DE1692921C3 - Verfahren zur Herstellung von tabakfreien Rauchprodukten und Verwendung derselben für tabakfreie oder tabakhaltige Raucherzeugnisse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von tabakfreien Rauchprodukten und Verwendung derselben für tabakfreie oder tabakhaltige RaucherzeugnisseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von tabakfreien Rauchprodukten, die als
Bestandteil von tabakfreien oder tabakhaltigen Raucherzeugnissen, wie z. B. Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak
u. dgl., verwendet werden können.
Raucherzeugnisse bestehen normalerweise überwiegend oder vollständig aus natürlichem Tabak. Es
hat sich mittlerweile erwiesen, daß das Rauchen von Tabak, insbesondere in Form von Zigaretten, die
Häufigkeit von Lungenkrebs erhöht. Man hat dies darauf zurückgeführt, daß im Tabakrauch karzinogene
Verbindungen, wie z. B. 3,4-Benzpyren, vorhanden sind. Versuche mit Mäusen weisen darauf hin,
daß der sogenannte Teer von Tabakrauch auch noch andere schädliche Bestandteile enthält. Eine Herabsetzung
des Teergehalts wird deshalb die schädliche Wirkung des Rauchens entsprechend verringern.
Es ist nun bereits bekannt, den Tabak in Raucherzeugnissen mindestens teilweise durch Produkte zu
ersetzen, deren Rauch einen, geringeren Gehalt an karzinogenem Material aufweist.
So ist ei beispielsweise aus der britischen Patentschrift
991 503 bekannt, in Raucherzeugnissen den Tabak zumindest teilweise durch geschlagene Holzpulpefasern
zu ersetzen. In der USA.-Patentschrift 3 012 473 wird die Verwendung von Cellulosekristalliten
in Raucherzeugnissen beschrieben. Schließlich werden gemäß der belgischen Patentschrift 639 243
oxidierte Cellulose in Raucherzeugnissen verwendet.
Es hat sich nun aber gezeigt, daß auch diese Produkte einen Rauch ergeben, der noch beträchtliche
Mengen karzinogenes Material enthält.
Der vorliegenden Erfindung lag nunmehr die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung von
tabakfreien Rauchprodukten zu schaffen, welche in tabakfreien oder tabakhaltigen Raucherzeugnissen
verwendet werden können, die einen Rauch ergeben, der noch wesentlich ärmer an den erwähnten karzinogenen
Stoffen ist.
Gegenstand der Erfindung ist also ein Verfahren zur Herstellung von tabakfreien Rauchprodukten aus
chemisch abgebauten, nicht brennbaren Kohlenhydraten, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß das
Kohlenhydrat im Temperaturbereich von 100 bis 2500C unter saurer oder alkalischer Katalyse degradiert
wird, bis der Rückstand weniger als 90% des Gewichts des nichtbehandelten Kohlenhydrats beträgt,
worauf der Rückstand zerkleinert, f-^ebenenfalls
gebleicht, mit filmbildenden Mitteln mischt und verformt wird.
ίο Vorzugsweise wird der Abbau so lange fort°esetzt,
bis das Gewicht des modifizierten Kohlenhydrats 50 bis 75 Gewichtsprozent des ursprünglichen Kohlenhydrats
beträgt.
Das Verfahren kann mit jedem Reagenz katalysiert werden, das den thermischen Abbau von Kohlenhydraten
beschleunigt oder die Abbautemperatur von Kohlenhydraten erniedrigt. Starke Mineralsäuren und
Salze von solchen starken Säuren mit schwachen Basen werden als Katalysatoren bevorzugt. Spezielle
ao Beispiele für solche Katalysatoren sind Sulfaminsäure,
Ammoniumsulfamat, Phosphorsäure, Diammoniumhydrogenphosphat,
Ammoniumdihydrogenphosphat, Schwefelsäure, Ammoniumsulfat, Salzsäure
und Eisen(MI)-chlorid. Alkalihydroxide, wie z. B. Natriumhydroxid,
oder ein Alkalisalz einer schwachen Säure, wie z. B. Natriumcarbonat, können ebenfalls
als Katalysator verwendet werden, wobei aber das abgebaute Kohlenhydrat anschließend von diesem
Katalysator freigewaschen werden muß, bevor es in ein Raucherzeugnis eingearbeitet wird. Der Katalysator
liegt vorzugsweise in einer Menge von 1 bis 20 Gewichtsprozent, bezogen auf das Kohlenhydrat,
vor.
Besonders geeignete Kohlenhydraimaterialien sind
unter anderem «-Cellulose, Cellulosederivate wie Methylcellulose.
Mono- und Polysaccharide wie Glucose und Saccharose, Stärken wie Reis-, Kartoffel- und
Maisstärke, Alginate, Pektin und natürliche Pflanzengummi wie Traganthgummi, Gummiarabikum und
Karobenbohnengummi.
