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DE1792120C - Verfahren zur elektrostatischen Aufbereitung von Kieserit enthaltenden Kalirohsalzen - Google Patents

Verfahren zur elektrostatischen Aufbereitung von Kieserit enthaltenden Kalirohsalzen

Info

Publication number
DE1792120C
DE1792120C DE1792120C DE 1792120 C DE1792120 C DE 1792120C DE 1792120 C DE1792120 C DE 1792120C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
kieserite
concentrate
mgo
content
residue
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Arno Dr. 3500 Kassel; Fricke Günter Dipl.-Chem. Dr. 3161 Röddensen. COId 3-26 Singewald
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
K+S AG
Original Assignee
K+S AG
Publication date

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Description

30
Kalidüngesalze mit MgO-Gehalt haben für die zusätzliche Versorgung von Böden und Kulturpflanzen mit Magnesium zunehmende Bedeutung, ;ι$ insbesondere als Weidedünger.
Es ist noch kein Verfahren ekannt, welches die gemeinsame Gewinnung von Sylvin und Kiescrit in einem einzigen Produktior.sgang aus kicscrithaltigen Kalirohsalzen, wie Hartsalzcn, ermöglicht. Bei dei Mehrzahl aller Aufbereitungsverfahren gelangt der Kieserit mit dem Steinsalz in den Rückstand, so daß zur Erzeugung K2O- und MgO-haltiger Düngemittel zunächst der Sylvin abgetrennt, dann au:· dem Rückstand Kieserit gewonnen und danach b;ide Komponenten vermischt werden müssen. Es ist auch möglich, zuerst Kiescrit und dann Sylvin abzutrennen. Es werden aber stets zwei getrennte Verfahrensschritte notwendig, um beide Mineralien zu gewinnen.
Für die getrennte Gewinnung beider Stoffe sind mehrere Verfahren bekannt, z. B. mittels elektrostatischer Verfahren. Es wurde nun ein Verfahren zur elektrostatischen Aufbereitung von Kieserit enthaltenden Kalirohsalzen gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß das aufgemahlene Rohsalz-
Momerungsmm;^tahandet ^ ^ ^
ladung des K-icscrits oe Hiifskondjiionierun!:N glcichze.uge A"wcn^ ar^atischen Carbonsäuren mittels zusammen nut aro ^ jn
als Konditionierungsmittel wr y lvinhahlg,n same Absche.dung emes*™«\»ViJc und eines prÄSentfreien Steinsalzes an de,
gemattet erstmah,
15% ei
wird.
und einen Μ^ΛβΙ von Fc
wcsc von 5 b« 15 A^gnge«^ Konzenlrats durch V^onÄÄcuchtc von etwa 5 bis 30% auf einen K2O-Gehalt von etwa IJ ta^BΛ und einen MgO-Gehalt von etwa 2 bis 20/., vorzugswei«: vnn S bis 15% eingestellt werden.
Es kann aus Hartsalzen als Kalirohsalz α einer Vcr?ahkrensstuUfe ein MgO-haltiges Kaljdünge^h^ -in Kic iri°/ K O und etwa IU 01s ζυ/ο iv
mit über 95%, insbesondere über
technische Fortschritt des Verfahrens der
SfrSSTicli W*' «"* ■* 5 biS 10% tea»"« Feuchte in der Trocknerlutt enlspre-
ehend 57 bl 73-C bei 12 g/m' absolut« Luftfcucht«. durchgeführt.
Tabelle
I Konditionierungsmittel 2. Hilfskonditionierungsmittel
1. o-Kresotii3säure
2. 1.
2. Monochloressigsäure
Κ,Ο-Gehalt
% Konzentr.u I Rückstand
45,0
11,1· Ι,6
11,8
Ambeutea in Kooz. to % K2O I Kieserit
87,3
Fortsetzung
1 4
I Konditionierungsmittel 2. Hilfskonditionicrungsmillcl
1
?. /'-Brompropionsäure
1. —
2. Trichloressigsäure
1. o-Kresotinsäure
2. Monochloressigsäure
1. Benzoesäure
2. Monochloressigsäure
1. o-Krcsotinsäure
2. /i-Brompropionsäurc
1. o-Kresotinsäure
2. Trichloressigsäure
KjO-Gehali
11.0
8,8
24,5
23,4
27,7
24,3
Kirscnl-Gehalt Rückstand d Kiescrit
It Konzentrat 7,4 Ausbeuten in Koni in % 89.6
ckstand 46.2 6,9 K2O 83,6
10,0 56.2 5,1 89,3
11,5 54.8 5,3 87,8
1.9 62.0 5,7 89,8 88,5
2,6 52.9 4,4 86,5 90,6
1.4 56,2 92,0
1,7 88.4
Versuch Nr. 1 zc?3t den Stand der Technik mit o-Kresotinsäure als Konditionierungsmittel. Die Versuche Nr. 2 bis 4 zeigen die Wirkung der nach dem Verfahren der Erfindung verwendeten Hilfskondilioriierungsmittel auf das Aufladungsverhalten des Kicscrits. Die Versuche 5 bis 8 zeigen den kombinierten Einsatz der bekannten Konditionierungsmittel fur Sylvin und lter beanspruchten Hüfskonditionierungsmittel, wobei die als zweiter Stoff genannten chemischen Verbindungen die beanspruchten Hilfskonditionierungsmittel darstellen. Spalten b und c zeigen die K2O- und Kieserit-Gehalte im Konzentrat und Rückstand und Spalte d die Ausbeute in % im Konzentrat.
Der Rückstand besteht aus Steinsalz mit über 90% NaCl, welches als gekoppeltes Produkt Tür sich verwendet werden kann, insbesondere als Ausgangsprodukt fur die Herstellung von reinem NaCl.
Die NaCl-Gehalte des Rückstandes aus Tabelle 1 sind folgende:
Nr. %
Nr.
%
1 68,9 91,9
2 75,3 6 90,6
3 76,8 7 92.1
4 74,9 8 92,9
