DE1669733C - Herstellen geschäumter Thermoplaste - Google Patents
Herstellen geschäumter ThermoplasteInfo
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Description
Es ist bereits eine Vielzahl von Blähmitteln zum Schäumen thermoplastischen Materials verwendet
worden. Viele dieser Blähmittel, die zur Herstellung von Schaumgummi oder geschäumten Thermoplasten
eingesetzt werden, waren für Polypropylen, Polysulfonat, Polysulfon, Polyäthylenoxyd, Polykarbonat
und ABS-Pfropfpolymerisate nicht geeignet wegen der hohen Temperaturen, die zur Verarbeitung dieser
Materialien erforderlich sind. Auf Grund der Tatsache, daß die Verarbeitungstemperaturen dieser Materialien
sehr hoch liegen, d. h. im Bereich von etwa 232° C und darüber, hatten die bisher eingesetzten Blähmittel
die Neigung, sich vor Erreichen der Verarbeitungstemperatur zu verändern und ließen weder eine gleichmäßige
Verteilung des Blähmittels noch eine gleichmäßige Zellenbildung in den Thermoplasten oder
Thermoplastgemischen zu.
Es ist allgemein bekannt, daß die Zersetzung eines Blähmittels nicht vor Erreichen der Verarbeitungstemperatur eintreten soüte. Es sollte eine vollständige
Gasentwicklung vor Beendigung des Verarbeitungsprozesses stattfinden, um ein geschäumtes Produkt
gleichmäßiger Dichte zu erhalten. Das Blähmittel sollte sich auch nicht störend auf die Zusätze auswirken,
die beim Verarbeiten der Thermoplaste verwendet werden.
Erfindungsgegenstand ist ein Verfahren zum Herstellen geschäumter Thermoplaste mit durchgehend
gleichmäßiger Zellstruktur, das dadurch gekennzeichnet ist, daß der thermoplastischen Masse 0,2 bis 15%
eines 5-Hydrocarbyltetrazols der allgemeinen Formel
N-N
R-C i
N-N
eingearbeitet wird und die Mischung auf eine Temperatur zwischen 204 und 316° C erhitzt wird, bis
die Masse vollständig geschäumt ist, wobei R bedeutet: Alkyl-, Arylalkyl-, Cycloalkyl-, Phenyl- und substituierter
Phenylrest der Formel
R"
in der R' und R" bedeuten: Wasserstoff, Alkyl-, halogenierte Alkyl-, Amin-, Alkylamin-, Aminoalkyl-,
Halogen-, 5-Tetrazolyl-, Nitro- und Nitrosoreste.
Das 5-Hydrocarbyltetrazol hat eine genügend hohe
Zersetzungstemperatur, die die Verarbeitung bei Temperaturen von 2320C und darüber gestattet bei gleich·
mäßiger Stickstoffentwicklung und Erzeugung von geschäumten Produkten weitgehend gleichmäßiger
Dichte. Die verwendeten Tetrazole sind in 5-Stellung
durch aliphatisch«, aromatisch substituierte aliphati·
sehe, cycloaliphatische und aromatische Reste sub· stituiert. Die aliphatischen Tetrazole sind im allgemeinen solche, die aliphatische Substituenten mit
1 bis 10 Kohlenstoffatomen in gerader oder verzweig· ter Kette aufweisen. Die aromatisch substituierten
-aliphatischen Reste sind solche, die aromatische Gruppen an Alkylengruppen mit bis zu 4 C-Atomen
gebunden enthalten. Die cycloaliphatische Substituenten lind normalerweise solche, die 3 bis 10 Kohlen·
stoffgruppen enthalten, und die aromatischen sind Phenyl- oder substituierte Phenylreste.
Die in dieser Erfindung verwendeten HydrocarbyJ-tetrazole
können durch Umsetzung eines aromatischen Nitrils, wie Benzonitril oder substituiertem
Benzonitril oder aliphatischen! oder zykloaliphatischem
Nitril in Gegenwart eines Metallazids und eines Friedel-Crafts-Katalysators I rgestellt werden.
Die Reaktion kann in Abwesenheit eines Lösungsmittels in außerordentlich kurzer Reaktionszeit durchgeführt
werden, d. h. von etwa 15 Minuten bis 24 Stunden.
