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DE1667698C - Verfahren zum Chlorieren hartmetallhaltiger Materialien - Google Patents

Verfahren zum Chlorieren hartmetallhaltiger Materialien

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Publication number
DE1667698C
DE1667698C DE1667698C DE 1667698 C DE1667698 C DE 1667698C DE 1667698 C DE1667698 C DE 1667698C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
carbon dioxide
hard metal
carbide
carbon
chlorine
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Kurt Nynäshamn Jönsson (Schweden)
Original Assignee
Rederiaktiebolaget Nordstjernan, Nynäshamn (Schweden)
Publication date

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Description

ι ' . ί
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Chlorieren Reaktionsprodukte durchgeführten Destillation von hartmetallhaltiger Materialien, welche zum überwie- Nachteil ist,
genden Teil aus den Hartmetallen Wolframcarbid, Werden die Reaktionsprodukte zu ihrer Reinigung Tantalcarbid, Niobcarbid und/oder Titancarbid und destilliert, so ist es vorteilhafter, wenn die chlorierte zum geringeren Teil aus den Bindemetallen Kobalt 3 Wolframverbindung in Form des Wolframhexachlo-
und/oder Nickel bestehen. rids anstatt in Form des Wolframoxychlorids vorliegt,
Es ist bekannt, Hartmetallabfäille zur Rückgewin- da in diesem Falle die erhaltenen Chloride leichter zu
nung der wertvollen Metalle zu chlorieren. Wird jedoch reinigen sind. Dies wird insbesondere bei der Betrach-
bei der Chlorierung lediglich Chlor zugeführt, so tung der im folgenden zusamme gestellten Siede-
kommt die Umsetzung nach einer Weile zum Still- io punkte der betreffenden Chloride deutlich:
stand, da sich auf den Hartmeta!|lstücken oder -ab- WOCl SdD 227° C
fällen Kohlenstoff ablagert, so daß' das Chlor und das la.C\ * Sdp 239°c'
Hartmetall nicht mehr miteinander in Berührung Nbcf Sdo 254°c'und
kommen können. Es ist weiterhin bekannt, den auf wr, 5 cHn -M7°r
den Hartmetallabfällen abgelagertem Kohlenstoff durch 15 * p'
Zufuhr von Sauerstoff zu entfernen. Dieses Verfahren Aus der Zusammenstellung geht hervor, daß die
ist jedoch mit dem Nachteil behaftet, daß hierbei in Siedepunktdifferenz zwischen Wolframoxychlorid und
unerwünschter Weise sich die verschiedensten Oxy- Tantalpentachlorid lediglich 12° C beträgt, während
chloride der genannten HartmetaJle bilden können. die Siedepunkte von Niobpentachlorid und Wolfram-
Die Auftrennung und Aufarbeitung der einzelnen ao hexachlorid um 93°C auseinanderliegen. Reaktionsprodukte bereitet hierbei erhebliche Schwie- Werden bei der Durchführung des Verfahrens nach
rigkeiten. der Erfindung Chlor und Kohlendioxyd als Mischung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Ver- zugeführt, so bildet sich eine bestimmte Menge Wolffahren zum Chlorieren hartmetallhaltiger Materialien ramoxychlorid (WOCl4), jedoch kein WO1Cl,, Tantalder genannten Zusammensetzung zu entwickeln, bei as oxychlorid (TaOQ3) oder Nioboxychlorid (NbOCl3). dessen Durchführung eine permanente Ablagerung Dies bedeutet, wie bereits erwähnt, gegenüber den von freiem Kohlenstoff auf den zu chlorierenden Hart- bekannten Verfahren, bei welchen zum Überführen metallabfällen stark vermindert oder vollständig ver- des Kohlenstoffes in gasförmigen Zustand Sauerstoff mieden wird. verwendet wird, einen erheblichen Vorteil. Bei der
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einem Ver- 30 Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung
fahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, läßt sich jedoch auch die Menge des entstehenden WoIf-
daß man während des Chlorierens Kohlendioxyd ramoxychlorids (WOCl4) vermindern, wenn man dem
zuführt. die Hartmetallabfälle enthaltenden Reaktionsgefäß das
Durch die Zufuhr von Kohlendioxyd wird beim _ Chlor und das Kohlendioxyd abwechselnd zuführt. Verfahren der Erfindung erreicht, daß sich der in den 35 Das Verfahren nach der Erfindung wird in geeig- Hartmetallabfällen enthaltene Cairbid-Kohlenstoff im neter Weise bei erhöhten Temperaturen, insbesondere Verlaufe der Umsetzung nicht auf den Hartmetall- bei Temperaturen über 70O0C, vorzugsweise bei einer
