DE1946000B - Fahrbares Gerät zum Ernten von Früchten - Google Patents
Fahrbares Gerät zum Ernten von FrüchtenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein fahrbares Gerät zum Ernten von Früchten, insbesondere von an Stauden
oder Sträuchern wachsenden Früchten wie Weintrauben, Beeren, Tomaten usw., deren Stauden oder
Sträucher in Plantagenform, d. h. in geradlinigen Reihen eingepflanzt sind mit in Fahrtrichtung nebeneinander
angeordneten, quer zur Fahrtrichtung orientierten Sitzen. ι:·:!· :':i'"' "■■'■
Es ist bereits ein fahrbares Gerät zum Ernten von Früchten bekannt, bei dem in 3 Reihen angeordnete
Sitzvorrichtungen angebracht sind. Die Sitzvorrichtungen weisen jedoch dabei alle in dieselbe Richtung,
so daß die Bewegungsfreiheit der Pflücker etwas eingeschränkt ist. Weiterhin ist dabei auch eine Sitzverstellbarkeit
vorgesehen. Diese dient jedoch dabei, nur zur Berücksichtigung der individuellen Wünsche!!des,:
Pflückers, nicht jedoch zur Einstellung einer speziellen Sitzanordnung.
Weiterhin ist ein fahrbares Gerät bekannt, bei dem jedem Sitz eine Ablage für den Erntebehälter zugeordnet
ist. Dieses Gerät eignet sich jedoch nicht zum Abernten von Stauden und Sträuchern in Plantagenform,
da dessen Aufbau einerseits zu breit ist und andererseits keine einstellbaren Sitze vorhanden Sind.';
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein fahrbares Gerät zum Ernten von Früchten zu schaffen,
die gegenüber den bekannten Geräten wesentliche Vorteile bringt, insbesondere die Bewegungsfreiheit
der Pflücker vergrößert. . :..· ./55
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Sitzvorrichtungen in zwei Reihen Rücken an Rükken
angeordnet, einzeln höhenverstellbar und mit je einem Erntebehälter versehen sind.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Sitze in einer Reihe in abwechselnd
um 180° in geänderter Orientierung angebracht sind.
Durch die erfindungsgemäße Maßnahme der Anordnung
der Sitze Rücken an Rücken wird eine wesentliche größere Bewegungsfreiheit für die Pflücker
erreicht.
Durch die Anbringung der Sitze in einer Reihe in abwechselnd um 180° geänderter Orientierung können
auch Stauden abgeerntet werden, bei denen nur ein schmaler Gang zwischen den Pflanzenreihen besteht,
Die erfindungsgemäßen Maßnahmen bringen auch Vorteile für die Anbringung der Erntebehälter. Die
Sträucher können nun in verschiedenen Ebenen durch einmaliges Durchfahren des Gerätes abgeerntet
werden. Weiterhin wurde festgestellt, daß durch diese Sitzmöglichkeiten Ermündungserscheinungen der
Pflücker um ein wesentliches herabgesetzt wurden. Ferner wird die Leistung durch Teamarbeit wesentlich
verbessert.
Die Sitze können einem eventuellen Hang und auch der Größe der Arbeiter angepaßt werden. Zum
Beispiel beim Befahren eines Hanges werden mehrere hintereinander angeordnete Sitzvorrichtungen
stufenartig eingestellt, so daß jeweils die Arbeit dieselben Höhenbedingungen vorfinden.
Dadurch, daß jeder Sitzvorrichtung ein Erntebehälter zugeordnet ist und jeweils eine Sitzvorrichtung
und ein Erntebehälter eine Einheit bilden, wobei die Sitzvorrichtung und der dieser zugeordnete Erntebehälter
gemeinsam höhenverstellbar sind, wird dem Pflücker das Arbeiten wesentlich erleichtert. Es wird
weiterhin erreicht, daß die geerneteten Früchte immer von der gleichen Höhe aus in den Erntebehälter
fallen und daher nicht beschädigt werden können. Ferner ist dadurch eine individuelle Anpassungsmöglichkeit
gegeben.
