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Verriegelungseinrichtung für ein ausfahrbares Periskop Die Erfindung
bezieht sich auf eine Verriegelungseinrichtung mit Sperre irn verriegelten Zustand
für zwei sich gegeneinander drehende konzentrische Flansche, insbesondere zur Verriegelung
eines ausfahrbaren Periskopes in dessen ausgefahrener Stellung.
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Insbesondere bni Panzerfahrzeugen, die mit fernlenkbaren Flugkörpern
bewaffnet sind, werden aus der Panzerdeckung ausfahrbare Periskope verwendet, die
während der normalen Marschfahrt eines solchen Panzers sich innerhalb der Panzerdeckung
befinden
und erst zur Herstellung der Gefechtsbereitschaft des Panzers aus der Panzerdeckung
ausgefahren werden. Ein derartiges Periskop ist z.B. in unserer älteren Patentanmeldung
P 15 78 279.) in Verbindung mit einer Richt- und Abschußanlage für fernlenkbare
Flugkörper näher beschrieben.
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Das Periskop ist dabei seiner rohrförmigen Periskophalterung angeordnet,
in der es zur Herstellung der Gefechtsbereitschaft des Panzers hochgehoben und mittels
eines drehbaren Flansches der Periskophalterung so verriegelt wird, daß danach eine
vertikale Bewegung des Periskops nicht mehr möglich ist. Der drehbare Flansch wird
in der verriegelten Stellung durch einen Sperrbolzen gegen Verdrehung gesichert.
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Beim praktischen Einsatz dieser Periskophalterung hat sich nun gezeigt,
daß der das Periskop zur Herstellung der Gefechtsbreitschaft des Panzers aus fahrende
Schütze nach dem Verriegeln der Periskophalterung durch Drehen des Flansches das
Einlegen der ffrehsicherung relativ häufig vergißt. Durch die Vibrationen und Erschütterungen
des fahrenden Panzers lockert sich die nicht gesicherte Verriegelung des Periskops
ziemlich schnell, so daß nach einer gewissen Zeit das schwere Periskop aus seiner
Periskophalterung nach unten fällt.
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Da das plötzliche Herunterfallen des Periskops aber unweigerlich zur
Beschädigung seiner relativ empfindlichen Teile und darüberhinaus auch zu einer
Verletzung der Panzerbesatzung führen kann, ist eine Verriegelungseinrichtung für
das Periskop erforderlich, die ohne vom Schützen auszuführende besondere Handgriffe
unmittelbar nach den Us fahren des Periskops selbsttätig gesperrt, d.h. gegen Verdrehung
gesichert wird.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine neue Verriegelungseinrichtung
zu schafferl, die ohne besondere Handgriffe von Seiten einer Bedienungsperson sich
selbsttätig nach Eintreten der VerriegelIirjg sperrt.
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Bei einer Verriegelungseinrichtung mit Sperre im verriegelten Zustand
für zwei gegeneinander drehbare konzentrische Flansche, insbesondere zur Verriegelung
eines ausfahrbaren Periskops in dessen ausgefahrener Stellung, ist diese i.ufgabe
gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der äußere Flansch ein an sich bekanntes
Klemmrichtgesperre mit einer auf den inneren Flansen-wirkenden Sperrklinke aufweist,
und daß die Sperrklinke über eine in axialer Richtung verschiebbare Gewindespindel
außer Eingriff bringbar ist.
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Klemmrichtgesperre, die eiii drehbares Teil selbsttätig so sperren,
daß eine Drehung des zu sperrenden Teiles in der einen Drehrichtung jederzeit möglich
ist, in der anderen Drehrichtung dagegen sicher unterbunden wird, sind für stich
bekannt; vgl. z.B. Richter, von Voss, Kozer "Bauelemente der Feinmechanik", VEB-Verlag
Technik, Berlin 1959, Seite 295.
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Gemäß der Erfindung wird ein solches für sich bekanntes Klemmrichtgesperre
zur selbsttätigen Verriegelung zweier gegeneinander drehbarer konzentrischer Flansche
verwendet, so daß es in seinem normalen Betriebszustand eine Drehung des äußeren
Flansches in die die Verriegelung bewirkende Stellung jederzeit ermöglicht, eine
Drehung des äußeren Flansches in die eine Entriegelung bewirkende Stellung dagegen
sicher unterbindet. Zusätzlich ist eine auf die Sperrklinke des Klemmrichtgesperres
wirkende und in axialer Richtung verschiebbare Gewindespindel vorgesehen, die nach
ihrer 3etatigung eine Drehung des äußeren Flansches auch in Richtung der entriegelten
Stellung zuläßt.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Sperrklinke eine
logarithmische Spirale als Anlaufkurve auf und wird von einer Feder gegen die Mantelfläche
des inneren Flansches
gedrückt. Durch diese Maßnahme wird Clit besonders
großes Reibungsmoment zwischen der Sperrklinke und dem zu sperrenden inneren Flansch
erreicht, so daß eine Drehung zwischen äußerem und inneren Flansch in Richtung der
entriegelnden Stellung selbst bei Einwirkung großer Drehmomente sicher unterburluen
wird.