abfallen als freier Kohlenstoff ablagert, sondern in Temperatur von etwa 100O0C, durchgeführt,
einen gasförmigen Zustand übergeführt wird. Auf Die Reaktionszeit kann sehr verschieden sein. Sie
diese Weise besteht keine Gefahr, daß die Chlorierung 40 spielt jedoch zu einer erfolgreichen Durchführung des
der Hartmetallabfälle verhindert oder gehemmt wird. Verfahrens keine entscheidende Rolle.
Die bei den bekannten Verfahren zur Entfernung Bei den genannten Temperaturen wird der Kohlendes abgelagerten freien Kohlenstoffes durch Zufuhr stoff gemäß der Reaktionsgleichung: von Sauerstoff auftretenden Schwierigkeiten, nämlich co , ~ _^ * rn die Bildung von ' Öxychloriden wie beispielsweise 45 *
Wolframoxychlorid *$WOCIJ, (WO1Cl,), Tantaloxy- in den gasförmigen Zustand übergeführt. In diesem
chlorid (TaOCl8) und Nioboxychlorid (NbOCl,) neben Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß reines
den reinen Chloriden Wolframpentachlorid, Wolfram- Kohlendioxyd bei den angewandten hohen Tempe-
hexachlorid, Tantalpentachlorid, Niobpentachlorid raturen die Hartmetalle weder angreift noch oxydiert,
und Titantetrachlorid werden bei der Durchführung 5° Weiterhin reagiert das Kohlendioxyd auch nicht mit
des Verfahrens nach der Erfindung ebenfalls in ein- den bereits gebildeten und kondensierten Chloriden,
fächer Weise gelöst, da zur Bildung der Oxychloride Die dem Hartmetallabfälle enthaltenden Reaktions-
nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung gestellt wird. gefäß zugeführte Menge an Kohlendioxyd beträgt
Eine Erhöhung des Anteils an Nebenprodukten, vorzugsweise, bezogen auf 1 kg Hartmetall, 0,05 bis
wie dies bei den bekannten Verfahren der Fall ist, 55 1,0, vorzugsweise 0,2 bis 0,4 kg.
ist insbesondere für die anschließende Reinigung der Wenn bei abwechselnder Zufuhr von Chlor und
Reaktionsprodukte von Nachteil, Die Reinigung der Kohlendioxyd genügend kurze Einspeiszeiträurne ge· Reaktionsprodukte wird hoch dadurch erschwert, daß wählt werden, so wirken die Hartmetallabfälle als
die als Nebenprodukte angefallenen Verbindungen thermischer Puffer, wobei die während der exothermen
WOjCI, und TaOCI4 instabil sind und sich gemäß 60 Chlorierungsreaktion entwickelte Hitze bei der an-
den folgenden Gleichungen zersetzen: schließenden, endothermen Gasbildungsreaktion reak-
2 WO-Cl- ~* WOCl, 4- WO tlonsbeschleunigend wirkt,
und WW|W1* ^ wu*-'« ^ wu» Um eine Vermischung von Kohlendioxyd und Chlor
{ TnOfI ~* τ« ο 4-1 Tnfi zu verhindern, kann man gegebenenfalls jeweils zwi-
5 Tauu, -+ Ta1O, + 3 Tau» 6% ^n ^ gjJ{feftnten Chjof. odef Kohtendioxydzufuhr
Das bei den bekannten Verfahren ebenfalls als eine geringe Menge Inertgas, beispielsweise Stickstoff, Nebenprodukt anfallende NbOCIi ist zwar stabil, zuführen, Dies geschieht beispielsweise so, daß man
sublimiert jedoch, was bei einer zum Reinigen der zunächst Chlor, hierauf Inertgas, anschließend Koh·
lendioxyd und wieder Inertgas zuführt. Diese Reihenfolge der Gaszufuhr kann beliebig oft wiederholt werden. Im Falle, daß zwischen der getrennten Zufuhr der einzelnen Reaktionsteilnehmer jeweils ein Inertgas in das Reaktionsgefäß eingespeist wird, vertreibt dieses einerseits sowohl das aus der letzten Reaktionsstufe noch vorhandene gasförmige Chlor als auch die während dieser Reaktionsstufe gebildeten Chloride oder aber andererseits das bei der nächsten Reaktionsstufe gebildete Kohlenmonoxyd oder noch im Reaktionsgefäß befindliches Kohlendioxyd. Andererseits kann das gebildete Kohlenmonoxyd im Gemisch mit noch vorhandenem Kohlendioxyd auch getrennt abgeleitet werden, so daß die gasförmigen Chloride unverdünnt erhalten werden.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher veranschaulichen.
Beisp i el I
