DE19503177C1 - Verfahren zur Herstellung von Bohrpfählen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von BohrpfählenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Bohrpfählen, bei dem ein Erdbohrer in den Boden eingedreht
wird und gleichzeitig über den Bohrkopf eine Suspension
zugegeben wird, welche den Boden zu einem breiartigen
Material vermischt, welches die Bohrung flüssig stützt.
Die Herstellung von Betonpfählen mit einer durchgehenden
Schnecke, die in den Erdboden geschraubt wird, stellt ein
wirtschaftliches und schnelles Bauverfahren dar. Derartige
Verfahren sind seit langem bekannt, wie aus der 1966 veröf
fentlichten Auslegeschrift DE 12 10 385 zu entnehmen ist.
Diese offenbart ein einfaches Verfahren zur Erstellung von
Betonpfählen, bei dem ein Drehbohrgerät mit einem Schnec
kenbohrkopf in den Baugrund eingeschraubt wird. Danach wird
durch die Bohrspitze Beton in den Boden gepumpt und unter
zeitweiliger Unterbrechung das Bohrgerät aus dem Bohrloch
herausgezogen. Gleichzeitig wird weiterhin Beton in das
Bohrloch gepumpt, der sich mit dem im Bohrloch befindlichen
Erdreich vermischt und mit diesem verdichtet wird.
Ein weiterentwickeltes Verfahren ist beispielsweise aus der
DE 42 19 150 C1 bekannt, bei dem ein Schneckenbohrer mit einem
hohlen Seelenrohr und einer durchgehenden Wendel in das Erd
reich eingedreht wird, wobei lediglich eine Verdrängung
ohne Förderung erfolgt. Anschließend wird ohne Vorschub un
ter Zugabe einer Suspension das Erdreich abgeschert und es
erfolgt eine Mischung von Erdreich und Suspension bis eine
zähflüssige Konsistenz vorliegt. Durch Diffusion der in der
Suspension enthaltenen. Partikel wird dann ein zylinderförmi
ger Filterkuchen um den Bohrer herum gebildet, der dann als
Stützkörper dient. Dann wird unter Herausziehen des Bohrers
von dessen Spitze aus Beton in den frei werdenden Bereich
gepumpt, so daß eine Betonsäule entsteht.
Leider gibt es einige Böden, welche aufgrund ihrer Kornzu
sammensetzung bzw. ihres Ungleichförmigkeitsgrades den Ein
satz von Endlosschneckenpfählen gemäß der DE 42 19 150 C1
nicht gestatten, da sie durch die Verdichtung des Bodens in
der Umgebung des Pfahles während der Herstellung zu Setzun
gen im Nachbarbereich der Bodenpfähle führen.
Aus der DE 35 01 439 A1 ist des weiteren ein Verfahren be
kannt, bei dem mit einer durchgehenden Schnecke der Boden
zu einem Mörtel vermischt wird. Bei diesem Verfahren werden
jedoch auch Stützkörper erzeugt, die zwar beachtliche Fest
igkeiten erreichen, aber nicht in die Festigkeitsbereiche
eines Betons kommen.
Des weiteren besteht insbesondere z. B. bei einem Verfahren
gemäß der DE 42 19 150 C1 ein weiterer Nachteil darin, daß die
Schnecke mit weichem Material (gelockertes Erdreich und Sus
pension) gefüllt ist und von unten eingepumpter Beton
durch diese weiche Masse nach oben dringt und somit oftmals
nur eine sehr ungenügende Trennung zwischen dem mit Suspen
sion angereicherten Erdreich und dem eingepumpten Beton be
steht.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfah
ren anzugeben, das die oben genannten Nachteile nicht auf
weist.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß kurz vor Erreichen
der Bohrtiefe der Erdbohrer im wesentlichen ohne Zuführung
von Suspension soweit in den Boden weiter eingedreht wird,
bis er seine Endtiefe erreicht hat, so daß ein Erdstöpsel
gebildet wird, der zwischen Erdreich mit Suspension und
Ende des Bohrlochs entsteht, und daß daraufhin unter Heraus
ziehen des Erdbohrers über dessen Spitze Beton in das Bohr
loch gefüllt wird, wobei das Herausziehen des Erd
bohrers im wesentlichen ohne Drehbewegung erfolgt.
