DE1655449C3 - Vorrichtung zum Verhindern des Blockierens eines Fahrzeugrades mit einer hydraulischen Bremsanlage - Google Patents
Vorrichtung zum Verhindern des Blockierens eines Fahrzeugrades mit einer hydraulischen BremsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verhindern des Blockierens eines Fahrzeugrades mit einer
hydraulischen Bremsanlage, bei der zwischen einem pedalbetätigten Hauptbremszylinder und einem Radbremszylinder
ein erstes Ventil geschaltet ist, welches in einer Stellung den Hauptbremszylinder mit dem
Radbremszylinder verbindet und in der anderen Stellung diese Verbindung unterbricht, bei der weiter
zwischen dem ersten Ventil und dem Radbremszylinder eine Abzweigung über ein zweites Ventil mit einer
Durchlaß- und einer Sperrstellung zu einem Niederdruckspeicher führt, und bei der schließlich eine
Einrichtung vorgesehen ist, die verhindert, daß in dem Hauptbremszylinder ein übermäßiger Flüssigkeitsverlust
eintritt, wobei die beiden Ventile in Abhängigkeit von einer bestimmten Radverzögerung gleichzeitig
oder nacheinander betätigt werden.
Eine derartige Bremsanlage ist Gegenstand eines älteren Vorschlags (Deutsches Patent 16 55 383). Bei
dieser Bremsanlage muß das bremspedal bei länger andauernden Regelvorgängen langsam weiter durchgetreten
werden, um die aus dem Radbremszylinder in den Niederdruckbehäiter abfließende Flüssigkeitsmenge zu
ersetzen. Um zu vermeiden, daß sich hierbei das Hauptzylinder-Volumen völlig erschöpft, ist dort eine
Rückförderpumpe zwischen den Niederdruckspeicher und den Hauptbremszylinder geschalten, welche z. B.
dann, wenn ein Drittel des Hauptbremszylindervolumens verbraucht ist, anspricht und die Bremsflüssigkeit
von dem Niederdruckspeicher in den Hauptbremszylinder zurückfördert. Die Betätigung der Rückförderpumpe
wird beispielsweise durch elektrische Kontakte in dem Niederdruckspeicher hervorgerufen. Der Aufwand
für die Anordnung und Steuerung der elektromagnetisch betätigten Rückförderpumpe ist jedoch recht groß
außerdem verursacht das Arbeiten der Rückförderpumpe ein Vibrieren am Bremspedal, was ebenfalls
nachteilig ist
Bei einer bekannten hydraulischen Bremsanlage (FR-PS 14 80 500) ist zwischen einem Hauptbremszylin
der und einem Radbremszylinder ein Ventil geschaltet das in Abhängigkeit von der Radverzögerung gesteuert
wird und beim Blockieren des Rades die Druckzufuhi zum Radbremszylinder unterbricht und den Radbrems
zylinder mit einer Auslaßleitung verbindet. Auch dort is
Vorsorge getroffen, um einen übermäßigen Flüssig keitsverlust im Hauptbremszylinder zu verhindern. Be
einer ersten Ausführungsform der bekannten Anlag« geschieht dies dadurch, daß ein pedalbetätigbarei
Schalter vorgesehen ist, der die Blockierschutzvorrich
tung bei Erreichen eines bestimmten Pedalwege: ausschaltet, d. h., das Ventil gibt die Verbindung
zwischen dem Hauptbremszylinder und dem Rsdbrems zylinder wieder frei. Bei einer zweiten Ausführungsforn
ist in die Auslaßleitung ein Niederdruckspeieber geschaltet, der so auf das Hauptzylinder-Volumen
abgestimmt ist, daß er vollständig gefüllt is*, wenn eine
vorbestimmte Flüssigkeitsmenge aus dem Hauptbremszylinder
abgeflossen ist Eine weitere Druckabsenkung im Radbremszylinder ist danach nicht mehr möglich, so
daß auch bei dieser Ausführung die BSockierschutzvorrichtung
nach Erreichen eines bestimmten Pedalweges außer Betrieb gesetzt ist. Diese bekannte Anlage erlaubt
somit nur eine beschränkte, vom Volumen des Hauptbremszylinders abhängige Anzahl von Regelvorgängen.
Es ist ferner eine Blockierschutzvorrichtung für eine
hydraulische Bremsanlage, insbesondere eine Flugzeugbremsanlage, bekannt (DT-PS 9 09 657), bei der
zwischen einem pedalbetätigbaren Hauptbremszylinder und einer Radbremse ein erstes, in Abhängigkeit von
der Radverzögerung betätigbares Ventil angeordnet ist, das die Druckmittelzufuhr zu der Radbremse bei einer
bestimmten Radverzögerung sperrt Ferner ist dort zwischen dem ersten Ventil und der Radbremse ein
Speicher vorgesehen, der über ein zweites, zugleich mit
dem ersten Ventil betätigbares Ventil mit einer Hochdruckquelle verbunden ist Das zweite Ventil
sperrt bei der vorbestimmten Radverzögerung die Verbindung vom Speicher zur Hochdruckquelle und
öffnet zu einer Enttastungsleitung, so daß dann der Speicher Druckmittel aus der Radbremse aufzunehmen
vermag. Eine Vorrichtung zur Verhinderung eines übermäßigen Flüssigkeitsverlustes im Hauptbremszylinder
ist dort nicht vorgesehen.
Der Erfindung Hegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Vorrichtung der eingangs angegebenen Art einerseits
eine Vereinfachung und andererseits bei längeren Regelvorgängen eine größere Betriebssicherheit zu
schaffen, als sie bisher bei den bekannten Vorrichtungen vorhanden ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an den Ausgang des Hauptbremszylinders eine
durch den Druck des Hauptbremszylinders betätigbare Ladepumpe angeschlossen ist, die; bei jeder Bremsbetätigung
einen Hochdruckspeicher mit vom Hauptbremszylinder verdrängter Bremsflüssigkeit um eine weitere
Stufe auflädt, und daß an dem ersten Ventil ein zusätzlicher Anschluß vorgesehen ist, über den der
Hochdruckspeicher mit dem Radbremszylinder verbunden ist, wenn das erste Ventil seine die Verbindung
Hauptbremszylinder-Radbremszylinder sperrende Stellung einnimmt.
Mit der erfindungsgemäßen Ausbildung wird erreicht, daß ständig eine gewisse Bremsflüssigkeitsmenge in
dem Hochdruckspeicher auf Vorrat gehalten wird, welche bei einem Regelvorgang über das erste Ventil
ständig unter Druck stehende Flüssigkeit an die Radzylinderseite nachliefern kann. Dabei kann auf eine
Rückförderpumpe verzichtet weiden, weil das durch das zweite Ventil abströmende Flüssigkeitsvolumen aus
dem Hochdruckspeicher ergänzt wird. Ein Durchtreten des Bremspedals bei längeren Regelvorgängen wird
daher weitgehend unterbunden. Besonders vorteilhaft wirkt sich bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung aus,
daß keinerlei Rückwirkungen auf das Pedal zum Betätigen des Hauptb; emszyünders auftreten.
Vorzugsweise ist zwischen den weiteren Anschluß an dein ersten Ventil und den Hochdruckspeicher eine (l?
Drossel geschaltet, welche dafür sorgt, daß sich der Druck auf der Radbremszylinderseite nur langsam
wieder aufbaut und die in dem Hochdruckspeicher auf Vorrat gehaltene Bremsflüssigkeit beim Ansprechen
auch des zweiten Ventils nicht sofort vollständig in den Niederdnickspeicher übergeht
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform sieht vor, daß das zweite Ventil in seiner gesperrten
Normalstellung die Funktion eines Rückschlagventils hat welches die Entladung des Niederdruckspeichers in
den Bremskreis gestattet Durch dieses Rückschlagventil ist gewährleistet, daß sich der Niederdruckspeicher
zwischen zwei Bremsungen mit Schlupfregelung wieder in den normalen Bremskreis entladen kann.
Vorzugsweise sind der Ausgang des Hauptbremszylinders und der Radbremszylinder außerdem über ein
weiteres Rückschlagventil miteinander verbunden, welches im Radbremszylinder einen wesentlich höheren
Druck als im Hauptbremszylinder verhindert. Auf diese Weise wird mit Sicherheit gewährleistet, daß beim
Loslassen des Bremspedals der Druck aus dem Radbremszylinder entweicht und zwar unabhängig von
der Stellung des ersten Ventils.
Die Ladepumpe weist vorzugsweise einen Differentialkolben auf, dessen große Fläche dem Hauptbremszylinder
und dessen kleine Räche dem Hochdruckspeicher zugewandt ist Auf diese Weise führt ein relativ geringer
Druck auf der großflächigen Kolbenseite zu einer Bewegung des Kolbens und Erzeugung eines Hochdrukkes
auf der kleinflächigen Kolbenseite. Es handelt sich hierbei um die übliche Art der Druckverstärkung. Der
Differentialkolben enthält vorzugsweise eine Bohrung, welche am einen Ende durch ein Kugelventil abgeschlossen
ist wobei im Gehäuse ein Auslaßventil angeordnet ist Die Öffnungsweise der Ventile ist so, daß
bei einer Betätigung des Bremspedals das Auslaßventil öffnet und unter Druck stehende Flüssigkeit in den
Hochdruckspeicher gefördert wird. Beim Loslassen des Bremspedals bewegt sich der Differentialkolben durch
Federkraft in seine Ausgangslage, wobei das Auslaßventil schließt und das am Ende der Bohrung vorgesehene
Einlaßventil öffnet und Bremsflüssigkeit in die Bohrung und den Zylindeiraum nachströmen läßt.
Der Raum hinter der Stufenfläche des Differentialkolbens ist vorzugsweise über eine Verbindungsleitung mit
dem Niederdruckspeicher verbunden. An sich könnte dieser Raum auch mit der Atmosphäre in Verbindung
stehen, doch würde in einem solchen Falle die Gefahr bestehen, daß Schmutz oder Feuchtigkeit in den Raum
hineingelangen. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung wird jede Korrosion innerhalb der Ladepumpe
wirksam vermieden, da lediglich Bremsflüssigkeit in den Raum eintreten kann.
Das erste und/oder zweite Ventil ist vorzugsweise ein
magnetbetätigtes Kugelventil. Die Kugel kann in der einen Stellung des Ventils den einen Anschluß und in der
anderen Stellung den anderen Anschluß absperren. Zur Verwendung in dem zweiten Ventil soll die Kugel als
Rückschlagventil wirken.
Das erste Ventil kann auch ein magnetbetätigtes Schieberventil sein.
Tür die Unteransprüchc 2 bis 10 der Patentansprüche
wird nur Schutz in Verbindung mil dem Hauptanspruch hegehrt.
Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben; in uicser zeigt
F i g. ! in schematisehcr Darstellung den Aufbau einer
Vorrichtung zum Verhindern des Blockierens von Fahrzeugrädern gemäß dem eingangs genannten
älteren Vorschlag,
F i g. 2 in schematischer Darstellung eine hydraulische
Bremsanlage gemäß der Erfindung,
F i g. 3 einen Axiatschnitt einer verwendbaren Ladepumpe,
F i g. 4 einen Axialschnitt eines verwendbaren Kugelventils,
Fig.5 einen Axialschnitt eines verwendbaren Schiebervep.tils
und
F i g. 6 ein Diagramm, welches den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Bremsbetätigung und dem
Druck veranschaulicht !0
Bei der Bremsanlage nach F i g. 1 wirkt ein Pedal 10 in üblicher Weise auf einen Hauptbremszylinder 13 und
weiter über ein erstes Ventil 11 auf einen Radbremszylinder
12. Das Ventil 11 ist durch eine Drossel 9 überbrückt, welche dafür sorgt, daß auch bei geschlossenem
Ventil 11 der Druck in dem Radbremszylinder 12 aufrechterhalten wird. Die öffnung der Drossel 9 ist
sehr gering, so daß nur äußerst geringe Flüssigkeitsmengen nachströmen können.
Das erste Ventil 11 weist zwei Stellungen auf. In der
einen ist die Verbindung zwischen Hauptbremszylinder 13 und Radbremszylinder 12 hergestellt, in der anderen
unterbrochen.
Von der Leitung zwischen dem Ventil 11 und dem Radbremszylinder 12 zweigt eine Leitung 14 ab, die über
ein zweites Ventil 15 zu einem Niederdruckspeicher 16 führt. Das zweite Ventil 15 hat zwei Stellungen; in der
einen ist die Verbindung zwischen der Verbindungsleitung 14 und dem Niederdruckspeicher 16 hergestellt, in
der anderen unterbrochen.
Von dem Niederdruckspeicher 16 führt über eine Pumpe 33 und ein Rückschlagventil 34 eine Leitung zum
Bremszylinder zurück.
