DE102006026120A1 - Karosserie für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
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- B62D21/152—Front or rear frames
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Abstract
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft eine Karoserie für ein Kraftfahrzeug mit einem Hauptrahmen, der sich entlang der Fahrgastzelle und des Motorraums erstreckende Längsträger umfasst, und einem Motorrahmen, von dem ein rückwärtiger Bereich an dem Hauptrahmen befestigt ist. Eine solche Karosserie ist z.B. aus
EP 1 314 632 A2 bekannt. Die Längsträger verleihen der Karosserie ein hohes Maß an Steifigkeit in Längsrichtung, und ermöglichen es ihr, bei einem Zusammenstoß durch Verformung erhebliche Energiemengen zu absobieren und dabei die Fahrgastzelle vor Verformungen zu schützen, die den Überlebensraum reduzieren. - Die Realisierung des Motorrahmens getrennt vom Hauptrahmen ermöglicht es, Schwingungen des Motors vom Hauptrahmen und damit von der Fahrgastzelle, wo sie zu einer Beeinträchtigung des Fahrkomforts führen würden, abzuschirmen.
- Als ein Befestigungselement, das den Motorrahmen mit dem Hauptrahmen verbindet, wird üblicherweise eine Schraube oder ein Bolzen eingesetzt, die/der vertikal orientiert ist und einander gegenüber liegende horizontale Auflageflächen des Hauptrahmens und des Motorrahmens in Bezug zueinander fixiert. Ein solcher Bolzen trägt nicht das Gewicht des Fahrzeugs; er erfährt eine kritische Belastung im wesentlichen nur im Falle eines Zusammenstoßes in Form von Scherkräften. Wenn der Bolzen lediglich an einem oberen Ende im Hauptrahmen und an einem unteren Ende in dem Motorrahmen fixiert ist, resultiert aus den bei einem Zusammenstoß auftretenden Kräften ein erhebliches Moment am Bolzen, welches zu einem Verbiegen der den Bolzen tragenden Teile der Rahmen und zu einem Ausreißen des Bolzens führen kann, so dass eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Haupt- und Motorrahmen verloren geht. Wenn dies geschieht, können sich während des Zusammenstoßes Karosserieteile gegeneinander bewegen, ohne dabei verformt zu werden und folglich auch ohne Energie zu absorbieren. So wird wertvoller Deformationsraum ungenutzt.
-
EP 1 314 632 A2 schlägt vor, dieses Problem zu beheben, indem der Bolzen zusätzlich eine Ecke einer dreieckigen Stütze durchsetzt, deren beide anderen Ecken an einem Längsträger bzw. einer Mittenverstärkung des Hauptrahmens angebracht sind. Wenn jedoch bei einem Zusammenstoß nur einer der Anbindungspunkte der Stütze zerstört wird, so geht auch deren stabilisierende Wirkung verloren, und der Motorrahmen wird ohne nennenswerte Energiedissipation gegenüber dem Hauptrahmen beweglich. - Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine Fahrzeugkarosserie anzugeben, die eine ungebremste Beweglichkeit des Motorrahmens in Bezug auf den Hauptrahmen bei einem Zusammenstoß mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit vermeidet.
- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass bei einer Kraftfahrzeugkarosserie mit einem Hauptrahmen und einem Motorrahmen, von dem ein rückwärtiger Bereich an dem Hauptrahmen durch ein Befestigungs element befestigt ist, von Haupt- und Motorrahmen der eine wenigstens einen Führungskanal und der anderen einen Arm aufweist, der in einem Eingangsbereich des Führungskanals angeordnet ist, um im Falle der Zerstörung des Befestigungselements in den Führungskanal einzurücken.
- Um im Falle eines Frontalzusammenstoßes wirksam zu sein, erstreckt sich der Führungskanal vorzugsweise im wesentlichen in Längsrichtung des Kraftfahrzeugs.
- Der Führungskanal kann energieabsorbierende Mittel wie etwa einen kompressiblen Werkstoff oder stauchbare Strukturen enthalten.
- Alternativ oder ergänzend kann eine Energiedissipation beim Eindringen des Arms in den Führungskanal auch dadurch gewährleistet werden, dass der Arm nur unter – vorzugsweise plastischer – Verformung in den Führungskanal einführbar ist.
- Um eine feste und sichere Positionierung des Führungskanals zu gewährleisten, erstreckt sich dieser vorzugsweise zwischen einem der Längsträger und einer Mittenverstärkung des Hauptrahmens. So ist z.B. ein Ausweichen des Führungskanals in seitlicher Richtung nicht oder nur schwer möglich, wenn gleichzeitig der Längsträger oder die Mittenverstärkung seitwärts verdrängt werden, was extrem hohe Kräfte erfordert, insbesondere wenn letztere durch eine Bodenplatte verbunden sind.
- Um eine sichere Führung des Motorrahmens zu gewährleisten, sind vorzugsweise zwei Arme und zwei Führungskanäle vorgesehen.
