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Gro'.bauspielzeug Es sind zahlreiche Spielzeugbaukästen bekannt, die
in beliebiger Anordnung zusammensetzbare Baustäbe und Vorbindungselemente enthalten.
Dabei ist es vielfach ilblich, die Baustäbe sowie die Verbindungselemente mit koligruierenden
Vorsprüngen und Aussparungen zu versehen, mit denen sie aneinandergefügt werden
können. Alle derartigen äusführungsformen haben jedoch den E#achteil, nur den Bau
von Gegenständen verhältnismäßig kleiner Abmessungen züi. gestatten, da
für größe-
re Teile mit den her'-I,Löimnlichen Verbindungselementen keine
den auftretenden Anforderungen genügenden Festigkeitseigenschaften zu erreichen
sind.
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Die Erfindung hat sich deshalb die Schaffung eines Großbauspielzeuges
zum Ziel gesetzt, mit dem es möglich sein soll, Bauwerke und technische Geräte in
einem Maßstab nachzubilden, der dem spielenden Kind den Eindruck von wirklichkeitsnaher
Größe vermittelt. So sollen beispielsweise zweckentsprechend benutzbare Gebäude
und Möbel, begehbare Drücken oder dergleichen hergestellt werden können, was auf
die Erziehung
zu konstruktivem Denken zweifellos sehr gUnstige Auswirkungen
haben dürfte.
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Als Lösung der gestellten Aufgabe wird ein aus Baustäben und Verbindungselementen
der eingangs genannten Art bestehenäes Großbauspielzeug vorgeschlagen, das durch
folgende miteinander zu kombinierende, nach teilweise bekannten Merkmalen gestaltete
Teile gekennzeichnet ist: a) Würfelförmige Eckstücke, die an den vier umlaufenden
Seitenflächen parallelgerichtete hinterschnittene Nuten, einen sich zwischen den
Stirnflächen erstreckenden, im Querschnitt vorzugsweise quadratischen Hohlraum sowie
in jeder Stirnfläche eine der Fußbreite der hinterschnittenen Nuten angepaßte Quernut
aufweiseng wobei diese Quernuten um 90 0 gegeneinander versetzt sin
d.
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b) Mittelstücke, deren Abmessungen dem Hohlraum der
Eck-
stücke entsprechen, die an den Stirnseiten wiederum hinterschnittene
Nuten besitzen und sich in die würfelförmigen Eckstücke einschieben lassen.
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e) Zwischenstücke, die in der Kantenlänge mit dem Hohlraum der Eckstücke
übereinstimmen, im mittleren Bereich ihrer Seitenflächen sie kreuzweise durchsetzende
Langlöcher aufweisen und an den Stirnflächen schwalbenschwanzartige, in die hinterschnittenen
Luten einschiebbare Vorsprünge tragen.
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d) Baustäbe, deren Querschnitt sich in der Flächengröße mit
den
Eckstücken deckt, und ail deren beiden Enden zur Aufnahme der Zwischenstücke vorgesehrzne
stirnseitige Ausnehmungen mit einer für einen das Z,.,iischenstUick verklernrienden
Keil bestimmten Querbohrung angebracht sind.
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e) Schieb-er mit doppelschwalbenschwanzartigem Querschnitt, der sich
in seiner Längsrichtung in die hinterschnittenen Eluten einführen läßt.