Ein aus Quarz bestehendes Reaktionsgefäß wurde mit 6,3 kg Wolfram-, Tantal- und Niobcarbid sowie Kobalt enthaltenden Hartmetallabfällen beschickt. Nach dem Erhitzen des Reaktiunsgefäßes auf IQOO0C wurden in dieses abwechselnd Chlor, Stickstof und Kohlendioxyd eingespeist. Die Einspeisung der betreffenden Gase erfolgte in der Weise, daß zunächst 10 Minuten la % 25 g/Min. Chlor, hierauf 1 Minute lang 2 Liter/Min. Stickstoff, schließlich 10 Minuten lang 5,7 Liter/Mm. Kohlendioxyd, hierauf wieder 1 Minute lang 2 Liter/Min. Stickstoff usw. eingeleitet wurden. Während des Versuches wurden 20,6 kg Chlor und 21 kg Hartmetallabfall zugesetzt.
Nach 16stündiger Chlorierung betrug die Menge an freiem Kohlenstoff, bezogen auf die Restmenge an Hartmetallabfällen, 0,2%. Die verbliebene Menge Hartmetallabfall betrug 4,4 kg. Bei einer anschließend durchgeführten Analyse zeigte es sich, daß die Menge an Oxychlorid, bezogen auf die Gesamtmenge der erhaltenen Chloride, unter 3°/o lag.
Beispiel II
In einem aus Quarz bestehenden Reaktionsgefäß wurden 23 kg Wolframkarbid und Kobalt enthaltende Hartmetallabfälle chloriert. Die Zugabe des Chlors und des Kohlendioxyds erfolgte dann in der Weise, daß zunächst 10 Minuten lang Chlor und Kohlendioxyd — die Menge des Kohlendioxyds betrug hierbei 0,7 % der in der Regel zum Überfuhren des gesamten abgelagerten Kohlenstoffs in einen gasförmigen Zustand erforderlichen Menge —, hierauf 10 Minuten lang Kohlendioxyd allein — die Menge an Kohlendioxyd war so groß, daß ein Gesamtüberschuß von 80% erreicht wurde —, schließlich 10 Minuten lang Chlor und Kohlendioxyd — die Menge an Kohlendioxyd betrug 0,7% der theoretisch erforderlichen Menge — uiwv eingeleitet wurden.
Nach beendeter Chlorierung, d. h. natch etwa Sstündiaer Reaktionszeit, konnten noch 25 g freier Kohlen' Stoff nachgewiesen werden. Dieser Restkohlenstoffgehalt betrug 2% des gesamten, in den Hartmetallabfällen gebundenen Kohlenstoffes. Die verbliebene Abfallmenge betrug 5,4 kg. Die Analyse des End-Produktes ergab, daß 30% der gebildeten Chloride in Form von Wolframoxychlorid (WOCl4) und der Rest als Wolframpentachlorid (WCl5) erhalten wurden.
Beispiel IH
ίο In einem aus Quarz bestehenden Reaktionsgefäß wurden bei einer Temperatur von 1000° C Wolframcarbid, Tantalcarbid, Niobcarbid, Titancarbid und Kobalt enthaltende Hartmetallabfälle chloriert. Im vorliegenden Falle wurde das Chlor nicht nur in die Abfälle selbst, sondern auch in die heißen gasförmigen Reaktionsprodukte über den Abfällen eingeleitet, so daß das zunächst gebildete Wolframpentachlorid (WCI1) in Wolframhexachlorid (WCI,) übergeführt wurde. Das in die Abfälle eingeleitete Chlor wurde
ao pro 2,4 Mole Chlor (Cl1) mit 1 Mol Kohlendioxyd
gemischt. Die nach etwa 5stündiger Umsetzung im GefäiBrückstand nachgewiesene Menge an freiem Kohlenstoff war unbedeutend.
Eine Analyse der erhaltenen Chloridmischung ergab,
>5 daß sie aus 23% Wolframoxychlorid (WOCl4), 44% Wolframhexachlorid (WCl,) und zum Rest aus Tantalpentachlorid CTaCl5), Niobpentachlorid (NbCI5) und Titantetrachlorid (TiCl4) bestand.

Claims (7)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Chlorieren hartmetallhaltiger Materialien, welche zum überwiegenden Teil aus den Hartmetallen Wolframcarbid, Tantalcarbid, Niobcarbid und/oder Titancarbid und zum geringeren Teil aus den Bin-'*metallen Kobalt und/ oder Nickel bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß man während des Chlorierens Kohlendioxyd zuführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man, bezogen auf 1 kg Hartmetall, 0,05 bis 1,0 kg, vorzugsweise 0,2 bis 0,4 kg Kohlendioxyd zuführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man abwechselnd reines Koh-
lendioxyd und reines Chlorgas zuführt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man zwischen der Kohlendioxyd- und Chlorgaszufuhr ein Inertgas zuführt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man als Inertgas Stickstoff verwendet.
6. Verfahren nch Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Kohlendioxyd als Mischung mit dem Chlorgas zuführt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß man bei einer Tem· peratur von fiber 700eC, vorzugsweise bei 10000C, arbeitet.

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