DE1643784C - Biologisch wirksame Isothiocyanate und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents
Biologisch wirksame Isothiocyanate und Verfahren zu deren HerstellungInfo
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Description
aufweisen, worin R n-Octyl. n-Decyl. n-Nonyl
oder Lauryl bedeutet.
2. Verfahren zur Herstellung von Isothiocyanaten gemäß Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet,
daß man auf Verbindungen der allgemeinen Formel
NH,
Die neuen Stoffe sind dadurch gekennzeichnet,
daß sie die allgemeine Formel
NCS
S —R
aufweisen, wobei R n-Octyl. n-Decyl. n-Nonyl oder
Lauryl bedeutet.
Die Erfindung stellt auch ein Verfahren zu deren Herstellung zur Verfügung, das in einer Stufe durchgeführt
wird, wodurch"sich die Herstellung der erfindungsgemäßen
Isothiocyanate wesentlich vereinfacht und verbilligt.
Das neue Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man auf eine Verbindung der allgemeinen Forme'
NH1
20
wobei R die angegebene Bedeutung hat. bei einer Temperatur von 15 bis 30 C Thiophosgen in
Gegenwart eines mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittels, das ein höheres spezifisches Gewicht
als Wasser hat, und in Gegenwart von Basen einwirken läßt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Lösungsmittel Chloroform oder 1.2-Dichloräthan verwendet.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3. dadurch
gekennzeichnet, daß man als Base ein normales oder saures Alkali- oder Erdalkalicarboiiat verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3. dadurch gekennzeichnet, daß als Base Calciumcarbonat
oder Natriumbicarbonat verwendet wird.
40
Die Erfindung betrifft neue, biologisch wirksame Isothiocyanate mit besonders hohem antimikrobieilen
Wirkungsgrad, insbesondere gegen Einzeller, sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser neuen, biologisch
wirksamen Isothiocyanate.
Bisher wurden diese Stoffe, die sich durch einen
hohen antimikrobiellen Wirkungsgrad insbesondere gegen Einzeller (z. B. Leishmania brasiliensis. Trypanosonia
cruzi, 'Plasmodium berghei) und verschiedene Bakterien (z. B. Mycobakterium tuberculosis)
ί" zeichnen, mit Ausnahme des Äthylderivats noch
nicht hergestellt.
Das bekannte Äthylderivat wurde mit Hilfe der schwierigen Dithio-Carbamatmethode hergestellt, die
z. B. im J. Pharm. Soc. Japan 74. 241 (1954). beschrieben ist; bei dieser Methode wird in zwei Stufen
gearbeitet. In der ersten Stufe wird das Dithiocarbamat
hergestellt, das dann in der zweiten Stufe zum gewünschten Äthylderivat zersetzt wird.
Die neuen, bisher noch nicht hergestellten Stoffe gemäß der Erfindung zeigen nun. wie festgestellt
werden konnte, einen ganz besonderen biologischen,
insbesondere antimikrobiellen Wirkungsgrad gegen oathogene Mykobaktcricn, auf.
wobei R die angegebene Bedeutung hat. bei einer Temperatur von 15 bis 30C Thicphosgen in Gegenwart
eines mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittels, das ein höheres spezifisches Gewicht als
Wasser hat. und in Gegenwart von Basen einwirken läßt.
Als Lösungsmittel wird vorzugsweise Chloroform oder 1.2-Dichloräthan und als Base Calciumcarbonat
oder Natriumbiearbonat verwendet.
Die Synthese dieser Stoffe wird gemäß der Erfindung so durchgefiihrt, daß 0.05 Mol des entsprechenden
Amins in 100 ml Chloroform gelöst werden und die gewonnene Lösung unter intensivem Mischen im
Verlauf einer halben Stunde einei Emulsion von 0.05 Mol Thiophosgen in 100 ml Wasser zugeführt
wird. Im Laufe der Reaktion trägt man in das Reaktionsgemisch
die Base ein. damit die Azidität abgestumpft
wird. Nach Beendigung der Zugabc des Amins wird das Gemisch noch eine halbe bis eine Stunde
gerührt. Dann wird die Chloroformschicht abgetrennt, mit Calciumchlorid getrocknet und das Chloroform
abdestilliert. Der Rest wird entweder im Vakuum abdestilliert oder kristallisieren gelassen. Die gewonnenen
Isothiocyanate werden dann aus einem geeigneten Lösungsmittel umkristallisie·;.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen haben im Vergleich zu dem bekannten Benzylisothiocyanat
einen wesentlich höheren antimikrobiellen Wirkungsgrad und beeinflussen somit beispielsweise Mycobacterium
Tuberculosis HJ7 Rv wesentlich stärker.
Bei der Verwendung Benzylisothiocyanat beträgt die minimale Inhibierungskonzentration für das
Wachstum von M. Tub. ΗΛ7 Rv 10 bis 15 ug ml.
Die minimale Inhibierungskonzentration für die erfindungsgemäßen Verbindungen ist in der nachstehenden
Tabelle zusammengestellt:
n-Octylderivat
n-Decyldcrivat ,
n-Nonylderivat.
Laurylderivat .
n-Decyldcrivat ,
n-Nonylderivat.
Laurylderivat .
