DE1804651B2 - Gasdichter sperrstopfen fuer kunststoffisolierte nachrichtenkabel und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Gasdichter sperrstopfen fuer kunststoffisolierte nachrichtenkabel und verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
30
Um bei Nachrichtenkabeln die Gefahr des Eindringens von Feuchtigkeit über kleine, sonst schwer
feststellbare Leckstellen frühzeitig erkennen zu können, ist es üblich, die Seele der Nachrichtenkabel mit
Hilfe eines Druckgases, insbesondere mit Hilfe von Druckluft, mit einem geringen Überdruck von beispielsweise
5 X 104N/m2 zu füllen. Das Kabel wird dabei an den Kabelmuffen oder auch an gewünschten
besonderen Trennstellen mit Hilfe von Sperrstopfen abgeschlossen, die gasdicht sein müssen. Dies bereitet
besonders bei Nachrichtenkabeln mit kunststoffisolierten Adern Schwierigkeiten, weil die Kunststoffisolierung
unter Umständen selbst nicht längsdicht ist.
Es sind bereits Sperrstopfen für druckgasüberwachte Nachrichtenkabel bekannt, die mit Hilfe von
ausgehärtetem Gießharz hergestellt werden (deutsche Auslegeschriften 1 002 438 und 1 020 Ί0Ί). Diese
Sperrstopfen erfordern jedoch entweder eine Entfernung der Aderisolierung oder das Einspleißen von
Zwischenstücken, die für sich gasdicht sind. Dies bringt einen unerwünscht großen Arbeitsaufwand mit
sich.
Bei einer anderen bekannten gasdichten Längsabdichtung von Nachrichtenkabeln besteht der
Sperrstopfen aus einem Gießharz, das in flüssigem Zustand in die Kabelseele eingepreßt wird und dabei
in die zwischen den Adern befindlichen Hohlräume cindringt und das anschließend durch Erhärten in
einen elastischen Zustand übergeführt wird (USA.-Patentschrift 3 248 472). Obwohl hierbei also die
Zwischenräume in der Kabelsecle von dem Gießharz ausgefüllt werden, besteht die Gefahr, daß durch
Altcrungserscheinungen und durch von außen auf das Kabel gegebenenfalls einwirkende mechanische
Bt^nspruchungen im Laufe der Zeit Undichtigkeiten.
beispielsweise zwischen dem Sperrstopfen und dem Kabelmantel, auftreten.
Im übrigen ist es zur Herstellung von Verbindungsmuffen an Nachrichtenkabeln bekannt, die Abdichtung
des Muffengehäuses gegenüber dem Kabelmantel mit Hilfe elastischer Dichtungselemente vorzunehmen,
die von außen durch Spannbändei unter Druck gesetzt werden (USA.-Patentschrift 3 377 422).
Hierbei erfolgt jedoch keine Abdichtung der Kabelseele. Weiterhin ist bei der Herstellung von Gießharzgarnituren
an Nachrichtenkabeln die Verwendung von Spannbändern zum Abdichten der Gießform
gegenüber dem Kabelmantel bekannt (USA.-Patentschrift 3 233 035). Schließlich ist es üblich, zur
Herstellung von Kabelgarnituren an Nachrichtenkabeln mit einem Polyäthylenmantel, die ebenfalls
aus Polyäthylen bestehende Kabelgarnitur mit dem Kabelmantel durch Verschweißen zu verbinden (Siemens-Zeitschrift,
1965, Heft 4, Seiten 317 bis 319).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für ein druckgasüberwachtes Nachrichtenkabel, das aus einer
Vielzahl kunststoSisolierter Adern aufgebaut ist, gasdichte Sperrstopfen aus Gießharz zu schaffen,
deren bleibende Dichtigkeit unabhängig von Alterserscheinungen und äußeren mechanischen Einwirkungen
gewährleistet ist und die sich dennoch einfach montieren lassen.
Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von einem Verfahren zur Herstellung derartiger
Sperrstopfen aus, bei dem in die Kabelseele ein zunächst flüssiges Gießharz eingefüllt wird, das anschließend
durch Erhärten in einen elastischen Zustand übergeführt wird. Gemäß der Erfindung ist Vorgesehen,
daß der Sperrstopfen nach dem Erhärten von außen federnd mechanisch unter Druck gesetzt
wird.
