DE19510614A1 - Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial zur Erzeugung von Negativbildern mit ultrasteilem Kontrast - Google Patents
Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial zur Erzeugung von Negativbildern mit ultrasteilem KontrastInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein photographisches Silberhalogenid-
Aufzeichnungsmaterial zur Erzeugung von schwarz-weißen
Negativbildern mit ultrasteilem Kontrast und seine Verwendung.
Bei der photomechanischen Reproduktion müssen häufig
Halbtonbilder in Rasterpunktbilder umgewandelt werden. Hierzu
verwendet man Silberhalogenidmaterialien, die man in
besonderen Verfahren zu ultrasteilem Kontrast, d. h. zu einer
maximalen Steigung der Schwärzungskurve von mehr als 10,
entwickelt. Bekannt ist beispielsweise das Lithverfahren mit
sulfitarmen, formaldehydhaltigen Hydrochinonentwicklern.
Besondere praktische Bedeutung hat neuerdings die Entwicklung
in Gegenwart von Hydrazinverbindungen.
Bei diesem Verfahren werden häufig gewisse Aminoverbindungen
zur weiteren Steigerung des Kontrastes angewendet. So wird in
der EP-00 32 456-B1 ein Verfahren beansprucht, bei dem man ein
Aufzeichnungsmaterial in Gegenwart einer Hydrazinverbindung
mit einem Hydrochinon-3-Pyrazolidinon-Entwickler verarbeitet,
der eine kontraststeigernde Menge einer Aminoverbindung
enthält.
In der EP-04 73 342-A1 ist ein photographisches
Silberhalogenidmaterial beschrieben, das in einem Entwickler
mit einem pH < 11 zu ultrasteilem Kontrast entwickelt werden
kann. Die lichtempfindliche Beschichtung dieses Materials
enthält eine Hydrazinverbindung einer bestimmten Formel sowie
eine Amino- oder eine quaternäre Oniumverbindung und ist auf
einen pH von mindestens 5,9 eingestellt.
Entwickler, die eine kontraststeigernde Menge einer
Aminoverbindung enthalten, sind nicht frei von Nachteilen. Die
erforderliche Konzentration der Aminoverbindung ist
beträchtlich und liegt häufig in der Nähe der
Löslichkeitsgrenze. Infolge der Temperaturerhöhung oder von
geringen Konzentrationsänderungen durch Wasserverdunstung
während des Gebrauchs kann die Löslichkeitsgrenze leicht
überschritten werden und die Aminoverbindung scheidet sich
aus. Dies kann zu ungleichmäßiger Entwicklung und zur
Verunreinigung der Aufzeichnungsmaterialien und der
Entwicklungsmaschine führen. Wegen ihrer Wasserdampf
flüchtigkeit können die ausgeschiedenen Aminoverbindungen auch
an entfernte Stellen der Entwicklungsmaschine gelangen und
unerwünschte Verunreinigungen sowie Korrosion hervorrufen.
Bei der Verwendung von Entwicklern, welche bekannte
Aminoverbindungen enthalten, tritt ein auch sehr unangenehmer
Geruch auf, der auf die hohe erforderliche Konzentration und
die Flüchtigkeit dieser Verbindungen zurückzuführen ist.
Da die Aminoverbindungen nur begrenzt löslich sind ist es
schwierig, die als wirtschaftliche Handelsform üblichen
Entwicklerkonzentrate zu formulieren. Nach der EP-A-02 03 521
können zwar Salze gewisser Sulfo- oder Carbonsäuren als
Lösungsvermittler eingesetzt werden. Die übrigen
angesprochenen Probleme werden jedoch durch solche Zusätze
nicht beeinflußt.
Die bekannten Entwickler haben in der Regel einen pH über 11.
Daher sind sie für die Praxis nicht hinreichend stabil und
wirken stark korrosiv auf die Bauteile der Entwicklungs
maschinen.
Obgleich mit diesen bekannten Verfahren auch bei kurzer
Verarbeitungszeit Negativbilder mit ultrasteilem Kontrast
erzeugt werden können, sind sie noch mit gewissen Nachteilen
verbunden. So sind die benötigten Mengen der
kontrasterhöhenden Zusätze so groß, daß sie zu unerwünschten
Veränderungen der Filmeigenschaften führen, beispielsweise der
Lagerungsstabilität, der Trocknungseigenschaften nach der
Verarbeitung und der Naßkratzfestigkeit.
In der deutschen Offenlegungsschrift DE-A-43 10 327 ist ein
Verfahren zur Erzeugung von Negativbildern mit ultrasteilem
Kontrast beschrieben, bei dem die Entwicklung des
Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterials in Gegenwart von
Verbindungen erfolgt, deren Moleküle mindestens ein
quaternäres Stickstoffatom und mindestens eine tertiäre
Aminfunktion aufweisen.
US 4,975,354 schlägt vor, den Silberhalogenidmaterialien neben
Hydrazinverbindungen noch bestimmte sekundäre oder tertiäre
Aminoverbindungen, die außerdem mindestens drei
Oxyethyleneinheiten in ihrem Molekül enthalten, als
Kontrastverstärker ("booster") zu inkorporieren.
EP 04 22 677 beschreibt die Anwendung von tertiären
Aminoverbindungen mit mindestens drei Oxyethyleneinheiten im
Molekül als Entwicklungsbeschleuniger in Entwicklerlösungen,
die auch in Gegenwart von Hydrazinverbindungen wirken.
EP 05 39 998 beansprucht Silberhalogenidmaterialien, die neben
Hydrazinverbindungen noch Thioetherverbindungen mit tertiärer
Aminogruppe enthalten.
