DE1801543C - Dampfbeheizter Trocknungszylinder - Google Patents
Dampfbeheizter TrocknungszylinderInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen dampfbeheizten Troeknungszylinder, insbesondere für Papiermaschinen,
dessen Zylinderinnenwand wenigstens eine, vorzugsweise aber mehrere hintereinanderliegende,
den gesamten Umfang umfassende Zonen mit in Achsrichtung verlaufendem Gefalle aufweist, an
deren Enden jeweils Abführvorrichtungcn für das
Kondensat angeordnet sind.
Trocknungszylinder dieser Art werden aber auch in anderen Trocknungseinrichtungen verwendet,
beispielsweise in der Kunststoffindustrie oder auch in Ein- oder Mehrwalzentrocknern zum Eindampfen
von Lösungen, Milch, Fruchtsäften od. dgl.
Zum Aufholen der Zylinder auf die für die Trocknung erforder/iche Temperatur wird Wasserdampf
meist unter erhöhtem Druck in das Zylinderinncre eingeleitet. Der Wasserdampf gibt einen Teil seiner
Wärme an die Zylinderwand ab, durch welche sie an das zu trocknende Gut weitergeleitet wird. Infolge
dieser Wärmeabgabe kondensiert ein Teil des Dampfes, und das entstehende Kondenswasser muß
durch geeignete Vorrichtungen aus dem Zylinderinneren abgeführt werden. Als Vorrichtungen hierzu
kommen solche in Betracht, deren Wassereintrittsöffnungen dicliv übt- der Innenwand des Zylinders
angeordnet sind unu !n die das Kondenswasser
infolge dos erhöhten Inn^ndruckes, der im Zylinder
herrscht, hineingedrückt wird. ,r s ist auch bekannt, Wasserableitkanäle in die Abschlußdeckei der
Zylinder einzuarbeiten, in die das Kondenswasser kontinuierlich hineingedrückt und so aus dem
Zylinderinneren entfernt wird.
Bei nur langsamer Umdrehung des Trocknungszylinders — etwa bis zu Umfangsgeschwindigkeiten
von 300 m/Min. — sammelt sich das Kondensat von seiner Abführung im unteren Teil des Zylinders an
und bildet dort einen Sumpf. Bei höheren Umdrehungsgeschwindigkeiten wird das Kondensat praktisch
vollständig von der Zylinderwand mitgenommen und bildet so einen Wasser film, der die Zylindcrinnenwancl
gleichmäßig bedeckt und der infolge sein< r schlechten Wärmeleitfähigkeit den Wärmeübergang
aus dem Heizdampf auf die Ζλ lindcrwaiid verschlechtert.
Der weitgehend vollständigen und gleichmäßigen Entfernung diese1 Wasserfilms, der auch als »Wasserring«
bezeichnet ",ird. kommt daher große Bedeutung
zu.
Aus der I iSA.-PaleiUschnft I 575 249 sowie aus
der britischen Patentschrift 956 5HH sind dampfbeheizte
Trocknungszylinder bekannt, deren Zylinderinnenwand von der Mitte des Zylinders ausgehend
zu den beiden Enden hin mit gleichbleibendem
Neigungswinkel abfällt. Durch diese Ausgestaltung wird erreicht, daß die Zentrifugalkraft, welche bei
Umdrehung des Zylinders auf das Kondensat einwirkt, teilweise in Achsrichtung umgelenkt wird, so
daß eine beschleunigte Kondensatströmung zu den Zylinderenden hin entsteht, wo die Kondensatabführvorrichtungen
angeordnet sind. Durch diese Ausgestaltung der Zylinderinnenwand ist es möglich, die
Dicke des Kondensatfilmes beträchtlich /u reduzieren und den Wärmeübergang vom Heizdampf auf
die Zylinderwand entsprechend zu erhöhen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, daß die Stärke des in
Achsrichtung strömenden Kondensatfilmes bei derni (igen Vorrichtungen von der Mitte der Walze zu
deren Finden hin zunimmt, so daß in entsprechendem Maße der Wärmciibcigang abnimmt. Die folge hiervon
ist, daß bei Trocknungszylindern dieser Art keine gleichmäßige Temperaturverteilung über die Oberfläche
zu erreichen ist. In der britischen Patentschrift 956 588 wird zur Kompensation dieses unerwünschten
Effektes vorgeschlagen, Zusatzheizvorrichtungen außerhalb des Trocknungszylinders anzubringen
und mit diesen das Erwärmungsbild des Zylinders zu verbessern. Derartige Vorrichtungen
sind jedoch wegen ihres erhöhten Aufwandes und
ίο ihrer komplizierten Bedienung in den meisten
Trocknungsvorrichtungen untragbar.
