[go: up one dir, main page]

DE1667368B1 - Verfahren zur abtrennung oder gewinnung von cd,-co,-pb,-mg,-ni- oder zn-chloriden aus verbindungen dieser metalle enthaltenden materialien - Google Patents

Verfahren zur abtrennung oder gewinnung von cd,-co,-pb,-mg,-ni- oder zn-chloriden aus verbindungen dieser metalle enthaltenden materialien

Info

Publication number
DE1667368B1
DE1667368B1 DE19671667368 DE1667368A DE1667368B1 DE 1667368 B1 DE1667368 B1 DE 1667368B1 DE 19671667368 DE19671667368 DE 19671667368 DE 1667368 A DE1667368 A DE 1667368A DE 1667368 B1 DE1667368 B1 DE 1667368B1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
chloride
chlorides
divalent
gaseous
aluminum
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19671667368
Other languages
English (en)
Inventor
Dewing Ernest William
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Alcan Research and Development Ltd
Original Assignee
Alcan Research and Development Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Alcan Research and Development Ltd filed Critical Alcan Research and Development Ltd
Publication of DE1667368B1 publication Critical patent/DE1667368B1/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F5/00Compounds of magnesium
    • C01F5/26Magnesium halides
    • C01F5/30Chlorides
    • C01F5/32Preparation of anhydrous magnesium chloride by chlorinating magnesium compounds
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/20Halides
    • C01F11/24Chlorides
    • C01F11/28Chlorides by chlorination of alkaline-earth metal compounds
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/20Halides
    • C01F11/24Chlorides
    • C01F11/32Purification
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01GCOMPOUNDS CONTAINING METALS NOT COVERED BY SUBCLASSES C01D OR C01F
    • C01G1/00Methods of preparing compounds of metals not covered by subclasses C01B, C01C, C01D, or C01F, in general
    • C01G1/06Halides

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Compounds Of Heavy Metals (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)