Auch mit diesen kontraststeigernden Zusätzen kann man nur dann
befriedigende Bilder erhalten, wenn man sie in relativ großen
Mengen anwendet. Damit sind nachteilige Einflüsse auf die
Eigenschaften des Aufzeichnungsmaterials, zum Beispiel auf die
Lagerbeständigkeit, die Naßdruckempfindlichkeit und das
Trocknungsverhalten, verbunden.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein Silberhalogenid-
Aufzeichnungsmaterial vorzuschlagen, das zum Erzeugen von
Negativbildern mit ultrasteilem Kontrast bei kurzer
Verarbeitungszeit mit einem stabilen, geruchfreien und nicht
korrosiven Entwickler geeignet und von den oben erwähnten
Nachteilen frei ist, sowie ein Verfahren zur Herstellung von
Schwarz-Weiß-Negativbildern mit ultrasteilem Kontrast
anzugeben.
Diese Aufgaben werden gelöst durch Silberhalogenid-
Aufzeichnungsmaterialien nach dem Hauptanspruch und durch ein
Verfahren nach Anspruch 9.
Es wurde nämlich überraschenderweise gefunden, daß
Verbindungen, die in ihrem Molekül eine Sulfonylharnstoff-,
Sulfonylurethan- oder eine Sulfuryldiamidgruppe sowie eine
tertiäre Aminogruppe enthalten, wenn sie gemeinsam mit
Hydrazinverbindungen in Silberhalogenid-
Aufzeichnungsmaterialien inkorporiert werden, die Herstellung
von Bildern mit ultrasteilem Kontrast auch bei relativ
niedrigem Entwickler-pH und bei kurzer Entwicklungszeit
ermöglichen.
Die tertiäre Aminogruppe wird durch ein Stickstoffatom
realisiert, welches mit Einfachbindungen an zwei organische
Reste sowie über eine zweiwertige verbindende Gruppe an die
Sulfonylharnstoff-, Sulfonylurethan- oder Sulfuryldiamidgruppe
gebunden ist. Im Falle des Sulfonylharnstoffs und
Sulfonylurethans kann die zweiwertige verbindende Gruppe
sowohl an den Sulfonylteil als auch an den Harnstoff- bzw.
Urethanteil anknüpfen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung fällt die
kontraststeigernde Verbindung unter eine der nachstehend
angegebenen allgemeinen Formeln (A), (B) oder (C):
Die Reste R₁, R₂, R₃ und R₄ können gleich oder verschieden sein
und je eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis
6 Kohlenstoffatomen sein, beispielsweise Methyl, Ethyl,
n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, Isobutyl, n-Hexyl. R₁ und R₂
sowie R₃ und R₄ können auch unter Einschluß des Stickstoffatoms
und ggf. eines weiteren Stickstoffatoms, eines Sauerstoffatoms
oder einer Carbonylgruppe einen heterozyklischen Ring mit 5
bis 12 Gliedern bilden, beispielsweise einen Piperidin-,
Pyrrolidin-, Pyrrolidinon-, Pyrrolin-, Oxazolidin-,
Imidazolin-, Morpholin-, Pyrazan-, Azepin-, Oxazepin- oder
Azacyclodecanring. Jede der Gruppen R₁ bis R₄ kann auch eine
Benzylgruppe sein. Sowohl jede der Gruppen R₁ bis R₄ als auch
die diesen Gruppen entsprechenden heterozyklischen Ringe
können weiter substituiert sein, bevorzugt mit Hydroxyl-,
Alkoxy-, Alkylthio- oder Alkylaminogruppen, wobei das Alkyl 1
bis 6 Kohlenstoffatome aufweisen kann. Beispiele solcher
Substituenten sind Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Butoxy,
Ethylamino, Dimethylamino, Butylthio.
Die zweiwertigen verbindenden Gruppen X, X₁ und X₂ sind
bevorzugt geradkettige, verzweigte oder cyclische
Alkylengruppen mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen, Phenylen- oder
Aralkylengruppen mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen, oder
zweiwertige Ketten aus 1 bis 20 Methylengruppen, in die neben
diesen auch Sauerstoff, Schwefel, Aminogruppen, Alken- oder
Alkingruppen oder auch Polyoxyalkylengruppen, insbesondere
Polyoxyethylen oder Polyoxypropylengruppen mit 1 bis 50
Oxyalkyleinheiten eingebaut sein können. Besonders bevorzugt
ist eine Ethylen- oder Propylenaminogruppe.
Der Rest R bedeutet eine gesättigte oder ungesättigte
Alkylgruppe, bevorzugt mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, eine
Arylgruppe, bevorzugt mit 6 bis 14 Kohlenstoffatomen oder eine
Aralkylgruppe, bevorzugt mit 7 bis 15 Kohlenstoffatomen. Diese
Gruppen können ihrerseits substituiert sein, beispielsweise
mit Hydroxyl-, Amino-, Alkylamino- und Alkoxygruppen, wobei
hierin das Alkyl vorzugsweise 1 bis 6 Kohlenstoffatome
aufweist. Wenn R an Stickstoff gebunden ist, kann es auch
Wasserstoff bedeuten.
S steht für eine der Gruppen -SO₁-NR₅-CO-NR₆-,
-SO₂-NR₇-CO-O- oder -NR₈-SO₂-NR₉-. Hierin
bedeuten R₅ bis R₉, die gleich oder verschieden sein können,
jeweils Wasserstoff oder eine C₁- bis C₆-Alkylgruppe oder eine
Benzylgruppe. Die Alkyl- und Benzylgruppen können weiter
substituiert sein, vorzugsweise mit Hydroxyl-, Amino-,
Alkylamino-, Alkoxy- und Alkylthiogruppen, wobei das Alkyl in
diesen Gruppen vorzugsweise 1 bis 6 Kohlenstoffatome aufweist.
