DE166935C - - Google Patents
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
- A01J—MANUFACTURE OF DAIRY PRODUCTS
- A01J11/00—Apparatus for treating milk
- A01J11/16—Homogenising milk
Landscapes
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Animal Husbandry (AREA)
- Environmental Sciences (AREA)
- Dairy Products (AREA)
- Fats And Perfumes (AREA)
Description
3iai*cz(\c§c 11 $α tc-t ι Κτ nt Ib.
(■'iii
KAISERLICHES
PATENTAMT
Verschiedene Maschinen sind neuerdings erfunden worden, um Fetteilchen, z. B. die
in der Milch enthaltenen, zu zerkleinern. Hierdurch soll verhindert werden, daß das
Fett in der Milch nach oben steigt, wenn dieselbe erhitzt wird, was bekanntlich auch
dann eintritt, obwohl langsamer, wenn die Milch vollkommen ruhig steht. Diesen Vorgang
nennt man gewöhnlich: »die Milch
ίο fixieren oder homogenisieren«. In einer der
für diesen Zweck konstruierten Maschinen wird das Verfahren in der Weise ausgeübt,
daß man die Flüssigkeit durch verschiedene sehr enge Kanäle treibt, worauf sie bei
ihrem Austritt aus diesen engen Kanälen auf eine feste oder sich drehende Scheibe
oder einen Konus trifft, welcher die Fettkügelchen zerbricht.
Bei einer anderen Maschine wird die Milch gleichfalls unter sehr hohem Druck
durch sphr enge Öffnungen in das Innere
eines Zylinders getrieben, wo die feinen Strahlen aufeinander treffen und die Fettkügelchen
zerbrochen werden.
Diese und andere Maschinen erfüllen indessen den Zweck, für welchen sie konstruiert
sind, nur unvollkommen, weil sie die Zertrümmerung der Fettkügelchen nicht
weit" genug führen. Gleichzeitig erfordern diese Maschinen eine sehr hohe Druckkraft,
welche zwischen 200 bis 400 Atm. schwankt. Zur Erzeugung dieses Druckes ist eine sehr
hohe Antriebskraft für die Maschinen erforderlich; so ist z. B. für eine Maschine,
welche imstande ist, 1000 1 Milch in einer Stunde zu homogenisieren, eine Antriebskraft
von 12 bis 15 HP. notwendig. Der Betrieb dieser Maschinen ist daher nicht nur unzuverlässig,
sondern auch außerordentlich kostspielig, was deren Benutzung in sehr hohem Grade beschränkt.
Es wurde nun die Beobachtung gemacht. daß diese beiden Nachteile umgangen werden
können, wenn die Wirkung einer der vorher in ihren Umrissen beschriebenen oder einer
anderen Homogenisierungsmaschine mit der einer wie gewöhnlich wirksamen Rahmzentrifuge
vereinigt wird.
Wenn man unter dem Mikroskop einen Tropfen homogenisierter Milch untersucht
und das Bild mit dem Bilde vergleicht, welches ein Tropfen nicht homogenisierter
Milch ergibt, so wird man in der Regel finden, daß die größten Fettkügelchen, welche in der nicht homogenisierten Milch
enthalten waren, verschwunden und andere, kleinere entstanden sind, jedoch zeigt das
Bild nicht das ausschließliche Vorhandensein von Fettkügelchen von nahezu gleicher Größe
und sehr kleinem Durchmesser, wie man sie durch Homogenisierung von Milch hervorbringen
will. Es geht daraus hervor, daß die Homogenisation nur teilweise wirksam gewesen ist. Es wurde nun festgestellt,
daß, wenn in dieser Weise behandelte Milch nachher zentrifugiert wird, diejenigen Fett-
kügelchen, welche tatsächlich zu sehr kleinen Bruchteilchen zertrümmert worden sind,
durch die Zentrifugalkraft nicht mehr von der Magermilch getrennt werden, sondern
mit dieser abfließen, und nur die ungenügend zerkleinerten Fettkügelchen in der
aus dem Rahmabflußrohr strömenden Sahne zurückbleiben. Die ausfließende Milch ist
dann nicht Magermilch, sondern sie enthalt
ίο Fett in einem so feinverteilten Zustande,
daß es vollständig in der Milch fixiert ist und sich nicht mehr auf der Oberfläche ansammeln
kann. So erhaltene Milch ist natürlich weniger reich an Fett als die
ursprüngliche Milch, jedoch wurde durch Untersuchungen festgestellt, daß sie zwischen
50 und 75 Prozent des ursprünglichen Fettes enthalten kann. Dieser Prozentsatz hängt
natürlich von der mehr oder weniger voll-
ao kommenen Arbeitsweise der Homogenisierungsmaschine
ab. Die Sahne, welche den Rest des Fettes enhält, wird dann nochmals
homogenisiert und zentrifugiert, entweder für sich allein oder zusammen mit einem
»5 frischen Quantum Milch: es ist auf diese Weise leicht, in der Milch den \rollen ursprünglichen
Gehalt an F"ett im Zustande einer außerordentlich feinen Verteilung wieder
herzustellen, ehe sie in den Handel kommt.