Bei dem gemäß der Erfindung ausgebildeten Verfahren werden durch die Druckeinwirkung auf den
nach dem Erhärten des Gießharzes elastischen Sperrstopfen eine dichte Einbettung der Kabeladern in
den Sperrstopfen und ein dichtes Anliegen des SperrStopfens an den Kabelmantel erreicht. Die Druckkraft
wird hierbei auf alle längs der Kabeladern und längs der inneren Oberfläche des Kabelmantels etwa
vorhandenen Spalte übertragen. Dadurch gelingt es, auch ohne große Vorbereitungen, insbesondere ohne
Abisolieren der Kabeladern, einen dichten Verschluß zu erhalten. Durch die federnde Ausbildung der
Druckeinwirkung werden weiterhin Alterungserscheinungen, wie beispielsweise plastische Verformungen
des Kabelmantels und des Sperrstopfens unter dem Einfluß der Druckeinwirkung, ausgeschaltet. Selbst
für Kabeladern, die von Haus aus nicht längsdicht sind, ergibt sich durch die Übertragung von Druckkräften
mit Hilfe des elastischen Sperrstopfens eine für den normalen Betrieb ausreichende Dichtigkeit,
Im Rahmen der Erfindung kommt als Gießharz insbesondere ein Zweikomponentengießharz auf
Polyurethanbasis, wie es an sich bekannt ist, in Frage. Es kommen aber auch andere Harze in Bctracht,
sofern sie für die Kabelisolierung verträglich sind und von einem möglichst dünnflüssigen Zustand
durch Härten in einen annähernd kautschukähnlichen Zustand überführbar sind.
Die im Rahmen der Erfindung vorgesehene Druckcinwirkung
erfolgt vorzugsweise mit Hilfe eines Spannbandes, das das Kabel an der Stelle des Sperr-Stopfens
umfaßt. Hierbei kann die Druckkraft mit
Hilfe von Schrauben einstellbar sein. Der Druck kann aber auch mit anderen Anordnungen, beispielsweise
mit einer kolbenähnlichen Anordnung, auf den elastischen Sperrstopfen ausgeübt werden.
Bei Kabeln mit einem Kunststoffmantel, vor allem also mit einem Polyäthylenmantel, empfiehlt es sich,
mit dem Kuusttoffmantel im Bereich des Sperrstopfens Kunststoffteile zu verschweißen, die die Kabelseele
im Bereich des Sperrstopfens umgeben und die ihrerseits von einem oder mehreren, federnd verspannten
Spannbändern umgeben sind. In diesen Kunststoffteilen, die vorzugsweise einen Zylinder bilden,
der mehrere, insbesondere gleiche Spannbänder trägt, kann beispielsweise ein Loch vorhanden sein,
über das die Komponenten des Gießharzes in die Kabelseele eingespritzt werden. Das Loch kann später
ebenfalls durch Verschweißen verschlossen werden.
Bei kleinen Kabelabmessungen erfolg,, die Druckeinwirkung
vorzugsweise mit Hilfe eines einzigen Spannbandes.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines Ausführungsbeispieles eines nach dem neuen Verfahren
hergestellten gasdichten Sperrstopfens näher erläutert. Dabei zeigt
F i g. 1 ein Nachrichtenkabel mit einem Sperrstopfen
in Längsschnitt,
Fig. 2 die Ausbildung der zum Sperrstopfen ;*ehörenden
Spannbänder und
Fig. 3 den Blechschnitt für eines der Spannbänder.
Das Nachrichtenkabel 1 besitzt beispielsweise 1200 Adern 2, die mit Zellpolyäthylen isoliert sind.
Der Mantel 3 des Kabels besteht ebenfalls aus Polyäthylen.
Zur Herstellung des in Fig. 1 dargestellten gasdichten Sperrstopfens ist der Kabelmantel 3 im Bereich
A entfernt. Dort werden die Ad^.rn 2 mit ihrer Isolierung mit einer Lage eines Polyamidnetzbandes 4
umwickelt. Die im Bereich A unterbrochene Abschirmung ist durch ein Erdseil 5 überbrückt, das bei
6 und 7 mit den Enden der Abschirmung des Kabels verlötet ist.
Mit den Enden des Kabelmantels 3 ist ein zweiteiliger Muffenzylinder 10 aus Polyäthylen verschweißt.