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Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist die Gewindespindel von
einem federbeaufschlagten Drehgriff betätigbar, wobei der Drehgriff und die mit
ihm verbundene Gewindespindel jeweils selbsttätig in die Ruhestellung zurückkehren.
Durch diese Ausbildung des die Gewindespindel betätigenden Drehgriffes ist sichergestellt,
daß nach einem Lösen des Klemmrichtgesperres dieses unmittelbar nach dem Loslassen
des Drehgriffes wieder selbsttätig wirksam wird, so daß auch bei dem jeweils nächstfolgenden
Verriegelungsvorgang die Verriegelungseinrichtung ohne das Erfordernis besonderer
Handgriffe von Seiten einer Bedienungsperson selbstättig gesperrt wird.
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Gemäß einer bevorzugten Anwendung der gemäß de@ Erfindung ausgebildeten
Verriegelungseinrichtung ist der innere Flansch ein mit einer Panzerung verbundenes
Rohr, auf dessen Mantelfläche der äußere Flansch drehbar gelagert ist. Der äußere
Flansch weis@ Ausnehmungen auf,in die in einer bestimmten Drehstellung des äußeren
Flansches auf der Mantelfläche eines rohrförmigen Periskops angeordnete Vorsprünge
einführbar sind, die sich bei einer von dem Klemmrichtgesperre ungehinderten Drehung
des äußeren. Flansches mit seinem Ausnehmungen formschlüssig so verbinden, daß danach
eine Veritkalbewegung des Periskops unmöglich ist.
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Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestllten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
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Im einzelnen zeigen: Fi g ar 1 schematisch die Verriegelungseinrichtung
in Verbindung mit einem in einer Panzerdeckung gehalterten Periskop und Figur 2
die selbsttätige Sperre für die Verriegelungseinrichtung.
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Mit einer hier nur angedeuteten Panzerdeckung 1 ist ein rohrförmiger
Flansch 2 in hier nicht näher dargestellter Weise verbunden. Auf dem rohrförmigen
Flansch 2 ist ein weiterer, als äußerer Flansch bezeichneter Flansch 3 drehbar gelagert.
In deij im weitere. als innerer Flansch bezeichneten rohrförmigen Flansch 2 ist
ein hier nur teilweise dargestelltes rohrförrniges Periskop 4 so gelagert, daß es
aus einer Ruhestellung heraus von unten durch deri inneren Flansch 2 hindurch nach
oben verschoben werden kann. Der äußere Flansch 5 weist mehrere über seinen Umfang
verteilte Ausriehmungen 31 auf, von der hier nur eine dargestellt ist, in welche
mit dieser korrespondierende Vorsprünge 41 hineinpassen, von deneii hier ebenfalls
nur einer gezeigt ist. Diese Vorsprünge 41 befinden sich fest auf der Mantelfläche
des Periskops 4.
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Soll z.B. das Periskop 4 aus der Panzerdeckung 1 ausgefahren werden,
so wird es aus seiner unteren Ruhestellung nach oben durch den inneren Flansch 2
hindurch so lange verschoben, bis die Vorsprünge 41 an der oberen Begrenzung der
Ausnehmungen 31 des äußeren Flansches 3 anschlagen. Bei dieser Stellung des Periskops
4 wird dann der äußere Flansch 3 gegenüber dem inneren Flansch 2 im Uhrzeigersinn
gedreht, bis
sich die Vorsprünge 41 mit den Ausnehmungen 51 des äusseren Flanschs formschlüssig
so verbinden, daß anschließend eine vertikale Bewegung des Periskops 4 nicht mehr
mögLich ist. . Zur Sicherung der so erreichten Verriegelung des Periskops
4
ist eine zuverlässige Drehsicherung zwischen dem äußeren Flansch 5 rit der aus den
Flanschen 2 und 5 gebildeten Periskophalterung und dem inneren Flansch 2 erforder-Sich.
