DE18584C - Verfahren und Apparat zum künstlichen Ausbrüten von Eiern - Google Patents
Verfahren und Apparat zum künstlichen Ausbrüten von EiernInfo
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
- A01K—ANIMAL HUSBANDRY; AVICULTURE; APICULTURE; PISCICULTURE; FISHING; REARING OR BREEDING ANIMALS, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NEW BREEDS OF ANIMALS
- A01K41/00—Incubators for poultry
- A01K41/02—Heating arrangements
- A01K41/026—Heating with water
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die früher von Reaumur, angestellten Versuche,
Geflügeleier inMist auszubrüten, scheiterten hauptsächlich daran, dafs kein geregelter Luftzug
durch den Mist geführt wurde, um in diesem stets den richtigen Feuchtigkeitsgrad zu
erhalten.
In dem zur Essigfabrikation benutzten Schützenbach'schen sogenannten A-Ständer
läfst sich bei verhälthifsmäfsig geringer Aufmerksamkeit leicht eine Temperatur von 37
bis 42° C. fortdauernd erhalten und man kann in solchen Ständern Geflügeleier vortrefflich
zum Ausbrüten bringen, da man hierzu einer derartigen möglichst constant verbleibenden
Temperatur bedarf.
Zu diesem Zweck bringt Patentinhaber im Innern eines solchen Schützenbach'schen
Essigbilders luftdicht schliefsende Glaskästen an; in diesen Glaskästen werden mehrere von aufsen
einzuschiebende Schubfächer aus Blech angeordnet, welche mit einer Lage Strohhäcksel
versehen sind, worin die auszubrütenden Eier eingelegt werden. Das Resultat ist hierbei
schon ein ziemlich befriedigendes. XJm aber auch dem Laien diese neue Ausbrütmethode
zugänglich zu machen, handelte es sich nun noch darum, Einrichtungen zu treffen, mit Hülfe
deren auch eine höhere Temperatur, als sie die blofse Essiggährung ergiebt, erzielbar ist. Eine
derartige künstliche Temperaturerhöhung ist deshalb nothwendig, weil durch die Heberleitung
der Wärme in einen derartigen Brütkasten und infolge des Durchstreichens von Luft durch
denselben Wärmeverluste unvermeidlich sind.
Um deswegen mit dem angedeuteten Verfahren vollständig befriedigende Resultate zu
erzielen, bedient sich Erfinder der faulen Gährung in der nachstehend beschriebenen
Weise:
Auf beiliegender Zeichnung stellt A als Beispiel einen Schützenbach'schen Essigbilder
dar. Unten an demselben befinden sich eine Anzahl Hähne h h für den Lufteintritt, und das
Innere des Behälters enthält einen oder mehrere Brütkästen B B aus Zinn u. s. w., welche zur
Aufnahme der Schubfächer C C dienen. Die Böden bei einer Anzahl dieser letzteren sind
mit kleineren Löchern versehen und mit einer Schicht Strohhäcksel u. dergl. bedeckt. Unter
mehreren derartigen, die Eier enthaltenden Schubfächern bringt man zweckmäfsig stets ein Salzwasser
oder Wasser enthaltendes Schubfach an.
Durch die Verdunstung dieses Wassers behält die Luft stets den unter allen Umständen
erforderlichen Feuchtigkeitsgrad. Die Schubfächer müssen derart angebracht sein, dafs die
dadurch erzeugte feuchte Luft nach allen Seiten Zutritt zu den die Eier enthaltenden Schubfächern
hat, und ist aus diesem Grunde die Durchlöcherung der Böden" dieser Schubfächer nothwendig.
Mittelst eines in Falzen am Behälter A geführten Schiebers kann man die Brütkästen BB
nach bewirktem Einschieben in den Behälter A aufsen luftdicht verschliefsen.
Zur sicheren Regulirung der Temperatur in den die Eier enthaltenden Schubfächern CC
ordnet Patentinhaber in letzteren durchlöcherte Röhren χ χ an, welche durch die der Einschiebeöffnung
des Behälters A gegenüberliegende Wand des letzteren hindurchführen und aufserhalb dieser Wand kleine Absperr-
hähnchen tragen, welche man nur mehr oder weniger zu öffnen braucht, um durch die dann
eindringende Aufsenluft eine mehr oder minder starke Erniedrigung der Gährungstemperatur zu
bewirken. In derselben AVand befindet sich aufserdem noch ein Kniethermometer, wie solche
bei ; der Essigbereitung vielfach Anwendung finden. Dieses Thermometer communicirt mit
dem Innern der Brütkästen B B und giebt fortwährend die Temperatur in den letzteren an,
so dafs man hiernach die genannten kleinen Absperrhähnchen der Röhren von Zeit zu Zeit
passend einstellen kann.
Bei dem verhältnifsmäfsig hohen Wärmegrade, über welchen man verfügt, ist es zweckmäfsig,
den Brütkasten mit einer doppelten Wandung zu versehen und den Raum zwischen
beiden Wänden mit Wasser anzufüllen. Hierdurch wird eine weit gröfsere Unabhängigkeit
der Temperatur im Kasten erreicht.
Am zweckmäfsigsten bedient man sich als Füllung für den Behälter A fauler Gerberlohe,
untermischt mit etwas Pferdemist, doch kann man sich natürlich auch jeder anderen für
den fraglichen Zweck sich eignenden Füllmasse bedienen.
Anstatt, wie in der Zeichnung dargestellt, die Brütkästen B B neben einander anzuordnen,
kann man sie auch kreuzweise über einander legen, in welchem Falle man sie dann von
geringerer Höhe macht. Auch kann man, anstatt diese Kästen direct auf den Boden des
Behälters A aufzustellen, unterhalb derartiger kreuzweise gelegter Kästen B B und über den
Lufteintrittshähnen h h einen Siebboden anordnen, den man mit einer Lage Buchenspäne
überdeckt, da sonst beim Einfüllen der Gerberlohe die Sieblöcher verstopft werden würden.
