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Strickmaschine mit Einrichtung zur Jacquardmustesung Die Erfindung
bezieht sich auf eine Strickmaschine mit einer Einrichtung zur Jacquardmusterung,
die eine dem Muster entsprechende Informationen auslesende Vorrichtung und eine
hiervon gesteuerte Vorrichtung zur elektromagnetischen Auswahl der Nadeln enthält,
die den ausgewählten Nadeln zugeordnete, auf den Magnetpol zu und in eine Arbeitsstellung
bewegliche Teile in eine Führung lenkt, die sie in Arbeitsstellung führt.
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Bei der bekannten, in der britischen Patentschrift 1 088 413 beschriebenen
Rundstrickmaschine wird von dem umlaufenden Nadel zylinder eine Auslesevorrichtung
und
ein Musterrad synchron angetrieben, das schräg zu der Ebene
des Nadelzylinders steht. Dieses Musterrad weist an seinem Umfang radial vor- und
zuräckbewegliche Zähne auf. Die in Arbeitsstellung stehenden Zähne greifen am Fuß
der hinter den Nadeln im Nadelkanal des Zylinders angeordneten Platinen an. Durch
die Schrägstellung des Musterrades führen diese Zähne bei der Abrollbewegung des
Musterrades auf dem Zylinder die Platine im Nadelzylinder nach oben und damit in
Arbeitsatellung.
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Bei dieser bekannten Anordnung ist das innere Ende der verschiebbaren
Zähne an einem Ende einer Stabfeder eingehängt, deren anderes Ende im Musterrad
befestigt ist.
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Die Stabfeder erstreckt sich über die Einhängung hinaus nach oben,
wo sie in einen feststehenden Führungskanal eingreift. Dieser Führungskanal gabelt
sich in Richtung der Drehbewegung des Musterrades unmittelbar hinter den Polen von
zwei ebenfalls feststehenden Magneten. Das zwischen den beiden feststehenden Kanalzweigen
liegende Zwischenstück weist die Form eines um die Achse des Musterrades gebogenen
Keiles auf, der die in den äußeren Kanal geführten Federenden radial nach außen
und damit den Musterzahn ebenfalls nach außen führt. Die Magneten gehören zu der
von der Auslesevorrichtung gesteuerten Vorrichtung zur elektromagnetischen Auswahl
zu der Nadeln, die bewirkt, daß die Stabfedern der nicht ausgewählten Muaterzahne
in dem einen, konzentrisch und die Musterradachse verlaufenden Kanal zweig eintreten,
die Stabfedern der ausgewählten Musterzähne Jedoch in den exzentrisch verlaufenden
Zweig des Führungskanales eintreten.
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Hierzu erstreckt sich der Pol des einen Magneten über
eine
Länge des Kanales, die sich über mehrere Stabfedern erstreckt. Dieser Magnet zieht
die Stabfedern ständig entgegen ihrer Federkraft an. In der Mitte des Poles dieses
Magneten befindet sich ein sehr kleiner, nur sich über die Breite einer einzigen
Stabfeder erstreckende Pol eines zweitens an die Auslesevorrichtung angeschlossenen
Magneten. Ist dieser zweite Magnet in gleicher Richtung magnetisiert wie der erste
Magnet, so bleiben die Federenden auch im Bereich des Pol es des zweiten Magneten
angezogen und die Stabfedern treten in den konzentrischen Führungezweig ein. Erzeugt
Jedoch der zweite Magnet ein Magnetfeld, das dem Llagnetfeld des ersten Magnetes
entgegengerichtet ist, so entfernt sich im Bereich des sehr schmalen Poles des zweiten
Magneten die eine hohe Remanenz aufweisende Stabfeder unter Wirkung ihrer eigenen
Federkraft und unter Wirlcung der abstoßenden Kraft des zweiten Magneten von der
l'olflache und gelangt durch die Drehbewegung des Musterrades in den exzentrisch
verlaufenden Zweig des Führungskanales, so daß der Musterzahn vorgeschoben wird.
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Bei dieser bekannten Vorrichtung werden die Nadeln synchron mit dem
Umlauf des Nadelzylinders ausgewählt, so daß die Umlaufgeschwindigkeit des Nadel
zylinders von der Geschwindigkeit abhängt, mit der die Nadeln ausgewählt werden
könnens Da bei der bekannten Anordnung Jeweils nur eine einzige Stabfeder im Bereich
des die Auswahl vornehmenden schmalen Magnetpoles sich befinden darf, ist die Auswählgeschwindigkeit
durch die Zeit begrenzt, innerhalb der eine Stabs ender soweit ausschwenkt,
daß
sie bei ihrer Weiterbewegung sicher in den exzentrischen Kanal zweig eintritt.
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Dicse bekannte Anordnung hat daher den Nachteil, daß die Umlaufgeschwindigkeit
des Nadelzylinders wegen der für den Auswahlvorgang erforderlichen Zeit verhültnismäßig
klein ist. Auch verschleißen die Stabfedern im Betrieb verhältnismäßig rasch und
müssen daher in der Hegel etwa einmal im Jahr erneuert werden, wodurch unangenehme
Stillstandszeiten und hohe Kosten verursacht werden. Schließlich ist der mechanische
Aufwand der ganzen Mustereinrichtung recht erheblich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Mustervorrichtung zu
entwickeln, die die Nachteile dieser bekannten Anordnung vermeidet.
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Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Auswahlvorrichtung
mehrere von der Auslesevorrichtung gesteuerte Elektromagnete aufweist, deren Pole
in Richtung der Relativbewegung zwischen den deii Nadeln zugeordneten Teilen und
den Magneten sich über eine Lange erstrecken, die mehrere dieser Teile umfaßt, daß
die Magnete rechtwinklig zu der Richtung der Relativbewegung nebeneinander aufgereiht
sind und Jeder Magnet zur Steuerung einer Gruppe von Teilen bestimmt ist, wobei
Jedes Teil oinor Gruppe von dom anderen zur gleichen Gruppe gehörenden Teil einen
Abstand aufweist, tor mindestens der Länge der Pole der Magnete entspricht, und
daß die Teile an der Stelle einen auf den zugeordneten Magneten ansprechenden Anker
aufweisen, die sich mit dem geringsten Abstand am Pol des Magneten vorbeibewegt.
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Bei der erfindungsgemäßen~Vorrichtung ist es also nicht erforderlich,
daß die Relativbewegung so langsam verläuft, daß das nächste einer Nadel zugeordnete
Teil erst dann in den Bereich des den Auswählvorgang vornohmenden Magnetpoles eintritt,
wenn das der vorhergehenden Nadel zugeordnete Teil diesen Bereich bereits verlassen
hat und von einer Umkehrung des Magnetflusses nicht mehr beeinflußt werden kann.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erstrecken sich die den Auswahlvorgang vornehmenden
Magnetpole beispielsweise über eine Wegstrecke von 18 einander benachbarten, den
Nadeln zugeordnete Teilen und für Jedes dieser 18 Teile ist ein besonderer, an die
Auslesevorrichtung angeschlossener Magnet vorgesehen. Jeder Magnet wirkt also nur
auf eines dieser 18 Teile. Für den Auswahlvorgang steht daher so viel Zeit zur Verfügung,
wie ein Teil im Bereich des Magnetpols verbleibt. Das nächste Teil, das seinen Anker
im Bereich dieses Magnetpols hat, also das nächste-eil dieser Gruppe, wird erst
dann einem Auswahlimpuls witerworfen, wenn das vorhergehende Teil dieser Gruppe
den Bereich des Magnetpols verlassen hat.
