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Verfahren und Vorrichtung zum Verbinden von textilen Fadensträngen
und -bändern Die Erfindung betrifft das Spleißen oder Verbinden von textilem Strangmaterial,
das aus einem oder mehreren endlosen Fäden besteht. Die Erfindung umfaßt Verfahren
zum Verbinden von Strängen und Bändern aus einer Vielzahl von Fäden mit oder ohne
einbezogene Stapelfasern sowie zum Verbinden von Monofilamenten und multifilen 3ändern.
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Die Erfindung ist ferner auf ein Verfahren zum Verbinden von textilen
Strängen und Bändern gerichtet, die irreversibel dehnbar sind und beispielsweise
aus Fäden bestehen, die auf eine bleibend erhöhte längs verstreokbar sind.
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Es besteht ein erhebliohes Beürfnis für ein einfaches zuverlässiges
und billiges Verfahren sum Spleißen oder Verbinden von Strängen und Bändern als
Ersatz für das altmodische Verfahren des Anschnürens und Anknotens, das sein Nachteile
hat, da es zu Knotenbildung und Bruch der Stränge und Bänder bei der normalen Textilverarbeitung
führt. Bei einigen Verfahren zum Verbinden oder Spleißen von textilen Strängen und
Bändern werden Lösungsmittel verwendet oder Fäden des Stranges oder Bandes geschmolzen.
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Diese Verfahren sind auf thermoplastische Materialien besohränkt.
Blasverfahren, bei denen Luft o.dgl. auf oder durch die textilen Stränge und Bänder
geblasen wird, wZ
die Fäden zu verwickeln, wurden ebenfalls, vorgeschlagen.
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Diese und andere Spleißverfahren sind entweder so kompliziert, daß
sie zu teuer sind, oder unzuverlässig ihre Wirkungsweise, oder sie ergeben eine
unerwünschte knotenartige oder sonstige Verdickung an der Verbindungsstelle selbst
oder in einem Teil der Verbindungsstelle.
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Hauptgegenstand der Erfindung ist ein verbessertes Verfahren zum Verbinden
von textilen Strangmaterialien oder Bändern mit Hilfe eines gasförmigen und/oder
flüssigen Mediums und eine tragbare, mit einem Abzug betätigte Vor-,' richtung zur
Durchführung dieses Verfahrens. Wahlweise kann im Rahmen der Erfindung ein Klebstoff
auf die nach dem Blasqerfahren verbundenen Stränge und Bänder aufgebracht werden.
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Die Erfindung betrifft ferner eine verbesserte Splissung oder Verbindung
von verstreckbaren textilen Strängen oder Bändern ohne Rücksicht auf die Verbindungsmethode
sowie ein Verfahren zum kontinuierlichen Verstrecken oder gleichzeitigen Verstreoken
und Kräuseln von verstreckbaren textilen Strängen und Bändern vo von endlicher Länge,
die an ihren Enden miteinander verbunden sind.
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Die Erfindung wird naohstehend in Verbindung mit den Abbildungen beschrieben.
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Fig.1 aeigt perspektivisch einen Teil einer Vorrichtung für die Durchführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung.
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Pig.2 zeigt als Seitenansicht teilweise im Schnitt die Vorrichtung
gemäß der Erfindung einschließlich des in Fig. dargestellten Teils (im Querschnitt)
und zwei eingelegte, zu terbindende Bänder0 Fig.3 zeigt eine Stirnansicht von zwei
zu verbindenden Strängen oder Bändern im vergrößerten Maßstab.
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Fig.4 ist eine Seitenansicht eines Teils der in Fig.2 dargstellten
Vorrichtung, wobei ein Teil dieser Torrlohtung
in verschiedenen
Stellungen dargestellt ist.
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Fig.5 ist eine Seitenansicht des in Big.1 dargestellten Teils der
Vorrichtung mit den zu verbindenden eingelegten Strängen.
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Fig.6 ist eine Seitenansicht der erhaltenen Verbindung von textilen
Strängen.
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Fig.7A ist'ein Schnitt durch die Verbindung längs der Linie 7A-7A
von Fig,6 im gleichen Maßstab wie fig.3.
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Fig .73 ist ein Schnitt län@@ der Linie 7B-73 von Fig.6.
