DE19501106A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Formgebung und Portionierung einer zähen Masse - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Formgebung und Portionierung einer zähen MasseInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Formgebung einer zähen Masse innerhalb
einer flexiblen Umhüllung.
Ähnliche Vorrichtungen sind beispielsweise im Bereich der
Lebensmitteltechnologie zur Portionierung von Käse in
scheibenartiger, plattenförmiger Form bekannt. Es ist
allerdings selbstverständlich ebenfalls möglich, die
vorliegende Erfindung nicht nur auf Käse, sondern andere
Materialien, die nicht zwingend aus dem Lebensmittelbereich
stammen müssen, mit ähnlichen Materialeigenschaften wie
Käse anzuwenden.
Hierbei wird die zu formende Masse zunächst in eine
flexible Umhüllung eingebracht. Die Masse soll danach in im
wesentlichen scheibenartige, plattenförmige Form gebracht
werden, wobei dies dadurch erfolgt, daß ein Verdrängen der
Masse an bestimmten Stellen der Umhüllung erfolgt, so daß
die Ober- und Unterseite der Umhüllung direkt miteinander
Kontakt haben. An diesen Portionierungsstellen wird danach
in der Regel eine Fixierung der Umhüllung vorgenommen, so
daß die Masse sich nicht mehr in ihre ursprüngliche,
durchgehende Form zurückverformen kann.
Es gibt hierzu im wesentlichen zwei bekannte
Vorgehensweisen:
Die Masse kann entweder noch in relativ warmem Zustand
verformt werden, wobei sie aufgrund der erhöhten Temperatur
eine relativ gute Fließfähigkeit und entsprechend geringe
Zähigkeit aufweist. Die Verformung kann somit relativ
problemlos durchgeführt werden. Problematisch ist hierbei
allerdings, daß die Fixierung relativ schnell erfolgen muß,
da die Masse durch äußere Einflüsse, beispielsweise durch
den Einfluß der Schwerkraft, wieder an die Portionierungs
stellen zurückfließt. Ein weiteres Problem ist, daß die
Masse insgesamt noch nicht ausgehärtet ist und sich daher
in der Regel beim Abkühlen noch in der Form ändert. Dies
führt zu optisch unschönen Ausformungen, da in der Regel
keine durchgehende Materialdicke erreicht wird, was auch zu
Problemen bei Transport und Verpackung führt.
Eine zweite Möglichkeit ist das Verformen der Masse in
relativ kaltem Zustand, was z. B. in der DE 42 04 396
geschildert ist. Hier ist die Zähigkeit des Materials
entsprechend größer, so daß zum Verformen größere Kräfte
aufgebracht werden müssen. Darüber hinaus entwickeln sich,
bedingt durch die hohe Zähigkeit, relativ hohe Rückstell
kräfte im Material. Dies hat zur Folge, daß die Masse,
falls nicht unmittelbar nach dem Verdrängen die Fixierung
der Umhüllung vorgenommen wird, wieder in die
Portionierungsstellen zurückfließt.
Dieses Zurückfließen führt dann einerseits zu relativ
großen Problemen bei der Fixierung, da die Masse nochmals
aus diesen Portionierungsstellen verdrängt werden muß, kann
andererseits, falls die Fixierung nur unvollkommen erfolgt
ist oder nicht stabil genug ist, auch zu einem Lösen dieser
Fixierung und somit zu einer Ausbreitung der Masse aus der
vorgesehenen Form heraus führen.
In der Regel wird bei beiden Verfahren ein Vorschubsystem
angewendet, bei dem die Masse mitsamt ihrer Umhüllung in
einer Vorschubrichtung durch eine entsprechende Portionier-
und Fixierungseinrichtung gefördert wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine zuverläs
sige Verformung bei einem Kaltverformungsvorgang zu errei
chen. Hierdurch kann sowohl eine bessere und zuverlässige
re Formgebung als auch eine höhere Portioniergeschwindig
keit erreicht werden.