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Dadurch ist es mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung möglich, mit
sehr viel höherer Arbeitsgeschwindigkeit als bei der bekannten Anordnung zu fahren.
Die Wegstrecke, die für die Beeinflussung der den Nadeln zugeordneten Teile zur
Verfügung steht, kann in gewissem Rahmen beliebig groß gewählt werden, es erhöht
sich mit zunehmender Größe dieser Wegstrecke lediglich die Zahl der erforderlichen
Magnete.
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Ein besonderer, weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin daß sich
diese Anordnung nicht nur zur Auswahl
von Musterzähnen an einem
Musterrad für Rundstrickmaschinen verwenden läßt, bei der die den Nadeln zugeordneten
Teile, die von den Magneten ausgewählt sind, die Stabfedern sind, sondern ganz allgemein
angewendet werden kann. Die den Nadeln zugeordneten Teile können bei einer Ausführungsform
der Erfindung als in einem Bett geführte stabförmige Platinen ausgebildet sein,
die einen Platinenkopf aus magnetisch nichtleitendem Werkstoff aufweist, in dem
ein Platinenkörper schwenkbar geführt ist, der einen Anker aus magnetisch leitendem
Werkstoff trägt.
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Insbesondere eignet sich die Erfindung für Ausführungsformen, bei
denen die Magnete unmittelbar auf die hinter den Nadeln angeordneten, diesen zugeordneten
Teiler einwirken, die im allgemeinen als Stößer bezeichnet werden. Der besondere
Vorteil dieser Ausführungsform der Erfindung liegt darin, daß ein Musterrad und
der gesamte bei Verwendung eines derartigen Musterrades erforderliche technische
Aufwand eingespart wird.
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Dabei eignet sich diese Ausführungsform nicht nur zur Verwendung bei
Rundstrickmaschinen, sondern-auch zur Nadelauswahl bei Flachstrickmaschinen. Man
erhält damit also eine universell anwendbare, auch noch nachträglich an bereits
verkaufte Maschinen mit geringen Änderungen anbringbare Mustervorrichtung.
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Es ist nicht unbedingt erforderlich, daß die Platinen, wenn sie unmittelbar
als Stößer für die Nadeln dienen, in einen Platinenkop! und einen mit ihm durch
ein Gelenk
verbundenen Platinenkörper unterteilt sind. Wenn der
Winkel. hinreichend klein ist, um den die Platinenbeim Auswählen näher zu ihrer
Langerichtung bewegt werden, hinreichend klein iet, 50 kann die als Stößer dienende
Platine auch einstückig sein.
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Im Folgenden werden die den Nadeln zugeordneten Teile, auf die die
Magnete beim Auswählvorgang einwirken, stets als Platinen bezeichnet. Damit soll
Jedoch die Verwendung der Merkmale der Ausführungsformen mit eingeschlossen sein,
bei denen die Teile, auf die die Magneten einwirken, nicht platinenförmig sind,
beispielsweise die Form einer Stabfeder bei der bekannten Anordnung aufweist. Der
Ausdruck "Platinen" soll insbesondere auch dieJenigen Ausführungsformen einschließen,
bei denen die Platinen unmittelbar als Stößer für die Nadeln ausgebildet sind.
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Bei Ausführungsforinen, bei denen die Platinen nicht radial bewegt
werden, sondern entlang von Mantellinien in einem Nadelzylinder bei einer Rundstrickmaschine
oder quer zur Schloßbewegung bei einer Flachstrickmaschine, verläuft die Führung,
die diePlatinen in Arbeitsstellung vorschiebt, selbstverständlich nicht exzentrisch
zu einer Achse, wie bei der bekannten An-Ordnung, sondern sie bildet irgend eine
den Verhaltnissen am besten angepaßte, beispielsweise stellenweise geradlinig verlaufende
Hochstellkurve. Bei einer Ausführungsform der Erfindung weisen die Platinen an ihrem
hinteren Ende einen Ausschnitt auf, in den das Profil der Hochstellkurve eingreift.
Bei anderen Ausführungsformen
der Erfindung ist die Hochstellkurve
als Nut ausgebildet, in dor das hintere Ende der Platinen geführt ist.
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Bei Ausführungsformen der Erfindung ist eine Anstellkurve vorgesehen,
die die Platinen durch die slativbewegung zwischen Platinen und Anstellkurve- an
die Magnetpale heranführt. Ein Vorteil dieser Ausführungsform der Erfindung liegt
daran, däß die Magnete keine Kraft anwenden müssen, um die Platinen entgegen von
an ihnen angreifenden Federn an die Magnetpole heranzuziehen, sondern die Magnete
müssen die durch die Anstellkurve an sie herangeführten Platinen nur festhalten.
Dabei ist Vorsorge getroffen, daß die Anker der Platinen die Magnetpole nicht berühren,
damit nicht durch Kleben der Anker an den Magnetpolen der Reibungskoeffizient zwischen
den Magneten und den relativ zu ihnen bewegten Platinen zu stark erhöht wird. Dies
kann beispielsweise dadurch geschehen, daß Anschläge vorgesehen sind, die die Schwenkbewegung
der Platinen in einer Stellung begrenzen, in der die Anker noch-einen kleinen Abstand,
beispielsweise 1/100 mm, von der Oberfläche des Poles entfernt sind.
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Die Anstellkurve muß in Richtung der Relativbewegung zwischen Platinen
und Magneten selbstverständlich vor den Magneten angeordnet sein. Bei der Anwendung
der Erfindung bei Flachstrickmaschinen bedeutet dies, daß vor Jedem Stößerschloß
eine Anstellkurve vorgesehen werden muß, also für die in einer Richtung erfolgende
Hinbewegung und für die Rückbewegung des Schlittens Je eine Anstellkurve vorgesehen
sein muß. Dabei muß
Vorsorge dafür getroffen werden, daß die Anstellkurve,
dlo in dor einon flowogungnrichtun des Schlittens hinter dom Stößerschloß nachläuft,
die Funktion des Schlittens nicht stört. Dios kann bei einer Ausführungsform der
Erfindung dadurch bewerkstelligt werden, daß die nachlaufende Anstellkurve unwirksam
gemacht wird, beispielsweise dadurch, daß die Anatellkurven beweglich angeordnet
sind, beispielsweise Jede Anstellkurve um eine Achse schwenkbar gelagert ist.