Raucherzeugnisse, die das erfindungsgemäß hergestellte Rauchprodukt enthalten, ergeben einen
weichen und wenig reizenden Rauch. Der Rauch enthält beträchtlich weniger Teer als Tabakrauch. Die
Zusammensetzung der Raucherzeugnisse und somit auch die Raucheigenschaften der Raucherzeugnisse
können weit variiert werden. Beispielsweise kann man durch Zugabe von Geschmacksmitteln den Geschmack
des Rauchs in mehreren Geschmacksrichtungen variieren. Außerdem kann die Menge des Nikotins, das
einen erwünschten Bestandteil von Raucherzeugnissen bildet, in weiten Grenzen beliebig eingestellt werden.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren können die Kohlenhydrate in jeder zweckmäßigen Form verarbeitet
werden. So können sie beispielsweise pulver- oder blattförmig sein. Soll ein blattförmiges Kohlenhydrat
behandelt werden, so imprägniert man dieses zweckmäßig durch Tauchen oder Bespritzen mit einer
Lösung des Katalysators, worauf das imprägnierte Material getrocknet wird. Ein pulverförmiges Kohlenhydrat
kann mit einer Lösung des Katalysators vermischt und dann getrocknet werden. Das Kohlenhydrat-Katalysator-Gemisch
wird vorzugsweise 1 Minute bis 4 Stunden auf 150 bis 2500C erhitzt, wobei
sich die Erhitzungszeiten nach der Behandlungstemperatur, der Katalysatorkonzentration und dem angestrebten
Gewichtsverlust richten.
Das katalysierte Degradationsverfahren verfärbt
las Kohlenhydrat in schwarz, was für Zigarettenüllungen
unerwünscht sein kann. Durch Behandlung ies abgebauten Kohlenhydrats mit Salpetersäure,
Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, vorzugsweise bei »rhöhter Temperatur, kann man die Farbe des Produkts
ändern, so daß das Produkt eine ähnlich braune Farbe wie tabak erhält.
Natürlich können die mit den erfindungsgemäßen produkten hergestellten Raucherzeugnisse außer diesem
abgebauten Kohlenhydratmaterial auch noch andere Stoffe enthalten, die übliche Bestandteile von
Raucherzeugnissen darstellen, wie z. B. Tabak, unbehandeltes Kohlenhydrat oder ein anderes raucherzeugendes
organisches Material. Zusätzlich können Gih Glühkatalysatoren Mittel V
lösliche Zusatzstoffe auf das blattförmige Rauchgemisch aufgespritzt werden.
Zum Gebrauch in Zigaretten oder Pfeifen wird das zerkleinerte Gemisch vorzugsweise in einer feuchten
S Atmosphäre auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 5 bis 15 Gewichtsprozent gebracht.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele
näher erläutert/
Es wurde 1,0 Teil Λ-Cellulosepapier in eine 6,0%ige
wässerige Lösung von Ammoniumsulfamat getaucht,
lk ßt
erzeugen g g g g
die Gemische Glühkatalysatoren, Mittel zur Ver- 15 worauf das Papier zwischen Löschblöcken gepreßt
des Zusammenhalts der Asche und de wud 10 Til d Lösung im Papier zu lassen
besserung des Zusammenhalts der Asche und der Farbe, Nikotin, Geschmacksmittel oder Arzneimittel
enthalten. Als Glühkatalysatoren, welche das Ausgeben der Raucherzeugnisse verhindern, werden Alkalimetallverbindungen
bevorzugt.
Stoffe zur Verbesserung der Asche sind beispielsweise Salze von Ammoniak, Alkalimetallen oder Erdalkalimetallen.
Die Salze von Magnesium, Kal/ium und Ammonium werden bevorzugt.
Es können zahlreiche Geschmacksmittel in die Raucherzeugnisse eingearbeitet werden, wie z. B.
Tabakextrakte, organische Ester, ätherische Öle, Menthol, Tonkabohne oder Vanillin.
Feuchthaltemittel werden zweckmäßig GIy-Ähl
wurde, um 1,0 Teil der Lösung im Papier zu lassen. Das Papier wurde bei 55 C an der Luft getrocknet
und dann 4 Stunden bei 2000C erhitzt, bis das Gewicht des degradierten Materials 57,6% des ursprüng-
liehen Gewichts der a-Cellulose und des Ammoniumsulfamats
zusammen betrug. Dabei verfärbte sich das Papier in Schwarz. Nach Abkühlenlassen wurde das
Papier mit einer wässerigen Lösung, die 2% Kaliumcarbonat und 4°„ Glycerin enthielt, bespritzt und
wieder zwischen Löschblccken gepreßt, um 1,0 Teil der Lesung im Papier zu lassen. Das Papier wurde bei
Raumtemperatur an der Luft getrocknet. Auf das Blatt wurde dann 1,0 Teil eines 6 /'„igen Methylenchloridextrakts
des Tabaks als Geschmacksmittel auf-
Ais Feuchth g y
cerin oder Glykole, wie z. B. Äthylenglykol oder Di-, 30 gespritzt. Das Blatt wurde dann zur Nachbildung
Tri- oder Tetraäthylentzlykol, verwendet. einer Zigarettenfüllung zerfetzt und dann bei 25'C
Andere Stoffe, wie z. B. Carbonate oder poröse und einer 86%igen relativen Feuchtigkeit so kondiinerte
Füllstoffe, können in die Raucherzeugnisse zur tioniert, daß der endgültige Feuchtigkeitsgehalt der
Erleichterung der Verbrennung eingearbeitet werden, Fetzen etwa 7% betrug. Die Fetzen wurden in Verda
solche Stoffe den Erzeugnissen ein lockeres Gefüge 35 bindung mit üblichen Zigarettenpapierhülsen zu Zigeben,
so daß der Sauerstoffzutritt begünstigt wird. garetten verarbeitet. Das Durchschnittsgewicht der
Tabakersatzprodukte sollen auch das Aussehen von Zigaretten betrug etwa 1,0 g.
