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Kunststoffbelag, insbesondere für Sportanlagen Die Erfindung betrifft
einen Belag und ein Verfahren zum Herstellen und zum Einbau dieses Belages, der
im wesentlichen aus Kunststoff besteht, beziehungsweise mittels eines Bindemittels
aus Kunststoff hergestellt wird.
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Belege aus Kunststoff sind bekannt. Sie werden stets auf eine feste
Unterlage aufgebracht, das kann im Naßverfahren erfolgen oder auch dadurch daß fabrikmässig
hergestellte Platten oder Bahnen auf einer festen Unterlage angeordnet und befestigt
werden. In der Regel erhalten solche Bahnen eine Dicke von 10 bis 12 mm. Solche
Bahnen haben den unbestrittenen Vorteil, daß sie witterungsunabhängig sind und daß
praktisch auf eine Wartung verzichtet werden kann. Gegenüber den Bahnen, die aus
einem körnigen Gemisch bestehen und die auf natürlich gewachsenem Boden festgewalzt
werden, haben sie den Nachteil einer geringen Tiefenfederung, da sich das elastische
Verhalten unmittelbar auf die Kunststoffauflage beschränken muß. Bei einem Beschreiten
natürlichen Bodens ist stets eine gewisse Tiefenfederung vorhanden, womit gemeint
ist, daß der Tritt federnd biß in eine grössere Tiefe abgefangen wird. Das hat den
Vorteil, daß bei Laufbahnen und Sportanlagen eine vorzeitige Ermtldung des Sportlers
vermieden wird1 die zum Beispiel in extremem MOB dann sehr rasch eintritt, wenn
der Sportler sich auf sehr hartem Boden bewegen muß, wobei der Körper
selbst
sein Gewicht elastisch abfangenn muß, wodurch schnelller eine Ermüdung eintritt.
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Die vorliegende Erfindung befasst sich mit der Aufgabe, diesem Nachteil
abzuhelfen, um insbesondere bei längeren Strecken eine frühzeitige Ermüdung des
Sportlers zu verhindern. Die Erfindung besteht darin, daß grundsätzlich ein Mehrschichtenbelag
vorgesehen wird, der mindestens aus zwei Schichten bestehen soll. Die Schichten
werden hierbei so eingebracht, daß sie miteinander unlösbar verbunden sind und jede
der Schichten muß ein elastisches Eindruckverhalten aufweisen, das von dem der benachbarten
Schicht abweicht.
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Maßgeblich ist also jeweils für jede Schicht eine spezielle elastische
Formänderung, also eine Formänderung, die nach Abzug der bleibenden Formänderung
sich elastisch verhält. Hierzu wird erfindungsgemäß insbesondere vorgeschlagen,
daß die Materialzusammensetzung der Schichten so beschaffen sein soll, daß die elastische
Formänderung der obersten Schicht unter Last am grössten ist und daß diese Formänderung
nach unten von Schicht zu Schicht merkbar abnebmen soll, also wenigstens 10%. Diese
Anordnung gibt die Möglichkeit, der untersten oder den unteren Schichten Zuschlagstoffe
zu dem Kunststoff beizufügen, die sowohl die Kosten für die unteren Schichten spürbar
herabsetzen und die zugleich zur Folge haben, daß die Elastizität nach unten zu
abnimmt. Diese Anordnung gibt ausserdem die Möglichkeit, die Dicke der obersten
Schicht, die verhältnismässig kostspielig ist, zu verringern, weil diese oberste
Schicht nicht mehr allein zu dem elastischen Verhalten des Belages beiträgt. Auf
diese Weise werden nicht nur wirtschaftliche Vorteile erreicht. Die Laufbahn wird
vielmehr dem Verhalten des natürlich gewahhsenen Bodens angepasst, wobei trotzdem
eine wartungsfreie Decke erhalten bleibt.
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Der Belag nach der Erfindung kann derart hergestellt werden, daß zum
Beispiel ftlr einen Zweischichtenbelag das Material für die Unterschicht aus Gununigranulat
und Polyurethan gemischt, sodann in Formen gegossen und erst danach nach Zuschnitt
auf eine feste Unterlage aufgelegt wird, worauf auf diese aufgelegte Schicht die
Oberschicht in plastischem Zustand derart aufgegossen wird, daß sich diese Oberschicht
bei der Verfestigung mit der Unterschicht fest verbindet.
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Das Material flir die Unterschicht kann auch zunächst in Blöcken gegossen
werden, wobei nach der Erhärtung der Blöcke das Deckenmaterial in der gewUnschten
Dicke abgeschält wird, so daß lange auflegbare Streifen entstehen. Es wäre in diesem
Fall zum Beispiel mSl1h, die Unterschicht fabrikmäßig herzustellen, diese Schicht
aufzulegen und dann die Oberschicht im Naßverfahren aufzubringen.
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Es gibt allerding auch Anwendungsfälle bei Sportarten, wobei es zweckmäßig
sein kann, den Mehrschichtenbelag derart aufzubauen, daß die Unterschicht derart
zusammengesetzt wird, daß bei ihr die elastische Formänderung unter Last am größten
ist. In diesem Fall würde also die elastische Formänderung der obersten Schicht
kleiner als die der unteren Schicht sein.