Description

cMorid und ein Molekül zwei wertiges Chlorid enthält; die entsprechende Gleichung hierfür ist:
MCl2 + 2FeCl3 = MFe2Cl8
(4)
Die sich hierbei bildenden gasförmigen komplexen Chloride stellen beim Verfahren der vorliegenden Erfindung Zwischenprodukte dar; sie sind leicht zu dissoziieren (beispielsweise durch fraktionierte Kondensation oder eine andere Fraktionierungsmaßnahme), wobei zweiwertige Metallchloride in reiner, wasserfreier Form erhalten werden.
Weitere Eigenschaften und Charakteristiken der komplexen Chloride ergeben sich aus einer Betrachtung der Gleichgewichtskonstanten für ihre Bildung. Die Gleichgewichtskonstanten der Reaktionen (2) und (4) oben sind durch die folgenden Beziehungen definiert:
= PmA12C18
/>2AlCl3
und
.P2FeCl3
worin jeder Faktor/? den Partialdruck des durch den ίο Index angedeuteten Gases darstellt, wobei in jedem Fall angenommen wird, daß die Aktivität des zweiwertigen Chlorids MCl2 gleich eins ist. Experimentell bestimmte Werte dieser Gleichgewichtskonstanten für die Bildung der genannten komplexen Chloride bei einer Reaktionstemperatur von 5000C mit speziellen zweiwertigen Metallchloriden sind in der folgenden Tabelle angegeben, worin auch die Siedepunkte der zweiwertigen Chloride aufgenommen sind.
Zweiwertiges Chlorid KMAl2CIaUm X) KMFe2Cl8(mm 2) KMFe2Cl3
KmAI2CI3
Siedepunkt des zwei
wertigen Chlorids
MgCl2
CaCl2
MnCl2
CoCI2
NiCl2
CdCl2
13 · ΙΟ-4
3,2 · ΙΟ-4
10 ·10-4
15 · ΙΟ-4
2,4 · ΙΟ-4
76 · ΙΟ-4
105 · ΙΟ-4
20 · ΙΟ-4
110 · 10-4
7,6
7,0
8,3
14180C
2000
1231
1025
970
970
Aus der obigen Tabelle ist ersichtlich, daß fünf zweiwertige Chloride, deren Siedepunkte in einem Bereich um ungefähr 10000C liegen, die Gleichgewichtskonstanten für die Bildung von MAl2Cl8 sich um weniger als den Faktor 7 unterscheiden. Für vier zweiwertige Chloride unterscheiden sich die Gleichgewichtskonstanten zur Bildung von MFe2Cl8 um einen ähnlichen Betrag. Insbesondere zeigen die Gleichgewichtskonstanten keine Abhängigkeit von den Siedepunkten der zweiwertigen Chloride. Da der Siedepunkt eines zweiwertigen Chlorids ein Maß für die Schwierigkeit der Wegnahme eines Moleküls aus einem Kristallgitter ist und dieser offensichtlich von Nickel- oder Cadmiumchlorid zu Calciumchlorid stark variiert, kann der Schluß gezogen werden, daß die Bindung des Metallions im Komplex derjenigen im festen Metallgitter sehr ähnlich ist; andernfalls würde die Stabilität der komplexen Chloride zu den Dampfdrücken ihrer entsprechenden zweiwertigen Chloridbestandteile parallel sein. Es ist auch darauf zu verweisen, daß bei den drei zweiwertigen Chloriden, für welche die Gleichgewichtskonstanten für die Bildung sowohl des Aluminium- als auch das Ferrikomplexes bestimmt wurden, die Stabilität der MFe2Cl8- und MA12C18-Komplexe nahezu parallel sind, wie dies aus dem konstanten Verhältnis (± 10%) ihrer Gleichgewichtskonstanten hervorgeht; dies zeigt wiederum an, daß die Bindung in den beiden Komplexarten (d. h. Aluminium und Fern) die gleiche ist.
Es wurde weiterhin bestimmt, daß die Wärmemengen für die Bildung der verschiedenen Aluminium- und Ferri-Komplexchloride im wesentlichen identisch sind. Für Aluminiumchloridkomplexe ist die durchschnittliehe Wärmemenge für die Bildung Δ Η —16 750 ± 520 Kalorien (Standardabweichung); für Ferrichloridkomplexe ist der durchschnittliche Wert von A H —17 400 ± 780 Kalorien. Die Entropien für die Bildung von Aluminium- und Ferrichloridkomplexen unterscheiden sich jedoch beträchtlich; sie betragen —23,3 ± 1,5 Kalorien/Grad für die Aluminiumchloridkomplexe und —19,7 ± ,19 Kalorien/Grad für die Ferrichloridkomplexe. Der Unterschied von 3,6 Kalorien/Grad entspricht dem Wert von R Iß6. Dieser Faktor von 6 liegt in der Nähe des Verhältnisses der Gleichgewichtskonstanten in der folgenden Tabelle und zeigt an, daß die Stabilitätsunterschiede zwischen den Aluminium- und Ferrichloridkomplexen eine Folge der Unterschiede in der Entropie sind.
Das vorliegende Extraktionsverfahren wird bei 400 bis 7000C oder im Falle von Ferrichloridgas bis hinauf zu 9000C ausgeführt. Ein besonders vorteilhafter Bereich von Arbeitstemperaturen ist für die Extraktion von zweiwertigen Chloriden mit gasförmigem Aluminiumchloridgas 550 bis 7000C (wobei Temperaturen oberhalb 6000C zur Erzielung guter Reaktionsgeschwindigkeiten besonders bevorzugt werden). Ein besonders bevorzugter Temperaturbereich für die Extraktion von zweiwertigen Chloriden mit gasförmigem Ferrichlorid ist 600 bis 900° C. Es wurde gefunden, daß die höchsten Molverhältnisse von zweiwertigem Metall zu dreiwertigem Metall (Aluminium oder Eisen) im kondensierten Destillat (d. h. einschließlich des zweiwertigen Chlorids und dreiwertigen Chlorids) bei Temperaturen innerhalb dieser Bereiche erzielt werden. Die angegebenen Molverhältnisse sind selbstverständlich ein Maß für den Nutzeffekt des Extraktionsvorgangs, da sie die Anzahl von Mol zweiwertiges Chlorid angeben, das je Mol gasförmiges dreiwertiges Chlorid extrahiert wird.
Die hohen M/Al- und M/Fe-Molverhältnisse bei Extraktionstemperaturen in den besonders bevorzugten Bereichen haben ihren Grund vermutlich in der Tat-
5 6
sache, daß sowohl Aluminiumchlorid als auch Fern- zweiwertigen Metallchlorids beschrieben, es ist jedoch chlorid im gasförmigen Zustand sich dimerisieren, d. h. auch möglich, eine gleichzeitige Extraktion von zwei Komplexe Al2Cl6 bzw. Fe2Cl6 bilden, und daß der gas- oder mehr solchen zweiwertigen Chloriden aus einem förmige dreiwertige Metallchloridstrom, in welchem Materialkörper durchzuführen. Der Gasstrom enthält das zweiwertige Chlorid aufgenommen wird, deshalb 5 demgemäß komplexe Chloride für jedes extrahierte einen Gehalt an dreiwertigem Chloriddimer aufweist. zweiwertige Metallchlorid. Diese Chloride können aus Die Dimerisationswärme des gasförmigen Trichlorids dem Gasstrom durch entsprechende fraktionierte ist größer als die Wärmemenge für die Bildung des Destillation oder andere Fraktionierungsverfahren gasförmigen komplexen Chlorids, von dem oben die einzeln abgetrennt werden.
Rede war, durch Umsetzung mit monomerem gas- io Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen förmigem dreiwertigem Metallchlorid. Dies bedeutet, aus den folgenden Beispielen für die Extraktion von daß zwar für die Reaktion zweiwertigen Chloriden (worin alle Druckwerte in
Millimeter Hg ausgedrückt sind) in Verbindung mit
MCl2(fest) + 2QCl3(Gas) = MQ2Cl8(GaS) (7) den Zeichnungen hervor. In den Zeichnungen zeigt
15 F i g. 1 eine graphische Darstellung, bei welcher die
Δ H negativ ist, daß aber für die Reaktion Gleichgewichtskonstanten für die Bildung der kom
plexen Chloride der Type MAl2Cl8 logarithmisch gegen
MCl2(fest) + Q2Cl6(GaS) = MQ2Cl8(Gas) (8) die reziproke absolute Temperatur aufgetragen sind,