Weiterbildungen des Ver
fahrens sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Vorteil des Verfahrens ist es, daß durch die Bildung eines
Erdstöpsels eine eindeutige Trennzone zwischen der Beton
säule und dem mit Suspension angereicherten lediglich als
Stützmasse dienenden Erdreich gebildet wird.
Um ein Verstopfen der Öffnungen für die Suspension bzw. den
Beton während des Einschraubens des Bohrkopfes zur Bildung
des Erdstöpsels zu verhindern, kann vorteilhafterweise eine
geringe Menge an Suspension während dieses Eindrehens zuge
führt werden.
Um dein Widerstand beim Herausziehen des Erdbohrers zu ver
mindern, kann des weiteren vorteilhafterweise nach Errei
chen der endgültigen Bohrtiefe ein Drehvorgang des Bohrers
ohne weiteren Vorschub ein Abscheren des gebildeten Erdstöp
sels ermöglichen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein
Erdbohrer, welcher lediglich aus einer Stange
besteht, deren Kopfende mit einem Schneckenstück mit mehre
ren Wendeln versehen ist, verwendet. Ein derartiges Bohr
rohr ist beliebig durch weitere Rohrstücke verlängerbar.
Um eine möglichst senkrechte Bohrung zu ermöglichen, kann
der schneckenlose Teil des Rohres in vor
bestimmten Abständen Abstützelemente aufweisen.
Das erfindungsgemäße Verfahren und eine Anordnungen zur
Durchführung des Verfahrens werden nachfolgend anhand von
drei Figuren näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 bis 3 Schnittansichten eines
Bohrers während verschiedener Abschnitte des erfindungsgemä
ßen Verfahrens.
In Fig. 1 ist mit 2 eine hohle Stange bezeichnet, an deren
unteren Bereich ein Schneckenstück 1 angebracht ist. Dieses
Schneckenstück 1 weist mehrere Wendeln auf. Die
Länge des Schneckenstückes sollte zwischen 0,5 m und 3 m betragen.
Am Ende dieses Schneckenstücks 1 ist z. B. eine seitliche
Austrittsöffnung 9 und eine vertikale Endaustrittsöffnung
10 vorgesehen. Durch gestrichelte Linien ist ein innen lie
gendes gesondert eingeschweißtes Betonierrohr eingezeichnet,
dessen Ende in die vertikale Austrittsöffnung 10 mündet.
Die seitliche Austrittsöffnung 9 steht mit dem zwischen Be
tonierrohr und Außenmantel der Stange 2 befindlichen Raum
in Verbindung, durch den z. B. die Suspension geführt wird.
Die Stange wird an der Luftseite durch einen an sich bekann
ten Drehantrieb (nicht dargestellt) angetrieben. Am luftsei
tigen Ende der Stange befindet sich außerdem eine Art Spül
kopf zur Zugabe von Suspensionen 4 bzw. Beton 5.
Wie in Fig. 1 zu sehen ist, wird die Stange 2 mit ihrem
Schneckenstück 1 langsam in den Boden eingedreht und dabei
über den Spülkopf und die Austrittsöffnung 9 eine Suspen
sion 4 zugegeben. Diese Suspension 4 wird mit dem aufgeloc
kerten Boden zu einem breiartigen Material 3 gemischt, das
von der Konsistenz so flüssig ist, daß es im wesentlichen
nicht aus der Bohrung gefördert wird, sondern diese flüssig
stützt. Um eine bessere Homogenisierung des verflüssigten
Bodens 3 zu erreichen, kann es zweckmäßig sein, daß an der
Stange 2 Flügel 7 beliebiger Form befestigt sind, welche
den verflüssigten Boden 3 während der Drehung in Bewegung
halten. Diese Flügel 7 können zudem als Abstützelemente in
der Bohrung dienen, um eine möglichst senkrechte Führung des
gesamten Bohrers zu gewähren.
Wie des weiteren in Fig. 1 gezeigt ist, wird das Schnecken
stück 1 so weit in den Boden, wie zuvor beschrieben, einge
dreht, bis es um etwa die Länge des Schneckenstücks 1 vor
der endgültigen Bohrlochsohle steht.