Die erfindungsgemäßen Blähmittel können bei einer Vielzahl von Synthesekautschuken jnd Thermoplasten
eingesetzt werden. So können sie z. B, für
Polyäthylen, Polypropylen, Polybutylen, Polyisopren, Polyvinylidenhalogeniden, Polyvinylhalogeniden,
Polyacrylaten, Polyamiden, Polykarbonaten, PoIyphenylenoxyden,
Polysulfonen, Polysulfonaten sowie bei Copolymerisaten und Pfropfpolymerisaten eingesetzt
werden.
Im allgemeinen liegt die Dichte des fertigen Produkts im Bereich von 0,3 bis 0,5 g/cm3. Es ist gefunden
worden, daß das Blähmittel bei Kunstharz vorzugsweise in Mengen von etwa 0,2 bis 5% und darüber,
bei gummiartigen Materialien im allgemeinen in Mengen von 0,5 bis 15 Gewichtsprozent eingesetzt
wird.
1200 g eines Gemisches von ABS-Pfropfpolymerisat
und Polykarbonat 50/50 wurden mit 5-Phenyltetrazol (12 g) in einem Banbury bei etwa 193° C vermischt.
Das ABS-Pfropfpolymerisat enthielt etwa 51 Gewichtsteile Styrol, 29 Gewichtsteile Acrylnitril, polymerisiert
in Gegenwart von etwa 20 Gewichtsteilen Polybutadien. Die gut durchgemischte Masse wurde
zu einem Fell ausgewalzt, in Streifen geschnitten und gemahlen. Dieses Material wurde wie im Beispiel
1 in einer auf 280° C vorgeheizten Presse innerhalb von 15 Minuten geformt. Diese Platten hatten
eine Dichte im Bereich von 0,3 bis 0,5 g/cm3 bei guter Zellstruktur und glatter Oberfläche.
1000 g Polysulfonat-Homopolymerisat wurden mit 10 g 5-Phenylen-bis-(5-tetrazol) in einem Banbury
vermischt. Die durchmischte Masse wurde zu einem Fell ausgewalzt, in Streifen geschnitten und zu Granulaten
vermählen. Die Granulate wurden zur Herstellung geschäumter Platten verschiedener Dichte
verwendet durch Einbringen abgewogener Mengen Granulate in eine Mehrfachform (etwa 67 cmJ pro
Formmatrize) und in eine auf 3040C vorgeheizte
Presse 1S Minuten eingebracht. Die erhaltenen Scheiben hatten eine Dichte im Bereich von etwa 0,3 bis
etwa 0,5 g/cm1. In allen Fällen wurde gute Zellstruktur erhatten. Es wurde nur geringe oder gar
keine Verfärbung festgestellt.
An
1000 g Polypropylen eines Schmelzbereichs von 218 bis 254°C wurden mit 10 g S-Methylteirazol
in einem Banbury vermischt. Die durchmischte Masse wurde zu einem Fell ausgewalzt, in Streifen geschnitten
und zu Granulaten vermählen. Diese Granulate, wurden zur Herstellung geschäumter Platten unter·
schiedlicher Dichte verwendet durch Einbringen ab-
35
45
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gewogener Granulatmengen in eine Vielfachform (etwa 67 cm3/Formmatrize) und in eine auf etwa
218° C vorgeheizte Presse 15 Minuten eingestellt. Die
resultierenden Scheiben hatten eine Dichte im Bereich von 0,3 bis 0,5 g/cm3. In allen Rillen wurde eine
gute Zellstruktur erhalten. Es wurde nur geringe oder keine Verfärbung festgestellt.
Ahnliche Ergebnisse wurden erzielt mit 5-(Bcnzylh
tetrazo! (bei 230 C) und 5-(p-Tolyl)-tetrazol (bei 249'C).
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Herstellen geschäumter Thermoplaste mit durchgehend gleichmäßiger Zellstruktur, dadurchgekennzeichnet, daß der thermoplastischen Masse 0,2 bis 15% eines 5-Hydrocarbyltetrazols der allgemeinen FormelR-CN-Nίο bis die Masse vollständig geschäumt ist, wobei R bedeutet: Alkyl-, Arylalkyl-, Cycloalkyl-, Phenyl- und substituierter Phenylrest der FormelR'R"eingearbeitet wird und die Mischung auf eine Temperatur zwischen 204 und 316 C erhitzt wird.in der R' und R" bedeuten: Wasserstoff, Alkyl-, halogenierte Alkyl-, Amin-. Alkylamin-, Aminoalkyl-, Hangen-, 5-Tctrazolyl-, Nitro- und Nitrosoreste.
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