Weise ausgebildet sein.
Im Ausführungsbeispiel von Fig. 4 und 5 ist eine alternative Ausbildung
des Sperrglieds 21' gezeigt. Diese besteht aus einer Gabel 21', die am
Ende eines Stößels 37 sitzt. Der Stößel 37 ist Bestandteil des auch hier
vorgesehenen elektro-mechanischen Stellwerks 20, das zweckmäßigerweise
ebenfalls in das Zylindergehäuse 12 integriert ist. Die Gabel 21' wird
in einer Führung 38 im Inneren des Gehäuses 12 stets parallel zu sich
selbst geführt, wenn es zu der aus Fig. 4 und 5 erkennbaren Umsteuerung
zwischen der Sperrlage und Freigabelage kommt. Der Zylinderkern 11'
besitzt an der mit der Gabel 21 zusammenwirkenden Stelle eine Einschnü
rung 39, die an dieser Stelle nur eine unrunde Kernzone des Zylinderkerns
11' beläßt. Diese Kernzone ist in der dargestellten Ausgangs-Drehstellung
des Zylinderkerns 11' kleiner/höchstens gleich der lichten Weite 40 der
Gabelöffnung ausgebildet.
10
Schließzylinder
11
Zylinderkern
11
' Zylinderkern mit Einschnürung (
Fig.
4, 5)
12
Zylindergehäuse
13
Zuhaltung, Kernstift
13
' Kernstift bei
36
14
Zuhaltung, Gehäusestift
14
' Gehäusestift bei
36
15
Bohrung in
11
16
Bohrung in
12
16
' Kammer für
14
' und
36
17
Schraubenfeder für
13
,
14
18
Schlüsselkanal
19
Innenende von
18
20
elektromechanisches Stellwerk
21
Sperrglied, Bolzen
21
' Sperrglied, Gabel (
Fig.
4, 5)
22
Radialaussparung in
11
23
Steuerleitung für
20
24
elektrische Leitung für
26
25
Steuerelektronik
26
Schalter
27
Betätigungsglied von
26
28
Stößel bei
27
29
elektrische Leitung für
35
30
Schlüssel
31
Einschnittprofil von
30
32
Trennebene zwischen
13
,
14
33
Schlüsseldrehung von
30
34
Schlüsselspitze von
30
35
Sensor
36
Fühlstift von
35
37
Stößel für
21
' (
Fig.
4, 5)
38
Führung für
21
' in
12
(
Fig.
4, 5)
39
Einschnürung von
11
' (
Fig.
4, 5)
40
lichte Gabelweite von
21
' (
Fig.
4, 5)
Claims (4)
1. Schließvorrichtung mit einem Schließzylinder (10), dessen Zylinderkern
(11) durch einen eingesteckten ordnungsgemäßen Schlüssel (30) in
einem Zylindergehäuse (12) drehbar (33) ist und beim Drehen (33)
auf ein Schloß einwirkt,
und der Zylinderkern (11) bei abgezogenem Schlüssel (30) durch feder belastete (17) Zuhaltungen (13, 14) gegenüber Drehungen (33) gesperrt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Schalter (26) auf das Einstecken des Schlüssels (30) in den Zylinderkern (11) ansprechbar ist und im Einsteckfall eine Steuerelek tronik (25) aktiviert,
daß an wenigstens eine Zuhaltung (14') des Schließzylinders (10) ein Sensor (35) angeschlossen ist, der auf die Bewegung der Zuhaltung (14') anspricht und der mit der Steuerelektronik (25) in Wirkverbindung steht,
und daß ein Sperrglied (21) normalerweise den Zylinderkern (11) gegenüber einer Drehung (33) blockiert,
aber die Steuerelektronik (25) das Sperrglied (21) dann in eine Freiga belage gegenüber dem Zylinderkern (11) überführt,
wenn der Sensor (35) der Steuerelektronik (25) nach einer bestimmten Zeit nach dem Einstecken des Schlüssels (30) in den Zylinderkern (11) keine Bewegung der Zuhaltung (14') meldet.
und der Zylinderkern (11) bei abgezogenem Schlüssel (30) durch feder belastete (17) Zuhaltungen (13, 14) gegenüber Drehungen (33) gesperrt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Schalter (26) auf das Einstecken des Schlüssels (30) in den Zylinderkern (11) ansprechbar ist und im Einsteckfall eine Steuerelek tronik (25) aktiviert,
daß an wenigstens eine Zuhaltung (14') des Schließzylinders (10) ein Sensor (35) angeschlossen ist, der auf die Bewegung der Zuhaltung (14') anspricht und der mit der Steuerelektronik (25) in Wirkverbindung steht,
und daß ein Sperrglied (21) normalerweise den Zylinderkern (11) gegenüber einer Drehung (33) blockiert,
aber die Steuerelektronik (25) das Sperrglied (21) dann in eine Freiga belage gegenüber dem Zylinderkern (11) überführt,
wenn der Sensor (35) der Steuerelektronik (25) nach einer bestimmten Zeit nach dem Einstecken des Schlüssels (30) in den Zylinderkern (11) keine Bewegung der Zuhaltung (14') meldet.
2. Schließvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Betätigungsglied (27) des Schalters (26) im Schlüsselkanal (18)
des Zylinderkerns (11) angeordnet ist.
3. Schließvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Betätigungsglied (27) des Schalters (26) am Innenende (19) des
Schlüsselkanals (18) angeordnet ist und mit der Spitze (34) des einge
steckten Schlüssels (30) zusammenwirkt.
4. Schließvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (35) über einen Fühlstift
(36) betätigbar ist und der Fühlstift (36) in eine Kammer (16') des
Zylindergehäuses (10) eingreift und in der Kammer (16') wenigstens
zeitweise ein Zuhaltungsabschnitt (14') angeordnet ist, den der Fühlstift
(36) kontaktiert.
Priority Applications (2)
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Family
ID=7820994
Family Applications (1)
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Country Status (2)
| Country | Link |
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