DE1680029C3 - Sicherheitstragwerk für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
Sicherheitstragwerk für ein KraftfahrzeugInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Sicherheitstragwerk für ein Kraftfahrzeug, das im Bereich des Fahrgastraumes
verformungssteif und zur Aufnahme von Verformungsenergie im Bereich der vorderen und/oder hinteren
Endteile verformungsweich ausgebildet ist, die an den Bereich des Fahrgastraumes anschließende Längsträger
aufweisen, die in Längsrichtung geteilt sind.
Es war bekannt (DE-PS 8 54 157) das Fahrgestell und den Aufbau eines Kraftfahrzeuges so zu bemessen, daß
die Festigkeit im Bereich des Fahrgastraumes am größten ist und zu den Enden des Fahrzeugs hin stetig
oder stufenweise abnimmt Bei der bekannten Bauart wurde das Fahrzeug in einer sogenannten Zellenbauweise
hergestellt, wobei die Endzellen eine geringere Festigkeit als die Mittelzelle besitzen sollen. Dabei wird
noch vorsehen (Fig. 4), daß die Endzellen in Rahmen unterteilt sind, die im Bereich der Querträger durch auf
einen begrenzten Wert belastbare Verbindungsmittel miteinander verbunden sind. Durch die bekannte Bauart
wird die Sicherheit der Fahrgäste wesentlich erhöht,
jedoch bereitet es in der Praxis erhebliche Schwierigkeiten, vor allem die Endteile so auszubilden, daß in einem
ausreichenden Maße und in einer definierten Höhe die bei Kollisionen vorhandene Energie vernichtet wird,
während dennoch im normalen Fahrbetrieb eine ausreichende Festigkeit vorhanden ist
Es war auch bekannt (US-PS 30 44 822), einen Endteil eines Kraftfahrzeuges getrennt von dem Hauptteil des
Fahrzeugs herzustellen und nachträglich anzubringen. Der Hauptteil des Fahrzeuges enthält alle funktionswesentlichen
Teile, insbesondere den Motor und die Radaufhängungen. Der Endteil soll die Aufgabe haben,
durch seine Demontage oder durch eine nachträgliche Montage eine gute Zugänglichkeit des Motorraums zu
gewährleisten. Der Hauptteil weist zwei Längsträger auf, die sich nach vorne bis zu dem Fahrzeugende
erstrecken und auf die der Endteil mit entsprechenden Aussparungen aufgesteckt ist. Bei dieser Bauart werden
keine Maßnahmen getroffen, um die Verformbarkeit im Bereich des an den Fahrgastraum anschließenden Teils
j5 zu erhöhen.
Bei einer anderen bekannten Bauart (US-PS 28 96 735) enthält der vordere Endteil eines Fahrzeuges
zwei nach vorne zur Fahrzeugmitte hin spitz zulaufende Träger, die in der Draufsicht mit einem hinteren
Querträger ein Dreieck bilden. An den schräg liegenden Trägern sind außen Halter mittels abscherbaren Stiften
befestigt, die die Radaufhängungen ebenso wie Abstützungen für eine vor dem Fahrzeug befindliche, geteilte
Stoßstange aufnehmen. Die Halter sollen nach Zerstören der Scherstifte bei einem Unfall mittels Wälzlagern
auf den schrägen Längsträgern gleiten. Durch diese Bauart wird kein wirkliches Sicherheitstragwerk geschaffen,
da nur in sehr ungenügendem Maße überhaupt eine Energieaufnahme möglich ist. Energie wird nur bei
dem Zerstören der Scherstifte aufgenommen, während danach die Halter mit den Rädern praktisch ohne
nennenswerten Widerstand an dem Fahrzeugrahmen entlang gleiten.
Es war auch bekannt (US-PS 29 97 325), eine Stoßstange eines Kraftfahrzeuges mit Federelementen
an Längsträgern des Fahrzeuges zu befestigen, die sich bis in den Bereich des vorderen Fahrzeugendes
erstrecken. Die Federelemente bestehen bei dieser Bauart aus teleskopartig ineinandergesteckten Teilen.
