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"Verfahren zum maschinellen Reinigen von kleineren Gebinden, insbesondere
Kanistern für Mineralöl und Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrenste - Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum maschinellen Reinigen von kleineren
Gebinden, insbesondere Kanistern für Mineralöl oder dergleichen sowie auf eine vorzugsweise
schienen- oder straßenverfahrbare Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
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Es ist bekannt und neuerdings in stärkerem Maße üblich geworden, Mineralöl
zwischen dem Antransport in großvolumigen Behältern auf der Schiene oder dem Wasserweg
und dem Endverbraucher in kleinere Gebinde abzufüllen, zweckmäßigerweise in 20-Ltr.-Kanister.
Diese Kanister müssen nach ihrer Entleerung vor der Wiederfüllung einer Reinigung
sowohl innen, als auch außen unterzogen werden, die,
wenn sie manuell
durchgeführt wird, einen unverhältnismäßig großen Arbeitsaufwand bedingt. Dazukommt,
daß um die Mineralölreste aus den Kanistern zu lösen, mit sehr hohen Spülmitteltemperaturen
gearbeitet werden muß, so daß diese Arbeit, wenn sie manuell durchgeführt werden
soll, nicht ganz ungefährlich ist.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen,
um derartige Kanister auf maschinelle Art zu reinigen und zu trocknen, um sie möglichst
schnell ihrem eigentlichen Verwendungszweck wieder zuzuführen.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe verfahrensmäßig dadurch, daß die
Kanister mit nach unten gerichteter Öffnung mittels einer oder mehreren Transporteinrichtungen
in diskontinuierlichem Lauf durch eine Reihe von Behandlungsstufen mit je nach Behandlungsdauer
einer oder mehreren Behandlungsstationen geführt werden, in denen der Transport
zur Behandlung der Kanister unterbrochen wird. Das Verfahren läuft zweckmäßig so
ab, daß nach der Beschickung in einer ersten Behandlungsstufe zunächst Ölreste entleert,
sodann in einer weiteren Behandlungsstufe die Kanister mit einem fettlösenden Spülmittel
ausgespritzt und danach klargespült werden, worauf schließlich die Kanister in der
letzten Behandlungsstufe einem Warmluftstrom zum Trocknen ausgesetzt werden.
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Die Kanister können in der ersten Behandlungsstufe während der Entleerung
zusätzlich mit Heißluft oder -dampf zur Verflüssigung der Ölreste beaufschlagt werden.
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Die eigentliche Reinigung der Kanister in der nächsten Behandlungsstufe
erfolgt in mehreren Behandlungsstationen,
wobeiin einigen davon
in die Kanister eine heiße Spülflüssigkeit unter Druck eingespritzt und gleichzeitig
und/oder getrennt davon'die Kanister von außen mit dem Spülmittel besprüht werden.
Dabei werden zu Beginn der Reinigung zwei Behandlungsstationen zum Einsprizten von
Spülflüssigkeit in einem solchen Abstand voneinander angeordnet und diese derart
beaufschlagt, daß die Spülflüssigkeit aus der ersten Station im wesentlichen abgelaufen
ist, bevor die zweite Station beginnt. Sowohl die Reinigung als auch das Klarspülen
erfolgen zweckmäßig bei einer Temperatur von etwa 80 -. 850c.
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In der Trockenstufe werden die Kanister über eine
| aus mehreren Behandlungsstationen bestehende Bahneführt, |
| äu erer |
| entlang welcher ein in Transportrichtung fließender Luftstrom |
und in jeder Behandlungsstation ein in das.Innere der Kanister gerichtete Lüftstom
auf diese einwirgen. Die Behandlung .mit Warmluft erfolgt vorzugsweise bei einer
Temperatur von ca. 1600c.