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Diese zum selbsttätigen Sperren der in Fig. 1 gezeigten Verriegelungseinrichtung
gemäß der Erfindung ausgebildete Sperre ist in Fig. 2 näher dargestellt. Der äußere
Flansch @ weist zu diesem Zweck ein Klemmrichtgesperre 5 auf, das eine mit der Mantelfläche
des inneren Flansches 2 korrespondierende Sperrklinke 51 eiithält, die um einen
Drehpunkt 52 schwenkbar ist und von einer Schraubenfeder 53 gegen d1:-e Mantelfläche
des inneren Flansches 2 gepreßt wird. Um ein möglichst großes Reibungsmoment zwischen
der Sperrklinke 51 und dem inneren Flansch 2 zu erzeug.e£1, weist die Sperrklinke
51 eine Anlaufkurve in Form einer logarithmischen Spirale auf.
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Die Sperrklinke 51 ist außerdem mit einer Anschlagkante 54 versehen,
die mit dem Dorn 61 einer längsverschiebbaren Gewindespindel' 6 zusammenwirkt. Die
Gewindespindel 6 ist in einem Drehgriff 7 untergebracht, der bei seiner Verdrehung
eine Längsverschiebung der Gewindespindel 6 in Richtung der Drehachse der Flansche
2 und 3 bewirkt.
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Mit dem Handgriff 7 wirkt eine einer, Teil der Gewindespindel 6 konzentrisch
umfassende Schraubenfeder 8 zusammen, wobei das eine Ende der Schraubenfeder im
Handgriff 7 und das andere Ende der Schraubenfeder 8 in einem die Gewindespindel
6 führenden Zylinder 9 festgelegt ist, der seinerseits an der Drehbewegung des Handgriffs
7 nicht teilnimmt, sondern fest mit dem äußeren Flansch 3 verbunden ist.
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Die Wirkungsweise der selbsttätigen Sperre für die in Fig. 1 dargestellte
Verriegelungseinrichtung besteht darin, daß bei einer Drehung des äußeren Flansches
5 gegenüber dem inneren
Flansch 2 im Uhrzeigersinn,mit der, wie
anhand der Fig. 1 näher erläutert, das Periskop 4 in seiner Halterung verriegelt
wird, von dem Klemmrichtgesperre 5 unbehindert nach Art eines Freilaufs zugelassen
wird, während eine Drehung des Flansches gegen den Uhrzeigersinn durch das von der
Sperrklinke 51 auf den inneren Flansch 2 ausgeübte starke Reibungsmoment sicher
unterbunden wird. Diese Sperre haQ also den Vorteil, daß ohne einen zusätzlichen
Handgriff von einem die Verriegelung des Periskops vornehmenden Schützen eine selbsttätige
und sichere Sperrung der Verriegelungseinrichtung auftritt.
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Soll z.B. bei Ende der Gefechtsbereitschaft eines Panzers das ausgefahrene
Periskop wieder in die Panzerdeckung 1 eingefahren werden, so wird durch Drehung
des Diehgriffs 7 die gewindespindel in Richtung der Drehachse der beiden Flansche
2 und 3 bewegt, wodurch diese über den Dorn 61 und die Anschlagkante 54 die Sperrklinke
51 um ihren Drehpunkt 52 so verschwenkt, daß eine ungehinderte Bewegung des äußeren
Flansches @ gegenüber dem inneren Flansch 2 auch gegen den Uhrzeigersinn möglich
ist. Wie anhand der Fig. 1 zu sehen ist, wird durch eine solche Drehung des äußeren
Flansches 3 die Verriegelung des Periskops gelöst, so daß dieses anschließend nach
unten d.h. in die Panzerdeckung hinein bewegt werden kann.
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Sofort nach dem Loslassen des Drehgriffs @ wird dieser durch + die
Rückstellfeder 8 in seine Ruhestellung zurückgedreht, wodurch auch die Gewindespindel
6 in ihre Ausgangslage zurückgeführt wird. Dadurch drückt de@ Dorn 61 nicht länger
auf die Anschlagkante 54 der Sperrklinke 31, so daß auch diese in ihre R@hestellung
urückkerhrt, in der sie selbsttätig ei-+ aufgezogene
@e Drehbewegung
des Flansches 3 gegen den Uhrzeigersinn verhindert.
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Wie sich aus Fig. 2 in Verbindung mit Fig. 1 entnehmen läßt, dient
der Drehgriff 7 gleichzeitig als Handgriff, mit dem der äußere Flansch 3 gedreht
wird.
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Patentansprüche: