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DE1696381C - Verfahren zur Herstellung von Pulvermassen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pulvermassen

Info

Publication number
DE1696381C
DE1696381C DE1696381C DE 1696381 C DE1696381 C DE 1696381C DE 1696381 C DE1696381 C DE 1696381C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
nitrocellulose
gelatinized
nitric acid
additives
production
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Erich Dr. 33OO Braunschweig; Meyer Rudolf Dr. 4300 Essen Richter
Original Assignee
Wasagchemie GmbH, 8000 München

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Description

1 S96381
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel-'ung von Pulvtrmassen auf der Basis von Nitrocellulose, flussigen Salpetersaureestern mJuvvertiger Alkohole und gegebenenfalls anorganischen oder organischen sauerstoffhaltig Salzen durch Verkne ten der Komponenten nach der LoMingsmitteltechnik, bei dem ein einen Teil der Nitrocellulose und den Salpetersäureester enthaltendes gelatiniertes vorgereiftes Vorprodukt zusammen mit einem Gemisch aus der restlichen Nitrocellulose, Lösungsmitteln, Additiven, Gelatinatoren und gegebenenfalls anorganischen oder organischen sauerstofThaltigen Salzen einem Knetprozeß unterworfen wird.
Bei einem bekannten derartigen Verfahren wird so vorgegangen, daß in einer ersten Mischstufe die >5 alkoholfeuchte Nitrocellulose, gegebenenfalls nach inniger Vermischung mit weiteren festen Sprengstoffkomponenten und/oder üblichen Zuschlagen, zwecks Erzielung einer durc.igelatinierten preUfahigen Mas·",: mit einem organischen Lösungsmittel versetzt wird »<» und daß dieser Vormischung in einer /weiten Mischstufe das Sprengol in Form einer mittels Kollodiumwolle hergestellten Sprenggelatine zugesetzt wird. Dadurch wird ein Treibladungspulver mit verhältnismäßig nur geringen ballistischen Eigenschaften er- »5 halten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den gekannten Nachteil zu vermeiden und darüber hinaus weitere Vorteile zu erzielen. Sie betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Pulvermassen auf der Basis von 3» Nitrocellulose, flüssigen Salpetersjureestern, mehrwertiger Alkohole und gegebenenfalls anorganischen oder organischen sauerstolFhaltigen Salzen durch Verknetung der Komponenten nach der Lösungsmitteltechnik, bei dem ein einen Teil der Nitrocellulose unJ den Salpetersäureester enthaltendes, gelatiniertes und vorgereiftes Vorprodukt zusammen mit einem Gemisch aus der restlichen Nitrocellulose, Lösungsmitteln, Additiven, Gelatinicrungsmitteln und gegebenenfalls anorganischen oder organischen sauerstoffhalti- 4<> gen Salzen einem Knetprozeß unterworfen wird.
Das Verfahren ist d-durch gekennzeichnet, daß eine etwa 25·/» Alkohol aufweisende Nitrocellulose mit etwa 13,15·/· Stickstoffgehalt, deren Menge mindestens 15·/· (bezogen auf trockene Nitrocellulose) «3 der insgesamt erforderlichen lösungsmittclhaltigen Nitrocellulose betrag», mit dem Salpetersäureeiter zum Vorprodukt gelatiuiert und dieses mit dem Gemisch aus der restlichen Nitrocellulose gleichen StickstofTgehaltes, Lösungsmitteln, Additiven usw. verknetet wird.
Die Herstellung eines Vorkonzentrats aus mindestens 15·/· der Nitrocellulose, dem gesamten Sprengol und einem Teil des Losungsmittels, die nach kurzer Zeit zu einem homogenen durchscheinenden, gelatinierten Produkt führt, hat einerseits zur Folge, daß nach einer kurzen Wartezeit bereits ein sehr gut vorjgeretftes Produkt erhalten wird, dessen Weiterverarbeitung nach relativ kurzer Knetzeit zu einem sehr gut homogenisierten Pulver fuhrt, andererseits wer- &> den die Gefahrenmomente, die bei dem Transport und der Zujäbe des Mutigen Nitroglycerin zum Knetgut entstehen, beträchtlich verringert, da das Sprengöl innerhalb kurzer Zeit in eine relativ unempfindlichere Form übergeführt wird. Das genannte 6S Vorkonzentrat hat durch seinen Gehalt an Lösungsmittel ferner den Vorteil, noch unempfindlicher zu sein als bei der bekannten Verwendung einer Sprenggelatine. Außerdem werden die ballistischen Eigenschaften bedeutend verbessert
An und fur sich war nicht zu erwarten, daß eine Nitrocellulose mit einem Stickstoffgehalt von etwa 13 15·/» zu gelatinieren ist. da nach Ansicht t'cr Fachwelt (vgl. F Miles. »Nitrocellulose*, S 1 ) das Gelatinieren von Wollen mit mehr als 12,8% N nicht -nöglich ist. Erst dadurch, daß erfindungsgemuß eine alkoholfeuchte Nitrocellulose verwendet wird, kann eine Nitrocellulose mit dem Stickstoffgehalt von etwa 13,15Vo gelatiniert werden.
Die Auswahl der gemäß der vorliegenden Erfindung verwendeten Komponenten erfolgt entsprechend den üblichen Pulver-Rezepturen, wobei als flüssige Salpetersäureester beispielsweise Nitroglycerin, Nitroglycol, Diglycoldinitrat; als Lösungsmittel insbesondere Aceton, Aceton-Alkohol- oder Äther-Alkohol-Mischungen; als Gelatinierungsmittel Verbindungen wie Centralii, Akardit, Dibutylphthalat, Dioctylphthalat o. ä.; als Additive beispielsweise Bleisalze, Kryolith, Titandioxid u. a. und als sauerstoffhalt.ge Salze beispielsweise Nitroguanidin, Perchlorat, Ammoniumnitrat u. dgl. in Frage kommen.
Beispiel
In 100 Teile Nitroglycerin werden 20 Teile einer 25·/· alkoholfeuchten Nitrocellulose mit einem Stickstoffgehalt von 13,15·/· unter Rühren eingetragen und etwa 6 Stunden reifen gelassen. Es entsteht eine fast durchscheinende schneidbare Gelatine, die zusammen mit UO Teüen weiterer Nitrocellulose (13,15·/· N) und 120 Teilen Nitroguanidin unter Zusatz von 40 Teilen Aceton und 30 Teilen Alkohol einem Knetprozeß unterworfen wird, welcher etwa 4 Stunden in Anspruch nimmt Nach der Fertigstellung wurde ein Pulver erhalten, das gute chemisch; Stabilität und ballistische Eigenschaften zeigte.
Wird nach bisher üblichen Verfahren die Pulverherstellung durch gleichzeitige Verknetung der gesamten Nitrocellulose, des Nitroglycerins und der weiteren Komponenten vorgenommen, so ist bis zur Erzielung einer ähnlich guten Homogenisierung eine Knetzeit von etwa 6 bis 8 Stunden erforderlich, wobei zusätzlich ein wesentlich erhöhtes Gefahrenrisiko besteht.

