DE1813585B2 - Druckabfallanzeigevorrichtung - Google Patents
DruckabfallanzeigevorrichtungInfo
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Description
Aus der USA.-Patentschrift 2 718 780 ist bereits
eine Druckabhillanzcigevorrichtung bekannt, die
zur Überwachung des Inneren von geschlossenen
Räumen dient. Hierzu besitzt die Vorrichtung eine druckempfindliche elastische Membran, cüe^ eine
Öi!:.ung in der Trennwand zwischen zwei zur Vorrichtung
gehörigen Räumen abschließt, und einen von dieser Membran betätigbaren Schalter. Dabei
ist der eine Raum als Meßkammer an den zu überwachenden Raum angeschlossen und der andere
Raum mit einem Gas gefüllt, das unter einem im wesentlichen dem Druck des zu überwachenden
Raums entsprechenden Bezugsdruck steht. Schließlich ist das Volumen des unter dem Bezugsdruck
stehenden Raums noch derart bemessen, daß die bei Betätigung des Schalters durch die Membran auf tretende Volumenänderung gegenüber dem Raum
volumen vernachlässigbar klein ist Diese bekannte
Voi richtung eignet sich allerdings lediglich für die Überwachung von in Ruhe befindlichen Räumen,
nicht jedoch für die Überwachung von in Rotation befindlichen Räumen, da bei diesen infoige der Rotation
Bedingungen herrschen, unter denen die bekannte Vorrichtung keine brauchbaren Meßergebnisse
zu liefern imstande ist.
Desweiter ist aus »Brennstoff Wärme Kraft« (1961, S. 105 bis 115) eine Einrichtung zur Dichtigkeitsprüfung
beispielsweise von Reaktorräumen bekannt. Dabei befindet sich im nach außen geschlossenen
Reaktorraum ein ebenfalls in sich geschlossenes Vergleichssystem, dessen Dichtigkeit jedenfalls
größer ist als die des Reaktorraums. Zwischen Vergleichssystem und Reaktorraum ist ein Differenzdruckmeßgerät
geschaltet, dessen veränderte Anzeige das Maß für einen etwaigen Druckabfall infolge
einer Undichtigkeit darstellt. Auch diese Einrichtung eignet sich nicht für die Überwachung von in Rotation
befindlichen Räumen, insbesondere schon des ha'.b nicht, weil für die Differenzdruckmessung
tlüssigkeitsgefüllte U-Rohre verwendet werden.
Aufgabe
Die Aufgabe besteht darin, eine Druckabfallanzeigevorrichtung zu schaffen, mittels der es möglich
ist, den Druck in einem Raum zu überwachen, der sich in Rotation befindet; als Beispiel für einen
solchen Raum kann ein Rotorflügel eines Hubschraubers genannt werden. Diese Aufgabe wird
durch die im Anspruch 1 beschriebene Eifhidung
"elöst.
Vortei Ie
Es ist nun möglich, den Druckabfall in einem in Rotation befindlichen Raum anzuzeigen, ohne daß
die infolge der Rotation des Raums unterschiedliche Druckverteilung in demselben zu falschen Anzeigen
führt, d. h. in der Vorrichtung werden alle Druckänderungen ausgeglichen, die durch die Rotation des
Raums um eine Achse im Bereich der Vorrichtung auftreten. Somit führen also nur echte Druckverlusie.
d. h. solche, die mit einem Masseverlust infolge eines Lecks verbunden sind, zu einer Reaktion
der Vorrichtung. Dies ist überall dort von eminenter Bedeutung, wo, wie dies beispielsweise bei Rotorblättern
von Hubschraubern der Fall ist, über die Anzeige der Vorrichtung durch Betätigung des zu-
üo gehörigen Schallers eine Reaktion ausgelöst wird
bzw. werden soll, die die menschliche oder anderweitige Sicherheit direkt betrifft.
