DE1785362C3 - Vorrichtung zum durchgehenden Bügeln und Pressen von Flachmaterialien - Google Patents
Vorrichtung zum durchgehenden Bügeln und Pressen von FlachmaterialienInfo
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Description
25
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung /.um durchgehenden
Bügeln und Pressen von Flachmatcriaüen wie Leder, P;'ppe. Filz auf einem endlosen von einer
Antriebswalze und einer Spannwalze geführten Andrückband mit einer Bügelwalze.
Maschinen zum Bügeln und Pressen von Leder sind zumeist hydraulisch oder mechanisch gesteuerte Platten-Pressen.
Zur Erhöhung ihrer Arbeitsleistung bei Handbetätigung sind sie für schnelle Arbeitszyklen entwickelt
worden. Die Arbeitszyklen mancher Maschinen /um Lederbügeln werden automatisch betätigt, so daß
das auf dem Forderband ausgebreitete Leder /wischen den Bügciplatien hindurchgeht und nach jedem Arbeitshub
sich beim Öffnen der Maschine automatisch um einen größeren Teil der Bügelplatten-Breite so verschiebt,
daß es beim Durchgang in der Maschine fortschreitend in Teilstückcn aber mit teilweiser Überlappung
der Teilbereiche gebügelt wird.
Line größere Leistung wird durch eine direkte Verbindung
zweier so arbeitender Maschinen mit einem für beide Maschinen gemeinsamen Förderband erreicht.
Diese Anordnung hat jedoch den Nachteil, daß der Bügelfortgang nicht fließend verlauft, so d.iß die
Maschine mit einem größeren Übermaß arbeiten muß. wobei auf dem Leder doppelt gebügelte Stellen auftreten.
Beim anspruchsvollen Lederbügeln kann an diesen Stellen auch eine Verschlechterung der physikalischen
Eigenschaften vorkommen, besonders in Narben beschädigter Leder beim Pressen eines Dessins mit tiefer
Einpressung. Beim fortschreitenden Bügeln desselben Leders ist es sehr schwierig, manche Dessin-Muster
miteinander /u verbinden. Ein weiterer Nachteil liegt im großen Gewicht so einer Maschinenausstattung und
im Bedürfnis eines großen .rertigungsraumes.
Neuere kontinuierlich arbeitende Leder-Bügelpressen
nut/en die Vorteile des durch polierte Stahlbänder beförderten Leders und auch des größeren Arbeitsdruckes
der Bügelwalzen aus. Diese Maschinen arbeiten /war kontinuierlich, haben aber praktisch nicht die
ii(jtige I !allezeit für die gegenseitige Berührung des zu
bügelnden Lcders mit den Bügelwalzen, so daß sie nicht sämtliche Forderungen aller in einer Arbeitsfolge
auftretenden Bügel-Methoden in der Lederfertigung erfüllen können. Sie können auch nicht /um Dessinieren
des Leder-Narbens verwendet werden, besonders nicht zum Erreichen einer tieferen Einpressung.
Andere kontinuierlich arbeitende Walzen-Bügelpressen
arbeiten /. B. auf fester zylindrischer bombiencr Unterlage. Das Leder wird hier beim Bügeln gleichzeitig
durch synchron angetriebene Bügel/ylinder und ein
sfahlgleitband befördert, welches auf einer festen zylindrischen
bombierten (ausgebauchten) Fläche gleitet. Die erwähnten durchgehenden Walzen-Bügelpressen
können auch für das Dessinieren verwendet werden, da sie mn Haltezeit arbeiten. Ihr Gesamtarbcitsdruck ist
vergleichbar mit den auf den Plattenbügelprcssen erreichbaren Drücken, was jedoch wiederum Forderungen
an schwere Produktionsmittel stellt. Ein Nachteil dieser Maschinen liegt in der höheren Beanspruchung
des Stahlgleitbandes, welches beiderseitigen Biegungen unterliegt, gedrückt und gezogen wird und dessen Lebensdauer
hierdurch begreiflicherweise herabgesetzt wird. Ein weiterer Nachteil liegt in der übereinstimmenden
Umfangsgeschwindigkeit der Bügelwalze und des gJeilfähigen Stahlbandes. Dieser Umstand kann
eventuell eine Lockerung des Narbens beim Bügeln eines dünneren Leders verursachen.
