DE19500646A1 - Schmuckring sowie Verfahren zum Fassen von Edelsteinen in Schmuckringen - Google Patents
Schmuckring sowie Verfahren zum Fassen von Edelsteinen in SchmuckringenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Fassen von
Edelsteinen in metallischen Schmuckringen, bei welchem
die Edelsteine in einen Lagersitz des Schmuckrings ein
gesetzt und durch Haltemittel in diesem formschlüssig
eingespannt werden, sowie einen Schmuckring dieser Art.
Aus der DE-A-43 39 603 ist ein Schmuckring bekannt, bei
welchem ein Edelstein zwischen zwei einander überlap
penden Lagersitzen gefaßt ist. Das Schmuckstück weist
dort eine offene, unter Federspannung stehende Ring
schiene aus Metall auf, deren einander überlappende,
unter Vorspannung stehende Enden je einen Lagersitz für
den zwischengeklemmten Edelstein aufweisen. Eine zuver
lässige Fassung des Edelsteins ist damit allerdings
nicht möglich, da durch äußere mechanische Einwirkung
die Ringschiene an ihren freien Enden aufgespreizt wer
den und der Edelstein verloren gehen kann. Diese Gefahr
wird durch die stufenweise Überlappung der Ringschie
nenenden begünstigt. Hinzu kommt, daß die Fassung nur
für einen einzigen Stein geeignet ist und daß bei einer
Radialfassung von Edelsteinen mit Brilliantschliff die
für die Brillianz maßgebliche Tafel vom äußeren Ring
schleifenende abgedeckt wird.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zu
grunde, ein Verfahren zum Fassen von Edelsteinen in me
tallischen Schmuckringen zu entwickeln, bei welchem die
Edelsteine zuverlässig am Schmuckring festgehalten und
in ihrer Brillianz durch die Fassung nicht beeinträch
tigt werden. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht
in der Schaffung eines Schmuckrings mit in mechanischer
und optischer Hinsicht optimal gefaßten Edelsteinen.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden die in den Patentan
sprüchen 1 und 9 angegebenen Merkmalskombination vorge
schlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbil
dungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
Die erfindungsgemäße Lösung geht von dem Gedanken aus,
daß zur Fassung von Edelsteinen zwei mit geeigneten La
gersitzen versehene Ringe unterschiedlichen Durchmes
sers unter Zwischenspannen der Edelsteine miteinander
verspannt werden können. Um dies zu erreichen, wird ge
mäß der Erfindung vorgeschlagen, daß mindestens ein
Edelstein von innen her in einen radial durchbrochenen
Lagersitz eines in Umfangsrichtung geschlossenen Außen
rings eingesetzt wird, und daß anschließend ein vom
Außenring getrennter, in Umfangsrichtung geschlossener
Innenring kleineren Durchmessers in den Freiraum inner
halb des Außenrings eingeführt und dort unter Zwischen
spannen des Edelsteins zwischen dem außenringseitigen
Lagersitz und einem in radialem Abstand von diesem an
geordneten innenringseitigen Gegenlagersitz radial ge
weitet wird.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor,
daß mehrere Edelsteine über den Umfang verteilt von in
nen her in radial durchbrochene Lagersitze des Außen
rings eingesetzt werden, und daß der Innenring mit sei
nen entsprechend positionierten Gegenlagersitzen unter
Zwischenspannen der Edelsteine radial geweitet und in
radialem Abstand vom Außenring an diesem eingespannt
wird.
Zum Fassen nur eines Edelsteins wird der Innenring beim
Weiten mit einem dem Edelstein gegenüberliegenden Um
fangsabschnitt zweckmäßig gegen die Innenfläche des
Außenrings angedrückt und gegebenenfalls an diesem
form-, kraft- oder materialschlüssig fixiert, beispiels
weise angelötet oder angeklebt.
Zur Erleichterung der Handhabung beim Fassungsvorgang
werden die Edelsteine zweckmäßig im Bereich des außen
ringseitigen Lagersitzes fixiert, vorzugsweise ange
klebt, bevor der Innenring eingeführt und radial gewei
tet wird. Das zum Fixieren oder Ankleben verwendete
Haftmittel kann nach dem Weiten des Innenrings bei
spielsweise unter Einwirkung von Wärme oder unter Ver
wendung eines Lösungsmittels wieder entfernt werden.