- Zweckmäßig ist es auch, wenn sich jeder Arm in einem spitzen Winkel zu dem ihm zugeordneten Führungskanal erstreckt. Um den Arm in den Führungskanal einzuführen, muss er in etwa parallel zum Führungskanal ausgerichtet werden, was eine energieaufwändige plastische Verformung des Motorrahmens erforderlich macht.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
-
1 eine schematische Ansicht von unten eines Frontbereichs einer erfindungsgemäßen Karosserie; -
2 eine Seitenansicht desselben Frontbereichs; -
3 einen schematischen Schnitt durch den Frontbereich im intakten Zustand; und -
4 einen zu3 analogen Schnitt nach einem Zusammenstoß. - In der Ansicht der
1 erkennt man eine Bodenplatte1 einer Fahrgastzelle, die seitlich mit Längsträgern2 fest verbunden ist. Die Bodenplatte1 ist mittig in Längsrichtung versteift durch einen Mitteltunnel3 und beiderseits des Mitteltunnels unter das Niveau der Bodenplatte1 ausgreifende hohle Versteifungsprofile4 . Die Bodenplatte1 begrenzt zusammen mit den Versteifungsprofilen4 und den nach unten übersteh enden Längsträgern2 zwei sich in Fahrzeuglängsrichtung erstreckende, nach unten offene Kanäle5 . - Vor der Bodenplatte
1 , im Bereich des Motorraums, ist ein Motorrahmen6 mit den sich entlang der Seiten des Motorraums erstreckenden Längsträgern2 an Befestigungspunkten7 und mit der Bodenplatte1 an Befestigungspunkten8 schwingfähig verbunden. Der Motorrahmen6 trägt in an sich bekannter Weise den Motor und die Vorderräder des Fahrzeugs, die in der Fig. nicht dargestellt sind. Der Motorrahmen6 umfasst ein in etwa C-förmig gebogenes Rohr mit einem nach vorn gewandten Mittelabschnitt9 und zwei Armen10 , die in Draufsicht im wesentlichen parallel zueinander und zu den Längsträgern2 und in der Seitenansicht der2 etwas unterhalb der in Höhe des Motorraums nach oben gewölbten Längsträger2 verlaufen. - Die Befestigungspunkte
7 umfassen jeweils eine von einem der Arme10 in der Nähe des Mittelabschnitts9 abstehende Lasche11 und einen elastischen Puffer12 , über den einer der Längsträger2 an der Lasche11 abgestützt ist. Entsprechende elastische Puffer befinden sich an den Befestigungspunkten8 zwischen den freien Enden der Arme10 und der Bodenplatte8 . Der Motorrahmen6 ist in Bezug auf die Längsträger2 und die Bodenplatte1 durch vertikale Bolzen gesichert, die jeweils den Puffer12 durchsetzen und einerseits in den Motorrahmen6 und andererseits in dem Längsträger2 bzw. der Bodenplatte1 verankert sind. - Die Arme
10 weisen jeweils in der Nähe ihrer freien Enden einen gekrümmten Abschnitt14 auf, wobei die konvexen Seiten der zwei gekrümmten Abschnitte14 einander zugewandt sind. In der Nähe des Punktes mit geringstem Abstand zwischen den zwei Abschnitten14 sind die Arme10 durch einen Querbalken15 starr verbunden. - Den freien Enden der in die Kanäle
5 eingreifenden freien Enden der Arme10 gegenüberliegend sind zwei Fangrohre16 mit den Arme10 zugewandter Eingangsöffnung in den Kanälen5 starr befestigt. Die Befestigung der Fangrohre16 kann z.B. durch Verschweißen mit dem Längsträger2 , dem Versteifungsprofil4 oder der Bodenplatte1 , die den betreffenden Kanal5 begrenzen, und/oder durch Formschluss mit an diesen Teilen gebildeten Konturen wie etwa einer Längsrippe17 der Längsträger2 oder auf andere geeignete Weise hergestellt sein. -
3 zeigt einen schematischen Schnitt in Fahrzeuglängsrichtung durch eines der Fangrohre16 und dessen Umgebung. Man erkennt im Schnitt die Bodenplatte1 und das gekrümmte freie Ende eines der Arme10 sowie einen Bolzen13 , der die Bodenplatte1 und den Arm10 am Befestigungspunkt8 durchsetzt. Dem freien Ende des Arms10 liegt der Eingang des Fangrohrs16 in geringem Abstand gegenüber. Das Fangrohr16 ist an einem der Versteifungsprofile4 und dem in der Fig. nicht sichtbaren Längsträger2 in einer Stellung befestigt, in der zwischen dem Eingangsbereich des Fangrohrs16 und der Bodenplatte1 ein Spalt18 von geringer Tiefe verbleibt. - Das Innere des Fangrohrs
16 ist in3 leer dargestellt; es könnten energieabsorbierende Mittel wie etwa ein unter Druck stauchbarer Werkstoff, ein hydraulischer Dämpfer oder dergleichen darin untergebracht sein. -