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Fig.8 ist ein Kästchenschima, das veranschaulicht, wie unverstreckte
textile Stränge die Stufen des Spleißen oder Verbindens und Verstreckens durchlaufen.
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Fig ist ein Kästchenschema der nebeneinandergelegten odelz überlappten
Endteile von zu verbindenden Strängen.
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Fig.10 zeigt schematisch das aufeinanderfolgende Verstrecken und Kräuseln
oder eine kombinierte Verstreekung und Kräuselung von textilen Strängen und Bändern.
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Gemäß der Erfindung werden textile Stränge und Bänder durch Aufblasen
von Gasen oder Flüssigkeiten verbunden, indem man die zu verbindenden Stränge nebeneinander
legt, das verwendete Medium in Umfangsrichtung der nebeneinanderliegenden Strangstücke
kreisen läßt und hierdurch die Fäden beider Stränge ineinanderwirbelt, wobei eine
untrennbare Splissung oder Verbindung hergestellt wird, die sich dadurch auszeichnet,
daß sie Uber ihre gesamte länge einen praktisch konstanten Durchmesser hat. Klebstoffe
in flüssiger Form können gegebenenfalls in der gleichen Weise aufgetragen werden,
indem sie in den Strömungsweg geblasen werden. Beim Verbinden von Strängen, die
auf eine größere länge verstreokbar sind, wird die Aufgabe, die die Erfindung sich
stellt, gelöst, indem einer der zu verbindenden Teile, z.B. ein Endteil eines der
zu verbindenden beiden Teile, vorgereckt wird.
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Eine Ausführungsform einer Vorrichtung, die sich zum Gas- oder Flüssigkeitsspleißen
gemäß dekor Erfindung eignet, umfaßt eine röhrenförmige Kammer, die an beiden Enden
offen ist, einen Schlitz aufweist, der sich von einem Ende zum anderen Ende erstreckt
und über seine ganze länge nach außen offen ist, und zwischen den Enden mit einem
Gas- und Flüssigkeitseintritt versehen ist, der von außen in das Innere der Kammer
führt.
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Die Fig.l zeigt die Spleißkammer 11 in Form eines rechteckigen Quaders
mit einer in Längsrichtung von einem Ende zum anderen Ende verlaufenden zylindrischen
Bohrung 12 und einem Schlitz 13, der sich auf der Oberseite von einem.
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Ende zum anderen erstreckt und über seine ganze Länge mit der Bohrung
12 in Verbindung steht Ein Rohr 14 ist in eine Seite des Blocks in der Mitte zwischen
dessen Enden und an einer Stelle, die näher an der mit dem Schlitz versehenen Oberseite
des Blocks als an der Unterseite liegt, eingesetzt und endet im wesentlichen tangential
zum zylindrischen Innenraum, Am Boden des Blocks ist ein über dessen Enden hinausragendes
Band 15 befestigt, von dem an jedem Ende eine Klemme 16 bis über die Achse der Bohrung
hinaus nach oben ragt.
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Fig.2 zeigt als Seitenansicht, und teilweise im Schnitt die Spleißvorrichtung
10 gemäß der Erfindung einschließlich der (im Querschnitt gezeigten) in Fig.1 dargestellten
Kammer 11. Ungefähr in der Achse der Kammer sind zwei Stränge 1, 1' mit gleichem
Querschnitt dargestellt. Die Stränge sind vergrößert in Fig.3 dargestellt. Hieraus
ist ersichtlich, daß jeder Strang eine Vielzahl von Einzelfäden enthält. Die dem
Betrachter niherliegende Klemme, die die Stränge außerhalb der rammer hält, befindet
sich vor dem Querschnitt in Fig02 und ist daher nicht sichtbar.
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Die weitere Klemme, die normalerweise an der Rückseite sichtbarewäre,
ist der deutlichen Darstellung halber weggelassen.
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Zur Spleißvorrichtung gehört außer der Kammer und den daran befestigten
Teilen die Pistole 21, die mit einem Zuführungsansohluss 22 am unteren Ende des
Griffs 23 versehen ist. Der Zufährungsschlauch 24 für Luft oder ein anderes erstes
(vorzugsweise gasförmiges) Medium ist am Zuführungsanschluss befestigt. Die obere
Stellmutter 25 begrenzt den Zufluss des Mediums, der durch Niederdrücken des schwenkbar
befestigten'Abzugsbügels 20 ausgelöst wird.