Tabak simulieren. Das abgebaute Kohlenhydrat- Die von den Zigaretten erzeugten Seiten- und
material wird deshalb vorzugsweise in Blauform her- Hauptrauchströme waren milder und für die Augen
gestellt und dann zum Gebrauch als Zigaretten- oder 40 und die Kehle weniger reizend als bei einem üblichen
Pfeifenfüllung zerkleinert. Zur Herstellung der Rauch- Tabakrigarettengemisch.
erzeugnisse kann das blattförmige Material mit den
gewünschten Zusatzstoffen behandelt und dann zerkleiner! werden. Fällt das abgebaute Kohlenhydrat in
anderer Form an oder ist das der Wärmebehandlung 45
unterworfene Kohlenhydratblatt zu schwach, um
richtig zerkleinert werden zu können, so kann man es
nulverisieren und dann mit einer Lösung eines film-
gewünschten Zusatzstoffen behandelt und dann zerkleiner! werden. Fällt das abgebaute Kohlenhydrat in
anderer Form an oder ist das der Wärmebehandlung 45
unterworfene Kohlenhydratblatt zu schwach, um
richtig zerkleinert werden zu können, so kann man es
nulverisieren und dann mit einer Lösung eines film-
bildenden Mittels, wie z. B. einer Lösung eines wasser- 8,6%ige wässerg g
löslichen Cellulosederivate, Polyvinylalkohol, Stärke, 50 wurde und die Wärmebehandlung nicht bei 2000C,
Pektin Pflanzengummi oder -schleim, vermengen, zu sondern bei 175°C durchgeführt wurde. Das Gewicht
einem Film verarbeiten und abschließend trocknen. des degradierten Materials betrug 68% des Anfangs-Ais
filmbildendes Mittel wird vorteilhafterweise wasser- gewichts des α-Cellulose-Ammoniumsulfat-Gemisches.
lösliche Methylcellulose oder Natriumcarboxymethyl- Die Füllung wurde zu Zigaretten mit Durchschnittscellulose
verwendet, und zwar in solchen Formen, daß 55 gewicht von etwa 1,0 g verarbeitet,
eine 2°/ige wäßrige Lösung bei 25°C eine Viskosität Die Seiten- und Hauptrauchströme waren denen
von mindestens 150OcP hat. Wurde ein Säurekatalysator,
wie z. B. Schwefelsäure, verwendet, so ist es vorteilhaft, wenn die eventuelle Restacidität des abgebauten
Kohlenhydrats durch eine entsprechende Ammoniakmenge neutralisiert wird. Diese Maßnahme
fthrt zu einer Verbesserung der Rauchqualitäi des Es wu g
Fndorodukts Diese Verbesserung tritt auch ein, wenn Beispiel 1 hergestellt, mit der Abweichung, daß anAmmoniak
zu Farbverbesserung, wie oben beschrie- statt der wässerigen Ammoniumsulfamatlösimg eine
ben verwendet wird. Die anderen Bestandteile des 65 5 %ige wässerige Lösung von Ammoniumd.hydrogen-Rauchgemischs
können zusammen mit dem abge- phosphat und statt einer 4 %igen eine 10 /o.ge Glycennbauten
Kohlenhydratmaterial in das filmbildende lösung verwendet wird. In diesem Beispiel betrug das
MiUe" eingebracht werden. Gegebenenfalls können Gewicht des degradierten Materials 75% des Anfangs-
B e 1 s ρ 1 e 1 2
Es wurde eine zerfetzte Zigarettenfüllung wie bei
Beispiel 1 hergestellt, mit der Abweichung, daß anstatt der wässerigen Ammoniumsulfamatlösung eine
8,6%ige wässerige Ammoniumsulfatlösung verwendet d d di Wäbhdl iht bei 2000C
Die Seiten p
gemäß Beispiel 1 sehr ähnlich.