Zwar ändert sich die Zentrifugalkraft in Abhängigkeit von der Winkelgeschwindigkeit nach einer
Parabe'.funktion, wohingegen sich der Druck nach einer Exponentialfunktion ändert, so daß es streng
genommen nur einen einzigen Betriebszustand gibt, in welchem der durch die Vorrichtunc bewirkte Aus-
gleich korrekt ist. Da jedoch der Verlauf der Zentrifugalkraft dem des Drucks in einem verhältnismäßig
großen Bereich sehr weit gleicht bzw. ähnelt, ist in der Praxis ein Arbeiten in einem verhältnismäßig
weit über den an sich einzigen Betriebszustand hinausgehenden Bereich bei ausreichendem Ausgleich
möglich.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben, wobei durch die Ausbildung
gemäß Anspruch 2 eine Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Vorrichtung möglich ist, ohne daß
dabei in dem zu überwachenden Raum Druckverluste auftreten können.
Als Maßnahme zur Erhöhung der Funktionsfähigkeit der Vorrichtung kann diese nach Anspruch 3
ausgebildet werden, wodurch möglicherweise schalierbedingte
Fehlanzeigen vermieden werden.
Darstellung der Erfindung
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der F i g. 1 bis 3 beschrieben, wobei von einem
Rotorblatt als zu überwachendem Raum ausgegangen wird und die Vorrichtung am achsennahen
Raumende im Abstand R ihres elastischen Elements von der Rotationsachse untergebracht ist. Es zeigt
F i g. 1 einen Schnitt durch die Vorrichtung lu.ch
der Linie 1-1 der Fig. 2 unter Angabe der Lage der Vorrichtung zur Rotationsachse,
Fig. 2 eine Oraufsicht auf die Vorrichtung nach
Abnahme des Deckels und
Fig. 3 den Verlauf des Drucks bzw. der Zentrifugalkraft
gemäß einer Exponentialfunktion bzw. einer Parabelfunktion der Drehzahl.
Fig. 1 zeigt, daß das eine bewegliche bzw. nachgiebige
Wand aufweisende Element aus einem einen beweglichen Flansch 2 enthaltenden Balg 1 besteht und
eine Bezugskammer, deren Volumen dem Innenraiim
des Balgs 1 entspricht, der über einen Kanal 3« mit einer Tasche 3 verbunden ist, gegenüber
einer Meßkammer 4 abgrenzt, die durch die Außenwand des Balgs 1, das Gehäuse 5 und den Deckel 6
begrenzt wird. Die Meßkammer 4 ist an den zu überwachenden b?w. zu kontrollierenden Raum
über eine Leitung 7 und einen Ringraum angeschlossen, der durch eine Schieberstange 8 und die Bohrung
9 gebildet ist, durch die die Stange 8 hindurchragt. Die Schieberstange 8 ist durch den Deckel 6
hindurcligeführt und an ihrem außen liegenden Ende mit einem Betätigungsknopf 10 versehen, während
sie innerhalb des Gehäuses einen Bund 11 aufweist, der nls Befestigungsflansch für ^inen kleinen abgedichteten
Balg 12 dient, wobei die Einheit 11, 12 einen abgedichteten Tauchkolben bildet. Eine Sicherungsschraube
13 ist auf einen Ansatz des Gehäuses 5 aufgeschraubt und hält den Betätigungsknopf IO
in der niedergedrückten Stellung, so daß der Balg 12 mit dem Bund 11 ein maximales Volumen innerhalb
der Kammer 4 einnimmt. Die Meßkammer 4 enthält einen schnell, d. h. abrupt wirksam werdenden
Schalter 14, dessen Anschlüsse abgedichtet durch das Geliäuse hind'irdigeführt nid an außerhalb des
Gehäuses liegende Klemmen 14 α angeschlossen
sind; der BetätigungsVnopf 14 6 des Schalters 14 ist mit einem mittig liegenden Vorsprung la des Flansches
2 in Berührung.