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An der Pistole ist ferner ein Behälter 31 für eine wahlweise verwendete
Harzlösung oder ein ähnliches (vorzagsweise flüssiges>. zweites Medium befestigt,
der oben in die Kappe 32 geschraubt ist, die am Anschluss 33 am Lauf 29 der Pistole
befestigt ist. Die untere Stellmutter 26 begrenzt den Zufluss des zweiten flüssigen
Mediums aus dem Behälter, das mit dem ersten gasförmigen Medium beispielsweise durch
Ansaugung durch den Lauf und aus dem Lauf herausgeschleudert wird.
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Fig.4 zeigt den Abzug 20 der Spleißpistole in drei verschiedenen aufeinanderfolgenden
Stellungen: A (ausgezogene Linie), B (strichpunktierte Linie) und C (gestrichelte
Linie). A ist die AUS-Stellung (kein Gas- oder FlUssigkeitsdurchgang), B die BLAS-Stellung
(nur Gasdurchgang) und C die STRAHL-Stellung (Durchgang von Gas und FlUssigkeit).
Das Innere der Pistole ist zwar nicht dargestellt, jedoch kann eine übliche Spritzpistole
für Anstrichstoffe verwendet werden, bei der die gewünschte Wirkung und Regelung
mit Hilfe von gleitenden Ventilteilen erzielt werden, die allmählich (nicht dargestellte)
Ventilkolben so bewegen, daß sie innere Ventile in den Gas- und Flüssigkeits-Zuführungsleitungen
nacheinander frei geben. Der Grad, in dem dies geachieht, wird festgelegt durch
die Einstellung der jeweiligen Stellmuttern, die die Stellung oder wirksame Länge
der Ventilkolben verändern.
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In der Praxis der Erfindung werden mehrere (gewöhnlich zwei, jedoch
kann auch eine größere Anzahl verwendet werden)
von Strängen mit
ihren Enden nebeneinandergelegt, wobei. sie sich über eine Länge überlappen, die
wenigstens so groß ist wie der Abstand zwischen den Klemmenw16. Die Stränge werden
durch den Schlitz 13 in der Oberseite des die Kammer 12 enthaltenden Blocks eingeführt,
bis sie von den Klemmen aufgenommen worden sind, die die überlappten Strangenden
im wesentlichen in der Achse der Bohrung 12 halten, wie in Fig.5 dargestellt. Nachdem
die Stränge in dieser Weise eingelegt worden sind, wird der Abzug aus der Stellung
A (AUS) in die Stellung B (BLASEN) kurzzeitig (zOB einige Sekunden) niedergedrückt,
worauf Luft (oder ein anderes geeignetes Gas, z.B. Kohlendioxyd oder Stickstoff)
unter Druck und gegebenenfalls im heißen Zustand aus dem Lauf 29 der Pistole durch
das Verbindungsrohr 14 in die Kammer geblasen wird. Durch den auf diese Weise in
die Kammer eingeblasenen Gasstrom werden die nebeneinanderliegenden Strangenden
gedreht und in einem solchen Maße herumgewirbelt, daß die Fäden jedes Endes sich
mit den Fäden des anderen Endes verwickeln0 Das Ergebnis ist in Fig.6 dargestellt.
Die Teile der Stränge zwischen ihren freien Enden und der gleichmäßig verdickten
Verbindungastelle (die längs eines großen oder des größten Teils der Länge der Kammerbohrung
gebildet wird) sind nicht gespleißt und sind herabhängend in Fig.5 und 6 in der
gleichen Weise dargestellt.