Die angeführten Nachteile werden durch die Erfindung beseitigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Durchlauf-Bügelpresse mit endlosem Andrückband und
Bügelwalze so zu gestalten, daß die Andrückverhältnisse bezüglich Dauer und Intensität nach Bedarf veränderbar
sind.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, daß eine Antriebswalze und/oder eine Spannwalze für ein endloses
Andrückband, einstellbar gegenüber der sich frei drehenden, geheizten Bügelwalze, die sich am Andrückband
abwälzt, angeordnet sind.
Auf diese Weise ist erreicht, daß derjenige Teil der
Umfangsfläche der Bügelwalze, der bügelt, auf verschiedene Längenwerte einstellbar ist. Dadurch lassen
sich die Andrückverhältnisse bezüglich ihrer Dauer und bezüglich ihrer Intensität verändern. Auf diese Weise
wird eine Änderung der Haltezeit möglich.
Zur Änderung der Andrückvcrhältnissc bezüglich Dauer und Intensität ist es weiterhin vorteilhaft, wenn
zwischen beiden Trumen des Andrückbandes gegenüber der Bügelwalze Andrückwalzen angeordnet sind.
Diese lassen sich auf verschiedene Anpreßdrücke einstellen,
so daß hierdurch wiederum die Andrückverhältnisse je nach Bedarf veränderbar sind.
Da auf der Vorrichtung der Erfindung in erster Linie Materialien bearbeitet werden, die aus Fasern mit zwischengelagerten
Füllmaterialien bestehen, ist es zur Änderung der Andrückverhältnisse besonders vorteilhaft,
wenn die Andrückwalzen an vibrierende, mechanische, hydraulische oder pneumatische Einheiten angeschlossen
sind. Gerade bei aus Fasern mit zwischenliegenden Füllmaterialicn aufgebauten flächenhaften Gebilden,
wie es Leder. Pappe, Filz u.dgl. sind, ist es beim Einprägen eines Narbens mit einer mit Dessin-Oberfläche
versehenen Bügelwalze besonders vorteilhaft, die Andrückwalzen zu vibrieren, da durch den ständigen
Wechsel von mehr oder weniger hohem Andruck während des Einpressens des Narbens die Füllniatcrialien
so umgelagert werden können, daß die Fasern durch das Einpressen so wenig wie möglich beschädigt werden.
Durch die Vibration lassen sich besonders gut die Andrückverhältnisse bezüglich ihrer Dauer und Intensität
verändern.
Die Erfindung isl an einem in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiel naher erläutert. Es /eigt
I" i g. I eine schematische Ansicht der Vorrichtung,
Γ i g. 2 ein Diagramm der möglichen Druekverhälinisse
der Vorrichtung.