Dabei ist es denkbar, daß die Höhenverstellung der Sitzvorrichtungen und der Erntebehälter mechanisch,
z.B. mittels Spindeln, pneumatisch oder hydraulisch erfolgt. Je nach den vorhandenen Mitteln wird daher
die entsprechende Verstellmöglichkeit vorgesehen.
Durch die Anordnung der Sitzvorrichtungen jeweils paarweise gegeneinander kann auf relativ geringstem
Raum eine große Anzahl von Sitzvorrichtungen angeordnet werden. Die Pflücker sitzen dabei
Rücken an Rücken auf den Sitzvorrichtungen.
Sind die Stauden bzw. Sträucher in relativ engen Reihen nebeneinander angeordnet, so wird vorgesehen,
daß die Sitzvorrichtungen in einer Reihe angeordne* sind, wobei aufeinanderfolgende Sitzvorrichtungen
auf einander gegenüberliegenden Seiten benutzt werden.
Weiterhin ist es möglich, daß die Sitzvorrichtungen um eine vertikale Achse drehbar zu lagern sind. Dadurch
können beispielsweise bei einer einzeln stehenden Reihe von Stauden bzw. Sträuchern alle Sitzvorrichtungen
auf dieselbe Richtung gedreht werden, so daß ein sehr schnelles Pflücken stattfinden
kann.
Weiterhin ist vorgesehen, daß die Erntebehälter über die vordere Begrenzung der Sitzvorrichtungen
vorstehende Einzelöffnungen aufweisen. Zweckmäßig ist es dabei, wenn beiderseitig der Einfüllöffnungen
Fußauflagen für den Benutzer der Sitzvorrichtungen vorgesehen sind. Durch die hier angeführten Maßnahmen
kann der Pflücker die von den Stauden bzw. Sträuchern entfernten Früchte direkt zwischen seinen
Füßen nach unten in den Behälter einfüllen.
Um einen Verlust der Früchte bzw. ein Hinunterfallen auf den Boden zu verhindern, wird ferner vorgesehen,
daß an der Sitzvorrichtung ein Profil mit einer Haltelasche befestigt ist, welche zur Aufnahme
eines Pflücktuches ausgeführt ist, wobei das Pflückluch bis unmittelbar an die Stauden bzw. Sträucher
herangeführt ist und bis in die Einzelöffnung des Ern-
tobehliltors ragt. Dadurch können auch eventuell von
selbst abfallende Früchte aufgefangen werden, ohne daß diese auf den Boden fallen.
Es 1st in diesem Zusammenhang auch möglich, daß die ElnfUllöffnung trichlerartlg ausgestaltet ist oder 5
aber, daß zu Zuführung der Früchte von den Stauden bzw. Strauchern zum Erntebehäller rinnenar'.ige, in
an der Setzvorrichtung befestigte Laschen einhöngbare
Rutschen vorgesehen sind. Je nach der Größe der Früchte bzw. der Art der zu erntenden Früchte io
wird daher das eine oder das andere Einfüllsystem angewandt. Um ein rasches Entleeren der Erntebehälter
zu gewährleisten bzw. ein rasches Einschicben derselben unter die Sitzvorrichtungen zu ermöglichen,
wird vorgeschlagen, daß der bzw. die Erntebe- 15 halter verschiebbar im Gestell gehalten sind.
Da das erfindungsgemäße Gerät sowohl auf einigermaßen schlechtem oder weichem Untergrund
gezogen werden muß und andererseits auch auf Straßen mit einer Zugmaschine mitgeführt werden soll, 20
wird vorgeschlagen, daß das Gestell mit Kufen und Lenkrollen ausgestattet ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht des Gerätes mit einer 25
Zugmaschine,
F i g. 2 eine Draufsicht auf das Gerät, F i g. 3 einen Erntebehälter,
F i g. 4 und 5 verschiedene Ansichten eines' Sitzvorrichtung
mit einem Pflücktuch.