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Gegenstand der Erfindung ist noch eine Vorrichtung zum Durchführen
dieses Verfahrens, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die einzelnen Behandlungsstufen
einschließlich der Beschickung und Entnahme entlang eines um horizontale Achsen
umlaufenden endlosen Bandes angeordnet sind, wobei die Naßbehandlungsstationen im
unteren Hinlaufbereich und die Warmluftbehandlungsstationen im oberen Rücklaufbereich
des Bandes angeordnet sind. Das Band ist in im wesentlichen horizontalen Strecken
mit kurzen vertikalen Umlenkstrecken an den Enden geführt. Die Beschickung und die
Entnahme erfolgen im Bereich einer Umlenkstrecke.
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Das als Transportmittel für die Kanister dienende Band besteht zweckmäßig
aus zwei oder mehreren im seitlichen
Abstand von einander angeordneten
Ketten, welche durch entsprechende Halterungen für die Kanister miteinander verbunden
sind.
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Im Bereich der Reinigungsstufe sind zusätzlich Düsen angeordnet, welche
während der Stillstandzeiten der umlaufenden Teile in die nach unten gerichteten
Öffnungen der Kanister einfahrbar sind. Diese Düsen werden hydraulisch, pneumatisch
oder mechanisch betätigt.
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Im Bereich der Warmluftbehandlungsstufe sind unterhalb jeder Behandlungsstation
der Kanister im Bereich der nach unten gerichteten Kanisteröffnungen in das Innere
derselben gerichtete Düsen vorgesehen.
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Die einzelnen Behandlungsstufen der Vorrichtung brauchen nicht an
einem einzigen umlaufenden Band vorgesehen zu sein, sondern es kann auch für jede
Behandlungsstufe oder einige desselben je ein um horizontale Achsen umlaufendes
endloses Bandes angeordnet sein, wobei je einzelne Einheit eine Beschickungs- und
eine Entnahmestation aufweist und wobei die Übergabe von einer Einheit zur anderen
manuell oder mechanisch, z.B. durch Transportbänder, erfolgt.
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Die ganze Vorrichtung oder die einzelnen Teile der Vorrichtung sind
zweckmäßigerweise örtsveränderlich auf `schienen- oder straßenverfahrbaren Rädern
angeordnet. Das schafft den besonderen Vorteil der leichten Beweglichkeit. Mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren ist eine Möglichkeit geschaffen, um auch stark verschmutzte
Kanister vollwirksam und schonend von Ölresten und Schmutz zu reinigen und ihrer
weiteren Verwendung unverzüglich wieder zuzuführen.
Der besondere
Vorteil der dazu vorgeschlagenen Vorrichtung besteht darin, daß sie auf gedrängtem
Raum angeordnet und sehr leicht ortsveränderlich ist, so daß sie immer an der-Stelle
eingesetzt werden kann, wo sie gebraucht wird,.also beispielsweise an einem auf
einem Bahngleis stehenden Tankwagenzug, zu dem leere Kanister zum vorherigen Reinigen
und nachträglichem Wiederbefüllen angefahren werden.
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Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigegebenen Zeichnung näher
erläutert.
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In der einzigen Zeichnung ist ein schematischer Längsschnitt durch
die erfindungsgemäße Vorrichtung dar- , gestellt, aus der alle für den Ablauf des
Verfahrens und das Funktionieren der Vorrichtung wesentlichen Merkmale entnommen
werden können.