F i g. 2 eine graphische Darstellung, bei der die
Δ H positiv ist. Die Gleichgewichtskonstante für die 20 Werte einer zweiten Konstanten, die für Destillationen Reaktion (7) erniedrigt sich deshalb in dem Maße, wie unter Bildung eines zweiten komplexen Chlorids der die Extraktionstemperatur steigt, während sie für die Type MaAl3CIi231+9) bestimmt wurden, gegen die rezi-Reaktion (8) in dem Maße abnimmt, wie die Tempera- proke absolute Temperatur aufgetragen sind,
tür sinkt, und der Partialdruck der komplexen ChIo- F i g. 3 eine graphische Darstellung, bei der die
ride MQ2Cl8 verläuft durch ein Maximum bei ungefähr 25 Molverhältnisse von Mangan zu Aluminium bei der der Temperatur, bei der das Dimer Q2Cl6 dissoziiert. Aluminiumchloridextraktion von Mangan(II)-chlorid Zwar variiert die Temperatur, bei der dieses Maximum logarithmisch gegen die reziproke absolute Temperatur erreicht wird, in gewissem Ausmaß, und zwar in Ab- für Extraktionen bei einem Gesamtdruck von 1 at aufhängigkeit vom betreffenden Chlorid und den ange- getragen sind,
wendeten Arbeitsbedingungen (insbesondere Druck), 30 F i g. 4 eine graphische Darstellung, bei der die aber ein solches Maximum fällt im allgemeinen auf letzteren Molverhältnisse in der gleichen Weise wie in eine Temperatur in den obengenannten bevorzugten F i g. 3 für Extraktionen bei einem Gesamtdruck von Bereichen. 2 at aufgetragen sind,
Es wurde weiter gefunden, daß zwar, wie angedeutet, F i g. 5 eine graphische Darstellung, bei der die
die Gleichgewichtskonstante für die Bildung des Ferri- 35 Gleichgewichtskonstanten für die Bildung komplexer 'chloridkomplexes eines speziellen zweiwertigen ChIo- Chloride der Type MFe2Cl8 logarithmisch gegen die rids höher liegt als diejenige für die Bildung des ent- reziproke absolute Temperatur aufgetragen sind, und sprechenden Aluminiumchloridkomplexes, was die F i g. 6 eine graphische Darstellung, bei der die
größere Stabilität des Ferrikomplexes andeutet, daß Molverhältnisse von Mangan zu Eisen bei der Ferriaber die maximalen Molverhältnisse der zweiwertigen 40 Chloridextraktion von Mangan(II)-chlorid logarith-Metalle zu den dreiwertigen Metallen, die unter opti- misch gegen die reziproke absolute Temperatur aufgemalen Temperaturbedingungen erhältlich sind, für tragen sind.
Aluminiumchlorid höher sind als für Eisenchlorid; d.h. Erfindungsgemäß wird die Extraktion eines zwei-
also, daß Aluminiumchlorid ein wirksameres Extrak- wertigen Metalloxyds unter gleichzeitiger Komplextionsmittel ist. Dies hat vermutlich seinen Grund in der 45 bindung dadurch ausgeführt, daß man das Oxid einer Tatsache, daß Aluminiumchloriddimer zu einem größe- chlorierenden Atmosphäre, die im wesentlichen aus ren Grad dissoziiert als Ferrichloriddimer, so daß der gasförmigem Aluminiumchlorid oder Ferrichlorid beDampfdruck des monomeren Aluminiumcblorids hö- steht, bei einer Temperatur im obengenannten Beher ist als derjenige des monomeren Ferrichlorids, und reich aussetzt. Etwas von dem Aluminiumchlorid oder zum Teil auch in der Tatsache, daß Aluminiumchlorid 50 Ferrichlorid reagiert in diesem Falle mit dem Oxid, mehr als ein komplexes Chlorid mit mindestens einigen wobei letzteres in das zweiwertige Metallchlorid umzweiwertigen Chloriden (wie in der obigen Gleichung 3 gewandelt wird, und weiteres gasförmiges dreiwertiges angedeutet) bildet, wogegen Ferrichlorid offensichtlich Metallchlorid reagiert dann mit dem zweiwertigen Menur einen einzigen Komplex bildet. tallcblorid, wobei sich gasförmige Chloridkomplexe