Zu diesem Zweck wird in bekannter Weise ein Heizband 11 zwischen Kabelmantel 3 und Muffenzylinder
10 angeordnet und mit elektrischem Strom bis auf die Verflüssigungstemperatur des Polyäthylens
erwärmt. Durch äußeren Druck erhält man dann eine praktisch homogene Schweißnaht.
Der Muffenzylinder bildet mit dem Kabeil ein Gefäß, das nur noch über eine Bohrung 12 zugäng-Hch
ist. Durch die Bohrung 12 wird ein elastifiziertes Zweikomponentengießharz auf Polyurethanbasis eingespritzt.
Der Spritzdruck beträgt beispielsweise 10xl04N/ms. Unter Umstanden kann es zweckmäßig
sein, das Kabel an beiden Enden des Gehäuses während des Einspritzen mit Schellen 13 einzuschnüren,
die nach dem Erhärten des Gießharzes abgenommen werden. Die Einspritzstelle wird dann mit
einem Polyäthylenflicken 14 .erschlossen, der über der Bohrung 12 angeschweißt wird,
ao Nach dem Aushärten des Gießharzes, das dann eine gummiartige Konsistenz aufweist, w;rd der Bereich
des Sperrstopfens mit zwei gleichen Spannbändern 15 und 16 unter Druck gesetzt, die in Fig. 2
dargestellt sind. Man erkennt, daß die Spannbänder 15 jeweils aus zwei gleichen Blechstreifen bestehen,
deren Blechschnitt (Abwicklung) in F i g. 3 zu sehen ist. Der Blechschnitt ist am einen Ende 16 gabelförmig
ausgebildet, so daß das andere verjüngte Ende 17 dort hineingreifen kann. Die Enden 16 und
17 sind abgewinkelt. Am Ende 17 ist eine Mutter 18 befestigt, während die Schenkel des gabelförmigen
Endes 16 durch ein Flacheisen 19 zur Führung eines Bolzens 20 verbunden sind. Auf dem Bolzen 20 sitzt
eine Mutter 21, mit der eine Feder 22 zwischen der Mutter 21 und dem Flacheisen 19 unte. Druck gesetzt
werden kann. Die Federkraft ist durch Verstellen der Mutter einstellbar.
Die beiden Spannbänder 15 werden gegen den Muffenzylinder 10 gepreßt. Der Druck der Spannbänder
preßt das Gießharz gegen den Kabelmantel 3 und die Adern 2, so daß ein druckdichter Abschluß
auch dann gewährleistet ist, wenn das Kabel durch Temperaturänderungen oder äußere Kräfte bewegt
wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von gasdichten Sperrstopfen aus Gießharz an einem druckgasüberwachten,
aus einer Vielzahl kunststoffisolierter Adern aufgebauten Nachrichtenkabel, bei dem in die Kabelseele ein zunächst flüssiges
Gießharz eingefüllt wird, das anschließend durch Erhärten in einen elastischen Zustand übergeführt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Sperrstopfen nach dem Erhärten des Gießharzes von außen federnd mechanisch unter
Druck gesetzt wird.
2. Gasdichter Sperrstopfen für vieladrige, kunststoffisolierte und kunststoffummanteUe
Nachrichtenkel el, hergestellt nach dem Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kabelseele im Bereich des Sperrstopfens von mit dem Kunststoffmantel (3) verschweißten
Kunststoffteilen (10) umgeben ist, die ihrerseits von einem oder mehreren federnd verspannten
Spannbändern (15,16) umgeben sind.
3. Gasdichter Sperrstopfen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeic'met, daß die Kunststoffteile
einen Zylinder (10) bilden, der mehrere, Vorzugsweise zwei gleiche Spannbänder (15, 16) trägt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19681804651 DE1804651C (de) | 1968-10-18 | Gasdichter Sperrstopfen fur kunststoffisoherte Nachrichtenkabel und Verfahren zu seiner Herstellung |
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|---|---|---|---|
| DE19681804651 DE1804651C (de) | 1968-10-18 | Gasdichter Sperrstopfen fur kunststoffisoherte Nachrichtenkabel und Verfahren zu seiner Herstellung |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1804651A1 DE1804651A1 (de) | 1970-06-11 |
| DE1804651B2 true DE1804651B2 (de) | 1972-11-09 |
| DE1804651C DE1804651C (de) | 1973-06-14 |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1804651A1 (de) | 1970-06-11 |
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