Auch untermischt man zweckmäfsig die ganze Füllmasse mit einer Partie gekrümmter Hobelspäne,
damit durch die Masse ein Luftzug leichter hindurchstreichen kann.
Der mit der Füllmasse versehene Behälter A wird durch einen durchlöcherten Deckel verschlossen,
durch den man warmes AVasser u. dergl. aus einem oberen Reservoir D mittelst
einer Glasrohre r in die Füllmasse einführen kann. Unten am Boden des Behälters A
kann man für den Ablauf der Flüssigkeit einen Ablafshahn anbringen. Oben trägt der Behälter
A eine Kappe E, auf deren Mitte sich eine Abzugsröhre 5 befindet, die durch die Decke
des Brütiocales hinausführt und durch einen Regulirungshahn erweitert oder verengt werden
kann.
Um den Apparat in Gang zu setzen, wird so viel warmes Wasser oben auf den durchlöcherten
Deckel gegossen, bis die ganze Füllmasse gleichmäfsig durchfeuchtet ist. Sobald sämmtliche Flüssigkeit unten abgetropft, giebt
man ungefähr 8 1 lauwarmes Wasser, welchem man etwas Thierblut und etwa 8 pCt. der
ganzen Menge Alkohol zugesetzt hat, auf. Natürlich kann es auf gröfsere oder kleinere Abweichungen
von diesen Mengenverhältnissen nicht ankommen. Einen derartigen Aufgufs wiederholt man alle drei Stunden, worauf bald
eine äufserst kräftige Oxydation eintritt. Die Temperatur im Apparat steigt dadurch bis auf
650C. und darüber. Eine derartige Temperatur
würde für den in Rede stehenden Zweck natürlich viel zu hoch sein und stellt man deshalb
nunmehr das Aufgleisen ein, bis die Temperatur im Brütkasten bis auf 40 ° C. gefallen ist.
Jetzt bringt man die Eier in den Kasten und erhält in diesem während der zum Ausbrüten
erforderlichen 21 Tage die Temperatur stets auf der richtigen Höhe, was man erreicht:
1. durch eine richtige Vornahme der Aufgüsse; praktisch wendet man statt periodischer
Aufgüsse eines der bekannten continuirlichen Aufgufssysteme an und ist alsdann die Regulirung
der Aufgufsmenge durch passende Einstellung des Hahnes an dem Reservoir D zu
bewerkstelligen, aus dem die Flüssigkeit auf den durchlöcherten Deckel gelangt;
2. durch richtige Normirung des Alkoholgehaltes der aufzugebenden Flüssigkeit;
3. durch richtige Bestimmung des Gehaltes der Flüssigkeit an Thierblut oder anderen
ähnlich wirkenden Stoffen;
4. durch richtige Einstellung der Lufteintrittshähne h h;
5. durch passende Einstellung des Luftaustrittshahnes in der Abzugsröhre S an der Verschlufskappe
E;
6. durch richtige Einstellung der Hähnchen an den Röhren χ χ, durch welche Aufsenluft in
die Brütkästen B B gelangen kann.
Einer mehr als zweimaligen Revision pro Tag bedarf der Apparat nicht, falls man die
angegebenen Punkte nur einigermafsen beachtet. Natürlich kann man die unten ablaufende
faule Brühe mit einem kleinen Zusatz von Blut und einem sehr geringen Alkoholzusatz
oben immer wieder aufgeben.
Ohne dafs dadurch an dem Wesen der Sache selbst etwas geändert- würde, könnte man den
die Eier enthaltenden Kasten auch aufserhalb des Wärmeerzeugers anbringen und mit diesem
durch eine Leitung in Verbindung setzen, welche die erwärmte Luft zu dem eigentlichen Brütkasten
oder mehreren Brütkästen führte.
Claims (1)
- Patent-AnSprüche:i. Das Verfahren des Ausbrütens von Eiern mittelst der Wärme, welche durch geeignete, periodische oder continuirliche Aufgüsse in organischen Massen infolge eintretender Gährung erzeugt wird, wenn man der Luft Zutritt zu denselben gewährt.An einem im wesentlichen wie beschrieben zusammengesetzten Ausbrütapparat, aus Behälter A, Brütkästen B B, Schubfächern C C u. s. w. bestehend, die zur Ventilation der in A befindlichen Füllmasse dienenden Einrichtungen, welche auf eine derjenigen Arten functioniren, wie sie bei Essigbildern gebräuchlich sind, um für den aus der Beschreibung sich ergebenden Zweck die Temperatur auf einer passenden constanten Höhe dauernd zu erhalten.Ein Apparat zum künstlichen Ausbrüten von Geflügeleiern durch die von einer Oxydation herrührende Wärme, im wesentlichen nach dem Muster eines stehenden Essigbilders erbaut, dessen hauptsächlichste Bestandtheile sind:a) ein Behälter A zur Aufnahme der Füllmasse ;b) eine Füllmasse von Gerberlohe, Hobelspänen, Strohhäcksel oder 'einem anderen, den gleichen Zweck erfüllenden Material;c) eine Einrichtung zur Ventilation 'dieser Füllmasse, Hähne h h, Röhre S; ■d) eine Einrichtung zur periodischen ötler continuirlichen Befeuchtung der Füllmasse, Reservoir D mit Absperrhahn und Röhre r;e) ein oder mehrere Brütkästen B aus Metall oder Glas, zur Aufnahme der auszubrütenden Eier dienend und in der genannten Füllmasse angeordnet.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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