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Ernst Zweigle, Nellingen bei Esslingen, Kirchstrasse 5 Orangenschäler
Zum Schälen von Orangen sind bereits zahlreiche Vorrichtungen bekannt, von denen
die meisten darauf beruhen, dass in der Verlängerung eines in der Regel etwa stielartigen
Griffes, in einem beim Gebrauch vertikal stehenden Plättchen ein winkliger, maulartiger
nach vorn offener Einschnitt vorgesehen ist, dessen eine Innenkante als Schneide
dient, wenn die Vorrichtung in die Schale der Orange eingestochen und so vorwärts
gedrückt wird, dass eine Innenkante des Maules unter und die andere über der Schale
läuft, wobei die Schneide die Schale aufschneidet. Im Bereich der innen laufenden
Kanten ist manchmal eine zur Schale parallele Verbreiterung zur Führung der Vorrichtung
und zum Lösen der Schale vorgesehen.
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Die Notwendigkeit den Schäler nach vorn zu drücken ist ein wesentlicher
Nachteil dieser Geräte, weil der Schäler sehr sorgsam geführt werden muss und trotzdem
immer wieder die Schale nach aussen durchdringt, so dass er immer wieder von neuem
angesetzt werden muss. Er kann dabei sogar in die Hand gestossen werden und diese
verletzen. Wird dagegen die Maulspitze zu viel nach innen gedrückt, so wird die
Orangenhaut verletzt und der Saft spritzt heraus.
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Wesentlich günstiger ist eine bekannte Vorrichtung, die auf Zug arbeitet.
Bei dieser Vorrichtung ist wiederum am Ende eines stabförmigen Griffes in dessen
Verlängerung ein Plättchen mit einem maulartigen Einschnitt vorgesehen, der aber
diesmal nicht nach vorn gerichtet ist, sondern an der Seitenkante des Plättchens
liegt und bei Gebrauch nach unten weist.
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Die vom Griff entferntere Innenkante ist als Schneide ausgebildet,
derart, dass sie beim Ziehen der Vorrichtung über die Schale die letztere aufschlitzt.
An dem freien Ende dieser Schneide ist mittels eines querliegenden Drahtstückes
oder stumpfen Metallstreifens ein als Schalenabheber wirkendes Führungsglied geschaffen.
Zum Gebrauch muss mittels eines besonderen, z. B. am anderen Ende der Schälvorrichtung
angebrachten Messers an zwei einander gegenüberliegenden Stellen der Orange, zweckmässig
an der Blüte und gegenüber, je ein haubenartiger Teil der Schale abgeschnitten werden,
worauf die Vorrichtung mit dem Ablöser unter die Schale eingeführt werden kann.
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Gemäss der Neuerung wird ebenfalls ein auf Zug arbeitender Schäler
geschaffen, der jedoch ohne Messer und ohne besondere Vorbereitung der Orange auskommt,
indem das einem etwa herzförmigen Ausschnitt einer Kugelkappe entsprechende Führungsglied
mit dem die Herzspitze bildenden Endteil gegen den Griff hinweist und wenigstens
in diesem Spitzenbereich zum Einstechen in die Orangenschale einen scharfen Rand
besitzt, wobei die zum Aufschlitzen der Schale beim Umfahren der Orange dienende
Schneide senkrecht zu dem Führungsglied und gegenüber dessen Spitzenbereich zurückversetzt
an der entsprechend bogenförmig ausgenommenen Messerplatte des Schälers ausgebildet
ist. Das Führungsglied liegt dabei mit seiner Fläche annähernd in Richtung der Achse
des Schälergriffes.
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Der geschärfte Spitzenbereich ersetzt das Sondermesser. Die Kugelkappenform
sichert eine zuverlässige Führung ohne Abgleiten nach aussen oder innen, und das
Führungsglied kann ohne Gefahr einer Verformung so breit ausgeführt werden, dass
es die Schale in ziemlicher Breite ablöst.
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Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Neuerung
: Fig. 1 zeigt den neuen Schäler in Seitenansicht ; Fig. 2 ist eine Vorderansicht
zu Fig. 1 ;
Fig. 3 ist ein Querschnitt nach der Linie A-A aus Fig.
1 ; Fig. 4 zeigt den neuen Schäler im Gebrauch.
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An dem plattenförmigen Messerblech 1 des Schälers ist an einem Ende
ein stabförmiger Griff 2 befestigt, während an dem vom Griff 2 abgewendeten Endteil
des Messerbleches eine das Führungsglied 3 bildende Fläche quer zu dem Blech angelötet
oder ähnlich befestigt ist. Diese Fläche, die den Ausschnitt einer Kugelkappe bildet,
hat ungefähr Herzform, d. h. eine längliche, an dem einen Ende spitzere Umrissform.
Die Wölbung der Fläche ist dabei so gewählt, dass sie etwa dem bei Orangen üblichen
Durchschnitt entspricht. Die Fläche verläuft im wesentlichen etwa parallel zur Achse
des Schälergriffes.
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ImBereich der Herzspitze 4 ist der Rand des Führungsgliedes 3 zugeschärft,
so dass die Spitze 4 leicht in die Schale 5 eingestochen werden kann.
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Die Länge des Führungsgliedes 3 ist vorteilhaft annähernd gleich seiner
doppelten Breite.
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Etwas zurückversetzt gegenüber dem Rand des Führungsgliedes 3 ist
im Bereich der Herzspitze 4 eine Schneide 6 in der Ebene des Messerbleches 1 und
senkrecht zu dem Führungsglied 3 bezw. zur Achse desSohälergriffes 2 ausgebildet.
Sie kann gerade
oder etwas gekrümmt verlaufen. Das Messerblech 1
ist vor der Schneide 6 bei 7 entsprechend ausgenommen, so dass zwischen dem Umriss
des Messerbleches und dem Führungsglied genügend Platz für die vorkommende grösste
Dicke von Orangenschalen 5 vorhanden ist.
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Die Schneide 6 liegt im Bereich der Schälergriffachse, also in der
Wirkungslinie des auf den Schäler ausgeübten Zuges, so dass der Schäler leicht läuft.
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Im Gebrauch wird das Führungsglied 3 mit dem Herzspitzenende 4 in
die Orangenschale, vorzugsweise an der Blüte eingestochen
| und der Schäler in Richtung der Pfeile X bezw. X1 an der Oran- |
ge entlanggezogen. In Fig. 4 ist zu sehen, wie der in der Mitte der Figur nach dem
Pfeil X gezogene Schäler mittels der in der rechten Schälerstellung gezeigten Schneide
6 in der Schale 5 den Schlitz 8 erzeugt, wobei das Führungsglied 3 in der Form der
Kugelform der Orange angepasst (rechte Stellung) unter der Schale entlanggleitet.
Dadurch wird die Schale mindestens in einem der Breite des Führungsgliedes entsprechen
den Streifen 9 abgehoben.
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Statt den Schäler, wie hier beschrieben, aus Metall herzustellen,
könnte er auch aus Kunststoff gefertigt werden.
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Selbstverständlich ist der neuerungsgemässe Schäler nicht nur für
Orangen, sondern für Citrus-Früchte aller Art u. dgl. mit gleicher Wirkung verwendbar.