Der innere Teil ist mit einer Druckfeder gegen einen Kolben abgestützt, der an dem äußeren Teil mit
Scherstiften befestigt ist. Wenn bei dieser Bauart die Belastung zu groß wird, werden die Scherstifte des
kolbenartigen Teils gebrochen, so daß dieser kolbenarti-
b5 ge Teil dann gegen ein in dem Teil befindliches Medium
drückt, das über eine Drosselstelle nach außen abtransportiert wird. Diese Bauart bietet nur einen
Schutz bei relativ leichten Unfällen, da nur relativ
geringe Anteile der bei einem Unfall vorhandenen kinetischen Energie über die stoßdämpferartigen
Halterungen vernichtet werden können.
Es war auch bekannt (US-PS 28 37 176), eine Halterung für eine Stoßstange eines Fahrzeuges in
Führungen von bis zum Fahrzeugende reichenden Längsträgern unterzubringen und mittels Scherstiften in
ihrer Lage zu befestigen. Bei einem Unfall soll durch Abscheren der hintereinander angeordneten und
unterschiedlich festen Scherstifte eine Energieaufnahme durchgeführt werden. Die Energieaufnahme ist nur
relativ beschränkt möglich, so daß diese Bauart allenfalls (ähnlich wie die Bauart nach der US-PS
29 97 325) als Zusatzeinrichtung eingesetzt werden kann, die jedoch das Tragwerk eines Fahrzeuges noch
nicht zu einem Sicherheitstragwerk werden läßt
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitstragwerk der eingangs genannten Art zu
schaffen, das auch bei größeren Kollisionen eine definierte Art der Verformung vorschreibt und mit einer
definierten Aufnahme der bei einem Unfall vorhandenen kinetischen Energie verbindet Diese Aufgabe wird
dadurch gelöst, daß die durch nur von in Fahrtrichtung wirkenden Kräften zerstörbaren Befestigungsmittel
verbundenen Teils der Längsträger jeweils teleskopartig in der Art von Kolben und Zylindern ausgebildet
sind, die zwischen sich durch Zusammendrücken plastisch verformbare Mittel aufnehmen.
Durch diese Ausbildung wird erreicht, daß einerseits
die betriebsmäßig notwendige Festigkeit sicher gewährleistet werden kann, da sich die sogenannten Sollhruch-Befestigungsmittel
relativ einfach so dimensionieren lassen, daß sie für den normalen Fahrbetrieb eine
ausreichende Festigkeit besitzen. Im Falle einer Kollision werden sie zerstört, so daß dabei und vor
allem danach eine definierte Energieaufnahme innerhalb der Endteile erfolgt, die mit einer vorgeschriebenen
Art der Verformung verbunden ist
Zweckmäßigerweise können die Enden der Längsträger des oder der Endteile durch einen Querträger
verbunden sein, der als Stoßfänger ausgebildet ist. Vorteilhaft können die Längsträger des oder der
Endteile über annähernd vertikal verlaufende Träger an dem Fahrgastraum angeschlossen sein.
Eine baulich äußerst vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung erhält man, wenn ein Endteil vier
Längsträger aufweist, die auf jeder Seite paarweise übereinander angeordnet sind. Dabei können vorteilhaft
die vom Fahrgastraum abliegenden Zylinder oder Kolben der jeweils übereinanderliegenden Längsträger
aus einem einzelnen, etwa U-förmigen Teil bestehen. Zur Aufnahme von Energie können innerhalb der
Zylinder als plastisch verformbare Mittel an sich bekannte Tellerscheiben vorgesehen sein. Es ist auch
möglich, als plastisch verformbares Mittel Schaumstoff vorzusehen.
In baulich äußerst einfacher Weise können als zerstörbare Befestigungsmittel zwischen den Kolben
und den Zylindern querliegende Scherschrauben vorgesehen sein. Bei derartigen Schrauben läßt sich die Größe
der Scherkraft leicht bemessen und begrenzen. Zweclcmäßigerweise können d\° Zylinder und Kolben innerhalb
der vorbestimmten Belastungsgrenze elastisch nachgiebig miteinander verbunden sein.
Um zu verhindern, daß schon bei leichten Kollisionen
das Fahrwerk beschädigt wird, können die Fahrwerksteile an den am Fahrgastraum anschließenden Zylindern
oder Kolben gelagert sein.