Weiterhin wurde gefunden, daß der Extraktions- 55 bilden. Diese letzteren komplexen Chloride werden nutzeffekt des Aluminiumchlorids (gemessen durch das dann zur Gewinnung des reinen zweiwertigen Chlorids Molverhältnis M/Al) dadurch verbessert werden kann, fraktioniert. Wenn das gasförmige dreiwertige Metalldaß man die Extraktion bei überatmosphärischen chlorid sowohl als Chlorierungs- als auch als Extrak-Drücken (beispielsweise 2 at oder höher) ausführt, tionsmittel verwendet wird, so ergibt sich ein geringer offensichtlich zum Teil deshalb, weil die Bildung des 6o Verbrauch an dreiwertigen Metallchloriden durch Umzweiten komplexen Chlorids (dargestellt durch die Wandlung in die entsprechenden Oxide, aber die Ver-Gleichung 3) bei höheren Drücken gefördert wird. Bei Wendung des dreiwertigen Chlorids für beide Zwecke der Extraktion mit Ferrichlorid besitzt die Erhöhung hat den ausgleichenden Vorteil, daß reduzierende des Arbeitsdrucks oberhalb 1 at offensichtlich keinen Bedingungen für die Chlorierung nicht verwendet großen Einfluß auf die Verbesserung des Extraktions- 65 werden,
nutzeffekts. Bei der Extraktion von Erzen kann aber auch derart
Zwar wurde das erfindungsgemäße Verfahren oben verfahren werden, daß die anfängliche Umwandlung in der Anwendung auf die Extraktion eines einzigen der das Erz enthaltenden Oxide oder Sulfide in die
entsprechenden Chloride durch Chlorierung mit einem anwesenden Ferrichlorids verwendet, strömt kein Ferri-
elementaren Chlor gemäß den Reaktionen 2MO + 2Cl8 = 2MCl2 + O2
2MS + 2Cl3 = 2MCl2 + S2
(9) (10)
erfolgt. Bei Oxiden, für welche die freie Energie der Reaktion (9) positiv ist, verläuft die letztere Reaktion xo nur in Gegenwart eines Reduktionsmittels. Alle Sulfide können direkt mit Cl2 chloriert werden, da die freie Energie für alle Reaktionen (10) negativ ist.
Besonders vorteilhaft ist es jedoch, die Chlorierung von Oxiden oder Sulfiden unter gleichzeitiger Extraktion der entsprechenden Metalle in Form ihrer Chloride in einer im wesentlichen einheitlichen Operation durchzuführen. Das Ausgangsmaterial wird hierbei in einer Chlorierungsatmosphäre, die sowohl Cl2 als Chlorierungsmittel als auch gasförmiges Aluminiumchlorid oder Ferrichlorid enthält, bei einer Temperatur oberhalb ungefähr 400° C (ein bevorzugter Temperaturbereich ist 500 bis 800 oder sogar 900° C) erhitzt, wobei sich wie oben erwähnt, ein oder mehrere gasförmige komplexe Chloride bilden. Gegebenenfalls wird zur Vermeidung eines Verbrauchs des dreiwertigen Chlorids durch Umwandlung in Aluminiumoxid oder in Eisenoxid eine solche kombinierte Chlorierung unter gleichzeitiger Komplexbildung in Gegenwart von Kohlenstoff ausgeführt.
Aus dem die komplexen Chloride enthaltenden Gase werden 3 °/„ durch geeignete Fraktionierungsmaßnahmen die zweiwertigen Metallchloride gewonnen.
Wenn im Ausgangsmaterial zweiwertige Metallsulfide vorliegen, erfolgt die Extraktion in Gegenwart von Chlor gemäß der folgenden Gleichung
2MS + 2Cl2 + 4AlCl3 = 2MAl2Cl8 + S2 (11)
