DE194038C - - Google Patents
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- DE194038C DE194038C DE1903194038D DE194038DA DE194038C DE 194038 C DE194038 C DE 194038C DE 1903194038 D DE1903194038 D DE 1903194038D DE 194038D A DE194038D A DE 194038DA DE 194038 C DE194038 C DE 194038C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B3/00—Electrolytic production of organic compounds
- C25B3/20—Processes
- C25B3/25—Reduction
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B3/00—Electrolytic production of organic compounds
- C25B3/01—Products
- C25B3/07—Oxygen containing compounds
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- Electrolytic Production Of Metals (AREA)
- Electrolytic Production Of Non-Metals, Compounds, Apparatuses Therefor (AREA)
Description
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KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bisher bekannten Darstellungsweisen für Glykolsäure (Oxyessigsäure) sind ungeeignet
zu deren technischen Herstellung. Zwar läßt sie sich aus Monochloressigsäure in größerem Maßstabe herstellen, jedoch ist
dieser Weg umständlich und teuer. Ebenso ist es unmöglich, Glykolsäure in wirtschaftlich
rationeller Weise aus Oxalsäure und Zinkstaub herzustellen, da die Ausbeute schlecht
ίο und der benötigte Zinkstaub zu teuer ist.
Es ist nun gelungen, ein Verfahren zu finden und auszuarbeiten, das die Glykolsäure
zu einem der technisch am leichtesten zugänglichen Körper macht.
Es wurde nämlich gefunden, daß sich Oxalsäure in schwefelsaurer Lösung, die vorteilhaft
30 Prozent Schwefelsäure enthält, fast quantitativ und bei sehr guter Stromausbeute
unter Verwendung von Elektroden, die große
kathodische Überspannung zeigen, z. B. von Bleielektroden, und eines Diaphragmas elektrolytisch
zu Glykolsäure reduzieren läßt. Wesentlich an diesem Verfahren ist die Verwendung
einer wie oben beschriebenen Kathode, z. B. einer Bleikathode, und von nicht zu verdünnter Schwefelsäure, da ein anderes
Kathodenmaterial nur ungenügende Ausbeuten liefert und verdünntere. Schwefelsäure ungeeignet
ist, weil die Oxalsäure, die stark ionisiert ist, sonst zu sehr an der Leitung des
Stromes teilnimmt und nach der Anode wandert, wo sie dann" oxydiert wird.
Die Reduktion wird bei Temperaturen ausgeführt, die höher als die Zimmertemperatur
sind. Während nämlich bei niedriger Temperatur im wesentlichen sich Glyoxylsäure bildet,
nimmt mit steigender Temperatur die Menge der gebildeten Glyoxylsäure ab, so daß bei
etwa 400 in 13,5 prozentiger Schwefelsäurelösung
bei einer Stromdichte von etwa 1 Ampere pro qdm sich nur eben noch Spuren von
Glyoxylsäure nachweisen lassen, während bei 500 ausschließlich Glykolsäure gebildet wird.
Daß hierbei keine intermediäre Bildung von Glyoxylsäure, sondern direkte Reduktion von
Oxalsäure zu Glykolsäure statt hat, folgt daraus, daß in keinem Stadium des Prozesses
Glyoxylsäure auch mit den schärfsten Mitteln, z. B. fuchsinschwefliger Säure, nachzuweisen
ist. Zu bemerken ist noch, daß bei stärkerer Schwefelsäurekonzentration die Temperaturgrenze,
oberhalb deren sich nur Glykolsäure bildet, niedriger liegt als bei verdünnter. Größere Stromdichte scheint in gleicher Weise
zu wirken..
Den Einfluß des Kathodenmaterials möge folgende Tabelle zeigen. Als Anode diente
stets Blei. Stromstärke, Stromdichte, Temperatur und Konzentration der verwandten Lösung
waren stets dieselben: 60,
| Kathode | Oxalsäure reduziert | Oxalsäure | unverändert | Oxalsäure oxydiert |
| Platin | 2,0 Prozent | 76,7 | Prozent | 21,3 Prozent |
| Zinn | 11,8 | 70,i | - | 18,1 |
| Kohle | 36,8 | 43-7 | - | 19,5 |
| Blei | 75,7 | 4,7 | - | 19,6 |
Es wurden stets 110 Prozent der berechneten Strommenge verwendet.