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Durch die erzielte Verbindung wird ein einheitlicher Strang erhalten,
da die Fäden in einem solchen Maße ineinander verwickelt werden, daß die ursprünglichen
gesonderten Strangenden nicht mehr erkennbar sind. Fig.7A zeigt (in etwas stilisierter
Form) einen repräsentativen Quersohnitt durch den Teil der Verbindung, die vorher
im wesentlichen in der Mitte zwischen den Kammerenden lag, wobei die durchechnittenen
Fäden im wesentlichen in Stirnansicht zu sehen sind. Die Ebene, in der die Stränge
dargestellt sind, ist, wie auf der Darstellung der Verbindungsstelle
in
Fig.3 angedeutet, gleichzeitig der Ort der maximalen Drehung durch den Strahl. An
dieser Stelle ist die Struktur etwas lockerer, d.h. ea ist ein größerer Zwischenraum
zwischen den Fäden ohne Vergrößerung des Strangdurchmesserß als an anderen Stellen
in der Verbindungsstelle auger an den freien Enden vorhanden. Dies ist wahrscheinlich
darauf zurückzuführen, daß die Fäden an der Stelle, wo der Drall des Strangs (zum
großen Teil durch induzierten wFalschdrall" erzeugt) sich umkehrt, d.h. mehr oder
weniger in der Mitte der Verbindung, im wesentlichen gerade und parallel sind. Die
Zwischenräume an dieser zentralen Stelle sind für die Aufnahme und Zurkokhaltung
eines gegebenenfalls verwendeten Klebstoffs besonders zugänglich.
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In Fig.7B, die einen (in der gleichen Weise stilisierten) repräsentativen
Querschnitt durch die Verbindungsstelle an einer Stelle zwischen der Mitte und dem
Ende darstellt, ist die Struktur im allgemeinen der in Fig.7A gezeigten ähnlich,
jedoch unterscheidet sie sich von dieser dadurch, daß sie Fadenquerschnitte, die
etwas länglicher oder elliptischer sind, und demzufolge etwas kleinere Abstände
zwischen den Fäden aufweist. Dies ist auf den Drall und darauf zurückzuführen, daß
die Fäden ineinander verwickelt worden sind. Natürlich ist die verhältnismäßig gleichmäßige
Stilisierung in der Darstellung der Einzelfäden lediglich eine Annäherung. Bei einer
wirklichen Verbindungsstelle könnte eine größere Variation in der Richtung der größeren
und kleineren Achsen in den jeweiligen allgemein elliptischen Querschnitteninfolge
der Variation der Fadenorientierung und des Winkels, mit dem die jeweiligen Fäden
die Ebene des Schnitts schneiden, erscheinen. Eine Schraffierung zur Kennzeichnung
des Querschnitts ist in Fig.7A und 7B wegen der geringen Größe nicht vorgenommen
worden.
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Im allgemeinen ist es unmöglich, auch ohne Verwendung eines Klebstoffs
die Verbindung zu lösen und die ursprünglichen Strangenden wieder herzustellen.
Dies kann nur durch eine sehr mähselige Trennung der Einzelfäden von Hand erfolgen.
Durch die bei der üblichen Teitilverarbeitung auftretenden Spannungen wird die Verbindung
ebenfalls nicht gelöst. Durch übermäßige Spannungen können ,Einzelfäden oder sogar
sämtliche Fäden reißen, bevor die Spleißstelle oder Verbindungsstelle sich selbst
löst.
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Wenn eine größere Sicherheit der Verbindungsstelle gewünscht wird1
s.B. bei Strängen mit verhältnismäßig wenig Fäden oder in sonstigen Fällen, wird
durch weiteres Niederdrücken des Abzuges in die Stellung a (Strahl) ein flüssiges
Harz oder ein ähnlicher Klebstoff aus dem Behälter 31 zerstäubt und durch den Strom
der Luft oder eines anderen Gases in die Kammer und auf die Fäden geschleudert,
wo er fest wird und die Stränge in ihrem verbundenen oder verspleißten Zustand hält.
Gegebenenfalls kann Wärme durch eine geeignete Vorrichtung, z.3. eine Heizschlange
in der Kammer, sur Einwirkung gebracht werden, um das Harz nach dem Auftrag zu härtens
Geeignete Harze sind dem Fachmann bekannt. Sie können teilweise durch Verdunsten
eines Lösungsmittels oder Dispergiermittels oder durch katalytische Wirkung gehärtet
werden, wobei in beiden Fällen Wärme zu diesem Zweck zur Einwirkung gebracht werden
kann, gleichgültig, ob es sich um hitzehärtende Harze handelt oder nicht. Als Beispiele
leicht erhältlicher Harze seien Melamin-Formaldehyd-Harze, Harns toff-Formaldehyd-Harze
und Epoxyharze genannt. Geeignet sind ferner zahlreiche Naturharze.