Die Arbeitsweise 1 erfolgte nach dem Stand der Technik und zeigt, daß sich Sylvin an der positiven Koni. .-ntrat-Hlektrode auHchert. Der Kieserit reichert sich gemeinsam mit dem Steinsalz an der negativen Rückstands-Elektrode an. Der Steinsalzgehalt im Konzentrat und Rückstand ergibt sich näherungsweise aus der Differenz zu 100%. Man erhält also ein Konzentrat mit 45% K1O und etwa 3% MgO, entsprechünd 17% Kieserit. Wenn z. B. ein KaIidüngcsalz mit 20% K2O und 15 bis 20% MgO hergestellt werden soll, dann müßte nach dem Verfahren der Auslegeschrift 1 261 453 Kieserit aus dem Rück· stand abgetrennt und mit dem KjO-Konzcntrat vereinigt werden.
Nach dem Verfahren der Erfindung ist es also erstmalig möglich, mit Halogencarbonsäuren als Hilfskonditionierungsmittel Kieserit umzuladen, wie die Arbeitsweise nach 2 bis 4 zeigt. Kieserit wird dann an der positiven Konzentrat-Elektrode gewonnen.
Wenn beide Konditionierungsmittel nach Arbeitsweise 5 bis 8 kombiniert werden, wird imbesondere Sylvin und Kieserit gemeinsam an der positiven Konzentrat-Elektrode abgetrennt. Es wird also in einer' 'erfahrensstufe ein MgO-haltiges Kalidüngesalz mit etwa 25% K2O und 16% MgO erzeugt.
as Verfahren der Erfindung nach Arbeitsweise 5 bis 8 bietet weiter den Vorteil einer hohen Ausbeute von etwa 90% K2O und MgO.
Tabelle 2 zeigt die gemeinsame Gewinnung von Sylvin und Kieserit bei Trenntemperaturen zwischen 36 und 76° C, entsprechend 5 bis 30% relativer Feuchte in der Erwärmungsluft. Das Aufbereitungsgut wird
so tuit etwa 50 bis 200 g/t einer aromatischen Carbonsäure, vorzugsweise mit 75 bis 125 g/t und etwa 25 bis 200 g/t einer Halogencarbonsäure, vorzugsweise mit 50 bis 150 g/t, konditioniert. Im folgenden Beispiel (Tabelle 2) wurden 100 g/t 6-Hydroxy-O-toIyl-
saure-0) und 75 g/t Monochloressigsäure als konditionierungsmittel verwendet. Bei einmaligem Durchgang durch einen Freifallscheider bei 4 kV/cm sind folgende Ergebnisse erzielt worden:
a b ( Tabelle Rückstand 2 t • Rückstand t Kiesent
Temperatur relative Pruchte 7,0 9,5 Ausbeute in
im Konzentrat
82,5'"
Nr. 0C % KjOGcbalt
V.
1 K2O «4,7
36 30 Konzentrat Kieserit-Gehalt
%
57,7
9 45 20 20,0 Konzentrat 88,2 ·
10 24,8 43,7
55,7
a b Fortsetzung Rückstand ( I e Kiesenl
Temperatur relative Feuchte 1.9 Kieserit -Gehalt Ausbeute in ·'·
im Konzentral
87,4
Nr. "C % K,O-Gehalt
V.
1.7 Konzentrat Rücksund K, O 88,4
50 15 Konzentrat 1.7 56,0 5,8 89,3 85,8
11 59 10 26,7 59,0 5,2 90,1
i2 76 5 29,2 30,2 15,9 88,7
13 39,7
Spalte a der Tabelle zeigt die Temperatur, Spalte b führt. Das Anreicherungsprodukt des zweiten Scheidie entsprechende relative Feuchte der Erwärmungs- ders wird im kontinuierlichen Betrieb in Umlauf luft, Spalten c und d zeigen den K2O-Gehalt und 15 gerührt, den Kieserit-Gehalt im Konzentrat und Rückstand Tabelle 3
und Spalte e die Ausbeute in % im Konzentrat Air Sylvin und Kiescrit.
Der Rückstand besteht aus Steinsalz mit folgenden NaCl-Gehalten:
Nr. %
9 79,4
10 • 89,6
11 91,2
12 92,1
13 81,4
Gehal in·/. Anteile in % Kicserit
KjO Kicserit K3O 100
Aufgabe ..... 11.2 26,8 100 96,7
Konzentrat .. 20,0 43,5 98,3 3.3
Rückstand ... 0,4 2,2 1.7
Bei hohen relativen Feuchten und entsprechend tiefen Temperaturen sind die Ergebnisse besonders günstig. Der Wärmeaufwand ist daher gering.
Es können also bei einmaligem Durchgang hochwertige Düngesalze mit 20 bis 29% K2O und 15 bis 17% MgO bei K2O-Ausbeuten von 88 bis 90% und MgO-Ausbeuten von 85 bis 88% hergestellt werden.
Tabelle 3 zeigt die gemeinsame K2O-MgO-Gewinnung bei 47° C entsprechend 15% relativer Feuchte in der Erwärmungsluft.
Das Salz wurde mit 100 g/t 6-HydiOxy-O-tolylsäure-(l) und 75 g/t Trichloressigsäure behandelt. Um Sylvin und Kieserit nahezu quantitativ zu gewinnen, wurde der Rückstand der 1. Trennung ohne Nachkonditionierung einem zweiten Scheider zugr-
Der NaCl-Gehalt im Rückstand beträgt 97,2%.
Es v/ird also ein MgO-haltiges Kali-Düngesalz mit 20% K2O und 15% MgO bei einer Ausbeute von 98% für Sylvin und 97% für Kieserit gewonnen.
Dieses Ergebnis des Verfahrens der Erfindung stellt einen sprunghaften Fortschritt gegenüber dem Stand der Technik dar. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens der Erfindung liegt auch darin, daß ein hoher Rohsalzdurchsatz möglich ist, bei dem praktisch keine oder nur eine geringe Menge Mittelgut anfällt Es ist auch möglich, das K2O-MgO-Konzentrat nachträglich in Sylvin und Kieserit aufzuspalten. Diese nachträgliche Trennung in Sylvin und Kiessrit bringt ebenfalls Vorteile, da die größere Steinsalzmenge als Rückstand abgetrennt und nur noch die kleinere Menge K2O-MgO-Konzentrat aufzubereiten ist. Nach bekannten Verfahr«) wird dagegen beim ersten Trennschritt entweder Sylvin oder Kieserit abgetrennt und die nachgeschaltete Trennstufe mit der gesamten Steinsalz- und Kieseritmenge oder mit der gesamten Steinsalz- und Sylvinmengc beiastet