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Die für die beiden Schloßbewegungen bestimmten beweglichen Anstellkurven
können bei einer Weiterbildung der Erfindung so miteinander verbunden sein, daß
jeweile nur eine der beiden Anstellkurven in der wirksamen Stellung steht. Auf eine
derartige Mechanik kann Jedoch verzichtet werden, wenn man der Anstellkurve an der
dem Magneten benachbarten Ende eine Schrägfläche gibt, an der die Platinen hochlaufen
können, wenn sich der Schlitten in der Richtung bewegt, in der die Antellkurve dem
Stößerschloß nachläuft. In diesem Falle kann die Anstellkurve feststehen.
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Bei Flachstrickmaschinen sind im allgemeinen zwei Systeme vorgesehen,
so daß bei Jeder Bewegung des Schlittens über die Arbeitsbreite hinweg zwei Maschenreihen
gestrickt werden. Jede Nadel kann dann hintereinander zweimal angesteuert und abgestrickt
werden.
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Da bisher das die Musterauswahl enthaltende Programm für zwei Maschenreih
bereits in die Stößer eingegeben sein muß, bevor der Schlitten aus seiner Umkehrstellung
kommend das Nadelbett erreicht, braucht man zwei Stößerreihen entsprechend dem vorlaufenden
System (Schloß) und
dem nachlaufenden System (Schloß). Bei der
erfindungegemäßen Ausführungsform fällt die dem Stößer entsprechende Platine sofort
wieder in die Ausgangsstellung zurück, wenn die Nadel in Strickstellung gebracht
ist. Wenn das vorlaufende System die Platine passiert hat, fällt die in Arbeit gewesene
Platine wieder ab und kommt erst dann in den Bereich des nachlaufenden Systemes,
wo sie dann wieder ausgewählt wird. Bei der erfingungsgemäßen Flachstrickmaschine
braucht man daher nicht so viele Stößerreihen wie Systeme, sondern man kommt mit
einer Stößerreihe aus, so daß die zusätzlichen oberen Stößerreihen und ihre Nadelbetten
entfallen. Diens vereinfacht den Aufbau derartiger Flachstrickmaschinen ganz erheblich.
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Bei Ausführungsformen der Erfindung erstrecken sich die Magnetpole
über das Ende der Ansteilkurve und/oder die Kante, an der die beiden Führungen sich
gabeln, hinaus.
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Sie erstrecken sich also auf beiden Seiten über die elektromagnetische
Weiche hinaus. Die Länge, in der die magnetpole die Anstellkurve oder die von Führungen
überlappt, vorzugsweise dejil Führungszweig, in den die Platinen unter Wirkung eines
Arbeitsimpulses des Magneten eintreten, kann bei Ausführungsformen der Erfindung
ein Zehntel bis ein Drittel ihrer Gesamtlänge betragen. Bei Ausführungsformen der
Erfindung kann dieser Benich, in dem die Platinen an den Magnetpol herangeführt
sind, Jedoch bezüglich ihrer quer zum Magnetpol möglichen Bewegung noch zwangsläufig
gefuhrt sind, dazu verwendet werden, um eine in den Magneten und/oder den an den
Platinen befindlichen Ankern noch
vorhandene Remanenz .durchEntmagnetisieren
zu vernichten. In diesem Falle findet also die Entmagnetisierung in den Pausen zwischen
zwei aufeinanderfolgonde Auswahlvorgunge statt. Die Erfindung hat daher den weiteren
Vorteil, daß durch die größere Anzahl der parallel zueinander angeordneten Magnetpole
die für den Auswählvorgang zur Verfügung stehende Zeit so stark verlängert wird,
daß sogar noch ein Entmagnetisierungsvorgang zwischen zwei aufeinanderfolgende Auswählvorgänge
eingeschaltet werden kann. Durch Vermehrung der Magnete kann trotzdem jede beliebige
Auswählgeschwindigkeit erreicht werden.
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Die Entmagnetisierung kann auf verschiedene Weise erfolgen Ist beispielsweise
der Arbeitsstrom der Magnete ein Gleichstromimpuls, so kann der Entmagnettisierungsstrom
mindestens ein Gleichstromimpuls umgekehrter Polarität sein. Beispielsweise kann
zum Entmagnetisieren pulsierender Gleichstrom verwendet werden, dessen Stromstärke
beispielsweise ein. Drittel der Stärke des Arbeitsstroms entspricht. Auch kann in
diesem Falie mit Wechselstrom gleichbleibender oder abklingender Stärke entmagnetisiert
werden.
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Dieses Entmagnetisieren erfolgt also innerhalb der Führungsabschnitte,
in denen die Pole sich im Bereich der Anstellkurve und/oder in Bewegungsrichtung
gesehen hinter der Verzweigung der. Führungszweige erstrecken.
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Die Magnete können in verschiedener Weise ausgebildet sein. Beispielsweise
können sie U-förmig ausgebildet
sein, so daß der bisher als ein
Magnetpol bezeichneter 1>ol in Wirklichkeit aus zwei nahe beieinander verlaufen
den Polflächen entgegengesetzter Polarität besteht. Dann ist der an den Platinen
befestigte Anker zweckmäßig so ausgebildet, daß er zwischen diesen beiden ungleichen
Polflächen verläuft oder die beiden Polflächen ganz oder teilweise überdeckt. Diese
U-förmigen Magnete haben jcdoch einen verhältnismäßig großen Platzbedarf und ihre
Wicklung ist schlecht unterzubringen. Außerdem ist der nicht ausnutzbare Streufluß
verhältnismäßig groß. Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung sind die Magnetkerne
blattförmig und gerade ausgebildet, so daß die den Ankern zugewandte Polfläche den
größtmöglichen Abstand von der entgegengesetzten Polflache an dem anderen Ende des
Kernes aufweist. Eine derartige Ausbildung am Magneten hat den Vorteil, daß sie
einen sehr kleinen Raum einnehmen und die Wicklung leicht untergebracht werden kann.