Wenn überschüssiges Chlor verwendet wird, bildet sich Schwefelchlorid (SCl2) an Stelle von elementarem Schwefel. Die Bildung der letzteren Verbindung ist vorteilhaft, da Schwefeldichlorid eine niedrigsiedende (59° C) nichtviskose Flüssigkeit ist, die entweder abdestilliert und gewonnen oder wieder zurückgeführt werden kann, so daß sie mit weiterem Sulfid reagiert. Wenn Ferrichlorid als Extraktionsmittel verwendet wird, ergibt die Verwendung von ausreichend elementarem Chlor zur Verhinderung eines Verlusts an Ferrichlorid immer die Bildung von Schwefeldichlorid und nicht von elementarem Schwefel.
Erfolgt die erfindungsgemäße Umsetzung nur mit gasförmigem Aluminiumchlorid oder Ferrichlorid, so verläuft die Reaktion nach folgenden Gleichungen:
chlorid über die Reaktionszone hinaus, und das Kondensat (aus dem abfließenden Gas) besteht lediglich aus Schwefel; die betreffende Reaktion kann vermutlich durch die folgende Gleichung dargestellt werden:
2PbS+ 4FeCl3 = 2PbCl2+ 4FeCl2+S2 (14)
Mit einer kleineren relativen Menge an Bleiglanz enthält das Kondensat Bleichlorid, Ferrichlorid, Ferrochlorid und Schwefeldichlorid. Es ist anzunehmen, daß in diesem Falle bei der Abkühlung des Gasgemisches der durch die Gleichung (14) gebildete Schwefel einen Teil des Ferrichlorids reduziert:
S2 + 4 FeCl3 = 4 FeCl2 + 2 SCl2 (15)
Wenn Aluminiumchlorid als Chlorierungsmittel verwendet wird, dann erscheinen keine wesentlichen Mengen an Schwefel- oder Schwefeldichlorid im Kondensat.
In einem weiteren Beispiel wurde synthetisches Erz durch Mischen von 0,100 g zermahlenem Kobaltsulfid (enthaltend 0,065 g Kobalt) mit 2,0 g zermahlenem Siliciumdioxid hergestellt, wobei letzteres das Ganggestein im Erz darstellte. Dieses Gemisch, erhitzt auf 600° C, wurde bei atmosphärischem Druck einem Strom von gasförmigem Aluminiumchlorid ausgesetzt. Die Ausbeute an Kobaltchlorid bei diesem Extraktionsverfahren, ausgedrückt als Kobaltgewicht im erhaltenen Destillat, ist in der folgenden Tabelle angegeben, worin die in allen drei Spalten angegebenen Werte kumulativ sind:
Gewicht
AlCl3
Gewicht
destilliertes Co
Ausbeute an Co
(g) (g) (Vo)
4,42 0,0115 17,7
8,18 0,0243 37,4
10,69 0,0301 46,3
15,12 0.0389 59,8
19,79 0,0463 71,2
21,44 0,0464 71,4
26,64 0,0486 74.7
28,53 0,0496 76,3
Die gleiche Menge des gleichen synthetischen Kobalterzes wurde auf 600° C erhitzt und bei atmosphärischem Druck einem Strom von gasförmigem Ferrichlorid ausgesetzt wobei aus dem Gasfluß ein Destillat an CoCl2 erhalten wurde. Die Ausbeute an Kobalt, die bei dieser Verfahrensweise erreicht wurde, ist in der folgenden Tabelle angegeben:
2 MS + 4 FeCl3 = 2 MCl2 + 4 FeCl2 - S2 (12)
MS τ- 4FeCl3 = MCl2 - 4FeCl2 τ- SCl2 (13)
55
6o
Bei einem speziellen Beispiel für die obigen Extraktionsverfahren wurde gefunden, daß Bleiglanz (PbS) in einer Teilchengröße von mehreren Millimetern sehr leicht chloriert wird, wenn man ihn gasförmigem Aluminiumchlorid oder Ferrichlorid bei einer Temperatur von 600JC aussetzt, wobei flüssiges Bleichlorid (PbCl2) entsteht. Mit Ferrichlorid. sofern eine verhältnismäßig große Menge an Bleiglanz im Verhältnis zur Menge des
Gewicht
FeCl3
Gewicht Co
destilliert
Ausbeute an Co
(g) Cg) (%>)
2.63 0.0219 33,7
4.59 0.0366 56.3
6,67 0.0564 86.7
7,96 0.0605 93.0
9,14 0.0607 93.4
Aus den obigen Zahlen ist also zu entnehmen, daß in diesem Falle gasförmiges Ferrichlorid ein wirksameres Extraktionsmittel ist als Aluminiumchlorid.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 209 519/364