B e 1 s ρ 1 e 1 3
Es wurde eine zerfetzte Zigarettenfullung wie be.
h dß
921
gewichts des a-Cellulose-Ammoniumdihydrogenphos- und weniger reizend für Augen und Kehle waren, als
pbat-Gemisches. Die von Zigaretten aus dieser FOl- bei einer üblichen Tabakzigarette der Fall ist.
lung erzeugten Seiten- und Hauptrauchströme waren
milder und weniger reizend für Augen und Kehle als
bei einer üblichen Tabakzigarette. 5 Beispiele
Es wurden Zigaretten wie bei Beispiel 5 hergestellt,
Beispiel 4 mit der Abweichung, daß anstatt Tragant D-Glucose
verwendet und die Wärmebehandlung 12 Minuten bei
Es wurde 1,0 Teil \-Cellulosemasse in Blattform in io 225 >
C durchgeführt wurde. Das Gewichtdes schwarzen eine 10,0%ige wässerige Schwefelsäurelösung ge- Pulvers betrug 63 % des Anfangsgewichts des Getaucht,
und die Masse wurde zwischen Walzen ge- misches aus D-Glucose und Ammoniumsulfamat.
preßt, so daß 1,0 Teil der Lösung in der Masse ge- Die von den Zigaretten erzeugten Seiten-und Hauptlassen wurde. Die Masse wurde bei 45°C an der Luft rauchströme waren sehr mild und weniger reizend für getrocknet und dann 4 Minuten auf 225°C erhitzt, 15 Augen und Kehle als bei einer üblichen Tabakwobei sie schwarz wurde. Das Gewicht des degradier- zigarette.
ten Materials betrug 75% des Anfangsgewichts des
preßt, so daß 1,0 Teil der Lösung in der Masse ge- Die von den Zigaretten erzeugten Seiten-und Hauptlassen wurde. Die Masse wurde bei 45°C an der Luft rauchströme waren sehr mild und weniger reizend für getrocknet und dann 4 Minuten auf 225°C erhitzt, 15 Augen und Kehle als bei einer üblichen Tabakwobei sie schwarz wurde. Das Gewicht des degradier- zigarette.
ten Materials betrug 75% des Anfangsgewichts des
«-Cellulose-Schwefelsäure-Gemisches. Das schwarze Beispiel 7
Blatt wurde dann abgekühlt und zu einem Pulver gemahlen, das durch ein 120er BSS-Sieb gehen konnte. 20 Es wurden Zigaretten wie bei Beispiel 5 hergestellt, Dann wurden 11,4 Teile des schwarzen Pulvers mit mit der Abweichung, daß anstatt Tragant Methyi-2,0 Teilen Calciumcarbonat innig vermischt und dann cellulose verwendet und die Wärmebehandlung 10 Mizu 100 Teilen einer gerührten wässerigen Lösung zu- nuten bei 225 C durchgeführt wurde. Das Gewicht gegeben, die 2,0 Teile Natriumcarboxymethylcellulose, des so eihaltenen schwarzen Pulvers betrug 63 u„ des 2,8 Teile Glycerin, 0,8 Teile Zitronensäure und 1,0 Teil 25 Anfangsgewichts des Gemisches aus Methyicellulose Kaliumzitrat enthielt. Die entstehende Aufschläm- und Ammoniumsulfamat.
Blatt wurde dann abgekühlt und zu einem Pulver gemahlen, das durch ein 120er BSS-Sieb gehen konnte. 20 Es wurden Zigaretten wie bei Beispiel 5 hergestellt, Dann wurden 11,4 Teile des schwarzen Pulvers mit mit der Abweichung, daß anstatt Tragant Methyi-2,0 Teilen Calciumcarbonat innig vermischt und dann cellulose verwendet und die Wärmebehandlung 10 Mizu 100 Teilen einer gerührten wässerigen Lösung zu- nuten bei 225 C durchgeführt wurde. Das Gewicht gegeben, die 2,0 Teile Natriumcarboxymethylcellulose, des so eihaltenen schwarzen Pulvers betrug 63 u„ des 2,8 Teile Glycerin, 0,8 Teile Zitronensäure und 1,0 Teil 25 Anfangsgewichts des Gemisches aus Methyicellulose Kaliumzitrat enthielt. Die entstehende Aufschläm- und Ammoniumsulfamat.
mung wurde als ein 0,381 mm dicker Film auf einem Die von den Zigaretten erzeugten Seiten- und
sich bewegenden endlosen Stahlförderband iusge- Hauptrauchströme waren sehr mild und weniger reibreitet
und dann bei 130 C getrocknet. Der getrock- zend für Augen und Kehle als bei einer üblichen
nete Film wurde mit Wasser bespritzt, so daß der Film 30 Tabakzigarette,
einen Wassergehalt von etwa 25 °'o besaß, worauf der
Film vom Stahlband entfernt und bei 20 C in einer
einen Wassergehalt von etwa 25 °'o besaß, worauf der
Film vom Stahlband entfernt und bei 20 C in einer
Atmosphäre mit relativer Feuchtigkeit 70°,', kondi- Beispiel 8
tioniert wurde, so daß der endgültige Wassergehalt
tioniert wurde, so daß der endgültige Wassergehalt
etwa 13% betrug. Der Film wurde zur Nachbildung 35 Es wurden Zigaretten wie bei Beispiel 5 hergestellt,
einer Zigarettenfüllung zerfetzt, und die Fetzen wur- mit der Abweichung, daß anstatt Tragant Reisstärke
den in Verbindung mit üblichen Zigarettenpapier- verwendet und die Wärmebehandlung 35 Minuten bei
hülsen zu Zigaretten verarbeitet. Das durchschnittliche 225°C durchgeführt wurde. Das Gewicht des so erhal-
Gewicht der Zigaretten betrug etwa 1,0 g. tenen schwarzen Pulvers betrug 66% des Anfangs-
Die von den Zigaretten erzeugten Seiten- und Haupt- 40 gewichtes des Gemisches aus Reisstärke und Am-
rauchströme waren milder und weniger reizend für moniumsulfamal.