Die Arbeitsweise der Bremsanlage gemäß F i g. 1 ist wie folgt:
Tritt während einer Bremsung ein Radschlupf auf, so ist dieser mit einer Radverzögerung verbunden, welche
durch einen Radverzögerungsgeber gemessen wird, der eine Regelgröße für die Steuerung der Ventile 11 und 15
abgibt Zunächst wird bei Erreichen einer bestimmten Radverzögerung das erste Ventil 11 geschlossen, so daß
Bremsflüssigkeit nur noch über die Drossel 9 in geringem Umfange in den Radbremszylinder 12
strömen kann. Gleichzeitig oder bei einer etwas größeren Radverzögerung kann das Ventil 15 geöffnet
werden, so daß Bremsflüssigkeit aus dem Radbremszylinder 12 in den Niederdruckspeicher 16 gelangen kann
und eine Herabsetzung der Bremswirkung erzielt wird
Nach dem Aufhören des Bremsschlupfes schließt das Ventil 15 und öffnet das Ventil 11 wieder.
Bei einem länger anhaltenden Regelvorgang kann jedoch bei dieser Anlage das Bremspedal 10 völlig
durchgetreten werden, weil die Bremsflüssigkeit aus dem Hauptbremszylinder 13 über die Drossel 9 und das
Ventil 15 in den Niederdruckspeicher 16 gelangen kann und diesen auflädt Um dies zu verhindern, ist bei dieser
Anlage eine Rückförderpumpe 33 vorgesehen, welche bei einem bestimmten Füllungsgrad des Niederdruckspeichers
16 in Tätigkeit tritt und die Flüssigkeit wieder in den Bremskreis zurückfördert
Durch die Ausführung gemäß Fig.2 wird die Notwendigkeit der Anordnung einer Rückförderpumpe
vermieden.
Die Ventile 11 und 15 werden in der gleichen Weise betätigt wie die gleichnumerierten Ventile nach F i g. 1.
Sie unterscheiden sich jedoch in ihrem Aufbau von den Ventilen der bekannten hydraulischen Bremsanlage.
Das Ventil 11 weist gegenüber dem Ventil der bekannten Anlage drei Anschlüsse auf, von denen die
Anschlüsse 1, 3 den Hauptbremszylinder und den Radbremszylinder 12 miteinander verbinden, während
in der Regelstellung der Anschluß 3 mit einem Anschluß 19 verbunden ist.
Auch das zweite Ventil 15 unterscheidet sich in seiner
Ausführung von dem entsprechenden Ventil der bekannten Anlage, indem es in der Sperrstellung die
Funktion eines Rückschlagventils 21 ausübt.
Wesentliche Bestandteile der Ausbildung sind eine Ladepumpe 17 und ein Hochdruckspeicher 18, welche
hintereinander an den Ausgang des Hauptbremszylinders 13 angeschlossen sind. Bei jeder Betätigung des
Hauptbremszylinders 13, d. h. bei jeder Bremsung, wird durch die Ladepumpe 17 der Hochdruckspeicher 18 ein
Stück aufgeladen.
Eine Ausführungsform der Ladepumpe 17 ist in F i g. 3 dargestellt Sie weist einen Differentialkolben 23
auf, welcher eine große Fläche 24 und eine kleine Fläche 25 besitzt Innerhalb des Differentialkolbens ist eine
durchgehende Bohrung 26 vorgesehen, welche an der einen Seite durch ein Kugelventil 27 abgeschlossen ist.
Die Ladepumpe 17 wirkt in üblicher Weise als Druckverstärker, d. h., daß, wenn der Hauptbremszylinder
13 betätigt wird, der Druck auf die große Fläche 24 den Differentialkolben 23 entgegen der Kraft einer
Feder bewegt und dabei über die kleine Fläche 25 nach öffnung des Kugelventils 28 einen Druck in dem
Hochdmckspeicher 18 aufbaut Beim Zurückschnellen des Differentialkolbens 23 im Anschluß an eine
Bremsung öffnet das Kugelventil 27, während das Kugelventil 28 schließt Auf diese Weise wird bei jeder
Betätigung der Fahrzeugbremse der Hochdruckspeicher 18 um ein gewisses Stück aufgeladen.
Der Hochdrackspeicher 18 ist nun über eine Drossel
20 mit dem zusätzlich vorgesehenen Anschluß 19 an dem Ventil 11 verbunden.
Schließlich ist noch der Raum 29 hinter dem Differentialkolben durch eine Verbindungsleitung 30
mit dem Niederdruckspeicher 16 verbunden.
Die Funktion der Anlage gemäß F i g. 2 ist hinsichtlich der Betätigung der Ventile 11,15 durch die Radverzögerung
die gleiche wie die der in F i g. 1 veranschaulichten Anlage.