Eine weitere und noch billigere Ausführungsform des Erfindungsgegcnstandes besteht
darin, daß man die Milch zuerst in Magermilch und Rahm zerlegt, dann nur den Rahm ir der Homogenisierungsmaschine und
darauf in der Zentrifuge in der beschriebenen Weise behandelt. Hierbei tritt eine
Zerlegung des Rahms ein, und zwar in solchen, welcher nur vollständig zerkleinerte
Fettkügelchen enthält und der durch das sonst für die Magermilch benutzte Rohr ausfließt, und in solchen, welcher nur ungenügend
zerkleinerte Fettkügelchen enthält und durch das sonst für den Rahm benutzte Rohr abfließt. Letztere Sahne kann dann
allein oder mit der von einem anderen Quantum Milch abgeschiedenen Sahne gemischt
und wieder auf dieselbe Weise behandelt werden, während der Teil der Sahne, welcher sich nach jeder Homogenisierungs-
und Zentrifugierungsoperation ergibt und nur die vollständig zerkleinerten Fettkügelchen
enthält, dann der Magermilch wieder zugesetzt wird. Auf diese Weise kann man ebenfalls eine vollkommen homogenisierte
Milch erhalten.
Das vorliegende Verfahren wird voraussichtlich seine ausgedehnteste Anwendung
bei der Herstellung von Milchpulver oder Trockenmilch und ähnlichen Produkten finden,
welche gute Haltbarkeit besitzen sollen.
Denn es ist das Ziel aller Erfinder, solche Produkte derartig herzustellen, daß sie nicht
ranzig werden und keine Fettabscheidung auf der Oberfläche zeigen, wenn sie im
Wasser aufgelöst werden; diese Aufgabe kann man aber nur lösen, indem man alle Fettkügelchen in der Milch in sehr kleine
Teilchen zertrümmert.
Die Herstellung einer wirklich vollständig homogenisierten Milch oder Sahne ist indessen
nicht der einzige Vorteil der vorliegenden Erfindung, sondern dazu kommt noch die große Ersparnis an Betriebskosten,
weil die Kraft zum Betriebe einer Zentrifuge außerordentlich klein ist. Man kann zum
Schluß doch ein vollständig homogenisiertes Produkt erzielen, obwohl die Homogenisierungsmaschine
z. B, nur unter einem Drucke von 100 Atm. arbeitet. Die zum Betriebe
der Maschine erforderliche Kraft ist weniger als die Hälfte derjenigen, welche unter gewöhnlichen
Verhältnissen benötigt wird; da eine Zentrifuge zum Bestände der kleinsten
Molkereien gehört, so wird es selbst den kleinsten Betrieben, welche nicht über die
nötige Kraft verfügen würden, um eine Homogenisierungsmaschine bei hohem Druck
zu betreiben, möglich gemacht, ihre Milch gut zu homogenisieren.
Das Verfahren ist bisher nur in seiner Anwendung auf Milch oder Sahne beschrieben.
Selbstverständlich kann dasselbe ebenfalls mit gleichem Erfolge auf andere flüssige oder halbflüssige Substanzen angewendet
werden, welche Fette oder andere Substanzen in suspendierter Form enthalten, z. B. Eigelb, Eigelbpräparate, öle oder Tranemulsionen
u. dgl.
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung möglichst vollkommen homogenisierter Fettemulsionen,
z. B. aus Milch, Milchprodukten , Eigelb, Eigelbpräparaten, öl
oder Tranemulsionen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die zu homogenisierende
Substanz zunächst in bekannter Weise gegebenenfalls mit mäßigem Kraftaufwand der Homogenisierungsoperation
unterworfen und die so erhaltene unvollkommen homogenisierte Masse der Wirkung einer Zentrifuge ausgesetzt wird,
zu dem Zweck, die Fettemulsion einerseits in ein völlig oder fast völlig homogenisiertes,
andererseits in ein wenig oder 1*5 gar nicht homogenisiertes Produkt zu
zerlegen.
2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das bei dem Verfahren iao
gemäß Anspruch i abgeschiedene wenig oder gar nicht homogenisierte Produkt :
ein oder mehrere Male der Homogenisierung gegebenenfalls mit Zwischcnzentrifugierung
unterworfen wird.
3. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das wenig oder gar nicht homogenisierte Teilprodukt weiteren Mengen zu homogenisierenden Gutes zugesetzt
und, mit diesem gemischt, dem ; Verfahren nach Anspruch 1 unterworfen
wird.
4. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, insbesondere
für Milch, dadurch gekennzeichnet, daß die Milch zunächst in Magermilch und Rahm zerlegt, der Rahm
dem Verfahren nach Anspruch 1 bis 3 unterworfen und der homogenisierte
Rahm schließlich wieder mit der Magermilch gemischt wird.
y/U
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT25509D AT25509B (de) | 1905-03-21 | 1906-01-31 | Verfahren zur Herstellung möglichst vollkommen homogenisierter Fettemulsionen. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE166935C true DE166935C (de) |
Family
ID=432290
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1905166935D Expired - Lifetime DE166935C (de) | 1905-03-21 | 1905-03-21 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE166935C (de) |
-
1905
- 1905-03-21 DE DE1905166935D patent/DE166935C/de not_active Expired - Lifetime
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