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Die Verbindung muß mit abgeschalteter Luft oder fast abgeschalteter
Luft in ihrer Lage gehalten werden, um eine Veränderung der' Lage der Fäden während
des Härtens des Harzes zu vermeiden. Hierbei kann erhitzte Luft mit verringerter
Geschwindigkeit
aufgeblasen werden. Hierzu wird der Abzug zwischen der Stellung B (BLASEN) und der
Stellung A (AUS) leicht niedergedrückt. Hierdurch wird die Verklebung besohleunigt,
ohne die Verbindung zu lösen.
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Die Verwendung eines flüssige Klebstoffs wird besonders für Fälle
empfohlen, bei denen ein oder mehrere Monofilamente (d.h. Stränge, die jeweils aus
einem Faden bestehen) mit einem oder mehreren Strängen aus einer Vielzahl von Fäden
verbunden werden, oder in denen mehrere Monofilamente miteinander verbunden werden.
Dies kann sich auch als vorteilhaft erw@isen, wenn die Fäden verhältnismäßig hohe
Biege- und Torsionsmodule haben, bei denen sie zur Lösung der Verbindung neigen.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Verbindungsstelle stark gebogen oder
geknickt wird, beispielsweise bei der adsohließenden Verarbeitung des Strangs oder
bei einem Gewebe, das den gespleißten Strang enthält.
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Ohne Rücksicht darauf, ob ein Harz oder sonstiger Klebstoff autgetragen
wird oder nioht, wird die Verbindung durch den Schlitz aus der Kammer genommen,
und die nicht verspleißten Enden oder "SohwWnze" werden vorzugsweise entfernt, indem
sie in der Nähe ihres Uebergangs sur Verbindungsstelle selbst abgeschnitten werden.
Bei der Hand hebung der verbundenen Stränge während der normalen textitan Verarbeitungsgänge
sind keine besonderen Vorsiohtsmaßnahmen notwendig. Das Spleißverfahren ist schnell
und leicht. Gegebenenfalls kann die Spleißvcrriohtung nit einer (nicht dargestellten)
automatischen Zeitschaltvorrichtung versehen werden, die auf verachiedene Spleißzeiten
einstellbar ist, beispielsweise für Stränge und Bänder, deren Zusammensetzung, Gesamttiter,
Einseltiter, Spannung oder Drehung unterschiedlich ist.
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Im Gegensatz zu den bekannten, mit Gasen und Flüssigkeiten arbeitenden
Spleißverfahren ist die Erfindung besonders
vorteilhaft für die
Verbindung von Strängen und Bändern, die einen starken Drall haben, d.h. in Fällen,
in denen einer oder mehrere der Stränge mehr als etwa 0,5 Drehung bis 1 Drehung
oder mehr pro cm aufweisen. Während ciie Verbindung gebildet wird, zumindest bei
gleicher Richtung der Drehung, wird die Drehung an einer Seite von einer Zwischenstelle
oder Bbene aus wenigstens teilweise gelockert (und gewöhnlich umgekehrt) und an
der anderen Seite etwas enger gezogen. Das Ergebnis ist die Bildung einer sicheren
Verbindung, die in Längsrichtung zu dieser Zwischenstelle etwas asymmetrisch sein
kann. Wenn der Drall in den nicht verbundenen Strängen gleich und entgegengesetzt
ist, ist die erhaltene Verbindung in Längsrichtung symmetrisch, d,h. die Stelle
oder Ebene der Ungleichmäßigkeit oder Unterbrechung in der falschgedrallten Spleißstelle
liegt zentral. Natürlich ist das Spleißverfahren gemäß der Erfindung ebenso gut
für Stränge geeignet, die wenig oder keinen Anfangadrall haben.
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Ebenso ist es nicht notwendig, die Spannung in den zu verbindenden
Strängen zu erhöhen oder zu verringern, da ungespannte Stränge bei niedrigen Drücken
des Mediums oder resultierenden Geschwindigkeiten behandelt werden können und die
Strömung entsprechend der steigenden Spannung des Strangs gesteigert werden kann.