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'-.Veiterbildungen des Erfindungsgegenstandes betreffen neben mehreren
die vorgenannten Teile vervollständigenden Maßnahinen, wie u.a. das Anbringen von
in die Seitenflächen der Baustäbe eingelassenen hinterschnittenen Luten, in erster
Linie zusätzliche Bauelemente, mit denen die Spielmöglichkeiten ausgedehnt werden
sollen. Insofern empfiehlt die Erfindung zunächst noch jeweils zwischen zwei lotrecht
zueinander stehenden Daustäben einfügbare winkelförmige, im Querschnitt halbierte
Diagonalstützen, deren Schenkel an den freien Enden Fortsätze tragen, mit denen
sie in die hinterschnittenen Nuten der Baustäbe eingehakt werden können, und die
im Scheitelpunkt ihrer Schenkel den stirnseitigen Ausnehmungen der Baustäbe einzuschiebende,
mit einem Langloch versehene Zapfen besitzen. Ebenso nützlich erscheinen plattenartige,
aus flexiblem Werkstoff bestehende Verbindungsstücke, die an mindestens zwei gegenüberliegenden
zugespitzten Seitenkanten über Filmscharniere bewegliche Profilleisten aufweisen,
welche den hinterschnittenen Nuten entsprechen
und in diese einzuführen
sind. Solche Verbindungsstücke wirken sich dadurch vorteilhaft aus, daß s ie an
keine Winkelstellung gebunden sind und infolgedessen die Voraussetzungen nicht nur
für den Einbau beweglicher Tür- oder Fensterflügel, sondern auch für das Weiterführen.von
Konstruktionen in freizügig zu wählenden Richtungen bieten.
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Die günstigen Eigenschaften des zum Vorschlag gebrachten Großbauspielzeuges
bestehen vor allem in seiner Fähigkeit, Modelle mit geringem Verkleinerungsmaßstab
zu bilden, wozu es der entsprechend dimensionierten Einzelteile sowie der besonders
festen Verbindungen bedarf. Darüber hinaus verfügt die beanspruchte Neuentwicklung
über einen außerordentlich vielfältigen Kombinationsbereich, was ihren Spielwert
noch erhöht. Gleichzeitig sind sämtliche Bauelemente so gestaltet, daß sie sich
ohne fertigungstechnische Schwierigkeiten aus thermoplastischem Kunststoff und mithin
auf billigstem Wege herstellen lassen.
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Alle technischen Einzelheiten des Erfindungsgegenstandes werden zusammen
mit Anwendungsbeispielen durch die nachstehende Beschreibung sowie die Zeichnungen
erläutert. Letztere zeigen im einzelnen: Fig. 1 die perspektivische Ansicht
der wesentlichsten das erfindungsgemäße Großbauspielzeug bildenden Teile, Fig. 2
eine perspektivische Darstellung der in beispielsweiser
Anordnung
zusammengefügten Einzelteile des Großbauspielzeuges, Fig. 3 die perspektivische
Ansicht einer aus Fig. 2 neben den in Fig. 1 abgebildeten Teilen ersichtlichen
DiagonalstUtze, Fig. 4 die schematische 1.Iiiedergabe einer mit Hilfe zusätzlicher
VerbindungsstUcke errichteten Firstkonstruktion und Fig. 5 ein aus den Teilen
der Fig. 1 bis 4 gebautes Giebelhaus.
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Wie aus den Abbildungen hervorgeht, umfaßt das zur Besehreibung gelangende
Großbauspielzeug mehrere unterschiedliche Einzelteile, von denen die wesentlichsten
der Fig. 1 entnommen werden können. Es sind dies der Baustab 1 sowie
das gemeinsam mit dem Mittelstück 2, dem Zwischenstück 3 und dem Schieber
4 als Verbindungselement wirkende Eckstück 5.
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Das Eckstück 5 ist würfolförmig gestaltet und weist an seinen
vier umlaufenden Seitenflächen 6 parallelgerichtete hinterschnittene Nuten
7 auf. Zwischen den Stirnflächen 8 erstreckt sich ein im Querschnitt
quadratischer Hohlraum 9,
und in jeder Stirnfläche 8 verIläuft eine
der Fußbreite der hinterschnittenen Nuten 7 angepaßte Quernut 10,
wobei diese Quernuten 10 um 90 0 gegeneinander versetzt sind.
Das
1"littelstück 2 entspricht in seinen Abmessungen uem Hohlraum 9 des Eckstückes
5 und besitzt an den Stirnseiten 11
dieselben hinterschnittenen Nuten
7 wie das Eckstück 5. Im mittleren Bereich seiner Seitenflächen sind
das blittelstück 2 kreuzweise durchsetzende Langlöcher 13 angebracht.