Als Kaltverformungsvorgang im Sinne der Erfindung ist ein
Verformungsvorgang zu verstehen, bei der die zu formende
Masse aufgrund ihrer niedrigen Temperatur eine relativ hohe
Zähigkeit aufweist. Diese Temperatur liegt bei Käse bei ca.
10-14°C.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die technische
Lehre des kennzeichnenden Teils der Ansprüche 1 und 5
gelöst.
Wesentlich hierbei ist, daß nun nicht mehr, wie beim Stand
der Technik, ein relativ primitives Verdrängungsverfahren
angewandt wird, bei dem die Umhüllung einfach an den vor
gesehenen Portionierungsstellen zusammengepreßt wird. Es
ist vielmehr erfindungsgemäß vorgesehen, von außen her
Kräfte auf die Umhüllung wirken zu lassen, deren Richtung
und gegebenenfalls deren Betrag sich periodisch ändert. Die
Änderung hängt hierbei vom Abstand zwischen den Portionie
rungsstellen, den Materialeigenschaften und der Dicke der
zu verformenden Masse und deren Umhüllung ab. Die Kräfte
wirken hierbei so, daß die Masse innerhalb ihrer Umhüllung
gezielt von der Portionierungsstelle weg verdrängt wird.
Dies erfolgt bevorzugt in der Gegenrichtung zur allgemeinen
Vorschubrichtung.
Durch diese Krafteinwirkung wird der wesentliche Vorteil
erreicht, daß die Masse nicht nur aus den vorgesehenen
Portionierungsstellen entfernt wird, sondern gleichzeitig
auch vom unmittelbaren Randbereich der Portionierungsstelle
entfernt wird. Es kommt nun zwar auch bei dem erfindungs
gemäßen Vorgehen zu Rückstellkräften innerhalb der ver
formten Masse, die allerdings weiter entfernt von der
Portionierungsstelle auftreten. Ein Zurückfließen der Masse
in die Portionierungsstelle hinein erfolgt aus diesem Grund
nicht. Ebenso werden die Kräfte, die von den Rückstell
kräften der Masse auf die Fixierung der Umhüllung an der
Portionierungstelle ausgeübt werden, geringer, da der
Krafteinleitungspunkt relativ weit von der Portionierungs
stelle entfernt ist.
Die Bewegung entgegen der Vorschubrichtung der Masse wird
insoweit als günstig angesehen, als die zu formende Masse
bereits durch den Vorschub nach vorne in Richtung zur
Portionierungsstelle gepreßt wird. Falls nun die Verdrän
gung in derselben Richtung wie der Vorschub stattfinden
würde, käme es zu einer Überlagerung dieser beiden
Bewegungen, so daß insgesamt zu viel Material an der
Portionierungsstelle gesammelt würde.
Es ist selbstverständlich möglich, diese von außen
wirkenden Kräfte nicht nur einmal, sondern mehrmals, an
mehreren Stellen hintereinander, auf die Masse und ihre
Umhüllung einwirken zu lassen.
Durch das Verteilen auf mehrere Krafteinleitungsstellen
sowie die gezielte Verdrängung der Masse in Gegenrichtung
zur Vorschubrichtung kann die Produktionsgeschwindigkeit
insgesamt gesteigert werden.
Die Fixierung der Umhüllung erfolgt in der Regel durch
einen Versiegelungsvorgang, der mittels einer relativ hohen
Temperatur erreicht wird. Bei entsprechenden Produktions
geschwindigkeiten können allerdings in einem ersten Ver
siegelungsvorgang die vorgesehenen Versiegelungswalzen
nicht mehr lange genug an den Portionierungsstellen ver
bleiben. Eine relativ hohe Temperatur kann nicht aufge
bracht werden, da andernfalls die Umhüllung an ihrer
jeweils außen liegenden Oberfläche schmelzen oder
verbrennen würde, während die innenliegende Oberfläche noch
relativ kalt ist. Aus diesem Grund ist erfindungsgemäß
außerdem vorgesehen, die unmittelbar die Kraft auf die
Umhüllung ausübenden Elemente zu erwärmen. Auf diese Weise
wird sowohl gleichzeitig die Masse aus dem Bereich der
Portionierungsstellen verdrängt als auch die Umhüllung an
diesen Stellen erwärmt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist zwei Formgebungs
elemente auf, zwischen denen die Masse mit ihrer flexiblen
Umhüllung geführt wird. Die Formgebungselemente werden mit
sich periodisch ändernde Kräften belastet.
Bevorzugt werden hierbei zwei profilierte, umlaufende
Riemen verwendet, wobei selbstverständlich anstelle der
Riemen auch Platten, Walzen oder ähnliche geeignete
Instrumente in Betracht kommen.
Es ist nun vorgesehen, auf diese Formgebungselemente sich
periodisch ändernde Kräfte einwirken zu lassen. Bei der
Verwendung von Riemen wird dies dadurch erreicht, daß die
Riemen in einem geeigneten Bereich, der bevorzugt in der
Mitte zwischen den Führungsrollen der Riemen liegt, beauf
schlagt werden. Die Beaufschlagung kann hierbei entweder
durch Rollen, Walzen, Stößel, Hydraulikelemente oder
dergleichen erfolgen.
Wichtig hierbei ist, daß die Riemen oder die Formgebungs
elemente so belastet werden, daß die Masse nicht nur
einfach aus der Portionierungsstelle verdrängt wird,
sondern gleichzeitig entgegen der Vorschubrichtung
zurückgedrängt wird. Bei der Verwendung von Rollen oder
Walzen als die Kräfte aufbringenden Elemente wird dies
entweder durch eine exzentrische Lagerung dieser Rollen
oder Walzen erreicht, wobei selbstverständlich alternativ
oder zusätzlich eine unrunde Rolle oder Walze verwendet
werden kann. Bei Stößeln oder hydraulischen Stellelementen
ist eine entsprechende Ansteuerung vorgesehen.
Die Krafteinleitung erfolgt hierbei so, daß die Form
gebungselemente zunächst eine relativ kleine und zumindest
teilweise entgegen der Vorschubrichtung wirkende Kraft
erfahren, die auf die zuformende Masse geleitet wird. Somit
wird bereits am Beginn des Verdrängungsprozesses die zu
formende Masse von der Portionierungsstelle weg verdrängt.
Beim weiteren Fortschreiten des Verdrängungsvorgangs wird
ein größer werdender Anteil der einwirkenden Kräfte
senkrecht zur Vorschubrichtung eingeleitet. Somit finden
also gleichzeitig ein Herausquetschen der Masse aus dem
Bereich der Portionierungsstellen und eine Verdrängen
entgegen der Vorschubrichtung statt.
Der absolute Betrag der einwirkenden Kräfte kann hierbei
gleichbleiben oder sich ändern, insbesondere ansteigen.
Es kann hierbei vorgesehen sein, beim ersten Zusammen
pressen der Formgebungselemente noch relativ geringe Kräfte
vorzusehen, so daß noch nicht die gesamte Masse aus dem
Bereich der Portionierungsstellen verdrängt wird. Dies wird
dann in einem zweiten und ggf. dritten oder vierten Schritt
nachgeholt. Es ist aber selbstverständlich ebenfalls
möglich, bei einer geeigneten Masse mit passenden Material
eigenschaften die gesamte erforderliche Verformung in
lediglich einem einzigen Schritt vorzunehmen.
Wie bereits weiter oben ausgeführt, bestehen die Form
gebungselemente bevorzugt aus umlaufenden Riemen. Die
folgende Beschreibung stützt sich dabei nur noch auf dieses
Ausführungsbeispiel, wobei allerdings selbstverständlich
jede andere geeignete Ausbildungsform für die Formgebungs
elemente von dem Gedanken der Erfindung umfaßt ist.
Bei der Ausbildung der Formgebungselemente als Riemen sind
die beiden verwendeten Riemen an ihren jeweils der Masse
zugewandten Seiten mit Stegen in bestimmten Abständen
versehen. Die Abstände zwischen diesen Stegen und deren
Höhe entsprechen den Abmessungen des zu liefernden
Produkts. Die Stege selbst sind nun nicht ohne Übergang
senkrecht aus der Riemenoberfläche heraus abragend
angebracht, sondern weisen Seitenschrägen auf. Es kommt
somit nicht zu einer schlagartigen Verdrängung der Masse
aus den Portionierungsstellen, sondern die Masse kann
vielmehr spitz zulaufend in Richtung auf die Portionie
rungsstellen verbleiben. Auch durch diese spezielle
Formgebung werden die insgesamt auftretenden Rückstell
kräfte verringert.
An ihrer Innenseite weisen die Riemen Noppen oder eine
ähnliche geeignete Führungseinrichtung zum Antrieb und zur
Förderung auf.
Es ist nun weiter vorgesehen, die Stege beheizbar aus zu
bilden. Hierzu sind die Stege selbst entweder aus Metall,
wahlweise mit einer geeigneten Beschichtung ausgebildet
oder es sind Metallstäbe in das Riemenmaterial eingebettet.
Beim stetigen Umlauf der Riemen passieren nun die Stege mit
den darin angebrachten Metallelementen eine geeignete
Heizeinrichtung, z. B. ein Induktionselement. Auf diese
Weise werden die Stege erwärmt, so daß im Portionierungs
bereich nicht nur die Masse verdrängt wird, sondern
gleichzeitig die Umhüllung eine gewisse Erwärmung erfährt.
In der an die Portionierungseinheit anschließenden
Fixierungseinheit ist es nunmehr nicht mehr erforderlich,
die Umhüllung vollständig von einer relativ niedrigen
Temperatur auf Fixierungstemperatur zu bringen, sondern die
Umhüllung weist bereits eine erhöhte Temperatur auf.
Hierdurch kann eine zuverlässige Fixierung bei relativ
geringem Aufwand erreicht werden.
Selbstverständlich ist auch eine andere Fixierung der
Umhüllung möglich, so daß diese Heizeinrichtung nicht
zwingend Bestandteil der Erfindung ist.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher
dargestellt, wobei hier als Beispiel eine Portionierung für
Käse gewählt worden ist. Der Gedanke der Erfindung ist
allerdings nicht auf dieses Material beschränkt, sondern die
Erfindung kann bei jedem anderen geeigneten Material
ebenfalls zum Einsatz kommen.
Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt
sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patent
ansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander.
Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung,
offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den
Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung werden als
erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder
in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen
Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert.
Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der
Erfindung hervor.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine schematische Darstellung
einer Verdrängungsvorrichtung gemäß der Erfindung,
Fig. 2, 3 eine Seitenansicht der zum Verdrängen verwende
ten Walzen,
Fig. 4 eine vergrößerte Darstellung des verwendeten
Verdrängungselements.
Gemäß Fig. 1 sind als Verdrängungselemente zwei Riemen 1, 2
vorgesehen, die jeweils in den Pfeilrichtungen 12, 13
umlaufen und dabei von Rollen 3, 4 geführt werden. Dies
geschieht mittels Zähnen 5, die an der Innenseite der
Riemen 1, 2 angebracht sind. Die Rollen 3, 4 sind
entsprechend zur Aufnahme der Zähne 5 und zum Antrieb der
Riemen 1, 2 ausgebildet. An der Außenseite sind die Riemen
1, 2 mit mehreren Stegen 6 versehen, wobei in jedem Steg 6
einer oder mehrere Stäbe 16 angebracht sind.
Die Riemen 1, 2 sind synchronisiert, so daß sich die Stege
6 der beiden Riemen gegenüberliegen, wie in Fig. 1 gezeigt.
Die gesamte Anlage ist bevorzugt so ausgeführt, daß die zu
formende Masse in Vorschubrichtung 7 senkrecht nach unten
transportiert wird. Selbstverständlich ist aber auch ein
anders gerichteter Einbau möglich, z. B. waagrecht oder
schräg, wobei auch eine Förderung nach oben entgegen der
Schwerkraft vorgesehen sein kann.
Im Bereich zwischen den Rollen 3, 4 sind im gezeigten
Ausführungsbeispiel drei Walzenpaare 8, 8a, 9, 9a, 10, 10a
vorgesehen, die ebenfalls an ihrem Umfang mit Zähnen 17
versehen sind (Fig. 2, 3).
Das zu formende und zu portionierende Material wird nun
zusammen mit seiner Umhüllung von oben her in Pfeilrichtung 7
in den Trichter zwischen den Riemen 1, 2 eingeführt. Es
wird von den Riemen weiter transportiert in Pfeilrichtung
7, bis es etwa in den Bereich des ersten Walzenpaares 8, 8a
gelangt.
Sämtliche Walzenpaare 8, 8a, 9, 9a, 10, 10a sind mittels ihrer
Zähne 17 (Fig. 2, 3) drehsynchron mit den Riemen 1, 2
gekoppelt. Somit kann die Kraftwirkung, die von den
Walzenpaaren auf die Riemen ausgeübt wird, so dosiert
werden, daß stets eine bestimmte Kraft ausgeübt wird, wenn
sich die Stege 6 an einer bestimmten, vorgegebenen Stelle
befinden.
Durch die Walzenpaare 8, 8a, 9, 9a, 10, 10a erfolgt nun eine
Kraftwirkung in Pfeilrichtungen 14, 15 sowie in Gegen
richtung zur Förderrichtung 7. Dies geschieht dadurch, daß
die Walzen der Walzenpaare 8, 8a, 9, 9a, 10, 10a gemäß Fig.
2, 3 mit Einsätzen 18 versehen sind, die zwischen den
zugehörigen Zähnen 17 angebracht sind. Diese Einsätze
können hierbei eingeklemmt, eingeschweißt oder in anderer
geeigneter Weise befestigt sein.
Die Höhe der Einsätze 18 wird nun so gewählt, daß entweder
bereits ein vollständiges Zusammendrücken der Stege 6 im
Bereich der Walzenpaare erfolgt, oder aber, wie beim ersten
Walzenpaar 8, 8a (Fig. 2) noch etwas Spielraum zwischen den
Stegen 6 der Riemen 1, 2 verbleibt. Die Kraftwirkung in den
Pfeilrichtungen 14, 15 in Fig. 1 ergibt sich in klarer
Weise daraus, daß durch die Einsätze 18 der Abstand
zwischen den Walzen eines Walzenpaares 8, 8a, 9, 9a, 10, 10a
verringert wird und somit die dazwischen befindlichen
Riemen mitsamt der Käsemasse und der Verpackung
zusammengequetscht werden. Der zurückwalkende Effekt
entgegen der Pfeilrichtung 7 ergibt sich dadurch, daß,
sobald die Einsätze 18 in Eingriff mit den Riemen 1, 2
gelangen, dieser Eingriff noch in Fig. 1 oberhalb des
Mittelpunkts der Walzen 8, 8a erfolgt. Wenn nun die Riemen
1, 2 sich in den Pfeilrichtungen 12, 13 weiter bewegen und
dadurch auch die Walzen 8, 8a weiterbewegt werden, gelangen
diese Einsätze 18 in immer stärkeren Eingriff mit den
Riemen 1, 2 und drücken diese entsprechend stärker zusammen.
Die Berührstelle zwischen den Walzen 8, 8a und den Riemen
1, 2 wandert zusammen mit der Käsemasse und der Umhüllung
nach unten; bei einem weiteren Fortschreiten der Verdrehung
wird allerdings der Abstand zwischen den Einsätzen 18 der
gegenüberliegenden Walzen 8, 8a stets weiter verringert. Da
die Einsätze 18 in ihrer ersten Kontaktstellung noch schräg
nach außen geneigt in Bezug zur Mitte der Vorrichtung
stehen und im weiteren Verlauf der Förderbewegung langsam
parallel schwenken, ergibt sich insgesamt ein Zurückwalken
der Käsemasse durch die Einsätze 18 an den Walzen 8, 8a.