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Da bei dieser Auführungsforrn der Erfindung die Kerne in einem verhältnismäßig
kleinen Abstand voneinander angeordnet sind, durchlaufen die von einem Magneten
erzeugten Kraftlinien bevorzugt die benachbarten Kerne, weil die Kraftlinien auf
diesem durch die benachbarten Kerne verlaufenden Weg wegen der hohen magnetischen
lieitfähigkeit dieser Kerne einen verhaltnismäßig geringen magnetischen Widerstand
vorfinden. Dieser Kraftfluß durch die benachbarten Magnete induziert jedoch in diesen
benachbarten Kernen eine magnetische Induktion, deren Polarität entgegengesetzt
der Polarität des die Feldstärke erzeugenden Magneten ist.-Wenn dieser benachbarte
Kern von einem Arbeitsimpuls erregt wird, eo verringert
dieser
von dem erstgenannten Magnetkern erzeugte Fluß den ArbeitsflS3 in dem benachbarten
Kern. Ist die Wicklung des benachbarten Kernes stromlos, so ist nicht auszuschließen,
daß der von dem erstgenannten Magneten erzeugte Fluß in dem benachbarten Kern eine
Remanenz hinterläßt. Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist daher Vorsorge
getroffen, daß unabhängig von der Anzahl der jeweils mit dem Arbeitsstrom erregten
oder nicht erregten Magneten stets die gleichen magnetischen Verhältnisse in dem
Puket vorliegen und auch dann keine störende Magnetisierung sich aufbaut, wenn einzelne
Kerne längere Zeit mit dem Arbeitsstrom erregt werden oder längere Zeit nicht erregt
werden. Wenn stets die gleichen magnetischen Verhältnisse in dem Paket vorliegen,
so reicht die an den Platinen angreifende Federkraft mit Sicherheit aus, um unabhängig
von der Anzahl der mit dem Arbeitsstrom erregten Magneten die Platinen sicher zum
Abfall zu bringen, die abfallen sollen.
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Bei einer Ausführungsform der Erfindung wirkt daher auf die Magnetkerne
ein äußeren Magnetfeld ein, das in den Kernen in gleicher Richtung wie das durch
den Arbeitsstrom erzeugte Feld verläuft und dessen Feldstärke geringer als die Anzugsfeldstärke
ist. Dieses Magnetfeld kompensiert die magnetische Indulction, die durch die Feldlinien
eines mit dem Arbeitsstrom erregten Magnetkernes in den benachbarten Kernen durch
den Itückfluß der Feldlinien erzeugt wird.
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Dieses äußere Magnetfeld kann durch Dauermagneten oder Elektromagneten
erzeugt sein. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung
sind dieJenigen Polflächen der Elektromagnete, die den mit den Ankern zusaininenarbeiwenden
Polflächen entgegengesetzt sind, durch ein gemeinsamen Weicheisenjoch miteinander
verbunden und der magnetische Fluß des äußeren Magnetfeldes ist in dieses Joch eingeleitet.
Die Feldlinien dieses äußeren Feldes we-rden dann durch dieses Weicheisenjoch zu
den einzelnen Kernen geführt, sie durchströmen diese Kerne in Richtung des durch
den Arbeitsstrom erzeugten Flusses, unterdrücken die in den benachbarten, nicht
erregten Kernen entstehende magnetische Induktion.
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Die Auslesevorrichtung kann die Informationen Jeweils durch einen
besonderen elektrischen Kanal an die Magneten übertragen. Dabei ist in der Regel
in Jedem Verbindungsweg ein Verstärker erforderlich1 da die Auslesevorrichtung im
allgemeinen nur Signale von geringer Leistung abgibt. Diese Art der Verbindung zwischen
Auslesevorrichtung und Auswählvorrichtung ist im allgemeinen dann zweckmäßig, wenn
die Auslesevorrichtung die für ein Magnet-Paket und damit für ein System der Maschine
erforderlichen Informationen gleichzeitig aus liest.
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Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist Jedoch eine Auslesevorrichtung
vorgesehen, die die Informationen für die einzelnen Magnete eines Maschinensystemes
hintereinander ausliest und es ist vor dem zu einem Maschinensystem gehörenden Magnet-Paket
ein Verteiler vorgesehen, der die Informationen auf dib einzolnon Magnete verteilt.
Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist daher für die Verbindung der Auslesevorrichtung
mit
einem Maschinensystem nur ein Verbindungsweg erforderlich und damit nur ein Verstärker.
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Der Vorteiler kann auf verschiedene Weise ausgebildet sein, er kann
mechanisch oder elektronisch aufgebaut sein. Bei einer Ausführungsform der L'rfindunr
weist der Verteiler eine synchron mit der Bewegung eines Informationsspeichers,
also Lochstreifens oder dergl., umlaufendes Organ zur Betätigung von Umschaltkontakten
auf, deren Ruhekontakt mit dem erzeuger des Entmagneti sierungsstromes, deren Arbeitskontakt
mit der Auslesevorrichtung und deren bewegliche Kontakt zunge mit der Wicklung des
Magneten verbunden ist. Der Verteiler stellt über die bewegliche Kontakt zunge in
dem Augenblick die Verbindung zwischen der Wicklung des Magneten und der Auslesevorrichtung
her, indem die Auslesevorrichtung aus dem Informstionsspeicher die für diesen Magneten
bestimmte Information ausliest. Bei deren Ausführungsformen ist es zweckmäßig, wenn
zwischen den UDschaltkontakt und die Magnetwicklung ein vorzugsweise elektronisches
Relais eingeschaltet ist, das die Dauer des von der Auslesevorrichtung abgegebenen
Impulses verlänger. Eine derartige Verlängerung des Impulses ist erforderlich, weil
ja bei der vorliegenden Erfindung jeder Magnet sehr viel länger erregt ist als die
Zeitspanne betrugt, die zwischen den Zeitpunkt vergeht, in dom dio das Platine in
don Bereich iiiros Magneten eil;-tritt, und dem Zeitpunkt, in der die benachbarte
Platine in den Bereich des ihr zugeordneten Magneten eintritt, in welchem Zeitpunkt
also bereits die nächste Information zur Verfügung stehen muß. Derartige den Impuls
verlängernde
Vorrichtungen sind nicht erforderlich, wenn die Auslesevorrichtung
bereits einen Impuls hinreichender Dauer abgibt und Jeder einzelne Magnet ohne Zwischensclialtrnig
eines Verteilers an die Auslesevorrichtung angeschlossen ist.
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3ei anderen Ausführungsformen der Erfindung wird durch das malaufende
Organ nicht in jedem Falle ein Umschaltkontakt betätigt sondern die Umschaltung
ist von der von der Auslesevorrichtung abgegebenen Information ab--hängig. In diesem
Falle ist Vorsorge getroffen, daß der Verteiler durch ein dem dein Schaltvorgang
nachlaufendes Organ den Umschaltkontakt wieder in seine Ausgangsschaltung zurückbewegt.
Auch in diesen Falle ist eine den Impuls verlängernde Vorrichtung nicht erforderlich.
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Du der Gruppe derJenigen Ausführungsformen, bei denen der Verteiler
unabhängig von dem Ausgangssignal der Auslesevorrichtung einen Umschaltkontakt betätigt,
gehört eine Ausführungsform der Erfindung, bei der das Umlauforgan eine Nockenwalze
aufweist, die in verschiedenen, rechtwinklig zu ihrer Achse verlaufenden Ebene Nocken
trägt, die mit einem in dieser Ebene angeordneten Betätigungsglied für den Umschaltkontakt
zusammenarbeiten. Diese Ausführungsform kann dahingehend weiter ausgebildet sein,
das die Flocken auswechselbar in der Walze befestigt sind.