Eine geheizte Bügelwalze ! ist freilaufend in Lagern 2 gelagert und in ihrem unteren Te I durch das obere
Trum des Andrückbandes 3 im itoreich eines veränderbaren
Zcntri-Winkels \ bis t1 umspannt. Das Andrückband
3 wird durch die Antriebswalze 4 von einer nicht
dargestellten Regulier-Antriebseinheit angetneben und
durch die Spannwalze 5 mittels der Kraft P gespannt,
wodurch ein radialer Druck des oberen Trumes des Andrückbandes
3 auf den umspannten Oberflächenteil der Bügelwalze I ausgeübt wird. Zwischen dem umspannten
Oberflachenieil der Bügelwalze I und dem Andrückband
3 wird ein endloser, elastischer Transporteur 6. z. B. aus Filz, frei geführt, auf welchem Flachmaterial,
z. B. Leder, zum Bügeln und Pressen aufgelegt wird. Über der Spannwalze 5 des Andrückbandes 3 ist
eine Reihe von frei sich auf gemein: amer Achse drehender Andrück scheiben 8 ungeordnet, die Mitlei zur
sicheren Erfassung des Anfangs eines abgelegten Leders, in Form von z. B. Kork- oder Gummi-Oberflächen
aufweisen. Hinter den Andrückscheiben 8 ist über dem Andrückband 3 eine Abdeckung 9 angeordnet, die bis
in eine dicht schließende Nähe des umspannten Oberflächenteils
der Bügelwalze I reicht. Beim Wechseln des Umspannungswinkels wird sie wiederum so eingestellt,
daß sie in bezug auf die Stelle des umspannten Oberflächenteiles der Bügels>al/e 1 mit dem Andrückband
3 praktisch dieselbe Lage einnimmt · nd wird durch den frei geführten Filztransporteur 6 ständig abgestreift
und poliert. Sie wird auch von Unreinigkeitcn
befreit, welche eventuell die Narben des gebügeilen Leders beschädige-, kcr.r·.,. <mc kann auch zur Vorwärmung
des Ledernarbens ausgenutzt werden, und zwar noch vor dem Eintritt in den eigentlichen Bügelraum.
Für anspruchsvolleres Bügeln ist die Vorrichtung mit einer, mit zwei oder einer größeren Anzahl von Andrückwalzen
IO ausgestattet zur Erreichung eines erhöhten Preßdruckeffektes, die hierzu an die Einheiten
IJ angeschlossen sind, welche vibrierend, mechanisch,
hydraulisch oder pneumatisch in radialer Richtung der Bügelwalze 1 wirken.
Die radialen Kräftegrößen der Andrückwalzen 10. die von dem Vibrier-, mechanischer., hydraulischen
oder pneumatischen System abgeleitet werden, sind z. B. ab 10 bis 150 kp pro cm Breite jeder Andrückwalze
10 regulierbar, und zwar so. daß der Druck jeder Walze selbständig reguliert werden kann.
Ein stärkeres Andrückband 3. ζ. B. aus Riemenleder,
aus Gummitcxtil und ähnlichem, erhöht noch durch die Umschlingung eines Teiles der Bügelwalze 1 die Andrückkräfte.
ändert aber durch seine Steifigkeit gleichzeitig den Charakter e'ner Berührungsgeraden der Andrückwalz.en
10 mit der Bügelwalze 1 in den Charakter einer Flächenberührung. Auf diese Weise werden Vorbedingungen
zum Rinnen bis Lockern des Narbens bei gebügelten Ledern, insbesondere bei losnarbigen Ledern
verhindert.
Die Antriebswalze 4 des Andrückbandes 3 wird durch eine nicht dargestellte Regulier-Einheit angetrieben,
die den lose geführten Filztransporteur 6 sowie die eigentliche Bügelwalze I mitnimm·, und somit mit einer
Geschwindigkeit z.B. von I bis 30m pro Minute die ganze Einrichtung zum durchgehenden Bügeln und
Pressen antreibt.
Auf der Austrittseite des gebügelten Materials liegt
ai/ der Bügelwalze 1 eine Tast-Leiste 12 an. die mit
einer Blende 13 für eine Kühlluftzuführung für den Fall kombiniert isl. wenn es nötig erscheint, das Leder vor
dem Ablegen, z. B. auf Gerbböcke, zu kühlen, um von
der Oberflächen-Zurichtung des klebrige Haft\ ermögen zu beseitigen.
Die Bedienung dieser Vorrichtung zum durchgehenden Bügeln und Pressen ist im Grunde genommen einfach.