Es ist häufig erwünscht, das Medium zu Beginn mit niedrigem Druck oder niedriger
Geschwindigkeit aufzublasen und den Strom während der Bildung Jeder Verbindung,
d.h. während der Drehbewegung wesentlich zu steigern. Während nach dem Aufhören
der Strömung die Falschdrallwirkung aufhört und nach dem Herausnehmen aus den Halteklemmen
der Spleißvorrichtung der induzierte Falschdrall weitgehend aufgehoben wird, bleibt
gewöhnlich an der Zwischenstelle in der Verbindung eine gewisse Unterbrechung oder
Ungleichmäßigkeit des Drall8 surUak, und geringe Ungleichmäßigkeiten oder Unter
breohungen des Drall kännen an Jedem Sunde des verbundenen
Teils
auftreten, da er das Bestreben hat, den Drall (oder dessen Fehlen) in den angrenzenden
einfachen Strangteilen ansunehmen, aber nicht ganz annehmen kann.
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Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren zum Verbinden von Strängen,
gleichgültig> ob sie mit einem Lösungsmittel oder Erweichung durch Wärmeeinwirkung
oder Verwicklung unter Lufteinwirkung arbeiten, wird beim Verfahren gemäß der Erfindung
keine Verdickung oder ein Knotenartiges Gebilde in der Mitte der Verbindung gebildet,
vielmehr wird eine Verbindungsstelle erhalten, die einen im wesentlichen gleichbleibenden
Durchmesser hat. Im äußeren Aussehen ist der Zwischenteil der Verbindung, an dem
die Diskontinuität des Drall (gewöhnlich Umkehrung des Dralls) vorhanden ist, kaum
verändert, außer daß er größer ist als die anfänglichen Stränge. Die Fäden sind
an dieser Zwischenstelle relativ parallel. Zwar straffen sie sich natürlich unter
Spannung, jedoch lockern sie sich wieder unter Spannungsfreien Bedingungen wie in
den ursprünglichen Strängen unter gleichen Bedingungen. Wenn ein Harz oder anderer
Klebstoff zugesetzt wird, fließt er hauptsächlich in die Zwischenräume des Zwischenteils,
wo er haftet und fest wird, ohne die Fäden auseinanderzudrücken und auf diese Weise
die Verbindung zu verdicken.
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Andere Verfahren zum Verbinden von Fadensträngen und Bändern mit Hilfe
von Gasen und Flüssigkeiten sind in den U¢S.A.-Patentschriften 3 273 330, 3 306
020, 3 339 362 und 3 345 809 und in der britischen Patent3chrift 956 992 beschrieben.
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Ungeachtet der relativen Vorteile der genannten oder anderer Verfahren
zum Verbinden von Fadensträngen und -bändern aus unverstreokbar oder vollständig
verstreckten Fäden mit Hilfe von Gasen und Flüssigkeiten ist die Sicherheit der
Verbindung bedroht, wenn sie zum Verbinden von Strängen und Bändern von Fäden angewendet
werden, die auf
eine größere Länge verstreckbar sind, besonders
während einer anschließenden Verarbeitunesstufe, in der eine Veratreckung stattfindet0
Während des Verstreckens ist die Längenzunahme von einer Verjüngung auf einen kleineren
Durchmesser begleitet und beide Effekte begünstigen eine Trennung der verbundenen
Stränge oder Bänder. Selbst bei Verwendung eines Klebstoffs können die Fäden sich
davon lösen, während sie gereckt und verjüngt werden. Demgemäß wird eine weitere
Arbeitsweise gemäß der Erfindung für die Anwendung auf verstreckbare Stränge und
Bänder empfohlen, insbesondere solche, die absichtlich in einer anschliessenden
Verarbeitungsstufe verstreckt werden sollen.
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Die Methode zur Herstellung von sicher und zuverlässig verbundenen
Strängen und Bändern, die aus Fäden bestehen, die auf eine größere Länge verstreckbar
sind, sowie die weitere Verarbeitung solcher Stränge und Bänder wird nachstehend
in Verbindung mit den übrigen Abbildungen beschrieben. Bei dieser Arbeitsweise wird
eine Verbindung von unverstreckten Strängen und Bändern hergestellt, wobei der gespleißte
Teil eines der Stränge oder Bänder'auf eine bleibend vergrößerte zunge vorgereckt
wird.