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Bei einer anderen Ausführungsform weist das umlaufende Organ einen
an einem umlaufenden Arm befestigten Dagneten auf, an dessen Umlaufbahn auf die
Feldstärke des
Magneten ansprechende Umschaltkontakte angeordnet
sind. Diese Ausführungsform der Erfindung kan in der Weise weiter ausgebildet scin,
daß der an dem umlaufenden Arm befestigte Llagnet unabhängig von dem Ausgangssignal
der Auslesevorrichtung erregt ist. In den beiden vorhergehenden Fällen, in denen
sämtliche Arbeitskontakte unmittelbar oder über einen Verstärker mit dem diesem
System zugeordneten Ausgang der Auslesevorrichtung verbunden sind, kann jeder Umschaltkontakt
nur so lange geschlossen sein, solange die huslesevorrichtung die für diesen Magneten
bestimmte Information abgibt. Hinter dem Umschaltkontakt muß dann, wie oben erwälint,
eine Vorrichtung vorgesehen sein, die den durch die Umschaltung begrenzten Impuls
verlängert.
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Die Umschaltkontakte sind so ausgebildet, daß sie durch Federkraft
in ihre Ruhestellung zurückkehren, sobald sie nicht mehr betätigt werden, sie können
bei mechanischer Betätigung als Tastschalter ausgebildet sein0 3ei einer Weiterbildung
derjenigen Ausführungsform der Erfindung, bei der der Verteiler einen an einen umlaufenden
Arm befestigten Magneten aufweist, ist der Magnet nicht dauernd erregt, sondern
in Abhängigkeit von dem Ausgangs impuls der Auslesevorrichtung. In diesem Falle
sind die Arbeitskontakte der Umschalter mit einer Stromguelle für den Arbeitsstrom
der Magnete verbunden und die Umschalter schalten nicht unmittelbar nach ihrer Betätigung
wieder in ihre Ausgangslage zurück, sondern sie werden durch ein dem erstgenannten
Umlauforgan nachlaufendes Organ wieder in ihre Ruhestellung suruckgeschaltete
Der
Abstand zwischen dem ersten Umlauforgan und dem nachlauf enden Organ bestimmt dann
die Länge des Arbeitsimpulses, der den Magneten erregt.
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Bei einer Ausführungsform der Erfindung, bei der der Verteiler ein
synchron mit der Bewegung des Informationsspeichers umlaufendes Organ aufweist und
die Umschalter. für die zu einem Strickmaschinensystem gehörenden Magnete in einer
Ebene konzentrisch entlang der Bahn des Umlauforganes angeordnet sind, können mehrere
in verschiedenen Ebenen und je einem Strickmaschinensystem zugeordnete umlaufende
Betatigungsvorrichtungen für die Umschalter vorgesehen sein und die zu einem System
gehörenden Umschalter ebenfalls in dieser Ebene angeordnet sein, so daß also in
verschiedenen Ebenen die zu den einzelnen Strickmaschinen.
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systemen gehörenden Betätigungsglieder und Umschalter angeordnet sind.
Von der Auslesevorrichtung führt nur eine elektrische Verbindung zu den in einer
Ebene angeordneten, einem Systen zugeordneten Teile.
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Die Anker,'die an den Platinen angeordnet sind, können bei Ausführungsformen
der Erfindung auch aus einem dauermagnetischen Werkstoff bestehen und eine IIagnetisierung
aufweisen, die derjenigen der vom Arbeitsstrom erregten Magneten entgegengesetzt
ist.
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Anstelle eines mechanischen Verteilers können auch elektronische Schaltkreise
enthaltende Verteiler vorgesehen sein, so daß umlaufende mechanische Teile in dem
Verteiler entbehrlich sind. Auch können die Umschaltkontakt
durch
entsprechende elektronische Schaltkreise ersetzt sein.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
von Ausführungsformen der Erfindung in Verbindung mit den Ansprüchen und der Zeichnung.
Die einzelnen I;erkmale können je für sich oder zu mehreren bei Ausführungsformen
der Erfindung verwirklicht sein.
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In der Zeichnung sind die zum Verständnis der Erfindung erforderlichen
Teile teilweise schematisch dargestellt.
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-Sig. 1 zeigt in einem Schaubild zum Verständnis der Erfindung wichtige
Teile bei einer Rundstrickmaschine.
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Fig. 2 bis 4 zeiten Ansichten entsprechend dem Pfeil II in Fig. 1
in verschiedenen Bewegungsphasen.
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Fig. 5 zeigt eine Uiiteransicht auf die wesentlichen eile eines Schlittens
(SchloBbild) bei einer Flachstrickmaschine, bei der die Erfindung verwirklicht ist.
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Fig. 6 zeigt einen Schnitt nach der Linie VI-VI der Fig. 5 in einem
anderen Maßstab.
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Fig. 7 zeigt die Ansicht einer Einzelheit in Richtung des Pfeiles
VII der Fig. 6.
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Fig. 8 zeigt einen Schnitt nach der Linie VIII-VIII der Fig. 6.
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Fig. 9 zeigt schematisch und in einem Schaubild eine Ausführungsform
der Auslesevorrichtung und ihrer Verbinaung mit einem mechanischen Verteiler an
einer Auswählvorrichtung.
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Fig. 10 zeigt ein Schaltbild der Ausführungsform nach Fig. 9.
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Fig. 11 zeigt einen axialen Schnitt durch eine andere Ausführungsform
eines Verteilers.
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Fig. 12 zeigt eine Draufsicht in Richtung des Pfeiles XII der Fig.
11.
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Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der Erfindung sind
in einem nicht gezeichneten Itadelzylinder die Platinen 1 in Richtung der Mantellinien
in Platinenbett verschiebbar geführt. Die Platinen bestehen aus einem Platinenkopf
2 und einem mit ihm gelenkig verbundenen Platinenkörper 3, der entgegen der Wirkung
einer wieder 4 bezüglich des Nadelzylinders in radialer wichtung etwas herausschwenkbar
gelagert ist. Der Nadelzylinder mit den Platinen 1 läuft in Richtung des Pfeiles
5 # um. Gegenüber dem umlaufenden Nadelzylinder feststehend ist ein Paket 6 mit
beispielsweise 18 Elektromagneten 7 vorgesehen, die alle übereinander angeordnet
sind und deren Pole 8 in Umlaufrichtung des Nadelzylinders gesehen so lang sind,
daß sie sich über 18 Platinen erstrecken. Ebenfalls ortsfest ist eine Anstellkurve
9 vorgesehen, die an den unteren Enden der Platinen angreift und die bei der Umlaufbewegung
des Zylinders die hinteren Enden der Platinen radial nach außen führt, so daß Anker
10 an den Platinenkörpern 3 an die Polflächen 8 der in dem Paket 6 zusammengefaßten
18 Magnete 7 herangeführt werden. Der Platinenkopf 2 ist in den Kanälen des Itl'adelzylinders
passend, beispielsweise mit einer Toleranz von 1/500-stel mm geführt. Die Platinenkörper
3
sind etwas dünner gehalten, so daß sie init möglichst wenig Reibung
aus dem Nadelkanal ausschwenkbar sind.