Bei diesem Stande der Technik besteht die Aufgabe, einen dampfbeheizten Trocknungszylinder der
beschriebenen Art vorzuschlagen, bei dem zwar eben-
ib falls der sich bildende Kondensatfilm möglichst
schnell in Achsrichtung des Zylinders abgeführt wird, bei dem aber sichergestellt ist, daß die Zylinderoberfläche
hinreichend gleichmäßig aufgeheizt wird. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem
dampfbeheizten Trocknungszylinder dadurch gelöst, daß eine jede .nit Gefalle ausgestattete Zone der
Zylinderinnenwand in Achsrichtung des Zylinders an eine praktisch ohne Gefalle verlaufende Zone anschließt.
Durch diese Ausgestaltung des Trocknungszylinders wird erreicht, daß sich in der Zone ohne Gefalle,
die also von der zugehörenden Kondensatabfiihrvorrichtung am weitesten entfernt ist, zunächst ein
natürlicher Kondensatfilm aufbaut, der ,iur langsam abfließen kann und der diese Zone vor Überhitzung
durch den Wasserdampf schützt. In der sich daran anschließenden Zone mit Gefalle wird nun einerseits
das vorhandene Kondensat beschleunigt abgeführt, andererseits sind aber auch die dort anfallenden
Kondensatmengen größer, da durch diese Zone sowohl die dort kondensierte Kondensatmenge wie auch
die aus der zuvor genannten Zone ohne Gefälle zuströmende Kondensatmenge abfließen muß. Dies bedeutet,
daß sich im Endeffekt über die gesamte einer Kondensatabfiihrvorrichtunp zugeordnete Strecke ein
annähernd gleichmäßiger und hinreichend dünner Kondensatfilm ausbildet, der eine weitegehend gleichmäßige
Aufheizung der Zylmderwand sicherstellt.
Um der sich in Richtuni', auf die Kondcnsatabfiihr-
Um der sich in Richtuni', auf die Kondcnsatabfiihr-
4,') vorrichtung stetig addierenden Kondensatmengen Rechnung zu tragen, wird weiter vorgeschlagen, daß
der Neigung-winkel des Gefälles der mit Gefälle
ausgestatteten Zonen jeweils in Richtung auf die L-intrittsöffnungcn der zugehörenden Kondonsatabführvcirriditiini'.i'i)
stetig zunimmt. Al-. besonders vorteilhaft hat es sieh erwiesen, wenn die Oberfläche
der /yliiulerinnenwnnd in den geneigten Zonen cir.en
wenigstens angenähert sinusförmigen Verlauf aufweist. Hierbei erfährt dann der Kondensatfilm eine
um so größere Beschleunigung in Richtung auf die Abführvorrichtungen, je näher er an diese herangerückt
und je dicker er infolge der sich in Strömungsrichtung addierenden Kondensatmengen geworden
ist. Dabei werden Temperaturspitzen vermieden, weil
So in dem Maße, in dem die Wärmeübertragung infolge des dicker werdenden Kondensatringes abnimmt, die
Wärmeübertragung infolge höherer Geschwindigkeit steigender Turbulenz und dünner werdender Wandstärke
zunimmt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß zwei mit Gefalle ausgestattete Zonen
der Zylinderinnenwand derart angeordnet sind, daß ihre jeweils höchsten Stellen an eine gemeinsame
hochgelegene Zone ohne Gefälle anschließen. Ein Zylinder dieser Ar! erfordert dann zwei Kondensatabführvorrichtungen,
welche jeweils an den Enden der beiden Gefällstreeken im Zylinderinneren angeordnet
sind.