Die Gruppen S können in der angegebenen oder in umgekehrter
Reihenfolge in das Molekül nach der allgemeinen Formel (A),
(B) oder (C) eingebaut sein. Daher können beispielsweise die
Reste R und X₂ sowohl an die Gruppe SO₂ als auch an ein
Stickstoff- oder Sauerstoffatom gebunden sein.
Besonders bevorzugte kontraststeigernde Verbindungen werden
durch die allgemeinen Formeln (I), (II), (III), (IV) und (V)
beschrieben:
Hierin bedeuten R₁₁, R₁₂, R₁₄, R₁₅, die gleich oder verschieden
sein können, je eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe, wobei
diese Gruppen mit Hydroxylgruppen oder mit Alkoxy-, Alkylthio- oder
Alkylaminogruppen mit jeweils 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
substituiert sein, oder R₁₁ und R₁₂ und/oder R₁₄ und R₁₅
gemeinsam mit dem Stickstoffatom, ggf. unter Einschluß eines
weiteren Stickstoff- oder eines Sauerstoffatoms oder einer
Carbonylgruppe, einen fünf- bis achtgliedrigen
heterozyklischen Ring, der seinerseits wie vorstehend
substituiert sein kann, beispielsweise einen beispielsweise
einen Piperidin-, Pyrrolidin-, Pyrrolidinon-, Pyrrolin-,
Oxazolidin-, Imidazolin-, Morpholin-, Pyrazan-, Azepin- oder
Oxazepinring.
Die zweiwertigen verbindenden Gruppen X, X₁ und X₂ haben die
gleiche Bedeutung wie oben beschrieben.
Y bedeutet Stickstoff oder Sauerstoff, je nachdem, ob es sich
um eine Sulfonylharnstoff- oder eine Sulfonylurethanverbindung
handelt.
R₁₃ und R₁₆ bedeuten Wasserstoff oder eine geradkettige oder
verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine
Benzylgruppe, gegebenenfalls substituiert mit Hydroxylgruppen
oder mit Alkoxy-, Alkylthio- oder Alkylaminogruppen mit
jeweils 1 bis 6 Kohlenstoffatomen. Wenn Y Sauerstoff ist,
dann ist R₁₃ mangels einer weiteren Bindung nicht vorhanden.
R₁₉ bedeutet Wasserstoff oder eine ggf. substituierte
Alkylgruppe, die auch mit R₁₃ einen fünf- bis achtgliedrigen,
gegebenenfalls substituierten, heterozyklischen Ring bilden
kann, wie oben für R₁₄ und R₁₅ beschrieben.
R₁₈ ist eine gegebenenfalls substituierte Phenyl, Tolyl- oder
Alkylgruppe, bevorzugt mit 1-12 Kohlenstoffatomen.
Erfindungsgemäße kontraststeigernde Verbindungen mit der
Gruppierung -SO₂-NH-CO- lassen sich aus leicht zugänglichen
und kostengünstigen Ausgangsstoffen herstellen. Insbesondere
geht man von Chlorsulfonylisocyanat sowie von Alkyl- oder
Arylsulfonylisocyanaten aus. Die synthetische Methode ist
allgemein und beispielhaft beschrieben in: R. Graf,
Umsetzungen mit N-Carbonyl-sulfamidsäurechlorid, Angewandte
Chemie 80, 179 (1968) sowie in G. Anthony Benson et al.,
Sulfamic Acid and Its N-Substituted Derivatives, Chemical
Reviews 80, 151 (1980). Durch Umsetzung der Ausgangsstoffe mit
den geeigneten Alkoholen oder Aminen lassen sich in einfachen
Eintopfsynthesen die relativ komplex aufgebauten Verbindungen
mit sehr hoher Ausbeute und in guter Reinheit herstellen. Der
Fachmann kann leicht Analogieverfahren durch Variation der
Substituenten auffinden. In den meisten Fällen braucht man die
Zwischenprodukte nicht zu isolieren und kann die Verbindungen
ohne weitere Reinigung den photographischen Schichten
zusetzen. Falls erforderlich kann das Syntheseprodukt auch
gereinigt werden, beispielsweise durch Extrahieren mit Ether,
durch Umfällen und/oder durch Trocknen im Vakuum.
Erfindungsgemäße kontraststeigernde Verbindungen mit
Sulfuryldiamidgruppen können auf einfache Weise durch
Umsetzung von Sulfurylchlorid mit entsprechenden primären oder
sekundären Aminen hergestellt werden. Die Reaktion kann man
entweder mit 2 mol des Amins je mol Sulfurylchlorid (für
symmetrisch aufgebaute Verbindungen) oder nacheinander mit je
1 mol zweier verschiedener Amine durchführen. Auch diese
Reaktion ist sehr einfach und mit preisgünstigen
Ausgangsstoffen ausführbar.
Da diese Ausgangsstoffe in beträchtlicher Vielfalt kommerziell
angeboten werden, können erfindungsgemäße kontraststeigernde
Verbindungen hergestellt werden, die mehreren Anforderungen
entsprechen. So läßt sich beispielsweise durch Auswahl der
hydrophoben, der hydrophilen und der Ballastgruppen erreichen,
daß die Verbindungen bei für das Einbringen in die Emulsion
ausreichender Wassermischbarkeit gleichzeitig eine gute
Diffusionsfestigkeit und eine für die Wirkung ausreichende
Adsorption am Silberhalogenid aufweisen. Bei dieser Auswahl
kann auch die Verträglichkeit mit in der Emulsion vorhandenen
Netzmitteln und anderen Komponenten berücksichtigt werden.