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Die ganze Einrichtung ist auf einem Chassis 1 für einen LKW-Anhänger
montiert. Sie besteht aus einem lediglich schematisch dargestellten endlosen umlaufenden
Band 2, das über eine Anzahl von Führungsrollen 3 geführt bzw. umgelenkt sind. Im
Beispiel besteht das umlaufende Band aus zwei im Bereich der äußeren Längsseiten
der Vorrichtung in lotrechten Ebenen angeordneten Ketten, die untereinander durch
Gestänge verbunden sind. Diese Gestänge sind in regelmäßigen Abständen so angeordnet
und ausgebildet, daß sie Halterungpn bilden, in die jeweils mehrere, vorzugsweise
sechs Kanister nebeneinander in umgekehrter Stellung so eingesetzt werden können,
daß deren Öffnungen an der tiefsten Stelle liegen. Im Betrieb sind sämtliche Halterungen
zwischen den an der vorderen Stirnseite der Anlage angeordneten Räumen für Beschickung
und Entnahme in der dargestellten Weise mit Kanistern besetzt.Zum Antrieb ist bei
ein Motor oder eine sonstige Vorrichtung zur Kraftabnahme vorgesehen.
Der
Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird zweckmäßigerweise am Ablauf des Verfahrens
erläutert.
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Die Beschickung der Vorrichtung erfolgt, wie bereits erwähnt, von
der Stirnseite her bei A. Die umlaufenden Ketten bewegen sich nicht nur zum Beschicken,
sondern auch im normalen Betrieb diskontinuierlich, d.h. die Transporteinrichtung
bewegt sich von einer Behandlungsstation zur anderen und hält dort jeweils eine
Stillstandzeit ein. Diese Stillstandzeit bemißt sich u.a. danach, dab während dieser
Zeit sowohl die Beschickung als auch die Entnahme der Kanister jeweils einer Halterung
vollzogen sein muß. Die Anzahl der in den Behandlungsstufen vorgesehenen Behandlungsstationen
hängt von der Dauer und der Intensität der Behandlung ab.
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Nach der Beschickung bewegen sich die Kanister über eine aus insgesamt
vier Behandlungsstationen reichende Ölentleerzone B. Hier sind innerhalb der Transportbahn
in einer Rinne 5 zusammenlaufende Bodenbleche 6 angeordnet, um die in den Kanistern
etwa noch vorhandenen Ölreste aufzunehmen und zu sammeln. Um eine klare Trennung
zwischen der Ölentleerzone B und der daran anschließenden Reinigungs- bzw. Entfettungszone
C zu schaffen, ist eine Schwelle 7 vorgesehen.
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Schon in der Entleerungszone B können die nach unten gekippten Kanister
von einem Heißluft- oder Heißdampfstrom umspült werden, der von dem durch einen
Ventilator 8 erzeugten und entsprechend aufgeheizten Luftstrom abgezweigt wird und
über einen Kanal 9 durch eine Öffnung 10 in Richtung der Pfeile 11 austritt. Durch
diese
Erwärmung soll eine Verflüssigung der Ölreste erreicht werden,
um ein leichteres Ausfließen derselben zu bewirken.
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- In der eigentlichen Reinigungsstufe C sind .insgesamt vier Behandlungsstationen
vorgesehen, in welchen-die Kanister durch Düsen mit einem heißen' Spülmittel unter
Druck besprüht werden. Dabei sind
Düsen 12 angeordnet, welche die Kanister von oben, und Düsen 13, weiche die Kanister
von unten behanabln. Zusätzlich sind Düsen 14 und 15, vorgesehen, welche in die
Öffnungen der Kanister hineinsprizten. Dabei sind nach der Erfindung die Düsen 14
der beiden ersten Behandlungsstationenen so gestaltet, daß sie während der Stillstandszeiten
der Kanister in diesen Behandlungsstufen durch die nach unten geneigten Öffnungen
der Kanister in deren Innenraum eingefahren werden können, um dort eine bessere
Wirksamkeit des Flüssigkeitsstrahles herbeiführen. Dabei muß die jeweils eingespritzte
Wassermenge auf die Stillstandszeiten bzw. die Transportzeiten von einer Behandlungsstation
zur anderen so abgestimmt sein, daß die Spülflüssigkeit, die in der ersten Behandlungsstation
eingespritzt wurde, wieder ausgelaufen ist, bevor die zweite Behandlungsstation
beginnt.