Augen und Kehle als bei einer üblichen Tabak- Die von den Zigaretten erzeugten Seiten- und
zigarette. Hauptrauchströme waren sehr mild und weniger
reizend für Augen und Kehle als bei einer üblichen
45 Tabakzigarette.
Beispiel 5
Beispiel 5
Es wurden 19,0 Teile Tragant mit 20,0 Teilen einer Beispiel 9
10%igen wässerigen Ammoniumsulfamatlösung vermischt. Die entstehende nasse Paste wurde bei 6O0C 50 Es wurden Zigaretten wie bei Beispiel 4 hergestellt, getrocknet und 18 Minuten auf 225°C erhitzt, wobei mit der Abweichung, daß anstatt Schwefelsäure eine sich ein schwarzes Pulver ergab, dessen Gewicht 60% 10,0 %ige Natriumcarbonatlösung verwendet und die des Anfangsgewichts des Tragant-Ammoniumsulf- Wärmebehandlung 20 Minuten bei 230°Cdurchgeführt amat-Gemisches betrug. Das schwarze Pulver wurde wurde, und daß das degradierte Pulpb'att im wesentmit einer 35%igen wässerigen Salpetersäurelösung 55 liehen frei von Natriumcarbonat gewaschen wurde. 3 Minuten bei 90° C verrührt, mit Wasser frei von Das Gewicht des so erhaltenen dunkelbraunen Ma-Säure gewaschen und bei 500C getrocknet. Somit er- terials betrug 73% des Anfangsgewichts des Gehielt man ein Pulver mit einer orangebraunen Farbe. misches aus «-Cellulose und Natriumcarbonat.
10%igen wässerigen Ammoniumsulfamatlösung vermischt. Die entstehende nasse Paste wurde bei 6O0C 50 Es wurden Zigaretten wie bei Beispiel 4 hergestellt, getrocknet und 18 Minuten auf 225°C erhitzt, wobei mit der Abweichung, daß anstatt Schwefelsäure eine sich ein schwarzes Pulver ergab, dessen Gewicht 60% 10,0 %ige Natriumcarbonatlösung verwendet und die des Anfangsgewichts des Tragant-Ammoniumsulf- Wärmebehandlung 20 Minuten bei 230°Cdurchgeführt amat-Gemisches betrug. Das schwarze Pulver wurde wurde, und daß das degradierte Pulpb'att im wesentmit einer 35%igen wässerigen Salpetersäurelösung 55 liehen frei von Natriumcarbonat gewaschen wurde. 3 Minuten bei 90° C verrührt, mit Wasser frei von Das Gewicht des so erhaltenen dunkelbraunen Ma-Säure gewaschen und bei 500C getrocknet. Somit er- terials betrug 73% des Anfangsgewichts des Gehielt man ein Pulver mit einer orangebraunen Farbe. misches aus «-Cellulose und Natriumcarbonat.
Das Pulver wurde gemahlen, so daß es durch ein Die Seiten- und Hauptrauchströme von den Ziga-120er
BSS-Sieb gehen konnte. Dann wurden 11,4 Teile 60 retten enthielten weniger »Teer« als die Rauchströme
des Pulvers mit 2,0 Teilen Calciumcarbonat innig ver- von üblichen Tabakzigaretten, waren aber nicht so
mengt und zu 100 Teilen einer gerührten wässerigen angenehm wie die Rauchströme vom Produkt gemäß
Lösung zugegeben, die 2,0 Teile Natriunicarboxy- Beispiel 4.
methyicellulose, 2,8 Teile Glycerin, 0,8 Teile Zitronensäure und 1,0 Teil Kaliumzitrat enthielt. Die ent- 65 Vergleichsversuche
stehende Aufschlämmung wurde wie bei Beispiel 4
methyicellulose, 2,8 Teile Glycerin, 0,8 Teile Zitronensäure und 1,0 Teil Kaliumzitrat enthielt. Die ent- 65 Vergleichsversuche
stehende Aufschlämmung wurde wie bei Beispiel 4
behandelt, und die entstehenden Zigaretten erzeugten Es wurden folgende Produkte miteinander ver-
beim Rauchen Seiten- und Hauptströme, die milder glichen:
1. «-Cellulose in Form von Filterpapier, welches ein reines Produkt darstellt und aus geschlagenen
Holzpulpenfasern hergestellt ist. Dieser Stoff wurde deshalb als Vergleichssubstanz miteinbezogen,
da in der britischen Patentschrift 991 503 angegeben ist, daß geschlagene Holzpulpenfasern
in Rauchgemischen auf Tabakbasis verwendet werden können (S. 1, Zeilen 81 und 82).
2. Glucose. Dieser Stoff wurde deshalb verwendet, da er das abschließende Hydrolyseprodukt von
«-Cellulose ist.