Beispiele für erfindungsgemäße kontraststeigernde Verbindungen
sind:
Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial enthält eine
Hydrazinverbindung. Diese Hydrazinverbindung kann in an sich
bekannter Weise entweder in eine oder mehrere Schichten des
Aufzeichnungsmaterials inkorporiert werden. Dies können sowohl
Schichten sein, welche das lichtempfindliche Silberhalogenid
enthalten, als auch Schichten, die mit den erstgenannten in
reaktiver Verbindung stehen, d. h. die so angeordnet sind, daß
Stoffe von einer in die andere Schicht diffundieren können,
wenn durch Reaktionen ein Konzentrationsgefälle
aufrechterhalten wird.
Geeignete Hydrazinverbindungen sind beispielsweise beschrieben
in Research Disclosure 235 010 (November 1983),
DE-27 25 743-A1, EP-00 32 456-B1, EP-01 26 000-A2,
EP-01 38 200-A2, EP-02 03 521-A2, EP-02 17 310-A2,
EP-02 53 665-A2, EP-03 24 391-A2, EP-03 24 426-A2,
EP-03 26 443-A2, EP-03 56 898-A2, EP-04 73 342-A1,
EP-05 01 546-A1, EP-04 81 565-A1, EP-05 98 315-A1,
EP-04 44 506-A1.
Bevorzugte Hydrazinverbindungen sind durch die allgemeine
Formel (VI) beschrieben:
B-Phenyl-NHNH-L-G (VI).
Hierin bedeuten B eine Ballastgruppe, G eine aktivierende
Gruppe und L eine der Gruppen -CO- und -CO-CO-.
Bevorzugte Ballastgruppen sind jene, die nicht
elektronenanziehend sind, beispielsweise gerade oder
verzweigte Alkylgruppen, (z. B. Methyl, Ethyl, n-Propyl,
Isopropyl, n-Butyl, Isobutyl, n-Hexyl, n-Octyl, t-Octyl,
n-Decyl, n-Dodecyl und ähnliche Gruppen), auch Alkyoxgruppen,
die als Alkyl eine der oben genannten Alkylgruppen enthalten,
sowie Acylaminogruppen, wie Acetylamino, Propanoylamino,
Butanoylamino, Octanoylamino, Benzoylamino, Alkyl- und
Arylsulfonamido- und ähnliche Gruppen.
Die genannten Gruppen können ihrerseits mit herkömmlichen
photographischen Ballastgruppen substituiert sein, wie sie von
inkorporierten diffusionsfesten Kupplern und anderen
immobilisierten photographischen Zusätzen bekannt sind. Solche
Ballastgruppen enthalten typischerweise mindestens 8
Kohlenstoffatome und können aus relativ reaktionsträgen
aliphatischen oder aromatischen Gruppen ausgewählt werden,
beispielsweise Alkyl, Alkoxy, Phenyl, Alkylphenyl, Phenoxy,
Alkylphenoxy und ähnlichen Gruppen.
Die Alkyl- und Alkoxygruppen enthalten einschließlich etwaiger
Ballastgruppen vorzugsweise 1 bis 20, die Acylaminogruppen
vorzugsweise 2 bis 21 Kohlenstoffatome. Es könne aber bis zu
30 oder mehr Kohlenstoffatome in diesen Gruppen enthalten
sein. Besonders bevorzugt sind Methoxyphenyl, Tolyl,
ballastiertes Butyramidophenyl, Butylsulfonamido und
Toluylsulfonamido.
Zu den bevorzugten Hydrazinverbindungen gehören solche, deren
Ballastgruppe noch eine adsorptionsfördernde Gruppe enthält.
Solche Gruppen fördern die Adsorption des Moleküls an der
Oberfläche der Silberhalogenidkristalle und sind an sich
bekannt. Sie enthalten typischerweise wenigstens ein Schwefel- oder
Stickstoffatom, das einen Silberkomplex bilden kann oder
sonst eine Affinität zur Silberhalogenidoberfläche hat.
Bevorzugte Beispiele sind Thioharnstoff-, Thiuronium-,
heterozyklische Thioamid- und Triazolgruppen.
G ist vorzugsweise Wasserstoff, ggf. substituiertes Alkyl
(z. B. Methyl, Hydroxymethyl, Monofluoromethyl, Pyridinomethyl,
Phenoxymethyl, Alkoxymethyl wie Methoxymethyl), ggf.
substituiertes Aralkyl (z. B. Benzyl, o-Hydroxybenzyl) und ggf.
substituiertes Aryl (z. B. Phenyl, 3,5-Dichlorphenyl,
o-Methansulfonamidophenyl, 4-Methansulfonylmethyl,
2-Hydroxymethylphenyl), wobei Alkylgruppen mit
elektronenanziehenden Substituenten, beispielsweise
kationischen Gruppen mit quaternärem Stickstoffatom, besonders
bevorzugt sind.
G kann auch weiter substituiert sein, z. B. mit Alkyl,
Aralkyl, Alkenyl, Alkinyl, Alkoxy, Aryl, substituiertem Amino,
Ureido, Urethan, Aryloxy, Sulfamoyl, Carbamoyl, Alkyl- oder
Arylthio, Alkyl- oder Arylsulfonyl, Alkyl- oder Arylsulfinyl,
Hydroxy, Halogen, Cyan, Sulfo, Aryloxycarbonyl, Acyl,
Alkoxycarbonyl, Acyloxy, Carbamid, Sulfonamid, Carboxyl,
Phosphamid, Diacylamino, Imid.
G kann auch so gewählt werden, daß das L-G-Teil des Moleküls
unter Ringbildung abgetrennt wird, wie dies z. B. in
EP-B-02 53 665 beschrieben ist.
Beispiele geeigneter Hydrazinverbindungen sind
OTS⁻ ist das Anion der o-Toluolsulfonsäure.