In F i g. 1 ist eine Zugmaschine 1 dargestellt, die über eine Anhängevorrichtung 2 mit dem Gerät 3
verbunden ist. Je nachdem, ob der Boden weich oder hart ist, ist das Gerät 3 mit Kufen 4 oder Rädern versehen.
Das Gerät 3 wird von einem Gestell 5 gebildet, welches als umlaufender Rahmen ausgebildet ist. An
diesem umlaufenden Rahmen sind in ihrer Höhe zusammen mit den Sitzen 6 verstellbare Erntebehälter 7
angeordnet. Das Verstellen der Sitzvorrichtungen 6 sowie der Behälter 7 kann z. B. mechanisch durch
Spindeln 8 erfolgen. Selbstverständlich ist es auch möglich, teleskopartig ineinandergeschobene Rohrstücke
zu verwenden oder aber die Bewegung hydraulisch oder pneumatisch durchzuführen. Es wird
dabei immer darauf geachtet, daß die Behälter 7 unabhängig voneinander mit ihern Sitzen 6 in der Höhe
einstellbar sind. Man erreicht dadurch eine Anpassung an das Erntegut, d. h., jeder der Arbeiter kann
einen ganz bestimmten Bereich abernten, wobei er hierzu noch sitzen kann.
Dabei können die Behälter, wie insbesondere aus F i g. 2 ersichtlich ist, paarweise zusammengeordnet
sein, so daß die Arbeiter Rücken an Rücken zueinander sitzen und daher gleichzeitig zwei, einander gegenüberliegende
Reihen abernten können. Bei mit geringem Abstand voneinander angeordneten Reihen
von Stauden bzw. Sträuchern können die Sitzvorrichtungen 6 in einer einziger: Reihe angeordnet werden,
wobei die aufeinanderfolgenden Sitzvorrichtungen 6 jeweils um 180° gegeneinander versetzt sind.
Es ist dabei auch möglich, die Sitzvorrichtungen 6 um eine vertikale Achse drehbar auszuführen, damit
diese je nach den Erfordernissen eingestellt werden können.
Die Erntebehälter 7 weisen über die vordere Begrenzung der Sitzvorrichtung 6 vorstehende Einfüllöffnungen
9 auf, wobei beidseitig der Einfüllöffnunaen 9 Fußaufleger 10 für den Benutzer der Sitzvorrichtung
6 vorgesehen sind. Dadurch kann der Arbeiter die geernteten Früchte zwischen seinen Beinen
nach unten der ElnfUllöffnung 9 zufuhren. Es kann daher alles auf engstem Kaum zusammengefaßt werden,
so daß die Sitzvorrichtungen 6 unmittelbar aufeinanderfolgend angeordnet werden können.
An den Sitzvorrichtungen 6 sind Profile 11 befestigt, welche eine Hallelasche 12 aufweisen (F I g. 4
und 5). Diese Haltelaschen 12 dienen zur Aufnahme eines Pflücktuches. Dieses Pflücktuch 13 ist bis unmittelbar
an die Stauden bzw. Sträucher herangeführt und ragt in die Einfüllöffnung 9 des Erntebehälters 7.
Durch diese Ausführung tritt kein Verlust von eventuell abfallenden Früchten auf, da diese durch das
Pflücktuch aufgefangen werden, wobei diese dann entlang des PflUcktuches in den Behälter 7 rollen.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die Einfüllöffnungen trichterartig auszugestalten. Es kann auch
vorgesehen werden, daß zur Zuführung der Früchte von den Stauden bzw. Sträuchern zum Erntebehälter
7 rinnenartige, in an der Sitzvorrichtung 6 befestigte Laschen einhängbare Rutschen vorgesehen
sind.
