DE1704065C - Verfahren zum Entformen von Gegenständen aus Kunstharzen - Google Patents
Verfahren zum Entformen von Gegenständen aus KunstharzenInfo
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Description
1 7041)65
1 2
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfor- eignet im Rahmen von Hochdruckprozessen und bemen
von Gegenständen aus Kunstharz, wobei der sonders dort, wo das Harz Druck und Wärme zum
Gegenstand von einer undurchlässigen Cellulosefolie Aushärten d^s Harzes unterworfen ist, bevor der
abgezogen wird. ausgeformte Gegenstand aus der Formpresse ent-
Es ist bereits bekannt, Cellulosefolien als Trenn- 5 fernt wird. Eine Grenze bei der Benutzung der vor-
mittel bei Harzplatten zu verwenden, wobei die liegenden Methode besteht darin, daß die Tempera-
Cellulosefolien von den Harzplatten beim Entformen türen, die zur Aushärtung des Harzes erforderlich
abgezogen werden, um dadurch mattierte Oberflächen sind, unterhalb der Zersetzungstemperatur der Cellu-
auf Überzügen und auf durch Formen erhaltenen losefolie liegen müssen.
Gegenständen aus Kunstharzen zu erhalten. Die ab- io Obgleich das Verfahren auch beim Ausformen
lösbare Folie enthält dabei feinverteiltes /M,4-Glukan von Gießlingen aus tnermoplastischen Harzen bein
fein verteilter Form. nutzt werden kann, liegt sein besonderer Vorteil bei Bei Drücken über 35 kg/cm2 und bei hohen Tem- der Ausformung von wkrmeaushärtenden Harzen,
peraturen haften die Cellulosefilme zäh an den aus- Beispielsweise führt eine Ausformung von Melamingeformten
Flächen und können in manchen Fällen »5 formaldehyd-Harz bei der Verwenden von Folien,
nicht von den geformten Flächen ohne Zerstörung die das /J-l,4-GIukan enthaltende Material enthalten!
der Oberfläche abgezogen werden. ohne die Beschichtung einer Komplexverbindung da-Der
Erfindung liegt demgemäß vor allem die Auf- zu, daß die Folie so fest an der gebildeten Oberfläche
gäbe zugrunde, auch bei höheren Drücken ein- ein- haftet, daß sie vom Formling nicht abgezogen werden
faches Entformen von Kunstharz zu ermöglichen. 20 kann. Andererseits, wenn die Folie mit einer Be-Das
Verfahren nach der Erfindung ist demgemäß schichtung versehen ist, haftet sie zwar mit Rücksicht
dadurch gekennzeichnet, daß auf die Folie als Trenn- auf eine beträchtliche Behandlungsbeanspruchung
mittel ein Film aus einer Komplexverbindung mit ausreichend fest, aber die Folie kann ohne weiteres
einem Aluminium- oder Chromatom und einer abgezogen werden, wenn dies erwünscht ist.
acyclischen, sauren, mindestens 10 Kohleatome auf- 35
weisenden !Carboxylgruppe aufgetragen wird. Beispiel I
acyclischen, sauren, mindestens 10 Kohleatome auf- 35
weisenden !Carboxylgruppe aufgetragen wird. Beispiel I
Soweit im folgenden der Ausdruck Cellulose ge- Die Beschichlungslösung für die Cellulosefolie
braucht wird, ist damit ein /M,4-Glukan enthaltendes wurde hergestellt durch Zufügung von 3 Gewichts-Material
gemeint. prozent einer Isopropanol-Lösung einer Stearinsäure-Die genannte Komplexverbindung wird in V/asser, 30 Chrom-Verbindung der beschriebenen Art zu 7 Geeinem
nichtwäßrigen Lösungsmittel oder einem aus wichtsteilen Wasser, das auf 93,5° C erwärmt war.