Die lichtempfindlichen Silberhalogenide der erfindungsgemäß
verwendeten Aufzeichnungsmaterialien bestehen aus
Silberchlorid, Silberbromid, Silberchlorobromid,
Silberbromoiodid oder Silberchlorobromoiodid. Sie können
monodispers oder polydispers sein, eine einheitliche
Zusammensetzung haben aber auch Körner mit Kern-Schale-Aufbau
aufweisen, sowie auch Gemische von Körnern verschiedener
Zusammensetzung und Korngrößenverteilung sein. Sie werden
unter Verwendung eines hydrophilen kolloidalen Bindemittels,
bevorzugt Gelatine, hergestellt. Die Silberhalogenidkörner
können sphärische, polyedrische oder tafelförmige Gestalt
haben. Methoden zur Herstellung geeigneter lichtempfindlicher
Silberhalogenidemulsionen sind dem Fachmann bekannt und
beispielsweise in der Research Disclosure 365 044, Kapitel I
bis IV (September 1994) zusammengefaßt.
Bevorzugt für die erfindungsgemäß verwendeten
Aufzeichnungsmaterialien werden Silberhalogenidemulsionen, die
durch kontrollierten Doppelstrahleinlauf hergestellt werden
und eine kubische Kornform haben. Besonders bevorzugt sind
monodisperse Emulsionen, d. h. solche, bei denen der
Variationskoeffizient (Quotient aus Standardabweichung und
Mittelwert) der Korngröße kleiner als 0,30 ist.
Das Kornvolumen der Silberhalogenidkörner in den Emulsionen
richtet sich nach der erforderlichen Empfindlichkeit und kann
beispielsweise dem kubischer Körner von 0,1 bis 0,7 µm
Kantenlänge entsprechen. Ein bevorzugter Bereich liegt
zwischen 0,15 und 0,30 µm. Bei der Emulsionsherstellung können
Edelmetallsalze, besonders Salze von Rhodium oder Iridium, zur
Steuerung der photographischen Eigenschaften in den üblichen
Mengen anwesend sein.
Die Emulsionen werden bevorzugt chemisch sensibilisiert.
Geeignete Verfahren sind die Schwefel-, die Reduktions- und
die Edelmetallsensibilisierung, die auch in Kombination
angewendet werden können. Für letztere können beispielsweise
Gold- oder Iridiumverbindungen benutzt werden. Die
Sensibilisierung wird bevorzugt in Gegenwart von Salzen
organischer Thiosulfonsäuren, wie der p-Toluolthiosulfonsäure,
durchgeführt.
Die Emulsionen können mit üblichen
Sensibilisierungsfarbstoffen spektral sensibilisiert werden,
wie beispielsweise in Research Disclosure 365 044, Kapitel V
(September 1994) beschrieben.
Die Emulsionen können auch übliche Antischleiermittel
enthalten. Bevorzugt sind ggf. substituiertes Benztriazol,
5-Nitroindazol und 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol. Diese Mittel
können zu jedem Zeitpunkt bei der Emulsionsherstellung
zugesetzt werden oder in einer Hilfsschicht des
photographischen Materials enthalten sein. Zur Verbesserung
der photographischen Eigenschaften kann der Emulsion vor oder
nach der chemischen Reifung ein Jodid in einer Menge von etwa
0,5 bis 5 mmol je Mol Silber zugesetzt werden.
Die Emulsionen können auch bekannte Polymerdispersionen
enthalten, durch die beispielsweise die Dimensionsstabilität
des photographischen Materials verbessert wird. Es handelt
sich dabei in der Regel um Latices hydrophober Polymere in
wäßriger Matrix. Beispiele für geeignete Polymerdispersionen
sind in der Research Disclosure 176 043, Kapitel IX B
(Dezember 1978) genannt. Bevorzugt werden Polymere von Estern
der Acryl- und der Methacrylsäure, besonders bevorzugt von C₁-
bis C₆-Alkylestern. Die Teilchengröße dieser Polymerlatices
liegt bevorzugt zwischen 20 und 100 nm.
Die lichtempfindlichen Schichten der photographischen
Materialien können mit einem bekannten Mittel gehärtet sein.
Solche bekannten Mittel sind beispielsweise in der Research
Disclosure 365 044, Kapitel II B (September 1994) genannt.
Dieses Härtemittel kann der Emulsion zugesetzt oder über eine
Hilfsschicht beispielsweise eine äußere Schutzschicht,
eingebracht werden. Geeignete Härtemittel sind beispielsweise
Aldehyde, wie Formaldehyd oder Glutaraldehyd, Vinylsulfone,
s-Triazine, Aziridine, Carbodiimide, Carbamoylpyridinium
verbindungen, mono- und bifunktionelle Carbamoylimidazolium
verbindungen. Ein bevorzugtes Härtungsmittel ist
Hydroxydichlorotriazin.
Das photographische Material kann weitere Zusätze, die für die
Erzeugung bestimmter Eigenschaften bekannt und üblich sind,
enthalten. Solche Mittel sind zum Beispiel in der Research
Disclosure 365 044 (September 1994) in den Kapiteln VI
(Aufheller), IX A (Beschichtungshilfsmittel), IX B
(Weichmacher und Gleitmittel) und IX D (Mattierungsmittel)
aufgeführt.
Der Gelatinegehalt der Emulsionen liegt im allgemeinen
zwischen 30 und 150 g je mol Silber; bevorzugt wird der
Bereich zwischen 40 und 100 g je mol Silber.
Zur Erfindung gehört auch ein Verfahren für die Herstellung
schwarz-weißer negativer photographischer Bilder, welches
dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein vorgehend
beschriebenes lichtempfindliches Aufzeichnungsmaterial
bildmäßig belichtet, in einer wäßrigen Entwicklerlösung
entwickelt, in üblicher Weise fixiert, wässert und trocknet.