4 zeigt einen zu3 analogen schematischen Schnitt in dem Fall, dass die erfindungsgemäße Karosserie in einer Kollision verwickelt ist. In diesem Fall ist der Bolzen13 des hinteren Befestigungspunkts8 abgeschert, und die freien Enden der Arme10 sind jeweils in die Fangrohre16 eingerückt. Wie aus der Ansicht der1 erkennbar ist, erfordert aufgrund des gekrümmten, zu den Fangrohren16 nicht parallelen Verlaufs der Arme10 deren Eindringen in die Fangrohre eine plastische Verformung der Arme10 , durch die in kontrollierter Weise Energie verbraucht und dem Kollisionsvorgang entzogen wird. Besonders vorteilhaft hierbei ist, dass Energie durch eine Verformung in seitlicher Richtung verbraucht wird. So ermöglicht es die erfindungsgemäße Karosseriekonstruktion, auf einer geringer Verformungstiefe ein hohes Maß an Verformungsenergie aufzunehmen und so die Fahrgastzelle wirksam zu schützen. - Indem am Ende des Verformungsvorgangs ein rückwärtiger Bereich des Querbalkens
15 in den Spalt18 einrückt, wird die Verschiebung des Motorrahmens6 in Bezug auf die Bodenplatte1 gestoppt, bevor der vom Motorrahmen6 getragene Motor auf eine Wand der Fahrgastzelle trifft und beginnen kann, diese zu verformen. - Anstelle der in
1 gezeigten in sich gekrümmten und somit unter einem variablen Winkel zur Längsrichtung der Fangrohre verlaufenden Arme10 könnte der Motorrahmen auch geradlinige Arme haben, die unter einem gleichbleibenden kleinen Winkel zur Längsrichtung der Fangrohre verlaufen. In diesem Fall wäre zum Einrücken der Arme in die Fangrohre16 erforderlich, dass die Arme je nach Orientierung auseinandergespreizt oder zusammengedrückt werden, und außerdem würden die Arme auf der gesamten Länge, mit der sie in die Fangrohre einrücken, gebogen, so dass bei Einrücken kontinuierlich und in großer Menge Energie dissipiert wird. -
- 1
- Bodenplatte
- 2
- Längsträger
- 3
- Mitteltunnel
- 4
- Versteifungsprofile
- 5
- Kanal
- 6
- Motorrahmen
- 7, 8
- Befestigungspunkt
- 9
- Mittelabschnitt
- 10
- Schenkel
- 11
- Lasche
- 12
- Puffer
- 13
- Bolzen
- 14
- gekrümmter Abschnitt
- 15
- Querbalken
- 16
- Fangrohr
- 17
- Längsrippe
- 18
- Spalt
- 19
- Randbereich
Claims (7)
- Karosserie für ein Kraftfahrzeug mit einem Hauptrahmen, der sich entlang der Fahrgastzelle und des Motorraums erstreckende Längsträger (
2 ) umfasst, und einem Motorrahmen (6 ), von dem ein rückwärtiger Bereich an dem Hauptrahmen durch ein Befestigungselement (8 ,13 ) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass von Haupt- und Motorrahmen der eine wenigstens einen Führungskanal (16 ) und der andere einen Arm (10 ) aufweist, der in einem Eingangsbereich des Führungskanals (16 ) angeordnet ist, um im Falle der Zerstörung des Befestigungselements (8 ,13 ) in den Führungskanal (16 ) einzurücken. - Karosserie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungskanal (
16 ) sich im Wesentlichen in Längsrichtung des Kraftfahrzeugs erstreckt. - Karosserie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungskanal (
16 ) energieabsorbierende Mittel enthält. - Karosserie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arm (
10 ) nur unter plastischer Verformung in den Führungskanal (16 ) einführbar ist. - Karosserie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Führungskanal (
16 ) sich zwischen einem der Längsträger (2 ) und einer Mittenverstärkung (4 ) des Hauptrahmens erstreckt. - Karosserie nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei Arme (
10 ) und zwei Führungskanäle (16 ) umfasst. - Karosserie nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Arm (
10 ) sich in einem spitzen Winkel zu dem ihm zugeordneten Führungskanal (16 ) erstreckt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200610026120 DE102006026120A1 (de) | 2006-06-03 | 2006-06-03 | Karosserie für ein Kraftfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200610026120 DE102006026120A1 (de) | 2006-06-03 | 2006-06-03 | Karosserie für ein Kraftfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102006026120A1 true DE102006026120A1 (de) | 2007-12-06 |
Family
ID=38650557
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE200610026120 Withdrawn DE102006026120A1 (de) | 2006-06-03 | 2006-06-03 | Karosserie für ein Kraftfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102006026120A1 (de) |
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-
2006
- 2006-06-03 DE DE200610026120 patent/DE102006026120A1/de not_active Withdrawn
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