Wasser und organischen Teilen gemischten Lösungs- Die benutzte Isopropanol-Lösung war eine im Handel
mittel gelöst, wie es bei der Herstellung beschichteter verfügbare Lösung, die etwa 30 Gewichtsprozent
Regeneratcellulosefilmen üblich ist. Sie kann im einer Komplexverbindung enthielt. Diese Lösung
Tauch-, Sprüh- oder Aufwalzverfahren aufgetragen 35 wurde dann zu 85 Gewichtsteilen einer Lösungswerden, wobei der Besdiichtungsgrad so bemessen mischung zugegeben, die aus 70 Volumprozent
wird, daß eine Endbeschichtun» von etwa 0,04 bis Allylacetat und 30% Äthylalkohol bestand. Dann
etwa 1,0 g pro m2 der Oberfläche mit der Komplex- wurde eine Lösung aus einem Teil Harnstoff in
verbindung erhalten wird. 4 Teilen Wasser der Lösung zugegeben. Die end-Vorzugsweise
wird die Chromkomplexverbindung 40 gültige Beschichtungslösung wurde auf die Fläche der
in einer Mischung aus Wasser und organischem Lö- Cellulosefolie gesprüht und die Quantität dadurch
sungsmittel derart gelöst, daß eine üblicherweise be- gemessen, daß die beschichtete Folie zwischen Dinutzte
Beschichtungsvorrichtung verwendbar ist, mit stanzrollen in einer herkömmlichen Beschichtungsder
gleichzeitig das Lösungsmittel zurückgewinnbar maschine mit 30,5 m pro Minute hindurchlief. Daist.
Eine wasserorganische Lösungsmittelmischung 4S nach wurde die Folie durch eirsn herkömmlichen
verhindert ein Eindringen der Beschichtung in das Trockner geführt mit drei hintereinanderlicgenden
Innere der Folie. Die Aluminiumkomplexvcrbindung H.'izzonen, wobei die erste HO0C und die zweite
kann in einem organischen Lösungsmittel gelöst wer- und dritte Zone 77° C hatten. In diesen Heizzonen
den. wurden die Luft und die Dämpfe ständig abgezogen Die Komplexverbindung zeichnet sic'i dadurch aus, 5„ und durch eine Zone zur Wiedergewinnung der ordaß
sie ein dreiwertiges Chrom- oder Aluminiumatom ganischen Lösungsmitte! geführt. Der Film hatte damit
einer acyclischen, sauren Karboxylgruppe ent- nach eine Beschichtung von 0,5 g der Komplexverhält,
die mindestens 10 Kohleatomc aufweist. Solche bindung pro m2 der Fläche.
tauren Gruppen sind beschrieben als funktioneile Proben von drei unbeschichteten Folien und Pro-
»aure Gruppen und liegen vor als einfache koordi- 5J ben von den beschichteten Folien wurden für die
nierte Gruppen, die von Haupt- oder Hilfsvalenzen Herstellung von beschichteten Tafeln benutzt. In
gehalten werden, oder sie können vorliegen als BrUk- jedem Falle wurden sieben Blatt eines herkömm-
kengruppen zwischen zwei Chrom- oder Aluminium- liehen, mit Phenol imprägnierten Hartpapiers auf eine
kernen. Hinzeine saure Gruppen können in herkömm- Stahlnetzplatte gestapelt. Ein Blatt herkömmlichen,
licher Weise bezeichnet werden durch Hinzufügen βο mit Melaminharz getränkten Musterkartenpapiers
der Nachsilbe »ato« zum ersten Teil der Bezeichnung wurde über den Stapel des Hartpapiers gelegt. Ein
der Karboxylsäure zur zugehörigen sauren Gruppe. Blatt herkömmlichen Deckpapiers, imprägniert mit
säure gibt Laurato-Gruppen. Das Kunstharz wird auf gs der ganze Stapel mit einer Stahlnetzplatte belegt
die beschichtete Flache der Fulie in üblicher Weise wurde. In den Mustern, die die beschichteten Flächen
aufgeformt oder gegossen. hatten, wurde die beschichtete Fläche in Kontakt mit
dann auf 315° C erwärmt, und es wurde ein Druck von 91 ±7 kg/cm2 aufgebracht. Druck und Wärme
wurden etwa über 15 Minuten gehalten, wonach die Wärmezufuhr unterbrochen wurde. Unter Aufrechterhaltung
des Druckes wurde etwa a-if 50° C abgekühlt. Nachdem die Temperatur auf diesen Wert abgefallen war, wurde der Druck weggenommen und
die Schichtpiatte aus der Presse genommen.
In den Fällen, wo die Schichtplatten in Verbindung mit unbeschichteten Folien hergestellt waren,
konnten die Blätter nicht von den Platten getrennt werden. In den Fällen, in denen die Platten mit beschichteten
Folien hergestellt waren, hafteten diese ausreichend fest an den Platten, ohne daß bei Weiterbehandlung
ein Ablösen der Blätter erfolgte, was aber leicht möglich war, wenn dies gewünscht wurde.