Die erfindungsgemäß verwendeten Entwicklerlösungen enthalten
bevorzugt eine Dihydroxybenzol-Entwicklersubstanz,
beispielsweise Hydrochinon, Brenzkatechin, Methylhydrochinon
oder Chlorhydrochinon, und ein Oxydationsschutzmittel,
bevorzugt ein Alkalisulfit in einer Konzentration von mehr als
0,3 mol je Liter. Besonders bevorzugt werden Lösungen mit
pH-Werten von 9 bis höchstens 11. Solche Entwicklerlösungen
sind auch im Gebrauch gut haltbar und ergeben weitgehend
schleierfreie Bilder. Ebenfalls verwendbar sind
Entwicklerlösungen mit einer Entwicklersubstanz vom
Ascorbinsäuretyp, beispielsweise L-Ascorbinsäure, D-
Ascorbinsäure, L-Erythroascorbinsäure, 6-Desoxy-L-
ascorbinsäure, Imino-L-erythroascorbinsäure oder
Zuckerderivate dieser Säuren. Geeignet sind auch
Entwicklerlösungen, die sowohl Entwicklersubstanzen vom
Dihydroxybenzol-Typ als auch solche vom Ascorbinsäuretyp
enthalten.
Bevorzugt enthalten die Entwicklerlösungen bekannte
superadditiv wirkende Hilfsentwicklersubstanzen,
beispielsweise N-Methyl-p-aminophenol oder
1-Phenylpyrazolidinon-3 oder Derivate dieser Verbindungen.
Ebenfalls bevorzugt sind Entwickler, die Stabilisatoren aus
den Gruppen der Benztriazole und Mercaptotetrazole enthalten.
Solche Stabilisatoren sind beispielsweise 1-Phenyl-
5-mercaptotetrazol, 1-(4-Hydroxyphenyl)-5-mercaptotetrazol,
1-(1-Naphthyl)-5-mercaptotetrazol, 1-Cyclohexyl-
5-mercaptotetrazol, 1-(4-Chlorphenyl)-5-mercaptotetrazol,
1-(3-Capramidophenyl)-5-mercaptotetrazol, Benztriazol,
5-Chlorbenztriazol, 5-Brombenztriazol, 5-Methylbenztriazol,
5-Nitrobenztriazol, 5-Benzoylaminobenztriazol,
1-Hydroxymethylbenztriazol, 6-Cyanobenztriazol.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Verwendung von
Alkanolaminen nach dem Stand der Technik entweder völlig
entbehrlich oder ihre Menge kann auf einen geringen Bruchteil
vermindert werden. Dadurch arbeitet das Verfahren ohne
störende oder schädliche Geruchsbelästigung und die Korrosion
durch aus dem Entwickler sich verflüchtigende
Aminoverbindungen wird vermieden.
Die erfindungsgemäßen kontraststeigernden Verbindungen können
der Emulsion in jedem Stadium der Herstellung zugesetzt
werden. Aufgrund ihrer Molekülstruktur können sie sowohl
oberflächenaktiv sein als auch mit ionischen Polymeren in
Wechselwirkung treten. Daher können sie auch als
Beschichtungshilfsmittel und als Emulgatoren, beispielsweise
für photographisch wirksame Zusätze, und als Flockmittel für
hydrophile ionische Kolloide, wie Gelatine, beispielsweise in
einem Flockungs-Wasch-Verfahren für photographische
Emulsionen, eingesetzt werden.
Die Erfindung kann zur Erzeugung von schwarz-weißen
Negativbildern mit ultrasteilem Kontrast, insbesondere bei der
Reproduktion in der Druckvorstufe für den Schwarz-Weiß- und
Mehrfarbdruck, angewendet werden. Sie wird durch die folgenden
Beispiele näher erläutert.
Zu einer Lösung von 7,13 g (0,05 mol) Chlorsulfonylisocyanat
in 30 ml Diethylether werden unter Rühren bei -5°C 4 ml
Isopropanol getropft. Die Mischung wird 1 Stunde weitergerührt
und dabei auf Raumtemperatur gebracht. Dann werden 19,5 ml
Dibutylaminopropylamin (0,05 mol), gelöst in 20 ml
Diethylether, zugetropft. Die Mischung wird noch 8 Stunden bei
Raumtemperatur gerührt, wobei sich zwei Phasen bilden. Das
hellgelbe ölige Produkt wird von der Etherphase abgetrennt,
zweimal mit Ether ausgeschüttelt und im Vakuum getrocknet
Ausbeute 19 g eines hochviskosen Öls.
6,75 g (0,05 mol) Sulfurylchlorid werden in 20 ml Diethylether
gelöst und bei -20°C tropfenweise mit einer Mischung von 13 g
(0,1 mol) Diethylaminopropylamin und 30 ml Diethylether und
danach noch mit 10 ml Isopropanol versetzt. Nach Erwärmen auf
Raumtemperatur wird noch 6 Stunden weitergerührt. Das ölige
Produkt wird durch Zusatz von weiteren 100 ml Diethylether
ausgefällt, noch zweimal mit Diethylether gewaschen und im
Vakuum getrocknet. Ausbeute 16,5 g (83%) eines hellgelben
glasartigen Feststoffs.