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Das Zwischenstück 3 stimmt in seiner Kantenlänge mit dem Hohlraum
9 des Eckstückes 5 überein und trägt an den Stirnflächen 12 schwalbenschwanzartige,
in die hinterschnittenen Nuten 7 einschiebbare Vorsprünge 15. In gleicher
Anordnung wie das Mittelstück 2 ist auch das Zwischenstück 3 im mittleren
Bereich seiner Seitenflächen 14 von Langlöchern 13
durchsetzt.
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Der Baustab 1, dessen Querschnitt sich in der Flächengröße
mit dem Eckstück 5 deckt, weist an beiden Enden zur Aufnahme des Zwischenstückes
3 vorgesehene stirnseitige Ausnehmungen 16 mit jeweils einer für einen
Keil 17 bestimmten Querbohrung 18 auf. Außerdem sind in die Seitenflächen
19 des Baustabes 1 ebenfalls längsgerichte te hinterschnittene Nuten
7
eingelassen und zu beiden Seiten der Längskanten 20 befinden sich weitere
Nuten 21.
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Der Schieber 4 ist im Querschnitt doppelschwalbenschwanzartig ausgebildet
und läßt sich mithin in seiner Längsrichtung in die verschiedenen hintersöhnittenen
Nuten 7 einführen.
In welcher V'leise sich die vorstehend
erläuterten Teile zusammensetzen lassen, veranschaulicht Fig. 2, wo mehrere Baustäbe
lag lb und lc mit Hilfe der Verbindungselemente 2, 39
4 und 5 aneinandergefügt
sind. Hierbei wurde zunächst in je-
weils eine der hinterschnittenen Nuten
7 der Mittelstücke 2 ein Zwischenstück 3 mit seinem schwalbenschwanzartigen
Vorsprung 15 eingesetzt, und die Mittelstücke 2 sodann in den Hohlraum
9 der würfelförmigen Eckstücke 5a und 5b eingeschoben. In die den
Zwischenstücken 3a und 3b gegenüberliegenden hinterschnittenen Nuten
7 der MittelstUcke 2 fügte man anschliei.lend noch in Richtung der Quernuten
10 die Schieber 4a unu 4b ein, welche die Mittelstücke 2 in den Eckstücken
5
-e-en Herausziehen sichern sollen. Schließlich wurden auf LD LD die Zwischenstücke
3a und 3b die jeweiligen Baustäbe la und lb mit ihren Ausnehmungen
16 aufgesetzt und mittels der Keile 17 verklemmt. Im vorliegenden
Falle sind zwar zwei durch den Schieber 4c seitlich miteinander verbundene Eckstücke
5
vorgesehen, aber ebenso wäre es auch möglich, den links dargestellten Baustab
la unmittelbar gegenüber vom Baustab lb anzuschließen, indem der Schieber 4b durch
das im Baustab la befindliche Zwischenstück 3a ersetzt wUrde.
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In welcher Form rechtwinklig zu den an den Stirnflächen
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der Eckstücke 5a und 5b angreifenden Baustäben la und lb weitergebaut
worden könnteg veranschaulicht der Baustab lc, dessen Zwischenstück 3c in eine der
hinterschnittenen Nuten 7
des Eckstückes 5b eingreift.
Dieselbe Anordnung ließe sich auch an den übrigen drei Seitenflächen erreichen,
wobei anstelle des Zwis'chenstückes 3c gegebenenfalls auch klittelstücke 2 unter
Zwischenschaltung eines Schiebers 4 Verwendung finden könnten. Aus diesem Grunde
sind die Mittelstücke 2 allgemein mit denselben Langlöchern 13 wie die Zwischenstücke
3 ausgerüstet.
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Sollen die zwischen den einzelnen Baustäben 1 entstehenden
Flächen geschlossen werden, so lassen sich in die Nuten 21 beispielsweise aus Pappe
bestehende Viandplatten 22 einsetzen. Hierzu kann es unter Umständen wünschenswert
sein, wenn sich die Nuten 21 in den Seitenflächen 6 der Eckstücke
5
fortsetzen.
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Ergibt sich die konstruktive Notwendigkeit, an den Seitenflächen
19 der Baustäbe 1 einen weiteren Baustab 1 anzufügen, so läßt
sich zu diesem Zweck in die dortige hinterschnittene Nut 7 wiederum ein irgendwo
an der Seitenfläche 19 zu fixierendes Zwischenstück 3 einschieben.