Die eventuell angeordneten Rutschen bzw. Pflücktücher 13 sind an ihren den Stauden bzw. Sträuchern
zugewandten Bereichen besonders elastisch ausgestaltet bzw. mit Gummibändern versehen, damit die
Stauden bzw. Sträucher nicht verletzt werden können. Der vordere Rand des Pflücktuches 13 kann zusätzlich
einen nach oben gebogenen Wulst aufweisen, so daß eine Beschädigung der abzuerntenden Sträucher
oder Stauden absolut ausgeschlossen ist. Die Aufhängung des Pflücktuches 13 am Profil 11 bzw. den HaI-tclaschen
12 kann selbstverständlich auf verschiedene Art und Weise gelöst werden. Dabei ist es auch möglich,
daß das Profil 11 in seiner Länge verstellbar ausgeführt wird, so daß je nach dem Abstand der
Stauden bzw. Sträucher näher mit dem Fülltuch zu diesem hingefahren werden kann.
Um eine leichte Auswechslung der Erntebehälter 7 und ein schnelles Ausleeren zu gewährleisten, wird
vorgesehen, daß die Erntebehälter 7 verschiebbar im Gestell gehalten sind. Dabei ist es auch möglich, anstatt
der jeder einzelnen Sitzvorrichtung zugeordneten Erntebehälter einen einzigen Erntebehälter vorzusehen.
Am rückwärtigen Ende des Gerätes 3 ist eine an sich bekannte Lenkvorrichtung 14 mit einem
hochklappbaren Rad 15 vorgesehen, um mit dem Gerät 3 auch Kurven fahren zu können. Es können auch
zwei Räder vorgesehen werden, die jedoch einen geringeren Abstand voneinander haben als die
Kufen 4.
Beim Ernteanhänger kann der Sitz in eine Schräglage gebracht werden, so daß der Arbeiter eine normale
Sitzstellung innehaben kann.
Im Rahmen der Erfindung ist es selbstverständlich auch möglich, die Sitzvorrichtungen 6 auf einem Sitzbalken
vorzusehen, welcher dann in jedes Schräglage gegenüber dem Gestell gebracht werden kann. Der
Sitzbalken kann dabei mit senkrecht am Gestell angeordneten Rohren versehen sein, durch die der Sitzbalken
in der Höhe verstellt werden kann.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß der Sitzbalken durch Unterlegstücke oder andere Teile
eine Schräglage einnimmt. Die Sitze können dann noch in eine Schräglage gebracht werden, so daß
auch hier wieder die Sitzvorrichtungen treppenförmig übereinander angeordnet sind. Bei einer derartigen
Ausführung werden also alle Sitze gemeinsam durch einen Sitzbalken verstellt, während bei der vorher beschriebenen
Ausführung die Sitzvorrichtungen immer paarweise, d. h. die jeweils einander zugewandten
Sitzvorrichtungen miteinander verstellt werden.
Durch die Erfindung wird ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiet des Erntens von Früchten geschaffen,
was sich nicht nur in der Einsparung von Arbeitskräften, sonderen auch in einer wesentlich geringeren
Erntezeit auswirkt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
2449
Claims (2)
1. Fahrbares Gerät zum Ernten von Früchten,
insbesondere von an Stauden oder Sträuchern wachsenden Früchten wie Weintrauben, Beeren,
Tomaten usw., deren Stauden oder Sträucher in Plantagenform, d. h. in gradlinigen Reihen, eingepflanzt
sind mit in Fahrtrichtung nebeneinander angeordneten, quer zur Fahrtrichtung orientierten
Sitzen, dadurch gekennzeichnet, daß die ' Sitzvorrichtungen (6) in zwei Reihen Rücken an
Rücken angeordnet, einzeln höhenverstellbar und mit je einem Erntebehälter (7) versehen sind.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sitze in einer Reihe in abwechselnd
um 180° geänderter Orientierung angebracht sind.
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