Setzt man unter Verwendung von Zinn und Platin die Elektrolyse genügend lange
fort, so läßt sich natürlich entsprechend mehr Glykolsäure darstellen, aber einerseits geht
mit der Länge der Elektrolyse immer mehr Oxalsäure durch anodische Oxydation verloren,
andererseits verteuert der große Überschuß an Strom die Verfahren dermaßen, daß sie technisch unausführbar sind.
Das oben kurz skizzierte Verfahren läßt sich in der Praxis etwa wie folgt ausführen:
700 Teile Oxalsäure (kristallisiert) werden
in etwa 3300 Teilen Wasser aufgelöst und unter Rühren 1100 Teile konz. Schwefelsäure
zugegeben. Diese Lösung dient als Kathodenflüssigkeit, während als Anodenlösung 3oprozentige
Schwefelsäure dient. Man hält die Lösungen während der Elektrolyse warm. Die Stromdichte kann innerhalb weiter Grenzen
schwanken, etwa von 25 bis 250 Ampere pro Quadratmeter Kathodenfläche. Um die anodische
Oxydation der Oxalsäure möglichst zu verhindern, kann man e'ine Zwischenzelle,
die mit ßoprozentiger Schwefelsäure beschickt
wird, einschalten. Nach Beendigung· der Elektrolyse dient die Zwischenzellenlösung
als Ansatz für Kathodenlösung. Auch Rühren befördert die Elektrolyse. Zweckmäßig ist
es auch, falls eine Verarmung an Schwefelsäure im Kathodenraum eintreten sollte, solche
nachzugeben. Ebenso verhindere man eine zu starke Konzentration der Schwefelsäure
an der Anode wegen der schlechten Leitfähigkeit.
Unter Berücksichtigung des oben geschilderten Einflusses von Temperatur und Stromdichte
empfiehlt es sich die Konzentration der Schwefelsäure so zu wählen, daß sie in
Anbetracht der zu reduzierenden Menge Oxalsäure eine wesentliche Anteilnahme der letzteren
an der Stromleitung auszuschließen geeignet ist.
An Stelle der Bleianode kann auch Kohlenanode verwendet werden. Bei Verwendung
von Kohle als Kathode muß natürlich eine entsprechend größere Strommenge hindurchgeschickt
werden. Auch scheinen hierbei noch Nebenprodukte zu entstehen.
Zur Gewinnung der Glykolsäure aus der elektrolytischen Lösung verfährt man etwa
so, daß man die Lösung so lange mit KaIkbrei absättigt (am besten unter Rühren), bis
alle Schwefelsäure und ev. auch die noch vorhandene Oxalsäure am Kalk gebunden ist. Will man die letzten Spuren Gips beseitigen,
so fällt man schließlich mit Bariumcarbonat und Oxalsäure.
Die Glykolsäure soll sowohl in der Technik (z. B. für Färbereizwecke) als auch in Pharmazie
Verwendung finden.
In der Literatur ist nur an einer Stelle von elektrolytischer Reduktion von Oxalsäure
die Rede: S. Avery und Benton Dales (Ber. d. D. eh. Ges. 32, S. 2237 und 2238, der
Kohlenstoffgehalt des elektrolytisch ausgeschiedenen Eisens) haben Glykolsäure durch
elektrolytische Reduktion von Oxalsäure zwischen Platinanoden und Eisenkathoden erhalten.
Nach ihren Angaben (1. c.) wurden 50 g kristallisierte Oxalsäure in 750 ecm Wasser gelöst.