Claims (4)

1 2 Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung Patentansorüche · smc^ ^ese Verbindungen dieser Metalle Oxide und/oder p ' Sulfide. Schließlich hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die
1. Verfahren zur Abtrennung oder Gewinnung 5 Behandlung in Gegenwart von Kohlenstoff vorzuvon Cd-, Co-, Pb-, Mg-, Mn-, Ni- oder Zn-Chlori- nehmen.
den aus Verbindungen dieser Metalle enthaltenden So kann ein Materialkörper, vorzugsweise in feinzer-
Materialien bei erhöhter Temperatur, gegebenen- teilter Form, der zweiwertiges Metallchlorid enthält, falls in Anwesenheit von gasförmigem Chlor, auf 400 bis 7000C erhitzt werden, wobei es mit einem dadurch gekennzeichnet, daß man io Strom gasförmigen Aluminiumchlorids oder Ferridiese Materialien bei Temperaturen von 400 bis chloride in Berührung gebracht wird. Das zweiwertige 9000C in Gegenwart von gasförmigem AlCl3 oder Metallchlorid wird in dem Strom aus gasförmigem FeCl3 erhitzt. Aluminium- oder Ferrichlorid aufgenommen und da-
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- rin zu einem Kondensationsort getragen, wo die zweizeichnet, daß die Verbindungen dieser Metalle 15 wertigen und die dreiwertigen (Aluminium-oder Ferri-) Chloride sind. Chloride durch fraktionierte Kondensation getrennt
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- werden. Andererseits kann die Trennung auch durch zeichnet, daß die Verbindungen dieser Metalle Kondensation und nachfolgende fraktionierte Redestil-Oxide und/oder Sulfide sind. lation oder durch ein anderes zweckmäßiges Verfahren
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekenn- 20 durchgeführt werden. Auf diese Weise wird das zweizeichnet, daß man die Behandlung in Gegenwart wertige Metallchlorid aus dem Materialkörper, in von Kohlenstoff vornimmt. welchem es sich befindet, extrahiert und in reiner,
wasserfreier, konzentrierter Form gewonnen.
Im weiteren Verlauf wird die Aufnahme des zwei-
25 wertigen in den gasförmigen Strom des dreiwertigen
Metallchlorids als Extraktion bezeichnet.
Es wurde gefunden, daß die Extraktion des zweiwertigen Chlorids gemäß dem vorliegenden Verfahren
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur durch Reaktion des zweiwertigen Chlorids mit dem Abtrennung oder Gewinnung von Cd-, Co-, Pb-, Mg-, 30 gasförmigen Aluminium oder Eisentrichlorid zustande Mn-, Ni- oder Zn-Chloriden aus Verbindungen dieser kommt, wobei sich ein oder mehrere gasförmige Metalle enthaltenden Materialien bei erhöhter Tempe- komplexe Chloride bilden, die jeweils eine Molekularratur, gegebenenfalls in Anwesenheit von gasförmigem struktur besitzen, die sich aus ein oder mehreren Mole-Chlor, külen des zweiwertigen Chlorids und zwei oder mehre-Bei gewissen Verfahren zur Gewinnung von Metallen 35 ren Molekülen des dreiwertigen Chlorids zusammenaus oxydischen oder sulfidischen Erzen werden die setzt. Vermutlich ist die allgemeine Gleichung dieser Metallverbindungen in die Chloride überführt, welche Reaktion die folgende:
dann extrahiert und konzentriert werden; die gereinigten und konzentrierten Chloride können selbst das XHCl2 + jQCl3 = MzQ^Cl (as+33/) (1)
Endprodukt des Verfahrens darstellen, oder sie können 4° worjn
durch bekannte Verfahren in die elementaren Metalle
umgewandelt werden. M das zweiwertige Metall im Dichlorid ist;
Es war bisher schwierig, eine zufriedenstellende q das dreiwertige Aluminium oder Eisen ist;
Extraktion von Metallchloriden aus chlorierten Erzen χ eine Ganzzahl g^ oder größer als χ ist;
zu erzielen. Die Abtrennung der Chloride kann durch 45 . ^, ,, , . , , .. „ , „ .
wäßriges Auslaugen bewerkstelligt werden, aber bei V eme Ganzzahl gleich oder großer als 2 ist.
einem solchen Auslaugen ist es unangenehm, daß große
Mengen chloriertes Erz gewaschen und filtriert werden Wenn Aluminiumchlorid verwendet wird, wird die müssen. Andererseits können die Chloride auch destil- Extraktion des zweiwertigen Chlorids durch eine liert werden. Aber eine Destillation der Chloride aus 50 Reaktion bewerkstelligt, bei der sich ein komplexes Erzen durch herkömmliche Verfahren erfordert Hoch- Chlorid bildet, welches vermutlich zwei Moleküle Alutemperaturbedingungen, da eine Verdampfung der miniumchlorid auf ein Molekül zweiwertiges Chlorid meisten Metallchloride gewöhnlich nur bei Tempera- enthält. Es wird angenommen, daß diese Reaktion entturen in der Nähe oder oberhalb ihrer Siedepunkte sprechend der folgenden Gleichung verläuft:
stattfindet. 55
Durch die Erfindung wird ein Verfahren zur Ab- MCl2 + 2AlCl3 = MAl2Cl8 (2)
trennung oder Gewinnung von Metallchloriden bei
Temperaturen beträchtlich unterhalb ihrer Siedepunkte Mindestens ein Teil des zweiwertigen Chlorids rea-
geschaffen, wobei auch von Materialien ausgegangen giert mit dem Aluminiumchlorid auch unter Bildung
werden kann, welche diese Chloride in sehr kleinen 60 eines zweiten komplexen Chlorids, das offensichtlich
Mengen enthalten. 3 Moleküle Aluminiumchlorid enthält. Diese zweite
Das Verfahren der Erfindung ist daher dadurch ge- Reaktion verläuft vermutlich folgendermaßen:
kennzeichnet, daß man diese Materialien bei Temperaturen von 400 bis 9000C in Gegenwart von gasförmi- 3MCl2 + 3AlCl3 = M3Al3Cl15 (3)
gem AlCl3 oder FeCl3 erhitzt. 65
Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Er- Bei der Verwendung von Ferrichlorid verläuft bei der
findung stellen die Verbindungen dieser Metalle ChIo- Extraktion offensichtlich eine einzige Reaktion, bei der
ride dar. sich ein Komplex bildet, welcher 2 Moleküle Ferri-
DE19671667368 1966-02-25 1967-02-23 Verfahren zur abtrennung oder gewinnung von cd,-co,-pb,-mg,-ni- oder zn-chloriden aus verbindungen dieser metalle enthaltenden materialien Pending DE1667368B1 (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US53019366A 1966-02-25 1966-02-25