Eine Silberchlorobromidemulsion (20 Molprozent Bromid) mit
kubischen Körnern der Kantenlänge 0,21 µm wurde durch pAg
geregelten Zweistrahleinlauf hergestellt. Nach Entfernen der
löslichen Salze mittels des Flockverfahrens wurde Gelatine bis
auf einen Gesamtgelatinegehalt von 55 g je mol Silber
zugesetzt und eine chemische Reifung in Gegenwart von
Thiosulfat, Goldsalz und Thiotosylat durchgeführt. Danach
wurden zur Emulsion noch Kaliumiodid (1,6 millimol je mol
Silber), Phenylmercaptotetrazol, 5-Nitroindazol, eine wäßrige
Polyethylendispersion, ein Sensibilisator für den grünen
Spektralbereich, Netzmittel, 1-Pyridiniumacetyl-
2-(4-benzyloxyphenyl)hydrazin (0,12 millimol je mol Silber)
und Natriumsalz des Dichlorhydroxytriazins (0,10 millimol je g
Gelatine) zugefügt. Die Emulsion wurde gemeinsam mit einer
Schutzschichtlösung, die Gelatine, Mattierungsmittel,
Nonylphenyldiethoxysulfonat (Triton X-200, Hersteller: Rohm &
Haas) und die in Tabelle 1 angegebenen Zusätze der
erfindungsgemäßen kontraststeigernden Verbindungen und der
Vergleichsverbindungen.
Als Vergleichsverbindungen wurden verwendet:
Probestreifen der erhaltenen Aufzeichnungsmaterialien wurden
durch eine Vorlage aus einem Dichteverlaufskeil, der teilweise
mit einem Kontaktraster unterlegt war, mit Weißlicht
belichtet. Die Streifen wurden in einer Entwicklungsmaschine
(Dürr Graphica) bei 36°C entwickelt, fixiert, gewässert und
getrocknet. Die Entwicklungszeit betrug 28 s. Es wurde ein
handelsübliches Fixierbad verwendet. Der Entwickler hatte
folgende Zusammensetzung:
| Wasser|500 g | |
| Natriumbisulfit | 50 g |
| KOH | 27 g |
| EDTA Trinatriumsalz | 3,7 g |
| Hydrochinon | 25 g |
| Kaliumbromid | 4 g |
| Benzotriazol | 0,3 g |
| Phenylmercaptotetrazol | 0,05 g |
| 4-Hydroxymethyl-4-methyl-1-phenylpyrazolidinon | 1 g |
| Borsäure | 3 g |
| Natriumhydroxid | 24 g |
| Diethylenglykol | 40 g |
| Wasser auf 1 Liter, pH auf 10,5 bei 22°C. |
Die verarbeiteten Streifen wurden nach folgenden Kriterien
ausgewertet: Minimaldichte Dmin, Maximaldichte Dmax,
Empfindlichkeit S als Dichte des Vorlagen-Verlaufskeils an der
Stelle, die im Rasterbild den Tonwert 50% ergab, Fußgradation
G1 zwischen den Dichtewerten D = 0,1 und 0,4 im Halbtonbild,
Hauptgradation G2 zwischen D = 1,0 und 2,5 sowie eine visuelle
Bewertung der Punktqualität PQ der Rasterpunkte. Die Bewertung
10 bedeutet optimale Schärfe der Punkte, 4-5 ist nur bedingt
brauchbar und entspricht der Schärfe eines Rapid Access Films
ohne Kontrastverstärkung, 1-3 ist unbrauchbar. Die
Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefaßt.
Die Ergebnisse zeigen, daß Filmproben, welche die
erfindungsgemäßen Verbindungen enthalten, schon bei pH 10,5
ultrasteile Gradation ergeben, selbst wenn sie in einem
Entwickler ohne kontrasterhöhende Aminoverbindung entwickelt
werden. Vergleichsverbindungen V1 bis V3 ergeben hingegen nur
eine geringfügige Steigerung der Empfindlichkeit und der
Gradation.
Claims (10)
1. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial,
insbesondere für die Herstellung von Schwarz-Weiß-
Negativbildern mit ultrasteilem Kontrast, mit mindestens
einer lichtempfindlichen Schicht auf mindestens einer
Seite eines Schichtträgers und gegebenenfalls weiteren
Schichten auf der gleichen Seite des Schichtträgers,
welche in der lichtempfindlichen oder in einer mit dieser
in reaktiver Beziehung stehenden Schicht mindestens eine
Hydrazinverbindung enthalten
dadurch gekennzeichnet, daß
es in dieser oder in einer anderen mit ihr in reaktiver
Beziehung stehenden Schicht mindestens eine
kontraststeigernde Verbindung enthält, die in ihrem
Molekül mindestens eine tertiäre Aminogruppe und
mindestens eine Sulfonylharnstoff-, Sulfonylurethan- oder
Sulfuryldiamidgruppe aufweist.
2. Lichtempfindliche Silberhalogenid-
Aufzeichnungsmaterialien,
dadurch gekennzeichnet, daß die kontraststeigernde
Verbindung unter eine der allgemeinen Formeln (A), (B)
oder (C)
fällt, worin bedeuten
R₁ bis R₄ gleich oder verschieden je eine ggf. substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine ggf. substituierte Benzylgruppe, oder R₁ und R₂ und/oder R₃ und R₄ gemeinsam mit dem Stickstoffatom und ggf. einem weiteren Sauerstoff- oder Stickstoffatom oder einer Carbonylgruppe einen fünf- bis zwölfgliedrigen Ring,
X, X₁, X₂ eine zweiwertige verbindende Gruppe,
R eine gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe, eine Aralkylgruppe oder eine Arylgruppe, diese Gruppen können weiter substituiert sein, wenn sie an ein Stickstoffatom gebunden ist, auch Wasserstoff,
S eine der Gruppen
-SO₂-NR₅-CO-NR₆-,
-SO₂-NR₇-CO-O- oder
-NR₈-SO₂-NR₉-,
worin R₅ bis R₉ gleich oder verschieden sein können und Wasserstoff oder eine ggf. substituierte C₁- bis C₆-alkylgruppe oder Benzylgruppe bedeuten
und wobei diese Gruppen S in der angegebenen oder in umgekehrter Reihenfolge in das Molekül der Formel (A), (B) oder (C) eingebunden sein können.
R₁ bis R₄ gleich oder verschieden je eine ggf. substituierte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine ggf. substituierte Benzylgruppe, oder R₁ und R₂ und/oder R₃ und R₄ gemeinsam mit dem Stickstoffatom und ggf. einem weiteren Sauerstoff- oder Stickstoffatom oder einer Carbonylgruppe einen fünf- bis zwölfgliedrigen Ring,
X, X₁, X₂ eine zweiwertige verbindende Gruppe,
R eine gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe, eine Aralkylgruppe oder eine Arylgruppe, diese Gruppen können weiter substituiert sein, wenn sie an ein Stickstoffatom gebunden ist, auch Wasserstoff,
S eine der Gruppen
-SO₂-NR₅-CO-NR₆-,
-SO₂-NR₇-CO-O- oder
-NR₈-SO₂-NR₉-,
worin R₅ bis R₉ gleich oder verschieden sein können und Wasserstoff oder eine ggf. substituierte C₁- bis C₆-alkylgruppe oder Benzylgruppe bedeuten
und wobei diese Gruppen S in der angegebenen oder in umgekehrter Reihenfolge in das Molekül der Formel (A), (B) oder (C) eingebunden sein können.
3. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial
nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbindung der Formel (A), (B) oder (C) zu einer der
durch die folgenden allgemeinen Formeln (I), (II), (III),
(IV) oder (V) beschriebenen Gruppen gehört:
worin bedeuten
R₁₁, R₁₂, R₁₄, R₁₅ gleich oder verschieden je eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe, wobei diese Gruppen mit Hydroxylgruppen oder mit Alkoxy-, Alkylthio- oder Alkylaminogruppen mit jeweils 1 bis 6 Kohlenstoffatomen substituiert sein, oder R₁₁ und R₁₂ und/oder R₁₄ und R₁₅ gemeinsam mit dem Stickstoffatom, ggf. unter Einschluß eines weiteren Stickstoff- oder eines Sauerstoffatoms oder einer Carbonylgruppe, einen fünf- bis achtgliedrigen heterozyklischen Ring, der seinerseits substituiert sein kann,
X, X₁, X₂ je eine zweiwertige verbindende Gruppe,
Y Stickstoff oder Sauerstoff,
R₁₃, R₁₆ Wasserstoff oder eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe, gegebenenfalls substituiert mit Hydroxylgruppen oder mit Alkoxy-, Alkylthio- oder Alkylaminogruppen mit jeweils 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, R₁₃ ist nicht vorhanden, wenn Y Sauerstoff ist,
R₁₉ Wasserstoff oder eine ggf. substituierte Alkylgruppe, die auch mit R₁₃ einen fünf- bis achtgliedrigen, gegebenenfalls substituierten, heterozyklischen Ring bilden kann,
R₁₈ eine gegebenenfalls substituierte Phenyl, Tolyl- oder Alkylgruppe.
R₁₁, R₁₂, R₁₄, R₁₅ gleich oder verschieden je eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe, wobei diese Gruppen mit Hydroxylgruppen oder mit Alkoxy-, Alkylthio- oder Alkylaminogruppen mit jeweils 1 bis 6 Kohlenstoffatomen substituiert sein, oder R₁₁ und R₁₂ und/oder R₁₄ und R₁₅ gemeinsam mit dem Stickstoffatom, ggf. unter Einschluß eines weiteren Stickstoff- oder eines Sauerstoffatoms oder einer Carbonylgruppe, einen fünf- bis achtgliedrigen heterozyklischen Ring, der seinerseits substituiert sein kann,
X, X₁, X₂ je eine zweiwertige verbindende Gruppe,
Y Stickstoff oder Sauerstoff,
R₁₃, R₁₆ Wasserstoff oder eine geradkettige oder verzweigte Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine Benzylgruppe, gegebenenfalls substituiert mit Hydroxylgruppen oder mit Alkoxy-, Alkylthio- oder Alkylaminogruppen mit jeweils 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, R₁₃ ist nicht vorhanden, wenn Y Sauerstoff ist,
R₁₉ Wasserstoff oder eine ggf. substituierte Alkylgruppe, die auch mit R₁₃ einen fünf- bis achtgliedrigen, gegebenenfalls substituierten, heterozyklischen Ring bilden kann,
R₁₈ eine gegebenenfalls substituierte Phenyl, Tolyl- oder Alkylgruppe.
4. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Hydrazinverbindung die allgemeine Formel (VI)
B-Phenyl-NHNH-L-G (VI)hat, wobei B eine Ballastgruppe, G eine aktivierende
Gruppe und L gleich CO oder CO-CO ist.
5. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial
nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
es die kontraststeigernde Verbindung in einer Menge von
0,05 bis 5 g je mol Silber enthält.
6. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial
nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Silberhalogenidemulsion zu mehr als 80 Gewichtsprozent
aus kubischen Körnern besteht.
7. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial
nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Silberhalogenidemulsion eine mittlere Korngröße von
0,15 bis 0,30 µm aufweist.
8. Lichtempfindliches Silberhalogenid-Aufzeichnungsmaterial
nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Silberhalogenidemulsion monodispers ist.
9. Verfahren zur Herstellung eines Schwarz-Weiß-Negativbildes
mit ultrasteilem Kontrast,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1 bis 4
belichtet und in einem Entwickler mit einem pH zwischen 10
und 11,5 entwickelt wird.
10. Verfahren zur Herstellung eines Schwarz-Weiß-Negativbildes
mit ultrasteilem Kontrast,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Entwickler mehr als 0,30 mol Sulfit je Liter enthält.
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