Ein Mundstück beziehungsweise ein Stutzen 15 dient dazu, im Inneren der Bczugskamnier(l, 3, 3 a)
einen Bezugsdruck aufzubauen und die Kammer dann hermetisch abzuschließen, wobei dieser Bezugsdruck gleich oder sehr nahe dem Druck des zu
Überwacheaden Raumes ist Im allgemeinen stehen der Druck des zu überwachenden Raumes und der
Bezugsdruck im Gleichgewicht miteinander und der Balgl hat eine bestimmte Stellung inne, wobei der
Schalter 14 sich ebenfalls in einem vorgegebenen Zustand beßndet (er ist zum Beispiel eingeschaltet,
um ein Schauzeichen aufleuchten zu lpssen). Wenn in dem abgedichteten Raum, d. h. in dem zu überwachenden Raum ein Defekt auftritt, so daß Luft
od. dgl. ausströmt, fällt der in der Meßkammer4
herrschende Druck ab und gleicht nicht mehr den Bezugsdruck aus, so daß der Balgl sich ausdehnt,
d. h. verlängert und den Knopf 14 b des Schalters 14 betätigt, der dann seinen Zustand ändert, um ein
Alarmzeichen hervorzurufen. ' ;er Alarmzustand entspricht
vorzugsweise dem Zustand bei geöffnetem Stromkreis um sicherzustellen, daß bei einem Versagen
der elektrischen Einrichtung oder bei durchgebranntem Schauzeichen und so weiter, wodurch
die Vorrichtung nicht mehr in der Lage ist. ihre Üoerwachungsfunktion zu erfüllen, der Alarmzustand
herrscht, d. h. ein Alarm gegeben wird.
Die Vorrichtung ist für Änderungen des statischen Druckes rad für Änderungen der Umgebungstemperatur
unempfindlich, da der zu überwachende Druck und der Bezugsdruck (die im wesentlichen gleich
sind) sich in gleichem Umfange verändern und da ihr Unterschied Null oder in der Nähe von Null bleibt.
F i g. 1 gibt außerdem die Re!ati\ position der Rotationsachse 16 wieder, die senkrecht zur Zeichenebene
und zur Lage des beweglichen Flansches 2 des Balges 1 verläuft, der von dei Ac!.:;e 16 einen
Abstand R hat, derart, daß, wie es sich aus rig. 3
ergibt, die Zentrifugalkraft F'. welche eine Parabelfunküon
der Rotationsgeschwindigkeit ist. dazu beiträgt, den Balg zusammenzudrücken, so daß diese
Kraft F' auf diese Weise nahezu genau die Abnahme der Kraft Γ kompensiert, die von dem zu
überwachenden beziehungsweise zu messenden Druck auf den Balg ausgeübt wird, wobei diese Abnahme
(Exponentialfunktion der Rotationsgeschwindigkeit) daher resultiert, daß die auf das Gas in dem zu
überwachenden Raum ausgeübte Zentrifugalkraft den Druck an den von der Achse entfernt liegenden
Punkten erhöht und an den der Achse naheliegcnd'.n beziehungsweise zunächst liegenden Punkten
\ erringert.
Fig. 3, in der gestrichelt die Veränderung der
Zentrifugalkraft und in vollen Linien die Veränderungen des Druckes als Funktion der Rotationsgeschwindigkeit dargestellt sind, zeigt beispielsweise,
daß für jeden Betriebszustand zwischen NuI! und 320 U/min, die Summe der Kräfte F und F' im wesentlichen
gleich einer Konstanten C bleibt: diese nahezu vollkommene Kompcnsicrung ist nicht zufällig
und es ist für einen bestimmten Abstand R sowie für bestimmte Merkmale des abgedichteten
Raumes immer möglich, für den beweglichen Flansch 2 eine solche^Masse auszuwählen, daß die
Bedingungen, wie sie sich aus F i g. 3 ergeben, erfüllt sind.
Fig. ! gibt außerdem die Wirkungsweise eines
Überprüfungssystems: Wenn man die Mutter 13 abschraubt, dann wird der Betätigungsknopf 10 freigegeben;
der in der Kammer 4 herrschende Druck ücvt den Bale 12 zusammen; der Dichtungsrings«
an der Schieberstange 8 wird über die Leitung 7 hinaus nach außen bewegt, wodurch die Meßkammer 4
von dem abgedichteten Raum isoliert wird. Wenn man mit dem Zusammendrücken des Balges 12
fortfährt, erhöht sich das Volumen der Kammer 4 und der in dieser Kammer herrschende Druck sinkt
in einem ausreichenden Umfang ab, um den Schalter 14 zu betätigen. Nach dem Versuch, wenn man die
Mutter 13 wieder aufschraubt, d. h. in ihre richtige Lage bringt, komprimiert man das Gas in der Kammer
4 wieder und man stellt die Verbindung dieser Kammer 4 mit dem zu überwachenden beziehungsweise
zu überprüfenden Raum wieder her.
