DE1670168B2 - 2-Benzolsulfonamido-4-methyl-5alkyl-pyrimidine und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents
2-Benzolsulfonamido-4-methyl-5alkyl-pyrimidine und Verfahren zu ihrer HerstellungInfo
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Description
in der R, einen Methoxy- oder Äthoxyrest, R2 ein 35 b) ein Benzolsulfonyl-guanidin der allgemeinen For-Chlor-
oder Bromatom und R3 einen Isopropyl- oder
Isobutylrest bedeutet und deren physiologisch unbedenkliche Salze.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden in an sich bekannter Weise hergestellt, ind.~rn man entweder
a) eine Verbindung der allgemeinen Formel II
i"
45
C-NH-CHz-CHj-^^J^- S(O)nCl
R1 (Π)
in der R1 und R2 die oben angegebenen Bedeutungen
haben und 11 die Zahl 0, 1 oder 2 bedeutet, mit einem 2-Amino-pyrimidin der allgemeinen
Formel 111
60
H,N
N:
(III)
in der R3 die oben angegebene Bedeutung hat,
umsetzt und anschließend zum Sulfonamid oxydiert, falls π die Zahl 0 oder 1 bedeutet, oder
C-NH-CH2-CH2
(IV) NH
SO2 — NH — C
in der R, und R2 die oben angegebenen Bedeutungen
haben, mit einer Verbindung der allgemeinen Formel V
Il
ο
CH
I
R3
R3
C — CH3
Ii
ο
in der R3 die oben angegebene Bedeutung hat
und Z ein WasserstofTatom oder eine Alkoxygruppe darstellt, oder einem funktionellen Derivat
davon umsetzt, worauf man anschließend das gegebenenfalls in 6-Stellung hydroxylierte Pyrimidin
durch überführung in die Halogenverbindung und reduktive Enthalogenierung in das
in 6-Stellung unsubstituierte Pyrimidin überfuhrt, oder
c) ein 2-Benzolsulfonamidopyrimidin der allgemeinen
Formel VI
NH2- CH, — CH,--<:
(VJ)
— SO,-NH
CH3
N-L
in der R3 die oben angegebene Bedeutung hat,
mit dem reaktionsfähigen Derivat einer Säure der allgemeinen Formel VII
R2
(VIl)
R,
in der R, und R2 die oben angegebenen Bedeutungen
haben, umsetzt, oder d) ein Sulfonamid der allgemeinen Forme! Viii
f °
<^~y>-C-NH-CH2-CH2-^ VsO2-NH2
R1 (VIII)
in der R1 und R2 die oben angegebenen Bedcutungen
haben, mit einem Pyrimidin-Derival der allgemeinen Formel IX
N-N;
(JX)
in der R3 die oben angegebene Bcdeu'un!: hat
und T eine reaktionsfähige Estergruppe oder eine niedermolekulare Trialkylaminog-uppc bedeutet,
umsetzt und gewünschtcnfalls die so erhaltene Verbindung in ein physiologisch unbedenkliches
Salz überführt.
Die Umsetzung der Verbindungen der allgemeinen Formeln Il und IH wird zweckmäßig in einem inerten
Lösungsmittel in Gegenwart einer Base durchgeführt, vorzugsweise in Pyridin oder Trimethylamin. Man
kann aber auch mit einem zweifachen Überschuß des Aminopyrimidins arbeiten, um den bei der Reaktion
entstehenden Chlorwasserstoff abzufangen. Die anschließende Oxydation der Sulfenamide bzw. Sulfinamide
erfolgt in üblicher Weise, z. B. durch Behandlung mit Wasserstoffperoxid, Kaliumpermanganat
oder Salpetersäure.
Die als Ausgangs\ erbindungen benutzten Benzolsulfonylguanidinc
der allgemeinen Formel IV können z. B. durch Zusammenschmelzen der Bcnzoisulfonamide
mit Guanidincarbonat erhalten werden. Die Kondensation mit einer //-Dicarbonylverbindung der
allgemeinen Formel V kann z. B. mittels Alkalialkoholat in Alkohol durchgeführt werden. Die //-Dicarbonylverbindung
wird hierbei in freier Form oder als funktionell Derivat, z. B. Acetal, eingesetzt; sie
kann aber auch im »Eintopfverfahren« nach ViIsmeier aus einem Aldehydacetal bzw. einem entsprechenden
Enamin. anorganischen Säurechlorid und Dialkylformamid hergestellt werden. Verwendet
man an Stelle des Dialdehyds einen entsprechend substituierten /i-Ketoester bzw. dessen funktionell
Derivate, so muß anschließend die in 6-Stellung des Pyrimidinnngs befindliche Hydroxylgruppe mit Hilfe
eines anorganischen Säurechlorids durch Chlor ersetzt werden, das sich dann z. B. mit Zinkstaub reduktiv
leicht entfernen läßt.
Die Acylierung der Verbindungen der allgemeinen Formel VI wird in üblicher Weise durchgeführt, z. B.
durch Umsetzung mit den entsprechenden Säurehalogeniücn,
vorzugsweise in Gegenwart eines Säure akzeptors, oder reaktionsfähigen Derivaten derselben.
Als Ausgangsverbindungen der allgemeinen Formel IX kommen insbesondere 2-Halogen-pyrimidinc
in Frage; sie können z. 3. durch Umsetzung von 2-Hydroxy-pyrimidinen mit überschüssigem Phosphoroxychlorid
gewonnen werden. Die Kondensation mit den Benzolsulfonamiden der allgemeinen Formel
VIII findet bevorzugt in Anwesenheit einer Base, wie Kaliumcarbonat, statt. An Stelle der 2-Halo^e:;
pyrimidine kann auch ein entsprechendes Trialkyiammoniumsalz
mit dem Sulfonamid unter Austritt von Trialkylamin zu den Benzolsulfonamidopyrimidinen
umgesetzt werden.
Als physiologisch unbedenkliche Salze kommen insbesondere die Alkali-, Erdalkali- und Ammoniumsalze
in Frage, die in an sich bekannter Weise hergestellt werden, beispielsweise durch Umsetzung mit
Natronlauge, Kalilauge, wäßrigem Ammoniak bzw. den entsprechenden Carbonaten.
Vergleichsversuuie
In den Versuchsbeschreibungen werden die folgenden Kurzbezeichnungen verwendet:
MH 6 = 4-(^-5'-Chlor-2'-methoxy-benzaminoäthyl)-N-[4-methyl-5-isobutylpyrimidinyl-(2)-benzolsulfonamid,
MH 5 = ^(,-/-S'-Chlor-i'-methoxy-benzaminoäthyl )-N-[4-methyl-5-isopropylpyrimidinyl-(2)]-benzolsülfonamid,
MH 5 = ^(,-/-S'-Chlor-i'-methoxy-benzaminoäthyl )-N-[4-methyl-5-isopropylpyrimidinyl-(2)]-benzolsülfonamid,
MH 21 = 4-(/i-5'-Chlor-2'-äthoxy-benzaminoäthyl)-N-[4-methyl-5-isopropylpyrimidinyl-(2)]-benzolsulfonamid,
MH 15 = 4-(/^-5'-Chlor-2'-äthcxy-benzaminoäthyl)-N-[4-methyl-5-isobutylpyrimidinyl-(2)]-benzolsulfonamid,
MHIl = 4-(,i-5'-Brom-2'-methoxy-benzaminoäthyl)-N-[4-methyl-5-isobutyl-
pyrimidinyl-(2)]-benzolsulfonamid,
pyrimidinyl-(2)]-benzolsulfonamid,
SH 717 = 2-Benzolsulfonamido-5-methoxyäthoxy-
pyrimidin (bekannt),
BZ 55 = N-Sulfanilyl-N-(n-butyl)-harnstoff
(bekannt).
(bekannt).