Rine weitere Verbesserung des Temperalurprofils
von dampfbeheizten Trocknungszylindern kann erlindunusgemäß
dadurch erreicht werden, daß jeweils zwei mit Gefälle ausgestattete Zonen der Zylinderinnenwand
derart angeordnet sind, daß sie mit ihren höchsten Stellen an Zonen praktisch ohne Gefälle,
die sieh an den Zylinderendeii befinden, anschließen,
und daß sie mit ihren tiefsten Stellen im Bereich der Eintrittsöffnung wenigstens einer Kondensatabführ-%orrichtung
zusammentreffen. Diese Anordnung hat den Vorzug, daß das Kondensat aus 1er Zylindermitte
abgeführt wird und daß sieh an den Zylinderenden infolge der dort angeordneten praktisch gefällefreien
Zonen ein Kondensatfilm aufbaut, der einerseits die Zylinderenden vor Überhitzung schützt, der andererseits
aber noch nicht stark genug ist, um der. Wärmeübergang so sehr zu behindern, daß dort ein Temperaturabfall
gegenüber den andeien Zonen des Trocknungszylinders eintritt. Es ist bekannt, daß die
Enden von dnmpfbeheizten Trocknungszylindern, an denen sich also üblicherweise die Abschlußdeckel
und die Kondensatabführvorrichtungen befinden, meist überhitzt werden, so daß die Zylinderoberfläche
nicht vollständig zum Trocknen der Gutbahn ausgenützt werden kann, sondern r , den Abschlußzonen
frei bleiben muß, da deren lemperaturvertcihmg
üblicherweise nicht beherrscht wird. Erfindungsgemäß aufgebaute Trocknungszylinder lassen sich wesentlich
be-.ser ausnützen, da sie praktisch bis zur Deckelzone zur Trocknung der Gutbahn herangezogen werden
können.
Die Länge der einzelnen ohne oder mit Gefälle
verlaufenden Zonen richtet sich naturgemäß nach der Größe der Walze einerseits sowie nach der Menge
des anrauenden Kondensates andererseits. Die Länge der ohne Gefälle verlaufenden Zonen soilte in der
Praxis zwischen 5 und 15°Ό. vorzugsweise. K)0O, der
gesamten Walzenlänge betragen. Die Größe des Gefälles an sich, also der Winkel, den der innere
Zylindermantel mit dem äußeren Zylindermantel bildet, betrag» bei Zylindern üblicher Abmessungen,
also solchen zwischen 2 und ή m Länge, zwischen 0.5 und 3.0 .
Im folgenden werden an Hand der Zeichnung
Ausführungsbcispiclc der Erfindung erläutert. Es stellt dar
Fig. I einen Längsschnitt durch einen Trocknung-·
zylinder,
Fig. 2 einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. L
F i g. 3 einen vergrößerten Ausschnitt aus dem Längsschnitt einer anderen Ausführungsform.
Der Tr.icknungszylinder 1 besteht im wesentlichen aus (lern zylinderförmigen Mantel 2, der an seinen
Enden mit Dtckeln 3, 3' abgeschlossen ist. Die Deckel 3,3' gehen mittig in die Walzcnzapfen 4,4' über,
durch die im dargestellten Beispiel die Dampfzufüh·
rungskanäle 5, :>' sowie die Kondcnsatableitungsrohn:
6, 6' geführt sind. Am Ende der Kondensatableitung* rohre 6,6' befinden sich die Kondensatabführvorrichtungen
7, 7', die in genau festgelegtem Abstand oberhalb der Zylinderinnenwand 8 enden.