Die radiale Weitung des Innenrings erfolgt zweckmäßig
auf einem konischen Dorn oder einem in der Goldschmie
detechnik zur Ringweitung verwendeten Schwanenhals.
Der erfindungsgemäße Schmuckring mit formschlüssig ge
lagerten Edelsteinen weist einen in Umfangsrichtung ge
schlossenen Außenring und einen Innenring kleineren
Durchmessers sowie einen zwischen einem durchbrochenen
Lagersitz des Außenrings und einem Gegenlagersitz des
Innenrings unter Überbrückung eines zwischen Außen- und
Innenring angeordneten Zwischenraums eingespannten
Edelstein auf. Vorteilhafterweise sind im Außenring und
im Innenring mehrere einander zugeordnete, über den Um
fang verteilt angeordnete Lager- und Gegenlagersitze
zur Aufnahme je eines Edelsteins vorgesehen.
Die vorzugsweise einen Brilliantschliff aufweisenden
Edelsteine sind mit ihrem Oberteil im außenringseitigen
Lagersitz und mit ihrem Unterteil am innenringseitigen
Gegenlagersitz abgestützt, wobei das Oberteil vorzugs
weise in Rundistnähe am Lagersitz und das Unterteil in
Kalettennähe am Gegenlagersitz abgestützt sind. In Ta
felnähe ihres Oberteils greifen die Edelsteine durch
den radialen Durchbruch des außenringseitigen Lagersit
zes hindurch. Auch die Gegenlagersitze am Innenring
können radial durchbrochen sein. Zur Reduzierung der
Einspanndrücke können die Lagersitze und/oder Gegenla
gersitze in Anpassung an die Anlageflächen der Edel
steine schräg oder konisch angefast sein.
Bei Vorhandensein nur eines Edelsteins liegt der Innen
ring auf einem dem Edelstein gegenüberliegenden Umfangs
abschnitt gegen die Innenfläche des Außenrings an und
ist an dieser formschlüssig und/oder kraftschlüssig
und/oder materialschlüssig fixiert.
Der Außenring und/oder der Innenring sind zweckmäßig
als Bandringe ausgebildet. Der Außenring kann dabei
auch eine gegebenenfalls unrunde Oberflächenform
oder -struktur aufweisen.
Die Edelsteine können in Umfangsrichtung gleiche oder
ungleiche Abstände voneinander aufweisen. Weiter können
auch mindestens zwei axial nebeneinander angeordnete
Edelsteinreihen vorgesehen werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einiger in der
Zeichnung in schematischer Weise dargestellter Ausfüh
rungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Axialansicht eines Schmuckrings;
Fig. 2a und b Radialansichten von zwei Schmuckringva
rianten gemäß Fig. 1;
Fig. 3 einen Ausschnitt aus dem Schmuckring nach Fig.
1 in vergrößerter geschnittener Darstellung;
Fig. 4 eine Axialansicht eines gegenüber Fig. 1 abge
wandelten Schmuckrings.
Die in der Zeichnung dargestellten Schmuckringe beste
hen im wesentlichen aus einem Außenring 10, einem In
nenring 12 kleineren Durchmessers und einem (Fig. 4)
oder mehreren (Fig. 1 bis 3) zwischen dem Außenring 10
und dem Innenring 12 gefaßten Edelsteinen 14. Die Außen-
und Innenringe 10, 12 sind als geschlossene Bandringe
ausgebildet, die mit durchbrochenen Lagersitzen 16 und
Gegenlagersitzen 18 für die Edelsteine 14 versehen sind.
Die bei den gezeigten Ausführungsbeispielen mit einem
Brilliantschliff versehenen Edelsteine 14 greifen mit
ihrem Oberteil 20 durch den Durchbruch 22 des betref
fenden Lagersitzes 16 radial hindurch und sind mit ih
rem Oberteil in der Nähe der Rondiste an dem konisch
angefasten Lagersitz 16 abgestützt. Auf der Innenseite
überbrücken die Edelsteine mit ihrem Unterteil 24 einen
freien Zwischenraum 26 zwischen Außenring und Innenring
und sind in Kalettennähe am Gegenlagersitz 18 des In
nenrings abgestützt. Auf diese Weise wird erreicht, daß
die Edelsteine sowohl radial von außen her in Richtung
Tafel und Oberteilfacetten als auch axial von der Seite
her durch den freien Zwischenraum 26 hindurch in Rich
tung Unterteilfacetten sichtbar sind.
Zum Fassen werden die Edelsteine zunächst mit einem
Haftmittel in den Lagersitzen 16 des Außenrings fi
xiert. Sodann wird der Innenring 12 mit anfangs klei
nerem Durchmesser in den Freiraum innerhalb des Außen
rings 10 eingeführt, mit seinen Gegenlagersitzen 18 be
züglich der Edelsteine ausgerichtet und auf einem Schwa
nenhals radial geweitet, bis er unter Zwischenklemmen
der Edelsteine 14 spielfrei mit dem Außenring 10 ver
bunden ist. Das zur Fixierung der Edelsteine 14 in den
Gegenlagersitzen 16 verwendete Haftmittel kann beispiels
weise durch Erhitzen oder mit einem Lösungsmittel wie
der entfernt werden.
Wie aus Fig. 2a und b zu ersehen ist, können auf diese
Weise Schmuckringe mit einer oder mit mehreren Edel
steinreihen hergestellt werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist nur ein
Edelstein 14 zwischen dem Außenring 10 und dem Innen
ring 12 gefaßt. In diesem Falle liegt der Innenring 12
auf einem dem Edelstein 14 gegenüberliegenden Umfangs
abschnitt 28 an der Innenfläche des Außenrings 10 an
und ist dort formschlüssig und/oder kraftschlüssig und/
oder materialschlüssig fixiert.
Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfin
dung bezieht sich auf ein Verfahren zum Fassen von Edel
steinen in metallischen Schmuckringen, bei welchem die
Edelsteine in einen Lagersitz des Schmuckrings einge
setzt und durch Haltemittel in diesem gehalten werden.
Um eine mechanisch stabile und optisch ansprechende
Fassung auch mehrerer Edelsteine am Schmuckring zu er
möglichen, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß
die Edelsteine 14 von innen her in einen radial durch
brochenen Lagersitz 16 eines in Umfangsrichtung ge
schlossenen Außenrings 10 eingesetzt werden, und daß
anschließend ein die Haltemittel bildender, in Umfangs
richtung geschlossener Innenring 12 kleineren Durchmes
sers in den Freiraum innerhalb des Außenrings 10 einge
führt und dort unter Zwischenspannen der Edelsteine 14
zwischen dem außenringseitigen Lagersitz 16 und einem
in radialem Abstand von diesem angeordneten innenrings
eitigen Gegenlagersitz 18 radial geweitet wird.