Minimale
Inhibierungskonzentration
Inhibierungskonzentration
1 bis 5 [ig ml
5 bis 10 ug/ml
1 bis 5 ag. ml
5 bis 10 μg ml
5 bis 10 ug/ml
1 bis 5 ag. ml
5 bis 10 μg ml
Der Grund Tür diese Steigerung der therapeutischen
Aktivität gegenüber dem Benzylisothiocyanat liest einmal in der höheren Lipopnilität durch Ve'rlänaerune
der durch das Schwefelatom mit dem Benzolkern verbundenen
Alkylkette und zum anderen in der eesteigerten Reaktivität der Isocyanatgruppe. die bei den
erfindungsgemäßen Verbindungen direkt mit dem aromatischen Kern verbunden ist. während sie bei
dem Benzylisothiocyanat über die Methylengruppe
gebunden ist.
In den folgenden Beispielen wird die Erfindune
näher erläutert.
Herstellung von p-Isothiocyanatophenyln-octyl::ultid
8.36 g p-Aminophenyl-n-octylsuliid werden in
100 ml Chloroform gelöst. Die erhaltene Lösung hißt man unter -"tensivem Rühren im Verlauf einer
halben Stunde zu einer Emulsion von 5.75 a Thioph igen in IuO ml Wasser zulaufen. Zum Abstumpfen
der Azidität setzt man dem Reaktionsgemisch im
Verlauf der Reaktion Caiciumcarbonat" zu. Nach
Beendigung der Eintragung des p-Amincphenyln-octyl-sulfids
wird das Gemisch noch eine halbe Stunde gerührt. Dann wird die Chloroformschicht
abgetrennt, das gewonnene Produkt mit Calciumchlorid getrocknet und das Chloroform abdestilliert.
Der Rest wird im Vakuum bei 120 C 2 Torr destilliert.
Herstellung von p-Isotnir-cyanalophenyln-dccylsulfid
17.48 g p-Aminopheny'.-n-decylsulfid werden in
100 ml Chloroform gelöst. Diese Lösung wird unter intensivem Rühren im Verlauf einer halben Stunde
tropfenweise einer Emulsion von 5.75 g Thiophosgen in 100 ml Wasser zugesetzt. Im Laufe der Reaktion
wird dem Reaktionsgemisch zum Abstumpfen der Azidität Caiciumcarbonat zugesetzt. Nach Beendigung
des Eintragens des p-Aminophenyl-n-decylsulfids
wird die Mischung noch eine halbe Stunde gerührt. Dann wird die Chloroformschicht abgetrennt, das
gewonnene Produkt mit Calciumchlorid getrocknet und das Chloroform abdestilliert. Der Rest wird der
Kristallisation überlassen. Das gewonnene Produkt wird aus Benzin umkristallisiert; es bildet schmutzigweiße
Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 42°C.
Herstellung von (p-lsothiocyanalophenyl)-n-nonylsulfid
12.57 g (p-Aminophenyl)-n-nonylsulfid werden in 100 ml Chloroform gelöst. Die Lösung wird unter
intensivem Rühren im Verlauf einer halben Stunde bei Zimmertemperatur einer Emulsion von 5.75 g
Thiophosgen in 100 ml Wasser zutropfen gelassen.
ίο Das Reaktionsgemisch wird zum Abstumpfen der
Azidität mit Caiciumcarbonat versetzt. Nach Beendigung der Zugabe des (p-Aminophenyl)-n-nonylsulfids
wird" das Gemisch noch eine 3 4 Stunde gerührt.
Dann wird dL> Chloroformschicht abgetrennt, mit
Calciumchlorid getrocknet und das Chloroform abdestilliert. Der Rest wird im Vakuum bei 170C 1 Torr
destilliert. Der Siedepunkt des gewonnenen Stoffes beträgt 170:C. die Ausbeute 44.8%.
B e i s ρ i e 1 4
Herstellung von (p-Isothiocyanatophenyl)-laurylsulfid
14.68 g (p-Aminophenyl)-laurylsulfid werden in 100 m! Chloroform gelöst und die gewonnene Lösung
unter intensivem Rühren bei Zimmertemperatur (15 bis 30"C) im Laufeiner halben Stunde einer Emulsion
von 5.75 g Thiophosgen in 100 ml Wasser zutropfen gelassen. Zum Abstumpfen der Azidität wird im Verlauf
der Reaktion der Mischung Natriumbicarbonat unter Kontrolle mit Lackmus zugesetzt.
Nach Beendigung des Zusetzens des p-Aminophenyllaurylsulfids
wird die Mischung noch eine Stunde gerührt. Dann wird die Chloroformschicht abgetrennt,
mit Calciumchlorid getrocknet und das Chloroform abdestiiiiert. Der Rest wird aus Äther umkristaüisiert.
Der gewonnene Stoff bildet weiße Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 25CC. die Ausbeute beträgt 39.7%.
In der folgenden Tabelle sind die festgestellten Konstanten wie auch die Ausbeulen angeführt:
— NCSn-Octyl .
— NCS n-Decyl
— NCSn-Nonyl
-NCS Lauryl ..
-NCS Lauryl ..
Schmelzpunkt
68-70
Siedepunkt
C Torr
160/1
170/1
170/1
Ausbeute
61,2
60.5
44,8
39.7
60.5
44,8
39.7
Claims (1)
1. Biologisch wirksame Isothiocyanate mit besonders hohem amimikrobiellem Wirkungsgrad.
insbesondere gegen Einzeller, dadurch gekennzeichnet,
daß sie die allgemeine Formel
NCS
Applications Claiming Priority (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CS515766 | 1966-08-02 | ||
| CS515766 | 1966-08-02 | ||
| CS341567 | 1967-05-11 | ||
| CS341567 | 1967-05-11 | ||
| DEC0042923 | 1967-07-21 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1643784A1 DE1643784A1 (de) | 1971-11-18 |
| DE1643784C true DE1643784C (de) | 1973-04-05 |
Family
ID=
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