DE1946018A1 - Feuerfestes Verbundisoliermaterial und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Feuerfestes Verbundisoliermaterial und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Köln, den 9.9.1969 Ke/Ax
Societo Generale des Produits Refractaires
6o, rue Saint-Lazare, Paris 9e / Prankreich
Feuerfestes Verbundisoliermaterial und Verfahren zu seiner Herstellung
Die Erfindung betrifft ein feuerfestes Verbundisoliermaterial, das aus mehreren Arten von Mineralfasern besteht.
Die verschiedenen Arten von Mineralfasern für die Herstellung von feuerfesten Matten oder Filzen haben gewisse
Nachteile j Asbest trocknet von einer Temperatur von 50O0O und höher aus und zerfällt,zu Staub. Gesteinswolle
hat eine Gebrauchstemperatur, die 7000C nicht übersteigt,
und die Edelfasern (z.B. aus Aluminiumoxyd und Zirkonoxyd), die eine wesentlich höhere Hitzebeständigkeit haben, sind
verhältnismäßig teuer.
Die Erfindung betrifft zusammenhängende Verbundprodukte auf Basis von Mineralfasern, die aus mehreren (wenigstens
zwei) aufeinanderliegenden Schichten bestehen, die in regelmäßiger Reihenfolge (in einer Richtung zunehmend und
in der anderen Richtung abnehmend) in Bezug auf Hitzebeständigkeit angeordnet sind und eine Dicke haben, die in
Abhängigkeit von der Temperatur der freiliegenden Fläche des Verbundmaterials und von der Leitfähigkeit jeder
Schicht so berechnet ist, daß die weniger heiße Fläche
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jeder Schicht im stationären Zustand sioh bei einer Temperatur
befindet, die höchstens der Grenztemperatur entspricht,
bei der die Fasern der angrenzenden Schicht eingesetzt werden können.
Bei einer besonderen Ausführungsform ist das Material gemäß der Erfindung durch eine Einlage mechanisch verstärkt.
Im Rahmen der Erfindung kann jede Schicht, die im Material an seiner Stelle in der Reihenfolge der Hitzebeständigkeit
angeordnet ist, außerdem besondere Eigenschaften aufweisen. Beispielsweise kann eine der Schichten steifer sein als
die anderen. Eine Außenschicht kann eine harte oder gefärbte oder gerippte Oberfläche haben; eine Schicht kann
katalytisch sein usw.
Bei einem besonders zweckmäßigen Verfahren zur Herstellung der Produkte gemäß der Erfindung wird eine Arbeitsweise
angewendet, die aus der Papierindustrie entlehnt ist. Man stellt mechanisch Fasern einer ersten Art her, laugt
sie, um sie von den in einer Vorstufe ihrer Herstellung verwendeten Appreturmitteln zu befreien, und suspendiert
sie in einer Flüssigkeit, gewöhnlich Wasser, bei starker Verdünnung in einer Vorrichtung, die ausgezeichnete Homogenisierung
ohne mechanische heftige Einwirkung ermöglicht, wobei man Füllstoffe und Bindemittel entsprechend der ge—
wünschten Zusammensetzung zusetzt. Man gießt diesen dünnflüssigen
Brei über ein Rüttelsieb, das beispielsweise eine an diese neue Verwendung angepasste Papierherstellungsform
der gewünschten Gestalt ist· Vor Beendigung des Rütteins gießt man erneut über die Form einen Brei, der
in dergleichen Weise mit Fasern einer zweiten Art hergestellt worden ist. Auf diese Weise werden nacheinander
alle Arten von Fasern aufgebracht, die zur Bildung des Verbundmaterials notwendig sind, das von der Form abgenommen
wird, wenn es genügend eingerüttelt und die Flüssig-
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In Fig.1 ist diese Methode des Absaugens für den besonderen Fall dargestellt, in dem eine konische Oberfläohe
gewünscht wird. Pie Zuführung erfolgt durch einen hohlen Metallkegel (1), in dessen dicker Wand Löcher von etwa