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Der Platinenkopf 2 besteht aus nichtmagnetisierbarem Werkstoff. Der
Anker 10 besteht aus einen magnetisierbaren Werkstoff, dessen Permeabilitätskonstante
nicht extrem hoch und nicht extrem niedrig sein soll. Der Werkstoff der Platine
soll mechanisch widerstandsfähig sein. Die Anker 10 sind an 18 nebeneinander angeordneter
Platinen in verschiedener Höhe zum Platinenkörper 3 angeordnet. Die 19.Platine trägt
ihrcn Miker 10 wieder an der gleichen Stelle wie die erste Platine.
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Die Anordnung der Anker 10 bei den 18 Platinen ist so gewählt, daß
Jeder Anker mit einem der übereinander angeordneten Pole 8 der Magneten 7 in dem
Paket 6 zusammenarbeitet. In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist der
Anker der nächstfolgenden Platine etwas toner angeordnet als der Anker der vorhergehenden
i'latine; der Anker der nächstfolgenden Platine arbeitet daher mit einem über dem
der vorhergehenden Platine zugeordneten Magneten liegenden Magneten zusammen.
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Im Bereich der Anstellkurve 9 werden, wie erwähnt, die Platinen zwangsläufig
an die Magnetpole herangeschwenkt.
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Diese Schwenkbewegung wird durch eine Anschlagleiste 13 in einer Endstellung
begrenzt, in der die Anker durch einen Abstand von wenigen tausendstel Millimeter
von den Polflächen 8 der Magnete 7 aufweisen. An das Ende 11 der Anstellkurve 9
schließt sich ein Bahnabschnitt 12 an, innerhalb dem die Platinenkörper 3 um den
Schwenkwinkel zurückschwenken können, um den die Anstellkurve 9 die Platinenkörper
3 radial nach außen geschwenkt hat.
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iim Ende des 13ahnabschnittes 12 beginnt eine Hochtellkurve 14, die
so angeordnet ist, daß sie nur von den ausgeschwenkten Platinen 3 erreicht werden
kann. Die Platinen weisen an ihren unteren Ende einen vorzugsweise halbkreisförmigen
Ausschnitt 15 auf, in den d&s Querschnittsprofil der Hochstellkurve 14 einreift,
so daß die auf die Hochstellkurve auflaufenden und von ihr hochgeschobenen Platinen
in ihrer ausgeschwenkten Stellung verbleiben.
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Die Länge des Bahnabschnittes 12 entspricht etwa der Breites den zwölf
Platinen in dem Nadelzylinder einnehmen. Die Pole erstrecken --sich über diesen
Bahnabschnitt 12 hinaus in den Bereich der Anstellirurve in einer Länge, die etwa
fünf Platinen im Nadelzylinder einnehmen, und in den Bereich der Hochstellkurve
hinein in einer Länge5 die etwa der Breite einer Platine entspricht, Die in dem
Paket 6 übereinander angeordneten achtzehn Magnete 7 werden mit einem Entmagnetisierungsstrom
erregt, solange die den betreffenden 1:agneten zugeordnete Platine sich noch im
Bereich der Anstellkurve befindet. Dieser Entmagnetisierungsstrom endet kurz bevor
die Platine das Ende 11 der Anstellkurve 9 erreicht hat. Dann wird der Magnet je
nachdem, wie die ihm zugeleitete Information dies vorschreibt, entweder mit einem
Arbeitsstromimpuls erregt, so daß die Platine im Bereich des Bahnabschnittes 12
ausgeschwenkt verbleibt und dann auf die Hochstellkurve 14 aufläuft und von dieser
Hochstellkurve 14 in Achsrichtung des Nadel zylinders hochgeschoben wird. Oder aber
dieser arbeit
stromimpuls bleibt aus, dann schwenkt der Platinenkörper
3 unter Wirkung der Feder 4 im Bereich des Bahnabschnittes 12 in seine Ausgangslage
zurück. In dieser Lage kommt er nicht mit der Hochstellkurve 14 in Berührung, so
daß diese Platine nicht in die Arbeitsstellung vorgeschoben wird. Die in Arbeitsstellung
vorgeschobene Platine wird dann von einen StöBerschloß 16 erfaßt, das in Fig. 5
bezeichnet ist und in ähnlicher Weise auch bei Rundstrickmaschinen angeordnet ist.
Die durch das Stößerschloß 16 vorbeschobene Platine 1 schiebt dann die in den gleichen
Nadelkanal angeordnete Nadel in Arbeitsstellung, die dann von einem Strickschloß
17 erfaßt und zum Abstricken vorgeschoben und wieder zurückgeführt wird Durch einen
Magneten 7 wird von den achtzehn Platinen, die der Pol 8 des Magneten 7 übergreift,
stets nur die den den bestimmten @ magneten zugeordnete Platine angezonen. Trotzdem
steht für die Auswähloperation eine Zeitspanne zur Verfügung, die dem Durchlaufen
einer Platine durch der; durch zwölf Platinen gebildeten Zylinderabschnitt entspricht.
Der Arbeitsstrom besteht aus einem Gleichstromimpuls. Der Entmagnetisierungsstrom
besteht aus pulsierendem Gleichstrom entgegengesetzter Polarität, dessen Stromstarke
etwa ein Drittel des Arbeitsstromimpulses beträgt. Dieser Entmagnetisierungsstrom
ist in Abhängigkeit von der Permeabilitätskonstante des Platinenmaterials so gewählt,
daß eine etwa vorhandene Remanenz verschwindet und sich auch dem keine störenden
Magnetisierung in der Platine aufbaut, wenn
diese längere Zeit
und beim Durchlauf von vielen Systemen in-RuSestellung steht oder aber während dieser
Zeit ständig in Arbeitsstellung steht.
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Die Magnete weisen blattförmige, I-förmige Kerne auf, wie sie in Fig.
8 dargestellt sind. Die den Polen 8 entgegengesetzten Enden der Magnetteller sind
in ein eicheisenjoch 18 eingesteckt, das an seinen beiden Enden Dauermagnete 19,
20 trägt. Diese Magnete sind so gepolt, daß ihr durch die Nagnetkerne verlaufender
Fluß in gleicher Richtung verläuft wie der vom Arbeitsstrom ion den Magnetkernen
erzeugte Fluß. Wenn von den Magneten 19, 20 an der Innenseite im Weicheisenjoch
ein Nordpol gebildet wird, so entsteht an den Polflächen 8 ein Südpol. Wird ein
Magnet 7 zusätzlich erregt, verstärkt sich der Magnetfluß entsprechend und induziert
bei den danebenliegenden nicht zusätzlich erregten Magnetkernen einen Nordpol. Ist
der durch die Magnete 19, 20 gebildete Südpol so stark, wie der vom erregten Nebenmagnetsüdpol
induzierte Nordpol, ist der magnetische Fluß, den Luftspalt mit berücksichtigt,
gleich null.