In der Zeichnung ist die Erfindung anhand von einigen Ausführungsformen beispielsweise dargestellt
Es zeigt
F i g. 1 eine einfache Ausbildung eines erfindungsgemäßen
Sicherheitstragwerkes,
F i g. 2 eine teilweise geschnittene Draufsicht auf das Sicherheitstragwerk nach F i g. 1,
Fig.3 eine weitere Ausführungsform eines erfindungi.jemäßen
Sicherheitstragwerkes,
Fig. 4 eine teilweise geschnittene Draufsicht auf das
Sicherheitstragwerk nach F i g. 3 und
F i g. 5 eine Einzelheit der Verbindung der Teile des Sicherheitstragwerkes nach den F i g. 1 und 2 oder 3 und
4.
Das Sicherheitstragwerk nach F i g. 1 besteht aus dem in nicht näher dargestellter Weise verformungssteif
ausgebildeten Fahrgastraum 1 und dem daran anschließenden, zur Aufnahme von Verformungsenergie ausgebildeten
Endteil. Als Endteil dienen zwei Längsträger 2, die an vertikale, an der Spritzwand des Fahrgaitraumes
1 angeordneten Träger 3 angeschlossen und an ihrem Ende mittels eines Querträgers 4 verbunden sind. Die
Längsträger bestehen aus zwei Teilen, die in der Art von einem Kolben 5 und einem Zylinder 6 ausgebildet sind.
Die Verbindung der beiden Teile erfolgt über zwei Scherschrauben 7, die als sogenannte Sollbruch-Befestigungsmittel
dienen, indem ihre übertragbare Scherkraft auf einen bestimmten Wert begrenzt ist Bei diesem
Ausführungsbeispiel sind die Kolben 5 an den vertikalen Trägern 3 an dem Fahrgastraum 1 angeschlossen,
während die beiden Zylinder 6 nach vorne bzw. nach hinten ragen.
Innerhalb der Zylinder 6 ist ein energieverzehrendes plastisch verformbares Mittel 8, beispielsweise Schaumstoff,
angeordnet das im Falle einer Kollision nach Zerstörung der Scherschrauben 7 zum Einsatz kommt,
wenn sich die Zylinder 6 über die Kolben 5 schieben. Dabei wird von dem plastisch verformbaren Mittel 8 in
den Zylindern 6 Energie von einer definierten Größe absorbiert.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach F i g. 3 bestehen die Endteile, die ebenfalls über vertikale Längsträger 3
an den Fahrgastraum 1 angeschlossen sind, aus vier Längsträgern 3, die paarweise übereinander angeordnet
sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Zylinder 10 an die vertikalen Träger 3 angeschlossen und mit
nach vorne bzw. nach hinten ragenden Kolben 11 versehen. Die Kolben 11 zweier übereinanderliegender
Zylinder 10 bestehen aus einem etwa U-förmigen Teil 12. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel ist ein
Querträger 13 vorgesehen, der die Längsträger 9 miteinander verbindet und in vorteilhafter Weise einen
Stoßfänger darstellt. Innerhalb der Zylinder 10 können energieverzehrende plastisch verformbare Mittel 14 wie
Schaumstoff (obere Hälfte der Fig.4) oder an sich bekannte Deformationsglieder wie Tellerscheiben 15
(untere Hälfte der Fig.4) angeordnet sein. Die Verbindung der Kolben und Zylinder erfolgt ebenfalls
durch sogenannte Sollbruch-Befestigungsmittel, die auch bei diesem Ausführungsbeispiel aus Scherschrauben
16 bestehen können. Um zu verhindern, daß bei leichten Kollisionen, bei denen die Scherschrauben 16
zerstört werden, schon das Fahrwerk beschädigt wird, werden zweckmäßigerweise die Lagerstellen 17 der
kadschwingen und die Lagerstellen der Lenkungsteile an den jeweils dem Fahrgastraum 1 zugewendeten
Teilen, in dem Ausführungsbeispiel den Zylindern 10 vorgesehen. Demgegenüber ist es ohne weiteres
möglich, an den vorderen Kolben 11 z. B. den Motor
aufzuhängen.