Die Elektroden hatten je 55 qcm einseitige Elektrodenfläche. Im Anfang zeigten die Instrumente 9 Ampere und 8 Volt; nach
25 Amperestunden, wie angegeben, wurde unterbrochen bei 8 Ampere und 10 Volt. Die
Flüssigkeit wurde mit Bariumcarbonat neutralisiert, von Bariumoxalat abfiltriert und
das Filtrat eingedampft. Erhalten wurden 2 g Bariumglykolat = 1 g Glykolsäure, so
daß 3,3 Prozent der Oxalsäure zu Glykolsäure reduziert wurden; die Stromausbeute
beträgt nur 5,68 Prozent.
Bei einem zweiten Versuch wurde so viel Schwefelsäure zugesetzt, daß bei 10 Ampere
die Spannung 4 Volt betrüg. Nach 25 Amperestunden ließ sich 1 g Bariumglykolat isolieren,
so daß 1,7 Prozent der Oxalsäure reduziert worden war bei einer Stromausbeute
von 2,8 Prozent. Diese Versuche sind weit davon entfernt, die Herstellung von Glykolsäure zu einer technisch brauchbaren
zu machen.
Balbiano und Alessi (Gazetta chimica
Italiana, Band XII, S. 190 ff.) benutzen zur Reduktion das Gladestone Tribe sehe Kupferzinkpaar
in kochender 5 prozentiger Oxalsäurelösung. Bei Nacharbeitung wurde die im Prinzip analoge Versuchsanordnung von
Bed. Ber. Bd. 29/1896, S. 1390 benutzt, indem
in eine Lösung von 50 g kristallisierter Oxalsäure in 750 ecm Wasser je ein Kupfer-
und Zinkblech eingehängt wurde, die außerhalb der Lösung metallisch verbunden wurden.
Die Flüssigkeit wurde 48 Stunden auf
etwa 6o° gehalten. Das Resultat war, daß 1,7 Prozent der Oxalsäure zu Glycolsäure
reduziert worden war, was sehr gut mit dem Versuch, der von Balbiano und Alessi selbst
angegeben ist, übereinstimmt. Der Wasserstoff wird hierbei vom Zink geliefert, das
sich in Zinkoxalat umsetzt. Selbst bei besseren Ausbeuten wird das Verfahren wegen
seiner Kostspieligkeit technisch wertlos sein. ίο Übrigens ist diese Reaktion von einer Elektrolyse,
bei welcher durch von außen zugeführte Energie chemische Reaktionen hervorgerufen
werden, begrifflich und technisch grundverschieden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Glykolsäure durch elektrolytische Reduktion von Oxalsäure, dadurch gekennzeichnet, daß man Oxalsäure in Schwefelsäure, deren ao Konzentration zweckmäßig eine wesentliche Anteilnahme der Oxalsäure an der Leitung auszuschließen geeignet ist, unter Verwendung von solchen Elektroden, die kathodische Überspannung zeigen, z. B. von Bleielektroden, und eines Diaphragmas bei einer oberhalb 250 liegenden Temperatur kathodisch reduziert.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT35449D AT35449B (de) | 1903-12-05 | 1908-01-08 | Verfahren zur Darstellung von Glykolsäure durch elektrolytische Reduktion von Oxalsäure. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE194038C true DE194038C (de) |
Family
ID=457206
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1903194038D Expired - Lifetime DE194038C (de) | 1903-12-05 | 1903-12-05 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE194038C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2240731A1 (de) * | 1971-08-20 | 1973-03-01 | Rhone Poulenc Sa | Verfahren zur herstellung von glyoxylsaeure |
| EP0784047A1 (de) | 1996-01-10 | 1997-07-16 | Hoechst Aktiengesellschaft | Verfahren zur Darstellung einer besonders reinen Glykolsäure |
-
1903
- 1903-12-05 DE DE1903194038D patent/DE194038C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2240731A1 (de) * | 1971-08-20 | 1973-03-01 | Rhone Poulenc Sa | Verfahren zur herstellung von glyoxylsaeure |
| EP0784047A1 (de) | 1996-01-10 | 1997-07-16 | Hoechst Aktiengesellschaft | Verfahren zur Darstellung einer besonders reinen Glykolsäure |
| US5723662A (en) * | 1996-01-10 | 1998-03-03 | Hoechst Aktiengesellschaft | Process for preparing a particularly pure glycolic acid |
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