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Die Kraftlinien dieses äußeren, überlagernden Feldes verlaufen etwa
bis zur Mitte des Weicheisen'Joches 18 und verlaufen durch die Magnetkerne zu deren
Polfläche 8, wo sie in die Luft austreten und wieder zu den Südpolen der Magnete
19, 20 zurückverlaufen. Dieses äußere Feld verstärkt daher den Arbeitsfluß der erregten
Magnete und neutralisiert die nicht erregten Magnete. Dadurch ist es möglich, gleichzeitig
die bisher nicht erregten
Magnete mit einer um zwei Drittel niederer
liegenden Leistung mit Wechsel- oder pulsierendem Gleichstrom zu speisen, und somit
für Entmagnetisierungsz,wecke zu verwenden.
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Somit wird ein genau abgegrenztes, wirksam werdendes elektromagnetisches
Auslese- bzw,.Entmagnetisierungsfeld geschaffen.
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Dieses äußere Feld muß nicht unbedingt durch die in den Fig. 2 bis
4 dargestellte Anordnung von zwei Permanentmagneten
19, 20 erzeugt
werden, es kann auch durch eine andere Anordnung von einer. oder mehreren Permanentmagneten
oder Elektromagneten erzeugt werden. Die Gesamtzahl der im Nadelzylinder vorgesehenen
nadeln muß ein ganzzahliges Vielfaches der Zaiil der In dem Paket 6 zusammengefaßten
Magnete sein, die einem System der Strickmaschine zugeordnet sind. Unter Berücksichtigung
dieser Bedingung kann die Anzahl der einem System zugeordneter Magnete beliebig
sein. Die Anzahl richtet sich nach der Geschwindigkeit, mit der die Platine ausgewählt
werden kann und der geforderten Umlaufgeschwindigkeit des Nadelzylinders. Der Anker
10 kann auch aus einem Dauermagneten bestehen, der einen magnetischen Fluß erzeugt,
der die gleiche Richtung wie der von Aroeitsstrom in dem Magneten erzeugte Fluß
aufweist. In diesem Falle erhält die Magnetwicklung, wenn sie die Platine nicht
in ihrer ausgeschwenkten Lage festhalten und zur Hochstellkurve führen soll, einen
dem Arbeitsstrom entgegengerichteten Stromirapuls, so daß das hieraurch erzeugte
Feld dem Feld des dauermagnetischen Ankers 10 entgegengesetzt ist und der Anker
10 abgestoßen wird, so daß diese abstoßende Wirkung die Wirkung der Feder 4 unterstützt.
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Jedem System der Rundstrickmaschine ist eine derartige, aus Anstellkurve
9, Hochstellkurve 14 und Magnetpaket 6 bestehende Einheit zugeordnet. Eine Rundstrickmaschine
hat im allgemeinen bis zu 36 Systeme. Der technische Aufwand, der dadurch gespart
wird, daß die Magnete unmittelbar auf die hinter den Nadeln im Nadelkanal angeordneten
Platinen 3 einwirken, ist bei derartigen, viele
Systeme aufweisenden
Rundstrickmaschine außerordentli(i1 hoch.
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Die Fig. 2 zeigt die Ansicht in Richtung des Pfeiles II der Fig. 1
auf die Platine 1 in ihrer Stellung a der Fig. 1. Fig. 3 zeigt die gleiche Ansicht
der Platine 1 ilì der Stellung b der Fig. 1. Fig. 4 zeigt die gleiche Ansicht auf
eine Platine 1 in der Stellung c der Fig. 1.
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Die Fig. 5 bis 8 zeigen die Verwirklichung der Erfindung bei einer
Flachstrickmaschine. Die Anwendung der Erfin~ dung ist an einem System erläutert.
Weist die Flachstrickmaschine zwei oder mehr Systeme auf, so ist die en@-sprechende
Anordnung an jedem einzelnen der Systeme vorgesehen. Fig. 5 zeigt eine Ansicht auf
die Unterseite des Schlittens 19 einer Flachstrickmaschine. Außer den beiden Stößerschlössern
16, von denen je eines in einer der beiden Bewegungsrichtungen des Schlittens angeordnet
ist, weist ein Strickmaschinensystem noch das Strickschloß 17 auf, das die Nadeln
bewegt. Bei den bekannten Maschinen wurden durch die sogenannte Jacquardkarte die
Stößer oder Platinen 1 aus ihrer Ruhestellung, bei der die Stößerfüße 20 unterhalb
der Bahn der Unterkante 21 der Stößerführungen verbleiben, in eine Stellung vorgeschoben,
sofern die zugeordneten Nadeln arbeiten sollen, in der sie von der Schrägfläche
22 des Stößerkanales 23 erfaßt werden und vorgeschoben werden, so daß die zugehörenden
Nadeln ebenfalls im Nadelbett vorgeschonen werden und dann vom Strickschloß 17 erfaßt
werden. Dieses Vorschieben der Platinen 1 in die Stellung, in der sie vom Stößerschloß
16 erfaßt werden, erfolgt auch bei Flachstrickmaschinen in der Weise, wie sie
bei
der Ausführungsform nach Fig. 1 bis 1C beschrieben ist, die für Rundstrickmaschinen
geeignet ist. Der einzige Unterschied zwischen diesen beiden Ausfüiirungsformen
liegt darin, daß bei der ersterwähnten Ausführungsform der Nadelzylinder sich bewegt
und Anstellkurve, Magnete und Hochstellkurve ortsfest angeordnet sind, bei der für
Flachstrickmaschinen geeigneten Ausführungsform jedoch Magnete, Anstellkurve und
Hochstellkurve sich bewegen und das Nadelbett feststeht und daß, da sich der Schlitten
19 hin und her bewegt, zu jeden System zwei Magnetpakete 6 und dazugehörige Hochstellkurven
und Anstellkurven vorgesehen sind, da diese elemente ja in Bewegungsrichtung des
Schlittens vor dem jeweiligen Stößerschloß 16 angeordnet sein müssen.