5 mm Durchmesser vorgesehen sind, die das Gemisch (2) durchlassen, das auf ein konisches Sieb (3) aufgebracht
wird, das aus einem geeigneten Drahtgewebe besteht, das durch eine Metallstütze, die Deformierungen vermeidet,
verstärkt ist. Die Absaugung der Flüssigkeit erfolgt duroh die öffnung (4)· Wenn die aufgebrachte Materialmenge genügt, wird der Hohlkegel um einige Millimeter nach unten
bewegt, um einen leichten Druck auf die Faserschicht auszuüben. Anschließend wird er wieder so weit nach oben
bewegt, daß auf die erste Schicht eine Schicht aus anderen Fasern in der gleichen Weise aufgebracht werden kann·
Es ist auch möglich, den Brei duroh Zentrifugierung auf eine rotierende Form aufzubringen· Diese Arbeitsweise,
die sich von der Aufbringung durch Absaugung unterscheidet, hat zwei Hauptparameter: Die Geschwindigkeit der Zentrifugierung, die von der gewünschten Dichte abhängt, und die
Zuführungsweise·
In Fig.2 ist diese Aufbringung durch Zentrifugierung
schematisch dargestellt· Die Zuführung erfolgt duroh das
zentrale Rohr 10, das koaxial zum Aufnahmesieb 11 angeordnet ist, unter einem Druck von etwa 5 bis 4 kg/c« ,
so daß der Zylinder während der Formgebung mit der mit Fasern beladenen Flüssigkeit praktisch gefüllt ist. Das
Sieb wird vom Zylinder 13 gehalten, der mit Ablauflöchern
12 versehen ist· Wenn die Vorrichtung rotiert, wird die Flüssigkeit durch diese Löcher herausgeschleudert und die
Faserschicht auf die Innenfläche des Siebes abgelegt« Dieser Arbeitsgang wird beliebig oft wiederholt, wobei
jeweils Schichten verschiedener Fasern aufgebracht werden.
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Im Falle von langen Stücken wird das Zuführungsrohr mit
seitlichen löchern versehen oder dieses Rohr einer axialen Bewegung unterworfen«
Durch die Tatsaohe, daß jeder Brei auf den vorhergehenden
gegossen wird, "bevor der letztere stabilisiert ist und
jeder Brei unter gleichen Bedingungen in die Schicht umgewandelt wird, erhält man eine innige Vereinigung der Fasern
von zwei benachbarten Sehiohten an ihrer Berührungsfläche« Bas abschließend erhaltene Produkt ist somit vollkommen
zusammenhängend und kann nicht mit einfach übereinandergelegten verschiedenen unabhängigen Schichten verglichen
werden.
Gewisse Eigenschaften der Produkte gemäß der Erfindung können durch eine mechanische, chemische oder thermische
Nachbehandlung, duroh die ihr eigentlicher Aufbau nicht ,
verändert wird, verbessert werden.
Die Produkte gemäß der Erfindung haben in den Verschiedensten
Formen, z.B. als Platten, Zylinder, Kegel usw. zahlreiche Anwendungen, z.B. als Auskleidung in hitzeerzeugenden
Apparaten, als Auflage für elektrische Widerstand·, als Katalysatorträger und Filtermittel· Sie ermöglichen
die Verwirklichung von wirtschaftlichen technischen Lösungen«
Durch Absaugung wurde eine zweischichtige feuerfeste Platte einer Gesamtdicke von 50 mm (Fig.3) hergestellt. Die
20 mm dicke Schicht A an der heißen Seite bestand aus einen 'Gemisch von 5 Gew.-* verschiedener Bindemittel und
95 Gew.-?6 keramischen Fasern der folgenden Zusaeatnsetzung
(in Gew.-*):
(A) Al2O3 45*
SiO2 51,7*
2 1,7*
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CaO O
Alkalioxyde 0
Diese Pasern hatten einen Durchmesser von etwa 2 - 4 M
und eine Länge von 100 "bis 250 mm* Die Schioht hatte ein
Raumgewicht von 200 g/dnr ·
Die 30 mm dicke Schicht B an der kalten Seite bestand aus einem Gemisoh von 5 Gew.-56 Bindemitteln und 95 Gew.