Derselbe Vorgang tritt auch bei den Walzenpaaren 9, 9a,
10, 10a auf, wobei hier mehr Einsätze 18 vorgesehen sind als
beim ersten Walzenpaar 8, 8a. So kann beispielsweise mit dem
ersten Walzenpaar 8, 8a lediglich eine Vorverformung
herbeigeführt werden, wobei die gegenüberliegenden Stege 6
der Riemen 1 noch nicht zwangsweise miteinander zusammen
stoßen, sondern an diesen Portionierungsstellen noch eine
gewisse Käserestmasse verbleiben kann. Die endgültige
Verdrängung erfolgt dann mittels der Walzenpaare 9, 9a,
10, 10a.
Es ist selbstverständlich ebenfalls möglich, anstelle der
Einsätze 18 an den Walzenpaaren 8, 8a, 9, 9a, 10, 10a diese
Walzenpaare exzentrisch zu lagern und dadurch ebenfalls
periodisch wechselnde Andrückkräfte auf die Riemen 1, 2 zu
erreichen.
Es ist nicht näher dargestellt, daß die Walzenpaare 8, 8a,
9, 9a, 10, 10a in Pfeilrichtungen 14, 15 sowie in Pfeil
richtung 7 und in Gegenrichtung dazu verstellbar angeordnet
sind. Außerdem ist ein leichtes Auswechseln dieser
Walzenpaare vorgesehen.
Insgesamt wird somit eine optimale Anpassung an unter
schiedliche Randbedingungen erreicht. Zusätzlich kann noch
ein leichtes Auswechseln der Riemen 1, 2 mit den Rollen 3, 4
vorgesehen sein, um die Anlage insgesamt noch anpassungs
fähiger auszulegen.
Fig. 4 zeigt eine vergrößerte Darstellung durch den
Querschnitt eines Riemens 1 bzw. 2. Deutlich sind die Stäbe
16 zu erkennen, die im Bereich des Stegs 6 angeordnet sind
und quer zur Längsrichtung des Riemens 1, 2 verlaufen.
Selbstverständlich ist es alternativ ebenfalls möglich,
lediglich einen großen Stab einzulegen oder den gesamten
Steg 6 in Form eines am Riemen befestigten Metallteils
auszubilden.
Mit Hilfe dieser Stäbe 16 wird nun der Steg 6 insgesamt
erhitzt. Hierzu ist zu jedem Riemen 1, 2 eine Induktions
station 11 (Fig. 1) vorgesehen, bei er in an sich bekannter
Weise mittels Induktion den Stäben 16, die zu diesem Zweck
bevorzugt aus einem elektrisch leitenden Material
ausgebildet sind, Wärmeenergie zugeführt wird. Hierdurch
wird der gesamte Stegbereich an den Riemen 1, 2 erhitzt.
Insgesamt ergibt sich somit bereits eine Vorwärmung der
Umhüllung, sobald diese mit den Stegen 6 der Riemen 1, 2 in
Kontakt kommt. Diese Erwärmung erfolgt in vorteilhafter
Weise lediglich im Bereich der vorgesehenen
Portionierungsstellen.
Wie ebenfalls in Fig. 4 dargestellt, besteht jeder Riemen
1, 2 aus einem Obermaterial 19 sowie einem Untermaterial 20,
das mit Zähnen 5 und entsprechenden Ausnehmungen versehen
ist. Es ist aber selbstverständlich ebenfalls möglich, die
Riemen 1, 2 materialeinstückig aus einem durchgehenden
homogenen Material herzustellen.