3. Mikrokristalline Cellulose, wie sie in der USA.-Patentschrift 3 012 914 genannt ist. Dieses Produkt
stellt den Rest dar, der überbleibt, wenn die amorphen Teile von Cellulose durch saure
Hydrolyse zerstört worden sind. Die Probe wurde wie folgt hergestellt:
10 mg ^-Cellulose wurden mit 2,5 n-Salzsäure
15 Minuten bei 105 ± 1°C in einer Stickstoffatmosphäre
hydrolysiert. Das erhaltene Produkt wurde mechanisch zerkleinert, um eine stabile
Dispersion von mikrokristalliner Cellulose herzustellen. Das Produkt wurde spritzgetrocknet,
um eine frei fließende mikrokristalline Cellulose zu erzielen.
4. Oxydierte Cellulose, wie sie in der belgischen Patentschrift 639 243 (= deutsche Offenlegungsschrift
1 517 264 und britische Patentschrift 1 055 473) beschrieben ist. Die Probe wurde wie
folgt hergestellt:
10 g medizinische Gaze (Cellulose) wurde in Schichten auf einen Halterahmen aufgebracht,
der dann in einen Oxydationsbehälter eingeschlossen wurde. Dann wurde Stickstoffdioxydgas
eingelassen, wobei eine Temperatur von 25 0C aufrechterhalten wurde. Die gewünschte Temperatur
und Stickstoffdioxydkonzentration wurde
16 bis 18 Stunden aufrechterhalten, worauf der Oxydationsbehälter von Stickstoffdioxyd befreit
wurde und der Halterahmen entnommen wurde. Das Gaze wurde in einen Wasch tank eingebracht,
rasch unter Wasser gesetzt und 10 Minuten eingeweicht. Das Waschverfahren wurde achtmal
wiederholt. Nach einer abschließenden einstündigen Einweichung wurde die oxydierte cellulose
Gaze getrocknet, indem 8 Stunden lang Luft hindurchgeführt wurde. Dabei wurde das Endprodukt
erhalten.
5. In der Wärme abgebaute Cellulose. Hierbei handelte es sich um das anmeldungsgemäße Produkt.
. Es wurde wie folgt hergestellt:
20 g Cellulose wurden mit 5% Ammoniumsulfamat-Katalysator
imprägniert, 2 Minuten bei 165° C getrocknet und 2 Minuten bei 250* C in
einem Heißluftofen behandelt, wobei ein Gewichtsverlust von 25 bis 30% eintrat. Dieses
Material wurde in einer Kugelmühle in ein Pulver gemahlen.
Pyrolyse-Bedingungen
Alle fünf Produkte wurden unter identischen Bedingungen der Pyrolyse unterworfen, und die Pyrolyseprodukte
wurden durch Gas-Chromatographie (GC) miteinander verglichen. Die für den Vergleich
der Pyrolyseprodukte verwendete Vorrichtung bestand aus einem elektrisch erhitzten vertikalen Ofen aus
einem rostfreien Stahlrohr (20 cm lang; 5 cm Durchmesser). Das Rohr war so ausgestaltet, daß etwa in der
Mitte eine kleine Metallkapsel angebracht werden konnte, die die Probe enthielt. Dieser Ofen wurde an
die Oberseite einer Gas-Chromatographie-Vorrichtung angesetzt, die so abgewandelt war, daß eine geeignete
Verbindung zwischen dem Ofen und der GC-KoIonne über ein Ventil hergestellt werden
konnte. Durch Betätigung des Ventils wurden die Produkte der Pyrolyse in einem Trägergasstrom
!5 (Stickstoff) zu einer geeigneten Zeit in die Kolonne
gespült. Eine kleine Falle, die mit einem inerten Trägermaterial bepackt war, welches mit 10 Gewichtsprozent
Silicon-Elastomeren gemischt war, wurde am Austritt des Pyrolyseofens angebracht, um den Durch-
ao gang von hochsiedenden Pyrolyseprodukten zu verhindern und um somit eine Verunreinigung der Gasleitungen
und der GC-Kolonne zu vermeiden. Die Falle wurde durch Strahlungsheizung vom Ofen erhitzt.
Materialien mit einem Siedepunkt bis zu unge-
a5 fähr 1800C gingen ohne wesentlichen Verlust hindurch.
Unter Verwendung einer Mikrowaage wurde eine
5,0 mg wiegende Probe des Materials abgewogen und in den metallischen Probenhalter eingebracht. Der
Probenhalter wurde dann in einen kalten Glasfortsatz über den Pyrolyseofen eingebracht und dort mit einem
Elektromagnet festgehalten. Dann wurde Stickstoff durch den Pyrolyseofen und am Probenhalter vorbeigeschickt,
so daß eine Verunreinigung des Ofens mit Luft während des Einbringens der Probe verhindert
wurde. Der Ofenfortsatz wurde dann verschlossen, die Stickstoffspülung wurde abgeschaltet, und der
Probenhalter wurde in den auf 600° C gehaltenen Ofen fallen gelassen. Die Probe wurde 15 Sekunden in den
vollständig verschlossenen Ofen pyrolysiert, worauf dann das Ventil betätigt wurde, um die flüchtigen Bestandteile
des Ofens in die GC-Kolonne zu spülen.