Claims (3)

  1. Patentansprüche:
    '.. Verfahren /ur elektrostatischen Aufbereitung von Kiescrit enthaltenden Kalirohsalzen, dadurch gekennzeichnet, daß das aufgemahlene Rohsalzgemisch mit Halogencarbonsäuren als Hilfskonditionierungsmittcl behandelt wird, welche eine Umladung des Kicserits bewirken und daß durch die gleichzeitige Anwendung des Hilfskonditionicrungsmittels zusammen mit aromatischen Carbonsäuren als Konditionierungsmittel für Sylvin eine gemeinsame Abscheidung eines kieserit- und sylvinhaltigen Konzentrats an der positiven Elektrode und eines K2O-armen praktisch kieseritfreien Steinsalzes an der '5 negativen Elektrode erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trennung bei etwa 10 bis 20% relativer Feuchte in der Trocknerluft, entsprechend 45 bis 59°C bei 12 g/m3 absoluter μ Luftfeuchte, in einem Freifallscheider bei 4 kV/cm Feldstärke, durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das K2O-MgO-Verhältnis des Konzentrats durch Verstellen der as Trennblendc auf einen KJO-Gehalt von etwa
    15 bis 40% und einen MgO-Gehalt von 5 bis 15% eingestellt wird.

Family

ID=

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3439042A1 (de) * 1984-10-25 1986-04-30 Kali Und Salz Ag, 3500 Kassel Verfahren zur elektrostatischen aufbereitung von kieserit enthaltenden, gemahlenen kalirohsalzen
DE3637227A1 (de) * 1986-11-03 1988-05-19 Kali & Salz Ag Verfahren zur gewinnung von magnesiumsulfaten

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3439042A1 (de) * 1984-10-25 1986-04-30 Kali Und Salz Ag, 3500 Kassel Verfahren zur elektrostatischen aufbereitung von kieserit enthaltenden, gemahlenen kalirohsalzen
DE3637227A1 (de) * 1986-11-03 1988-05-19 Kali & Salz Ag Verfahren zur gewinnung von magnesiumsulfaten

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