Claims (20)
1. Verfahren zum Fassen von Edelsteinen in metalli
schen Schmuckringen, bei welchem die Edelsteine
(14) in einen Lagersitz (16) des Schmuckrings ein
gesetzt und durch Haltemittel (12) in diesem form
schlüssig gehalten werden, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Edelstein (14) von innen her in
einen radial durchbrochenen Lagersitz (16) eines in
Umfangsrichtung geschlossenen Außenrings (10) ein
gesetzt wird, und daß anschließend ein die Halte
mittel bildender Innenring kleineren Durchmessers
in den Freiraum innerhalb des Außenrings (10) ein
geführt und dort unter Zwischenspannen des Edel
steins (14) zwischen dem außenringseitigen Lager
sitz (16) und einem in radialem Abstand von diesem
angeordneten innenringseitigen Gegenlagersitz (18)
radial geweitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Edelsteine (14) über den Umfang ver
teilt von innen her in radial durchbrochene Lager
sitze (16) des Außenrings (10) eingesetzt werden,
und daß der Innenring (12) mit seinen entsprechend
positionierten Gegenlagersitzen (18) unter Zwi
schenspannen der Edelsteine (14) radial geweitet
und in radialem Abstand vom Außenring (10) an die
sem festgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenring (12) beim Weiten mit einem dem
Edelstein (14) gegenüberliegenden Umfangsabschnitt
(28) gegen die Innenfläche des Außenrings (10) an
gedrückt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenring (12) an seinem dem Edelstein (14)
gegenüberliegenden Umfangsabschnitt (28) am Außen
ring (10) form-, kraft- oder materialschlüssig fi
xiert, vorzugsweise angelötet oder angeklebt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Edelsteine (14) im Bereich
des außenringseitigen Lagersitzes (16) fixiert,
vorzugsweise angeklebt werden, bevor der Innenring
(12) eingeführt und radial geweitet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß ein zum Fixieren oder Ankleben verwendetes Haft
mittel nach dem Weiten des Innenrings (12) vorzugs
weise durch Wärmeeinwirkung oder mit einem Lösungs
mittel wieder entfernt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Innenring (12) durch Auf
stecken auf einen konischen Dorn oder einen Schwa
nenhals radial geweitet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß als Außenring (10) und/oder
Innenring (12) ein Bandring verwendet wird.
9. Schmuckring mit formschlüssig gelagerten Edelstei
nen (14), gekennzeichnet durch einen in Umfangs
richtung geschlossenen Außenring (10) und einen In
nenring (12) kleineren Durchmessers sowie mindestens
einen zwischen einem durchbrochenen Lagersitz (16)
des Außenrings (10) und einem Gegenlagersitz (18)
des Innenrings (12) unter Überbrückung eines zwi
schen Außen- und Innenring befindlichen freien Zwi
schenraums (26) eingespannten Edelstein (14).
10. Schmuckring nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß der Außenring (10) und der Innenring (12)
mehrere einander zugeordnete, über den Umfang ver
teilt angeordnete Lager- und Gegenlagersitze (16,
18) zur Aufnahme je eines Edelsteins (14) aufwei
sen.
11. Schmuckring nach Anspruch 9 oder 10, dadurch ge
kennzeichnet, daß die vorzugsweise einen Brilliant
schliff aufweisenden Edelsteine (14) mit ihrem Ober
teil (20) am außenringseitigen Lagersitz (16) und
mit ihrem Unterteil (24) am innenringseitigen Ge
genlagersitz (18) abgestützt sind.
12. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß die einen Brilliantschliff
aufweisenden Edelsteine in Rondistnähe am außenring
seitigen Lagersitz (16) und in Kalettennähe am in
nenringseitigen Gegenlagersitz (18) abgestützt sind.
13. Schmuckring nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich
net, daß die Edelsteine (14) mit ihrem Oberteil
durch den radialen Durchbruch (20) des Lagersitzes
(16) hindurchgreifen.
14. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 13, da
durch gekennzeichnet, daß die Gegenlagersitze (18)
am Innenring radial durchbrochen sind.
15. Schmuckring nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß der Innenring (12) auf einem dem Edelstein
(14) gegenüberliegenden Umfangsabschnitt (28) gegen
die Innenfläche des Außenrings (10) anliegt und an
dieser formschlüssig und/oder kraftschlüssig und/
oder materialschlüssig fixiert ist.
16. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 15, da
durch gekennzeichnet, daß der Außenring (10) und/
oder der Innenring (12) als Bandringe ausgebildet
sind.
17. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 16, da
durch gekennzeichnet, daß der Außenring (10) eine
gegebenenfalls unrunde Oberflächenform oder -struk
tur aufweist.
18. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 17, da
durch gekennzeichnet, daß die Edelsteine (14) in
Umfangsrichtung gleiche oder ungleiche Abstände
voneinander aufweisen.
19. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 18, ge
kennzeichnet durch mindestens zwei axial nebenein
ander angeordnete Edelsteinreihen.
20. Schmuckring nach einem der Ansprüche 9 bis 19, da
durch gekennzeichnet, daß die Lagersitze (16) und/
oder die Gegenlagersitze (18) schräg oder konisch
angefast sind.
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