DE168034C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B32/00—Carbon; Compounds thereof
- C01B32/30—Active carbon
- C01B32/312—Preparation
- C01B32/342—Preparation characterised by non-gaseous activating agents
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Materials For Medical Uses (AREA)
Description
PATENTAMT.
M 168034 KLASSE Md.
Es ist bekannt, daß im Handel zwei Sorten Knochen- bezw. Tierkole vorkommen,
d. h. gewöhnliche Tier- bezw. Knochenkohle, welche durch Verkohlen von Knochen erzeugt
wird, und gereinigte oder gewaschene Knochenkohle, welche aus gewöhnlicher animalischer
Kohle dadurch erhalten wird, daß ihr das darin enthaltene Calciumphosphat und Calciumkarbonat entzogen wird.
ίο Die gewaschene Tierkohle dient besonders
zum Entfärben von Weinen, Weinstein, Weinsäure usw., wofür die Gegenwart von Calciumsalzen nicht geeignet sein würde.
Die bisher übliche Behandlung von gewohnlicher Tierkohle zur Herstellung von
gewaschener oder gereinigter besteht in der Auslaugurig derselben mit verdünnter Salzsäure,
durch deren Wirkung die in der gewöhnlichen Tierkohle enthaltenen Calciumsalze in Calciumchlorid und Monocalciumphosphat
übergeführt werden, welche löslich sind, so daß sie von der Kohle der Knochen getrennt werden können.
Das vorliegende Verfahren zur Herstellung gewaschener oder gereinigter Knochenkohle
beruht auf der Behandlung gewöhnlicher Knochenkohle mittels gasförmiger schwefliger
Säure, welche eine geeignete Wiedergewinnung gestattet. Eine besondere Wirkung des vorliegenden Verfahrens ist darin
zu sehen, daß gebrauchte Knochenkohle, welche ihre Entfärbungskraft verloren hat,
durch die reduzierende Wirkung der schwefligen Säure auf die vorhandenen organischen
Stoffe wieder ihre ursprüngliche höchste Entfärbungskraft erhält, so daß das bisher
geübte Ausglühen vermieden wird.
Die gewöhnliche Knochenkohle wird entweder gekörnt oder gepulvert in zwei senkrechte
hohe Behälter aus Sandstein oder einem anderen geeigneten Stoff eingeführt, die an ihren unteren Teilen geschlossen sind
und von denen der eine an der oberen Öffnung durch einen mit einem Rohr versehenen
Deckel verschlossen ist, welches nach unten gebogen ist und in den unteren Teil des
zweiten, aber oben offenen Behälters mündet. In diese beiden Behälter wird außer der
Knochenkohle die 6 bis 8 fache Gewichtsmenge Wasser eingeführt. Am unteren Teil
des ersten Behälters wird ein Strom von Schwefligsäureanhydrid eingeblasen, welches
mit Luft oder auch anderen, inerten Gasen vermischt sein kann, um das Bewegen der
Masse zu begünstigen.
Zu diesem Zweck eignet sich besonders solche schweflige Säure, welche durch Verbrennen
von Schwefel oder auch Pyriten in einem Luftstrom gewonnen wird, weil diese Gasmischung außer der schwefligen Säure
eine gewisse Menge freien Sauerstoff und eine große Menge Stickstoff enthält, welche
Gase das erwähnte Bewegen oder Durchrühren der Masse begünstigen und folglich die Berührung der schwefligen Säure mit
der in Wasser getauchten Tierkohle inniger gestalten.
Durch die Einwirkung der schwefligen Säure werden das Calciumkarbonat und
Calciumphosphat, welche in der Kohle des
ersten Behälters vorhanden sind, zersetzt, indem ersteres in Calciumbisulfit, letzteres in
Monocalciumphosphat und Calciumbisulfit gemäß folgender Gleichungen übergeführt wird:
Ca C O3 + 2 S O2 + H2O =
Ca (H S OJ2 + C O2,
Cas (POJ2 + 4SO2 +4H2O =
Ca (H2 P OJ2 + 2 Ca (H S O3)2.
Ca (H2 P OJ2 + 2 Ca (H S O3)2.
Das Calciumbisulfit und das Monocalciumphosphat werden von dem Wasser gelöst
und es wird die Dichte der Lösung allmählich erhöht. Das Einblasen der schwefligen
Säure muß so lange fortgesetzt werden, bis die Dichte der Lösung keine Erhöhung mehr anzeigt.
Während der Reaktion und im besonderen gegen deren Ende entweicht mit den inerten
Gasen aus dem ersten Behälter schweflige Säure, welche von den Calciumsalzen der im
zweiten Behälter befindlichen Kochenkohle gemäß den genannten Gleichungen gebunden
wird.
Die Anwendung von zwei miteinander in Verbindung stehenden Behältern hat den
Zweck, neben der Nutzbarmachung der aus dem ersten Behälter entweichenden schwefligen
Säure in dem zweiten Behälter, in dem ersten Behälter einen gewissen Druck zu erzeugen,
welcher die genannten Reaktionen beschleunigt und auch dichtere Lösungen zu erhalten erlaubt. Man erhält zufriedenstellende
Ergebnisse selbst mit Drucken von ι Meter Wassersäule.
Wenn die Reaktion beendet ist, entfernt man die Masse, welche in dem ersten Behälter
enthalten ist, filtriert, um den festen Teil von dem flüssigen zu trennen, und wäscht den festen Rückstand zunächst mit
verdünnter, wäßriger, schwefliger Säure und dann mit gewöhnlichem Wasser, bis die Waschwässer
nicht mehr sauer sind. Auf diese Weise trennt man vollkommen die Kohle der
Knochen von dem Calciumbisulfit und dem einbasischen Phosphat und erhält folglich
gewaschene oder gereinigte Knochenkohle, welche in den Handel im feuchten oder trockenen Zustande gebracht werden kann.
Die in dem zweiten Behälter befindliche Masse wird für die nachfolgenden Behandlungen
verwendet, für welche auch die ersten mit den verdünnten Lösungen von schwefliger
Säure erhaltenen Waschwässer benutzt werden.
Die durch Filtration abgetrennte Flüssigkeit, in welcher das Calciumbisulfit und
Monocalciumphosphat vorhanden sind, wird allmählich zum Sieden erhitzt, wodurch Fällung von Calciumphosphat mit einer gewissen
Menge Calciumsulfit stattfindet. Gleichzeitig entwickelt sich gasförmige, schweflige Säure, welche aufgefangen und
wieder verwendet oder in anderer Weise verwendet werden kann.
Das erhaltene Calciumphosphat dient als Düngemittel oder für andere Zwecke, für
welche es mit Schwefelsäure behandelt werden kann, um das Sulfit zu zersetzen, indem schweflige Säure in Freiheit gesetzt
wird. Auch kann es nach einem neuerdings vorgeschlagenen Verfahren mit Monocalciumphosphatlösung
behandelt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung gereinigter Tier- bezw. Knochenkohle mittels einer Säure, dadurch gekennzeichnet, daß gasförmige, schweflige Säure auf gewöhnliche Knochenkohle in Gegenwart von Wasser unter schwachem Druck zur Einwirkung gebracht wird, um das vorhandene Calciumkarbonat und Calciumphosphat in lösliche und somit entfernbare Kalksalze zu verwandeln.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE168034C true DE168034C (de) |
Family
ID=433297
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT168034D Active DE168034C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE168034C (de) |
-
0
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