DE1810975A1 - Verfahren und Einrichtung zur kombinierten Muell-Klaerschlammbeseitigung - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur kombinierten Muell-KlaerschlammbeseitigungInfo
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Description
VEREINIGTE KESSELWERKE AO Düsseldorf, Werdenerstr.3
• Patentanmeldung
Verfahren und Einrichtung zur kombinierten Müll-Klärschlammbeseitigung.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kombinierten Beseitigung von Müll und Klärschlamm sowie eine Ein- '
richtung zur Durchführung des Verfahrens.
Für Städte und Gemeinden wird die Lösung des Problems der hygienisch einwandfreien Beseitigung von Müll und
Klärschlamm immer dringender. Abgesehen davon, daß der für konventionelle Kläranlagen und für die Deponie
fester Abfälle benötigte Raum vielfach nicht mehr zur Verfügung steht, verbietet es sich auch mit Rücksicht
auf die Gesetze zur Reinhaltung der Luft und der Gewässer, Abfälle und Abwässer auf die bisher
übliche Art zu beseitigen. Haus- und Stadtmüll wird deshalb schon vielfach in besonderen Verbrennungsanlagen unschädlich gemacht. Die dabei entstehende
Wärme kann vorteilhaft zur Behandlung des anfallenden Klärschlamms genutzt werden.
Es sind bereits verschiedene Verfahren und Einrichtungen
für die Beseitigung von Müll und Klärschlamm in einer Anlage vorgeschlagen worden, von denen die
Einspritzung des Klärschlamms in die Rauohgase einer Müllverbrennungsanlage besonders vorteilhaft und einfach
ist, weil dabei nicht nur der Klärschlamm beseitigt wird, sondern auch gleichzeitig die durch die
Müllverbrennung entstehenden Rauchgase gekühlt werden.*
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ORlGtNALlHGPSCTED
Als Beispiel sei das deutsche Gebrauchsmuster N* 1 994 438 genannt. Wenn in die Anlage nach diesem
Gebrauchsmuster soviel Klärschlamm eingespritzt Mird,
daß die Rauchgase von der Feuerraumtemperatur auf die Entslaubungstemperatur von etwa 2oo - 3oo *G abgekühlt werden« so muß man in Kauf nehmen, daß nur
ein Teil der Feststoffe des Klärschlamms vollständig verbrennt., während der andere Teil nur getrocknet
wird, da im Temperaturbereich unterhalb von etwa 7oo°C ein Verbrennen des Trockenstoffes nicht mehr
zu.erwarten ist. Es besteht dann das Risiko, daß
bei nicht ausgefaultem Klärschlamm unterhalb von
7oo - 750 eC die Rauchgase nicht mehr geruchfrei
sind.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht demnach darin, Klärschlamm in Verbindung mit einer
Müllverbrennungsanlage und unter Ausnutzung der durch
die Müllverbrennung entstehenden Wärme auf wirtschaftiiehe
und hygienische Weise so zu behandeln«
daß ein völliger Ausbrand der im Klärschlamm enthaltenen Trockenstoffe gewährleistet ist. Zur Lösung
wird vorgeschlagen, das oben beschriebene, einfache Verfahren gemäß obigem Gebrauchsmuster zu kombinleren
mit einem Schlammentwässerungsv/erfikhren, wobei vorteü-hafterweise
das sogenannte Kohlmann-Verfahren nach der Patentanmeldung K 60 784 angewendet werden
kann. Beil Kombination der beiden Verfahren gemäß der Erfindung^ wird der Klärschlamm in einer Entspannungsverdampferanlage
eingedickt und anschließend in die Rauchgase! einer Müllverbrennungsanlage eingespritzt.
Hierbei wird die eingespritzte SchfLamm&nge in Abhängigkeit
von der aus der Verbrennung des Mülls anfallenden Rauchgaswärme so geregelt,wipd daf| die Rauchgase auf ,
700-7500Cj abkühlen. Die weitere Abjcühlung der Rauchgase
auf Entstaubungstemperatur erfolgt teilweise oder ganz über wasser- und dampfdurchflossene Heizflächen,
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in denen der für die Eindickung des Klärschlamms
in der Entspannungsverdampferanlage benötigte Dampf
gewonnen wird. Die Menge des einzuspritzenden Schlamms wird der Verbrennungsleistung der Müllfeuerung angepaßt«
indem zum Beispiel der Eindickungsgrad des Rohschlamms beeinflußt wird, sei es durch mehr oder
weniger lange Verweildauer des Rohschlamms in der Entspannungsverdampferanlage oder sei es durch Zu-
oder Äb&ehalten einzelner Stufen*
Zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und Betriebssicherheit
wird als weitere Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, der Entspannungsverdampferanlage
ein mechanisches Verfahren zur Abscheidung der gröberen und schwereren Feststoffbestandteile
aus dem Ronschiamra vorzuschalten und die abgetrennten
Peststoffe zusammen mit dem Müll in der Feuerung zu verbrennen.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand des in der belügenden Zeichnung dargestellten Beispiels für
eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens näher erläutert.