Die blutzuckersenkende Wirkung wurde am Kaninchen i.v. getestet, und zwar wurde jeweils die
sogenannte Schwellendosis bestimmt, das ist die kleinste Dosis einer Substanz, mit der gerade noch
eine signifikante Blutzuckersenkung (15%) hervorgerufen wird. Die Tiere wurden vor der Injektion
16 Stunden lang nüchtern gehalten. Für jede Dosierung
wurden mindestens vier Tiere verwendet. Die Blutzuckerbestimmuneen erfoleten stündlich nach
Substanzgabe und wurden außerdem noch gegen ein Kontrollkollektiv, das mit Kochsalz in gleicher Weise
behandelt wurde, in Beziehung gesetzt. Die im folgenden angegebenen Werte sind.jeweils relative Werte,
bezogen auf BZ 55 = 1; die Schwellendosis von BZ 55 beträgt bei dieser Versuchsanordnung
200 mg/kg.
IO
•
Wie aus dem Obigen ersichtlich wird, sind die jo
neuen Verbindungen um ein Vielfaches wirksamer als die bekannten Antidiabetica; die Schwellendosis beträgt
0,025 bis 0,1 mg/kg.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen wird an Hand der nachstehenden Beispiele näher
erläutert.
4-(0-5'-Chlor-2'-methoxy-benzainino-äthyl)-N-[4-methyl-5-isobutyl-pyrimidinyl-(2)]-
^
benzolsulfonamid
3,4 g 4. (ß . 5' - Chlor - 2' - methoxy - benzaminoäthyl)-benzolsulfochlorid
(Fp. 106 bis 109° C) werden
| Substanz | ReIaI ive BZ-55-Wirkung i. v. |
| MH 6 | 2000 |
| MH 5 | 2000 |
| MH 21 | 8000 |
| MH 15 | 8000 |
| MHIl | 4000 |
| SH 717 | 10 |
zu 1,7 g 2-Amino-4-methyl-5-isobutyl-pyrimidir
(Fp. 158° C) in 6 ml absolutem Pyridin gegeben Die Mischung bleibt zunächst 1,5 Stunden bei Zimmertemperatur
stehen, wird dann 2 Stunden auf dem Dampfbad erhitzt und nach dem Erkalten in Wasser
gegossen. Das ausgeschiedene Produkt wird in ver dünnter Natronlauge gelöst, die Lösung mit Aktiv
kohle behandelt und die Substanz aus dem Filtrat m verdünnter Salzsäure gefällt. Das abgesaugte Produk
wird zur Reinigung zweimal aus Äthanol umkristall siert. Ausbeute: 1,7 g (= 33% der Theorie); Fp. 17
bis 175° C.
In analoger Weise erhält man die folgenden Verbin
düngen:
4 - {ß - 5' - Chlor - 2' - methoxy - benzamino - äthyl
N - [4 - methyl - 5 - isopropyl - pyrimidinyl - (2)] - benzo sulfonamid, Fp. 178 bis 180°C; die Reinigung erfolgi
indem man das Natriumsalz aus Wasser und dann di< freie Verbindung aus Äthanol urakristallisicrt. Al·
Ausgangsprodukt verwendet man 2-Amino-4-methyl
5-isopropyl-pyrimidin, Fp. 145 bis 146° C.
4 - iß - 5' - Chlor - 2' - äthoxy - benzamino - äthyl
N - [4 - methyl - 5 - isopropyl - pyrimidinyl - (2)] - benzol sulfonamid, Fp. 173° C (aus Methanol). Als Au:
gangsprodukt verwendet man 4-(/i-5'-Chlor-2'-äthoxy
benzamino-äthylVbenzolsulfochlorid. Fp. 123 bi
125° C.
4 - iß - 5' - Chlor - 2' - äthoxy - benzamino - äthyl)
N - [4 - methyl - 5 - isobutyl - pyrimidinyl - (2)] - benzol sulfonamid, Fp. 183° C (aus Äthanol).