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Pulvermassen auf der Basis von Nitrocellulose, flüssigen SaI-pettrsäureestern mehrwertiger Alkohole und gegebenenfalls anorganischen oder organischen sauentoffhaltigen Salzen durch Verkneten der Komponenten nach der Lösungsmitteltcchnik, bei d^m ein einen Teil der Nitrocellulose und den Salpetersäureester enthaltendes, gelatiniertes und vorgereiftes Vorprodukt zusammen mit einem Gemisch aus der restlichen Nitrocellulose, Lösungsmitteln, Additiven, Gelatinierungsmittcln und gegebenenfalls anorganischen oder organischen sauerstofThaltigen Salzen einem Kr-MprozeB un!er*cifen wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine etwa 257· Alkohol aufweisende Nitrocellulose mit etwa 13,15·/· Stickstoffgehalt, deren Menge mindestens 15*/· (bezogen auf trokkene Nitrocellulose) der insgesamt erforderlichen
    losungsmittelhaltigen Nitrocellulose beträgt, mit dem Salpetersäureester zum Vorprodukt gelatiniert und dieses mit dem Gemisch aus der restlichen Nitrocellulose gleichen Sticlcsiollgehaltes, Lösungsmitteln, Additiven usw. verknetet wird.

Family

ID=

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2458834A1 (de) * 1974-12-12 1976-06-16 Wasagchemie Ag Verfahren zur herstellung von doppelbasigen treibsaetzen fuer raketen, ausstossladungen und dergleichen

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE2458834A1 (de) * 1974-12-12 1976-06-16 Wasagchemie Ag Verfahren zur herstellung von doppelbasigen treibsaetzen fuer raketen, ausstossladungen und dergleichen

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