Der Steg 6 ist hierbei ebenfalls als Unterschied gegenüber
dem Stand der Technik nicht senkrecht aus der Oberfläche 23
des Riemens 1, 2 herausragend ausgebildet, sondern weist
zunächst einen Absatz 21 auf, an den sich eine Schrägfläche
22 anschließt, die wiederum in die Fläche 23, die im
wesentlichen parallel zur Riemenlängsachse verläuft,
übergeht.
Durch diese Schrägfläche 22 wird der Verdrängungsprozeß im
Bereich der Portionierungsstellen etwas abgemildert und
erfolgt nicht mehr so abrupt, wie dies bisher beim Stand
der Technik der Fall war.
Mit der vorliegenden Erfindung wird somit eine zuverlässige
Verformung bei einem Kaltverformungsvorgang erreicht.
Bezugszeichenliste
1 Riemen
2 Riemen
3 Rolle
4 Rolle
5 Zähne
6 Steg
7 Pfeilrichtung
8, 8a Walzenpaar
9, 9a Walzenpaar
10, 10a Walzenpaar
11 Induktionsstation
12 Pfeilrichtung
13 Pfeilrichtung
14 Pfeilrichtung
15 Pfeilrichtung
16 Stab
17 Zahn
18 Einsatz
19 Obermaterial
20 Untermaterial
21 Absatz
22 Schrägfläche
23 ebene Fläche
2 Riemen
3 Rolle
4 Rolle
5 Zähne
6 Steg
7 Pfeilrichtung
8, 8a Walzenpaar
9, 9a Walzenpaar
10, 10a Walzenpaar
11 Induktionsstation
12 Pfeilrichtung
13 Pfeilrichtung
14 Pfeilrichtung
15 Pfeilrichtung
16 Stab
17 Zahn
18 Einsatz
19 Obermaterial
20 Untermaterial
21 Absatz
22 Schrägfläche
23 ebene Fläche
Claims (12)
1. Verfahren zur Formgebung und Portionierung einer zähen
Masse innerhalb einer flexiblen Umhüllung während einer
Vorschubbewegung, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse
innerhalb der Umhüllung durch von außen einwirkende Kräfte,
deren Richtung sich periodisch ändert, verformt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Betrag der einwirkenden Kräfte unverändert bleibt oder
sich periodisch ändert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die von außen einwirkenden Kräfte zumindest
teilweise und während eines gewissen Zeitraums in Gegen
richtung zur Vorschubbewegung der Masse und deren Umhüllung
wirken.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß eine mehrfache aufeinanderfolgende
Krafteinwirkung vorgesehen ist.
5. Vorrichtung zur Formgebung und Portionierung einer zähen
Masse innerhalb einer flexiblen Umhüllung während einer
Vorschubbewegung, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse
innerhalb der Umhüllung zwischen zwei Formgebungselementen
(1, 2) verläuft, auf die von außen her Kräfte, deren
Richtung sich periodisch ändert, einwirken.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Formgebungselemente als mit Stegen (6) versehene Riemen
(1, 2) ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Stege (6) ein- oder beidseitig mit einer Schrägfläche
(22) versehen sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß mehrere die Kräfte aufbringende
Elemente (8, 8a, 9, 9a, 10, 10a) hintereinander angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die die Belastung aufbringenden
Elemente (8, 8a, 9, 9a, 10, 10a) als Rollen, Walzen, Stößel oder
in ähnlicher geeigneter Form ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die die Belastung aufbringenden
Elemente (8, 8a, 9, 9a, 10, 10a) einstellbar und auswechselbar
angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß bei der Ausbildung der die Kräfte
aufbringenden Elemente (8, 8a, 9, 9a, 10, 10a) als Walzen diese
einen unrunden Außenumfang aufweisen oder exzentrisch
gelagert sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung eine Einrichtung zur
Erwärmung der Profilierungselemente (6) an den Formgebungs
elementen (1, 2) aufweist.
Priority Applications (8)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19501106A DE19501106A1 (de) | 1995-01-17 | 1995-01-17 | Verfahren und Vorrichtung zur Formgebung und Portionierung einer zähen Masse |
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