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Wie aus Fig. 2 ferner hervorgeht, ist es daneben für die Herstellung
von Fachwerken möglich, einen Baustab ld zwischen den eine Ecke bildenden Baustäben
lb und 1c unter 45 0
anzuschließen. Hierzu dienen winkelförmige Diagonalstützen
23, welche an Hand der Fig. 3 näher erläutert werden.
Die
Diagonalstützen 23 sind im Querschnitt halbiert und tragen an den freien
Enden ihrer Schenkel 24 Portsätze 25, mit denen sie in die hinterschnittenen
Nuten 7 der Baustäbe 1
eingehakt werden können, wozu die äußersten
Kanten 26 im Querschnitt den hinterschnittenen liuten 7 angepaßt sind.
Im Scheitelpunkt der Schenkel 24 befinden sich clen stirnseitigen Ausnahrriungen
16 der Baustäbe 1 einzuschiebende, wiederum mit einem Langloch
13 ausgestattete Zapfen 27. An diesen Zapfen 27 können die
Baustäbe 1 gemäß der Darstellung in Fig. 2 auf die übliche 'Neise mit Hilfe
der Keile 17 an den Diagonalstützen 23 verklemmt werden.
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#Nährend sich mittels der würfelförmigen Eckstücke 5 stets
nur rechtwinklige Anschlüsse herstellen lassen, geben die in Fig. 4 gezeigten Verbindungsstücke
28 die Llöglichkeit, jeden beliebigen Winkel zu wählen. Die Verbindungsstücke
28
bestehen hierzu aus einem flexiblen Vierkstoff und besitzen an zwei gegenüberlieg"enden
zugespitzten Seitenkanten über 2ilmscharniere 29 bewegliche Profilleisten
30, welche in die hinterschnittenen Nuten 7 eingeführt werden 1..-önnen,
wie es bei den in Fig. 4 dargestellten Baustäben 1 der Fall ist. Dabei soll
der obere Baustab 1 zum Beispiel einen Dachfirst bilden und wird als solcher
von den beiden ihm zugeordneten Verbindungsstücken 28 gehalten. Selbstverständlich
läßt sich auf diesem Wege auch jede andere Winkelstellung der Vorbindungsstücke
28 erzielen.
Eine weitere Einsatzform der Verbindungsstücke
28 ist noch fUr die Gestaltung von Tür- oder Fensterflügeln gegeben, die
infolgedessen beweglich ausgefUhrt werden können.
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Wie sich mit dem zuvor beschriebenen Großbauspielzeug Gegenstände
nachbilden lassen, wird von Pig. 5 verdeutlicht, wo das Ilodell eines Giebelhauses
schematisch abgebildet ist. Dieses soll eine Grundfläche von mehreren Quadratmetern
einnehmen und besteht im wesentlichen aus einer Vielzahl entsprechend langer Baustäbe
1, die in der oben erläuterten Weise durch Eckstücke 5 zusammengehalten
werden. Für die Ausbildung eines die Stabilität erhöhenden Fachwerks sind außerdem
Diagonalstützen 23 und für üen Giebel Verbindungsstücke 28 zur Anwendung
gelangt. Mit denselben Kitteln sind ebenso andere beliebige Bauwerke zu erstellen,
denn die Zahl der mit den verschiedenen Einzelteilen möglichen Kombinationen ist
unbegrenzt und völlig der Fantasie des spielenden Kindes überlassen. Dazu gehören
sogar bewegliche Konstruktionen, denn die Hohlräume 9 der Eckstücke
5 können beidiesbezüglicher Illahl ihrer Anordnung ohne weiteres für die
Aufnahme von Wellen oder Achsen benutzt werden.
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Als Werkstoff zur Herstellung des neuartigen Großbauspielzeuges dürften
wegen des geringen Gewichtes Thermoplaste am vorteilhaftesten sein, aber für die
Baustäbe 1 kommt gegebenenfalls auch Holz in Betracht.