In F i g. 5 ist in größerem Maßstab die Verbindung der
beiden Teile 5 und 6 mittels Scherschrauben dargestellt. Sie bestehen aus einer Schraube 7, die zur Begrenzung
der Scherkraft mit Eindrehungen 18 versehen sind. Um zu erreichen, daß diese Schrauben 7 nur auf Scherkraft
beansprucht werden, sind in die Bohrungen des Zylinders 6 Ringscheiben 19 eingesetzt, an die sich
Scherbüchsen 20 anschließen. Gleichzeitig kann eine
elastische Lagerung zwischen Kolben 5 und Zylinder <
erzielt werden, so daß die Scherbüchsen 20 als innen Lagerteile von Gummilagern 21 dienen, die mit ihrei
äußeren Lagerteilen 22 in den Zylindern 6 gehalten sind Um eine möglichst großflächige Belastung der energie
verzehrenden plastisch verformbaren Mittel 8 innerhall der Zylinder 6 zu erzielen, können auf die aus zwe
Blechpreßteilen bestehenden Kolben 5 Platten 2. aufgesetzt sein, die annähernd dem Innendurchmesse
der Zylinder 6 entsprechen.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Sicherheitstragwerk für ein Kraftfahrzeug, das im Bereich des Fahrgastraumes verformungssteif
und zur Aufnahme von Verformungsenergie im Bereich der vorderen und/oder hinteren Endteile
verformungsweich ausgebildet ist, die an den Bereich des Fahrgastraumes anschließende Längsträger
aufweisen, die in Längsrichtung geteilt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die durch
nur von in Fahrtrichtung wirkenden Kräften zerstörbaren Befestigungsmittel (Scherschrauben 7,
16) verbundenen Teile der Längsträger jeweils teleskopartig in der Art von Kolben (5, 11) und
Zylindern (6,10) ausgebildet sind, die zwischen sich durch Zusammendrücken plastisch verformbare
Mittel (8,14) aufnehmen.
2. Sicherheitstragwerk nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Längsträger (2,
9) des oder der Endteile durch einen Querträger (4, 13) verbunden sind, der als Stoßfänger ausgebildet
ist
3. Sicherheitstragwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsträger (2, 9)
des oder der Endteile über annähernd vertikal verlaufende Träger (3) an den Fahrgastraum (1)
angeschlossen sind.
4. Sicherheitstragwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Endteil vier Längsträger (9) aufweist, die auf jeder Seite paarweise übereinander angeordnet sind.
5. Sicherheitstragwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Fahrgastraum abliegenden
Zylinder oder Kolben der jeweils übereinander liegenden Längsträger (9) aus einem einzelnen,
etwa U-förmigen Teil (12) bestehen.
6. Sicherheitstragwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
als plastisch verformbare Mittel an sich bekannte Tellerscheiben (15) vorgesehen sind.
7. Sicherheitstragwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
als plastisch verformbares Mittel Schaumstoff vorgesehen ist.
8. Sicherheitstragwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
als zerstörbare Befestigungsmittel zwischen den Kolben (5, 11) und Zylindern (6, 10) querliegende
Scherschrauben (7,16) vorgesehen sind.
9. Sicherheitstragwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Zylinder (6,10) und Kolben
(5,11) innerhalb der vorbestimmten Belastungsgrenze elastisch nachgiebig miteinander verbunden sind.
10. Sicherheitstragwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Fahrwerksteile an den am Fahrgastraum anschließenden Zylindern (10) oder Kolben (5)
gelagert sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1968D0055577 DE1680029C3 (de) | 1968-03-14 | 1968-03-14 | Sicherheitstragwerk für ein Kraftfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1968D0055577 DE1680029C3 (de) | 1968-03-14 | 1968-03-14 | Sicherheitstragwerk für ein Kraftfahrzeug |
Publications (3)
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| DE1680029A1 DE1680029A1 (de) | 1971-08-26 |
| DE1680029B2 DE1680029B2 (de) | 1979-07-05 |
| DE1680029C3 true DE1680029C3 (de) | 1980-03-13 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1968D0055577 Expired DE1680029C3 (de) | 1968-03-14 | 1968-03-14 | Sicherheitstragwerk für ein Kraftfahrzeug |
Country Status (1)
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