Das auf ein frei geführtes Filztransportband 6 gelegte Lcder wird über der Spannwalze 5 des Andrückbandes
3 durch Scheiben 8 so angedrückt, daß seine Fleischseite noch besser an der faserigen Oberfläche
des frei geführten Filztransporteurs 6 anhaften kann und durch die entstandene Reibung verläßlich unter die
polierte Abdeckung 9 eingezogen wird, die es gemeinsam mit dem frei geführten Fil/frartsporieur 6 in einem
mäßig ansteigenden Druck und langentialen Auslauf unter die eigentliche Bügelwalze 1 übergibt. Weiter
geht das Leder durch den Druckbereich zwischen der Bügelwalze I und den Andrückwalzen 10. in dem der
Druck örtlich wiederholt durch jede einzelne der entsprechend angedrückten Andrückwalzen 10 erhöht
wird. |ede Andrückwalze 10 hat einen selbständig regulierbaren Druck, so daß bei einem einzigen Durchgang
des Leders durch die Maschine je nach Einstellung der eben geforderte Bügeleffekt oder das geforderte Dessinieren
der Leder erreicht werden kann.
Der Druckeffekt der durchgehenden Bügel- und Preßvorrichtung ist aus F i g. 2 ersichtlich. Aus dem
Diagramm ist deutlich zu ersehen, daß das Leder gebügelt oder dessiniert werden kann, bei einer Halte/eit,
die dem Abschnitt fi bis /; entspricht, und /war:
a) mit einem Arbeitsdruck p\. der durch den Zug des oberen Trumes des Andrüekbandes. 3 bewirkt ist.
b) mit einem durch den Zug des oberen Trumes des Andrüekbandes 3 bewirkten Arbeitsdruck p\ und
zusätzlichen Druck pi der Andrückwalzen 10, der
vom Zug des unteren Trumes des Andrüekbandes 3 abgeleitet ist.
c) mit einem vom Zug des oberen Trumes des Andrüekbandes
3 bewirkten Arbeitsdruck p\ und zusätzlichem Druck p: der Andrückwalzen 10. der
vom Zug des unteren Trumes des Andrüekbandes 3 bewirkt ist. sowie durch deren erhöhten Druck p\
von selbständigen Vibrations- oder Druckquellen 11.
Weiter kann der Bügel- sowie Dessinicr-Effekt auch bezüglich der Zeitdauer durch z. B. von I bis 30 m pro
Minute regulierbare Geschwindigkeitsänderung des Andrückbandes 3 verändert werden. Diese Regulierung
dient allerdings zunächst zum Synchronisieren der erfindungsgemäßen Vorrichtung beim Anknüpfen an die
Fertigungsstrecke oder /.um Regulieren ihrer Produktionskapazität.
Die Vorrichtung der Erfindung kann also sowohl mit einem niedrigeren Druck als auch während eines ein/igen
Durchgangs des gebügelten Leders auch mit mehrfach wiederholtem hohem Druck arbeiten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Vorrichtung /um durchgehenden Bügeln und
Pressen von Flachmaterialien, z. B. Lcder. Pappe.
Filz auf einem endlosen, von einer Antricbswal/c
und einer Spanriwalze geführten Andrückband m:i
einer Bügelwalze, dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebsivalze (4) und/oder die Spannvvalze (5) für das endlose Andrückband (3)
einstellbar gegenüber der sich frei drehenden, geheizten Bügelwalze (I), die sich am Andrückband (3)
abwälzt, angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen beiden Trumen des Andrückbandes (3) gegenüber der Bügelwalze (I) Andrückwalzen
angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 unci 2. dadurch gekennzeichiiet, daß die Andrückwal/en (10) an vibrierende,
mechanische, hydraulische oder pneunratische Einheiten (11) angeschlossen sind.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CS722567 | 1967-10-12 | ||
| CS722567 | 1967-10-12 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1785362A1 DE1785362A1 (de) | 1972-02-10 |
| DE1785362B2 DE1785362B2 (de) | 1976-01-29 |
| DE1785362C3 true DE1785362C3 (de) | 1976-09-09 |
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