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Fig.8 zeigt den verstreckbaren textilen Strang 1, der nacheinander
Spleiß- und Verstreckungsstufen durchläuft.
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Natürlich besteht der dargestellte Strang aus einer AsMinanderfolge
von Strangstücken von endlicher Länge, die mit ihren Enden miteinander verbunden
sind, jedoch sind die Verbindungsstellen nicht angedeutet.
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Fig.9 zeigt schematisch die Verbindung- von Strangßtücken 1' und 1",
die in dieser Reihenfolge als Bestandteile des Gesamtstrangs 1 angeordnet sind.
Die benachbarten'EndstUcke der jeweiligen Stränge oder, genauer gesagte der Strangstücke
werden überlappend nebeneinder gelegt und miteinander verbunden. Der sichtbare Endteil
des vorhergehenden Strangstücks 11 ist als unverstreckt bezeichnet, während
der
sichtbare Endteil des folgenden Strangstücks 1" als vorgereckt bezeichnet ist.
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Die eigentliche Verbindung kann in beliebiger geeigneter Weise vorgenommen
werden, wie vorstehend erwähnt. Das Vorrecken des bezeichneten Endteils eines Strangstücks
ist nicht dargestellt, weil es von Hand oder in beliebiger anderer gewünschter Weise
erfolgen kann. Beispielsweise kann das Strangende fest zwischen Daumen und Zeigefingler
einer Hand ergriffen und gegen eine geeignete HalSekraft, z.B. den Daumen und Zeigefinger
der anderen Hand, bis zu einem Teil, der einen geeigneten Abstand vom Ende hat,
gezogen werden. Die Größe oder der Grad der Reckung ist im wesentlichen das Maximum,
zu dem der Rohstoff des Padenstrangs fähig ist, und beträgt gewöhnlich etwa das
4- bis 8-fache der ursprünglichen Länge, d.h. es wird eine 4-fache bis 8-fache Verstreckung
vorgenommen. Wenn die Verstreckung von Hand erfolgt, fühlt man leicht den plötzlichen
Anatieg tes Zugmoduls an der Streckgrenze, wenn sich der Elastizitätsmodul einstellt.
Diese maxiale Verstreckung wird erreicht oder wenigstens annähernd erreicht, so
daß nur eine geringe oder keine weitere Reckung, die die Verbindung schwächen könnte,
nach der Bildung der Verhindung stattfindet.
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In der Praxis kann der zu verstreckende Strang in Form von Einzelsträngen
oder Strang stücken geliefert werden, die auf einzelne Spulen oder ähnliche Garnkörper
gewickelt sind, von denen sie abgewickelt werden. Das freiliegende Ende oder Außenende
eines aufgewickelten Strangs, der noch nicht verarbeitet worden ist, kann von Hand
gereckt und dann von Hand dberlappend neben das ungereckte Ende eines Strangs, der
abgewickelt wird> gelegt werden, worauf die beiden Strang enden miteinander verbunden
werden. Die nwesenheit des verstreckten Strangteils über die gesamte Länge der Verbindung
verhindert, daß der damit serkladene unverstreckte Endteil beim anschließenden Verstrecken
gereckt
wird. Demzufolge wird die Sicherheit der Verbindung nicht beeinträchtigt, wie es
der Fall sein könnte oder der Fall sein würde, wenn beide verbundenen Endteile nach
dem Verbinden auf eine größere Länge und einen verjüngten Durchmesser verstreckbar
wären.
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Die Erfindung ist nicht nur allgemein für Verarbeitungen geeignet,
bei denen eine Verstreckung erfolgt, sondern sie ist besonders vorteilhaft bei Verfahren,
bei denen außerdem eine Kräuselung vorgenommen wird. Fig.10 zeigt schematisch die
Verstreckung und Stauchkräuselung des textilen Strangs er Der Strang läuft über
aufeinanderfolgende Paare von Galetten 2, 3 und 4>5 und wird zwischen ihnen verstreckt.