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Bei dieser Anordnung müsste also die Formänderung von oben nach unten
von Schicht zu Schicht wenigstens 10 % zunehmen.
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In der gleichen Weise könnten dann Kunststoffbeläge hergestellt werden,
die aus drei- oder mehr Schichten bestehen.
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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das elastische Verhalten der
Materialien der einzelnen Schichten zu beeinflussen. Ein verschiedenes elastisches
Verhalten könnte beispielsweise durch verschiedene Einstellung des Kunststoffes
bei der Herstellung bewirkt werden. Es wäre aber auch möglich, dem Bindermaterial
aus Kunststoff andere Stoffe hinzuzufügen, die mit dem Grundmaterial aus Kunststoff
vermischt werden.
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Wäre es beispielsweise möglich, verkleinerte Abfälle aus Gummi oder
gummiähnlichen Kunststoffen beizufügen, die nach dem Vermischen einen Verbund mit
dem Grundmaterial aus Kunststoff eingehen. Hierbei hängt es von der Art und Zusammensetzung
des Zuschlagmaterials bs ob sich die Elastizität des Endproduktes vergrössert oder
verkleinert. Es wäre aber auch möglich, dem Grundmaterial aus Kunststoff Sand oder
sandähnliche Stoffe hinzuzufügen, die die Elastizität des Endproduktes verkleinern
würden.
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Bei Abnahme der Elastizität von oben nach unten n ert sich die Laufbahn
bzw. der Belag dem Verhalten natürlich gewa6hsenen Bodens. Wird aber umgekehrt die
Schichten folge derart angeordnet, daß die Elastizität nach unten zunimmt, entsteht
ein Effekt, der demjenigen bei Schwenkböden ähnelt, die oben hart sind und auf einer
weichen, nachgiebigen Schicht ruhen.
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Es wäre demzufolge auch möglich, den Belag als Unterlage für harte
Abdeckungen aus Holz oder dergleichen zu verwenden.
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In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
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Abb. 1 zeigt die Schnittansicht eines Zweischichtenbelages, bei dem
die Oberschicht größere elastische Formänderungen als die Unterschicht aufweist;
Abb. 2 zeigt die Schnittansicht eines Dreischichtenbelages, bei dem die Oberschicht
die größte elastische Formänderung aufweist, während bei den Unterschichten die
elastische Formänderung in der untersten Schicht am geringsten ist; Abb. 3 zeigt
die Schnittansicht eines Dreischichtenbelages, bei dem die Oberschicht die kleinste
elastische Formänderung aufweist, während bei den Unterschichten die elastische
Formänderung in der untersten Schicht am grössten ist.
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Bei den dargestellten Deckenbelägen in Abb; 1 und 2 nimmt also die
Elastizität von oben bis unten ab, jedoch wird infolge einer Mehrschichtenanordnung
eine stärkere Tiefenfederung erreicht, Bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 hat
die Belagschicht a die grösste Elastizität. Die Elastizität bei der Belagschicht
b ist kleiner, Beide Belazschichten a und b sind untrennbar miteinander' verbunden.
Sie liegen bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel auf einer mehr oder weniger
starren Schicht d, die beispielsweise aus Makadam bestehen kann Der Deckenbelag
bestehend aus den Schichten a, b kann auch als transportable Matte ausgebildet sein,
In diesem Fall liegt die Matte lose auf der Unterschicht d auf. Es wäre aber auch
möglich, die Schichten a und b im Naßverfahren auf die Schicht d aufzutragen. In
diesem Fall wären die Schichten a, b und d untrennbar miteinander verbunden, Für
das Ausführungsbeispiel nach Abb. 2 gelten im Prinzip die gleichen Grundsätze. Die
Belagschichten a, b, c , deren Elastizität von oben nach unten abnimmt, können als
transportable Matte ausgebildet sein, In diesem Fall liegt die Matte,bestehend aus
den Schichten a, b, c, lose auf der Unterschicht d auf. Es wäre aber auch möglich,
die Schichten a, b, c, im Nassverfahren aufzutragen. In diesem Fall wären die Schichten
a, b, c, unlösbar mit der Unterschicht d verbunden, Für das Ausführungsbeispiel
nachAbb. 3 gilt im Prinzip das gleiche, Nur nimmt hier bei den Belagsschichten die
Elastizität von oben nach unten zu, so daß die Belagschicht e die geringste und
die Belagschicht g die grösste Elastizität aufweist. Auch dieser Belag kann als
bewegliche Matte Verwendung finden, Die Schichten können aber auch im Naßverfahren
aurgetraten werden, Bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 könnte ein harter Bodenbelag,
z,B, aus Holz auf die Schicht e aufgelegt werden, Da die Elastizität
von
oben nach unten zunimmt, würde ein ähnlicher Effekt wie bei Schwinböden erreicht
werden.
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Mehrschichtenbeläge dieser Art haben darüber hinaus noch den Vorteil,
daß bei der verschiedenen Materialzusammensetzung der Schichten auch eine stärkere
Wärmedämmung eintritt. Diese grössere Wärmedämmung hat zur Folge, daß die Bodenwärme
gegen die Atmosphare besser isoliert ist, so daß solche Beläge länger entsprechend
der Jahreszeit benutzt werden können,