Mit 1 1st die mechanische Abscheideanlage bezeichnet,
die Je nach den spezifischen Gegebenheiten vorgeschaltet
werden kann, un die groben Feststoffe aus dem Rohschlamm abzutrennen. Zu diesem Zweck kann zum Beispiel
vorteilhaft eine Zentrifuge, wie in der deutschen Patentanmeldung P 17 51 751.ο beschrieben, eingesetzt
werden. Die abgetrennten Feststoffe werden der Feuerung 2 zugeführt und dort mit dem Müll verbrannt.
Das Schlammwasser wird Über einen Wärmetauscher J5 durch die Pumpe 4 in den Entspannungsverdampfer '
5 gepumpt. Über eine Leitung mit der Pumpe 6 wird der Schlamm dann durch einen Wärmetauscher j$f gedrückt
und gelangt Über das Druckhalteventil 7 wieder in den Entspannungsverdampfer 5, wo er ausdampft. In den
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INSPECTED
Anlageteilen 5, 6, 3' und 7 wird der Schlamm mehrfach
umgewälzt, wobei die anfallenden Brüden Über die Leitung 8 aufgefangen, zur Afheizung des Schlammwassers
im Wärmetauscher 3 verwendet und dann als sauberes Kondensat
abgeleitet werden. Die UmIaufmenge wird durch
Zugabe von Rohschlammwasser über die Pumpe Λ ergänzt.
Das bei der Umwälzung und Eindampfung entstehende Konzentrat wird über die Pumpe 4' in die nächste Stufe
mit dem Entspannungsverdampfer 5', der Pumpe 6*, dem
Wärmetauscher 3", dem Druckhalteventil 71* der Leitung 8'
und weiter in die dritte Stufe mit den entsprechenden Einrichtungen V, 5", 6", 7", 8" und dem Wärmetauscher
9 geleitet und in den einzelnen Stufen mehrfach umgewälzt. Auf diese Weise heizen die Schlammbrüden der
jeweils folgenden Stufe das Umwälzschlammwasser der vorhergehenden Stufe auf. Die erforderliche Wärme für
die letzte, heißeste Stufe wird in dem dargestellten Beispiel von dem Sattdampf abgegeben, der in den der
Feuerung 2 nachgeschalteten Heizflächen Io erzeugt und
dem Wärmetauscher 9 über die Leitung 11 zugeleitet wird. Das am Ende der Entspannungsverdampferstufen anfallende
Schlammkonzentrat wird durch einen oder mehrere Zerstäuber 12 in die heißen Rauchgase aus der Feuerung
eingespritzt und kühlt die Rauchgase auf etwa 7oo ->
75° eC ab. Erfahrungsgemäß ist bei dieser Temperatur ein völliger Ausbrand der eingespritzten Schlammfeststoffe
gewährleistet. Die weitere Kühlung der Rauchgase auf die Entstaubungstemperatur von etwa 2ooeC
erfolgt in den Heizflächen Io, in denen der Dampf für
die Aufheizung des Schlammwassers im Wärmetauscher 9
erzeugt wird. Eventuell anfallender Überschußdampf
steht für andere WärmeVerbraucher zur Verfügung.