Fig. 1 gibt außerdem zu erkennen, daß der Flansch 2 fest mit einem Zylinderschaft 2 b verbunden
beziehungsweise damit einstückig ausgebildet ist, der in einer Führung 5 α des Gehäuses 5 gleitet,
um den Balg gegenüber Beschleunigungskräften oder Querschwingungen unempfindlich zu machen.
Eine Wand 5 b bildet eine Grenze für die Bewegungsbahn des Balges; die Wand 5 ft ermöglicht es, beim
Zusammenbau der Vorrichtung in die Bezugskammer das zum Aufbau des Bezugsdruckes erforderliche
Gas einzuleiten und dann diese Kammer hermetisch zu verschließen, ohne daß die Gefahr einer
Beschädigung des Balges für den Fall entsteht, daß in der Meßkammer ein nicht ausreichender Druck
ίο herrscht.
Fig. 2 zeigt, wie die Tasche3 ausgestaltet sein
kann, um bei einem gegebenen Volumen ausreichend Platz für den Schalter 14 zu lassen und der Bezugskammer ein größtmögliches Volumen zu geben, unc
zwar auf Kosten des Volumens der Meßkammer wodurch es möglich ist, die Prüforgane, d. h. der
Balg 12 und die Schieberstange 8 in extremem Um fang klein zu gestalten.
Claims (3)
1. Dnickabfallanzeigevorrichtung für die Überwachung des Inneren von geschlossenen
und in Rotation befindlichen Räumen, beispielsweise des Inneren eines Rotorblatts eines Hubschraubers, mit einem elastischen Element, das
zwei Hohlräume voneinander trennt, wobei der eine Raum als Meßkammer an den zu überwachenden Raum angeschlossen ist und der
andere Raum mit einem Gas unter einem Bezugsdruck gefüllt ist, der im wesentlichen dem
Druck des zu überwachenden Raums entspricht und mit einem von dem elastischen Element betätigbaren
Schfl'er, wobei der unter dem Berugsdruck
stehende Raum ein solches Volumen besitzt, gegenüber dem die bei Betätigung des
Schalters auftretende Volumenänderung vernachlässigbar gering ist, dadurch gekennzeichnet,
daß ein bewegliches Teil (2, 2 b) eine solche Masse besitzt, daß die auf diese
Masse einwirkenden Zentrifugalkraft gleich der Änderung der durch den Druck auf dieses bewegliche
Teil (2, 2 b) ausgeübten Kraft ist, und daß das bewegliche Teil(2,2 b) derart mit dem
elastischen Elen: ;nt (1) verbunden und ausgerichtet ist, daß die auf das bewc'iche Teil(2,2b)
einwirkende Zeinrifugalkipft die Änderung der
aus dem Druck resultierenden Y raft ausgleicht bzw. kompensiert.
2. Vorrichtuig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Überwachung bzw. Prüfung der Funkt onsfähigkeit und Empfindlichkeit der Vorrichtung eine Schieberstange (8) vorgesehen
ist, um die Meßkammer (4) von dem zu überwachenden Raum zu isolieren, daß mit der
Schieberstange 18) ein Tauchkolben (11, 12) fest
verbunden ist, um das Volumen der isolierten Meßkammer (4) verändern zu können, daß ein
innerhalb der Vorrichtung angeordneter, metallener, abgedichteter Balg (12) des Tauchkolbens
(11, 12) durch einen Betätigungsknopf (10) betätigbar ist unc; daß eine aufschrp.ubbare Sicherungsmutter
(13) vorgesehen ist, um die einzelnen Elemente der Prüfeinrichtung in ihrer normalen
Position zu halten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, ι laß der Schalter (14) ein schnell
bzw. abrupt wirkender, gegen Beschleunigungskräfte und Schwingungen unempfindlicher Schalter
ist und daß Führungsorgane (2 b, 5 a) für das Element (1) zur Gewährleistung der Unempftrdlichkeit
der Vorrichtung gegen Beschleunigun^skräfte, die quer zu feststehenden Anschlägen (5 b)
gerichtet sind, die zur Begrenzung der Bewegung des Elements dienen, vorgesehen sind.
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