Die Zylinderinnenwand 8 weist zwei hintereiniiniWlicgemle,
den gesamten Umfang umfassende Zonen mit in Achsrichtung verlaufendem Gefälle aul,
an tieren Enden jeweils die Kondensatabführvorrichtungen 7, T angeordnet sind. Jede der beide.) mit
Gefälle ausgestatteten Zonen 1J, lOderZylinderinnenwand
8 schließt sich in Achsrichtung des Zylinders an eine praktisch ohne Gefälle verlaufende Zone 11
an. Diese Verhältnisse sind in F i g 2 nochmals vergrößert dargestellt. Die Anordnung hat zur Folge,
daß sich in der Zone Jl ein gestrichelt gezeichneter
ίο Kondensatftlm 12 aufbaut, der eine solche Dicke erreicht,
daß die Zone nicht unmittelbar vom einströmenden Wasserdampf getroffen und folglich au!
eine wesentlich höhere Temperatur erhitzt werden kann als die übrigen Zonen der Zylinderwand. Der
Film erreicht aber wege·; der verhältnismäßig geringen axialen Ausdehnung der Zone V. keine derartige
Stärke, daß der Wärmeübergang an dieser Stelle in unerwünschtem Maße behindert wird. Er
fließt vielmehr nach Erreichen einer gewissen Dicke
*<- in Richtung der Pfeile 13 und 13' ab, wobei die
Kondensatmenge laufend durch neukondensierenden Dampf in Jen Zonen 9 und 10 vergrößert wird.
andererseits aber auch infolge der Neigung dieser Zonen immer mehr beschleunigt wird, so daß sich
im Endeffekt über die gesamte Länge des Trocknungszylinders ein Kondensatfilm etwa gleichbleibender
Stärke aufbaut.
In F i g. 3 ist eine andere Ausführungsform des Trocknungszylinders dargestellt. Dort sind jeweils
•io zwei mit Gefälle ausgestattete Zonen 9 und 10 vorhanden, die derart angeordnet sind, daß sie mit ihren
höchsten Stellen 14, 15 an Zonen 11, 1Γ, die praktisch kein Gefälle aufweisen und die sich an den
Zylinderenden befinden, anschließen, und daß sie mit ihren tiefsten Stellen 16. 17 im Bereich der Eintrittsöffnung 18 der Kondensatabführvorrichtung 7 zusammentreffen.
Bei diesem Aufbau werden die Endzonen des Trocknungszylinders durch dünne Konden
satfilrne vor Überhitzung geschützt, und auf die gleiche Weise wie oben erläutert stellt sich ein Kondensat
film annähernd gleicher Stärke über die gesj'i nc
Länge des Trocknungszylinders ein. Die Ausführung form hat den Vorteil, daß der Zylinder bis praktisch
zu den Abschlußdeckcln 3, 3' für die Trocknung i>r
Gutbahn ausgenützt werden kann.
Claims (4)
1. Dampfbeheizter Trocknungszylinder, insbesondere für Papiermaschinen, dessen Zylinderimienwand
wenigstens eine, vorzugsweise ahoi mehrere hintereinaiiderlicgcnde, den gesamten
Umfang umfassende Zonen mit in Achsrichtung verlaufendem Gefälle inifweist, an deren Enden
jeweils Abführvorrichtungen für das Kondensat angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
daß eine jede mit Gefälle ausgestattete Zone (9, 10) der Zylinderinnenwand (8) in Achsrichtu
ng des Zylinders (1) an eine praktisch ohne Gefälle verlaufende Zone (11) anschließt.
2. Darrpfbeheizter Trocknungszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Neigungswinkel der mit Gefälle ausgestatteten Zonen (9, 10) jeweils in Richtung auf die I intrittsöffnungen
(18) der zugehörenden Kondensatiibführvoriichtungen (7, 7') stetig zunimmt
3. Dampfbeheizter Trocknungszylinder nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei mit Gefälle ausgestattete Zonen (9, 10) der
Zylinderinnenwand (8) derart angeordnet sind, daß ihre jeweils höchsten Stellen an eine gemeinsame
hochgelegene Zone (II) ohne Gefälle anschließen.
4. Dampfbeheizter Trocknungszylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils
zwei mit Gefälle ausgestattete Zonen (9. 10) de Zylinderinnenwand derart angeordnet sind, dal
sie mit ihren höchsten Stellen (14,15) an Zonei
praktisch ohne Gefälle (11, 1Γ), die sich an dei
Zylinderenden befinden, anschließen, und daß si mit ihren tiefsten Stellen (16,17) im Bereich de
Eintrittsöffnung (18) wenigstens einer Kondensat abführvorrichtung (7) zusammentreffen.
Hierau 1 Blatt Zeichnungen
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