Jedoch wird nach dem Ansprechen des Ventils 11 der
Hauptbremszylinder 13 völlig von dem Radbremszylinder 12 abgetrennt, so daß auch bei längeren
Regelvorgängen kein Durchtreten des Bremspedals möglich ist
Um nun aber nach Einsetzen der Regelung einen unerwünschten Druckabbau in dem Radbremszylinder
12 zu vermeiden, wird durch das Ventil 11 der Radbremszylinder 12 über die Drossel 20 mit dem
Hochdmckspeicher 18 verbunden. Der Hochdrackspeicher
18 kann also den Druck in dem Radbremszylinder aufrechterhalten oder, falls dieser durch vorübergehenden
Anschluß an den Niederdruckspeicher 16 abgesunken ist, wieder aufbauen.
Sobald die Radverzögerang einen noch größeren Wert erreicht hat, öffnet auch das zweite Ventil 15, so
daß der Druck aus dem Radbremszylinder 12 in den Niederdruckspeicher 16 entweichen kann. Auf Grand
der Einschaltung der Drossel 20 kann andererseits die in dem Hochdruckspeicher 18 gespeicherte Flüssigkeit nur
langsam in den Niederdruckspeicher 16 gelangen. Dieser Vorgang entspricht dem Niedertreten des
Bremspedals bei der Anlage gemäß Fig. 1; bei der Anlage gemäß F i g. 2 erfolgt jedoch kein Durchtreten
des Bremspedals, vielmehr entlädt sich der Hochdruckspeicher 18 langsam über die Drossel 20. Die
Dimensionierung des Hochdruckspeichers 18 muß selbstverständlich so vorgenommen werden, daß während
eines Regelvorgangs keine vollständige Entladung stattfinden kann.
Bei den folgenden Bremsungen wird dann der Hochdruckspeicher 18 sukzessive wieder aufgeladen.
Das Rückschlagventil 21 hat den Zweck, den Niederdruckspeicher 16 wieder in Bremsleitungen zu
entladen, nachdem beide Ventile wieder ihre Normalsteliung erreicht haben und kein oder nur geringer
Druck im Radbremszylinder 12 und im Hauptbremszylinder 13 vorhanden ist.
Der Raum 29 hinter dem Differentialkolben könnte an sich direkt an die Atmosphäre angrenzen; bei der
bevorzugten Ausführungsform ist dieser Raum jedoch über die Leitung 30 mit dem Niederdruckspeicher 16
verbunden. Durch diese Maßnahme ist das Eindringen von Schmutz und Korrosion in der Ladepumpe 17
wirksam vermieden, da nunmehr auch der Raum 29 ständig mit der Bremsflüssigkeit gefüllt ist.
Nach Fig.4 ist das Ventil 11 als Sitzventil mit einer
Kugel und nach F i g. 5 als Schieberventil ausgebildet.
Bei der Ausführung nach F i g. 4 ist die als Verschlußkörper wirkende Kugel 31 fest mit dem
Betätigungsglied verbunden. Der Durchmesser des Betätigungsgliedes ist um eir Geringes größer als der
Sitzdurchmesser der Kugel. Die Kugel kann je nach ihrer Stellung den Anschluß 1 oder den Anschluß 2
absperren.
Falls nach Fi g. 5 das Ventil 11 als Schieberventil 32
ausgebildet ist, kann man mit einem Schieberdurchmesser von 4 mm auskommen. Die Leckverluste sind bei
diesem Durchmesser und einer Überdeckung von vielleicht 1 mm so gering, daß sie während der kurzen
Bremsbetätigungszeit zu keinen merkbaren Volumen-Verlusten führen. Die Schaltzeit eines so kleinen
Schieberventils kann äußerst klein gehalten werden.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Ladepumpe 17 um einen hydraulischen Druckübersetzer,
d. h. einen durchbohrten Differentialkolben 23 mit einem Saugventil 27 und einem Druckventil 28. Da das
Maximum der Häufigkeit der Bremsbetätigung nach F i g. 6 bei 1A bis 'Λ des Maximaldruckes liegt, sollte das
Verhältnis des Durchmessers D der großen Fläche 24 und des Durchmessers dder kleinen Fläche 25 zwischen
1,2 und 2,2 liegen.