Mineralfasern der folgenden Zusammensetzung:
(B) Al2O3 1296
1-0 SiO2 4296
OaO 4096
MgO
Verschiedene Oxyde
Verschiedene Oxyde
Diese Pasern hatten einen Durohmesser von etwa 5 his 10 a.
und eine Länge von 10 bis 100 mm. Das Raumgewicht dieser Schicht betrug 150 g/dm ·
Die beiden Schichten waren ebenso wie in einem homogenen Gemisch sehr gut miteinander verzahnt. Diese Platte kann
an der Außenseite der Schicht A» die der Hitze ausgesetzt ist, eine Temperatur von 10000C aushalten. Die
Temperatur an der Berührungsfläche beträgt etwa 60O0C und
ist für die Schioht B zulässig, deren kalte Seite an der umgebenden Luf
überschreitet.
umgebenden Luft von 200C eine Temperatur von 1200C nicht
Durch diese Platte wird somit unter Verwendung nur einer stark beschränkten Menge der teureren Fasern eine aus
einem Blook bestehende Wärmeisolierung erhalten, die nicht allein aus Pasern der Schioht B hergestellt werden könnte.
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Nach dem Zentrifugierverfahren wurde ein dreischichtiger
Hohlzylinder (Fig.4) hergestellt. Die 15 mm dicke Innenschicht
C an der heißen Seite bestand aus Fasern mit hohem Gehalt an Aluminiumoxyd der folgenden Zusammensetzung:
Al2O3 85*
SiO2 159*
Diese Fasern hatten einen Durchmesser von 3 bis 6 u. und
eine Länge von 10 bis 100 mm. Das Raumgewicht dieser Schicht betrug 90 g/dm .
Die Zwischenschicht A war identisch mit der Schicht an der heißen Seite der Wärmeisolierung gemäß Beispiel 1· Sie
hatte eine Dicke von 25 mm·
Die 50 mm dicke Außenschicht B war identisch mit der in
Beispiel 1 beschriebenen Schicht an der kalten Seite.
Die drei Schichten waren sehr gut ineinander verzahnt.
Bei einer Innentemperatur von 14000C und einer Temperatur
der umgebenden Luft von 200C wurde an der Grenzfläche C-A
eine Temperatur von 12000C, an der Grenzfläche A-B eine
Temperatur von 6400C und an der kalten Seite der Schicht B
eine-Temperatur von 1150C gemessen.
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Claims (2)
- Patentansprüchex) Feuerfestes Verbundisoliermaterial auf Mineralfaserbasis« dadurch gekennzeichnet, daß es aus mindestens zwei oder mehr Schichten besteht, die in regelmäßiger Reihenfolge in Bezug auf die Hitzebeständigkeit in einer Richtung zu- und in der anderen Richtung abnehmend angeordnet sind und eine derart in Abhängigkeit von der Temperatur der freiliegenden Fläche des Verbundmaterials und der Leitfähigkeit jeder Schicht berechnete Dicke haben, daß die weniger heiße Fläche jeder Schicht im stationären Zustand sich auf höchstens der Orenztemperatur, bei der die Fasern der angrenzenden Schicht eingesetzt werden können, befindet.
- 2) Verbundisoliermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es Schichten unterschiedlicher Steifigkeit und/oder Außenschichten unterschiedlicher Oberflächenbesohaffenheit aufweist·j5) Verfahren zur Herstellung eines Verbundisaliermaterials nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man jeweils für eine der aufeinander folgenden Schichten die 2p Fasern unter Zusatz von gegebenenfalls Füllstoffen und Bindemitteln, in einer Flüssigkeit suspendiert und in eine Form gießt und elnrUttelt und die Flüssigkeit absaugt und entsprechend für die anderen Schichten verfährt.009812/1285Leerseite
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