Daraufhin wird, wie in Fig. 2 dargestellt, das Schnecken
stück 1 auf die weitgehend volle Länge, wobei dieses letzte
Teilstück mit 6 bezeichnet ist, in den Boden eingeschraubt
ohne daß oder mit nur unwesentlichen Mengen an Suspension 4
durch die entsprechende erdseitige Öffnung 9 des Schnecken
stücks 1 gepumpt werden. Um jedoch ein Verstopfen der erd
seitigen Öffnung 9 zu verhindern, kann es zweckmäßig sein,
daß eine ganz geringe Menge an Suspension 4 gepumpt wird,
bzw. daß bereits durch das Betonierrohr der Stange 2 Beton
5 in geringen Mengen eingepumpt wird. Auf diese Weise wird
das Eindringen von Boden in die erdseitige Austrittsöffnun
gen 9, 10 verhindert.
Innerhalb des Schneckengangs vom Schneckenstück 1 befindet
sich nun im wesentlichen festes Erdreich, welches einen Erd
stöpsel 8 zwischen Bohrlochsohle und dem mit Suspension an
gereichertem Erdreich 3 bildet.
Daraufhin wird, wie in Fig. 3 dargestellt, also nach Errei
chen der eigentlichen Endtiefe, über das in der Stange 2 be
findliche Betonierrohr und dessen Austrittsöffnung 10 Beton
5 eingepumpt und dabei gleichzeitig die Stange 2 langsam zu
rückgezogen.
Dies erfolgt im wesentlichen ohne Drehung der Stange 2. Ge
gebenenfalls kann es jedoch, um eine evtl. auftretende Rei
bung beim Zurückziehen der Stange 2 zu vermindern, hin und
wieder zweckmäßig sein, daß die Stange und damit das
Schneckenstück 2 geringe, kurzzeitige Drehbewegungen in eine
oder beide Drehrichtungen erfährt, um ein Abscheren des Erd
reichs zu bewirken.
Ebenso kann es zweckmäßig sein, daß vor Beginn des Zurück
ziehens der Stange 2 mit dem Schneckenstück 1 dieses ohne
weiteres Eindringen in den Boden, d. h. ohne weiteren Vor
schub, gedreht wird und somit ein Abscheren des Bodens in
nerhalb der Schnecke 1 erreicht wird. Auch diese Maßnahme
kann zur Reduzierung der Rückziehkraft dienen. Um sicher zu
sein, daß beim Rückziehen eine durchgehende Betonsäule ent
steht, wird der Beton 5 unter ständiger Druckbeaufschlagung
eingepumpt.
Während des in Fig. 3 dargestellten Rückziehvorgangs des
Schneckenstücks 1 tritt am Bohrlochmund der verflüssigte Bo
den 3 aus und wird entfernt.
Um des weiteren sicherzustellen, daß der verflüssigte Boden
3 die Bohrung stützt, kann die Suspension folgende Zusammen
setzung haben:
Die Suspension besteht im wesentlichen aus Wasser und Beto nit, oder die Suspension besteht aus Wasser, Betonit und ei nem selbsterhärtenden Zusatzstoff wie z. B. Zement, um die Mantelreibung nicht negativ zu beeinflussen.
Die Suspension besteht im wesentlichen aus Wasser und Beto nit, oder die Suspension besteht aus Wasser, Betonit und ei nem selbsterhärtenden Zusatzstoff wie z. B. Zement, um die Mantelreibung nicht negativ zu beeinflussen.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung, kann ein Erdbohrer
verwendet werden, welcher
eine Stange 2 mit einem an dessen
Spitze vorgesehenen Schneckenstück 1 sowie weiteren Verlän
gerungsstangen (in den Figuren nicht dargestellt) aufweist. Diese
Verlängerungsstangen werden über jeweilige Kupplungseinrich
tungen mit dem dem Schneckenstück gegenüberliegenden Ende
verbunden, so daß das gesamte Bohrgerät um das Verlänge
rungsstück verlängerbar wird. Dabei kann ein Drehantrieb
mit Nachfaßkopf verwendet werden, der eine Durchführung der
Verlängerungsstangen gewährleistet und die Stangen an
treibt. Der Drehantrieb bleibt dann nahezu ortsfest und so
bald das Ende der Bohrstange oder einer zusätzlich ange
brachten Verlängerungsstange erreicht ist, kann eine wei
tere Verlängerungsstange von oben aufgesetzt und mit der
vorangegangenen Stange verkuppelt werden. Die Stützelemente
können dabei vorratsmäßig bereits an der der Zuführung ge
genüberliegenden Seite vorgesehen sein, so daß sie nicht
durch den Drehantrieb hindurchgeführt werden müssen. Sie
werden dann jeweils an den gewünschten Abständen an der
Stange bzw. den durchgeführten Verlängerungsstangen z. B.