Die verwendeten Gas-Chromatographie-Bedingungen waren derart, daß ein Chromatogramm der flüchtigen
Pyrolyseprodukte erhalten wurde, welches ungefähr 40 Spitzen aufwies. Die Produkte reichen von
Kohlenwasserstoff gasen bis zu 5-Methyl-furf uraldehyd. Nach Elution der GC-Kolonne wurden die Komponenten
mit Hilfe einer Flammenionisation ermittelt, und das Signal wurde auf einen Millivoltmesser übertragen,
so daß eine Spitze für jede Komponente erzielt wurde. Die Höhe einer jeden Spitze in Millimetei
wurde festgehalten. Diese Zahlen haben keine absolute Bedeutung, eignen sich aber gut für einen Vergleich.
AUe zu prüfenden Materialien wurden durch dieses Verfahren untersucht, nachdem sie 2 Stunden bei
50°C getrocknet worden waren. Es wurden 4 Pyrolysen mit einer jeden Probe ausgeführt.
Resultate
Aus den vier mit einem jeder Material durch' geführten Pyrolyse wurde die maximale, minimale unc
mittlere Spitzenhöhe errechnet. Die erhaltenen Werti sind in der Tabelle angegeben. Weiterhin ist die Summi
aller anwesenden organischen Bestandteile (einschließ Hch von nicht identifizierten Stoffen) in dieser Tabelli
angegeben.
509611/29-
| Identifizierung | min. I | rellulose | mit. | Mikrokristalline Cellulose |
max. I | mit. | Glucose | max. I | mit. | Oxydierte Cellulose |
max. I | mit. | min. I | H. T. C | mit. |
| *)a.d. | max. I | a. d. | min. I | a. d. | a. d. | min. I | a. d. | a. d. | min. I | 121 | 109 | 31 | max. | 42 | |
| Aldehyd | Skala | a. d. | Skala | a. d. | Skala | Skala | a. d. | Skala | Skala | 95 | 55 | ||||
| Skala | Skala | Skala | |||||||||||||
| Propionaldehyd/ | 112 | 128 | 147 | 138 | 133 | 125 | 170 | 125 | 80 | 86 | |||||
| Furan | 124 | 136 | 142 | 123 | 214 | 169 | 108 | 207 | 187 | 89 | 128 | 88 | 65 | 97 | 67 |
| Aceton | 109 | 177 | 124 | 146 | 127 | 119 | 157 | 75 | 61 | 52 | 59 | 56 | 18 | 68 | 22 |
| Acrolein | 140 | 108 | 42 | 52 | 27 | ||||||||||
| Methanol Me- | 25 | 28 | 31 | 29 | 39 | 36 | 25 | 20 | 41 | 46 | |||||
| thyl-Furan | 30 | 28 | 35 | 10 | 50 | ||||||||||
| Methyl-Äthyl- | 34 | 39 | 58 | 45 | 49 | 42 | 15 | 10 | 20 | 23 | |||||
| Keton | 48 | 37 | 36 | 4 | 25 | ||||||||||
| Methyl-Vinyl- | |||||||||||||||
| Keton/2,5-Di- | 41 | 47 | 55 | 49 | 34 | 30 | 24 | 19 | 33 | 42 | |||||
| methyl-Furan | 20 | 52 | 24 | 42 | 23 | 22 | 25 | 23 | 22 | 13 | 22 | 14 | 1 | 47 | 3 |
| Diacetyl | 27 | 19 | 20 | 9 | 4 | ||||||||||
| Methyl-Iso- | |||||||||||||||
| propenyl- | 9 | 11 | 10 | 6 | 8 | 7 | 10 | 6 | 2 | 3 | |||||
| Keton | 10 | 13 | 10 | 4 | 11 | 11 | 7 | 8 | 7 | 3 | 8 | 6 | 7 | 4 | 7 |
| Crotonaldehyd | 11 | Il | 6 | 5 | 7 | ||||||||||
| 2,3-Pentandion/ | 3 | 5 | 6 | 4 | 8 | 5 | 2 | 2 | 0 | 1 | |||||
| Allyl-Alkohol | 17 | 7 | 19 | 1 | 20 | 19 | 3 | 23 | 18 | 0 | 6 | 5 | π | 1 | 11 |
| Pyruvin-aldehyd | 2 | 20 | 8 | 18 | 12 | 10 | 14 | 10 | 9 | 3 | 3 | 2 | 1 | 11 | 2 |
| Cyclopentanon | 2 | 12 | 2 | 8 | 2 | 2 | 8 | 2 | 3 | ||||||
| Hydroxy-Aceton | 18 | 2 | 24 | 2 | 28 | 25 | 22 | 16 | 7 | 5 | 4 | 14 | |||
| Cyclopentenon | 25 | 28 | 27 | 18 | 24 | 20 | 13 | 46 | 35 | 3 | 40 | 33 | 9 | 32 | 11 |
| Furfuruldehyd | 30 | 15 | 27 | 25 | 12 | ||||||||||
| Methyl-Furyl- | 3 | 4 | 6 | 4 | 5 | 5 | 4 | 3 | 0 | 5 | |||||
| Keton | 5 | 3 | 4 | 2 | 6 | ||||||||||
| Furfuryl-Alko- | |||||||||||||||
| hol/5-Methyl- | 6 | 8 | 5 | 4 | 9 | 6 | ] | 1 | 0 | 5 | |||||
| furfuraldehyd | 11 | 3 | 4 | 0 | 5 | ||||||||||
| Summe aller an | |||||||||||||||
| wesenden or | |||||||||||||||
| ganischen Be | |||||||||||||||
| standteile ein | |||||||||||||||
| schließlich nich | |||||||||||||||
| identifizierter | 1195 | 1317 | 1382 | 1356 | 1171 | 1091 | 809 | 658 | 635 | 653 | |||||
| Stoffe | 1411 | 1336 | 1012 | 487 | 684 | ||||||||||
*) Für die Summenbildung wurden die außer der Skala liegenden Spitzen mit 250 mm angenommen.