Das Beispiel I wurde wiederholt mit der Abweichung, daß ein Myristinsäure-Aluminiumkomplex des
beschriebenen Typs als Beschichtung für die CeIIulosefolie benutzt wurde. Die Beschichtungslösung be-Itand
aus einer Lösung des Aluminiumkomplexes in einer Mischung von Isopropanol, Äthylacetat und
Äthylalkohol. Die benutzte Isopropanollösung war eine handelsübliche verfügbare Lösung, die etwa
18 Gewichtsprozent des Aluminiumkomplexes enthielt. Die Beschichtungslösung wurde hergestellt durch
Verdünnen von 1 kg der Isopropanolaluminiumkomplexlösung mit 59 kg einer Mischung, bestehend
aus 70 Volumprozent Allylacetat und 30 Volumprozent Äthylalkohol. Die Beschichtung wurde aufgebracht
und getrocknet, wie in Beispiel I beschrieben. Proben der beschichteten Folie wurden in gleicher
Weise zur Herstellung von laminierten Platten, wie in Beispiel I beschrieben, benutzt. Die beschichteten
Folien hafteten an den ausgeformten Oberflächen der Tafeln mit einem ausreichenden Grad derart, daß
eine Behandlung der Tafeln ohne Verschiebung oder Abtrennung der Blätter von der Oberfläche erfolgte,
daß aber die Blätter leicht abzuziehen waren, wenn dies gewünscht wurde.
Laminierte Tafeln wurden in ähnlicher Weise hergestellt,
worin die Hartpapier-, Musterpapier- und Abdeckpapierlagen mit einem herkömmlichen Allylharz
imprägniert waren, beispielsweise mit ein^m polymerisierten, im Handel erhältlichen Diallyl-Phthalat-Harz.
Diese Tafeln wurden nach Schließung der Presse einer Temperatur von 157° C ausgesetzt,
Und beim Beispiel des genannten Harztyps war lediglich die Anwendung eines Druckes von 21 kg/cms
erforderlich. Druck und Wärme wurden 15 Minuten gehalten, worauf unter Aufrechterhaltung des Druckes
auf 50° C abgekühlt wurde. In den Fällen, in denen unbeschichtete Folien benutzt wurden, und zwar über
dem Deckpapier, konnten die Blätter nicht von den laminierten Platten abgezogen werden. In den Fällen,
in denen beschichtete Folien mit dem Deckpapier in Kontakt standen, hafteten sie ausreichend auf der
ίο Oberfläche der laminierten Platte, konnten aber leicht
abgezogen werden.
Die Vorteile des Ausformverfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung liegen auf der Hand. E3
können ausgeformte Gegenstände, die einen vorbestimmten Glanz haben, erhalten werden durch Verwendung
einer einfachen hochpo'ierten Presse oder Netzplatte lediglich durch Zwischenlage einer beschichteten
Cellulosefolie. Die billigen Folien können eine Vielzahl von teuren Formen oder Preßplatteri
ao ersetzen, die ein spezielles Oberflächenfinish erfordern.
Ebene Schichtgebilde können auch kontinuierlich hergestellt werden. Dabei werden fibröse Bahnen von
einer Walze gezogen und nut dem zu verwendenden Kunstharz imprägniert, beispielsweise im Durchlauf
durch geeignete Harzbäder. Die imprägnierten Bahnen werden dann zusammengebracht, und eine kontinuierlich
mit einer Komplexverbindung beschichtete Cellulosefolie wird auf die Oberflächen der Bahn gelegt.
Das ganze läuft dann durch Walzen, um die einzelnen Lagen noch besser zusammenzupressen, worauf
man es durch die erforderlichen Druck- und Heizzonen führt. Von der Bahn trennt man dann
Platten gewünschter Größe ab und stapelt sie, wobei die Folie auf der Platte bis zu seinem gewünschten
Abzug verbleiben kann.
Claims (2)
1. Verfahren zum Entformen von Gegenständen aus Kunstharz, wobei der Gegenstand von
einer undurchlässigen Cellulosefolie abgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, daß auf
die Folie als Trennmittel ein Film aus einer Komplexverbindung mit einem Aluminium- oder
Chromatom und einer acyclischen, sauren, mindestens 10 Kohleatome aufweisenden !Carboxylgruppe
aufgetragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gckennzeichnet, daß die Beschichtung in einer
Menge von 0,05 bis 1,0 g/m2 auf die Filmfläche aufgebracht wird.
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