mittels Klemmvorrichtungen von Hand befestigt und dann ins
Bohrloch geführt. Diese Stützelemente 7 dienen zum einem ei
ner möglichst senkrechten Führung der Stangen und zum ande
ren einer ständigen Durchmischung der mit Suspension ange
reicherten Erde 3. So können diese Stützelemente 7 z. B. die
Form von Flügeln, welche aus quergestellten Blechen oder be
liebigen Blechformen bestehen, oder von Wendelstücken haben.
Auch den Umfang der Stange 2 vollständig umgebende Kon
struktionen sind einsetzbar.
Die Stangen können am Umfang verteilt besondere Strukturen
aufweisen, welche einen besonderen Kraftschluß mit dem Nach
faßkopf ermöglichen und ein Durchdrehen der Stange bei grö
ßeren erforderlichen Drehmomenten verhindern.
Die Stange selbst kann z. B. ein Vielkantgestänge, also ein
Drei-, Vier- oder Mehrkantgestänge, oder ein Rundgestänge
sein.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Bohrpfählen, bei dem ein
Erdbohrer in den Boden eingedreht wird und gleichzeitig
über den Bohrkopf eine Suspension zugegeben wird, wel
che den Boden zu einem breiartigen Material vermischt,
welches die Bohrung flüssig stützt,
dadurch gekennzeichnet, daß
kurz vor Erreichen der Bohrtiefe der Erdbohrer (1, 2)
im wesentlichen ohne Zuführung von Suspension (4) so
weit in den Boden (6) weiter eingedreht wird, bis er
seine Endtiefe erreicht hat, so daß ein Erdstöpsel (8)
gebildet wird, der zwischen Erdreich mit Suspension (3)
und Ende des Bohrlochs entsteht, und daß daraufhin un
ter Herausziehen des Erdbohrers (1, 2) über dessen
Spitze Beton (5) in das Bohrloch gefüllt wird, wobei das
Herausziehen des Erdbohrers (1, 2) im wesentlichen
ohne Drehbewegung erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
zur Bildung des Erdstöpsels (8) während des weiteren
Eindrehens des Erdbohrers (1, 2) eine geringe Menge von
Suspension (4) in das Erdreich gepumpt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
nach Erreichen der endgültigen Bohrtiefe, der Erdbohrer
(1, 2) vor Beginn des Zurückziehens ohne weiteres Ein
dringen gedreht wird, um ein Abscheren des durch das
Erdreich gebildeten Erdstöpsels (8) zu erreichen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei Auftreten eines zu hohen Zugwiderstands beim Heraus
ziehen des Erdbohrers (1, 2) dieser durch kurzzeitige
Drehbewegungen des Erdbohrers (1, 2) in eine oder beide
Drehrichtungen verringert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Suspension (4) im wesentlichen aus Wasser und Beto
nit besteht.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Suspension (4) im wesentlichen aus Wasser, Betonit
und einem selbsterhärtenden Zusatzstoff besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995103177 DE19503177C1 (de) | 1995-02-01 | 1995-02-01 | Verfahren zur Herstellung von Bohrpfählen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|
| DE19503177C1 true DE19503177C1 (de) | 1996-07-18 |
Family
ID=7752861
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19503177C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19744322C1 (de) * | 1997-10-08 | 1999-01-28 | Juergen Kretschmar | Verfahren und Vorrichtung zum Einbringen von Ankern in sandigen, kiesigen oder bindigen Böden |
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-
1995
- 1995-02-01 DE DE1995103177 patent/DE19503177C1/de not_active Expired - Fee Related
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| FR3018834A1 (fr) * | 2014-03-21 | 2015-09-25 | Soletanche Freyssinet | Outillage de forage et betonnage pour la realisation d'un pieu en beton dans le sol, et procede correspondant |
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