Schlußfolgerungen
Die Menge von allen flüchtigen Pyrolyseprodukten war bei der wärmebehandelten Cellulose geringer als
bei mikrokristalliner Cellulose, Glucose oder -»-Cellulose. Eine Ausnahme bildeten lediglich der 5. und
7. Bestandteil (jeweils harmlose Stoffe), wo die Mengen bei der wärmebehandelten Cellulose höher waren. Die
Gesamtmenge aller organischen Pyrolyseprodukte war also gemäß der Erfindung wesentlich niedriger.
Die Pyrolyseproduktmengen bei oxydierter Cellulose waren ziemlich veränderlich. Es wurde jedoch gefunden, daß die Gesamtmenge an organischen Pyrolyseprodukten bei der wärmebehandelten Cellulose und
bei der oxydierten Cellulose ähnlich waren. Jedoch waren die Mengen der wichtigen cilia-toxischen Bestandteile. Acetaldehyd und Acrolein, beim erfindungsgemäßen Produkt wesentlich niedriger.
Daraus ergibt sich, daß wärmebehandelte Cellulose das beste Material für die Einarbeitung in ein Rauchgemisch darstellt.
behandelten Cellulose gegenüber oxydierter Cellulose liegt im Preis. Die Herstellung ist einfach und verläuft
rasch. Es sind keinerlei komplizierte Vorrichtungen
erforderlich. Dagegen kann oxydierte Cellulose nui
durch Einwirkung von Stickstoffdioxyd auf Cellulose hergestellt werden, wobei eine spezielle Vonichtunj
erforderlich ist. Ein solches Verfahren ist naturfid
viel teurer.
Ein anderer Vorteil liegt im physikalischen Vernal ten von wärmebehandelter Cellulose bei Anwendnni
von Wärme. Wärmebehandelte Cellulose and oxy dierte Cellulose wurden einzeln unter einem Heiztisch
mikroskop untersucht, und zwar unter sauerstoff
freiem Stickstoff. Die Temperatur wurde in Stuf« von 50cC gesteigert.
Bei diesen Bedingungen wurde festgestellt, dal
oxydierte Cellulose, die zunächst eine leicht golde»
Farbe aufwies, bei 150 bis 25O0C zu schmelzen be
gann. Außerdem fand eine Blasenbildung auf de
Oberfläche statt. Ein vollständiges Schmelzen trat be 700 bis 8000C ein. Zu diesem Zeitpunkt war *
Probe vollständig verkohlt. Wärmebehandelte C
11 w 12
lose, die zunächst dunkelbraun war, kontrahierte sich Cellulose für die Herstellung von Rauchproduk-
bei 300 bis 35O0C, erweichte aber nicht, bis 700° C ten.
erreicht waren. Bei 8000C schmolz die Probe in eine Das erfindungsgemäße Rauchprodukt ist, soweit es
viskose Flüssigkeit. nicht zur Lieferung in Gebiete außerhalb des Geltungs-
Die unerwünschten Eigenschaften der oxydieiten 5 bereiches des Lebensmittelgesetz.es bestimmt ist, zur
Cellulose, nämlich während der Pyrolyse zu schmelzen Zeit auf Grund der »Verordnung über Tabak und
und zu verkleben, sind in der USA.-Patentschrift Tabakerzeugnisse (Tabakverordnung)« vom 14. De-
3 608 560 in Spalte 3, Zeilen 12 bis 15, genannt. Dieses zember 1959 (Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 52 vom
Schmelzen verringert die Eignung der oxydierten 22. Dezember 1959, S. 730) nicht zugelassen.
1'.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von tabakfreien Rauchprodukten aus chemisch abgebauten, nicht
brennbaren Kohlenhydraten, dadurch gekennzeichnet, daß das Kohlenhydrat im
Temperaturbereich von 100 bis 2500C unter saurer oder alkalischer Katalyse degradiert wird,
bis der Rückstand weniger als 90% des Gewichts des nichtbehandelten Kohlenhydrats beträgt, worauf
der Rückstand zerkleinert, gegebenenfalls gebleicht, mit filmbildenden Mitteln vermischt und
verformt wird.
2. Verwendung des tabakfreien Rauchprodukts nach Anspruch 1, zu tabakfreien oder tabakhaltigen
Raucherzeugnissen.
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