Durch die Anordnung ist sichergestellt, daß in keinem Falle das Bremssystem durch die zusätzliche Schlupfregeleinrichtung
unsicherer wird. Bei einer Störung in der Schlupfregeleinrichtung kann man so bremsen, als wäre
diese nicht vorhanden. Für den Fall aber, daß bei leerem Speicher 18 ein Blockieren auftritt, wirkt das System se
wie die Anlage gemäß Fig. 1, jedoch ohne die Rückförderpumpe.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Vorrichtung zum Verhindern des Blockierens eines Fahrzeugrades mit einer hydraulischen Bremsanlage,
bei der zwischen einem pedalbetätigten Hauptbremszylinder und einem Radbremszylinder
ein erstes Ventil geschaltet ist, welches in einer Stellung den Hauptbremszylinder mit dem Radbremszylinder
verbindet und in der anderen Stellung ι ο diese Verbindung unterbricht, bei der weiter
zwischen dem ersten Ventil und dem Radbremszylinder eine Abzweigung über ein zweites Ventil mit
einer Durchlaß- und einer Spcrrstellung zu einem Niederdruckspeicher führt, und bei der schließlich
eine Einrichtung vorgesehen ist, die verhindert, daß
in dem Hauptbremszylinder ein übermäßiger Flüssigkeitsverlust eintritt, wobei die beiden Ventile in
Abhängigkeit von einer bestimmten Radverzögerung gleichzeitig oder nacheinander betätigt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß an den Ausgang des Hauptbremszylinders (13) eine durch
den Druck des Hauptbremszylinders betätigbare Ladepumpe (17) angeschlossen ist, die bei jeder
Bremsbetätigung einen Hochdruckspeicher (18) mit vom Hauptbremszylinder verdrängter Bremsflüssigkeit
um eine weitere Stufe auflädt, und daß an dem ersten Ventil (11) ein zusätzlicher Anschluß (19)
vorgesehen ist, über den der Hochdruckspeicher (18) mit dem Radbremszylinder (12) verbunden ist, wenn
das erste Ventil seine die Verbindung Hauptbremszylinder-Radbremszylinder sperrende Stellung einnimmt
2. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den dritten Anschluß (19) und
den Hochdruckspeicher (18) eine Drossel (20) geschaltet ist.
3. Bremsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Ventil (15) in seiner
gesperrten Normalstellung die Funktion eines Rückschlagventils (21) hat, welches die Entladung
des Hiederdruckspeichers in den Breniskreis gestattet.
4. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgang
des Hauptbremszylinders (13) und des Radbremszylinders (12) außerdem über ein weiteres
Rückschlagventil (22) miteinander verbunden sind, welches im Radbremszylinder (12) einen wesentlich
höheren Druck als im Hauptbremszylinder (13) verhindert.
5. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladepumpe
(17) einen Differentialkolben (23) aufweist, dessen große Fläche dem Hauptbremszylinder (13)
und dessen kleine Fläche (25) dein Hochdruckspeicher (18) zugewandt ist.
6. Bremsanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Differentialkolben (23) eine
Bohrung (26) enthält, welche am einen Ende durch ein Kugelventil (27) abgeschlossen ist, und daß im
Gehäuse ein Auslaßventil (28) angeordnet ist.
7. Bremsanlage nach Anspruch 5 oder 6. dadurch gekennzeichnet, daß der Raum (29) hinter der
Stufenfläche des Differentialkolbens (23) über eine Verbinduingsleitung (30) mit dem Niederdruckspeicher
(16) verbunden ist.
8. Bremsanlage nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und/oder zweite Ventil (11,15) ein magnetbetätigtes
Kugelventil ist
9. Bremsanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kugel (31) in der einen Stellung des
Ventils den einen Anschluß (1) und in der anderen Stellung den anderen Anschluß (2) absperrt
10. Bremsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Ventil (11) ein magnetbetätigtes Schieberventil (32) ist
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET0034886 | 1967-09-26 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1655449C3 true DE1655449C3 (de) | 1977-05-05 |
Family
ID=
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3107963A1 (de) | 1980-03-03 | 1982-01-21 | Nippon Air Brake Co., Ltd., Kobe | Bremsfluiddruck-steuervorrichtung fuer antiblockiersysteme |
| DE4016748A1 (de) * | 1990-05-25 | 1991-12-19 | Teves Gmbh Alfred | Bremsdruckregelvorrichtung |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3107963A1 (de) | 1980-03-03 | 1982-01-21 | Nippon Air Brake Co., Ltd., Kobe | Bremsfluiddruck-steuervorrichtung fuer antiblockiersysteme |
| DE4016748A1 (de) * | 1990-05-25 | 1991-12-19 | Teves Gmbh Alfred | Bremsdruckregelvorrichtung |
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