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Da in der Reinigungsstufe C mit einem beträchtlichen Anfall an Öl-und
sonstigem Schmutz gerechnet werden muß, dnd die Spülflüssigkeit nicht laufend erneuert
werden kann, sind in den Spülmittelkreislauf ein Separator zur Ölabscheidung und
entsprechende Filter eingebaut, um das Spülmittel von dem Schmutz zu befreien. Der
Behälter für das Spülmittel, in dem auch eine Heizvorrichtung für dasselbe vorgesehen
ist,-befindet sich unterhalb der Reinigungsstufe bei 16. Hier sind die Anlagen zur
Versorgung der Hydraulik, die Vorrats- und
Sammelbehälter im Ö1
usw. angeordnet.
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Um zu verhindern, daß-Spülmittelreste in den Kanistern haften bleiben
und das später einzufüllende Mineralöl verunreinigen, ist der Reinigungszone C eine
Heißspülzone D nachgeordnet, in welcher aus Düsen 17 lediglich heißes Wasser auf-
bzw. in die Kanister gesprüht wird. Der Vorratsbehälter für das Spülwasser befindet
sich darunter bei 27.
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Nach einer vertikalen Umlenkung des Transportbandes 2 gelangen die
Kanister in den Halterungen in die Trockenstufe E. Der Ventilator 8 bläst
heiße Luft nicht nur in den zur Ölentleerzone führenden Kanal 9, sondern auch in
einen mit größerem Querschnitt ausgestatteten Kanal 18, der am Beginn der Trockenstufe
E in einer Öffnung 19 in den Trockenraum mündet, sowie in einen Kanal 20 mit geringerem
Querschnitt, der mit Düsen 21 an der Oberseite versehen ist. Diese Düsen 21 sind
jeweils an den Stellen angeordnet, an denen die Halterungen mit den Kanistern entsprechend
der diskontinuierlichen Bewegung des Transportbandes 2 verweilen, so daß durch die
Düsen 21 die Innenseite der Kanister beaufschlagt werden kann. Von außen werden
die Kanister durch die aus der Öffnung 19 des Kanals 18 austretende Heißluft, die
zweckmäßigerweise eine Temperatur von ca. 1600C hat, in Transportrichtung des Bandes
2 umspült. Diese Luft führt einen Kreislauf aus, sie tritt bei 22 wieder in den
Bereich des Ventilators 8 ein.
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Die Beheizung der Luft kann, wie auch die Beheizung der Spülflüssigkeit
und des Heißwassers zum Nachspülen durch Brenner für feste, flüssige oder gasförmige
Brennstoffe oder auch auf elektrischem Wege erfolgen.
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Der Trockenraum ist wegen der dort vorherrschenden hohen Temperaturen
sowohl gegenüber der Reinigungszone als
auch gegenüber der Außenhaut
des Fahrzeuges durch Isolierungen 23 abgeschirmt. Isolierungen sind auch gegenüber
der Entnahmestaüon vorgesehen, *wie bei 24 angedeutet. ..
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Nach dem Verlassen des Trockenraumes durch eine Öffnung 25 können
die gereinigten und getrockneten Kanister bei F entnommen werden. Die Entnahme kann
entweder von Hand oder mittels eines Transportbandes 26 erfolgen. .
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Obgleich die Erfindung im Beispiel anhand einer Ausführung erläutert
wurde, ist auch eine Ausführung denkbar, bei der die einzelnen Behandlungsstufen
je für sich zu einer abgeschlossenen und eigens angetriebenen Einheit zusammen gefasst
oder bei der einzelne Behandlungsstufen,. beispielsweise die mit Naß- und die mit
Trockenbehandlung zusammengeschlossen sind. Dann besitzt jede Einheit ein eigenes
entsprechend gestaltetes Transportband; zwischen den Einheiten sind Vorrichtungen
zur manuellen oder maschinellen Überleitung der Kanister vorgesehen.