4 - (ß - 5' - Brom -T- methoxy - benzamino - äthyl>
N - [4 - methyl - 5 - isobutyl - pyrimidinyl - (2)] - benzol sulfonamid, Fp. 179 bis 1800C.
Claims (2)
- ϊ 670Patentansprüche:
1. 2-Benzolsu:ibnamido-4-methyl-5-alkyl-pyrimidine der allgemeinen Formel ICH3-NH-CH2- CH2 SO2 — NH —<in der R1 einen Methoxy- oder Äthoxyrest, R2 ein Chlor- oder Bromatom und R3 einen Isopropyl- oder Isobutylrest bedeutet, und deren physiologisch unbedenkliche Salze. - 2. Verfahren zur Herstellung der 2-Benzolsulfonamido-4-methyl-5-alkyl-pyriroidine der allgemeinen Formel ICH7fci der R1 einen Methoxy- oder Äthoxyrest, R2 ein Chlor- oder Bromatom und R3 einen Isopropyl- 25 •der Isobutylrest bedeutet und deren physiologisch unbedenklichen Salzen, dadurch gekennzeichnet, daß man in an sich bekannter Weise entwedera) eine Verbindung der allgemeinen Formel II 3°S(O)nCl 35(H)in der R1 und R2 die oben angegebenen Bedeutungen haben und η die Zahl O, 1 oder 2 40 bedeutet, mit einem 2-Amino-pyrimidin der allgemeinen Formel III(UI)45in der R3 die oben angegebene Bedeutung hat, umsetzt und anschließend zum Suifon- 50 amid oxydiert, falls η die 2^ahl 0 oder 1 bedeutet, oderb) ein Benzolsulfonyl-guanidin der allgemeinen Formel IV55NH — CH2 — CH2 -J(IV) NHL// SSO2 — NH — C6065NH7in der R, und R2 die oben angegebenen Bedeutungen haben, mit einer Verbindung der allgemeinen Formel VZ —C —CHIl IO R3C-CH3O (V)in der R3 die oben angegebene Bedeutung hat und Z ein Wasserstoffatom oder eine Alkoxygruppe darstellt, oder einem funktioneilen Derivat davon umsetzt, worauf man anschließend das gegebenenfalls in 6-Stellung hydroxylierte Pyrimidin durch überführung in die Halogenverbindung und reduktive Enthalogenierung in das in 6-Stellung unsubstituierte Pyrimidin überfuhrt, oder
c) ein 2-Benzolsulfonamidopyrimidin der allgemeinen Formel VINH2 — Ci;z — CH2(Vl)CH3SO2 — NHin der R3 die oben angegebene Bedeutung hat, mit dem reaktionsfähigen Derivat einer Säure der allgemeinen Formel VIlCO2H(VlI)in der R1 und R2 die oben angegebenen Bedeutungen haben, umsetzt, oderi 670d) ein Sulfonamid der allgemeinen Formel VIIIC —NH-CH,-CH,(VIII)(IX)in der R3 die oben angegebene Bedeutung hat und T eine reaktionsfähige Estergruppe oder eine niedermolekulare Trialkylaminognippe bedeutet, umsetzt und gewünschtenfalls die so erhaltene Verbindung in ein physiologisch unbedenkliches Salz überführt.SO, — NH,in der R1 und R2 die oben angegebenen Bedeutungen haben, mit einem Pyrimidin-Derivat der allgemeinen Formel IX Aus der belgischen Patentschrift 637083 sind 4,5-disubstituierte 2-Benzolsulfonamido-pyrimidine mit blutzuckersenkender Wirkung bekanntgeworden. Es wurde nun gefunden, daß Benzolsulfonylamidopyrimidine, die im Benzolkern einen Carbamidoalkyl-Substituenten tragen, sich durch eiv.e besonders starke und lang anhaltende antidiabetische Wirkung auszeichnen.Die Erfindung betrifft daher 2-Benzolsulfonamido-4-methyl-5-alkyl-pyrimidine der allgemeinen Formel IC-NH-CH2-CH2SO2-NH
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