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1667368B1 true DE1667368B1 (de) 1972-05-04

Family

ID=24112781

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19671667368 Pending DE1667368B1 (de) 1966-02-25 1967-02-23 Verfahren zur abtrennung oder gewinnung von cd,-co,-pb,-mg,-ni- oder zn-chloriden aus verbindungen dieser metalle enthaltenden materialien

Country Status (8)

Country Link
US (1) US3425797A (de)
BE (1) BE694610A (de)
DE (1) DE1667368B1 (de)
ES (1) ES337240A1 (de)
FR (1) FR1512160A (de)
GB (1) GB1167615A (de)
NL (1) NL139944B (de)
NO (1) NO124116B (de)

Families Citing this family (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB1563304A (en) * 1975-09-24 1980-03-26 Quebec Iron & Titanium Corp Chlorination of titanium slags
SE434850B (sv) * 1980-10-22 1984-08-20 Boliden Ab Forfarande for klorerande behandling av oxidiska material
SE8306804L (sv) * 1983-12-09 1985-06-10 Skf Steel Eng Ab Avklorering av zinkravara
US4650778A (en) * 1985-01-18 1987-03-17 E. I. Du Pont De Nemours And Company Metal halide vaporization into diluents

Non-Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Title
None *

Also Published As

Publication number Publication date
ES337240A1 (es) 1968-01-16
BE694610A (de) 1967-08-24
NO124116B (de) 1972-03-06
GB1167615A (en) 1969-10-15
NL139944B (nl) 1973-10-15
FR1512160A (fr) 1968-02-02
NL6702940A (de) 1967-08-28
US3425797A (en) 1969-02-04

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE974695C (de) Verfahren zum Herstellen von Titan
DE1667368B1 (de) Verfahren zur abtrennung oder gewinnung von cd,-co,-pb,-mg,-ni- oder zn-chloriden aus verbindungen dieser metalle enthaltenden materialien
Giovanoli et al. Über Oxidhydroxide des Mn (IV) mit Schichtengitter. 5. Mitteilung: Stöchiometrie, Austauschverhalten und die Rolle bei der Bildung von Tiefsee-Mangankonkretionen
DE1215671B (de) Verfahren zur Herstellung von Fluorchlormethanen
DE2134112A1 (de) Verfahren zur Abtrennung von Nickel carbonyl von Gasen
DE2207181A1 (de) Verfahren zur herstellung von antimonoxyden und/oder antimonsaeuren
DE1667368C (de) Verfahren zur Abtrennung oder Gewinnung von Cd-, Co-, Pb-, Mg-, Mn-, Ni- oder Zn-Chloriden aus Verbindungen dieser Metalle enthaltenden Materialien
DE1226548B (de) Verfahren zur Herstellung von Boriden
DE1048882B (de) Verfahren zur Herstellung von Sulfurylfluorid und von Thionylfluorid
DE2827761A1 (de) Verfahren zur herstellung von wasserfreiem chlorwasserstoff durch verbrennen von chlor enthaltenden organischen stoffen
DE882145C (de) Verfahren zum Raffinieren von Aluminium
DE871147C (de) Verfahren zur Herstellung von ª‡-Neopentylacrylsaeure
DE1592368C3 (de) Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak und Chlor aus Ammoniumchlorid
AT162940B (de) Verfahren zur Trennung von Tantal und Niobium sowie ähnlicher Metalle
DE2029117B2 (de) Verfahren zur entfernung von metallischen und/oder halbmetallischen verunreinigungen aus schwefelsaeure
DE69315843T2 (de) Verfahren zur rueckgewinnung von metallen aus abgenutzten katalysatoren
DE695788C (de) Verfahren zur Behandlung von Tantal und Niob enthaltenden Stoffen
DE831606C (de) Verfahren zur Herstellung oder Reinigung von Metallen
DE2126175A1 (de) Gewinnung von Metallen aus dem Meeres boden
AT167106B (de) Verfahren zur Gewinnung oder Raffination von nicht flüchtigen Metallen
EP0035196B1 (de) Verfahren zur Herstellung von Titantetrachlorid
DE1467327C (de) Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem Chrom-(III)-chlorid
AT237572B (de) Verfahren zur Gewinnung von Metallen durch Schmelzflußelektrolyse
DE2236988C3 (de) Verfahren zur Gewinnung von Styrol
AT118400B (de) Verfahren zur Gewinnung von Eisenoxyd und Schwefel.