Vom zweiten Galettenpaar läuft der Strang durch den Spalt zwischen zwei Speisewalzen
6,7 in die Stauchk@mmer 8, 8, aus der er in beliebiger geeignetr Weise, z.B. durch
(nicht dargestellte) Aufwickelwalzen abgezogen wird. Die nur schematisch dargestellte
Stauchkräuselvorrichtung kann von dem Typ zein, der in den U.S.A.-Patentschriften
3 279 025, 3 386 142, 3 348 283 und in den dort genannten Patentschriften beschrieben
ist, oder eine andere Stauchkräuselvorrichtung seine Wenn sie aus verstreckbaren
Strängen besteht, ist die gemäß der Erfindung hergestellte Verbindung besonders
vorteilhaft für eine kombinierte Verstreckung und Kräuselung, be der der Streng
entweder gleichzeitig oder unmittelbar aufeinanderfolgend ohne Rücksicht auf die
Art der Kräuselung verstreckt und gekräuselt wird. Verfahren zum gleichzeitigen
und unmittelbar aufeinanderfolgenden Verstrecken und Kräuseln sind beispielsweise
in den U.S.A.-Patentschritten 3 374 302 und 3 376 622 beschrieben Vielleicht die
am häufigsten verwendeten verstreckbaren Faserrohstoffe sind die Nylon-Typen (Polycarbonsäureamide),
z.B. Nylon 66 (Polyhe@amethylenadipinsäureamid), Nylon 6, Nylon 11, Nylon 610 und
faserbildende Copolymere dieser
Nylon-Typen einrchließlidh der
Terpolymeren. Weitere geeignete polymere Materialien für Fadenstränge und -Bänuer,
die der Behandlung gemäß der Erfindung einschließlich einer Kräuselung sowie Verstreckung
von verbundenen Strängen unterworfen werden sollen, sind die meisten thermoplastischen
faserbildenden Rohstoffe, z.B. polymerisierte Kohlenwasserstoffe (z.B. Polyäthylen
und Polypropylen), Polyester (z.B. Polyäthylenterephthalat), Polyacrylnitril und
Oopolymere von Acrylnitril mit anderen Vinylverbindungen sowie Copolymere von Vinylchlorid
und Vinylidenchlorid und Polyurethane. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit,
sondern gibt nur Beispiele geeigneter Rohstoffe, von denen die meisten oder alle
niedrige Reibungskoeffizienten haben und somit das Bestreben haben, sich nach dem
Spleißen zu trennen, besonders wenn die Verbindung im unverstreckten Zustand vorgenommen
wird. Wenn jedoch Fädenstränge und -bänder dieser Zusammensetzung gemäß der Erfindung
verbunden werden, halten sie fest und sicher zusammen ohne nachteilige Einwirkung
auf die anschließende Verarbeitung. Natürlich kann behänntlich eine Aufheizung oder
sogar eine chemische Plastizierung erwünscht oder eine Voraussetzung für das Verstrecken
von Fadensträngen und -bändern sein, die aus gewissen Rohstoffen hergestellt worden
sind.
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Vorstehend wurde erwähnt, daß das vordere Ende eines folgenden Strangs
für die Verbindung mit dem hinteren Ende eines vorhergehenden Strangs vorgereckt
wird, jedoch kann natürlich das hintere Ende des vorhergehenden Strang stattdessen
oder zusätzlich vorgereckt werden. Beide Enden jedes Strangstücks können vorgereckt
werden, und die benachbarten Enden der vorhergehenden und folgenden Strangstücke
können nach Belieben unverstreckt gelassen oder vorgerecktwerden. Der Rest jedes
Strangstückw ist ungereckt, d.h. er kann in einer nachfolgenden Stufe verstreckt
werden unabhängig davon, ob er bereits über den Zustand
hinaus,
den er unmittelbar nach der Herstellun,g hat, "Ind in dem die Polymermoleküle relativ
unorientiert sind, teil weise gereckt worden ist oder nicht.
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Bei den ve@schiedenen Aspekten der Erfindung, bei denen die verschiedenen
Maßnahmen gemäß der vorstehenden Beschreibung von Hand durchgeführt werden, z.B.
das Einlegen der Stränge zum Verbinden, die Entnahme der Strangverbindung aus der
Spleißvorrichtung und das Vorrecken eines Teils eines verstreckbaren Strangs vor
dem Verbinden, können geeignete, dem Fachmann bekannte mechanische Mittel verwendet
werden, um diese Maßnahmen ganz oder teilweise durchzuführen.