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In de Schlitten sind daher von den Stößerschlössern 1G nach außen
gesehen Jeweils eine Ilochstellkurve 24, ein Magnetpaket 6 und eine Anstellkurve
25 vorgesehen. Auch hier werden die Platinen durcil die Anstellkurve 25 bei der
Bewegung des Schlittens 19 zunächst angehoben und, wenn sie vorgeschoben werden
sollen, durch die magnete in der angehobenen Stellung gehalten und auf die itochstellkurve
aufgeschoben, die die Platinen dann nach vorne schiebt, so daß der Platinenfuß 20
vom Stößerschloß 16 erfaßt wird und vorgeschoben wird und der Platinenkopf 2 dann
die Streiknadel 26 in den Bereich des Strickschlosses 17 vorschiebt (Fig. 6). Ein
Unterschied dieser Ausführungsform gegenüber der Ausführungsform nach den Fig. 1
bis 4 liegt noch darin, daß Vorsorge dafür getroffen werden muß, daß die Anstellkurven
25 den Rücklauf des Schlittens nicht stören. Zu diesem Zweck sind die Anstellkurven
25 etwa dreieckförmig
ausgebildet und etwa in ihrer Mitte um einen
Lagerbolzen 27 schwenkbar gelagert. Die Anstellfläche, die die Platinen an die ldagnetpole
8 heranführt, ist durch die Grundfläche des Dreiecks gebildet. Die Spitzen der dreieckigen
Teile sind durch einen Stab 28 so miteinander verbunden, daß dann, wenn die eine
Anstellkurve in ihrer wirksamen Stellung steht, die andere nstellkurve 25 in ihrer
unwirksamen Stellung steht. Die Stange 28 wird selbsttätig, beispielsweise durch
einen entsprechenden Anschlag an den Umkehrpunkten des Schlitten 19 in die eine
oder andere Endstellung bewegt urid dort verriegelt. Bewegt sich der Schlitten in
Richtung des Pfeiles 37, so arbeitet das in Fig. 5 rechts unten dargestellte Magnetpaket
6. In der Gegenrichtung arbeitet das links unten dargestellte Magnetpaket.
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In den Fig. 9 und 10 ist eine Ausführungsform der oteuerorgane für
die Auswählvorrichtung dargestellt.
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Die Informationen für die einzelnen Magnete eines Systems sind in
einer Reihe in Bewegungsrichtung des Bandes hintereinander dargestellt. Jedes Band
hat so viel Reihen, als Systeme der Maschine gesteuert werden.
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Die Informationen werden dadurch ausgelesen, daß ein Loch 29 einen
von einer Lichtquelle 33 ausgesandten Lichtstrahl zu einer Fotozelle 34 entweder
freigibt oder aber, wenn kein Loch vorhanden ist, abdeckt. Die Informationen für
die beispielsweise achtzehn Magnete werden daher hintereinander durch die Auslesevorrichtung
31 ausgelesen. Diese Informationen einer keine werden über eine Leitung 41 über
einen Verstärker 35 zu dem Magnetpaket 6 eines Systems gegeben. Da bei
einer
Flachstrickmaschine zwei Magnetpakete 6 zu einem System gehören, die je nach Bewegungsrichtung
des Schlitin tens 19 arbeiten, ist/der Flachstricknaschine noch ein Umschalter vorgesehen,
der je nach der Bewegungsrichtung des Schlittens die Informationen dem einem oder
anderen Magnetpaket 6 des Systemes@@führen. Die Informationen 29 können auf dem
Band 30 auch in anderer Form als in Form von Löchern enthalten sein und außerdem
konnten die Ausleseorgane 33 und 34 in anderer Weise ausgebildet sein.
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An dem Ausgang des Verstärkers 35 erscheinen die Informationen für
die achtzehn Magnete 7 des Magnetpaketes 6 hinttrcinander. Um diese Informationen
so auf die achtzehn Magnete zu verteiler, daß jeder Magnet die ihm zugeordnete Information
erhält, ist ein Verteiler vorgesehen, der bei der dargestellten Ausführungsform
der Erfindung ein mechanisches, synchron mit dCirj Band 30 angetriebenes Teil, nämlich
eine Nockenwalze 36, aufweist, die schraubenlinig verteilt Nocken 37 trägt, die
auswechselbar in der Nockenwalze 36 befestigt sind. Diese Nocken arbeiten mit Betätigungsstiften
38 von je einem Magneten 7 zugeordneten Tastumschalter 39 so zusammen, daß die Wicklung
des ,Liagneten 7 mit dem Arbeitskontakt 40 des Umschalters 39 verbunden ist, wenn
die für den betreffenden Magneten 7 bestimiate Information an dem Ärbeitskontakt
40 eingeht, der mit dem Verstärkerausgang verbunden ist. Der Ruhekontakt 42 der
einzelnen Umschalter 39 ist mit einer Leitung 43 verbunden, die zu einer Stromquelle
führt, die den Entmagnetisierungsstrom erzeugt. Der Entmagnetisierungsstrom besteht
aus pulsierendem Gleichstrom einer Stromstärke, die nur etwa ein Drittel so groß
ist wie die Stromstärke des auf die Magneten 7 wirkenden Arbeitsstromes. Die bewegliche
Kontaktzunge
43 des Umschaltkontakte 39 ist über ein mechanisches oder elektronisches Relais
44 mit d£r Wicklung 45 des magneten 7 verbunden. Das Relais 44 hat die Aufgabe,
die kurze, von dem Verstärker 35 abgegebene Information in einen Stromimpuls einer
Länge zu verwandeln, die erforderlich ist, um die Platinen 1 über den Bahnabschnitt
12 hinweg in der ausgeschwenkten Stellung zu halten. Durch entsprechende Wahl der
Nocken 37 kann die Dauer variiert werden, während der der Arbeitskontakt 40 an das
Relais 44 angelegt wird.
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Der Arbeitsimpuls wirkt auf eine Platine erst dann ein, wenn sie kurz
vor dem Ende 11 der Anstellkurve 9, 25 angelangt ist. Er endet erst, wenn, die platine
sich in die Nochstellkurve eingefädelt hat.
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In den Fig. 11 und 12 ist eine andere Ausführungsform des Verteilers
dargestellt. An einer synchron mit dem Band 30 angetriebenen Welle 46 ist ein Arm
47 befestigt, der an seinem äußeren Ende einen parallel zu der Achse der Welle 46
angeordneten Stabmagneten 48 tragt. Auf einer Platte 49 sind dicht unterhalb des
unteren Randes des Stabmagneten 48 entlang der Umlaufbaiin des Magneten 48 berührungslose
Umschaltkontakte 50 (Reed-Kontakte) angeordnet, die wiederum in gleicher Weise geschaltet
sind wie die Umschalkontakte bei der Ausführungsform nach den Fig. 9 und 10. Diese
Umschaltkontakte sind in Glasröhrchen eingeschmolzen, die auf die Platten 49 aufgelötet
sind, die eine aufgedruckte Schaltung aufweisen und zweiteilig ausgebildet sind
(Fig. 12). Die gedruckte
Schaltung ist aus Fig. 1? zu ersehen.
Diese ein System erforderlichen Kontakte sind auf einer Platte, also in einer Ebene
angeordnet. Ein Umschaltkontakt SO schaltet von der Ruheseite zur Arbeitsseite um,
solange der Stabmagnet 48 sich über ihm befindet.
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Der Verteiler nach den Fig. 11 und 12 weist so Vi(jlC Arme 47, Magnete
48 und Platten 49 auf, als Systeme und damit Magnetpakete 6 gesteuert werden müssen.
Diese Ebenen sind senkrecht zur Achse der Welle 46 angeordnet.
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Die ganze Steuerung ist daher sehr raumsparend.untergebracht.