Die Anzahl der Entspannungsverdampferstufen kann je
nach den Verhältnissen frei gewählt werden. Sie wird
durch das Mengenverhältnis bestimmt, in dem Klärschlamm und Müll anfallen. Es genügt eine Stufe, im
Betrieb wirtschaftlicher sind aber mehrere,Stufen,
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die gegebenenfalls auch bei Bedarf teilweise abgeschaltet
werden können, um Schwankungen im Verhältnis zwischen den anfallenden Schlamm- und
Müllmengen abzufangen. Bei einer Vielstufenanlage ist der Wärmeverbrauch zur Eindickung des Schlamms
geringer als bei einer einstufigen Anlage« so daß man mit kleineren MUllmengen auskommt* Sollte das
Verhältnis Müll zu Klärschlamm steigen« so kann der Übersohußdampf für andere Wärmeverbraucher genutzt
werden. ·
Die Kombination der genannten Verfahren bietet besondere Vorteile durch Anpassungsfähigkeit. Die
einzuspritzende Schlammenge kann leicht variiert werden« wenn dies mit Rücksicht auf die Qualität
oder Quantität des zur Verbrennung gelangenden Mülls erforderlich 1st. Alle anfallenden Klärschlamm- und
Müllmengen können auoh dann umgehend beseitigt werden« wenn ihr Verhältnis zueinander schwankt«
weil wohl die Menge nicht aber die Peststoffkonzentration
des eingespritzten Schlamms der Müllfeuerungsleistung
angepaßt werden muß. Bei erhöhter Feuerungsleistung kann die Einspritzmenge vergrößert werden«
indem der anfallende Klärschlamm in der Entspannungsverdampferanlage
weniger starlp eingedickt wird. Eine unterschiedliche Eindickung kann mit konstanter Heizdampfmenge
erzielt werden. Bei zum Beispiel sehr wasserreichen Schlämmen von etwa-98 % Wasser werden
in der Verdampferanlage mehr Stufen dwä gewählt als bei einer» Anfangsfeuchtigkeit von nur 95 %· Sollte der
Wassergehalt im Betrieb schwanken« so kann durch Zu- oder Abschalten von Verdampferstufen eine entsprechende
Entwässerung erreicht werden. In jedem Pail 1st eine völlig geruohfreie Beseitigung aller
anfallenden Klärschlamm- und Müllmengen gewährleistet.
Das Verfahren ist unkompliziert und wirtschaftlich,. Die durch die Verbrennung des Mülls entstehende
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ORIGINAL INSPSCTED
wärme, die oft ungenutzt bleitot und in teuren
Verfahren i-»nd Anlagen abgebaut werden muß, wird
vortp Äft zur Klärsohlammbeseitigung verwendet.
Bus verfahren ist nicht auf die Behandlung von
Klärsehlamm aus städtischen Abwässern und auf Hausmüll beschränkt sondern auoh geeignet für die
Beseitigung anderer fester und flüssiger Abfülle zum Beispiel aus der Industrie*
/7 - Patentansprüche
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Claims (2)
- " 1*8ίθ975VEREINIGTE KESSELWERKE AQ Düsseldorf, Werdenerstr.3Patentansprüche1, Verfahren zur kombinierten Müll-Klärschlammbeseitigung dadurch gekennzeichnet, daß der Klärschlamm In einer Entspannungsverdampferanlage eingedickt und anschließend in die Rauchgase einer Müllverbrennungsanlage eingespritzt wird, wobei die eingespritzte Klärschlammenge in Abhängigkeit von der aus der Verbrennung des Mülls anfallenden Wärme so geregelt wird, daß die Rauchgase auf 7oo-75o°C abkühlen, und daß die weitere Abkühlung der Rauchgase auf Entstaubungsteraperatur teilweise oder ganz über wasser- und daiapfdurchflo'ssene Heizflächen erfolgt und daß ein Teil oder die gesamte Menge des gewonnenen Dampfes für die Eindickung des Klärschlaaras la der Entspannungsverdampferanlage benutzt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch I dad-·, gekennzeichnet, daß ein Teil der Feststoffe «us dem Klärtahlamm mechanisch entfernt wird, bevor der Klärschlamm in der Entspannungsverdämpferanlage eingedickt wird, und daß die abgetrennten Feststoffe fflit dem Müll in der Feuerung verbrannt werden.3« Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine an sich bekannte Müllverbrennungsanlage, eine Einspritzvorrichtung (11) für Klärschlamm oberhalb der Feuerung (2) und wasser- und dampfdurchflossene Heizflächen (Io) in den nachfolgenden Rauchgaszügen, sowie durch eine Verbindungsleitung (11) vom Dampfrau« der Heisflächen (lo) «u einem Wärmetauscher (9)* welcher zu einer Sntspannungsverdampfer&nlage für Klärschlamm gehört, die aus einer oder mehreren Schlammpumpen (4, 4*, 4"), 009824/0965/8BAD ORIGINALJ 810975einem oder mehreren Wärmetauschern (3, 3* > 3") mit Druckhalteventilen (7, V » 7"), Entspannerverdampfergefäßen (5, 5** 5") mit Brüdenleitungen (8, 8«, 8") besteht.4* Einrichtung nach Anspruch 4 zur Durchführung des Verfahrens naeh den Ansprüchen l und 2 dadurch gekennzeichnetι daß der Entspannungsverdampier* anlage eine Zentrifuge zum Abseheiden der Grob* und Schwerstoffe aus dem Rohsehlamm vofgesehalet ist*009824/0965
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